Würde eine westliche Regierung die eigene Bevölkerung gefährden?

Ein Blick 20 Jahre zurück kann hel­fen, die­se Frage zu beantworten.

Das gan­ze Video auf tagesschau.de.

Die hoch­gif­ti­ge Uranmunition gefähr­det nicht nur den Gegner auf dem Schlachtfeld. Aufschlußreich sind die Angaben auf Wikipedia:

Danach ver­fü­gen die­se Länder über Uranmunition:

» USA, Russland, Großbritannien, Volksrepublik China, Schweden, Niederlande, Griechenland, Frankreich, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Türkei, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Israel, Saudi-Arabien, Irak, Pakistan, Thailand, Südkorea und Japan«

Hier wur­de sie eingesetzt:

»In jüngs­ter Zeit wur­den meh­re­re tau­send Tonnen Uranmunition über­wie­gend im Zweiten Golfkrieg (320 Tonnen), in Jugoslawien, Bosnien, im Kosovo-Krieg, im Irakkrieg und im syri­schen Bürgerkrieg eingesetzt.[4]

Alleine wäh­rend eines drei­wö­chi­gen Einsatzes im Irakkrieg 2003 wur­den von der „Koalition der Willigen“ zwi­schen 1000 und 2000 Tonnen Uranmunition ein­ge­setzt.«

Danach war es aus­schließ­lich oder ganz über­wie­gend die NATO, die zu die­sem Mittel griff.

»Geschichte
Erste Versuche mit Uran-Hartkerngeschossen führ­te die deut­sche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg durch. Da die Produktion der Panzergranate 40 – ein Panzerabwehrgeschoss mit unter­ka­li­bri­gem Wolfram-Hartkern – auf­grund des Wolframmangels im Sommer 1943 ein­ge­stellt wer­den muss­te, war man auf der Suche nach Alternativen. Im März 1944 wur­den erfolg­reich Versuche mit Urankern-Munition durch­ge­führt. Infolge Materialmangels kam es aber auch hier nicht zu einer wei­te­ren Herstellung.«

WHO: Keine besondere Gefährdung

»Über das tat­säch­li­che Ausmaß der Bedrohung herrscht Uneinigkeit. Von Gegnern die­ser Waffen, wie der Organisation Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, wird Uranmunition für Krebserkrankungen, Missbildungen und Folgeschäden wie das Golfkriegssyndrom ver­ant­wort­lich gemacht. Sie füh­ren an, dass Statistiken einen nicht zu über­se­hen­den Anstieg gera­de von Haut- und Lungenkrebserkrankungen in betrof­fe­nen Kriegsgebieten zeigen.

Nach Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) liegt kei­ne beson­de­re Gefährdung vor. Im WHO gui­d­ance on expo­sure to deple­ted ura­ni­um heißt es expli­zit, dass kei­ne Studie eine Verbindung zwi­schen Kontakt mit abge­rei­cher­tem Uran und dem Auftreten von Krebs oder ange­bo­re­nen Defekten fin­den konn­te (No stu­dy has estab­lis­hed a link bet­ween expo­sure to DU and the onset of can­cers or con­ge­ni­tal abnormalities.).

Kritiker bemän­geln die Methodik und wer­fen den Studien man­geln­de Unabhängigkeit vor. Gegner der Uranmunition for­dern die Durchführung neu­er Auswertungen und Bewertungen.«

Würde die WHO (Hauptfinanziers sei­ner­zeit USA und Bill-Gates-Stiftung) das Leben der Weltbevölkerung gefährden?

Scharping: Hysterie

Im "Spiegel" (ja, ja, damals…) war am 15.1.2001 zu lesen:

»Solche Aussagen und die Reaktion der Öffentlichkeit gel­ten Scharping gleich­wohl schlicht als "Hysterie". So spricht der­sel­be Minister, der sich wäh­rend des Kosovokriegs nicht scheu­te, den Wehrwillen der Deutschen mit Halb- und Unwahrheiten über angeb­lich Zehntausende ermor­de­ter Albaner anzu­sta­cheln, über Masseninternierungen im Stadion von Pristina und einen omi­nö­sen Hufeisenplan, der offen­bar nicht vom ser­bi­schen Generalstab, son­dern weit­ge­hend von der Bonner Hardthöhe stammte.

