Regierungssprecherin sucht "Sprachregelung" zu Drosten

Gähnende Leere herrsch­te in der Bundespressekonferenz vom 16.10. Nur ver­ein­zel­te JournalistInnen woll­ten hören, was deut­lich mehr MinisterialbeamtInnen auf dem Podium u.a. zur Corona-Lage zu sagen hat­ten.

Interessant war die Verunsicherung der Sprecherin der Bundesregierung bei der Frage, war­um Christian Drosten nicht zu dem Treffen mit der Kanzlerin und den MinisterpräsidentInnen ein­ge­la­den war. Sie muß­te nach der "Sprachregelung" suchen.

Quelle: deutsch.rt.com (ca. Min. 33).

Merkel und Spahn linksradikal?

»Lieber Herr Aschmoneit,
die Freiheiten des Sommers sind vor­bei, beschied Kanzleramtsminister Braun uns kürz­lich in preu­ßi­scher Knappheit…

Das neue Coronavirus ist weit gefähr­li­cher als Grippe, das hat eine Reihe von Studien in vie­len Ländern gezeigt…

"Die Muslime, die hier leben, sind nicht offen für Kritik"«

Das schreibt mir heu­te Ulf Poschardt, Chefredakteur der "Welt". Natürlich nicht nur mir, son­dern allen AbonnentInnen von welt.de. So weit, so erwart­bar. Verblüffend dage­gen ist, daß mir der Chef eines Blattes, das mona­te­lang alle Kritiker der "Corona-Maßnahmen" in die rech­te Ecke stell­te, nun auch noch erklärt:

»Früher kam der auto­ri­tä­re Impuls von rechts – heu­te aus der nach links ver­scho­be­nen gesell­schaft­li­chen Mitte.«

Im tra­di­tio­nel­len Verständnis waren rechts immer die PolitikerInnen der Besitzenden und Mächtigen ange­sie­delt, links die der Ausgebeuteten und Unterdrückten. Das mag heu­te weni­ger trenn­scharf sein. Wer sich aber die Verquickung der Spahns, Drostens und Lauterbachs mit dem gro­ßen Geld ansieht, ahnt: Deren auto­ri­tä­rer Impuls ist klas­sisch rechts.

Abbitte. Merkel hat Recht

Am 29.9. habe ich behaup­tet, Kanzlerin Merkel bla­mie­re sich mit der Vorhersage, wir müß­ten für Weihnachten mit 19.200 "Fällen" am Tag rech­nen.

Dafür muß ich mich ent­schul­di­gen, denn wir schaf­fen das! Ich tue das auch des­halb ger­ne, weil es eine gute Nachricht ist. Sie bestä­tigt die Aussage der WHO, daß welt­weit im Schnitt 10% der Bevölkerung als "Fälle" gel­ten und damit die Todesrate extrem sinkt. ""Das Virus ist doch schon über­all" sagt der lei­ten­de Epidemiologe des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, Gérard Krause.

Auch die Tatsache, daß nach heu­ti­gem Stand von 30.207 Intensivbetten 604 mit COVID-19-Patienten belegt sind, spricht gegen jeg­li­chen Alarmismus.

Unabhängig von der Fragwürdigkeit der Aussagekraft der PCR-Tests wird immer deut­li­cher: Das wil­de Testen sym­ptom­lo­ser Menschen wird ledig­lich bestä­ti­gen, was Fachleuten ohne­hin bekannt ist, daß wir auf gutem Weg zur Herdenimmunität sind. Dabei gilt es die Lehre zu beher­zi­gen, die die schwe­di­schen Behörden aus ihren anfäng­li­chen Fehlern gezo­gen haben, näm­lich das Augenmerk auf die Risikogruppen zu rich­ten und ihnen allen denk­ba­ren Schutz zukom­men zu las­sen.

"Die Zeit" zu Merkels 19.200 – alles palettit

"Schiere Panikmache" wird ver­mut­lich jeder klar den­ken­de Mensch zu Merkels Zahlen sagen. Ganz anders so man­ches "Qualitätsmedium". zeit.de vom 29.9. etwa:

»Merkels Überschlagsrechnung ist durch­aus plau­si­bel, das zei­gen auch epi­de­mio­lo­gi­sche Modelle. Diese sind ein nütz­li­ches Werkzeug im Infektionsschutz und kön­nen dabei hel­fen, zu ver­ste­hen, wie sich die Infektionszahlen künf­tig ent­wi­ckeln könn­ten. Entscheidend dafür ist der soge­nann­te R‑Wert. Er beschreibt – in der Theorie – wie vie­le Menschen ein Infizierter ansteckt. Solange R grö­ßer ist als eins, brei­tet sich das Virus expo­nen­ti­ell aus: Das heißt, das Wachstum wird immer schnel­ler.

