Studie aus Münchener Uni: Keine ausgeprägte Übersterblichkeit

Das „Sta­tis­ti­sche Bera­tungs­la­bor (Stab­lab) am Lehr­stuhl für Sta­tis­tik und ihre Anwen­dung in Wirt­schaft und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten“ der Uni­ver­si­tät Mün­chen, gelei­tet von den Pro­fes­so­ren Gör­an Kau­er­mann und Hel­mut Küchen­hoff, ver­öf­fent­lich­te am 11.12. einen Bericht mit die­sem Ergebnis:

»1. Todes­fäl­le durch COVID-19 – Adjus­tiert auf die Ein­woh­ner­zahl zeigt sich kei­ne aus­ge­präg­te Übersterblichkeit
Goer­an Kau­er­mann, Gia­co­mo De Nico­la, Ursu­la Berger

2. Pro­ble­ma­ti­sche Ent­wick­lung der Fall­zah­len bei den Hoch­be­tag­ten – Die bis­he­ri­gen Coro­na-Maß­nah­men ver­feh­len not­wen­di­gen Schutz der Ältesten
Marc Schneb­le, Goer­an Kauermann

3. Aktu­el­le Ana­ly­sen zum Ver­lauf der Pan­de­mie: Kein deut­li­cher Rück­gang nach dem Lock­down. Seit der 3. Okto­ber­wo­che gibt es ins­ge­samt einen sta­bi­len Verlauf
Hel­mut Küchen­hoff, Felix Gün­ther, Andre­as Ben­der, Micha­el Höh­le, Dani­el Schlicht­ing«

Dar­in heißt es:

»1. Todes­fäl­le durch COVID-19 – Adjus­tiert auf die Ein­woh­ner­zahl zeigt sich kei­ne aus­ge­präg­te Übersterblichkeit 

Gör­an Kau­er­mann, Gia­co­mo De Nico­la, Ursu­la Berger 

Die Ent­wick­lung der rohen gemel­de­ten Fall­zah­len von posi­tiv-getes­te­ten COVID-19 Infek­tio­nen allein haben, wie oft dis­ku­tiert, wenig Aus­sa­ge­kraft. Sie unter­lie­gen Mel­de­ver­zö­ge­rung und sind durch Ver­än­de­run­gen in den län­der­spe­zi­fi­schen Test­stra­te­gien (ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Anzahl der durch­ge­führ­ten Tests und der fokus­sier­ten Ziel­grup­pe) ver­zerrt. Auch ein Wochen­durch­schnitt kann die­se Defi­zi­te nicht aus­glei­chen. Todes­zah­len sind gegen­über den gemel­de­ten Fall­zah­len etwas robus­ter. Sie erlau­ben es, die Über­sterb­lich­keit im Zeit­ver­lauf seit Aus­bruch der Pan­de­mie zu unter­su­chen. Ana­ly­sen zur Über­sterb­lich­keit in Deutsch­land beru­hen zumeist auf abso­lu­ten Zah­len von Todes­fäl­len in bestimm­ten Alters­ka­te­go­rien. Dies ist unpro­ble­ma­tisch, solan­ge sich über die Jah­re hin­weg wenig Ver­än­de­run­gen in der Alters­ver­tei­lung zei­gen, was auch für die meis­ten Alters­grup­pen gilt. Das trifft der­zeit aller­dings für die Alters­grup­pe der über 80-Jäh­ri­gen nicht zu. Inner­halb der deut­schen Bevöl­ke­rung steigt der Anteil der kor­re­spon­die­ren­den Alters­grup­pe in den letz­ten Jah­ren deut­lich.…

Man erkennt, dass in der Alters­grup­pe der 35–59 Jäh­ri­gen aktu­ell eine Unter­sterb­lich­keit sicht­bar ist, die sich ins­be­son­de­re seit KW 44 zeigt, also kurz nach den ein­schrän­ken­den Maß­nah­men im Okto­ber (sie­he Abbil­dung 2). In der Alters­grup­pe der 60–79 Jäh­ri­gen zeigt sich auch unter Berück­sich­ti­gung der COVID-19 Todes­fäl­le kei­ne Über­sterb­lich­keit (sie­he Abbil­dung 3). Bei den Hoch­be­tag­ten, den über 80-Jäh­ri­gen, zeigt sich eine leicht erhöh­te Sterb­lich­keit je 100.000 Leben­de im Früh­jahr 2020… Auch für die fol­gen­den Mona­te bleibt die Rate der gesam­ten Todes­fäl­le in die­ser Alters­grup­pe im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren am unte­ren Rand. 