Seit in Italien 7 Soldaten nach ihrem Einsatz auf dem Balkan an Krebs star­ben und wei­te­re 23 erkrankt sind, über­schlu­gen sich die Ereignisse:

Weitere Nato-Partner mel­de­ten Verdachtsfälle. Die Mehrzahl der euro­päi­schen Regierungen, die inter­na­tio­na­le Einheiten für die Friedenstruppe im Kosovo, Kfor, abge­stellt haben, lei­te­ten umfas­sen­de Untersuchungen ihrer Soldaten ein. Auch für die auf dem Balkan sta­tio­nier­ten Polizisten hat etwa das Berliner Innenministerium inzwi­schen "erwei­ter­te Nachsorgeuntersuchungen" angeordnet.

Sogar Großbritannien, das – anders als die Bundeswehr – selbst Projektile mit abge­rei­cher­tem Uran (deple­ted ura­ni­um, DU) ein­setz­te, for­dert nun eine gründ­li­che Untersuchung.

In Brüssel beriet der Nato-Rat über den Einsatz von DU-Munition. Krisenstimmung mach­te sich breit, als immer mehr Nato-Staaten ihre Vorbehalte gegen die pan­zer­bre­chen­den Geschosse zu Protokoll gaben. Doch ver­wei­ger­te sich die Mehrheit dem Wunsch der Regierungen in Rom und Berlin nach einem Moratorium für die­se Waffen.

Kanzler Gerhard Schröder selbst – "ich hal­te es nicht für rich­tig, eine sol­che Munition zu ver­wen­den" – erhob die Forderung mit siche­rem Instinkt für das popu­lis­tisch Gebotene, um ein sich anbah­nen­des Debakel zu ent­schär­fen. In einer Woche, in der er ohne­hin zwei Minister aus­wech­seln muss­te, woll­te er ver­hin­dern, dass sein Wehrminister tie­fer in Bedrängnis geriet.

Immerhin rang sich die Allianz nun doch zu einer Art Moratorium durch. Uran-Munition wer­de der­zeit "nicht benö­tigt", erklär­te ein Nato-Sprecher. Hartnäckig hat­ten sich die Amerikaner gegen ein Verwendungsverbot gesträubt: Das käme einem Schuldeingeständnis gleich, warn­ten sie.

Und das will Washington auf jeden Fall ver­mei­den. Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe dro­hen, seit Uran-Munition als mög­li­che Ursache für zahl­lo­se chro­ni­sche Erkrankungen gilt, unter denen bereits über 100 000 Golfkriegsveteranen lei­den. Kurz vor der Nato-Entscheidung hat­te US-Außenministerin Madeleine Albright noch ein­mal beteu­ert, für radio­ak­ti­ve Gefährdung durch Projektile, wie sie mil­lio­nen­fach in ame­ri­ka­ni­schen Arsenalen lie­gen, gebe es "abso­lut kei­nen Beweis".

Mit ähn­li­chen Beschwichtigungen hat­ten die Amerikaner aller­dings auch jah­re­lang die Ansprüche von Vietnamkriegsveteranen abge­wie­sen, die mit dem Entlaubungsmittel Agent Orange ver­gif­tet wor­den waren, bis schließ­lich Gerichte Entschädigungsforderungen der Kläger bewilligten.

Auch auf Grund sol­cher Erfahrungen mag der­zeit kaum noch ein Bündnispartner den Amerikanern trau­en. Die Alliierten füh­len sich des­in­for­miert, viel­fach sogar getäuscht von ihrer Vormacht, die – wider bes­se­res Wissen – mehr als zehn Jahre lang die angeb­li­che Harmlosigkeit von DU vehe­ment ver­tre­ten hat.

