Wie mißt man Inkompetenz-Inzidenz?

Gut, daß es nur Corona ist. Nicht aus­zu­den­ken, was in die­sem Land geschä­he, wenn es sich um eine wirk­lich sehr gefähr­li­che Pandemie han­del­te.

Die Exekutive ver­fängt sich in his­to­risch bei­spiel­lo­sem Aktionismus, der nur ein Mittel kennt, die mög­lichst dras­ti­sche Einschränkung des Lebens der BürgerInnen. Jede neue Maßnahme schafft dabei Begründungen für wei­te­re Verschärfungen.

Die Zahl der Tests wur­de in die Höhe getrie­ben, wodurch die Gesundheits­ämter bei der Kontakt-Nachverfolgung nicht mehr mit­ka­men. Das kann nicht erstau­nen. Denn ers­tens wur­den deren Personalkapazitäten oft­mals nach dem Frühjahr wie­der zurück­ge­fah­ren. Und zwei­tens wird ihnen auf­ge­tra­gen, nicht etwa Erkrankte oder Infektiöse nach­zu­ver­fol­gen, son­dern alle posi­tiv Getesteten. Ein sol­ches Vorhaben muß schei­tern. Es ist nach ganz über­wie­gen­der Meinung der Fachleute auch Unfug. Inzwischen neh­men auch "Mainstream-Medien" zur Kenntnis, daß die Strategie der Eindämmung (con­tain­ment) zuguns­ten der Folgenminderung (miti­ga­ti­on) geän­dert wer­den muß.

Das hat­te im übri­gen schon im Februar auch Christian Drosten so gese­hen (s. Drosten-Erkenntnisse – in den Wind geschla­gen).

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Alles nur wegen Drostens Neugier?

»Das, was mich antreibt und moti­viert, ist die Medizin, die unbe­kann­te Diagnose beim sel­te­nen Patientenfall. Als Arzt sehe ich den Patienten, der eine Krankheit hat: Könnte man hier noch eine Diagnose fin­den, die ein nor­ma­les Allgemeinlabor nicht fin­den kann?«

Das erklärt der "Brain City Berlin Botschafter: Prof. Dr. Christian Drosten". Dabei ent­deckt er

»manch­mal Viren…, die die Gesundheit gan­zer Bevölkerungen bedro­hen. . In den letz­ten Jahren haben wir bei­spiels­wei­se an dem neu­en Erreger von MERS (Middle East Respiratory Syndrome) gear­bei­tet. Durch unse­re Forschung ist jetzt klar, dass die­ser Erreger vom Kamel stammt und eine über­trag­ba­re Lungenentzündung her­vor­ruft, mit einer gewis­sen Pandemiegefahr wie bei der Influenza.«

Das RKI ver­mel­det zu die­ser "Pandemie" welt­weit "mehr als 2.400 labor­be­stä­tig­te Fälle (davon mehr als 800 Todesfälle)". Damit ein sol­cher Vorhersage-Flop nicht noch ein­mal pas­siert, wur­den für Corona durch Drosten und das RKI Definitionen und Tests so angepaßt, daß eine mög­lichst hohe Fallzahl ent­ste­hen konn­te. Siehe dazu u.a. Cycling und Recycling der SARS-CoV-PCR und Die Legende von der asym­pto­ma­ti­schen Übertragung.

Faktenchecker als Geisterfahrer?

Bislang war es vor­nehms­te Aufgabe von selbst ernann­ten Faktencheckern, "Corona-Leugnern" das Handwerk zu legen. Welcher Teufel mag mimikama.at gerit­ten haben, für einen Augenblick die Seite zu wech­seln?

"Kann der PCR-Test das Coronavirus gar nicht nach­wei­sen? (Faktencheck)" lau­te­te die Frage am 21.9.

»Jene Behauptung stammt nicht von irgend­ei­nem Arzt, son­dern von einer Virologin: Prof. Dr. Ulrike Kämmerer erklärt, ein PCR-Test wei­se nur Nukleinsäuren nach, nicht aber das Coronavirus, man kön­ne damit kei­ne Infektion nach­wei­sen…

Hat sie denn damit recht?
Ja. Denn tat­säch­lich weist der PCR-Test das Coronavirus selbst nicht nach. Er weist nach, ob man infi­ziert ist, aber nicht, ob man auch infek­ti­ös (anste­ckend) ist.

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Bundeswehr spendiert sich für 2 Millionen Schnelltest

»Am 6. Oktober hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr 256 PCR-Diagnose-Systeme nebst Zubehör und Ausbildung der Nutzerinnen und Nutzer geor­dert. Das neue PCR-System ermög­licht eine SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV‑2 Diagnostik in unter 20 Minuten.

