Für Boostern überwiegend B‑Ware

Das kommt bekannt vor. Die MP-Konferenz beschließt etwas, und am Folgetag erweist es sich als undurch­führ­bar. Wie gesagt: Gelassen bleiben!

»Hausärzte in MV empört über Kürzungen bei Impfstoff Biontech
Der Bund will die Menge des Impfstoffs Biontech offen­bar kon­tin­gen­tie­ren. Hausärzte sol­len pro Woche vor­erst nur 30 Dosen zur Verfügung gestellt bekom­men, das reicht für 30 Impfungen, sechs pro Tag. Für Impfzentren soll die Wochenration auf 1.020 Dosen fest­ge­legt wer­den. Darüber hat der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Thomas Steffen, die Länder informiert…

"Katastrophe für die Impfkampagne"

Der Chef des Hausärzte-Verbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Stefan Zutz, reagier­te im Gespräch mit dem NDR scho­ckiert. "Es wäre eine Katastrophe für die Impfkampagne", sag­te er. 30 Dosen pro Praxis pro Woche wür­den über­haupt nicht aus­rei­chen, um dem Andrang Herr zu wer­den. Eine Beschränkung schaf­fe nur neue Verunsicherung. Viele bereits ver­ein­bar­te Termine mit Impfwilligen könn­ten so nicht ein­ge­hal­ten wer­den. "Wenn das wirk­lich so kommt, dann bre­chen unse­re Mitarbeiter zusam­men", so Zutz…

Drese mahnt "einheitliches Vorgehen an

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) sag­te, sie kön­ne die Forderung, Moderna ein­zu­set­zen, über­haupt nicht nach­voll­zie­hen. "Das ist das völ­lig fal­sche Signal", so Drese. Die Menschen wür­den auf Biontech set­zen, dass sei auch der Impfstoff, der in Mecklenburg-Vorpommern nahe­zu aus­schließ­lich ver­wen­det wur­de. Moderna kön­ne höchs­tens zusätz­lich ein­ge­setzt wer­den. Sie sei über­rascht von dem Schreiben des Bundes, das sei vor­her nicht abge­stimmt gewesen.«
ndr.de (19.11.)

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung informiert:

»Kurzfristige Mitteilung des BMG: Für BioNTech/Pfizer ab Ende November wieder Höchstbestellmengen – Moderna unbegrenzt bestellbar

… Bereits ab der Woche vom 29. November bis 5. Dezember wird BioNTech/Pfizer kon­tin­gen­tiert. Vor allem Auffrischimpfungen, für die ein mRNA-Impfstoff zu ver­wen­den ist, wer­den dann bei über 30-Jährigen ver­mehrt mit Spikevax von Moderna erfol­gen müssen.…

Deutlich erhöhter Aufklärungsbedarf

„Wir rech­nen mit deut­lich erhöh­tem Beratungs- und auch Aufklärungsbedarf für die Ärztinnen und Ärzte, weil Patientinnen und Patienten, die mit BioNTech/Pfizer im Rahmen ihrer Grundimmunisierung geimpft wur­den, nun eine Auffrischimpfung mit Moderna erhal­ten wer­den“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Vorstandsvorsitzende, Dr. Stephan Hofmeister…

Personen unter 30 Jahren sowie Schwangere sol­len laut STIKO nicht mit Moderna, son­dern mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer geimpft werden. «
kbv.de (19.11.)

Update

Moderna droht zu verfallen

»"Gleichzeitig soll­te auch der Impfstoff von Moderna für Auffrischungsimpfungen ver­mehrt zum Einsatz kom­men, da andern­falls ab Mitte des 1. Quartals 2022 der Verfall bereits ein­ge­la­ger­ter Moderna-Impfstoffe droht", heißt es in dem Schreiben von Gesundheits-Staatssekretär Thomas Steffen an die Bundesländer. "Es muss uns ein gemein­sa­mes Anliegen sein, dies mit allen Mitteln zu ver­hin­dern."«
tagesschau.de (19.11.)

13 Antworten auf „Für Boostern überwiegend B‑Ware“

  1. Ich will ne Levis. kriegs­te nich . c&a ist gut genug..
    .. das Niveau der dis­kus­sio­nen um soge­nann­te Impfstoffe erin­nert mich an das der 70er über blaue Baumwollhosen.
    erst vie­le jah­re spä­ter wur­de mir klar, dass Mutter Recht hatte.

    Vergleich hinkt selbst­re­dend, ne Jeans kann man ausziehen..

  2. Meine Hausärztin (SL) hat sich ges­tern auch beschwert, weil kein Spritzzeugs gelie­fert wird.

    Ja, sie "impft". Dennoch ist sie für mich eine gute Ärztin. Sie hat mich ein­mal gefragt, ob ich mich … Meine Antwort: "Ach ne, las­sen sie mal"
    Seither fragt sie nicht mehr, behan­delt mich aber in jeg­li­cher Weise gut.

