Obdachlose als Versuchskaninchen?

»NRW will zuerst Obdachlose mit Johnson & Johnson imp­fen« heißt es am 19.4. auf rp-online.de:

»Düsseldorf. Den vor­erst noch nicht aus­ge­lie­fer­ten Impfstoff von Johnson & Johnson will das NRW-Gesundheitsministerium zuerst für Impfangebote in der Wohn- und Obdachlosenhilfe einsetzen.

„Hier bestehen die größ­ten Unsicherheiten, die Zweitimpfungen nach sechs bezie­hungs­wei­se zwölf Wochen sicher­zu­stel­len“, heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen an den Gesundheitsausschuss. Konkret wur­de bei Johnson & Johnson nach einer beson­de­ren Strategie gefragt, da hier offen­kun­dig eine Impfung aus­rei­chend sei…

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält den Auslieferungsstopp des Unternehmens nach Meldungen über Thrombose-Fälle für eine „nach­voll­zieh­ba­re Maßnahme“. Es habe alar­mie­rend gewirkt, dass das Problem eine sehr gro­ße Ähnlichkeit mit dem Problem habe, das im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff auf­ge­tre­ten sei, sag­te er am Montag dem Bayerischen Rundfunk.«

Update: Über die "schwe­ren Nebenwirkungen" des Stoffs von Johnson & Johnson berich­te­te spektrum.de am 14.4.

"Erschreckend". Hunderttausende Berliner nehmen Impfangebote nicht wahr

Diese ermu­ti­gen­de Überschrift ist am 19.4. auf t‑online.de zu fin­den. Weiter heißt es dort:

»In Berlin haben mehr als 800.000 Impfberechtigte bis­her nicht auf ihre Einladung durch die Gesundheitsverwaltung reagiert. Das geht laut RBB und "B.Z." aus Zahlen her­vor, die der FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja ange­fragt hat­te. Demnach hat die Gesundheitsverwaltung bis­her 1.673.850 schrift­li­che Einladungen ver­schickt. 812.521 Personen hät­ten bis­her aller­dings noch kei­nen Termin ver­ein­bart, heißt es.

Laut Czaja sei es "erschre­ckend, dass bis­her nur etwa die Hälfte der­je­ni­gen, die eine Einladung bekom­men haben, auch einen Termin ver­ein­bart haben". Die Gesundheitsverwaltung begrün­det dies indes unter ande­rem damit, dass ein Teil der Einladungen erst kürz­lich ver­schickt wurde.

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Berliner Verwaltungsgericht
Keine besonderen Regeln für genesene Corona-Patienten

»Für Patienten, die eine Corona-Erkrankung über­stan­den haben, gibt es kei­ne Sonderrechte bei Treffen mit ande­ren. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht am Donnerstag nach dem Eilantrag eines Mannes beschlossen.

Der Mann hat­te argu­men­tiert, dass die ver­ord­ne­ten Kontakt- und Aufenthaltsbeschränkungen des Landes Berlin im Freien auf ihn vor­läu­fig kei­ne Anwendung fin­den soll­ten. Sie sei­en im Hinblick auf Menschen, die mit dem Coronavirus infi­ziert waren, ins­ge­samt nicht geeig­net, so sei­ne Begründung.

Keine Sonderrechte für Genesene
Das Gericht wider­sprach der Argumentation des Mannes und wies den Eilantrag zurück. Eine dau­er­haf­te Immunität für Genesene sei wis­sen­schaft­lich nicht belegt, argu­men­tier­te das Gericht. Zwar wür­den bei einer Infektion Antikörper gebil­det. Deren nach­weis­ba­re Menge neh­me jedoch – ins­be­son­de­re nach mil­der oder asym­pto­ma­ti­scher Infektion – fort­lau­fend ab, teil­te das Gericht mit. Reinfektionen mit dem Coronavirus sei­en auch belegt. Die all­ge­mei­ne Handlungsfreiheit des Antragstellers wer­de zudem nicht unver­hält­nis­mä­ßig ein­ge­schränkt…«

Das berich­te­te rbb24.de zwei Tage, nach­dem dort gemel­det wur­de: "Berliner Senat beschließt mehr Freiheiten für geimpf­te Menschen".

Wegen Querdenkern: Hessen lässt Polizisten schneller impfen

»Wiesbaden – Hessens Polizei ändert ihre Impf-Strategie: Auch Ermittlungsbeamte, die nur ab und an direk­ten „Kundenkontakt" haben, rut­schen in die Impf-Gruppe mit hoher Priorität, kön­nen jetzt schon die Schutz-Spritze gegen das Virus bekom­men. Denn auch sie müs­sen immer öfter bei Einsätzen im Zusammenhang mit Corona-Leugnern und „Querdenkern" ran…

Wie hoch das Risiko dabei ist, zeig­te schon die rela­tiv klei­ne „Querdenker"-Demo vom Sonntag in Frankfurt: Von knapp 400 kon­trol­lier­ten Teilnehmern kas­sier­ten neun Straf- und rund 120 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen „mit Corona-Bezug".

