Fake News um Drosten-Studie

Die Medien über­schla­gen sich mit Warnungen des Mannes, der kei­ne 20 Minuten ohne Mikrofon leben kann. Angeblich ver­fügt er über sen­sa­tio­nel­le neue Erkenntnisse, die ihn abra­ten las­sen, Kitas zu öff­nen.

Will man das glau­ben, dann hie­ße das, inner­halb von 2 Tagen habe es eine wun­der­sa­me Erkenntnisquelle gege­ben. Die AutorInnen der Studie müs­sen zwar anmer­ken, daß ihre Datengrundlage äußerst schmal ist, kom­men aber schon mal zu dem Schluß:

"We recom­mend collec­ting and eva­lua­ting more viral load data from tes­ting labo­ra­to­ries to achie­ve more robust sta­tis­ti­cal assess­ments and inde­pen­dent con­fir­ma­ti­on of the pre­sent results. Based on the absence of any sta­tis­ti­cal evi­dence for a dif­fe­rent viral load pro­fi­le in child­ren found in the pre­sent stu­dy, we have to cau­ti­on against an unli­mi­ted re-ope­ning of schools and kin­der­gar­tens." Link

Es ist unüb­lich in der wis­sen­schaft­li­chen Welt, der­ar­tig fra­gi­le Ergebnisse vor einer Diskussion in der Fachwelt in die gro­ßen Medien zu set­zen. Aber offen­bar galt hier eher: The show must go on.

In sei­nem Podcast vom 28.4. zitiert Drosten eine nie­der­län­di­sche Studie, die zu ganz ande­ren Ergebnissen kommt, stellt dann fest, daß er so gut wie gar kei­ne Daten über Kinder zur Verfügung hat und kün­digt eine Untersuchung an, auf die er gespannt ist.: „Fake News um Drosten-Studie“ wei­ter­le­sen

KaDeWe, Karstadt und Kaufhof dürfen wieder vollständig öffnen

"Deutschlands größ­tes Kaufhaus darf vor­läu­fig wie­der öff­nen: Das Verwaltungsgericht Berlin ent­schied am Donnerstag in einem Eilverfahren, dass dass KaDeWe an der Tauentzienstraße nicht an die 800-Quadratmeter-Obergrenze für den Einzelhandel gebun­den ist. Gleiches gilt für die Filialen von Karstadt und Kaufhof in Berlin. Begründet wur­de die­se Entscheidung mit einer Ungleichbehandlung der Warenhäuser gegen­über den Malls, die der Senat unter Auflagen von der Regelung aus­ge­nom­men hat­te." mel­det heu­te der Tagesspiegel

Makaber liest sich die Begründung des Gerichts: „KaDeWe, Karstadt und Kaufhof dür­fen wie­der voll­stän­dig öff­nen“ wei­ter­le­sen

Berlin: Geheimdemo erlaubt, öffentliche verboten

Das Verwaltungsgericht Berlin infor­miert heu­te, daß am 1. Mai ein Autokorso von Neukölln nach Grunewald statt­fin­den darf:

"Angesichts der Bedeutung des Grundrechts kön­ne Aufzügen, zu denen auch ein Autokorso zäh­le, eine Ausnahmegenehmigung erteilt wer­den, wenn die­se im Einzelfall dem Infektionsschutz Rechnung trü­gen. Bei dem Autokorso sei dies vor­lie­gend der Fall, soweit sich maxi­mal 20 Teilnehmende in acht Autos auf­hal­ten wür­den, wobei nur zum sel­ben Hausstand gehö­ren­den Personen oder Lebenspartner in einem Auto säßen. Die Veranstaltung wer­de dem Infektionsschutz auch des­halb gerecht, weil nicht mit einem gro­ßen Zustrom zu rech­nen sei. Der Korso wer­de weder öffent­lich bekannt gemacht noch sei­en Zwischenhalte geplant, zudem wer­de auf eine Auftaktkundgebung ver­zich­tet. Bei der vor­ge­se­he­nen 20-minü­ti­gen Abschlusskundgebung im Ortesteil Grunewald wer­de nur eine Person aus­stei­gen und eine Rede hal­ten. „Berlin: Geheimdemo erlaubt, öffent­li­che ver­bo­ten“ wei­ter­le­sen

Statistisches Bundesamt, 30.4.