Gleichwohl lie­ßen sich die Juniorpartner offen­bar nur all­zu gern beschwich­ti­gen. Amerikanische Propaganda nach­zu­be­ten war poli­tisch weit beque­mer, als selbst in wis­sen­schaft­li­che Untersuchungen mit unge­wis­sem Ausgang ein­zu­stei­gen. Gelegenheit dazu gab es genügend.

Vom 23. Januar 1989 bis Anfang vori­gen Jahres fie­len allein im deut­schen Verteidigungsministerium 149 "Vorgänge" an, die DU zum Gegenstand hat­ten. Etliche davon bezie­hen sich auf Informationen, eini­ge sogar auf Warnungen aus den USA. Das ergibt sich aus einer Übersicht mit dem Aktenzeichen 1401329 V7 ("Vertraulich – nur für den Dienstgebrauch"), die dem dama­li­gen Staatssekretär Peter Wichert am 31. März ver­gan­ge­nen Jahres vor­ge­legt wurde.

Die Zusammenstellung belegt nicht nur, dass in der hal­ben Amtszeit der rot-grü­nen Koalition im Verteidigungsministerium 110 Vorlagen über DU-Waffen erar­bei­tet wur­den – eini­ge davon mit einem deut­li­chen Hinweis auf die "poli­ti­sche Brisanz". Sie wider­legt auch die Behauptung von Beamten, vom Einsatz der umstrit­te­nen Munition in Bosnien habe die Regierung erst sehr viel spä­ter erfahren.

Schon am 18. Februar 1997 berich­te­ten deut­sche Teilnehmer einer Militärmedizinertagung der Nato über ame­ri­ka­ni­sche Warnungen vor der "mög­li­chen Exposition von Anteilen der Friedenstruppe in Bosnien gegen­über abge­rei­cher­tem Uran".

Möglicherweise war damals noch nicht bekannt, dass US-Kampfflugzeuge am 5. August und 22. September 1994 sowie zwi­schen dem 20. August und 14. September 1995 ins­ge­samt 10 800 Projektile mit rund drei Tonnen abge­rei­cher­tem Uran gegen ser­bi­sche Stellungen in der Umgebung Sarajevos und in ganz Bosnien ver­schos­sen hat­ten. Dass aber die­se Munition ver­wen­det wor­den war, stand nun zwei­fels­frei fest.

Eine Woche spä­ter nahm der Sanitätsinspekteur der Bundeswehr zum Bericht sei­ner Untergebenen Stellung. Doch mehr als drei Monate ver­stri­chen, in denen deut­sche Pioniere mög­li­cher­wei­se ohne beson­de­re Schutzvorkehrungen Uranverseuchtes Militärgerät in und um Sarajevo bar­gen, ehe sich das Verteidigungsministerium zu einer "eige­nen Bewertung" des Risikos durch­rang. Am 4. Juni 1997 befand die Hardthöhe: "gerin­ge Gefährdung". Damit blie­ben die Deutschen auf der Linie, die Washington seit der Entwicklung der Uran-Waffen vorgab.

Die Idee kup­fer­ten die Waffenkonstrukteure Hitlers Rüstungsingenieuren ab. Die kamen wäh­rend des Zweiten Weltkriegs auf den Gedanken, den Wirkungsgrad ihrer Panzerabwehrkanonen dadurch zu stei­gern, dass den Geschossen Uran bei­gege­ben wur­de. Das super­dich­te Material soll­te mehr Energie ins Ziel brin­gen und den Geschossen eine viel sta­bi­le­re Flugbahn ver­lei­hen. Es kam nie dazu.

Als die U. S. Army in den sech­zi­ger Jahren nach mehr Durchschlagskraft gegen Moskaus gewal­ti­ge Panzerarmeen such­te, griff sie die Uran-Idee auf. Anders als Speers Aufrüster ver­füg­te Washington über einen nahe­zu unbe­grenz­ten Vorrat an geeig­ne­tem Rohmaterial – abge­rei­cher­tes Uran, das bei der Gewinnung spalt­ba­ren Materials für Atombomben und Reaktorbrennstoff in gro­ßen Mengen anfällt.