Ins­ge­samt ist somit in der zwei­ten Wel­le der Pan­de­mie bis­her kei­ne her­aus­ste­chen­de Über­sterb­lich­keit zu beob­ach­ten, bei der jun­gen Bevöl­ke­rung zeigt sich sogar eher eine Unter­sterb­lich­keit. Der Anteil der COVID-19 Todes­fäl­le ist aber in allen Alters­grup­pen in bei­den Wel­len deut­lich erkenn­bar. Natür­lich haben sich die hier gezeig­ten Ent­wick­lun­gen der Todes­zah­len unter den durch­ge­führ­ten Coro­na-Maß­nah­men, wie Kon­takt­be­schrän­kun­gen und (Teil-)Lockdowns, erge­ben. Ohne die­se Maß­nah­men wäre das Bild sicher­lich ein ande­res. Eine Beur­tei­lung der Wirk­sam­keit die­ser Maß­nah­men erlau­ben die­se Ana­ly­sen der Über­sterb­lich­keit jedoch nicht…

2. Pro­ble­ma­ti­sche Ent­wick­lung der Fall­zah­len bei den Hoch­be­tag­ten – Die bis­he­ri­gen Coro­na-Maß­nah­men ver­feh­len not­wen­di­gen Schutz der Ältes­ten

Marc Schneb­le und Gör­an Kauermann 

Die Ein­schrän­kun­gen des öffent­li­chen Lebens haben dazu bei­getra­gen, dass die Anzahl der Neu­in­fek­tio­nen rück­läu­fig ist, aller­dings nicht für die Ältes­ten. Abbil­dung 5 zeigt die Anzahl der Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Ein­woh­ner in unter­schied­li­chen Alters­grup­pen. Man erkennt für alle Alters­grup­pen einen stei­len Anstieg bis zur Kalen­der­wo­che 45. Danach flacht sich die­ser Anstieg für fast alle Alters­grup­pen ab und die Infek­ti­ons­zah­len redu­zie­ren sich. Ins­be­son­de­re für die Alters­grup­pe der 20 – 24-Jäh­ri­gen zeigt sich ein Rück­gang. Dies zeigt empi­risch, dass die ergrif­fe­nen Maß­nah­men das Infek­ti­ons­ge­sche­hen in Deutsch­land teil­wei­se ein­däm­men konn­ten. Dies gilt aller­dings nicht für die Über 85-Jäh­ri­gen. Hier ist der Anstieg der Infi­zier­ten unge­bro­chen und steigt auch wei­ter­hin an; beson­ders steil bei den Über 90-Jäh­ri­gen. Dies ist noch deut­li­cher in Abbil­dung 6 zu erken­nen, wel­che die Infek­ti­ons­zah­len der letz­ten 8 Wochen wie­der­gibt. Es zeigt sich deut­lich, dass die ergrif­fe­nen Maß­nah­men (ab KW 45) zur Infek­ti­ons­ein­däm­mung für die hoch vul­nerable Bevöl­ke­rungs­grup­pe nicht hin­rei­chend ziel­füh­rend sind. In die­sem Zusam­men­hang ist auch kri­tisch zu hin­ter­fra­gen, ob die neus­ten ver­schärf­ten Ein­schrän­kun­gen, die pri­mär auf die unter 85-Jäh­ri­gen abzie­len, ziel­füh­rend sein kön­nen, um die vul­nerable und hoch­be­tag­te Bevöl­ke­rung zu schüt­zen bzw. wie lan­ge es dau­ert, bis die Effek­te einer gene­rel­len Sen­kung des Infek­ti­ons­drucks in die­ser Bevöl­ke­rungs­grup­pe sich aus­wir­ken. Bis­her deu­tet sich kei­ne Ver­lang­sa­mung des Infek­ti­ons­ge­sche­hens für die­se Bevöl­ke­rungs­grup­pe an. Daher sind Maß­nah­men wie der beson­de­re Schutz der von Alten­hei­men und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen beson­ders wichtig…

3. Aktu­el­le Ana­ly­sen zum Ver­lauf der Pan­de­mie: Kein deut­li­cher Rück­gang nach dem Lock­down. Seit der 3. Okto­ber­wo­che gibt es ins­ge­samt einen sta­bi­len Verlauf 

