"Entkopplung der Verbraucherstimmung vom Infektionsgeschehen"

Auch der Handelsverband läßt model­lie­ren. Überrascht fin­det er her­aus: Menschen wür­den ger­ne mal wie­der shop­pen gehen.

»HDE-Konsumbarometer:
Die Kauflaune steigt trotz der Infektionslage
Die Menschen neh­men die gegen­wär­tig hohen Corona-Infektionszahlen in Deutschland zwar durch­aus zur Kenntnis, aber ihre Lust am Kaufen wird dadurch offen­bar nicht klei­ner. Diesen Schluss legt das Ergebnis des aktu­el­len Konsumbarometers nahe, das der Handelsverband Deutschland (HDE) am Dienstag ver­öf­fent­licht hat. Der Index sei den zwei­ten Monat in Folge gestie­gen und habe damit fast das Niveau aus dem ver­gan­ge­nen Jahr erreicht, als die Pandemie gera­de ihren Anfang genom­men habe, erklär­te der HDE: „Noch deut­li­cher als im Vormonat ist somit eine Entkopplung der Verbraucherstimmung vom Infektions­­geschehen zu beobachten.“
Das HDE-Konsumbarometer basiert auf einer Umfrage unter 2000 Personen unter ande­rem zur Anschaffungsneigung, Sparneigung und aktu­el­len finan­zi­el­len Situation der Verbraucher. Wichtig: Abgefragt wird hier nicht das aktu­el­le Konsumverhalten, son­dern die erwar­te­te Stimmung in den kom­men­den drei Monaten.«

Ach so.

»Auch die Sparneigung der Deutschen geht noch nicht so stark zurück, wie das für den Handel vor allem in den Innenstädten wün­schens­wert wäre. Wenn Konsum in den ver­gan­ge­nen Monaten statt­ge­fun­den hat, dann hat er sich ja häu­fig ins Internet ver­la­gert. Aber der lock­down­be­ding­te Konsumverzicht der ver­gan­ge­nen Monate hat vie­len auch einen zusätz­li­chen finan­zi­el­len Spielraum ver­schafft, auf den die Warenanbieter im Sommer und Herbst set­zen. Im ver­gan­ge­nen Jahr war die Sparquote in Deutschland auf 18 Prozent gestie­gen, weil man zu einem Großteil der Zeit weder ein­kau­fen noch in einem Restaurant essen oder in Urlaub fah­ren konnte.«
rp-online.de

5 Antworten auf „"Entkopplung der Verbraucherstimmung vom Infektionsgeschehen"“

  1. Was für bahn­bre­chen­de Erkenntnisse!

    Was mich und mei­ne Frau betrifft: Wir kau­fen nur das Allernötigste, also in ers­ter Linie Lebens- und Genussmittel. Außer Büchern und Noten wird nichts online bestellt. Hin und wie­der las­sen wir uns Speisen lie­fern. Trotz regem Demoverkehr durch ganz Deutschland sind die Fahrtkosten nied­ri­ger denn je, weil wir immer zu viert oder fünft fah­ren. Selbst dann, wenn Urlaub irgend­wie wie­der mög­lich sein soll­te, wer­den wir solan­ge dar­auf ver­zich­ten, bis Test‑, Masken‑, Reservierungs- und Registrierungsterror der Vergangenheit ange­hö­ren. Das gilt auch für Kino‑, Konzert- oder Ausstellungsbesuche. Kann alles noch lan­ge dau­ern. Unsere Würde ist untest­bar, unmas­kier­bar, unregistrierbar.

    1. "Unsere Würde ist untest­bar, unmas­kier­bar, unre­gis­trier­bar." Ganz herz­li­chen Dank für die­sen Satz. Den wer­de ich mir mer­ken und selbst ver­wen­den. Auch mit Ihren übri­gen Aussagen kann ich mich zu 100% identifizieren.

  2. Haben die mal model­liert wo dann ein­ge­kauft wird?
    In mei­nem Fall kann mich der Einzelhandel noch mehr kreuz­wei­se, wenn Sie Tests oder Termine und Maske ver­lan­gen, kau­fe ich eben wei­ter im Internet. Nicht, dass das nicht frü­her auch schon güns­ti­ger war und man nicht erst x Läden abklap­pern muss­te um zu fin­den oder bestel­len zu las­sen was man wollte.

  3. Hat man auch nach­ge­fragt, ob die Leute dabei auch die Neigung ver­spü­ren, sich vor dem Shoppen oder essen gehen stän­dig tes­ten zu las­sen? Im Saarland scheint man da ziem­lich zuver­sicht­lich zu sein.
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article229809435/Corona-Saarland-Lockdown-Ende-Kinos-und-Restaurants-offen.html
    Schau'n wir mal, wie die nächs­te Runde von MP und BK ver­läuft. Mich wür­de es übri­gens nicht wun­dern, wenn, für den Fall, dass ihre Vorstellungen sich nicht durch­set­zen las­sen, Merkel zurück tritt. Ich habe den Eindruck, Laschet scharrt schon in den Startlöchern. Mit sei­nem "Brücken-Lockdown" hat er sich so deut­lich und laut posi­tio­niert wie vor­her nie. Weiß der etwas?

    1. Und gleich im Anschluß das abso­lu­te Gegenteil, nicht nur auf die Himmelsrichtung bezogen:
      "Ab Mittwoch (7. April) dür­fen die Leute nur noch mit einem trif­ti­gen Grund vor die Tür – die­se Ausgangsbeschränkung gilt ganz­tä­gig. Das Skurrile: Gleichzeitig dür­fen Geschäfte und Museen aus­drück­lich offen blei­ben. Nur darf die nie­mand besu­chen, weil das kein trif­ti­ger Grund im Sinne der Verordnung ist."
      https://www.rtl.de/cms/knallhart-lockdown-in-leipzig-menschen-duerfen-nur-noch-mit-triftigem-grund-vor-die-tuer-4736210.html
      Das gehört wahr­schein­lich bei­des in die Rubrik "Tollhäuser".

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