Nukleare Kettenreaktionen las­sen sich nur mit Isotop U 235 erzeu­gen. Natürliches Uranerz besteht aber ledig­lich zu 0,7 Prozent aus die­sem Bombenbaustoff. Weit über 99 Prozent dage­gen sind U 238, ein schwach strah­len­des Schwermetall, das kost­spie­lig ent­sorgt wer­den muss – falls sich kei­ne ande­re Verwendung findet.

Kein Wunder, dass das US-Energieministerium der Rüstungsindustrie den Bombenabfall fast kos­ten­frei zur Verfügung stell­te. Das Milosevic-Regime in Belgrad nutz­te die­sen Umstand für sei­ne Menschenrechtsklage gegen die Nato: Der Westen ent­le­di­ge sich sei­nes Nuklearabfalls, indem er ihn auf jugo­sla­wi­sche Ziele verschieße.

Nicht nur in der Rüstung wird das bil­li­ge Schwermetall benutzt. Boeing und McDonnell Douglas bau­ten es – als Gegengewichte für Ruder und Klappen – in ihre Großraumjets ein, Werften pack­ten es als Ballast in den Kiel von Segelyachten.

So wies der Untersuchungsbericht des nie­der­län­di­schen Parlaments über den Absturz eines El-Al-Jumbos auf den Amsterdamer Stadtteil Bijlmeer am 4. Oktober 1992 aus­drück­lich dar­auf hin, dass die­se Gegengewichte in Brand gera­ten waren und eine "Verseuchung durch Uranoxidpartikel statt­ge­fun­den" hat. Ob Erkrankungen von Überlebenden auf das Uran oder auf eben­falls mit­ge­führ­te und bis heu­te nicht voll­stän­dig iden­ti­fi­zier­te Giftstoffe zurück­zu­füh­ren sind, blieb aller­dings unklar.

Auch in Remscheid ist bis heu­te offen, was Ursache für die Erkrankungen ist, unter denen etli­che Einwohner des Viertels lei­den, in dem am 8. Dezember 1988 ein US-Kampfflugzeug vom Typ A‑10 abstürz­te (sie­he Seite 120). Zur Standardausrüstung die­ses "Warzenschwein" genann­ten Jets, der auf dem Balkan und im Golfkrieg häu­fig ein­ge­setzt wur­de, gehört im Ernstfall Uran-Munition.

Die Verwendung des Uran-Abfallprodukts galt als unpro­ble­ma­tisch. DU strahlt schwä­cher als Natururan und son­dert fast aus­schließ­lich Alpha- und Beta-Strahlen ab. Zwar sind Alpha-Strahlen äußerst ener­gie­reich, wer­den aber schon durch die Papierhülle abge­fan­gen, in der jene Dosimeterfilme ste­cken, die jeder gefähr­de­te Soldat "am Mann" tra­gen soll. Auch Beta-Strahlen sind so ein­fach abzu­schir­men, dass sogar ame­ri­ka­ni­sche Abrams-Tanks zur Verstärkung der Panzerung mit DU aus­ge­rüs­tet sind.

Für so unbe­denk­lich gaben Rüstungstechniker das Material aus, dass es in immer mehr Waffensystemen Nutzung fand: Panzergranaten, Geschosse für Maschinenkanonen, ja sogar Spezialmunition für Schnellfeuergewehre erhiel­ten einen UranKern. Cruise Missiles tra­gen oft ein Ausgleichgewicht aus DU, um ihre Flugeigenschaften zu verbessern.

Das mag der Grund dafür sein, dass in Jugoslawien erhöh­te Radioaktivität an Einschlagstellen von Marschflugkörpern gemes­sen wur­de. In Belgrad sol­len die Trümmer des Generalstabsgebäudes, des Fernsehsenders und Bunkerruinen noch immer Uran-ver­seucht sein.