Hel­mut Küchen­hoff, Felix Gün­ther, Andre­as Ben­der, Micha­el Höh­le , Dani­el Schlichting 

Die in der Öffent­lich­keit am meis­ten beach­te­ten Kur­ven der Neu­in­fi­zier­ten nach Mel­de­da­tum bil­den das Infek­ti­ons­ge­sche­hen nicht vali­de ab, da neben den uner­kann­ten Fäl­len die berich­te­ten Mel­de­zah­len dem eigent­li­chen Infek­ti­ons­ge­sche­hen auf­grund von Inku­ba­ti­ons­zeit und Mel­de­ver­zö­ge­run­gen hinterherhinken…

In Deutsch­land ins­ge­samt hat ein star­kes expo­nen­ti­el­les Wachs­tum um den 20.9. begon­nen. Eine Sta­bi­li­sie­rung ist seit dem 18.10. zu ver­zeich­nen. Der R‑Wert liegt aktu­ell bei einem Wert von 1, was auf kon­stan­te gemel­de­te Infek­ti­ons­zah­len hin­weist. Eine wei­te­re Reduk­ti­on der Zah­len nach dem Lock­down von 2.11. ist nicht zu erkennen…

Ins­ge­samt zei­gen die Ana­ly­sen einen Beginn des star­ken expo­nen­ti­el­len Wachs­tums in den letz­ten Sep­tem­ber­wo­chen. Eine Sta­bi­li­sie­rung bei den gemel­de­ten Anste­ckun­gen gab es schon in der 3. Okto­ber­wo­che, also vor Inkraft­tre­ten des “Lock­down Light”, was mit des­sen Ankün­di­gung und den deut­li­chen Appel­len zur Ver­mei­dung von Kon­tak­ten zusam­men­hän­gen könn­te. Ein deut­li­cher Rück­gang der Zah­len im Novem­ber ist in kei­ner der unter­such­ten räum­li­chen Ebe­nen zu erken­nen. Die­se Ana­ly­se bezieht sich jeweils auf die gesam­te Popu­la­ti­on. Das bedeu­tet nicht, dass sich das Infek­ti­ons­ge­sche­hen in ein­zel­nen Unter­grup­pen der Bevöl­ke­rung oder in ein­zel­nen Regio­nen nicht abwei­chend ver­hal­ten hat oder teils rück­läu­fig ist. Pro­ble­ma­tisch ist, dass die Ein­däm­mung der Ent­wick­lung stei­gen­der Fall­zah­len in der beson­ders vul­ner­ablen Grup­pe der Ältes­ten nicht aus­rei­chend gelun­gen ist…«

Der voll­stän­di­ge Bericht ist hier erhältlich.

(Her­vor­he­bun­gen in blau nicht in den Originalen.)

14 Antworten auf „Studie aus Münchener Uni: Keine ausgeprägte Übersterblichkeit“

  1. Oje, wie­der so eine fach­li­che Schmutz­stu­die, die mit POLITISCHEN Ver­bie­gun­gen arbeitet.
    Auf­grund der Feh­ler gehört die in die Tonne.
    Die Über­sterb­lich­keit bis Ende­A­pril durch den Lock­down ca6.000 wur­de unter den Tisch gefegt (=Mer­kel­to­te).

    1. Ich kann kei­ne "poli­ti­schen Ver­bie­gun­gen", was immer sie dar­un­ter ver­ste­hen mögen, erken­nen. Gesam­mel­te Zah­len­wer­te müs­sen mit Hil­fe sta­tis­ti­scher Werk­zeu­ge immer von meh­re­ren Sei­ten betrach­tet wer­den. Dem Sta­tis­tik­lehr­stuhl der LMU kann man sicher kei­ne "Schmutz­stu­die" unter­stel­len, nur weil sie ihnen viel­leicht nicht passt. Das ist eine dreis­te, unver­schäm­te Behauptung.

  2. Her­vor­ra­gend! Herr Asch­mon­eit, sie sind klas­se! Wie sie akri­bisch jedes Detail und jedes Papier , ob klei­ne oder gro­ße Bedeu­tung ent­de­cken, ver­dient gro­ßes Lob! Das hier ist wie­der vor­züg­lich, da es auch die total treu­en Befür­wor­ter aller Maß­nah­men aner­ken­nen könn­ten. Wohl­ge­merkt „könn­ten“, da man­che ja blind vor Panik sind. Dan­ke für ihre Arbeit!