"Bei der Betrachtung des Jahresverlaufes in der Sterbefallstatistik sind die typi­schen Schwankungen wäh­rend der Grippezeit von unge­fähr Mitte Dezember bis Mitte April zu beach­ten…

Auch ohne Corona-Pandemie kön­nen die Sterbefallzahlen dem­nach in der typi­schen Grippezeit stark schwan­ken. Von die­sen Schwankungen sind ins­be­son­de­re die Sterbefallzahlen in der Altersgruppe ab 65 Jahren betrof­fen…

Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als been­det gilt, ist es nahe­lie­gend, dass die­se ver­gleichs­wei­se hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ste­hen. Normalerweise gehen die Sterbefallzahlen zu die­ser Jahreszeit ten­den­zi­ell zurück." Link

Der Tagesspiegel, stets füh­rend bei Panikmache, fabri­ziert dar­aus die Headline "Ungewöhnlicher Anstieg der Sterbefall-Meldungen".

Corona und Dialektik

Äußerst ver­ein­facht gesagt beschreibt Dialektik eine Methode, Gegenstände, Prozesse, Phänomene in ihrer Widersprüchlichkeit zu begrei­fen. Ebenso ver­ein­facht kann man den Niedergang der ehe­ma­li­gen sozia­lis­ti­schen Länder damit beschrei­ben, daß ihre füh­ren­den Personen die­ses Denkprinzip nur noch sehr ver­nach­läs­sigt auf ihre Lebenswirklichkeit ange­wandt haben.

Ein ähn­li­cher Prozeß scheint unter dem Eindruck von Corona heu­te wie­der in Gang gesetzt bei vie­len, die sich doch eigent­lich auf den Marxismus und die ihm wesens­ei­ge­ne Dialektik beru­fen. „Corona und Dialektik“ wei­ter­le­sen

Rechte füllen Lücke auf der Linken

In dem Maße, in dem die Linke weit über die gleich­na­mi­ge Partei hin­aus nahe­zu bedin­gungs­los die admi­nis­tra­ti­ven Maßnahmen unter­stützt, ver­su­chen Rechte aller Art, den wach­sen­den Unmut in der Bevölkerung für sich zu ver­ein­nah­men.

Auf einer Kundgebung der AfD fan­den sich ges­tern in Magdeburg meh­re­re hun­dert Menschen ein. Link
In ande­ren Städten ver­su­chen Rechte eben­falls, sich in Aktionen von Kritikern ein­zu­klin­ken, und nicht immer sto­ßen sie dabei auf Ablehnung.

Ob die schar­fe Kritik der Linkspartei in die­ser Form ziel­füh­rend ist, kann bezwei­felt wer­den. Der Linke-Landesvorsitzende Stefan Gebhardt eklär­te

"Seine Partei, so Gebhardt, tra­ge die Einschränkungen des öffent­li­chen Lebens weit­ge­hend mit, kri­ti­sie­re aber ein­zel­ne Punkte. So for­de­re sie einen kla­ren Plan für die Öffnung von Kitas und Schulen in Sachsen-Anhalt. Die Zahl von Schülern aus armen Familien, die nicht die Möglichkeiten hät­ten, im »Homeoffice« zu ler­nen, sei »erschre­ckend hoch«." Link

Überläßt man damit nicht (wie­der ein­mal) der AfD die Rolle der ver­meint­lich ein­zi­gen Oppositionspartei?

Linksgewerkschafter mobilisieren bundesweit zu 1.-Mai-Protesten

Darüber berich­tet heu­te die Tageszeitung jun­ge Welt:

"Rund 50 Veranstaltungen in über 30 Städten soll es bun­des­weit am 1. Mai geben. Öffentliche, wohl­ge­merkt. Kundgebungen, Demonstrationen, initi­iert und orga­ni­siert von Gewerkschaftern. Entgegen der Ansage des Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) von Mitte März, coro­nabe­dingt in die­sem Jahr auf Versammlungen zu ver­zich­ten.

