Die Psyche von Autokraten

Der Text ist aber echt. Das Foto gering­fü­gig ver­än­dert. Aus plus.tagesspiegel.de (13.8.):

»… Ich habe ein­mal scherz­haft gesagt, erst wenn Marsmenschen auf der Erde lan­den und alle bedro­hen wür­den, könn­te das sämt­li­che Gruppen dazu brin­gen, sich zusam­men­zu­schlie­ßen. Covid-19 als unsicht­ba­rer Feind stammt nicht vom Mars, bedroht aber durch­aus alle auf dem Planeten, ob jung oder alt, reich oder arm. Der ers­te Reflex war das Abschotten von Landesgrenzen. Diese Dynamik hat Großgruppenidentitäten mit der psy­chi­schen Konstellation Führer/Gefolgsleute gestärkt. 

Großgruppen in Krisen suchen das maxi­ma­le Schutzversprechen? 
Viele Menschen seh­nen sich nach Leitfiguren mit nar­ziss­ti­schen Persönlichkeiten und auto­ri­tä­ren Zügen, Donald Trump war ein pro­mi­nen­tes Beispiel. Personen, die an ihre eige­ne Macht oder sogar Allmacht glau­ben, gelingt es häu­fig, gro­ßen Gruppen die Illusion zu ver­mit­teln, sie sorg­ten für Sicherheit. Diese Grandiosität redu­ziert wie ein Gegengift die Angst der Gruppe.

Narzisstische Führungsfiguren nut­zen ihrer­seits die Abhängigkeit und Bewunderung der Anhängerschaft, die ihnen ihre Grandiosität bestä­tigt und ihnen hilft, ihre Schwächen vor sich und der Welt zu ver­ber­gen. So ver­zah­nen sich die psy­chi­schen Prozesse der Gruppe mit der Psyche der nar­ziss­ti­schen Führungsperson – bei­de befrie­di­gen ein­an­der ihre Bedürfnisse… 

Solche Patienten tei­len ande­re meist in zwei Kategorien. Wie Donald Trump bezeich­ne­ten sie die Leute ent­we­der zwang­haft als „fan­tas­tisch“, „unglaub­lich“, „über­ra­gend“ oder als „unecht“, „über­be­wer­tet“, „igno­rant“. Zu ihren Verhaltensmustern gehört das Lügen, um die Illusion der Grandiosität zu wahren. 

Und sie belü­gen sich selbst? 
Die nar­ziss­ti­sche Persönlichkeit ist gespal­ten in ein gran­dio­ses Ich und ein hung­ri­ges Ich. Ein kohä­ren­tes Selbst fehlt, und es gibt ein Paradox: Während sich das öffent­li­che Ich gran­di­os fühlt, kau­ert qua­si im Schatten ein abge­wer­te­ter Ich-Anteil, der nach Liebe hun­gert. Von Zeit zu Zeit löst die­ser Hunger Angst, Scham oder Demütigung aus. Dann wird der stö­ren­de Anteil ver­leug­net und auf ande­re ver­scho­ben, auf Sündenböcke, „Fremde“, „Feinde“ oder „Verräter“.

In Krisenzeiten schei­nen gan­ze Gruppen so zu funktionieren. 
Ja, ein gemein­sa­mes Gefühl von Verletzlichkeit und Angst kann in Gesellschaften zu psy­cho­lo­gi­schen Abwehrmechanismen wie Regression füh­ren. Zu den Symptomen von Regression gehört eine redu­zier­te Komplexität, die Spaltung in Wir und Ihr, Gut und Böse, eine rigi­de „Moral“ und ein ver­schärf­ter Propagandaton. Autoritäre nar­ziss­ti­sche Führungspersonen ver­hei­ßen das Beseitigen von Hindernissen, sie kün­di­gen an, zu zer­stö­ren, was „nicht zu uns gehört“, und brin­gen zivi­li­sa­to­ri­schen Fortschritt zum Entgleisen. 