  3. Die Unter­gangs­pro­phe­ten der Zeu­gen Coro­nas wird das lei­der kaum über­zeu­gen kön­nen, die fol­gen der gro­ßen Vor­sit­zen­den Mer­kel Tse-Tung bereit­wil­lig in den Abgrund, not­falls klat­schend auf Knien. Viel­leicht ver­mag es aber den ein oder ande­ren Zweif­ler in sei­nem Zwei­fel zu bestär­ken. Zu wün­schen wäre es.

  4. Es ist irgend­wo zwi­schen span­nend und ernüch­ternd, wie wer wann mit wel­chen Zah­len hantiert.
    Dass der R‑Wert (trotz ein­leuch­ten­den theo­re­ti­schen Hin­ter­grunds und Berech­nung) über­haupt noch eine Erwäh­nung wert ist, da er sich ja aus­schließ­lich auf Roh­da­ten zwei­fel­haf­ter Qua­li­tät bezieht (= Anzahl posi­ti­ver PCR-Tests)?
    Das erwar­te­te ceter­um cen­seo darf aber wohl nie feh­len: "Natür­lich haben sich die hier gezeig­ten Ent­wick­lun­gen der Todes­zah­len unter den durch­ge­führ­ten Coro­na-Maß­nah­men, wie Kon­takt­be­schrän­kun­gen und (Teil-)Lockdowns, erge­ben. Ohne die­se Maß­nah­men wäre das Bild sicher­lich ein anderes."
    Kann man ja trotz­dem als dop­pel­deu­tig wer­ten (weni­ger: Sui­zi­de? psy­chi­sche Spät­fol­gen? etc. pp).

  5. https://​www​.desta​tis​.de/​D​E​/​M​e​t​h​o​d​e​n​/​W​I​S​T​A​-​W​i​r​t​s​c​h​a​f​t​-​u​n​d​-​S​t​a​t​i​s​t​i​k​/​2​0​2​0​/​0​4​/​s​o​n​d​e​r​a​u​s​w​e​r​t​u​n​g​-​s​t​e​r​b​e​f​a​l​l​z​a​h​l​e​n​-​0​4​2​0​2​0​.​p​d​f​?​_​_​b​l​o​b​=​p​u​b​l​i​c​a​t​i​o​n​F​ile

    "Ein Zusam­men­hang der erhöh­ten Ster­be­fall­zah­len mit dem gleich­zei­ti­gen Auftreten
    von COVID-19-Todes­fäl­len in glei­cher Grö­ßen­ord­nung ist zwar nahe­lie­gend, jedoch wur­den beispielsweise
    die Dimen­sio­nen der Grip­pe­wel­le 2018 nicht erreicht.
    Die­ses Bild sieht in vie­len Län­dern völ­lig anders aus.
    Das sta­tis­ti­sche Amt Frank­reichs (Insee) beispielsweise
    weist für die Mona­te März und April 2020 eine gegen­über 2019 um 26% erhöh­te und gegen­über 2018 um
    16% erhöh­te Sterb­lich­keit aus (Insee, 2020). Das natio­na­le sta­tis­ti­sche Amt Ita­li­ens (Istat) berich­tet sogar von
    einer um 49% erhöh­ten Ster­be­fall­zahl für März 2020
    im Ver­gleich zum Durch­schnitt der Jah­re 2015 bis 2019
    (Istat, 2020). Für den Bal­lungs­raum Stock­holm meldet
    das natio­na­le sta­tis­ti­sche Amt Schwe­dens (SCB) für die
    Kalen­der­wo­chen 14 bis 16 sogar dop­pelt so hohe Ster­be­fall­zah­len wie im Durch­schnitt die­ser fünf Vorjahre
    (SCB, 2020). Auch in ande­ren Län­dern war die Sterb­lich­keit regio­nal teil­wei­se noch wesent­lich deut­li­cher erhöht
    als im jewei­li­gen Landesdurchschnitt.
    Aus den bis­lang ver­gleichs­wei­se gerin­gen Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie in Deutsch­land lässt sich deshalb
    kei­nes­wegs schlie­ßen, dass das neu­ar­ti­ge Coronavirus
    SARS-CoV‑2 unge­fähr­lich sei oder weni­ger gefähr­lich als
    die Grip­pe. Viel­mehr deu­tet die Ent­wick­lung in Deutsch­land dar­auf hin, dass Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der
    Infek­tio­nen ver­gleichs­wei­se effi­zi­ent ein­ge­setzt wur­den. Modell­rech­nun­gen gehen von 370000 bis 770000
    zusätz­li­chen Ster­be­fäl­len in Deutsch­land aus, wären
    die­se Maß­nah­men nicht ergrif­fen wor­den und hät­te sich
    das Ver­hal­ten der Men­schen nicht geän­dert (Flax­man und ande­re, 2020). "

