Drosten sein neuer Potztausendcast

Ich habe ja ver­spro­chen, kür­zer zu tre­ten. Aber einen Drosten-Postcast (😅) kann ich ein­fach nicht aus­las­sen. Noch mal zur Klarstellung: Die hel­den­haf­te Arbeit des Transkribierens über­nimmt irgend­ein armes Schwein beim NDR und ist nicht mei­ne Leistung. "Gegen Delta animp­fen" nennt sich der jüngs­te Podcast vom 22.6. Es geht los mit einer Frage von Grimme-Preisträgerin Korinna Hennig:

»Wir haben heu­te aktu­ell eine 7‑Tage-Inzidenz von acht. Im Vergleich dazu erscheint die Zahl der Todesfälle immer noch ver­gleichs­wei­se hoch. Das sind aktu­ell 77 am heu­ti­gen Dienstag. Wie ist das zu erklä­ren? Ist das das Nachschleppen, weil das die Infizierten der ver­gan­ge­nen Wochen sind? „Drosten sein neu­er Potztausendcast“ weiterlesen

"Durchaus auch denkbar, dass das nicht in China passiert ist"

Es war ver­spro­chen. Hier ein "Best of" des neu­es­ten Podcasts mit Christian Drosten. Es geht um Corona-Bikes, Kontakt­verhinderungs­maßnahmen, Wellen und tat­säch­lich Interessantes wie Gain-of-func­tion-Forschung. Es geht los mit der Frage: Warum sinkt die Inzidenz eigent­lich so wahn­sin­nig? Christian Drosten weiß, es ist der Sommer, natür­lich die "Impfung", aber auch etwas, das wir nicht ver­ges­sen dürfen:

»Und dann haben wir etwas, das wir nicht ver­ges­sen dür­fen: Wir haben Antigentests an jeder Hausecke und es wird viel getes­tet. Die Leute wol­len natür­lich die Bewegungsfreiheit, die jetzt mit Testung mög­lich ist, auch nut­zen. Hier in Berlin gibt es mitt­ler­wei­le Teststationen auf Fahrrädern. Tatsächlich, das heißt glau­be ich Corona-Bike, ist mir ges­tern auf­ge­fal­len hier auf der Straße. Also wie die Espresso-Bikes oder sons­ti­gen Verkaufsfahrräder, die gibt es tat­säch­lich hier als Corona-Bike.

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Der alte Mann und das Leer

Zum aller­neu­es­ten NDR-Podcast mit Christian Drosten bin ich noch nicht gekom­men. Hier zunächst die Zusammenfassung der Sendung vom 2.6. mit Sandra Ciesek und STIKO-Chef Thomas Mertens. Über letz­te­ren läßt sich viel Kritisches sagen. Hier schlägt er sich tap­fer gegen die Verblödungstechnik der Damen Ciesek und der Moderatorin Hennig. Nicht nur das. Was Mertens hier mit­teilt, bestä­tigt so ziem­lich alles, was in kri­ti­schen Medien zu lesen ist.

Zahlen schwanken und schwanken

Woran merkt Frau Ciesek das?

»Wir haben viel weni­ger Fälle und wir mer­ken das natür­lich immer dar­an, wie vie­le neue Fälle wir dem Gesundheitsamt mel­den müs­sen. Das hat sich schon deut­lich ent­spannt… „Der alte Mann und das Leer“ weiterlesen

Sie haben es wieder getan: Der NDR-Podcast vom 25.5.

Es geht nicht zuletzt um Drostens gehyp­te neue "Kinderstudie". Dabei zeigt sich: Nichts ist dran. Erneut wird unbe­merkt von der Öffentlichkeit (liest oder hört jemand das noch?) der PCR-Test demon­tiert. Auf jeden Fall ist es – je nach Geschmack – amü­sant oder atem­be­rau­bend, zu erfah­ren, auf wel­chem Niveau sich der Chefvirologe und sei­ne Stichwortgeberin bewegen.