Wie ist dabei die Taktik, die Strategie? 
Narzisstische Autoritären erhe­ben die Identität der Großgruppe über die Identität der Individuen. Oft beschwö­ren sie ein rea­le oder ima­gi­nä­re Viktimisierung, dazu reak­ti­vie­ren sie in einem „Zeitkollaps“ gern ein gewähl­tes Trauma, teils auch aus ver­gan­ge­nen Jahrhunderten…

Gibt es Hoffnung für die säku­la­ren Anteile der Gesellschaft?
Überall auf der Welt kann es uner­war­te­te Großereignisse geben, wie das Auftauchen von Vertretern einer repa­ra­ti­ven Strömung, was die tie­fe Spaltung einer Gesellschaft auf­lö­sen kann…

Was ist nötig, um dem Neo-Autoritarismus zu begegnen?
Wir brau­chen gestärk­tes psy­cho­lo­gi­sches Verständnis in der Gesellschaft und vor allem in Politik und Diplomatie, um archai­sche Reflexe zu über­win­den und die Reflexionsfähigkeit zu stei­gern. Notwendig ist ein brei­tes poli­ti­sches Wissen, das Manipulationen und Fake News erkennt und ent­mach­ten kann…«

9 Antworten auf „Die Psyche von Autokraten“

  1. "Martha Nussbaum nennt das Märchen [Hänsel und Gretel] als Beispiel nöti­ger und gif­ti­ger Angst: Real ist der Hunger, doch „die Geschichte erfin­det eine häss­li­che, kin­der­fres­sen­de Hexe, der als Sündenbock alle Schuld zuge­wie­sen wird.“ (wiki)
    "Identität der Großgruppe über die Identität der Individuen" = gemein­wohl vor eigen­nutz? soli­da­ri­tät, selbstopfer.
    "archai­sche refle­xe" = "haudrau­fund­schluß"
    wir wol­len alle nur geliebt wer­den. wer auf sein geliebt­wer­den­wol­len ver­zich­tet, um zu lie­ben, sucht sich ein objekt, das ihn nicht ent­täuscht, weil er die rea­le lie­be nicht fin­det oder den gelieb­ten, lie­ben­den nicht kon­trol­lie­ren kann, und das objekt ist unmensch­lich, abs­trakt, die mensch­heit (Erich Fromm), das kli­ma, die gesund­heit der mensch­heit, usw. selbst­lo­se lie­be hat ein abs­trak­tes objekt.
    bis zum "Auftauchen von Vertretern einer repa­ra­ti­ven Strömung": der mes­si­as? die repa­ra­tur ist eine wie­der­gut­ma­chung: die depres­si­on ist bestürzt über etwas zer­stör­tes, die wie­der­gut­ma­chung ist die wie­der­auf­er­ste­hung, die wie­der­her­stel­lung, der neuanfang.
    = "Spaltung über­win­den", denn die Spaltung ist abspal­tung, und die abspal­tung ist ein böser verfolger.
    man muß sich mit dem ver­fol­ger ver­söh­nen, dazu muß man die angst ver­lie­ren, den ver­fol­ger lie­ben, sich integrieren.
    ver­ste­he ich vol­kan richtig?

    1. @holger blank: Danke. Keine Ahnung von Volkan.

      "..man muß sich mit dem ver­fol­ger ver­söh­nen, dazu muß man die angst ver­lie­ren, den ver­fol­ger lie­ben, sich integrieren. .."

      Genau, Angststörungen kön­nen durch Annahme über­wun­den werden.

      Psychische Störungen betref­fen alle Schichten. Auch Politiker. Auch sie kön­nen des­halb in bestimm­ten Situationen nicht ratio­nal han­deln, wobei sie sich ihrer Störung schmerz­haft bewusst sind.

