Für Spagat ist es zu spat

"Die Lin­ke" in Nie­der­sach­sen teilt am 24.9. mit:

»Auf­klä­rung und unkom­pli­zier­te Impf­an­ge­bo­te statt Ein­schrän­kung der Lohnfortzahlung

Gesund­heits­mi­nis­ter von Bund und Län­dern haben sich am Mitt­woch dar­auf ver­stän­digt, dass die meis­ten nicht Geimpf­ten bei Ver­dienst­aus­fäl­len wegen ange­ord­ne­ter Coro­na-Qua­ran­tä­ne vom 1. Novem­ber an kei­ne Ent­schä­di­gung mehr bekom­men. In Nie­der­sach­sen sol­len nicht gegen Coro­na geimpf­te Per­so­nen schon vom 11. Okto­ber an kei­nen Ersatz mehr für Ver­dienst­aus­fäl­le wegen einer ange­ord­ne­ten Qua­ran­tä­ne bekom­men. Dazu erklärt Lars Leo­pold, Lan­des­vor­sit­zen­der der nie­der­säch­si­schen LINKEN: 

„Die Lohn­fort­zah­lung ist eine sozia­le Errun­gen­schaft – vor allem für die­je­ni­gen, die auch im Krank­heits- oder Qua­ran­tä­ne­fall drin­gend dar­auf ange­wie­sen sind, wei­ter den Lebens­un­ter­halt für sich und ihre Fami­li­en bestrei­ten zu kön­nen. Und genau hier setzt die Regie­rung an, um den Druck auf nicht Geimpf­te mas­siv zu erhö­hen. Die­ser unver­hält­nis­mä­ßi­ge Druck ist höchst unso­zi­al und kommt einer Impf­pflicht durch die Hin­ter­tür gleich, die vor allem abhän­gig Beschäf­tig­te trifft und gera­de bei Geringverdiener:innen zu exis­ten­zi­el­len Not­la­gen füh­ren würde.“

Leo­pold wei­ter: „Ja, auch DIE LINKE will, dass mög­lichst vie­le Men­schen geimpft wer­den. Dazu braucht es aber Über­zeu­gungs­ar­beit und Auf­klä­rung und kei­nen Zwang. Der ist kein sinn­vol­les Mit­tel, um die all­ge­mei­ne Impf­be­reit­schaft zu erhö­hen, son­dern birgt die gro­ße Gefahr, dass unge­impf­te Beschäf­tig­te trotz Covi­d19-Infek­ti­on zur Arbeit gehen, weil sie Lohn­aus­fäl­le befürch­ten. Ich hof­fe daher, dass die­ser Beschluss bei den zu erwar­ten­den Kla­gen von den Gerich­ten wie­der kas­siert wird. Statt Zwang anzu­wen­den, müs­sen die Regie­run­gen in Bund und Län­dern auf­klä­ren, über­zeu­gen und vor allem nied­rig­schwel­li­ge, dezen­tra­le Impf­an­ge­bo­te vor­hal­ten, die die Men­schen auch wirk­lich errei­chen – mit mobi­len Impf­teams vor Super­märk­ten, in Wohn­vier­teln, Fuß­gän­ger­zo­nen, vor Ein­kaufs­zen­tren und auf dem Land. Zusätz­lich zu die­sem ‚Imp­fen-to-go‘ muss mit einer groß ange­leg­ten Kam­pa­gne in den sozia­len Medi­en, in Funk und Fern­se­hen, aber auch durch Bera­tungs­an­ge­bo­te in Job­cen­tern, Bür­ger­bü­ros oder Arzt­pra­xen über die Risi­ken einer Coro­na-Erkran­kung sowie den Nut­zen des Imp­fens auf­ge­klärt wer­den.“«