In Frankfurt wer­den die Ermittlungsbeamten außer­dem auch immer wie­der für Sicherheits- und Ordnungsdienste im Bahnhofsviertel ein­ge­setzt. Die Klientel dort hat ganz ande­re Sorgen, als auf Infektionsschutz zu ach­ten…«

Das mel­de­te bild.de am 12.4. (Bezahlschranke). Welcher "Impfstoff" die OrdnungshüterInnen erwar­tet, wur­de nicht mitgeteilt.

Zorn über Sonderimpfstoff für Merkel und Co.

Das waren noch Zeiten, als Karl Lauterbach einen Oppositionspolitiker mimen konn­te. Auch die Grünen nör­gel­ten. Auf stern.de war am 18.1.2009 zu lesen:

»Es ist die größ­te Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik: Am Montag wer­den 50 Millionen Dosen "Pandemrix" (Hersteller: Glaxo Smith Kline) in Dresden auf Laster gela­den und durch die gesam­te Bundesrepublik gekarrt. Hausärzte und Gesundheitsämter sol­len die Bevölkerung in den kom­men­den Wochen mit die­sem Mittel gegen die Schweinegrippe impfen.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Was für die Bevölkerung gut sein soll, gilt nicht für Mitglieder der Bundesregierung, der Ministerien, nach­ge­ord­ne­ter Behörden und für die Bundeswehr. Selbst die Mitarbeiter des Paul-Ehrlich Instituts, das für die Zulassung von Impfstoffen ver­ant­wort­lich ist, sol­len nicht mit "Pandemrix" behan­delt wer­den. Sondern mit "Celvapan" (Hersteller: Baxter). Ein Sprecher des Innenministeriums räum­te gegen­über dem "Spiegel" ein, dass zu die­sem Zweck 200.000 Dosen "Celvapan" geor­dert wor­den sind. „Zorn über Sonderimpfstoff für Merkel und Co.“ weiterlesen

Astra-Zeneca umständehalber abzugeben

Das kann doch nur Satire sein, was unter die­sem Titel am 16.4. auf faz.net zu lesen ist:

»Wer in Hessen über 60 Jahre alt ist, kann sich ab sofort zur Impfung anmel­den – sofern er bereit ist, sich mit Astra-Zeneca imp­fen zu las­sen. Ein Viertel der Termine mit dem Vakzin wird momen­tan nicht wahr­ge­nom­men. In Frankfurt wer­den Nachrückerplätze jetzt verlost.

Die Impfzentren, bis­her Sehnsuchtsort vie­ler Menschen, erfah­ren erst­mals Zurückweisung. Während Impfungen mit Biontech weit­ge­hend pro­blem­los über die Bühne gehen, ent­fal­len etwa ein Viertel aller Termine mit Vaxzevria, dem Impfstoff von Astra-Zeneca, berich­tet ein Sprecher des Innenministeriums.«

Ob sich Sehnsucht viel­leicht sogar noch mehr auf Sputnik bezieht?

„Astra-Zeneca umstän­de­hal­ber abzu­ge­ben“ weiterlesen

Auch in Remscheid: 14 von 17 positiv Getesteten zweifach geimpft
Ausbrüche nicht nur dort. Auch Tote

Klar, daß wie stets das RKI genaue Untersuchungen ver­langt. rp-online.de berich­tet am 16.4.:

»Remscheid/Leichlingen Wie in Leichlingen gibt es nun auch in Remscheid einen Corona-Ausbruch unter geimpf­ten Bewohnern und Mitarbeitern eines Altenheims. Das RKI weist dar­auf­hin, dass sol­che Vorfälle genau unter­sucht wer­den müssen.

In einem Remscheider Pflegeheim ist es wie zuvor in Leichlingen zu einem Corona-Ausbruch unter geimpf­ten Bewohnern und Mitarbeitern gekom­men. Das Remscheider Gesundheitsamt hat bei allen Betroffenen einen PCR-Test vor­ge­nom­men. Von den 60 Bewohnern haben 14 ein posi­ti­ves PCR-Ergebnis. Zwei von ihnen sind nicht geimpft, zwölf sind zwei­fach geimpft. Außerdem sind sechs Mitarbeiter PCR-posi­tiv, drei von ihnen wur­den bis­lang nicht geimpft, eine Person hat eine Erstimpfung erhal­ten, zwei haben den vol­len Impfschutz. Im Leichlinger Heim wur­den 17 Personen posi­tiv getes­tet, 14 von ihnen waren bereits zwei­fach geimpft…«

Hof, Cham und Zirndorf kön­nen das auch. Allerdings wird in der Überschrift gelo­gen. Denn zwei von drei Verstorbenen waren geimpft. Gestorben wird nach Impfung aber "mit Corona". „Auch in Remscheid: 14 von 17 posi­tiv Getesteten zwei­fach geimpft
Ausbrüche nicht nur dort. Auch Tote“
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