Wie das RKI sein "Aufklärungsmerkblatt" zur Impfung verändert

Die aktu­el­le Version die­ses Dokuments datiert vom 11.1. Interessant ist ein Vergleich mit dem Stand vom 22.12. Dieses Papier kann hier ein­ge­se­hen werden.

Am 22.12. ist zu lesen:

»Zu den häufigen Krankheitszeichen von COVID-19 zählen tro­cke­ner Husten, Fieber (über 38 °C)…«

Am 11.1 fehlt die Klammer. Will man damit den Widerspruch zu der fol­gen­den Formulierung kaschie­ren, die in bei­den Versionen vor­han­den ist?

»Eine Erkältung oder gering erhöhte Temperatur (unter 38,5°C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu ver­schie­ben.«

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„Uns droht ein Mega-Lockdown auf Basis unbrauchbarer Zahlen“

Von 1.113 am 15. Januar durch das RKI gemel­de­ten neu­en Todesfälle waren nur 20 an die­sem Tag ver­stor­ben. welt.de berich­tet heute:

»Ein Berliner Forschungsinstitut hat berech­net, dass die täg­lich ver­öf­fent­lich­ten Covid-Sterbezahlen im Durchschnitt über drei Wochen alt sind. Das wirft grund­le­gen­de Fragen zum aktu­el­len Pandemie-Management auf – und zu den geplan­ten Lockdown-Verschärfungen.

Der Mediziner und Soziologe Bertram Häussler ist Leiter des unab­hän­gi­gen Gesundheitsforschungsinstituts IGES in Berlin. Sein Team erstellt seit August 2020 den soge­nann­ten Pandemie-Monitor, der wis­sen­schaft­li­che Analysen rund um das Infektionsgeschehen mit Covid-19 liefert.

WELT: Herr Häussler, für wie aus­sa­ge­kräf­tig hal­ten Sie die täg­lich vom Robert-Koch-Institut (RKI) ver­öf­fent­lich­te Zahl der Covid-Todesfälle?

Bertram Häussler: Für kaum aus­sa­ge­kräf­tig. 

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"Nur rund 7000 Neuinfektionen – RKI-Zahlen offenbar unvollständig"

So gewis­sen­haft recher­chiert der "Tagesspiegel", wenn die Zahlen für wei­te­re Aufregung nicht reichen:

»Die vom Robert Koch-Institut (RKI) am Montag gemel­de­ten Infektionszahlen sind offen­bar unvoll­stän­dig. Man prü­fe der­zeit, was der Grund für die weni­gen Meldungen etwa aus Bayern oder Rheinland-Pfalz sei­en, sag­te eine Sprecherin des Instituts am Morgen. Das RKI hat­te 7141 neue Fälle auf sei­ner Internetseite gelis­tet, gut 5000 weni­ger als vor einer Woche. Auffällig ist aller­dings, das Bayern dem­nach nur rund 270 Fälle gemel­det hat, nach­dem es vor einer Woche am Montag deut­lich über 2000 waren. Aus Rheinland-Pfalz waren es nur ins­ge­samt zwei. Auch Schleswig-Holstein mel­de­te auf­fäl­lig nied­ri­ge Zahlen. (Reuters)«

Daß die Zahlen des RKI noch nie zuver­läs­sig waren, ist etwa hier nach­zu­le­sen: Pandemie-Meldewesen: Deutschland im Corona-Blindflug. Daß noch nicht ein­mal 30 Prozent der Gesundheitsämter die RKI-Software zur Meldung nut­zen, berich­tet heu­te tagesschau.de. Was wäre in die­sem Land wohl los, wenn es eine ech­te Pandemie gäbe?

Pandemie-Meldewesen: Deutschland im Corona-Blindflug

Prof. Dr. Bertram Häussler ist Vorsitzender der Geschäftsführung des IGES Instituts. Dieses beschreibt sich als "unab­hän­gi­ges, pri­vat­wirt­schaft­li­ches Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastrukturfragen" und als "Wissensunternehmen". Es wird somit nicht inter­es­se­los das Thema erör­tert. Prof. Häussler schreibt unter obi­gem Titel am 15.1 auf aerztezeitung.de:

»Berlin. Im neu­en Jahr scheint alles noch viel schlim­mer: So berich­tet etwa die „FAZ“ am 14. Januar: „Abermals neu­er Höchststand an Corona-Todesfällen. Binnen 24 Stunden wur­den 1244 wei­te­re Todesfälle gezählt, wie das Robert Koch-Institut unter Berufung auf die Gesundheitsämter mit­teil­te.“ Was aber, wenn sich die zitier­ten 1244 Todesfälle gar nicht in den ver­gan­ge­nen 24 Stunden ereig­net haben? Was aber, wenn die­se Zahlen rund vier Wochen alt sind und jetzt erst beim RKI „akten­kun­dig“ werden?

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Lauterbach erteilt keine Absolution und will mehr Datenschnüffelei

"Wirkung der Corona-Maßnahmen – Deutschland im Blindflug" lau­tet der Titel eines Beitrags vom 14.1. auf tagesschau.de. Dort ist viel zu lesen von "alles wei­test­ge­hend unklar", "nur bedingt aus­sa­ge­kräf­tig", "das ist dif­fus" – meist bezo­gen dar­auf, daß hin­ter dem Zahlenmaterial des RKI weit­ge­hend hei­ße Luft steckt.