So lan­ge die Links­par­tei glaubt, "Imp­fen" habe irgend­ei­ne gesund­heits­po­li­ti­sche Bedeu­tung, wird sie schei­tern mit einer Poli­tik des "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß". So lan­ge sie sich betei­ligt an den Schi­ka­nen der "nied­rig­schwel­li­gen Ange­bo­te" aller­or­ten, wird sie wei­ter an Glaub­wür­dig­keit ver­lie­ren. Auch wenn man die dra­ma­ti­schen Stim­men­ver­lus­te im Ber­li­ner Bezirk Mar­zahn-Hel­lers­dorf nicht auf eine Ursa­che redu­zie­ren kann, so wer­den die mas­si­ven Ein­sät­ze von mobi­len "Impf­kom­man­dos" gera­de in die­sem ansons­ten ver­nach­läs­sig­ten Bezirk ihren Teil dazu bei­getra­gen haben. Ver­kaufs­för­de­rung für Biontech/Pfizer zahlt sich eben­so wenig aus wie "Frie­den schaf­fen mit der NATO".

29 Antworten auf „Für Spagat ist es zu spat“

  1. Und sie schei­tern zu recht, wenn sie sich an die­ser elen­den Gesund­heits­po­li­tik beteiligen.
    Ich hab' das nicht für mög­lich gehal­ten. Für mich sind sie seit der Zustim­mung zu die­ser Poli­tik unwähl­bar geworden.

  2. @aa

    Herr Asch­mon­eit, ich arbei­te an einer klei­nen Abhand­lung zum links/rechts, bzw. bes­ser link/recht. Dar­aus wer­den Sie dann schlau. 

    Vor­weg: 'link' steht seman­tisch für 2 Bedeu­tun­gen: 1. hin­ter­fot­zig, per­fi­de, ver­schla­gen – im Sin­ne von räu­di­ger Hund. 2. für unge­lenk, unge­schickt und unbe­darft – im Sin­ne von Trottel.

    'Recht' dem­ge­gen­über hat seman­tisch die Bedeu­tung: auf­recht, rich­tig, wohlgelungen.

    Dem­ge­mäß: die Lin­ken, das sind die Trot­tel, deren Trot­te­lei als Per­fi­die – und damit nicht zuletzt als Stich­wort­ge­ber und Abfe­de­rer – sich aus­nimmt. Die Rech­ten, das sind die, die sich in der Min­der­heit vor­fin­den und den gesun­den Men­schen­ver­stand reprä­sen­tie­ren und verteidigen.

    Mehr zum Kom­plex dem­nächst. Dar­in fin­den Sie dann auch – zum Beweis – , wofür die sog. Lin­ken ein­ste­hen: gemäß obi­ger Defi­ni­ti­on für das Fal­sche, bzw. die Trot­te­lei als Verschlagenheit. 

    Und noch einen Merk­satz: Wer 'Sozia­lis­mus' – nicht zuletzt den Natio­nal­so­zia­lis­mus – auf der Fah­ne trägt, ist ein Linker.

    1. @sv: Ich har­re Ihrer Abhand­lung. Das mit dem Zitro­nen­fal­ter ken­nen Sie aber, oder? Seman­tisch span­nend fin­de ich per­sön­lich immer schon das "Wenn Flie­gen hin­ter Flie­gen flie­gen, flie­gen Flie­gen Flie­gen hin­ter­her." Ich mer­ke mir den Satz "Nur wo drauf steht '100 Pro­zent braun', ist wirk­lich braun drin. Sonst ist es rot".

  3. "… Leo­pold wei­ter: „Ja, auch DIE LINKE will, dass mög­lichst vie­le Men­schen geimpft wer­den. Dazu braucht es aber Über­zeu­gungs­ar­beit und Auf­klä­rung und kei­nen Zwang. …"
    Ich habe des­halb die Lin­ke _nicht_ gewählt. Die Link(sch)e hat sich zum "Impf"büttel des Mer­kel-Regimes frei­wil­lig gemacht.
    Ich fin­de es super, dass die Link(sch)e in Wahl­pro­zen­ten tief gesun­ken und ein­ge­bro­chen ist.
    Ein poli­ti­scher Genick­bruch für die Link(sch)e.
    In der Frak­ti­on im Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin hän­gen Link(sch)e als teu­er bezahl­tes "wis­sen­schaft­li­ches" Per­so­nal und als "wis­sen­schaft­li­che" Mit­ar­bei­ter ab. Sol­che Ver­sa­ger (Lang­zeit-Stu­die­ren­de mit Stu­di­en­zei­ten von über zehn Jah­ren und ohne Erreicht-Habens eines Berufs­ab­schlus­ses (durch Absol­vie­ren einer Leh­re oder eines Stu­di­ums bis zum Abschluss duch Able­gen von ent­spre­chen­den Prü­fun­gen und Schrei­bens einer Abschluss­ar­beit) wäh­le ich nicht.

