Super-Flop auch in Berlin: 5000 Menschen können in der "Arena" geimpft werden, 600 kamen

Auf tagesspiegel.de ist am 12.1. zu lesen:

»Ärztin kri­ti­siert Berliner Impfzentrum„Es fehlt nicht der Impfstoff, es fehlt an Menschen, die sich imp­fen lassen“

Im Impfzentrum Arena wur­den bis­her nur 600 Menschen pro Tag geimpft. Aber das hat ver­schie­de­ne Gründe. Fehlender Impfstoff ist nur einer davon.

Friederike Danne hat­te sich auf genü­gend Arbeit ein­ge­stellt. Die Oberärztin, eigent­lich am Deutschen Herzzentrum Berlin beschäf­tigt, stand am ver­gan­ge­nen Samstag bereit zum Einsatz im Impfzentrum „Arena“ in Treptow. Sie mel­de­te sich zu ihrer sechs­stün­di­gen Schicht, um Menschen der Hochrisikogruppe den wich­ti­gen Stoff zu injizieren.

Doch die Bilanz der sie­ben Stunden fällt ernüch­ternd aus. „Ich war gelin­de gesagt ent­setzt. Das läuft alles super inef­fek­tiv ab. Es fehlt nicht der Impfstoff, es fehlt an Menschen, die sich imp­fen las­sen wollen.“

Es war ihr ers­ter Einsatz in dem frü­he­ren Kulturzentrum, Danne erkann­te schnell, „dass die Logistik vor Ort und die Betreuung der Menschen aus­ge­zeich­net ist“. Nur waren sehr weni­ge Menschen da, die man imp­fen konn­te. „Ich habe viel­leicht 20 Menschen geimpft, und das auch nur, weil ich so gedrän­gelt habe.“

Von ihren sie­ben Stunden Arbeitszeit, sagt die Oberärztin, die auch noch eine Viertelstelle im Medizinischen Versorgungszentrum des Herzzentrums hat, habe sie meist ein­fach nur gewar­tet. Ein Mediziner, der in der Arena sei­ne sechs­te Schicht absol­vier­te, habe ihr erklärt: „Das ist immer so.“

5000 Menschen können in der "Arena" geimpft werden, 600 kamen

5000 Menschen kön­nen im Optimalfall in der Arena täg­lich geimpft wer­den, in ihrer Schicht, sagt die Ärztin Danne, sei­en ihrer Schätzung nach maxi­mal 500 geimpft wor­den. Für sie ist es ein Problem der Einladungen. Es wür­den zu wenig Menschen ein­ge­la­den. Es waren genau 600, das teil­te die Senats-Gesundheitsverwaltung mit.

Aber das Problem ist viel­schich­ti­ger. Die Einladungspraxis ist mög­li­cher­wei­se ver­bes­se­rungs­wür­dig, aber es fehlt vor allem unver­än­dert an genü­gend Impfstoff. „Bis Ende ver­gan­ge­ner Woche waren täg­lich für die Arena nur 600 Dosen vor­ge­se­hen“, sagt Regina Kneiding, die Pressesprecherin des Impfzentrums Arena.

Nach Angaben der Senats-Gesundheitsverwaltung sind in den kom­men­den Tagen zwi­schen etwa 800 und etwas über 1000 Impftermine pro Tag in der Arena Berlin gebucht. Am ver­gan­ge­nen Freitag wur­den 29 250 Impfdosen gelie­fert. Zudem soll spä­tes­tens am 19. Januar die nächs­te Lieferung des Herstellers Biontech/Pfizer in Berlin eintreffen.

Bisher sind in Berlin 31 600 Über-90-Jährige eingeladen worden

Nach Auskunft der Senat-Gesundheitsverwaltung sind bis­her rund 19 000 Menschen über die Mobilen Teams in Pflegeeinrichtungen geimpft wor­den. Rund 29.000 Berlinerinnen und Berliner woh­nen in Pflegeeinrichtungen. Aufgrund der durch den Bund bis­her gelie­fer­ten und auch der aktu­ell ange­kün­dig­ten Impfstoffmenge sei­en bis­lang die rund 31.600 in Berlin leben­den über 90-Jährigen zur Impfung ein­ge­la­den wor­den. In Teilen sei­en auch die rund 190000 in Berlin leben­den über 80-Jährigen ein­ge­la­den worden.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das das Impfzentrum in Treptow betreibt, hat aller­dings auch Probleme mit den Einladungen erkannt. An eini­gen Tagen der ver­gan­ge­nen Woche sei­en bis zu zehn Prozent der Leute mit Termin nicht erschie­nen, sagt Berlins DRK-Präsident Mario Czaja. Man habe die Gesundheitsverwaltung dar­auf hingewiesen.

Nun wer­de bewusst etwas über­bucht, um die­se Lücken zu ver­mei­den. Impfstoff sei des­we­gen aber nicht ver­lo­ren gegan­gen: Einerseits hal­te sich das auf­ge­tau­te Serum, bevor es in die Spritzen kom­me, bis zu drei Tage im Kühlschrank; ande­rer­seits ver­imp­fe man am Ende eines Tages Reste an Beschäftigte aus dem Rettungswesen sowie Polizei und Bundeswehr, die im Impfzentrum ein­ge­setzt seien.