Der Vertrag hat ein Volumen von rund zwei Millionen Euro. Die PCR Systeme und die Testkits für die SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV‑2 Diagnostik wer­den im Oktober und November aus­ge­lie­fert. Zunächst wer­den die Einsatzkontingente in Afghanistan (Resolute Support) und Mali (EUTMEuropean Union Training Mission Mali und MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali) mit den neu­en Systemen aus­ge­stat­tet. Anschließend erfolgt die Auslieferung an die 13 Sanitätsunterstützungszentren in vier Tranchen. Die Firma hat sich ver­trag­lich dazu ver­pflich­tet bis zum 30. November die­ses Jahres alle Geräte mit Zubehör zu lie­fern, und 128 Bedienerinnen und Bediener der Bundeswehr am Gerät aus­ge­bil­det zu haben.«

Das ist – ohne Nennung der "Firma"! – zu lesen auf bundeswehr.de.

"Was das Robert-Koch-Institut da macht, ist unwissenschaftlich"

In Zeiten wie die­sen beginnt ein Bericht im Haller Kreisblatt vom 29.9. vor­sichts­hal­ber so:

»Gütersloh. Eins stellt Andreas Bermpohl sofort klar: "Ich habe in den ver­gan­ge­nen 25 Jahren kei­ner Partei ange­hört, ich bin kein Esoteriker, kein Reichsbürger, kein Extremist. Nicht poli­tisch ori­en­tiert." Er ist auch kein Corona-Leugner. Das ist ihm wich­tig zu sagen, denn er weiß, wie schwie­rig es der­zeit ist, Kritik an den Corona-Maßnahmen zu äußern, ohne dabei selbst als Spinner ins Abseits zu gera­ten.

Bermpohl ist Diplom-Biologe und hat am Lehrstuhl für Mikrobiologie und Gentechnologie pro­mo­viert. Er bil­det Laborassistenten am Berufskolleg aus, ist als Krankenhaushygieniker aktiv, betreut Labore in Sicherheitsfragen und hat sich im Forschungsbereich mit dem Herz und Diabetes Zentrum Oeynhausen mit der Übertragung von vira­len Erregern durch raum­luft­tech­ni­sche Anlagen beschäf­tigt und die Ergebnisse ver­öf­fent­licht. Als Fachmann sagt er heu­te: "Hier läuft was falsch. Was das Robert-Koch-Institut da macht, ist unwis­sen­schaft­lich." Seine Kritik lau­tet: Die Corona-posi­tiv getes­te­ten Personen wer­den als Infizierte gewer­tet. "Dies ist infek­ti­ons­epi­de­mio­lo­gisch und auch sach­lich falsch!" Der Öffentlichkeit wer­de sug­ge­riert, dass es aktu­ell einen star­ken Anstieg der Corona-Infizierten gebe. "Stimmt nicht", behaup­tet Bermpohl.«

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ARD-Faktenfinder will Drosten entlasten – das geht schief

Er hat es gut gemeint mit C. Drosten, der Herr Rohwedder, "Faktenfinder" der ARD. "Drosten und die PCR-Tests – Was ist an den Vorwürfen dran?" fragt er heu­te auf tagesschau.de. Wir lesen u.a.:

»Nicht exakt genug oder viel zu emp­find­lich – aus bei­den Gründen soll der Polymerase-Kettenreaktion-Test (PCR) nicht geeig­net sein, um Infektionen zuver­läs­sig zu ermit­teln, behaup­ten sei­ne Kritiker. Für eine zu hohe Empfindlichkeit füh­ren sie nun aus­ge­rech­net den Virologen Christian Drosten von der Charité an, den Entwickler des SARS-Cov2-Infektionstests.

Dieser soll eine Kehrtwendung um 180 Grad voll­zo­gen haben. Der angeb­li­che Beweis: Ein Interview des Virologen mit der "Wirtschaftswoche" aus dem Jahr 2014, in dem Drosten die Testmethode für eine Übertreibung der Ausmaße der Mers-Epidemie ver­ant­wort­lich gemacht habe:

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Drosten: Kerngesunde in Meldestatistik

Aufsehen erre­gen­des teilt Christian Drosten in einem Interview mit wiwo.de mit. Es steht unter der Überschrift "'Der Körper wird stän­dig von Viren ange­grif­fen'". Dort ist zu lesen:

»Als in Bergamo Ende März die­sen Jahres aber plötz­lich eine gan­ze Reihe von Corona-Fällen auf­tauch­ten, ent­schie­den die dor­ti­gen Ärzte, alle Patienten und das kom­plet­te Krankenhaus­personal auf den Erreger zu tes­ten. Und dazu wähl­ten sie eine hoch­emp­find­li­che Methode aus, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

[Wiwo;] Klingt modern und zeit­ge­mäß.