      1. Ich schrieb:
        "… Ein poli­ti­scher Genick­bruch für die Link(sch)e.
        In der Frak­ti­on im Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin hän­gen Link(sch)e als teu­er bezahl­tes "wis­sen­schaft­li­ches" Per­so­nal und als "wis­sen­schaft­li­che" Mit­ar­bei­ter ab. Sol­che Ver­sa­ger (Lang­zeit-Stu­die­ren­de mit Stu­di­en­zei­ten von über zehn Jah­ren und ohne Erreicht-Habens eines Berufs­ab­schlus­ses (durch Absol­vie­ren einer Leh­re oder eines Stu­di­ums bis zum Abschluss duch Able­gen von ent­spre­chen­den Prü­fun­gen und Schrei­bens einer Abschluss­ar­beit) wäh­le ich nicht. …"

        Sie ant­wor­te­ten mir:
        "@Bolle: Zu Letz­te­rem weiß ich defi­ni­tiv, daß es Quatsch ist."

        @aa:
        Doch, das stimmt, was ich geschrie­ben habe. Ich ken­ne einen von die­sen Refe­ren­ten per­sön­lich. Und der hat defi­ni­tiv sein Stu­di­um _nicht_ abge­schlos­sen und stu­diert wei­ter­hin. Der Mann stu­diert seit min­des­tens Mit­te der 1990er Jah­re und ist als Refe­rent auf der Home­page eines AStA einer Uni­ver­si­tät in Ber­lin als Refe­rent ange­ge­ben. Das habe ich soeben recher­chiert, um kei­ne sach­lich nicht kor­rek­ten Infor­ma­tio­nen zu "lie­fern".
        Refe­rent bei einem AStA darf man recht­lich nur sein, wenn man ein­ge­schrie­be­ner Stu­dent an einer Hoch­schu­le und oder Uni­ver­si­tät ist.

        1. @Bolle: Ich ken­ne Ande­re. Ist letz­ten Endes aber auch nicht so wesent­lich. Es ist gut, daß es jetzt weni­ger Arbeits­plät­ze gibt für Leu­te, die eher aus Kar­rie­re­ge­sichts­punk­ten als wegen eines fun­dier­ten Poli­tik­ver­ständ­nis­ses bei den Frak­tio­nen arbeiten.

  4. "So lan­ge die Links­par­tei glaubt, "Imp­fen" habe irgend­ei­ne gesund­heits­po­li­ti­sche Bedeutung"

    Das wer­den sie wei­ter glau­ben – alle, die an den Segen des Lock­downs, der Mas­ke, der sozia­len Iso­la­ti­on geglaubt und die Maß­nah­men ihren Mit­men­schen mit-auf­ge­zwun­gen haben.

    Nur durch die­se Ver­ken­nung kön­nen sie sich wei­ter als rich­tig Han­deln­de ima­gi­nie­ren, und nicht als das Täter­kol­lek­tiv, das sie sind.

    1. Die Link(sch)en im Bezirks­par­la­ment von Ber­lin-Mit­te for­dern "Impf"busse für die Quar­tie­re, in denen vor­nehm­lich Arme und vom Leben Abge­häng­te wohnen.

      Der von den Link(sch)en zele­brier­te, für die Link(sch)en uner­schüt­ter­li­che Glau­be an Gesund­heit rührt wahr­schein­lich (das ist mei­ne Inter­pre­ta­ti­on) daher, dass Armut immer mit Vor­han­den­sein von Krank­heit asso­zi­iert wur­de und offen­sicht­lich noch wird. Der Glau­be, die Medi­zin kann alles hei­len, was krank erscheint oder krank ist, hat sich bei den Link(sch)en festgefressen.