»Korinna Hennig … Die Impfungen schrei­ten wei­ter vor­an. Acht Menschen pro Sekunde wer­den durch­schnitt­lich in Deutschland geimpft. Das hat das Bundesgesundheitsministerium aus­ge­rech­net. Macht Ihnen die all­ge­mei­ne Öffnungsbegeisterung mit Außengastronomie Sorgen? Jetzt gera­de über Pfingsten konn­te man das ja viel beob­ach­ten. Oder hal­ten Sie das wegen des Impffortschritts noch für eini­ger­ma­ßen sicher? „Sie haben es wie­der getan: Der NDR-Podcast vom 25.5.“ weiterlesen

"Der neu gekaufte Lottoschein ist ein Mensch, der infiziert wird"

Damit wir alle ver­ste­hen, war­um die indi­sche Mutante ein ziem­li­ches Biest ist und wir uns auf kei­nen Fall zu über­flüs­si­gen Lockerungen hin­rei­ßen las­sen soll­ten, erklärt uns Sandra Ciesek im NDR-Podcast vom 18.5. die Sache mal ganz einfach:

»Wenn das Virus einen Menschen infi­ziert, dann ver­mehrt es sich in den Zellen von die­sem Infizierten. Immer wenn sich ein Virus – gera­de RNA-Viren, wozu SARS-CoV‑2 gehört – ver­meh­ren [sic], dann kann es auch mutie­ren. Das heißt, die gene­ti­sche Information kann sich ver­än­dern. Meistens sind die­se Mutationen zum größ­ten Teil harm­los. Aber je mehr Gelegenheit man dem Virus gibt, sich zu ver­meh­ren, des­to grö­ßer ist die Chance, dass auch zufäl­lig Mutationen auf­tre­ten, die dem Virus einen Vorteil bieten. 

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Kleine Sensationen von Drosten

In sei­nem letz­ten Podcast vom 27.4. stimmt Christian Drosten völ­lig unge­wohn­te Töne an. Doch nie­mand nimmt sie zur Kenntnis. Eine gan­ze Reihe von Aussagen zu Tests, zum Leben mit dem Virus, zur Inzidenz und zu den Maßnahmen pas­sen nur noch mit Mühe in die gän­gi­ge Erzählung. In der ihm eige­nen Art ver­steht er es zwar, zu jeder Bemerkung gleich auch das Gegenteil zu for­mu­lie­ren, den­noch stützt kaum etwas von dem hier Gesagten wirk­lich noch die Regierungspolitik. „Kleine Sensationen von Drosten“ weiterlesen

Drosten-Podcast zu Verschwörungen gegen ihn aka Wissenschaft

Das kann ich nicht auf mir sit­zen las­sen: Ich hät­te den neu­es­ten Drosten-Podcast hier noch nicht gebracht. Niemals wür­de ich mich dem intel­lek­tu­el­len Vergnügen ent­zie­hen, die schöns­ten Perlen zu sam­meln. Jetzt haben die KollegInnen vom NDR das Transkript der letz­ten Sendung vom 30.3. bereit­ge­stellt. Dem Papst der Virologie steht dies­mal Beke Schulmann ("Mal als Reporterin beim Kinderradio und mal beim Fernsehen unter­wegs") zur Seite. (Vorab: Es gibt lei­der kaum Beispiele mit Tieren wie im legen­dä­ren Podcast zu Wüstenmäusen und Co., sie­he Wenn die Zahlen sin­ken, braucht es Perkolation. Neues aus dem Tollhaus.)

Schulmann legt gleich los mit der indi­schen Doppelmutante (sie­he dazu Doppel-Mutante brei­tet sich aus), die inzwi­schen zu Recht in Vergessenheit gera­ten ist. Drosten winkt ab, da wir ja ohne­hin immer mal wie­der wegen der Mutanten nachimp­fen müs­sen. Und schließ­lich geht es vor allem um die schwe­ren Verläufe:

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Nachtrag: Der aktuelle Drosten-Podcast

Fast hät­te ich den letz­ten Podcast mit Christian Drosten im NDR über­se­hen. Das wäre scha­de gewe­sen. Er wur­de am 16.2. gesen­det und ent­hält wie­der sehr schö­ne Passagen sowohl vom Meister selbst als auch von sei­ner kon­ge­nia­len Interviewerin Korinna Hennig. (Weitere schö­ne Erlebnisse die­ser Art fin­det man hier mit dem Stichwort "Podcast".) Frau Hennig kommt gleich zur Sache:

»Korinna Hennig Die gro­ße Euphorie vorm Jahreswechsel dar­über, dass wir jetzt imp­fen kön­nen, scheint manch­mal fast ein biss­chen ver­flo­gen. Es geht lang­sam vor­an. Es gibt ver­wir­ren­de Schlagzeilen um die ein­zel­nen Impfstoffe und ihre Wirksamkeit, gera­de mit Blick auf die Virusvarianten. Wenn man sich aber fragt, wie gut sind wir im Impfplan, dann kann man auf die Rohdaten gucken. Man kann aber auch den inter­na­tio­na­len Vergleich her­an­zie­hen. Da gibt es ganz unter­schied­li­che Lesarten, weil es sehr drauf ankommt, mit wel­chen Ländern man das ver­gleicht.… Ganz all­ge­mein gefragt, Herr Drosten, wie schät­zen Sie das ein? Wie gut ste­hen wir da beim Impfen in Deutschland?

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Er ist da! Endlich wieder ein Drosten-Podcast!

Der aktu­el­le Podcast mit dem Traumgespann des Wissenschafts-Feuilletons Hennig/Drosten vom 5.1. liegt nun als Skript vor. Wieder ein­mal berei­tet er viel Freude. Er star­tet mit der Frage: Wie ist das eigent­lich mit der gan­zen vie­len Arbeit zum Mutanten?

»Korinna Hennig
…Wie war das jetzt in den ver­gan­ge­nen zwei Wochen, war das Dauereinsatz für Sie alle? Oder gab es trotz­dem auch Feiertags-Atempausen? 

Christian Drosten
Ja, es ist schon so, dass wir hier ein Kernteam haben, eigent­lich zwei Kernteams. Das eine die Routinediagnostik. Die haben sowie­so einen Feiertagsbetrieb. Dann haben wir aber auch so ein Kernteam hier im Institut, das die for­schungs­na­he Diagnostik macht. Oder die dia­gnos­tik­na­he Forschung, wie man das auch immer ein­ord­nen will. Also immer die Sonderfälle, die kommen. 

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Die Evolution des „Drosten-Tests“ zur Ein-Gen-PCR

Urheber des Tests auf COVID-19 mit­tels Polymerase-Kettenreaktion PCR ist Christian Drosten, der Direktor des Virologischen Instituts der Berliner Charité. Die bei­den ers­ten Test-Protokolle, die im Januar von der Weltgesundheitsorganisation WHO ver­öf­fent­licht wur­den, hat er per­sön­lich geschrie­ben und ver­mut­lich war er auch an deren erstaun­lich schnel­ler Publikation betei­ligt. [1] Der auf die­sen Protokollen basie­ren­de Artikel in Eurosurveillance, dem Publikationsorgan der für Infektionskrankheiten in Europa zustän­di­gem Behörde ECDC, erschien kurz nach den WHO-Protokollen in einem eben­so hohen Tempo, das ver­mut­lich auf Drostens Intervention als Mitherausgeber der Zeitschrift zurück­zu­füh­ren ist. Dieser Artikel ist so vol­ler metho­di­scher Fehler, dass eine Gruppe von Wissenschaftlern for­dert, ihn kom­plett zurück­zu­zie­hen, denn: „Es ist unaus­weich­lich, dass die­ser Test eine enor­me Anzahl soge­nann­ter ‚Falsch-Positiver‘ gene­rie­ren wird.“ [2] Drosten dage­gen sieht das erwar­tungs­ge­mäß völ­lig anders:

„Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis. Ganz beson­ders bei posi­ti­ven Testergebnissen wird immer durch einen Zusatztest bestä­tigt (zusätz­li­che Genstelle). Damit wird das Vorkommen von falsch posi­ti­ven Diagnosen prak­tisch auf Null unter­bun­den.“ [3]

Sobald Menschen ohne Symptome (aka Gesunde) getes­tet wur­den, war die ers­te Behauptung der Diagnose offen­sicht­lich obso­let. Weniger augen­fäl­lig ist bis jetzt, dass auch die zwei­te Behauptung mit dem Zusatztest nicht stimmt – und Drosten weiß das, denn schließ­lich hat er selbst dabei mit­ge­wirkt, die Vorgabe für die nach­zu­wei­sen­den Gene von drei auf eines zu ver­rin­gern. Die drit­te Behauptung mit den falsch-posi­ti­ven „Diagnosen“ war ohne­hin nie wahr. „Die Evolution des „Drosten-Tests“ zur Ein-Gen-PCR“ weiterlesen