  2. Lieber AA,
    sie haben zwei­fel­los recht mit ihrer Analyse der nar­zis­ti­schen Persönlichkeitsstörung.Das Problem sind aber nicht die klei­nen Psychopathen wie Söder, Lauterbach, Spahn,Wieler oder Drosten.Das Problem sind eini­ge durch­ge­knall­ten Milliardäre, die das Glück hat­ten, inner­halb kur­zer Zeit uner­mess­lich reich zu wer­den: Gates, Zuckerberg, Musik, Soros und etli­che ande­re. Diese Menschen ver­lie­ren den Boden unter den Füssen und hal­ten sich für erha­ben und geni­al, den ueb­ri­gen Menschen weit ueber­le­gen. Kommt dann noch der Glaube dazu, eine Mission zu haben und die Menschheit ret­ten zu wol­len, ist der Schlamassel da.
    Für die Uebrigen trifft die Feststellung Albert Einsteins zu: ",Zwei Dinge sind unend­lich, das Universum und die mensch­li­che Dummheit. Bei ers­te­rem bin ich mir nicht so sicher!"

    1. @Archimedes: Zunächst ist es zu viel der Ehre. Der Text ist zitiert und stammt nicht von mir. Ich den­ke, das Problem sind die Strukturen, die sol­che Charaktere in sol­che Positionen brin­gen. Eine Gesellschaft, die immer mehr (Profit) zum wich­tigs­ten Faktor ihrer Existenz macht, bringt not­wen­dig sol­che Figuren her­vor. Es macht die Sache durch­aus nicht ein­fa­cher, aber es bleibt uns nichts ande­res übrig, als dar­über nach­zu­den­ken, wie und mit wem wir eine gerech­te, demo­kra­ti­sche Welt in einer lebens­wer­ten Natur ver­wirk­li­chen wol­len. Kapitalistisch kann sie nicht sein.

      1. Herr Aschmoneit, ich bin ent­täuscht. "Kapitalismus" gibt es sowe­nig wie eine "Pandemie". Das Kapital ist der Mensch selbst. Seine Freiheit. Es wird immer Menschen geben, die ein grö­ße­res Talent haben, Reichtum zu ver­meh­ren. Das Einzige, was zu sagen ist, dass die Nationalstaaten dafür zu sor­gen haben, dass die­ser Reichtum nicht die Staaten über­nimmt bezie­hungs­wei­se unter­gräbt. Hierfür, das heißt auch für die Demokratie, sind Gesetze not­wen­dig. Und auch für den Naturschutz. So ein­fach die Sachlage. Das lin­ke Geheul gegen den "Kapitalismus" ist das lin­ke Geheul gegen die "Pandemie". Das bedeu­tet, es han­delt sich um Geheul für den tota­len Staat, der das Individuum ernied­rigt und unter­jocht. Perfide dabei: das Geheul gegen den "Kapitalismus" ist das Geheul des WEF. Die soge­nann­ten Linken sind seit je die Stichwortgeber des Kapitals. Klassenanalytisch betrach­tet: die Mittelklässler, die mit nichts als Verachtung für die Produzenten als Sachwalter des tota­len Staats nach oben sich empfehlen.

        1. @sv: Dann weiß ich jetzt Bescheid. Das WEF ist die Agentur des Bolschewismus, die den Kapitalismus vor­täuscht, um den deut­schen Nationalstaat und alle ande­ren gleich mit zu ver­nich­ten. Danke.

          1. Da haben Sie mich miss­ver­stan­den: es sind die Sachwalter des tota­len Staats – die sog. Linken gleich wie gegen­wär­tig die des sog. WEF. Was ein Zufall …

            Und ich fan­ge jetzt nicht an, über die Zersetzer des bür­ger­li­chen (frei­heit­li­chen) Staats zu Zeiten Weimars zu sprechen.

      2. Moin! @aa, schön DAS! von Ihnen lesen zu dürfen: 

        es bleibt uns nichts ande­res übrig, als dar­über nach­zu­den­ken, wie und mit wem wir eine gerech­te, demo­kra­ti­sche Welt in einer lebens­wer­ten Natur ver­wirk­li­chen wol­len. Kapitalistisch kann sie nicht sein.

        Und: Es wer­den immer mehr die so denken! 

        Freundschaft!