  5. Das ist wirk­lich ein Dra­ma. Die ein­zig Par­tei, die sich für Frie­den und Abrüs­tung und für sozia­le Gerech­tig­keit ein­setzt kata­pul­tiert sich ins off. 

    Habe schon lin­ke Abge­ord­ne­te ange­schrie­ben und sie gefragt war­um sie das mit­ma­chen. Lei­der kei­ne Antwort. 

    Ist es Lie­be zur Tech­no­kra­tie? Biopolitik?

    1. "… Ist es Lie­be zur Tech­no­kra­tie? Biopolitik? …"

      Ant­wort von mir: Ja, das ist es. Die Link(sch)e zele­briert einen für sie uner­schüt­ter­li­chen Glau­ben an Gesund­heit, Tech­no­kra­tie und Bio­po­li­tik. Des­halb wer­den bei den Link(sch)en Bil-the-kil­ler-Gates und des­sen Han­deln nie­mals in Fra­ge gestellt werden.
      Des­halb fun­zen bei den Link(sch)en die Furz-Ideen des fasch… Klaus Schwab und des­sen Mit­ma­chern. Weil die Link(sch)en nicht hin­ter­fra­gen, wer sich das Eigen­tum der Ent­eig­ne­ten aneig­nen wird.
      Die Link(sch)en lesen und hören nur, dass die "Rei­chen" ent­eig­net wür­den und alle glück­lich sein wer­den, wenn sie (im über­tra­ge­nen Sin­ne) nackt daste­hen und agie­ren wer­den. Allein die Tat­sa­che, dass "die Rei­chen" (von Rei­chen, wie Schwab und des­sen Mit­ma­chern) ent­eig­net wür­den, lässt bei den Link(sch)en das Herz höher und höher schla­gen und macht die Link(sch)en sehr glücklich.

      Im Ver­gleich:
      Hit­ler ver­sprach den Men­schen Arbeit und Wohl­stand. Auf die­se Dem­ago­gie sind 1933 fort­fol­gen­de Jah­re auch Vie­le bereit­wil­lig und unkri­tisch, ohne zu hin­ter­fra­gen, reingefallen.

  6. "Ja, auch DIE LINKE will, dass mög­lichst vie­le Men­schen geimpft werden."

    Glaubt der Mann tat­säch­lich an die abso­lut gewal­ti­ge Gefähr­lich­keit des Virus, die den Ein­satz expe­ri­men­tel­ler Gen­the­ra­pien recht­fer­tigt? Sofern dies der Fall sein soll­te: Die Anwen­dung von Logik ist nicht jedem gege­ben. Sofern es loy­y­bis­tisch ver­an­lasst sein soll­te: Wie groß war denn der Umschlag?