Die Strahlung von DU, das zei­gen vie­le Studien, ist jedoch so gering, dass sie kaum jene Leukämie-Erkrankungen ver­ur­sacht haben kann, wel­che das jüngs­te Aufwallen von Strahlenangst aus­lös­ten. Schon der Wismut-Bergbau in der ehe­ma­li­gen DDR belegt, dass Uranstaub – ein­ge­at­met – zwar durch­aus Lungenkrebs ver­ur­sacht. Andere Karzinome las­sen sich bis­lang hin­ge­gen nicht auf Uran zurückführen.

Außerdem liegt die Latenzzeit der meis­ten Krebsarten, die Spanne zwi­schen dem aus­lö­sen­den Ereignis und dem Beginn der aku­ten Erkrankung, bei 5 bis 15 Jahren. Falls DU doch stär­ker als bis­her ver­mu­tet tumor­bil­dend wir­ken soll­te, läge die wirk­li­che Krebswelle erst noch in der Zukunft…

Neben den toxi­schen Gefahren von DU hin­ter­lässt der Einsatz moder­ner Waffen unzäh­li­ge wei­te­re, größ­ten­teils unge­prüf­te Komponenten. Rückstände etwa des auf allen Schlachtfeldern reich­lich ein­ge­setz­ten Trinitrotoluols (TNT), des wohl ver­brei­tets­ten mili­tä­ri­schen Sprengstoffs, wer­den ver­däch­tigt, kar­zi­no­gen zu sein und Leukämie auszulösen.

Doch selbst unge­lös­te, che­misch weit weni­ger aggres­si­ve DU-Partikel kön­nen nach Expertenmeinung im schlimms­ten Fall Verheerungen anrich­ten, wenn sie erst ein­mal im Körper ein­ge­la­gert sind. Die mit hoher Geschwindigkeit aus­ge­sto­ße­nen Teilchen der Alpha-Strahlung sind durch­aus in der Lage, benach­bar­te Zellen zu ver­wüs­ten. Trifft solch ein Partikel einen Zellkern, kann es eine bio­lo­gi­sche Kettenreaktion aus­lö­sen, die zu einem bös­ar­ti­gen Tumor führt. Wolfgang Köhnlein, stell­ver­tre­ten­der Vorsitzender der Strahlenschutzkommission der Bundesregierung, ist jeden­falls über­zeugt, dass Soldaten noch lan­ge nach ihrem Einsatz an Leukämie erkran­ken können.

Darüber hin­aus wuss­ten die ame­ri­ka­ni­schen Forscher, dass ein DU-Risiko auch nach Kriegsende durch den vom Boden wie­der auf­ge­wir­bel­ten Uranstaub fort­be­steht. In weit­aus höhe­rer Gefahr als das Personal von Nato-Schießständen lebt des­halb die Bevölkerung im Südirak oder im ehe­ma­li­gen Jugoslawien, wo die­ser Giftstaub ton­nen­wei­se aus­ge­streut wur­de (sie­he Seite 122).

ABC-Atemmasken, luft­un­durch­läs­si­ge Bekleidung und Prüfgeräte, wel­che die Nato seit dem 1. Juli 1999 schließ­lich als zweck­mä­ßi­ge Schutzvorkehrungen für ihre Soldaten vor­sah – ein Appell, der aber nicht alle Soldaten erreich­te -, ste­hen der Bevölkerung nicht zur Verfügung. Die weiß in der Regel zudem noch weni­ger als die Soldaten, wo sie mit gif­ti­gem Uranstaub rech­nen muss.

