Die Siegesgöttin des "Spiegel" trauert um ihr "Impfzentrum"

Ich hat­te kei­ne Lust zu recher­chie­ren, was Nike Laurenz tat, als sie dort "im April/Mai 2019 stell­ver­tre­ten­de Projektleiterin des Snapchat-Teams" war. Heute ist sie "Redakteurin im Ressort Leben" und schreibt am 31.8. unter dem Titel "Größtes deut­sches Impfzentrum schließt: Für mich die Nadel der Welt":

»Wer im Impfzentrum war, kann es viel­leicht ver­ste­hen: Es ist trau­rig, dass es bald nicht mehr exis­tiert – und es macht stolz, dort gewe­sen zu sein. Hymne auf einen schon jetzt his­to­ri­schen Ort.

Am 22. Juni schrieb ich in die Familiengruppe bei WhatsApp, dass ich es end­lich geschafft hät­te. »Es ist SOOO rie­sig«, schrieb ich, gemeint war das Impfzentrum. Später foto­gra­fier­te ich mei­nen Oberarm mit Pflaster drauf und jag­te das Bild durch alle Chatgruppen.

Ich ging ins Freibad, wo ich drei Freunden noch mal das Pflaster zeig­te und noch mal erzähl­te, »abge­fah­ren«, »was ’ne Stimmung«, »die­se gan­ze kras­se Organisation und die Leute!«, und in den kom­men­den Tagen bekam jeder, den ich traf, die Ich-war-im-Impfzentrum-Story zu hören, und wer auch schon da war, der nick­te…«

Viele irre Helferinnen und Helfer

»Ich habe mir neu­lich vor­ge­stellt, wie ich grau und mit Stricknadeln im Schoß auf einem Sofa sit­ze und einem Kind erzäh­le, dass ich dabei gewe­sen bin. Wie ich sage: Es gab dort irre vie­le Helferinnen und Helfer in wei­ßen Pullovern, die mich durch Schleusen lei­te­ten, es gab Taschenkontrollen, Rollstühle, die bereit­stan­den, Pfeile, die in Richtungen wie­sen, Flatscreens, auf denen »Schön, dass du da bist« stand oder der Impfstoff wie das Gericht des Tages in der Großkantine, es gab Ruheräume und Limo für umsonst, und die Atmosphäre war ver­rückt. Man hat­te das Gefühl, dass alle gern dort arbei­te­ten!«

Ich stel­le mir gera­de Nike im Jahr 2057 vor, mit einem mas­kier­ten Kind auf dem Schoß, wie sie ihm begeis­tert erzählt von "Pfeilen, die in Richtungen wie­sen" und "Limo für umsonst". Und wie das Kind irri­tiert auf­lacht und die Flucht ergreift:

»In mei­ner Vorstellung lacht das Kind nur und rennt wie­der los, und ich gucke aus dem Fenster und habe kaum was ver­ges­sen. Die Impfzentrum-Story als Teil eines Lebens, über die man sich damals so oft aus­ge­tauscht hat: Und, wie war’s bei dir im Impfzentrum? – Also, bei mir war’s so, ich wur­de in die­ser Wahnsinnshalle ganz demü­tig, ich mei­ne, was für einen Respekt bekommt man da vor der Wissenschaft?«

Wie soll das Kind auch nicht ver­stört sein bei der glück­se­li­gen Schilderung eines Ortes irgend­wo zwi­schen Friedhof und Reichsparteitagsgelände?

»Das Impfzentrum als Ort, der gleich­mach­te, egal ob pri­vat oder gesetz­lich ver­si­chert. Der Vertrauen von uns abver­lang­te und es bekam und der gleich­zei­tig beson­de­ren Schutz brauch­te, weil er Gegnerinnen und Gegner hat­te, die die­ses Vertrauen nicht auf­brin­gen woll­ten oder konn­ten und die drum­her­um auf­mar­schier­ten. Das Impfzentrum als Ort, der trotz­dem blieb, weil er die natio­na­le Antwort auf eine glo­ba­le Frage war…

Der Ort, der ja auch für Massen geschaf­fen wur­de, allein in Hamburg für ins­ge­samt 1,16 Millionen Impfungen, für 8800 Liter Desinfektionsmittel, für 400.000 Tassen Kaffee und 100.000 Tassen Tee und für 300.000 Schokoriegel…

Wenn ich dem­nächst am Impfzentrum vor­bei­lau­fe, wird es keins mehr sein. Nur noch die Halle, kei­ne Schlangen mehr, kein drän­geln­des Auto mehr auf der Zufahrtstraße, die von ein paar Bäumen gesäumt ist, in deren Rinden man hin­ein­rit­zen könn­te: 22. Juni 2021. Ich war hier.«

Wenigstens hat sie uns ein Foto über­las­sen vom sei­ner­zei­ti­gen Sonderangebot:

27 Antworten auf „Die Siegesgöttin des "Spiegel" trauert um ihr "Impfzentrum"“

    1. Hm, weiss nicht. Es gibt Menschen, die sind der­art ein­fäl­tig und lang­wei­lig, dass ich mir schon vor­stel­len kann, dass Manche da einen Besuch im Impfzentrum als ein beson­de­res Erlebnis feiern.