  7. Mar­kus Gelau
    ·
    BELLA CIAO, LINKE!
    ich bin vor genau einem jahr aus der par­tei *die lin­ke* aus­ge­tre­ten. nach jah­ren vol­ler kip­pings, riex­in­gers, lede­rers, lie­bichs und hart lis­peln­der, (geo-)politisch völ­lig ahnungs­lo­ser par­tei­vor­sit­zen­der, deren haupt­qua­li­fi­ka­ti­on der semi-olym­pi­sche blu­men­strauß-weit­wurf dar­stellt. nach jah­ren (oft auch geheim­dienst­lich gesteu­er­ter) inner­par­tei­li­cher zer­set­zungs­pro­zes­se, war für mich mit dem schul­ter­schluss die­ser (ehe­ma­li­gen) arbei­ter­par­tei mit dem estab­lish­ment im kon­text der ver­fas­sungs­wid­ri­gen grund­rechts­ein­schrän­kun­gen und mehr noch: bei der dif­fa­mie­rung von ket­zern, abweich­lern, anders­den­ken­den, vor genau einem jahr schluss. das bewahr­te mich auch davor, einen ver­ein, in dem der anteil der hirn­am­pu­tier­ter­ten *zero-covid*-schwachköpfe, durch­ge­gen­der­ten mar­x21-sek­ten­kid­dies und phar­ma­fia-fan­girls exor­bi­tant zunahm, in den letz­ten 12 mona­ten noch vor mei­nem kri­ti­schen freun­des­kreis ver­tei­di­gen zu müssen.
    die quit­tung hat die füh­rung der par­tei ges­tern erhal­ten. den ein­zug ins deut­sche par­la­ment gelingt der klei­nen nischen­trup­pe "die lin­ke" nur noch mit viel glück über 3 direkt­man­da­te (dar­un­ter das von gysi) im absur­den deut­schen wahl­sys­tem rutscht dann die kom­plet­te frak­ti­on in den bun­des­tag. übri­gens ENTGEGEN der stim­me der bevöl­ke­rung. die will *die lin­ke* näm­lich genau dort: NICHT mehr sehen. mit 4,9% ser­vier­ten die deut­schen wäh­ler, die deut­schen arbei­ter (zu deren par­tei sich eine trup­pe von mehr­heit­li­chen life­sty­lel­in­ken und gut situ­ier­ten mit­tel­stands­kid­dies, die sich grü­ner als die grü­nen gebär­den, immer noch scham­los auf­spielt), die quit­tung für "die lin­ke" der letz­ten bei­den corona-jahre.
    auch die stand­ort­wahl ist manch­mal ein poli­ti­sches state­ment. die lin­ke bun­des- und lan­des­pro­mi­nenz fei­er­te am wahl­abend nicht in einem der treff­punk­te in den plat­ten­bau­vier­teln, in denen die frü­he­re stamm­kli­en­tel der par­tei lebt. son­dern in der hip­pen sze­ne- und busi­ness-loca­ti­on "fest­saal kreuz­berg", unweit der ange­sag­ten clubs in kreuz­berg, fried­richs­hain und trep­tow. alles streng coro­na-kon­form, mit 2g-regel und ent­spre­chen­den eingangskontrollen.
    laut infra­test dimap errang die ARBEITERPARTEI *die lin­ke* unter arbei­tern genau 5% stimm­an­tei­le. ihr seid fer­tig. und das nicht erst, seit ihr mit sahra wagen­knecht, der belieb­tes­ten poli­ti­ke­rin des lan­des, die ein­zi­ge frau, die als lin­ke kanz­ler­kan­di­da­tin wahr­haft men­schen hin­ter sich hät­te ver­ei­nen kön­nen, jah­re­lang ins abseits gemobbt habt. ekel­haf­tes, sek­tie­re­ri­sches pack.
    ich hab ges­tern trotz­dem die lin­ke gewählt. wegen men­schen wie
    andrej hun­ko, sahra wagen­knecht, die­ter dehm, alex­an­der neu, sevim dagde­len, zaklin nastic, oskar lafon­taine. auch weil ich eini­ge von denen per­sön­lich ken­ne und um den inner­par­tei­li­chen zustand und die drin­gend nöti­ge unter­stüt­zung weiß. umsonst.
    denn wer sich – so wie ich – bis zuletzt an die hoff­nung klam­mer­te, dass DIE LINKE noch nicht bereits zu 100% den weg der vom estab­lish­ment assi­mi­lier­ten grü­nen gegan­gen ist, wer sich – wie ich – bis zuletzt an die hoff­nung auf eini­ge her­vor­ra­gen­de, kri­ti­sche köp­fe inner­halb die­ser par­tei (wie die oben genann­ten) klam­mer­te… und wer sich bis zuletzt- so wie ich – wei­ger­te, sei­nen par­tei­aus­weis aus soli­da­ri­schen grün­den abzugeben.…
    …dem zeig­ten die letz­ten mona­te sehr genau, wo die­se par­tei­füh­rung steht. so wie ich, zogen vie­le vie­le par­tei­mit­glie­der kon­se­quen­zen und gaben in den letz­ten 2 jah­ren ihr par­tei­buch ab. wäh­ler wan­der­ten kon­se­quent ab: zur afd, zur basis, ja sogar zur frei­heit-ver­hei­ßen­den fdp.
    *links* ist in die­sem land übri­gens HEUTE, wer hier und da nett über (selbst­er­klär­te) min­der­hei­ten redet, auch bei 3,0 pro­mil­le noch weiß, an wel­cher stel­le das gen­der­stern­chen steht. und: wer sich bedin­gungs­los und oppor­tu­nis­tisch pro­sti­tu­iert, einem men­schen­feind­li­chen sys­tem eine men­schen­freund­li­ches image zu ver­schaf­fen. aus die­sem grund ist auch die füh­rung der par­tei *die lin­ke* mitt­ler­wei­le und vor allem in der Plan­de­mie: SYSTEMRELEVANT.
    und zwar im wahrs­ten sinn des wor­tes. das SYSTEM benö­tigt DIESE lin­ke. nicht die men­schen. schon gar nicht die men­schen, die die lin­ke par­tei­füh­rung mitt­ler­wei­le als "ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker" betitelt.
    denn als "ver­schwö­rungs­theo­re­tisch" gilt heu­te alles, was frü­her LINKS (!) war. all das, was ein jan böh­mer­man nie the­ma­ti­sie­ren wür­de: ohne rück­sicht auf denk- und sprach­re­ge­lun­gen zu kri­ti­sie­ren, was kri­tik­wür­dig ist. herr­schen­de dis­kur­se und inter­es­sen mäch­ti­ger akteu­re hin­ter­fra­gen, grund­rech­te ein­for­dern und dafür kämp­fen. also ALLES – was eine kat­ja kip­ping oder eine (aktu­ell pri­mär mit phar­ma­fia-impf­kam­pa­gnen beschäf­tig­te) hen­nig-well­sow in ihrer welt maxi­mal aus pip­pi lang­strumpf-büchern kennt.