  3. (Ich weiß immer nicht, was ich weg­las­sen soll. Manches mal lie­ße sich jeder ein­zel­ne Satz kommentieren.)
    "Wenn mehr Covid-19-Daten nicht gleich­be­deu­tend mit mehr Verständnis sind
    Nutzer sozia­ler Medien tei­len Diagramme und Grafiken – oft mit den­sel­ben zugrun­de lie­gen­den Daten – um gegen­sätz­li­che Ansätze zur Bekämpfung der Pandemie zu befürworten.
    Daniel Ackerman | MIT-Nachrichtenbüro
    Datum der Veröffentlichung: März 4, 2021"
    https://news.mit.edu/2021/when-more-covid-data-doesnt-equal-more-understanding-0304
    "MIT-Forscher fan­den her­aus, dass Covid-19-Skeptiker auf Twitter und Facebook – weit davon ent­fernt, "Daten-Analphabeten" zu sein – oft aus­ge­feil­te Datenvisualisierungstechniken ver­wen­den, um gegen öffent­li­che Gesundheitsvorkehrungen wie Maskenverordnungen zu argumentieren."

    "Seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie haben Diagramme und Grafiken dazu bei­getra­gen, Informationen über Infektionsraten, Todesfälle und Impfungen zu ver­mit­teln. In eini­gen Fällen kön­nen sol­che Visualisierungen zu Verhaltensweisen anre­gen, die die Übertragung des Virus ver­rin­gern, wie das Tragen einer Maske. In der Tat wur­de die Pandemie als Durchbruch für die Datenvisualisierung gepriesen."
    Zusätzliche Diagramme und Graphiken zu Immunitätsraten, Todesfälle der Vergangen Jahre im Vergleich und Spritzfolgen wären hilf­reich gewe­sen. Die unzäh­li­gen Studien zur Nutzlosigkeit oder Schädlichkeit der Maske wer­den wie­der igno­riert. Auf Grund der manigfal­ti­gen Falschaussagen und Glaskugelseherei, wur­de so man­cher erst dazu gezwun­gen, sich damit zu beschäftigen.

    "Neue Erkenntnisse deu­ten jedoch auf ein kom­ple­xe­res Bild hin. Eine Studie des MIT zeigt, wie Coronavirus-Skeptiker online Datenvisualisierungen ein­ge­setzt haben, um gegen die Orthodoxie des öffent­li­chen Gesundheitswesens über den Nutzen von Maskenpflichten zu argu­men­tie­ren. Solche "Gegenvisualisierungen" sind oft recht aus­ge­klü­gelt und ver­wen­den Datensätze aus offi­zi­el­len Quellen und moderns­te Visualisierungsmethoden."
    Um glaub­wür­dig zu sein bedarf es über­prüf­ba­rer Quellen. Anbei, heut­zu­ta­ge schafft es EXCEL spie­lend, ein paar bun­te Schaubilder zu zaubern.

    "Die Forscher durch­kämm­ten Hunderttausende von Beiträgen in sozia­len Medien und fan­den her­aus, dass Coronavirus-Skeptiker häu­fig Gegenvisualisierungen zusam­men mit der glei­chen "Follow-the-data"-Rhetorik wie die Experten des öffent­li­chen Gesundheitswesens ein­set­zen, obwohl die Skeptiker für radi­kal ande­re Maßnahmen plä­die­ren. Die Forscher kom­men zu dem Schluss, dass Datenvisualisierungen nicht aus­rei­chen, um die Dringlichkeit der Covid-19-Pandemie zu ver­mit­teln, da selbst die klars­ten Diagramme durch eine Vielzahl von Glaubenssystemen inter­pre­tiert wer­den können."
    Nochmal. Um glaub­wür­dig, zB. "die Dringlichkeit der Covid-19-Pandemie zu ver­mit­teln," bedarf es über­prüf­ba­rer Quellen. Um sie nach­prü­fen zu kön­nen. Waren die Interpretationen denn falsch?