Der 91-Jährige Mann wurde geimpft, seine 87-jährige Frau, die ihn begleitete, nicht

Die Sachlage ist auf jeden Fall kom­pli­ziert. Friederike Danne hat­te einen 91-Jährigen geimpft, der in Begleitung sei­ner 87-jäh­ri­gen Frau aus Zehlendorf gekom­men ist. Der Mann hat­te eine Einladung, die Gattin nicht. Sie woll­te aber, wenn sie schon da war, auch geimpft wer­den. Doch da die Seniorin kei­ne Einladung hat­te, konn­te die Ärztin für sie am Counter auch kei­ne Dosis abholen.

Das lang­sa­me Tempo beim Impfen treibt Friederike Danne fast zur Verzweiflung. „Das dau­ert ja ewig, wenn wir nicht schnel­ler wer­den. Ich weiß, dass jeden Tag Menschen an Covid-19 ster­ben.“ Möglicherweise bleibt ihr das Tempo vor Ort in Zukunft erspart. „Ich habe im Moment eigent­lich kei­ne Lust, dort noch eine Schicht zu absol­vie­ren.“«

9 Antworten auf „Super-Flop auch in Berlin: 5000 Menschen können in der "Arena" geimpft werden, 600 kamen“

  1. Hat sie sich selbst schon “geimpft“?
    Das wür­de mich inter­es­sie­ren. Ich ken­ne kei­nen Zeugen Coronas, der sich sofort imp­fen las­sen will.

  2. Die Reste "ver­impft" man an die Soldaten, die das Zentrum vor "mili­tan­ten Querdenkern" schüt­zen? Hoffentlich jeden Tag an die­sel­ben. Ich glau­be lang­sam, wir leben im Irrenhaus.

  3. Stell dir vor es ist Impfung und kei­ner geht hin.…
    Stell dir vor es ist Pandemie und kei­ner nimmt Teil.….
    Stell dir vor Söder spricht und kei­ner hört hin.…
    Stell dir vor Lauterbach und Dr.Osten pro­phe­zei­en den Weltuntergang und der Frühling beginnt.….
    Stell dir vor es ist Lebenszeit und wir for­dern sie ein…
    Stell dir vor wir glau­ben wie­der an die Natur und das Gute und die Liebe und Fürsorge, an Lebensenergie, Immunsystem und Resilienz .…
    Stell dir vor wir trau­en uns wie­der zu leben (statt nur zu funk­tio­nie­ren) bevor wir sterben.…
    Stell dir vor, die Menschen haben mehr Mut zu leben als Angst zu sterben.….
    Dann könn­ten wir uns auch vor­stel­len, war­um kei­ner so naiv ist und zu die­ser Impfung geht.

    Offensichtlich sind vie­le schon so weit!
    Wir wer­den mehr!

  4. Zu berück­sich­ti­gen: Derzeit wer­den die Risikogruppen und Pflegepersonal geimpft. Und der Druck auf Personal in medi­zi­ni­schen Einrichtungen und auf Senioren ist sicher­lich nicht gering. Wieviel Personen der Nicht-Risikogruppen wer­den sich frei­wil­lig imp­fen las­sen? Die Verlängerung des Lockdown, wahr­schein­lich mit Verschärfungen und dras­ti­schen Strafen/Bußgeldern, um die Impfbereitschaft zu erhö­hen, kün­digt sich an. Ebenso sind Maßnahmen zur Schaffung eines fak­ti­schen Impfzwangs bereits am Horizont erkenn­bar. Vielleicht stellt man dann noch eini­ge weni­ge Erleichterungen in Aussicht, oder for­dert die­se zumin­dest, um hier noch einen zusätz­li­chen Anreiz zu schaffen.

  5. In die­sem Video wird u.a. von Alfred Broemme , sei­nes Zeichens Träger des Bundesverdienstkreuzes , in einer Abgebrütheit der Ablauf der Impfung in o.g. Impfzentrum erklärt, dass es mir schlecht wird.
    Man beach­te sei­ne Bezeichnung für Menschen, die geimpft werden. 

    https://m.youtube.com/watch?v=5_ltyExYRH4
    ( Ps.: lei­der mit Werbung am Anfang)

  6. "… sei­en ihrer Schätzung nach maxi­mal 500 geimpft wor­den. Für sie ist es ein Problem der Einladungen. Es wür­den zu wenig Menschen ein­ge­la­den. Es waren genau 600…"

    Wenn von 600 Eingeladenen 500 kom­men und geimpft wer­den, ist das kein schlech­ter Schnitt.

  7. Angesichts der rie­sen­gros­sen Gefahr und mas­si­ven Steigerung der Todesfälle durch zu wenig Geimpfte und der immensen Zahl an Befürwortern der Regierungsmassnahmen ist das durch­aus ein schlech­ter Schnitt. Ich wür­de erwar­ten dass bei 600 Eingeladenen min­des­tens die glei­che Menge vor der Tür war­tet, um die Impfdosen zu bekom­men, die trotz Einladung nicht abge­holt wer­den. Bei gro­ßen Bundesligaspielen ist es glaub ich so. (Ironie aus).

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