Brandenburg: Hochzeiten erlaubt. NRW: Autokino mit Mindestabstand für Pkw

Der Tages­spie­gel bringt eine Über­sicht über das Cha­os nach den Ver­ein­ba­run­gen der Kanz­le­rin und der Minis­ter­prä­si­den­tIn­nen über "ein­heit­li­che" und "ver­bind­li­che" Maß­nah­men. Hier ein paar Per­len daraus:

Ber­lin:

»Es dür­fen sich also nicht drei Haus­hal­te in belie­bi­ger Kon­stel­la­ti­on tref­fen, son­dern nur ein Haus­halt von bis zu acht Per­so­nen mit zwei Ein­zel­per­so­nen, die jeweils eine eige­ne Woh­nung haben. Die Zahl von acht Per­so­nen ergibt sich aus der Ober­gren­ze von zehn Anwe­sen­den bei jeg­li­chen Treffen.«

Bran­den­burg:

»Eine Beson­der­heit: Hoch­zei­ten blei­ben aus­drück­lich erlaubt. Die Ver­an­stal­ter müs­sen aller­dings auf das Abstands­ge­bot, die Mas­ken­pflicht und Teil­neh­mer­be­gren­zun­gen achten…

Kin­der bis 14 Jah­re dür­fen sich in Bran­den­burg auf Spiel­plät­zen und ‑flä­chen unter dem frei­en Him­mel aus­to­ben – in Beglei­tung einer Aufsichtsperson.«

Sach­sen-Anhalt:

»Geöff­net blei­ben neben den Fri­seu­ren in Sach­sen-Anhalt auch Kosmetik‑, Sonnen‑, Nagel- und Tat­too­stu­di­os, die Fuß­pfle­ge und Ein­rich­tun­gen für den Reha-Sport. Auch der Unter­richt an Tanz- und Bal­lett­schu­len ist erlaubt, wenn Abstands- und Hygie­ne­re­ge­lun­gen ein­ge­hal­ten und die Tanz­part­ner nicht gewech­selt werden.

Eine wei­te­re Beson­der­heit: Zoo­lo­gi­sche und Bota­ni­sche Gär­ten sowie Tier­parks dür­fen geöff­net blei­ben, eben­so wie Biblio­the­ken, Archi­ve und die Volks­hoch­schu­len. Das Land hat also libe­ra­le­re Rege­lun­gen, die von den Coro­na-Beschlüs­sen von Bund und Län­dern abwei­chen.«

Nord­rhein-West­fa­len:

»Zwar sind in NRW wie beschlos­sen Film­vor­füh­run­gen in Kinos ver­bo­ten, aller­dings ist der Betrieb von Auto­ki­nos und Auto­thea­tern wei­ter­hin zuläs­sig, "wenn der Abstand zwi­schen den Fahr­zeu­gen min­des­tens 1,5 Meter" beträgt.

Eine Beson­der­heit: Um einen "unre­gu­lier­ba­ren Kun­den­an­drang" in den Geschäf­ten wäh­rend der Wochen­en­den zu ver­mei­den, dür­fen Geschäf­te am letz­ten Novem­ber-Sonn­tag und an den ers­ten drei Sonn­ta­gen im Dezem­ber öff­nen – und zwar zwi­schen 13 und 18 Uhr…

[Ver­bo­ten sind] Aus­flugs­fahr­ten mit Schif­fen, Kut­schen und his­to­ri­schen Eisenbahnen.

Wer sich Spei­sen aus einer Gast­stät­te in NRW mit­nimmt, muss sich drau­ßen aller­dings min­des­tens 50 Meter von dem Lokal ent­fer­nen, bis er oder sie anfan­gen darf zu essen

Ham­burg:

»Weit­ge­hend hat Ham­burg die Beschlüs­se des Coro­na-Gip­fels umge­setzt, aller­dings blei­ben in der Stadt Biblio­the­ken, Gedenk­stät­te und Kul­tur­zen­tren geöffnet.