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-zahlen-rechnung-101.html

Noch immer hält sich der Begriff des "Gesundheitsexperten". Es ist wie bei der Jungfrauengeburt bei den KatholikInnen.

»"Ich muss ehr­lich sagen, dass ich auch über­rascht bin, dass es sich jetzt zwei Wochen nach dem Jahreswechsel noch immer nicht wie­der kom­plett ein­ge­pen­delt hat", sagt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Gespäch mit tagesschau.de. "Das ist in der Tat ent­täu­schend. Ehrlich gesagt, ist es rela­tiv unent­schuld­bar, dass wir die­se Meldeprobleme haben."«

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Impf-Grafik: RKI lügt sich was in die Tasche

Noch weni­ger als die Übermittlung der "Fallzahlen" klappt die Meldung der Impfungen an das RKI (s. welt.de vom 6.1.). Was in der Grafik als erfolg­rei­cher Trend dar­ge­stellt wird, ist den­noch weit von dem von Jens Spahn behaup­te­ten Plan ent­fernt, "jede Woche 670.000 Impfdosen des Unternehmens Biontech zu ver­tei­len".

Quelle: rki.de

Update: Hier stand eine von mir nicht rich­tig inter­pre­tier­te Grafik, die ich nach einem Hinweis eines Lesers ent­fernt habe. Sorry!

RKI: Zahlen steigen. Zahlen fallen.

»Die Gesamtinzidenz lag seit Mitte November sta­bil auf hohem Niveau und stieg ab Anfang Dezember stark an. Während der Feiertage war ein Rückgang zu beob­ach­ten. In den letz­ten Tagen sind die Fallzahlen wie­der ange­stie­gen. Ob sich die­ser Trend, über die erwar­te­ten Nachtestungen und Nachmeldungen hin­aus, wei­ter fort­setzt, wird sich erst im Laufe der nächs­ten Tage zeigen.«

Das ver­mel­det das RKI in sei­nem Situationsbericht vom 13.1. Im glei­chen Dokument wird gezeigt:

Quelle: rki.de

Für den 12.1. ist zu sehen:

Quelle: rki.de

Und für den 11.1.:

Quelle: rki.de

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

Lungenentzündung: 30.000 Tote jedes Jahr in Deutschland

Das war am 11.7.2018 auf morgenpost.de zu lesen. Das ist inter­es­sant im Zusammenhang mit der "Falldefinition Coronavirus-Krankheit-2019" des RKI (s.u.)

»Die Todeszahlen infol­ge einer Pneumonie sind seit 70 Jahren unver­än­dert hoch: 30.000 jedes Jahr. Experten wol­len das nicht akzeptieren…

Einige der Toten sind alt – aber längst nicht alle.
Einige der Toten sind alt oder haben Vorerkrankungen. Aber längst nicht alle. „Es gibt immer wie­der jun­ge Patienten mit einer Lungenentzündung, bei denen wir alles rich­tig machen und trotz­dem alles schief­geht“, sagt Professor Norbert Suttorp, Direktor der Infektiologie und Pneumologie an der Charité. „Von die­ser hohen Todeszahl müs­sen wir end­lich herunterkommen.“…

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Warum hat das RKI die "Falldefinition Coronavirus-Krankheit-2019" geändert?

Eine seit dem 29.5. gel­ten­de Definition eines Falles wur­de am 23.12. geän­dert. Was mag zu den Unterschieden geführt haben?

In der aktu­el­len Version heißt es:

»Klinisches Bild
Klinisches Bild eines COVID-19, defi­niert als min­des­tens eines der drei fol­gen­den Kriterien: 

        • aku­te respi­ra­to­ri­sche Symptome jeder Schwere, 
        • neu auf­ge­tre­te­ner Geruchs- oder Geschmacksverlust, 
        • ►krank­heits­be­ding­ter Tod

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Darf man Prof. Brockmann einen Dummschwätzer nennen?

Diese Frage bezieht sich selbst­ver­ständ­lich auf den gleich­na­mi­gen Film (Originaltitel: Liar Liar) aus dem Jahr 1997. Es geht dar­in um einen Jungen, der sich wünscht, "dass sein Vater 24 Stunden lang nicht lügen kann" (Wikipedia).

Professor Dirk Brockmann spricht sich vehe­ment für die Einstellung jeg­li­cher Kontakte aus ("Eigentlich müss­ten wir uns so ver­hal­ten, als sei­en wir alle infi­ziert") – sie­he dazu Ernsthafter Konkurrent für Drosten. Seine Kompetenz hat er bereits am 30.3. unter Beweis gestellt:

»Business Insider sprach dazu mit Biophysiker Dirk Brockmann, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er erstellt in sei­nem „Research on Complex Systems“-Labor die Prognosen unter ande­rem für das RKI. Nach sei­ner Einschätzung müs­sen wir zu Ostern, wenn die gegen­wär­ti­gen Anti.-Corona-Maßnahmen eigent­lich enden sol­len, bun­des­weit mit rund 280.000 Infizierten rech­nen. Das wären mehr als fünf Mal so vie­le Erkrankte wie jetzt.

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