Wie war das noch… mit 1.700 Quarantänisierten in Bielefeld?

Am 28.9. ging es durch alle Medien:

»Nach dem Anstieg der Corona-Fallzahlen im nord­rhein-west­fä­li­schen Bielefeld infol­ge einer Familienfeier befin­den sich dort mitt­ler­wei­le rund 1700 Menschen in Quarantäne. Darunter sei­en allein 1100 Schüler und Lehrer, sag­te ein Stadtsprecher am Montag. Betroffen sei­en zehn Schulen.

Der Anstieg der Fallzahlen sorg­te am Montag für gro­ßen Andrang an einer städ­ti­schen Drive-In-Teststation. Die Stadt bat die Bürger am Mittag dar­um, die Station am Montag nicht mehr anzu­fah­ren. "Das Testzentrum ist über­lau­fen, und der Verkehr staut sich bereits zurück", hieß es in einer Mitteilung.«

In fast allen Medienberichten fehlt die­se Information des Redaktionsnetzwerks Deutschland:

»Die bis­he­ri­ge Gesamtzahl der bestä­tig­ten Infektionen im Zusammen­hang mit der Familienfeier wur­de am Sonntagabend mit 36 ange­ge­ben.«

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Wie war das noch… mit den Coronafolgen-Leugnern an der Charité?

Im Juni war hier die Rede von zwei Veranstaltungen, die die Charité ange­kün­digt hat­te. Es lohnt, sich noch ein­mal damit zu beschäf­ti­gen und ver­ste­hen zu ler­nen, war­um C. Drosten unge­ach­tet zahl­lo­ser Irrtümer, frag­wür­di­ger Empfehlungen und offe­nen Perkolationismus' noch immer gehal­ten wird.

Zum einen war dies eine Veranstaltung zum Thema "Preparedness: Ebola And The Future" unter der Leitfrage "Sind wir auf die nächs­te Pandemie vor­be­rei­tet?". Sie war Teile einer Veranstaltungsreihe, die unter­stützt wird von der Bill & Melinda Gates Foundation und der zweit­größ­ten pri­va­ten Stiftung WellcomeTrust.

Zwei von drei Referenten waren Prof. Dr. Christian Drosten und Prof. Dr. Peter Piot. Peter Piot wur­de inzwi­schen in das Beratungsgremium der Europäischen Kommission für COVID-19 beru­fen. Er ist Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung des Pharmakonzern Novartis und war 2009 Senior Fellow der Bill & Melinda Gates Foundation.

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Wie war das noch… mit 7305 verschwundenen Intensivbetten?

Im Juli wur­de hier die Frage gestellt Wo sind 7305 Intensivbetten geblie­ben? Das Magazin "Kontraste" hat nach­re­cher­chiert, wie tagesschau.de am 25.9. berich­tet.

Das Ergebnis: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat­te kei­ne Ahnung (für die­sen Fall stimmt die Vergangenheitsform). Es könn­te ein Schaden von hun­der­ten Millionen ent­stan­den sein.

»Mitte März, zu Beginn der Pandemie, for­der­te Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Krankenhäuser auf, die Zahl der Intensivbetten zu ver­dop­peln. Dafür för­der­te der Bund über 10.000 neue Intensivbetten mit rund 530 Millionen Euro…

Ende Juni zeig­te die­ses DIVI-Intensivregister deutsch­land­weit rund 32.411 Intensivbetten an. Doch laut einer Berechnung des Bundesgesundsheitsministerium (BMG) hät­te das DIVI-Register zum dama­li­gen Zeitpunkt 39.716 Intensivbetten anzei­gen müs­sen. Deshalb mahn­te es in einem Brandbrief an die Länder Ende Juni eine Diskrepanz von 7305 Betten an. Über die­sen Vorgang hat­te Kontraste exklu­siv berich­tet.

Nun stellt sich durch eine Kontraste-Anfrage an alle Länder her­aus: Die Berechnung des BMG war offen­bar nicht rich­tig.