Dass allen öffent­li­chen Harmlosigkeitsbeteuerungen zum Trotz auch unter Militärexperten die Sorge vor unkon­trol­lier­ba­ren Auswirkungen der DU-Munition Bestand hat­te, beweist der Brief eines Oberstleutnants Ziehmn vom US-Atomwaffenzentrum Los Alamos National Laboratory. Am 1. März 1991, mit Beginn der Waffenruhe im Golfkrieg, in dem ins­ge­samt 300 Tonnen abge­rei­cher­tes Uran ver­schos­sen wur­den, warn­te der Experte die Abteilung für Studien und Analysen des Pentagon:

"Es gab und gibt wei­ter­hin Bedenken hin­sicht­lich der Auswirkungen von abge­rei­cher­tem Uran auf die Umwelt. Daher besteht die Gefahr, dass DU-Munition poli­tisch als nicht mehr hin­nehm­bar erschei­nen könn­te."«

Würde ein sozi­al­de­mo­kra­ti­scher "Verteidigungsminister".… Würde ein sozi­al­de­mo­kra­ti­scher "Gesundheitsexperte"…

8 Antworten auf „Würde eine westliche Regierung die eigene Bevölkerung gefährden?“

  1. Auf der Suche nach einer Dokumentation zu den schlim­men gesund­heit­li­chen Folgen abge­rei­cher­ter Uranmunition im Irakkrieg 2003 von/mit Gaby Weber im Auftrag eines ARD-Programms stieß ich statt des­sen auf die­ses Video zum Umgang mit dem welt­um­span­nen­den Virus in Uruguay vom November l.J. Die Lage – im wörtlich/geografischen als auch im übertragen/politischen Sinn – zwi­schen Argentinien und Brasilien kommt zur Sprache, die anfäng­lich eher Schweden ähn­li­che Strategie durch den im März 2020 ins Amt gekom­me­nen kon­ser­va­ti­ven (n.m.E. eher als rechts zu bezeich­nen­den) Ministerpräsidenten, der seit Herbst sein wah­res Gesicht zu zei­gen beginnt, ein eige­ner PCR-Test, Volksküchen und die links­/­rechts-Problematik, mit der Uruguay sei­ne eige­ne Erfahrung hat nach 15 Jahren Regierungszeit Frente Amplio, dem lin­ken Parteienbündnis. Sehr sehens­wert, mei­ne ich. Wie die meis­ten Gaby-Weber-Beiträge.
    https://www.youtube.com/watch?v=88TYp_gC3FM&feature=youtu.be

    Corona-Stand Uruguay heu­te, 4.1.21: 204 Todesfälle bei 3.45 Mio Einwohner, eine Mortalität von 0,0059%, im Vergleich zu Argentinien, Brasilien, Deutschland und Kuba: 0,098%, 0,093%, 0,04% und 0,0013%. In Relation liegt die Gesamtmortalität in D. bei etwa 1,16%/Jahr.
    Und wenn ich es noch auf­trei­ben kann, wird das zum Thread-Thema pas­sen­de Video auch noch nach­ge­reicht. Oder jemand anders fin­det es schneller.

  2. 12.12.2012

    Drucksache 17/11898

    Uranmunition äch­ten

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/118/1711898.pdf

    .

    Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU und FDP gegen die Stimmen der Fraktion DIE LINKE. bei Stimmenthal-tung Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. 

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/135/1713559.pdf

    .

    "Was kön­nen wir auf glo­ba­ler Ebene mit einer Ächtung errei­chen. Wenig, … Eine Ächtung von Uranmunition hät­te … kei­nen direk­ten Effekt. Mit einem uni­la­te­ra­len Akt der Ächtung iso­lie­ren wir uns nur auf der inter­na­tio­na­len Bühne. … Wir soll­ten unse­re Anstrengungen auf ein rea­lis­ti­sches und sinn­vol­les Ziel len­ken: einen ver­tief­ten Dialog …" 

    https://www.cducsu.de/themen/aussenpolitik/bewertung-von-uranmunition-als-voelkerrechtswidrig-ist-unzulaessig

    .