    https://t.me/freielinkechat/76653
    https://t.me/freielinkechat/76654

    "Excel­lent, Smithers!"

  8. Ich habe den Ein­druck die­ser Herr von der LINKEN hat das The­ma nicht ver­stan­den, denn es geht hier nicht um Arbeit­neh­mer, die trotz C19-Erkran­kung zur Arbeit eilen, son­dern um AN, die meist mit nega­ti­ven PCR-Test 14 Tage gesund in ihre Woh­nung ein­ge­sperrt wer­den, da sie ver­meint­lich Kon­takt mit einem C19-Kran­ken hat­ten. Meist ist die­ser Kran­ke aller­dings auch nur eine Per­son mit einem (falsch)positiven PCR-Test, der völ­lig gesund zu Hau­se her­um­sit­zen muss, bis er nach frü­hes­tens 2 Wocghen mit einem nega­ti­ven PCR-Test wie­der in die Frei­heit ent­las­sen wird

  9. Die LINKE hat schon vor Coro­na ver­ges­sen, dass ihre eigent­li­che Kli­en­tel mit Iden­ti­täts­po­li­tik und Gen­der­stern­chen nichts anfan­gen kann. Ich zitie­re dazu mal aus dem Text von Mir­jam Gün­ter, der im letz­ten "Frei­tag" erschie­nen ist:

    "Eine Pro­fes­so­rin möch­te mich in einer Lite­ra­tur­werk­statt besu­chen. Ich bit­te sie, in einer ein­fa­chen Spra­che zu spre­chen. Sie ver­spricht es mir. Nicht nur ihr Erschei­nungs­bild ist aus einer ande­ren Welt. Sie erzählt den Schü­lern etwas über ihren Beruf, in einer gegen­der­ten Spra­che, die vie­le Fach­be­grif­fe beinhal­tet. Nach ihrem Vor­trag hat kei­ner eine Fra­ge. Ich brin­ge sie aus der Schu­le. Als ich wie­der­kom­me, hört schlag­ar­tig das Gespräch unter den Schü­lern auf. Ich möch­te wis­sen, was los ist, die Schü­ler schwei­gen mich an. „Kommt jetzt, sagt schon, was ist denn los?“ „Kön­nen wir der Frau hel­fen?“, frag­te mich ein Jun­ge. „War­um? Die Dame hat genug Geld.“ – „Aber sie ist doch behin­dert, sie hat so komisch gespro­chen. Des­we­gen haben wir ja auch nichts ver­stan­den.“ Sie erklä­ren mir, dass sie die gegen­der­te Spra­che, für einen Sprach­feh­ler hielten."
    https://​www​.frei​tag​.de/​a​u​t​o​r​e​n​/​d​e​r​-​f​r​e​i​t​a​g​/​v​o​n​-​d​e​n​e​n​-​d​i​e​-​n​i​c​h​t​-​w​a​e​h​l​e​n​-​g​e​hen