  3. Ist es denn nicht so, dass bei Kreuzimpfungen die "Impfdurchbrüche", also das Impfversagen, in der Statistik als Covid eines Ungeimpften geführt wird?
    Wäre ja ganz prak­tisch für die Herrschaften, wenn die Inzidenzen sepa­rat nach geimpft und unge­impft aus­ge­ge­ben werden.
    Der schwar­ze Peter liegt da dann ja wie­der bei den pösen räääsch­ten Spritz-Verweigerern.….

    In Großbritannien gibt es übri­gens auch nur Moderna zum Boostern.….

    1. @ Tanja: Das wäre mir neu, aber bei den vie­len über 70- jäh­ri­gen, die bereits im Januar, März und April geimpft wur­den, gilt der Impfstatus als abge­lau­fen, d.h. sie wer­den sta­tis­tisch wie Ungeimpfte gezählt, bis sie "geboos­tert" sind. Senior:innen bedür­fen i.d.R. auf­grund chro­ni­scher Leiden öfter einer kli­ni­schen Behandlung und müs­sen bei Aufnahme getes­tet wer­den. Je nach­dem, bis zu wel­chem ct- Wert das jewei­li­ge Labor die PCR- Tests als posi­tiv zählt, rekru­tie­ren sich dann die Panikzahlen angeb­lich "Infizierter" und deren Kontakte als "Verdachtsfälle". Wer in der Klinik als "posi­tiv Getester" stirbt (mit oder ohne Symptome), geht als Covid'19- Toter in die Statistik ein. Auch da zäh­len man­che Ungeboosterte u.U. als Ungeimpfte.

  4. Die Begründung dafür ist wie gewohnt nur am Patientenwohl orientiert:

    "Gleichzeitig soll­te auch der Impfstoff von Moderna für Auffrischungsimpfungen ver­mehrt zum Einsatz kom­men, da andern­falls ab Mitte des 1. Quartals 2022 der Verfall bereits ein­ge­la­ger­ter Moderna-Impfstoffe droht", heißt es in dem Schreiben von Gesundheits-Staatssekretär Thomas Steffen an die Bundesländer. "Es muss uns ein gemein­sa­mes Anliegen sein, dies mit allen Mitteln zu verhindern."

    https://www.tagesschau.de/inland/biontech-155.html

  5. Stadthalter lie­fern. Sie sind tributpflichtig. 

    Auch an Panscher, die wäh­rend ihrer gesam­ten Existenz noch nie ein Produkt am Markt eta­blie­ren konn­ten – nicht in der Vergangenheit und auch nicht im Jetzt. Trotz 20 Versuchen.

    Überleben tun sie trotz­dem. Welche Funktion also haben sie, müss­ten sie doch aus zunächst logisch erschei­nen­den Gründen bereits in den ewi­gen Jagdgründen schlummern. 

    11 Jahre erfolg­lo­se Arbeit kann sehr erfolg­reich sein, wenn sie ande­ren Zwecken dient.

  6. Frage in die Runde:

    Gibt es in unse­ren Nachbarländern frei­ge­ge­be­ne klassische
    Impfstoffe oder wird über­all die mRNA Brühe verzapft ?

    Sorry, wenn es auch in die Rubrik off-topic gehört.

  7. Vielleicht ein wenig außer­halb des Themas. Bin 60 und hat­te nie einen Hausarzt. Bin jedes­mal erstaunt wie­viel Menschen den haben und offen­bar benö­ti­gen. — Oder ist das doch ein Teil des Problems?

    1. Da sind wir schon zwei vom Jahrgang. 🙂 Kein Hausarzt.
      Im Laufe mei­nes Lebens habe ich gelernt, auf mei­nen Körper zu hören. Z.B. wenn er mal Ruhe braucht.
      Ein mal im Jahr Zahnarzt. Der hat aber auch schon 15 Jahre nix gebohrt. 🙂

    2. @PeKaSa

      Es gibt Menschen, die mit Voraussetzungen zur Welt kom­men, für die sie nichts können. 

      Das kapi­tal- und pro­fit­ge­trie­be­ne Gesundheitssystem ver­langt ana­log zum gesell­schaft­li­chen (Kapitalismus ist ein gesell­schaft­li­ches System, kein wirt­schaft­li­ches) kapi­tal­ori­en­tier­te Ausbeutung auch des mensch­li­ches Körpers und sei­ner Organe. 

      Zu mei­ner Zeit (über 30 Jahre ist das her) sag­te unser Chemie-Lehrer, der Körper eines Menschen sei 3 DM schiess­mich­tot wert. 

      Als er das sag­te, war das aus der Sicht eines Verwertungskapitalisten rich­tig. Jetzt nicht mehr. 

      DU (dein Körper) BIST (ist) KAPITAL (Recht)!

      Huxley war Eugeniker.

    3. Ich war immer (30 Jahre lang) sehr froh über mei­nen Hausarzt, der mir oft gehol­fen hat, mit dem ich mich immer ger­ne unter­hal­ten habe (über unser Viertel, über Literatur und dies und das), der mir ein­mal ziem­lich sicher das Leben geret­tet hat (per Intuition) und der mir von einer Grippeimpfung immer abge­ra­ten hat. Leider ist er seit zwei Jahren in Rente.

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