"Helfer im Tarnfleck an der Heimatfront"

Da wird das Herz noch der ver­bis­sens­ten Kriegsdienstverweigerer auf der Linken höher schla­gen. War man beim angeb­li­chen Brunnenbau am Hindukusch noch skep­tisch, kämpft die Truppe jetzt doch im Inland für die gute Sache. "Bundeswehr rüs­tet sich für Impfeinsatz" ist heu­te Morgen auf tagesschau.de zu lesen.

»In Hab-Acht-Stellung unterm Weihnachtsbaum – für vie­le Soldatinnen und Soldaten wer­den das eher unge­wöhn­li­che Feiertage: Die Truppe hat extra wegen der anste­hen­den Impfungen die Einsatzbereitschaft tau­sen­der Bundeswehr-Angehöriger erhöht. Die sind nun inner­halb von 48 oder gar 24 Stunden abruf­bar – soll­ten sie in den kom­men­den Tagen kurz­fris­tig gebraucht werden.

Im Bundesverteidigungsministerium rech­net man damit, dass bei den bevor­ste­hen­den Impfungen bis zu 6500 Soldatinnen und Soldaten zusätz­lich zum Einsatz kom­men könn­ten – wenn auch nicht alle auf einen Schlag.

Bereits jetzt ist die Bundeswehr in den Aufbau von Impfzentren ein­ge­bun­den. Doch so rich­tig gefor­dert sein dürf­te sie erst, wenn dort der Betrieb wirk­lich ange­lau­fen ist…

Ein Großteil der Soldatinnen und Soldaten dürf­te, so die Planungen, in den zahl­rei­chen, zivi­len Impfstätten gebraucht wer­den sowie die mobi­len Impfteams unter­stüt­zen. Denkbar ist dabei alles: Vom Bundeswehr-Arzt, der das Aufklärungsgespräch führt oder die Spritze setzt – bis hin zum Helfer im Tarnfleck, der orga­ni­sa­to­risch für einen mög­lichst rei­bungs­lo­sen Ablauf der Massenimpfungen sorgt…

20.000 Soldaten kämp­fen gegen Corona
Auch dar­über, dass Soldatinnen und Soldaten den Transport der wert­vol­len Impfdosen über­wa­chen könn­ten, war spe­ku­liert wor­den. Das jedoch dürf­te aus­schließ­lich der Polizei vor­be­hal­ten blei­ben. Die recht­li­chen Hürden für einen sol­chen – bewaff­ne­ten – Einsatz des Militärs im Innern wären extrem hoch.

Noch nie zuvor in ihrer Geschichte war die Bundeswehr an der soge­nann­ten "Heimatfront" so ein­ge­bun­den wie in die­sem Corona-Jahr: Insgesamt hat sie 20.000 Soldatinnen und Soldaten mobi­li­siert, um zivi­len Stellen bei der Bekämpfung der Pandemie bei­zu­sprin­gen. Rund die Hälfte davon, also 10.000, sind der­zeit aktu­ell ein­ge­bun­den und unter­stüt­zen die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, füh­ren Abstriche in Corona-Testzentren durch oder hel­fen in Alten- und Pflegeheimen aus. Nun könn­te noch ein Großeinsatz beim Impfen hin­zu­kom­men.«

Noch ist nicht die Rede von Kriegsgerichten.

Ganz frü­her gab es mal den lin­ken Spruch "Für den Profit der Reichen geht ihr über Leichen", ger­ne genom­men bei öffent­li­chen Gelöbnissen. Wie alle Parolen war er recht kurz gedacht, aber nicht falsch.

(Hervorhebungen nicht im Original.)

5 Antworten auf „"Helfer im Tarnfleck an der Heimatfront"“

  1. Ich war­ne beim Thema Impfen vor zu viel Humor.

    Dr. Michael Winkelmüller, Fachanwalt für Verwaltungsrecht und Partner bei Redeker Sellner Dahs (das ist Kanzlei, die Drosten gegen Füllmich ver­tritt), ist Herausgeber des Beck’schen Kommentars zum Infektionsschutzrecht. 