Aktuell liegt er über eins. Und dar­aus lässt sich ein Trend errech­nen: Bei einem R‑Wert von 1,17, wie er aktu­ell im Lagebericht des RKI vom 27. September zu fin­den ist, pro­gnos­ti­ziert ein epi­de­mio­lo­gi­sches Modell, das ZEIT ONLINE…für Weihnachten knapp 20.000 Neuinfektionen.«

Dafür wird eine net­te inter­ak­ti­ve Grafik ange­bo­ten, mit der man mit den Zahlen des RKI vom 29.9. (R‑Wert 1,03) auf nicht ein­mal 10.000 käme – abge­se­hen davon, daß die­se Hochrechnerei ohne­hin nur ein unrea­lis­ti­sches Zahlenspiel dar­stellt:

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Merkel blamiert sich: "Weihnachten 19.200 Fälle am Tag"

Dieses Ereignis kann man epo­chal nen­nen (gro­ße Worte sind gefragt in Corona-Zeiten). welt.de erklärt heu­te: Die Kanzlerin spinnt. Nein, das ist nicht das Wort, das die Zeitung ver­wen­det. Aber es trifft den Kern, wenn die Meldung stimmt. Wir lesen:

»In Deutschland neh­men die Corona-Infektionen rasant zu, Bundeskanzlerin Merkel ist besorgt. Jetzt pro­phe­zeit sie in einer Hochrechnung bis zu 19.200 Infektionen am Tag – zu Weihnachten. Wie kommt sie zu so einer Prognose und stimmt sie? WELT hat nach­ge­rech­net.

19.200? Auf den Hunderter genau will die Kanzlerin wis­sen, wie vie­le neue Corona-Fälle es zu Weihnachten in Deutschland geben könn­te, wenn die Pandemie nicht rasch wie­der ein­ge­dämmt wird?

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Merkel belohnt RKI – Kommunen sauer

'Die Bundesregierung hat­te ange­kün­digt, 105 mobi­le Teams zu schu­len, die Gesundheitsämter beim Nachverfolgen von Infektionsketten vor Ort unter­stüt­zen kön­nen. .. Das Robert-Koch-Institut soll dau­er­haft eine Kontaktstelle für den öffent­li­chen Gesundheitsdienst mit zusätz­li­chen 40 Stellen bekom­men.

Die kom­mu­na­len Spitzenverbände mel­den Bedenken dage­gen an… Geboten sei­en zudem nicht "punk­tu­el­le" Hilfen, son­dern eine dau­er­haf­te Finanzierung der kom­mu­na­len Ebene…
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Öffi-Gipfel statt Auto-Gipfel

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung für Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) meint zum "Auto-Gipfel":

"Die öffent­li­chen Verkehrsbetreiber müss­ten eigent­lich statt der Automobilbranche am Verhandlungstisch sit­zen und Hilfe bekom­men."

'Die Umweltökonomin Claudia Kemfert hat die von der Automobilindustrie gefor­der­te Kaufprämie als "öko­lo­gisch und öko­no­misch unsin­nig und sozi­al unge­recht" kri­ti­siert. Statt einer Autokaufprämie schlägt sie eine Mobilitätsprämie pro Kopf vor, zum Beispiel in Form eines Gutscheins, sag­te Kemfert dem Nachrichtenportal Watson. "Dann könn­te jeder selbst ent­schei­den, ob er sie für einen E‑Autokauf, eine Bahncard, eine Jahreskarte des ÖPNV oder Carsharing ein­set­zen möch­te."… „Öffi-Gipfel statt Auto-Gipfel“ wei­ter­le­sen

Mutti erlaubt 2 fremden Menschen Umgang

Kanzlerin und MinisterpräsidentInnen haben gespro­chen (wie immer spiel­ten dabei Parlamente kei­ne Rolle).

Merkel ver­kün­de­te heu­te in gewohnt ver­schwur­bel­ter Form:

"Angesichts der nied­ri­ge­ren Infektionszahlen soll der Aufenthalt im öffent­li­chen Raum jetzt nicht nur allei­ne mit den Angehörigen des eige­nen Hausstands oder einer wei­te­ren Person mög­lich sein, son­dern daß dies auch mit den Personen eines wei­te­ren Hausstandes mög­lich sein wird. Also der eine Hausstand trifft die Person eines wei­te­ren Hausstands und sie dür­fen sich gemein­sam im öffent­li­chen Raum auf­hal­ten." „Mutti erlaubt 2 frem­den Menschen Umgang“ wei­ter­le­sen

Kein Irrsinn, sondern Methode

Manch ein Mensch wird sich gefragt haben, ob die Kanzlerin unter Drogen stand, als sie als eine der ers­ten Lockerungsmaßnahmen aus­ge­rech­net Autohäuser jeder Größe öff­nen ließ. Das mag für alle ande­ren Entscheidungen zutref­fen, nicht aber für die­se.

"Vor Corona" war das wich­tigs­te Thema, das in die­sem Land dis­ku­tiert wur­de, die Umweltkrise. Eine nicht uner­heb­li­che Rolle spiel­ten eben­so die betrü­ge­ri­schen Machenschaften der kom­plet­ten deut­schen Autoindustrie und das unge­nier­te Lobbying des Verkehrsministers für die­sel­be. Das alles führ­te zu einem ordent­li­chen Einbruch der Verkaufszahlen.

Da lag es nahe, daß die Bundesregierung der Branche zur Seite sprin­gen muß­te. Äußerst hilf­reich war bei die­sem Vorhaben die enge Beziehung zur Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie VDA. Bei die­ser Dame han­delt es sich näm­lich um Hildegard Müller. „Kein Irrsinn, son­dern Methode“ wei­ter­le­sen