    Es ist aber nicht nur die Spra­che, son­dern auch die Unfä­hig­keit zu akzep­tie­ren, dass an den Stadt­rän­dern Leu­te leben, die mit ernst­haf­ten sozia­len Pro­ble­men zu kämp­fen haben für die sich jedoch kei­ner so rich­tig inter­es­siert. Die "woke" Lin­ke ver­stal­tet näm­lich lie­ber "Awar­ness Kur­se" und ist bes­tens infor­miert über die Lage der syri­schen Flücht­lin­ge in der Tür­kei, aber über das Leben der Enkel der tür­ki­schen Gast­ar­bei­ter in den deut­schen Plat­ten­bau­ten wis­sen sie gar nichts und noch weni­ger über deren deut­sche Nach­barn, die seit Jah­ren von Hartz4 leben. Viel­mehr wer­den hier sogar noch Vor­ur­tei­le geschürt gegen die, die eigent­lich jede Par­tei wäh­len wür­den, die um sie als Wäh­ler noch wirbt. 

    2015 ist des­halb als ein Schick­sals­jahr zu sehen. Damals hat­ten Lin­ke tat­säch­lich noch die Chan­ce jene auf­zu­fan­gen, die nach 10 Jah­ren Hartz4, Miet­wu­cher und Lohn­dum­ping eine Mords­angst bekom­men haben, als in Ungarn tau­sen­de Flücht­lin­ge gestran­det sind. Man hat sich aber von Mer­kels Rau­te ein­lul­len las­sen, anstatt eine sozi­al­ver­träg­li­che Poli­tik zu for­dern. Auch in der LINKEN wur­de das The­ma Armut mar­gi­na­li­siert, Arbeits­grup­pen, die sich mit dem Kom­plex Hartz4 befass­ten, haben sich auf­ge­löst und wich­ti­ge Leu­te haben sich zurück gezo­gen. So kann man in Ham­burg-Bill­stedt oder in Ber­lin-Mar­zahn kei­ne Wäh­ler mehr aquir­i­ren, wenn man den Leu­ten noch nicht mal sozia­le Bera­tung vor Ort anbie­ten kann. 

    Das The­ma Ein­wan­de­rung bleibt jeden­falls der "blin­de Fleck" für die LINKE, die es ver­säumt hat eine Debat­te dar­über zu füh­ren wie so etwas sozi­al­ver­träg­lich funk­tio­nie­ren kann. Dar­aus resul­tiert die gesam­te Schwä­che der Par­tei, die im Kern immer mehr neo­li­be­ra­ler wur­de, in der Hoff­nung regie­ren zu kön­nen. So fehlt uns nun eine kon­se­quent lin­ke Par­tei, die auch in der Lage ist den Phar­ma-Kom­plex fun­diert zu kritisieren.

    1. @Bananita: Ich fin­de rich­tig an der Beob­ach­tung, daß wei­te Tei­le der Lin­ken kei­nen Draht mehr haben zu denen, die sie zu ver­tre­ten ein­mal ange­tre­ten sind. Wir soll­ten uns ande­rer­seits hüten davor, die sozia­le Inter­es­sen­ver­tre­tung aus­zu­spie­len gegen die Soli­da­ri­tät mit ander­wei­tig Unter­drück­ten. Ins­be­son­de­re beim Ein­wan­de­rungs­the­ma wäre das fatal. Denn sieht man sich an, wo in die­sem Land sozia­le und gewerk­schaft­li­che Kämp­fe statt­fin­den, wird man sehr oft Men­schen "mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund" dabei finden.