Im Frei­en sind nicht-unter­hal­ten­de Ver­an­stal­tun­gen mit bis zu 100 Teil­neh­mern und in geschlos­se­nen Räu­men mit bis zu 50 Teil­neh­mern gestat­tet – wenn die Coro­na-Regeln befolgt wer­den, ein Schutz­kon­zept vor­liegt und ein zwei­ein­halb Meter Abstand zwi­schen Publi­kum und Büh­ne besteht.«

Bay­ern:

»Die Kon­takt­be­schrän­kun­gen in Bay­ern gel­ten auch aus­drück­lich im Pri­va­ten – in Woh­nun­gen und Häu­sern sind dem­nach nur Tref­fen mit Ange­hö­ri­gen des eige­nen und eines wei­te­ren Haus­stands erlaubt, in jedem Fall jedoch nur mit maxi­mal zehn Per­so­nen. Gär­ten und baye­ri­sche Seen wer­den eben­falls für Besu­cher geschlossen.«

»Kaum Frei­hei­ten in Hes­sen, Kita-Rege­lung in Niedersachsen«

4 Antworten auf „Brandenburg: Hochzeiten erlaubt. NRW: Autokino mit Mindestabstand für Pkw“

  1. Soll­te man bei den Abstän­den der Autos im Auto­ki­no nicht doch etwas dif­fe­ren­zie­ren: Autos mit Pol­len­fil­tern könn­ten dich­ter zusam­men­ste­hen und Rost­lau­ben müß­ten (wegen der vie­len Löcher) mehr Abstand ein­hal­ten. M.E. wür­de es sich anbie­ten, ein Fahr­zeug­klas­si­fi­ka­ti­ons­sys­tem zu schaf­fen, wel­ches die­se Eigen­schaf­ten berück­sich­tigt. Das wäre doch wie­der etwas für Scheu­er: sinn­los und zum Schei­tern verurteilt.

  2. Frü­her hat­ten wir Amts­schim­mel, die durch­aus auch in Hor­den (Her­den?) auf­ge­tre­ten sind. Mitt­ler­wei­le gras­siert wohl eine epi­de­misch viru­len­te Rege­lungs­wut, die unglaub­lich krea­ti­ve Muta­tio­nen beinhal­tet und nicht mal mehr schein­ba­re Sinn­lo­sig­kei­ten aus­las­sen will. Und am Schlimms­ten ist, dass die Ver­ant­wort­li­chen für das zu Ver­ant­wor­ten­de noch alle­mal bei­na­he plau­si­ble Argu­men­te finden.

  3. Hoch­zeit mit Abstand und Maske?
    Das wird garan­tiert ein unver­geß­li­cher Tag sein und bleiben…

    (Und daß ja jemand kon­trol­liert, ob das auch in der Hoch­zeits­nacht beim Braut­paar so gehand­habt wird)

  4. Ein Staat, in dem man als Bür­ger gar­nicht mehr sicher­stel­len kann, dass man nicht gegen Geset­ze oder Ver­ord­nun­gen ver­stößt (ich fah­re von einem Bud­nes­land ins ande­re, muss ich dann die gan­zen Ver­ord­nun­gen erst stu­die­ren, gilt mor­gen noch was ges­tern galt, völ­lig tri­via­le All­tags­din­ge wer­den plötz­lich ver­bo­ten, …?) ist ein Unrechtsstaat.

    Rechts­si­cher­heit bedeu­tet auch Rechts­be­stän­dig­keit und Nach­voll­zieh­bar­keit von Recht.

    Jeden abend die uner­träg­li­chen Haupt­nach­rich­ten anschau­en zu müs­sen, um über die aktu­el­le, stän­dig ande­re Rechts­la­ge infor­miert zu sein, ist viel­leicht für Dik­ta­tu­ren mit lau­nen­haf­ten Füh­rern normal.

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