    Flugzeugabsturz in Remscheid

    https://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugabsturz_in_Remscheid

  3. Planspiele der NATO prei­sen das längst ein. Wer das leug­net, ist sich über die eige­ne Bedeutung als "natür­li­che, aber womög­lich zu zahl­rei­che" Ressource eines Verwaltungsbezirks nicht im Klaren.
    Ich kom­me immer mehr zum Ergebnis, dass Politik seit je nur Theater war, Show für die, die man an ihre Menschenrechte zu glau­ben von klein an gewöhnt hat­te und dar­an, sie ernst zu neh­men. Warum auch soll­te der "edle Westen" in den Augen der Anführer eine grund­le­gend ande­re Bedeutung haben als Syrer, Iraker, Afghanen? Manövriermasse im gro­ßen Spiel. "Niemals wür­de mir der Bauer etwas tun", sprach die Gans. "Er ist gut zu mir und füt­tert mich und sorgt sich den gan­zen Tag". Dann aber kam der Martinstag. Die Rechnung kommt am Schluss.

  4. Da den­ke ich an ‘Atomic Lies‘, den Dokumentarfilm zur 2. UN-Konferenz über die gesund­heit­li­chen Folgen der Tschernobyl-Katastrophe. In der Synopsis zu dem Film aus dem Jahr 2002 heisst es:
    “Ein 1959 zwi­schen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Agentur für Atomenergie (IAEO) unter­zeich­ne­tes Abkommen hin­dert die WHO dar­an, die gesund­heit­li­chen Folgen von Strahlung zu unter­su­chen, wenn die IAEO nicht zustimmt. … Die bei­den Agenturen erken­nen heu­te nur an, dass durch den Unfall von Tschernobyl 32 Todesfälle bei Feuerwehrleuten, 200 Krebserkrankungen durch aku­te Bestrahlung und 2000 Schilddrüsenkrebserkrankungen ver­ur­sacht wur­den. Dagegen teilt das Büro der Vereinten Nationen für Katastrophen und huma­ni­tä­re Hilfe (OCHA) die Ansichten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Kofi Annan, der die Anzahl der Opfer auf 9 Millionen schätzt und erklärt, dass die Tragödie von Tschernobyl erst am Anfang steht. Diese Tatsachen und die­se Widersprüche kamen wäh­rend der Internationalen Konferenz über die gesund­heit­li­chen Folgen der Tschernobyl-Katastrophe zur Sprache, die im Juni 2001 in Kiew unter der Aufsicht der WHO orga­ni­siert und voll­stän­dig im Film auf­ge­zeich­net wur­de. Der wich­tigs­te Punkt die­ser Konferenz war die Annahme einer Schlusserklärung, die künf­ti­ge Entscheidungen des staat­li­chen Strahlenschutzes stüt­zen soll. Im Einklang mit der Linie von IAEO und WHO haben die Verfasser der Schlusserklärung die auf der Konferenz vor­ge­leg­ten neu­en wis­sen­schaft­li­chen Daten, die dem offi­zi­el­len Dogma wider­spra­chen, nicht in ihren Text auf­ge­nom­men. Dies ist eine Lüge durch Unterlassung.”
    Die Deutsche Welle schrieb 2011: “WHO-intern ist ein Großteil der Daten über das wah­re Ausmass der Tschernobyl-Katastrophe durch­aus bekannt. Denn die Weltgesundheitsorganisation war Hauptorganisator der bei­den UN-Konferenzen zum Thema Tschernobyl, die 1995 in Genf und 2001 in Kiew statt­fan­den. Doch die Protokolle sowie fast sämt­li­che Referate die­ser bei­den Konferenzen wur­den von der WHO wegen des Einspruchs der IAEO bis heu­te nicht ver­öf­fent­licht – ent­ge­gen anders­lau­ten­der Behauptungen von WHO-Sprecher Härtl. Veröffentlicht wur­den ledig­lich eine Zusammenfassung der in Kiew gehal­te­nen Vorträge sowie zwölf von meh­re­ren hun­dert Redemanuskripten, die für die Genfer Konferenz ein­ge­reicht wurden.