    Er hat im Tagesspiegel-Background am 14.12.2020 einen wirk­lich guten Aufsatz geschrie­ben zum Thema "war­um das neue Infektionsschutzgesetz kei­ne ver­steck­te Impfpflicht ent­hält und war­um es kei­nen Grund für den Gesetzgeber gibt, eine Impfpflicht zu verstecken."

    Der Grund: es gibt sie schon.

    "Die Behauptung, im IfSG wäre eine Impfpflicht „ver­steckt“, ist aber aus einem ande­ren Grund absurd: Eine Impfpflicht ist in § 20 ganz offen vor­ge­se­hen. Durch eine Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates kann das Impfen ange­ord­net wer­den. Das gilt für bedroh­te Teile der Bevölkerung, wenn eine über­trag­ba­re Krankheit mit kli­nisch schwe­ren Verlaufsformen auf­tritt und mit ihrer epi­de­mi­schen Verbreitung zu rech­nen ist. Diese Ermächtigung gibt es schon lan­ge. Sie geht zurück auf das Reichsimpfgesetz vom 1874."

    https://background.tagesspiegel.de/gesundheit/ifsg-versteckte-impfpflicht-fuer-alle?__cf_chl_jschl_tk__=cf95b132d0bc95cc0c453592c845b5ab532195af-1608730913–0‑AeNpxsmZLkdSNgDrDcwFMJIsrhIrFm3IJNe3Tl79fRIHxbM3Z01QJWR9sWPzy9lf6qZjvg86NDQ_YqW5zRwvas_P8pFsBpoOVZNLGHx01KtNY6OBYD1ambzou3F3fPuz46C6kUkVODa9aeBtXEItOUbvPpi8v5Ekd_5XxWj0rzTgtDX-Lh-EqxYqoyqmkXCYShKc82Hhywk7n_ydtIRj5ySV8a33RApPhsvomP3iFm6XHaiSQpLlCI86-OhdvLdlYlTrgSWSzy-qTJEb6jtFbslns0kwy_Crd7K7OYw6g_ceYU_4ulMBd45xBXdm60ajBnPYTp4nc9LuA2VabI8BIbHqkUAIOwM0-bmQ9nxVL9fOJjCjtQvfGu6HBVHzrTXQHsRc-6ZXzbwAr5Thz4UTM3hN9p3oZ5eColqIFJnfR879YFV-RpMsAn_fYbbaDJdHPA

    @aa: Sie weh­ren sich aa Stelle hier sehr gegen den Nazivergleich. Der Tod ist aber nicht das schlimms­te. Schlimmer ist, wenn man für Menschenversuche miss­braucht wird. Auch damals gab es Leute, die das für aus­ge­schlos­sen hiel­ten. Das waren die, die nicht recht­zei­tig die Flucht ergrif­fen haben – mei­ne Meinung.

    1. @some1: Anders als bei der Impfung heu­te war in den Todeslagern der Nazis das Töten Programm. Die Impfungen wur­den leicht­fer­tig zuge­las­sen, das beinhal­tet kri­mi­nel­le Menschenversuche. Ihr Ziel ist nicht die Auslöschung von "Rassen" oder poli­ti­schen GegnerInnen.

  2. Verdammt, beim Lesen der Passage "bis hin zum Helfer im Tarnfleck, der orga­ni­sa­to­risch für einen mög­lichst rei­bungs­lo­sen Ablauf der Massenimpfungen sorgt…" hat mir das Unterbewußtsein einen bösen Streich gespielt: "bis hin zum Helfer im Tarnfleck, der orga­ni­sa­to­risch für einen mög­lichst rei­bungs­lo­sen Abtransport der Impfleichen sorgt…"

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