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Wie war das noch… mit der RKI-Studie zur Verbreitung der Coronavirus-Infektion? (II)

Zu die­sem Thema wur­de hier bereits am 18.7. berich­tet. Am 20.5. infor­mier­te der SWR so:

»Die Corona-Lage scheint eini­ger­ma­ßen im Griff. Doch die Behörden war­nen: Eine zwei­te Krankheitswelle könn­te noch kom­men. Um dafür gerüs­tet zu sein, star­te­te das Robert-Koch-Institut eine Studie…«

Danach habe das RKI auf einer Pressekonferenz vom 19.5. ers­te Ergebnisse "in rund sechs Wochen" ange­kün­digt. Inzwischen sind 18 Wochen ver­gan­gen. Belastbare Ergebnisse wur­den noch nicht bekannt. Einem aktu­el­len Studienprotokoll vom 1.9. ist zu ent­neh­men, daß Gegen-Checks zum "unver­meid­ba­ren gewis­sen Anteil falsch posi­ti­ver Testergebnisse" im Rahmen der Studie vor­ge­nom­men wer­den. Dieses Verfahren wird bei der Bekanntgabe der RKI-Fallzahlen jedoch nicht ange­wandt.

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Wie war das noch… mit der Aufzugfahrt von Spahn und Bouffier?

»Die schlag­zei­len­träch­ti­ge Aufzugsfahrt von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn und Hessens Regierungschef Volker Bouffier (bei­de CDU) mit­ten in der Coronakrise bleibt ohne Folgen.

"Der Landkreis Gießen hat als zustän­di­ge Ordnungsbehörde die Ermittlungsverfahren nach dem als 'Fahrstuhlgate' in den Medien bekannt gewor­de­nen Vorfall am Universitäts­klinikum Gießen ein­ge­stellt", teil­te der Kreis ges­tern mit.

Ein Foto hat­te Mitte April für Wirbel gesorgt. Es zeigt, wie sich bei einem Besuch des Gießener Uni-Klinikums unter ande­rem Bouffier, Spahn sowie Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) trotz der Coronaabstandsregeln zusam­men mit ande­ren Personen in dem Aufzug drän­geln. Danach waren meh­re­re Anzeigen ein­ge­gan­gen…

Das mel­de­te am 17.9. aerzteblatt.de. hessenschau.de ergänzt:

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Wie war das noch… mit Drostens Sachverständigen-Aussage?

Wie berich­tet tag­te der Gesundheitsausschuß des Bundestages am 8.9. zum Thema "Aufhebung der vom Bundestag fest­ge­stell­ten epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Tragweite".

Einer von sechs Sachverständigen war C. Drosten. Für fünf von ihnen lie­gen seit lan­gem Manuskripte ihrer Aussagen vor. Die des Chefvirologen fehlt immer noch.

Aus eige­ner Erfahrung weiß ich, daß die Transkription eines Auftritts von Drosten ein stets erhei­tern­des, aber auch müh­se­li­ges Unterfangen ist. Das Ergebnis für den 8.9. kann hier nach­ge­le­sen wer­den: Drosten hat nicht geschwänzt. Sondern das gesagt:. Auf die offi­zi­el­le Version war­ten wir noch.

Wie war das noch… mit 300 Millionen Corona-Infizierten in Indien?

»Ausbruch-Folgen kaum abseh­bar
Indien fürch­tet 300 Millionen Corona-Infizierte
Mehr als 1,3 Milliarden Menschen leben in Indien, vie­le von ihnen dicht gedrängt unter kata­stro­pha­len Bedingungen. Der rie­si­ge Staat stellt sein öffent­li­ches Leben bei­na­he kom­plett ein. Die Furcht vor einem schwe­ren Corona-Ausbruch ist gewal­tig.«

So lau­te­te am 28.3. eine Meldung auf n‑tv.de. Auch zur Zeit über­schla­gen sich die Nachrichten über "Infektionsrekorde in Indien". Die WHO mel­det für heu­te kei­ne 5 Millionen posi­tiv Getestete und 80.766 "an oder mit" Corona Verstorbene. Die Todesrate in Indien liegt damit knapp über der der BRD und sehr deut­lich hin­ter der von Spanien.