  6. Hohes Infek­ti­ons­auf­kom­men bei 90jährigen.
    Oh Mann…wann ver­ste­hen die end­lich, dass die­ser Test über­haupt kei­ne infek­tio­nen fest­stel­len kann und dass er oben­drein bei CT45 bei.älteren Men­schen, die vol­ler Pil­len sind und meis­tens meh­re­re Ent­zün­dun­gen haben immer etwas findet..

    Lass Hirn regnen..

    1. @FM Naja, schon eine tol­le Leis­tung der LMU ueber­haupt die Wahr­heit zu sagen (nix gros­ses da unter 80 Jah­re, kein Grund fuer den Wahnsinn).

      Und das > 80J sich natuer­lich hier und da mal infi­zie­ren (mit Irgend­was) ist auch klar. Und lei­der ueber­le­ben das eben man­che nicht. So ist der Lauf des Lebens. Ueber die Natur hat sich bis­her noch kei­ner aufgeregt.

      ca 82J ist die durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung in Deutschland.

      Also: Hut ab vor den Sta­tis­ti­kern der LMU!
      Die ris­kie­ren gera­de Ihre Befoer­de­run­gen / Karriere.

  7. Eini­ge Stel­len aus dem Text, die angeb­li­che "Stu­die" gehört in die Ton­ne, sie ist tendenziös:

    ""Der Anteil der COVID-19 Todes­fäl­le ist aber in allen Alters­grup­pen in bei­den Wel­len deut­lich erkenn­bar. Natür­lich haben sich die hier gezeig­ten Ent­wick­lun­gen der Todes­zah­len unter den durch­ge­führ­ten Coro­na-Maß­nah­men, wie Kon­takt­be­schrän­kun­gen und (Teil-)Lockdowns, erge­ben. Ohne die­se Maß­nah­men wäre das Bild sicher­lich ein anderes.""

    Stimmt nur zum Teil. Vor dem Lock­down waren ca 95% des Infek­ti­ons­ge­sche­hens der Sai­son schon abge­lau­fen. Vor Ostern (15​.KW) gabs den letz­ten pos. PCR in den sen­ti­nel-Pro­ben, danach mona­te­lang NULL, Influ­en­za war hier bis zur 14​.KW nach­weis­bar . Die täg­li­chen Ster­be­zah­len waren vor dem Lock­down rela­tiv nied­rig zu den Vor­jah­ren, Dann, ab Lock­down bis Ende April (ca. 5 Wochen) stie­gen die Ster­be­zah­len­deut­lich an. Nach der Grip­pe­sai­son stie­gen die täg­li­chen Ster­be­zah­len an, also sofort zum Zeit­punkt des Lock­down. Die­se Über­sterb­lich­keit gegen­über dem Vor­jahr von ca. 8.000 lässt sich über­wie­gend als Fol­ge des Lock­down erklä­ren. Ein klei­ner Abzug von 1.000 aus demo­gra­fi­schen Unter­schie­den sind gewährt. Blei­ben immer noch 7.000 Merkeltote.

    ""Die Ein­schrän­kun­gen des öffent­li­chen Lebens haben dazu bei­getra­gen, dass die Anzahl der Neu­in­fek­tio­nen rück­läu­fig ist, aller­dings nicht für die Ältesten. ""

    Nach­richt aus der Glas­ku­gel: Lock­down hat gehol­fen, jeden­falls gefühlt.… .

    ""Dies zeigt empi­risch, dass die ergrif­fe­nen Maß­nah­men das Infek­ti­ons­ge­sche­hen in Deutsch­land teil­wei­se ein­däm­men konnten.""

    Nach­richt aus der Glas­ku­gel: Lock­down hat gehol­fen, jeden­falls gefühlt.… .

