Versuchskaninchen aus Quarantäne und abgelaufene Medikamente

Die kli­ni­sche Prü­fung eines Arz­nei­mit­tels war bis zum 31. August 2020 in Öster­reich für schüt­zens­wer­te Per­so­nen stark ein­ge­schränkt. Dazu gehör­ten Schwan­ge­re, Min­der­jäh­ri­ge, psy­chisch kran­ke Per­so­nen und Wehr­pflich­ti­ge. Ins­be­son­de­re galt:

»Die kli­ni­sche Prü­fung eines Arz­nei­mit­tels darf an Per­so­nen, die auf gericht­li­che oder behörd­li­che Anord­nung ange­hal­ten oder gemäß dem Unter­brin­gungs­ge­setz unter­ge­bracht sind, nicht durch­ge­führt werden.«

Die behörd­li­che Anord­nung beschreibt die Qua­ran­tä­ne. Seit dem 1.9. gilt eine Ver­ord­nung "betref­fend Son­der­re­ge­lun­gen für Arz­nei­mit­tel für die Dau­er der Pan­de­mie mit COVID-19". Danach wird die­ses Ver­bot auf­ge­ho­ben für Men­schen in Qua­ran­tä­ne "auf­grund einer Infek­ti­on mit SARS-CoV‑2" bzw, "auf­grund des Auf­tre­tens von Infek­tio­nen mit SARS-CoV‑2".

Zusätz­lich wird die Mög­lich­keit eröff­net, abge­lau­fe­ne Medi­ka­men­te "in Ver­kehr zu bringen".

» Kann der Bedarf der öster­rei­chi­schen Bevöl­ke­rung an einer Arz­nei­spe­zia­li­tät doku­men­tiert und nach­weis­lich nicht gedeckt wer­den, kann der Zulas­sungs­in­ha­ber einer Arz­nei­spe­zia­li­tät beim Bun­des­amt für Sicher­heit im Gesund­heits­we­sen ein Inver­kehr­brin­gen über das Ver­falls­da­tum hin­aus zur aus­schließ­li­chen Anwen­dung in Kran­ken­an­stal­ten bean­tra­gen. Dabei ist nach­zu­wei­sen, dass ein Inver­kehr­brin­gen über das Ver­falls­da­tum hin­aus ohne Ris­ken für den Patienten/die Pati­en­tin erfol­gen kann und der Bedarf nicht mit alter­na­ti­ven Arz­nei­spe­zia­li­tä­ten abge­deckt wer­den kann.«

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