Die Devise des DGB lau­tet: Stationär und vir­tu­ell, also zu Hause blei­ben und sich per Heimkino Videobotschaften des Bundesvorstands und der Chefs der Einzelgewerkschaften anschau­en. Kritik an die­sem Maikonzept kommt aus links­ge­werk­schaft­li­chen Kreisen. Zu defen­siv sei es, auch und gera­de wäh­rend der Pandemie." „Linksgewerkschafter mobi­li­sie­ren bun­des­weit zu 1.-Mai-Protesten“ wei­ter­le­sen

Afrikanische WissenschaftlerInnen kritisieren WHO

In der Nacht sen­de­te der Deutschlandfunk einen kri­ti­schen Beitrag zum Umgang afri­ka­ni­scher Staaten mit Corona. Darin ist zu hören:

'Ausgangssperren, wohin man schaut: Auch über­all auf dem afri­ka­ni­schen Kontinent sind Bürger gezwun­gen, zuhau­se zu blei­ben – so wie es inter­na­tio­nal emp­foh­len wird. Es ist ein Modell für alle, ob es passt oder nicht. Im Norden erdacht, dem Süden über­ge­stülpt, kri­ti­siert Amy Niang, Dozentin für inter­na­tio­na­le Beziehungen an der Johannesburger Witwatersrand-Universität:
Kein Raum für afri­ka­ni­sche Krisenlösungen

„Afrikanischen Staaten wur­de kei­ne Möglichkeit ein­ge­räumt, einen eige­nen Weg im Umgang mit der Pandemie zu ent­wi­ckeln. Stattdessen gibt die WHO Anweisungen und damit indi­rekt die Länder des Nordens. „Afrikanische WissenschaftlerInnen kri­ti­sie­ren WHO“ wei­ter­le­sen

„Die virenfeste Stadt gibt es nicht“

In einem Beitrag des Deutschlandfunks beschäf­ti­gen sich die Architektinnen Friederike Meyer und Doris Kleilein mit der Frage von Stadtplanung in Corona-Zeiten. Dort ist zu lesen:

'…Es gebe „unglaub­lich vie­le Überlegungen“ der­zeit, wie man eine Stadt kri­sen­fest machen kön­ne. Allerdings sei die Coronakrise nur eine von vie­len, erklärt Friedericke Meyer. Auch der Klimawandel und die Migrationsbewegungen bräch­ten Herausforderungen mit sich. „Es gibt die­se viel­dis­ku­tier­te Frage der soge­nann­ten Resilienz, was Städte wider­stands­fä­hig macht gegen­über aller Art von Krisen. Und da ist ganz gut zu beob­ach­ten, wie jetzt die Gesamtheit der zusam­men­wir­ken­den Kräfte auch deut­lich wird in Deutschland, in unse­ren Städten und den Kommunen.“ „„Die viren­fes­te Stadt gibt es nicht““ wei­ter­le­sen

Wie funktioniert die Corona-App?

In einem Artikel auf spektrum.de wird es erklärt:

'Die Bluetooth-Herangehensweise funk­tio­niert zusam­men­ge­fasst fol­gen­der­ma­ßen: Über die Stärke des Bluetooth-Signals und ande­re Sensor-Informationen kön­nen Algorithmen grob den Abstand zwei­er Smartphones ein­schät­zen – und damit, ob sich deren Besitzer in einem im Sinne der Epidemiologie zu nahen Abstand zuein­an­der befan­den, einem Abstand also, in dem sich das Virus wahr­schein­lich über­tra­gen lässt. So soll erkannt wer­den, wen wir in einem Abstand von unter zwei Metern und län­ger als 15 Minuten lang tref­fen.

Wird also ein App-Nutzer posi­tiv getes­tet, kann mit­tels ver­schie­de­ner siche­rer, kryp­to­gra­fi­scher Verfahren zuge­ord­net wer­den, wem er in den letz­ten Tagen in die­sem epi­de­mio­lo­gi­schen Sinne begeg­net ist. Diese Personen wer­den dann gewarnt, idea­ler­wei­se getes­tet oder iso­lie­ren sich zumin­dest eigen­ver­ant­wort­lich.
Zentral oder dezen­tral: Was ist der Unterschied? „Wie funk­tio­niert die Corona-App?“ wei­ter­le­sen