    ""Viele Menschen hal­ten Messgrößen wie die Infektionsraten für objek­tiv", sagt Crystal Lee. "Aber das sind sie ein­deu­tig nicht, wenn man bedenkt, wie sehr dar­über debat­tiert wird, wie man über die Pandemie den­ken soll. Deshalb sagen wir, dass Datenvisualisierungen zu einem Schlachtfeld gewor­den sind"."
    Wenn es ver­schie­de­ne Messgrößen gibt, kann eine ein­zi­ge davon nur objek­tiv sein. Dazu soll­te es eigent­lich kei­ner Datenvisualiesierung bedürfen.

    "Die Forschungsergebnisse wer­den auf der ACM Conference on Human Factors in Computing Systems im Mai vor­ge­stellt. Lee ist der Hauptautor der Studie und Doktorand im MIT-Programm für Geschichte, Anthropologie, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft (HASTS) und im MIT-Labor für Informatik und künst­li­che Intelligenz (CSAIL) sowie Stipendiat am Berkman Klein Center for Internet and Society der Harvard University. Zu den Co-Autoren gehö­ren Graham Jones, ein Margaret MacVicar Faculty Fellow in Anthropologie; Arvind Satyanarayan, der NBX Career Development Assistant Professor in der Abteilung für Elektrotechnik und Informatik und CSAIL; Tanya Yang, eine MIT-Studentin; und Gabrielle Inchoco, eine Wellesley College-Studentin."
    (ein vor­ge­zo­ge­nes Ende?)

    "Als Datenvisualisierungen zu Beginn der Pandemie an Bedeutung gewan­nen, mach­ten sich Lee und ihre Kollegen dar­an, zu ver­ste­hen, wie sie in den sozia­len Medien ein­ge­setzt wur­den. "Eine ers­te Hypothese war, dass die Menschen bes­ser infor­miert wären, wenn wir mehr Datenvisualisierungen hät­ten, die auf sys­te­ma­tisch gesam­mel­ten Daten basie­ren", sagt Lee. Um die­se Hypothese zu tes­ten, kom­bi­nier­te ihr Team com­pu­ter­ge­stütz­te Techniken mit inno­va­ti­ven eth­no­gra­fi­schen Methoden."
    Die Hypothese.

    "Sie wen­de­ten ihren rech­ne­ri­schen Ansatz auf Twitter an, indem sie fast eine hal­be Million Tweets aus­wer­te­ten, in denen sowohl "Covid-19" als auch "Daten" erwähnt wur­den. Aus die­sen Tweets erstell­ten die Forscher ein Netzwerkdiagramm, um her­aus­zu­fin­den, "wer wen ret­wee­tet und wer wen mag", sagt Lee. "Wir haben im Grunde ein Netzwerk von Gemeinschaften erstellt, die mit­ein­an­der inter­agie­ren. Zu den Clustern gehör­ten Gruppen wie die "ame­ri­ka­ni­sche Mediengemeinschaft" oder "Antimaskierer". Die Forscher fan­den her­aus, dass Antimasken-Gruppen Datenvisualisierungen in glei­chem Maße wie ande­re Gruppen, wenn nicht sogar in grö­ße­rem Umfang, erstel­len und weitergeben."
    "Wir haben im Grunde ein Netzwerk von Gemeinschaften erstellt, die mit­ein­an­der inter­agie­ren." So mal neben­bei wird der Verfassungsschutz über­flüs­sig gemacht. War den Teilnehmern der Studie bewußt, dass sie, jetzt für die Studie dau­er­haft gespei­chert und über­wacht wurden?

    "Und die­se Visualisierungen waren nicht schlam­pig. "Sie sind prak­tisch nicht von denen zu unter­schei­den, die von Mainstream-Quellen ver­brei­tet wer­den", sagt Satyanarayan. "Sie sind oft genau­so aus­ge­feilt wie Diagramme, die man im Datenjournalismus oder auf Dashboards des öffent­li­chen Gesundheitswesens fin­den würde."
    Nochmal. Um glaub­wür­dig zu sein bedarf es über­prüf­ba­rer Quellen. Um sie nach­prü­fen zu kön­nen. Waren denn die Diagramme falsch?

