Vorsichtige Absetzbewegungen in der Presse

Beim Ober­bye­ri­schen Volks­blatt heißt es am 9.4.: Link

'Doch nun meh­ren sich Zwei­fel an den Todes­zah­len, die von der Johns-Hop­kins-Uni­ver­si­tät und dem Robert-Koch-Insti­tut (RKI) genannt wer­den. Sind die gemel­de­ten Coro­na-Toten viel zu hoch berech­net – oder anders­her­um gar zu niedrig?

Durchschnittsalter der Corona-Toten in Deutschland: 80 Jahre

Das Durch­schnitts­al­ter der Coro­na-Toten ist laut RKI in Deutsch­land mit 80 Jah­ren ziem­lich hoch. Das jüngs­te Todes­op­fer in Deutsch­land war 28 Jah­re alt und hat­te Vor­er­kran­kun­gen. Vie­le der Ver­stor­be­nen hät­ten auch ohne die Erkran­kung nur noch eine über­schau­ba­re Lebens­er­war­tung gehabt. Man­che leb­ten in Pfle­ge­hei­men. Ihr Immun­sys­tem war bereits geschwächt. Doch ver­star­ben sie letzt­lich unmit­tel­bar und direkt an den Fol­gen der Coro­na­vi­rus-Infek­ti­on?

Hamburg berechnet Corona-Tote anders – und fordert auch vom RKI Überprüfung der Zählweise

Die Gesund­heits­be­hör­de der Stadt Ham­burg erklär­te jüngst, die Coro­na-Todes­fäl­le anders zu zäh­len als das RKI. Beim Insti­tut lan­den alle Ver­stor­be­nen, bei denen das Virus SARS-CoV‑2 fest­ge­stellt wur­de, in die Todes­zäh­lung. In Ham­burg nur die­je­ni­gen, die nach­weis­lich auch an Covid-19 gestor­ben sind. Das unter­sucht wie­der­um die Rechts­me­di­zin: Bei Ster­be­fäl­len mit posi­ti­vem Coro­na-Test wird bei einer Obduk­ti­on die genaue Todes­ur­sa­che festgestellt.

Der Unter­schied zwi­schen den Zähl­wei­sen ist gra­vie­rend: Am Don­ners­tag gab das Robert-Koch-Insti­tut für Ham­burg 14 Todes­fäl­le an, die Gesund­heits­be­hör­de Ham­burgs dage­gen ledig­lich acht. Vie­le der Ver­stor­be­nen lit­ten bereits an teil­wei­se schwe­ren Vor­er­kran­kun­gen. Ham­burg drängt des­halb dar­auf, dass bun­des­weit die Zähl­wei­se über­prüft wird.

Corona-Tote in Deutschland: Gestorben an dem Coronavirus – oder mit ihm?

Doch die Kri­tik an der RKI-Zähl­wei­se kommt nicht nur aus Ham­burg, son­dern bei­spiels­wei­se auch von der Uni Bonn. Der dor­ti­ge Viro­lo­ge Pro­fes­sor Hen­drik Stre­eck nann­te im Inter­view mit der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung ein kon­kre­tes Bei­spiel: "In Heins­berg etwa ist ein 78 Jah­re alter Mann mit Vor­er­kran­kun­gen an Herz­ver­sa­gen gestor­ben, und das ohne eine Lun­gen­be­tei­li­gung durch Sars‑2. Da er infi­ziert war, taucht er natür­lich in der Covid-19-Sta­tis­tik auf.“'

Eben­so: Link

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