      1. @ aa:
        Man kann der SED Vie­les anlas­ten, aber die haben doch noch für die Arbei­te­ri­nen und Arbei­ter was getan.
        Dazu kommt, dass es sich aus­ge­wirkt hat, dass in der DDR viel getan wur­de, dass Men­schen aus Arbei­ter- und Bau­ern­haus­hal­ten stu­diert haben. Hat sich bei Vie­len derer aus­ge­wirkt, dass sie im Berufs­le­ben wuss­ten, wie sie zum Bei­spiel auf Arbei­ter ein­ge­hen konnten.
        Hat man zum Bei­spiel bei Sozi­al­ar­bei­tern oder Mit­ar­bei­tern der Stat­li­chen Sozi­al­ver­si­che­rung der DDR gemerkt.
        Sicher­lich gab es auch sozi­al Empa­thie­lo­se, aber viel­leicht nicht so Vie­le, wie jetzt in Ämtern rum­sit­zen und Anträ­ge von den Unter­ta­nen zu bear­bei­ten und zu beschei­den haben.

        Ich ken­ne paar ehe­ma­li­ge Mit­glie­der der Par­tei Die Lin­ke, alle­samt Arbei­ter. Die haben die Lin­ke ver­las­sen, weil sie von den "intel­lek­tu­el­len stu­dier­ten Par­tei­ge­nos­sen der Lin­ken hin­ter­fot­zig bloß­ge­stellt und öffent­lich belä­chelt wur­den, weil die Arbei­ter bei den ein­ge­bil­de­ten Intel­lek­tu­el­len wegen Aus­sa­gen der Intel­lek­tu­el­len gefragt hat­ten, die sie sich von den Intel­lek­tu­el­len erklä­ren las­sen wollten.
        Die Link(sch)e ist sel­ber schuld an ihrem Wahl­er­geb­nis und, dass ihr die Arbei­ter den Rücken kehren.
        Mich (Stu­dier­te, Lin­ke) inter­es­siert der Gen­der­quatsch nicht. Die Link(sch)e betreibt hier Sym­bol­po­li­tik, nur, um sich nicht ernst­haft mit Sach­the­men aus­ein­an­der­set­zen zu müs­sen. Das kann die Link(sch)e heut­zu­ta­ge kaum noch, da sie über zu wenig prak­ti­sche Lebens­er­fah­rung ver­fügt, wozu auch unbe­dingt tie­fe und lang­jäh­ri­ge pri­va­te Kon­tak­te zu Men­schen, die an den Rand der Gesell­schaft gedrängt, ver­setzt wurden.

      2. Wir müs­sen unter­schei­den zwischen:
        a) einer lin­ken Kri­tik an fehl­ge­steu­er­ter und kapi­tal­in­ter­es­sen­ge­lei­te­ter Migra­ti­ons­po­li­tik – Gene­rie­rung und Erwei­te­rung eines Pools an Arbeits­kräf­ten, die zu schlech­ten Bedi­nun­gen zu arbei­ten bereit sind und den damit ver­bun­de­nen wei­te­ren Absen­kun­gen von Arbeit­neh­mer­rech­ten aller. Die fehlt schmer­zahft von lin­ker Sei­te, beson­ders sicht­bar seit 2015.
        b) der Not­wen­dig­keit, von links, sich mit allen, den auto­ch­to­nen wie den zuge­wan­der­ten Men­schen die hier leben und die wirt­schaft­lich am Rand ste­hen, unbe­dingt soli­da­risch zu stellen.
        Das schließt sich aber nicht aus. Die polit­sche Lin­ke macht bei­des nicht oder nur teilweise.

      3. @aa: Da bin ich ganz bei dir. Ich habe auch die Erfah­rung gemacht, dass die Armuts­be­trof­fen sehr viel Ver­ständ­nis für die Geflüch­te­ten haben und ihre Anwe­sen­heit zumin­dest tole­rie­ren. Es ent­steht jedoch oft der Ein­druck, dass sie mit ihren Inter­es­sen ganz hin­ten anste­hen und es schon ein Erfolg ist, wenn man ein Dach überm Kopf und vol­len Magen hat. Dar­an ist jedoch natür­lich nicht nur die LINKE schuld, son­dern vor allem die Poli­tik der Gro­ßen Koali­ti­on mit ihren Hof­be­richt­erstat­tern in den Medi­en, die seit Jah­ren so tun, als wäre Armut ein Rand­grup­pen­the­ma, was sich nur durch indi­vi­du­el­les Ver­sa­gen erklä­ren lässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.