    ""Das ist ein sehr bemer­kens­wer­tes Ergebnis", sagt Lee. "Es zeigt, dass die Charakterisierung von Antimasken-Gruppen als daten­un­kun­dig oder als Personen, die sich nicht mit den Daten beschäf­ti­gen, empi­risch falsch ist.""
    Also waren die Daten korrekt?

    "Lee sagt, dass die­ser rech­ne­ri­sche Ansatz ihnen einen umfas­sen­den Überblick über die Visualisierung von Covid-19-Daten ver­schaff­te. "Das wirk­lich Spannende an die­ser quan­ti­ta­ti­ven Arbeit ist, dass wir die­se Analyse in einem rie­si­gen Maßstab durch­füh­ren. Es ist unmög­lich, dass ich eine hal­be Million Tweets hät­te lesen können."
    (Die dür­fen sogar mit der Überwachung noch prahlen.)

    "Die Twitter-Analyse hat­te jedoch einen Nachteil. "Meiner Meinung nach geht dabei viel von der Granularität der Unterhaltungen, die die Menschen füh­ren, ver­lo­ren", sagt Lee. "Man kann nicht unbe­dingt einen ein­zel­nen Gesprächsfaden ver­fol­gen, wäh­rend er sich ent­fal­tet. Aus die­sem Grund wand­ten die Forscher eine tra­di­tio­nel­le­re anthro­po­lo­gi­sche Forschungsmethode an – mit einem Twist des Internet-Zeitalters.""
    Da bedarf es wohl von Twitter noch eini­ger Korrekturen, um das Auslesen per­sön­li­cher Daten zu erleich­tern. Ein klei­nes update dürf­te genügen.

    "Lees Team ver­folg­te und ana­ly­sier­te Gespräche über Datenvisualisierungen in Antimasken-Facebook-Gruppen – eine Praxis, die sie "deep lur­king" nann­ten, eine Online-Version der eth­no­gra­fi­schen Technik "deep han­ging out". Lee sagt: "Um eine Kultur zu ver­ste­hen, muss man das all­täg­li­che, infor­mel­le Treiben beob­ach­ten – nicht nur die gro­ßen, for­mel­len Ereignisse. Deep Lurking ist eine Möglichkeit, die­se tra­di­tio­nel­len eth­no­gra­fi­schen Ansätze auf das digi­ta­le Zeitalter zu übertragen"."
    Vielleicht mal mit den Leuten offen reden?

    "Die qua­li­ta­ti­ven Ergebnisse des Deep Lurking schie­nen mit den quan­ti­ta­ti­ven Twitter-Ergebnissen über­ein­zu­stim­men. Die Antimaskierer auf Facebook lehn­ten Daten nicht ab. Vielmehr dis­ku­tier­ten sie dar­über, wie und war­um ver­schie­de­ne Arten von Daten erho­ben wur­den. "Ihre Argumente sind wirk­lich sehr nuan­ciert", sagt Lee. "Es ist oft eine Frage der Metrik." So könn­ten Antimasken-Gruppen bei­spiels­wei­se argu­men­tie­ren, dass die Visualisierung von Infektionszahlen irre­füh­rend sein könn­te, unter ande­rem wegen der gro­ßen Unsicherheitsspanne bei den Infektionsraten im Vergleich zu Messungen wie der Zahl der Todesfälle. Daraufhin erstell­ten die Mitglieder der Gruppe oft ihre eige­nen Gegenvisualisierungen und unter­rich­te­ten sich sogar gegen­sei­tig in Datenvisualisierungstechniken."
    Da stellt jemand eine These auf und ande­re schaun mal, ob sie sich ver­wirk­li­chen läßt. Dann wer­den die indi­vi­du­el­len Ergebnisse offen dis­ku­tiert und Fehler kori­giert. Was ist dar­an falsch?

    ""Ich habe an Livestreams teil­ge­nom­men, bei denen sich die Teilnehmer das Datenportal des Bundesstaates Georgia ange­schaut haben", sagt Lee. "Dann spre­chen sie dar­über, wie man die Daten her­un­ter­lädt und sie in Excel importiert"."
    Wissen ver­mit­teln und ler­nen, anhand von offi­zi­el­len Daten.