  1. Ist das echt oder eine Satire? Die Frage stell­te ich mir aber nur kurz, dann mitt­ler­wei­le weiß ich ja, wie es um das Niveau des deut­schen Journalismus, auch und gera­de beim Spiegel, bestellt ist. Trotzdem: Es haut mich aus den Schuhen, was die Frau Nike da von sich gibt. Und es zeigt, dass es sich wirk­lich um einen Corona- und Impfkult han­delt, eine Religion oder eine Sekte. Und wie bei allen Sekten sind die Mitglieder wegen der Gehirnwäsche geis­tig völ­lig bene­belt. Oder ist in dem klei­nen Pieks was drin, was der­lei geis­ti­ge Umnachtung bewirkt? Halleluja.

    1. Habe heu­te in der Gaststätte (Außenbereich) die "Bildzeitung der Intellektuellen" (aka Spiegel) gele­sen. Und ja, der Spiegel ver­kommt zu einer schlecht­ge­mach­ten "Schöler"-Zeitschrift. Das inhalt­li­che Niveau und die Bandbreite der Texte sind unter aller Sau. Nicht les­bar, ohne sel­ber Schaden vom Lesen im Spiegel zu nehmen.

  2. Frage mich, was Nemesis (Göttin des Zorns) zu die­ser Art von Berichterstattung sagen würde:

    "Die ame­ri­ka­ni­sche Behörde FDA, die für Medikamente zustän­dig ist, warnt vor der Nutzung eines Wurmmittel für Pferde durch Menschen. Hintergrund ist eine Forderung des Trump-Getreuen Rand Paul. Er nimmt das Mittel bereits selbst ein.

    Die ame­ri­ka­ni­sche Zulassungsbehörde für Medikamente, FDA, warnt vor der Einnahme eines Mittels, das für Nutztiere vor­ge­se­hen ist und nicht gegen Corona zuge­las­sen wur­de. Die Behörde schrieb auf Twitter: "Du bist kein Pferd. Du bist kei­ne Kuh. Wirklich Leute. Hört damit auf." Die FDA hat Ivermectin nicht zur Behandlung oder Vorbeugung von Covid-19 beim Menschen über­prüft. Ivermectin-Tabletten sind in sehr spe­zi­fi­schen Dosen für eini­ge para­si­tä­re Würmer zuge­las­sen, und es wird bis­wei­len für Hauterkrankungen ein­ge­setzt. Der Wirkstoff ist aber kein anti­vi­ra­les Mittel. Nach Angaben der FDA ver­ur­sacht die Einnahme gro­ßer Dosen die­ses Medikaments ernst­haf­te Schäden und kann sehr gefähr­lich sein

    "https://www.t‑online.de/nachrichten/ausland/usa/id_90715690/us-behoerde-warnt-wurmmittel-hilft-nicht-gegen-corona.html

    —————————————————–
    Robert W Malone, MD@RWMaloneMD
    28. Aug.

    Ivermectin – one form is for hor­ses, the other for humans. Simple stuff. Making it easy to under­stand. Is that suf­fi­ci­ent­ly clear? #Propaganda
    @maddow
    @MSNBC
    @FDA_Drug_Info
    @US_FDA"

    —————————————————-

    Robert W Malone, MD@RWMaloneMD

    As I was saying…

    (Bitte Foto anschau­en unter unten­ste­hen­dem link)

    https://​twit​ter​.com/​R​W​M​a​l​o​n​e​M​D​/​s​t​a​t​u​s​/​1​4​3​2​1​6​6​7​9​5​6​5​0​2​0​7​750

  3. Arme Maus – wenn es noch eines Beweises bedurft hät­te: es ist ein Kult, zweifelsfrei. 

    Aber es gibt ein klei­nes Fünkchen Hoffnung, viel­leicht machen die ja bald wie­der auf? 

    Die Neuauflage des Impfpasses bie­tet immer­hin eine Extra-Seite mit 7 Zeilen für "Schutzimpfungen" gegen COVID-19. Hm – ob das rei­chen wird?
    https://​shop​.aerz​te​ver​lag​.de/​f​o​r​m​u​l​a​r​e​-​d​o​k​u​m​e​n​t​a​t​i​o​n​/​2​3​0​4​-​i​n​t​e​r​n​a​t​i​o​n​a​l​e​r​-​i​m​p​f​a​u​s​w​e​i​s​-​a​k​t​u​e​l​l​e​-​n​e​u​a​u​f​l​a​g​e​-​2​0​2​1​.​h​tml

  4. Es gibt ja so eini­ge, die davon aus­ge­hen, dass Nike wohl genau wegen die­ses "Events", von dem sie so ger­ne einem Kind erzäh­len wür­de, das Jahr 2057 nicht mehr erle­ben wird…

  5. Gibt's auch eine Rubrik "Tragisch/Komisch"?
    Amüsant/Makaber trifft es viel­leicht nicht ganz.
    Das ist fast schon so bit­ter, dass dar­über zu läs­tern kei­nen rich­ti­gen Spaß macht.