    ""Ins­ge­samt zei­gen die Ana­ly­sen einen Beginn des star­ken expo­nen­ti­el­len Wachs­tums in den letz­ten Sep­tem­ber­wo­chen. Eine Sta­bi­li­sie­rung bei den gemel­de­ten Anste­ckun­gen gab es schon in der 3. Okto­ber­wo­che, also vor Inkraft­tre­ten des “Lock­down Light”, was mit des­sen Ankün­di­gung und den deut­li­chen Appel­len zur Ver­mei­dung von Kon­tak­ten zusam­men­hän­gen könnte.""

    Expo­nen­ti­el­les Wachs­tum – hat das der Söder so dik­tiert? Wenn der PCR doch schon Quatsch ist, wie kann denn Quatsch expo­nen­ti­ell wachsen?
    Noch­mals, die "Stu­die" gehört in die Tonne.

    1. @Dr. med. Die­ter Lan­ger Dan­ke fuer die Details ..
      Ist schon komisch, das die LMU hier so spe­ku­liert in einem sol­chen Papier. Mag sein, das dies hel­fen soll deren Kar­rie­re nicht gaenz­lich zu zer­stoe­ren. Aber die 3 Punk­te blei­ben doch bestehen!
      Und auch wis­sen wir alle, was es heisst, wenn Sie schrei­ben das eine etwas erhoeh­tes Todes­auf­kom­men bei >= 80J ist. 

      Im Grun­de haben Sie die Regie­rungs-Mass­nah­men stark kritisiert,
      oder ich lese nur was ich lesen will 🙂

      Inter­es­sant, ja – sieht so aus, das die da ein biss­chen was fuer Ihre Broet­chen­ge­ber rein­ge­schrie­ben haben. Das passt aber alles nicht zu der eigent­li­chen Aussage.

      Also .. Punkt­ab­zug wegen Anbie­de­rung, den­noch: Hut ab. Die Zah­len las­sen eben kei­nen Grund fuer irgend­was erkennen.

      Und wenn die fuer Soeder spe­ku­lie­ren das die Mass­nah­men hier wohl gehol­fen haet­ten (Fahr­ad­ket­te) – dann kann man auch das Gegen­teil sagen und behaup­ten Spa­ni­en und Frank­reich wae­ren ohne Mass­nah­men bes­ser dran, so wie Schwe­den eben.

  8. Dass die Hoch­be­tag­ten von Haus aus nur noch sehr schwach wir­ken­de Immun­sys­te­me haben, ist ja kein Novum. Bis­her hieß es ja immer bei die­sen Todes­fäl­len, sie wären einer Lun­gen­ent­zün­dung, Grip­pe oder wel­cher Art von Infek­ti­on auch immer erle­gen. Damit war alles gesagt und es hat auch zum All­ge­mein­zu­stand der Per­son gepasst. Bei einem Hoch­be­tag­ten kann man sel­ten behaup­ten "kern­ge­sund und in der Blü­te­zeit des Lebens uner­war­tet ver­stor­ben" – klingt viel­leicht komisch, aber das ist nun ein­mal die Realität.

    Zum ande­ren wun­dert mich es auch nicht, dass die Hoch­be­tag­ten in Hei­men und Ein­rich­tun­gen nicht von der Schlie­ßung der Gas­tro, Kul­tur und Frei­zeit­bran­che pro­fi­tie­ren, da sie ja über­wie­gend schon län­ge­re Zeit nicht mehr raus­ge­kom­men sind und sich ganz bestimmt nicht in Knei­pen, Clubs und Thea­tern infi­zie­ren konnten.
    Das pau­scha­le Ver­hän­gen dra­ko­ni­scher Ein­schrän­kun­gen für alle ist für mich ein ganz kla­res Zei­chen vom Ver­sa­gen der Poli­tik auf allen Ebe­nen. Es braucht auch kei­ner von denen sagen, dass man es nicht bes­ser wuß­te – es gab genug ande­re Mei­nun­gen, die aber alle pau­schal als Coro­na-Leug­nung und-kri­tik igno­riert wurden.
    Der Lock­down wird sicher "pünkt­lich" Anfang Janu­ar wie­der um 2…3 Wochen ver­län­gert und die bekann­te Hin­hal­te­tak­tik geht dann wie­der von Woche zu Woche, bis dann irgend­wann im März/April wie­der tröp­chen­wei­se Zuge­ständ­nis­se gemacht wer­den. So wird es laufen…

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