    "Jones sagt, dass die Vorstellung der Antimaskengruppen von Wissenschaft nicht dar­in besteht, pas­siv zuzu­hö­ren, wenn Experten an einem Ort wie dem MIT allen ande­ren sagen, was sie glau­ben sol­len. Er fügt hin­zu, dass die­se Art von Verhalten eine neue Wendung für eine alte kul­tu­rel­le Strömung dar­stellt. "Die Nutzung der Datenkompetenz durch die Antimaskierer spie­gelt tief ver­wur­zel­te ame­ri­ka­ni­sche Werte der Selbstständigkeit und der Ablehnung von Experten wider, die auf die Gründung des Landes zurück­ge­hen, aber ihre Online-Aktivitäten drän­gen die­se Werte in neue Arenen des öffent­li­chen Lebens."
    Aus Lee wird Jones. Macht sich viel­leicht bes­ser , wenn es um Amerika geht.
    (das sind immer so Stellen, bei denen ich am gesun­den Menschenverstand zwei­fe­le) "… die Vorstellung der Antimaskengruppen von Wissenschaft nicht dar­in besteht, pas­siv zuzu­hö­ren, wenn Experten an einem Ort wie dem MIT allen ande­ren sagen, was sie glau­ben sol­len." (das steht da echt drin "Jones says the anti­mask groups’ “idea of sci­ence is not lis­tening pas­si­ve­ly as experts at a place like MIT tell ever­yo­ne else what to belie­ve.") (und ist echt so gemeint) "… die­se Art von Verhalten eine neue Wendung für eine alte kul­tu­rel­le Strömung dar­stellt." "… die Antimaskierer spie­gelt tief ver­wur­zel­te ame­ri­ka­ni­sche Werte der Selbstständigkeit und der Ablehnung von Experten wider, …" Öhem, die Amis leh­nen auf ein­mal Experten ab? Ahsoja, nur am MIT gibt es Experten und wer sich von denen abwen­det, fällt vom Glauben ab.

    "Er fügt hin­zu, dass es ohne Lees "visio­nä­re Führung bei der Leitung einer inter­dis­zi­pli­nä­ren Zusammenarbeit zwi­schen SHASS und CSAIL unmög­lich gewe­sen wäre, die­ser kom­ple­xen Dynamik einen Sinn zu geben"."
    (Ist das dann hier die Weihe von Frau Lee durch, den Experten des MIT, Jones? 😛 )

    "Die Forschung mit gemisch­ten Methoden "erwei­tert unser Verständnis von Datenvisualisierungen bei der Gestaltung der öffent­li­chen Wahrnehmung von Wissenschaft und Politik", sagt Jevin West, ein Datenwissenschaftler an der University of Washington, der nicht an der Forschung betei­ligt war. Datenvisualisierungen "tra­gen den Anschein von Objektivität und wis­sen­schaft­li­cher Präzision. Aber wie die­se Arbeit zeigt, kön­nen Datenvisualisierungen auch auf ent­ge­gen­ge­setz­ten Seiten eines Themas effek­tiv ein­ge­setzt wer­den", sagt er. "Es unter­streicht die Komplexität des Problems – dass es nicht aus­reicht, nur Medienkompetenz zu ver­mit­teln. Es erfor­dert ein dif­fe­ren­zier­te­res gesell­schafts­po­li­ti­sches Verständnis der­je­ni­gen, die Datengrafiken erstel­len und interpretieren.""
    (Moment bit­te. KLOCK, KLOCK, KLOCK, KLOCK, KLOCK.
    Jezt ehts widr.) Das Problem sind also nicht die Daten, son­dern nur die lus­ti­gen Graphiken und Schaubilder, die sich damit erzeu­gen las­sen? (und dem Zweifel an der Deutungshoheit des MIT?)
    (lese ich denn falsch? "…, “car­ry a veneer of objec­ti­vi­ty and sci­en­ti­fic pre­cisi­on. But as this paper shows, data visua­liz­a­ti­ons can be used effec­tively on oppo­si­te sides of an issue,” he says.") ""Datenvisualisierungen "tra­gen den Anschein von Objektivität und wis­sen­schaft­li­cher Präzision. Aber wie die­se Arbeit zeigt, kön­nen Datenvisualisierungen auch auf ent­ge­gen­ge­setz­ten Seiten eines Themas effek­tiv ein­ge­setzt wer­den", sagt er." Was bleibt der "ent­ge­gen­ge­setz­ten Seite" denn ande­res übrig, als eige­ne Schaubilder zu erstel­len, wenn die ande­ren Schaubilder nur "den Anschein" tra­gen objek­tiv und wis­sen­schaft­lich prä­zi­se zu sein.

