Hochansteckende Kinder platt machen

Den meis­ten wird das Jump&Run-Spiel "Super Corona World" bereits begeg­net sein. chip.de hält es für "super iro­nisch". Die MacherInnen beschrei­ben es so:

»Werde zum Helden der Coronakrise
Schlüpfe in die Rolle einer Krankenschwester, die nach einem har­ten Arbeitstag ein­fach nur im Supermarkt ein­kau­fen will. Aber Vorsicht! Überall lau­ern Infektionsgefahren. Nimm dich in Acht vor Joggern, Party People, Preppern und hoch­an­ste­cken­den Kindern. ­Schlage zurück, indem du dei­ne Gegner des­in­fi­zierst. Hast du das Zeug, um Corona ein für alle Mal zu besie­gen?«

Chip for­mu­liert ver­nied­li­chend: "Auf dem Weg war­ten aller­lei Infizierte und Ansteckungsquellen, denen Sie aus­wei­chen müs­sen." Wie bei Spielen die­ser Art reicht das nicht; Kinder und ande­re Asoziale müs­sen platt gemacht wer­den, wenn man erfolg­reich sein will. pc-magazin.de schwärmt:

»Es ist durch­aus fas­zi­nie­rend, wel­che Kreativität die aktu­el­le Krisensituation auf­grund der welt­wei­ten Coronavirus-Pandemie frei­zu­set­zen ver­mag. Ob Wohnzimmer-Konzerte im Livestream, Fernsehshows via Videotelefonie oder vir­tu­el­le Museumsbesuche, im Digitalen wer­den zahl­rei­che Ideen aus­pro­biert, die vor Monaten noch undenk­bar schie­nen.

Nun ist das Thema Coronavirus auch im Bereich Videospiele ange­kom­men. Die Macher des Satire-Kanals Bohemian Browser Ballett, die zum öffent­lich-recht­li­chen Jugendangebot Funk gehö­ren, haben das Spiel "Corona World" ver­öf­fent­licht.

Das Browsergame ver­ar­bei­tet die der­zei­ti­ge Lage in einem Jump'n'Run in nied­li­cher 16-Bit-Pixelgrafik, wie man sie von alten Spieleklassikern wie "Super Mario World" kennt. Der Spieler steu­ert eine Krankenschwester durch die Großstadt und muss dabei aller­lei Virenschleudern und ande­ren Hindernissen aus­wei­chen – und das macht trotz des erns­ten Hintergrunds tat­säch­lich viel Spaß.

Zudem steckt "Corona World" vol­ler Details, die zum Nachdenken anre­gen: Schutzmasken und Seifenstücke müs­sen ein­ge­sam­melt wer­den, auf den Balkons klat­schen Menschen Applaus und an den Hauswänden pran­gen die Graffiti von Impfgegnern und Klopapierhändlern, um nur ein paar Beispiele zu nen­nen.«

bayern3.de teilt mit:

»Verantwortlich für das "Corona World"-Spiel ist der Satire-Kanal "Browser Ballett" vom jun­gen Rundfunkangebot FUNK, dem Gemeinschaftsangebot von ARD und ZDF. Das Browser Ballett hat im ver­gan­ge­nen Jahr den Grimme-Preis in der Kategorie "Kinder und Jugend“ bekom­men.«

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

3 Antworten auf „Hochansteckende Kinder platt machen“

  1. Toll. Doch war­ten wir lie­ber auf "Wolfenstein – The Corona Files". OK, erst ab 16 wegen der rea­lis­tisch geren­der­ten plat­zen­den Lungenbläschen.

  2. Das ist nicht nur Menschenverachtend son­dern hoch­main­pu­la­tiv und Indoktrinierend.
    Die Zielgruppe sind Kinder. Die ver­ste­hen Satire noch nicht. Ironie wird ab ca. 12/13 Jahren erfasst. Satire erst viel spä­ter.

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