Ja, aber die Methode ist so emp­find­lich, dass sie ein ein­zel­nes Erbmolekül die­ses Virus nach­wei­sen kann. Wenn ein sol­cher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötz­lich ein Corona-Fall. Wo zuvor Todkranke gemel­det wur­den, sind nun plötz­lich mil­de Fälle und Menschen, die eigent­lich kern­ge­sund sind, in der Meldestatistik ent­hal­ten. Auch so lie­ße sich die Explosion der Fallzahlen in Italien erklä­ren. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaub­lich hoch gekocht haben.

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Ein Gespenst geht um in Europa: die „Falldemie“

Der Herbst hat kaum begon­nen, da wird schon unser Winter ver­plant:

„Bundesgesundheitsminister Spahn hat eine neue Strategie für den Winter ange­kün­digt. […] Spahn zeig­te sich besorgt über die Dynamik der Corona-Infektionen in Frankreich, den Niederlanden und Spanien. Insbesondere in Spanien sei die Situation ent­glit­ten und nicht mehr unter Kontrolle, sag­te er.“ [1]

Immer soll man woan­ders hin­se­hen als auf die ein­hei­mi­schen Zahlen – außer nach Schweden, selbst­ver­ständ­lich. Bevor es wie ver­langt um „die Dynamik der Corona-Infektionen in Frankreich, den Niederlanden und Spanien“ geht, soll eine Graphik mit den euro­päi­schen Daten seit Januar [2] die Gesamtsituation ver­deut­li­chen. Dargestellt sind (in blau) die posi­tiv getes­te­ten „Fälle“, denen (in rot) Todesfälle, die mit COVID-19 in Verbindung gebracht wer­den, ent­ge­gen­ste­hen. Im Laufe des Sommers ist die Zahl der posi­tiv Getesteten auf den Höchststand vom Frühling zurück­ge­kehrt, aber ohne einen ent­spre­chen­den Anstieg der Todeszahlen. In Europa geht eine „Falldemie“ (von eng­lisch „case­de­mic“) um, die dadurch cha­rak­te­ri­siert ist, aus „Fällen“, also posi­tiv Getesteten zu bestehen – mehr nicht. Da der neue Anstieg durch einen Anstieg der durch­ge­führ­ten Tests zustan­de kommt, könn­te man die­ses Phänomen auch als Test-Epidemie bezeich­nen.

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Drosten: Dinge, die einfach mal gesagt werden mußten

Es ist nicht leicht, aus den vie­len Worten, die Christian Drosten der Podcast-Welt zukom­men läßt, die schöns­ten oder wenigs­tens wich­tigs­ten her­aus­zu­fin­den. Man muß sich die gesam­te Übertragung eher als Gesamtkunstwerk in einem Poetry-Slam (s.u.) vor­stel­len. Hier eini­ge Auszüge vom 1.9., unter ande­rem zur Nutzlosigkeit von PCR-Test:

»Da haben sich jetzt gera­de zwei Dinge mit­ein­an­der ver­mischt in mei­ner gan­zen Argumentation. Ich weiß nicht, ob Ihnen das auf­ge­fal­len ist. Ich habe ein­mal eine zeit­li­che Argumentation gemacht und eine Indikationsgruppenargumentation.
Korinna Hennig
Eine ört­li­che Argumentation sozu­sa­gen, ja.

Christian Drosten
Genau, oder sagen wir mal eine gesell­schaft­li­che oder eine medi­zi­ni­sche. Also ein­mal sage ich: Wir sind in der ers­ten Welle oder wir sind nicht mehr in der ers­ten Welle.

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JournalistInnen verstehen sich selbst nicht

"Falsch posi­ti­ve Ergebnisse bei aus­ge­wei­te­ten Corona-Tests?" Diese berech­tig­te Frage stell­te sich für wz.de am 2.9. Wie es sich gehört, steigt das Blatt ein mit:

»Der Verdacht kur­siert schon seit eini­ger Zeit: Könnte es sein, dass bei der momen­ta­nen Teststrategie vie­le Corona-Nachweise falsch posi­tiv sind, die Betroffenen also doch gar nicht infi­ziert sind – mit weit­rei­chen­den Folgen?

Christian Drosten, des­sen Labor für fach­li­chen Rat bei Coronaviren zustän­dig ist, sieht die­ses Problem nicht. Bei den Rechnungen sei­en ent­schei­den­de Faktoren wie Mehrfachtests nicht berück­sich­tigt…

Solche Tests sind ziem­lich genau, kön­nen aber in sehr sel­te­nen Fällen – das ist unter Experten ziem­lich unstrit­tig – auch dane­ben lie­gen. In der Folge bekommt in Einzelfällen auch ein­mal ein Nicht-Infizierter als Diagnose, infi­ziert zu sein.«
(Der Beitrag wur­de inzwi­schen ent­fernt.)

Kurz wird Dagmar Lühmann, Vizevorsitzende des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (EBM-Netzwerk) zitiert, die das erheb­lich kri­ti­scher sieht. Das aber kann nicht sein, denn:

„JournalistInnen ver­ste­hen sich selbst nicht“ wei­ter­le­sen