    "Die Kombination von com­pu­ter­ge­stütz­ten und anthro­po­lo­gi­schen Erkenntnissen führ­te die Forscher zu einem dif­fe­ren­zier­te­ren Verständnis von Datenkompetenz. Lee sagt, ihre Studie zei­ge, dass "Antimaskierer die Pandemie anders sehen als die Orthodoxie des öffent­li­chen Gesundheitswesens und dabei Daten ver­wen­den, die recht ähn­lich sind. Ich den­ke immer noch, dass Datenanalyse wich­tig ist. Aber sie ist sicher­lich nicht das Wundermittel, das ich dach­te, um Menschen zu über­zeu­gen, die glau­ben, dass das wis­sen­schaft­li­che Establishment nicht ver­trau­ens­wür­dig ist". Lee sagt, ihre Ergebnisse deu­ten auf "eine grö­ße­re Kluft in der Art und Weise, wie wir in den USA über Wissenschaft und Fachwissen den­ken". Diese Kluft zieht sich auch durch Themen wie Klimawandel und Impfungen, bei denen sich in den sozia­len Medien oft eine ähn­li­che Dynamik abspielt."
    WAREN DIE STATISTIKEN, SCHAUBILDER UND TABELLEN DENN FALSCH? Sp wirk­lich schwer kann doch das Ganze nicht sein. Einfach mal in eine Tabelle rein­schau­en und sich die Daten anse­hen. Die bestehen doch nur aus ein paar Spalten mit Zahlen drin.

    "Um die­se Ergebnisse der Öffentlichkeit zugäng­lich zu machen, haben Lee und ihr Mitarbeiter, der CSAIL-Doktorand Jonathan Zong, ein Team von sie­ben MIT-Studenten ange­lei­tet, um eine inter­ak­ti­ve Erzählung zu ent­wi­ckeln, in der die Leser die Visualisierungen und Gespräche selbst erkun­den können."
    Dabei könn­ten sie sicher­lich von den irgend­ei­ner Gruppe der Makengegnern aus­führ­li­che Unterstützung erhal­ten. Vieleicht reicht es auch schon aus, sich mal ein­fach die Schaubilder anzu­se­hen und mit den Leuten zu plaudern.

    "Lee beschreibt die Forschung des Teams als einen ers­ten Schritt, um die Rolle von Daten und Visualisierungen in die­sen brei­te­ren Debatten zu ver­ste­hen. "Datenvisualisierung ist nicht objek­tiv. Sie ist nicht abso­lut. Sie ist in der Tat ein unglaub­lich sozia­les und poli­ti­sches Unterfangen. Wir müs­sen dar­auf ach­ten, wie die Menschen sie außer­halb des wis­sen­schaft­li­chen Establishments interpretieren.""
    "Datenvisualisierung ist nicht objek­tiv. Sie ist nicht abso­lut." Gilt die­se Erkenntnis auch für die Datenvisualisierung des MIT oder der, durch die "Orthodoxie des öffent­li­chen Gesundheitswesens"?
    Auf künf­ti­ge Tabellen, bestehend aus einer Spalte mit einer Zahl dar­in, darf sich jeder freu­en. Dann fällt auch das läs­ti­ge inter­pre­tie­ren weg.

    "Diese Forschung wur­de zum Teil von der National Science Foundation und dem Social Science Research Council finanziert."

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kos­ten­lo­se Version)

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