Grafiken, die nichts beweisen

Vier Grafiken aus dem glei­chen Zahlenmaterial. Sie zei­gen, daß ein und die­sel­ben Zahlen ganz unter­schied­lich dar­ge­stellt und inter­pre­tiert wer­den können.

In der esten Sicht sind wir im Ranking ganz gut, aber auch die USA lie­gen noch vor San Marino.

Wie sieht es mit der nächs­ten Korrelation aus? Deutschland ein­sa­me Klasse, weit abge­schla­gen etwa Vatikanstadt – aber nur, weil es dort bis heu­te kei­ne Toten gibt. Selbst der mick­ri­ge Wert für die USA besagt: Die Zahl der Genesenen ist dop­pelt so hoch wie die der Todesfälle.

Ein völ­lig ande­res Bild ergibt sich, wenn man die Zahl der Fälle pro einer Million Einwohner betrach­tet. Da ste­hen wir ganz gut da, aber längst nicht so gut wie Kuba oder Japan. Selbst die USA wir­ken mode­rat, wäh­rend ein­sa­mer Spitzenreiter San Marino ist.

Quellen Stand 28.4. 00:13 Uhr

Wenn berück­sich­tigt wird, daß Daten in den ver­schie­de­nen Ländern sehr unter­schied­lich erho­ben wer­den, die Johns-Hopkins-Universität als Urheberin des Zahlenmaterials umstrit­ten ist und es erheb­li­che Tagesschwankungen gibt, dann soll­te uns dies vor­sich­tig machen bei der Akzeptanz der uns rund um die Uhr prä­sen­tier­ten ver­meint­lich objek­ti­ven Statistiken.

1. Mai in Berlin: Versammlung der besonderen Art

Unter dem Motto "Evakuiert Moria! Heraus zum Revolutionären 1. Mai!" wer­den in die­sem Jahr unge­wöhn­li­che Aktionsformen ange­kün­digt. In einem Aufruf heißt es

"Haltet dabei den Mindestabstand ein und ver­mummt euch mit Schals oder Masken. Und bleibt in Bewegung. Ab 18.20 Uhr wer­den wir über Twitter und die Website nach­ein­an­der mit zeit­li­chem Abstand Orte in Kreuzberg 36 bekannt­ge­ben, zu denen wir uns dann über ver­schie­de­ne Wege bege­ben wer­den. Informiert die ande­ren, die kein mobi­les Internet haben. Wir wol­len die Straßen mit unse­ren anti­ras­sis­ti­schen, anti­pa­tri­ar­cha­len und anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Inhalten flu­ten… „1. Mai in Berlin: Versammlung der beson­de­ren Art“ weiterlesen

Wer Fragen stellt, ist schnell Antisemit

Wie schnell man sich in Zeiten von Corona vom Gedanken der Aufklärung und der wis­sen­schaft­li­chen Welterkenntnis ent­fer­nen kann, zeigt uns in der Zeitung "Neues Deutschland" ein Daniel Schwerd.

"Wir wer­den als nack­te, dum­me Affen gebo­ren. Innerhalb unse­rer Lebensspanne ler­nen wir in Jahrtausenden gesam­mel­tes Wissen und gewach­se­ne Kultur durch Beobachtung der Umwelt, durch per­ma­nen­tes Zusammensetzen und In-Zusammenhang-Setzen von Informationen. Eine ein­fa­che­re, aber stär­ke­re Erklärung zie­hen wir dabei einer vagen, kom­pli­zier­ten oder schwe­rer nach­voll­zieh­ba­ren vor. Und das ist zugleich auch eine Schwäche: Der Mensch bemüht sich, Muster im Chaos zu erken­nen, wo kei­nes ist. Er ver­sucht, Informationen in Zusammenhang zu set­zen, die kei­nen erkenn­ba­ren Zusammenhang haben. Er ist auf der Suche nach Gründen, wo er kei­ne fin­den kann. So ent­ste­hen Mythen… „Wer Fragen stellt, ist schnell Antisemit“ weiterlesen