Das Muster ist sim­pel. Wenn schon aus Deutschland nichts Alarmierendes gemel­det wer­den kann, müs­sen hohe Zahlen, wor­auf auch immer sie sich bezie­hen, den Panikpegel auf­recht­erhal­ten.

Wie war das noch mit… #CoronaCare?

Im April berich­te­te der Burda-Konzern von sei­ner tol­len Aktion, die angeb­lich Millionen von Menschen erreich­te. Heute berei­tet es Mühe, in der ent­spre­chen­den Facebook-Gruppe Einträge mit zwei­stel­li­gen Likes zu fin­den.

»BurdaForward und FOCUS Online, das bun­des­weit reich­wei­ten­stärks­te Digital-Portal (AGOF), haben mit #CoronaCare das größ­te Hilfe-Netzwerk Deutschlands auf­ge­baut. Jetzt unter­stützt auch Gesundheitsminister Jens Spahn die Aktion aktiv und dankt in sei­nem ers­ten Beitrag den tau­sen­den Helfern…

Unter dem Dach von #CoronaCare soli­da­ri­sier­ten sich in den ver­gan­ge­nen zwei Wochen zehn­tau­sen­de Helfer. Politiker, Prominente wie Heiner Lauterbach oder Peter Maffay und die Portale T‑Online, Watson und nebenan.de haben sich der groß ange­leg­ten Initiative der Burda-Tochter ange­schlos­sen…

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Wie war das noch… mit der Corona-App?

Nicht ganz aktu­ell erzählt das RKI auf sei­ner Webseite:

»Die Corona-Pandemie ist trotz aktu­ell sin­ken­der Fallzahlen noch nicht über­stan­den. Solange kein Impfstoff ver­füg­bar ist, kann eine neue Infektionswelle nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Die Corona-Warn-App hilft bei der Eindämmung der Pandemie, indem sie Infektionsketten unter­bricht.

Die App wird vom Robert Koch-Institut für die deut­sche Bundes­regierung her­aus­ge­ge­ben. Sie hilft mög­li­che Risikobegegnungen mit Corona-posi­ti­ven Personen ergän­zend abzu­bil­den. Damit unter­stützt sie die Arbeit der Gesundheitsämter und kann auch einen Beitrag zur Steuerung der Testkapazitäten für SARS-CoV‑2 leis­ten.«

Stimmt davon etwas?

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Wie war das noch… mit dem Schock-Papier des Innenministeriums?

Mitte März hat­te das Bundesinnenministerium ein gehei­mes Thesenpapier "Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekom­men" erstellt. Erst auf öffent­li­chen Druck wur­de es am 28.4. ver­öf­fent­licht. Nach Aussage des Ministeriums floß es "in die Diskussion über den wei­te­ren Umgang mit der Corona-Pandemie" ein. Es wur­de nie zurück­ge­nom­men.

abgeordnetenwatch.de faßt den Tenor so zusam­men:

»… dass Behörden eine "Schockwirkung" erzie­len müss­ten, um Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die mensch­li­che Gesellschaft zu ver­deut­li­chen. Es sol­le klar gemacht wer­den, dass bei einer Infizierung mit dem COVID-19-Virus eine Todesart das "qual­vol­le" Ersticken sein kön­ne. Zudem sei­en auch Kinder Opfer des Virus und auch blei­ben­de Folgeschäden bei einer Erkrankung sei­en nicht aus­ge­schlos­sen. Unter Bezug auf vori­ge Krisen sol­le zudem "his­to­risch argu­men­tiert" wer­den. "2019 = 1919 + 1929", heißt es in dem Papier. Im schlimms­ten Fall dro­he, "dass dies die Gemeinschaft in einen völ­lig ande­ren Grundzustand bis hin zur Anarchie ver­än­dert".«

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