  6. Um ihren Realitätsverlust erträg­li­cher zu machen flüch­tet sich die Schreiberin in die infan­ti­le Regression.
    Sie weiss wohl selbst nicht so genau, ob sie "in die­ser Wahnsinnhalle ganz demü­tig" oder in die­ser demü­ti­gen­den Halle ganz wahn­sin­nig wurde.

  7. .…..gibt es wirk­lich Leute die so wenig in Ihrem Leben erlebt haben, dass das eine Geschichte für die Enkel wird.….….… Nicht aus­zu­den­ken was die Enkel sich sonst noch alles anhö­ren müssen.

  8. Also selbst wenn ich die Impfung total toll fin­de, zu sol­chen Elegien könn­te ich mich nie hin­rei­ßen lassen.
    Das ist ganz hart zwi­schen Fremdschämen und Kindergarten.

  9. Ich hab den Link zum Artikel heu­te mor­gen von mei­nem Bruder bekom­men und dach­te, unglaub­lich, Satire zum Thema Impfen – im Spiegel???

    Beim 2.ten Satz merk­te ich dann aber, Moment, das Kind meint das Ernst.

    Ich habe dann aber noch mal von vor­ne gele­sen und doch eher Mitleid bekom­men. Wer weiß was hier in frü­her Kindheit/Jugend schief gelau­fen ist, even­tu­ell sind ja auch post­trau­ma­ti­sche Belastungsstörungen mit ver­ant­wort­lich für die­sen wir­ren Artikel.

    Oder gibt es viel­leicht bereits einen Virus der Infantilität ver­ur­sacht? Dann aber schnell einen Impfstoff entwickeln…

  10. Durch Taschenkontrollen bekommt man Respekt vor der Wissenschaft. Ganz groß­ar­tig. Da hat­te ich jahr­zehn­te­lang eine fal­sche Vorstellung vom Wesen der Wissenschaft. Meiner Meinung nach klemm­te bei der Redakteuse irgend­wo die Ironietaste.

  11. Wenn das kein Auftragstext aus einer PR-Agentur ist, bei dem sich die stu­den­ti­sche Praktikantin mal blu­mig von der Seele schrei­ben konn­te, wie sie sich ein gut­ge­hen­des Impfzentrum vor­stellt, dann fres­se ich einen Besen mit Stiel!

  12. "Es gab dort irre vie­le Helfer". Ich habe vie­le irre Helfer gelesen…

    "Also, bei mir war’s so, ich wur­de in die­ser Wahnsinnshalle ganz demütig"
    Alles klar…

  13. Ja, das ist ein Musterbeispiel einer Pandemistin, die einen ganz tiiiie­fen Einblick in ihre Psyche gibt, ohne es zu merken.

    "Nadel der Welt" – AUA!
    Christiane F. goes cosmic …

  14. Derweil hebt an, was Nike und den übri­gen "Solidaritätswilligen" u.U. bevor­ste­hen könnte:
    https://​taz​.de/​I​n​t​e​n​s​i​v​m​e​d​i​z​i​n​e​r​-​u​e​b​e​r​-​I​n​z​i​d​e​n​z​w​e​r​t​/​!​5​7​9​1​6​84/

    "taz: Herr Professor Wenk, die Inzidenzen sind in Düsseldorf drei­mal so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Merken Sie das auch auf der Intensivstation?
    Manuel Wenk: Vor vier Wochen hat­ten wir genau null Covidpatienten auf unse­rer Intensivstation. Und heu­te ist schon wie­der ein Fünftel der ver­füg­ba­ren Intensivbetten [25 an der Zahl] mit ihnen belegt. Es nimmt jetzt gera­de zu, ganz klar.

    taz: Was sind das aktu­ell für Erkrankte?
    M.W.: Unser jüngs­ter Patient ist Anfang 20 und der ältes­te 58 Jahre alt. Alle sind nicht geimpft.

    taz: Hören Sie bei Ihren Pa­ti­en­t*in­nen so was wie: Ach Mist, hät­te ich mich doch imp­fen lassen?
    M.W.: In der aktu­el­len Krankheitsphase ist das kein Thema."

    Was, wenn es kein Thema wer­den soll, weil die Betroffenen eben DOCH geimpft sind, und hier wie befürch­tet, ADE zuschlägt?

  15. Ich wet­te, dass die Firma IBM (USA) bei der Organisation des Lagerbetriebs mit­ge­hol­fen hat. Die haben dafür schon vor fast einem Jahrhundert auf die "Digitalisierung" gesetzt und sind heu­te ganz vor­ne bei der Verteilung der Zertifikate für die neue Freiheit dabei.

  16. Dieses Geschwubbel klingt irgend­wie nach der Spiegel-Aktion "Globale Gesellschaft". Hat die gute Nike viel­leicht schon mal für unse­ren freund­li­chen Software-Milliardär geschrie­ben, oder ist das etwa ein Bewerbungsschreiben für BillyBoy? Oder – noch schlim­mer – sind die etwa alle so beim Spiegel?

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