    Und da den­ke ich an das:
    „Das Paradoxon der Atomenergie besteht eben dar­in, dass kein Staat der Welt an ihr inter­es­siert wäre, böte sie nicht die ver­lo­cken­de Aussicht auf eine nuklea­re Bewaffnung, die mit den glei­chen tech­ni­schen Mitteln zu errei­chen ist, die man für die Stromerzeugung braucht. Besitzt man aber erst ein­mal die Industrieanlagen der Nuklearwirtschaft, stellt man fest, dass man sich selbst gigan­ti­sche Atomminen ins Land gelegt hat, für deren Zündung der poten­ti­el­le Feind nicht ein­mal Atomraketen benö­tigt.“ (Detlef zum Winkel, kon­kret 1/15)

    Und an das:
    „Die gegen­wär­ti­ge Fahrlässigkeit beim Umgang mit hoch radio­ak­ti­ven Abfällen ist gelin­de gesagt, skan­da­lös, und zwar nicht nur in Deutschland, son­dern fast über­all auf der Welt.“
    „Wenn das Atommüllproblem nicht spä­tes­tens in etwa 10 Jahren gelöst ist, haben wir ein Deutschland 20 gut gefüll­te Zwischenlager, ein jedes min­des­tens zehn­mal so ‚wir­kungs­voll‘ wie der Tschernobyl Reaktor – falls etwas pas­sie­ren soll­te.“ (Prof. Dr. Klaus Stierstadt, Atommüll – wohin damit?, Verlag Harri Deutsch, 2010)

    Und ich den­ke dar­an, dass Leute, die ein Endlager suchen las­sen, das Millionen Jahre dicht­hält, anstatt end­lich eines zu bau­en, dass hof­fent­lich 1.000–10.000 Jahre dicht­hält, oder uns ver­spre­chen, mit viel Geld wür­de sich das Naturgesetz sicher aus­he­beln und Atommüll unge­fähr­lich machen las­sen (Transmutation, Gates' Reaktor-im-Garten), Vertrauen in der Bevölkerung genies­sen und ihr Angst vor Viren machen. 

    Unfassbar!

  5. Schön, dass man mal anfängt der Wahrheit ins Gesicht zu sehen: natürlich!

    Was soll denn das sein: eine west­li­che Regierung?

    Wir haben Büttel der reichs­ten der Reichen an der Spitze des Staates – und sonst nichts.

    Wenn sie nicht von anfang an Büttel waren, so wer­den sie dazu gemacht – oder abgesägt.

    Man den­ke an eine Ypsilanti, einen Edathy und die vie­len ande­ren, die mit mie­sen Methoden bis hin zu Geheimdienst-Aktionen abge­sägt wur­den. Das System ist ein Kloake. Und die Scheiße dar­in nennt sich "Geld".

  6. Würde eine Deutsche Regierung einen Arzt der die gefah­ren von Uranmunition in den 1990ern im Irak wis­sen­schaft­lich unter­such­te in Haft neh­men zumal die­ser Arzt als Jugendlicher bereits Mitglied einer Widerstandsgruppe war? Ja sie hat. 

    Der Arzt und die ver­strahl­ten Kinder von Basra

    Prof. Dr. Dr. med. habil Horst Günther Siegwart war ein deut­scher Tropenarzt. Er befass­te sich ins­be­son­de­re mit dem Problemthema Uran.
    In der Zeit des Nationalsozialismus, war Siegwart Horst Günther Teil einer Widerstandsgruppe. Außerdem wur­de er selbst zu einem Häftling im KZ Buchenwald.
    Vom Jahr 1945 bis 1950, stu­dier­te er in Jena Humanmedizin, Philosophie und Ägyptologie. Nach dem Studium absol­vier­te der Mediziner in Liverpool und London eine tro­pen­me­di­zi­ni­sche Ausbildung. Darauf arbei­te­te er im Irak, in Ägypten, Syrien sowie in Israel als Mediziner. Dies war dem enga­gier­ten Arzt aller­dings noch lan­ge nicht genug. So wur­de er in Bagdad Professor an der Universitätsklinik.
    Das Tonnen schwe­re Problem Uran

    1991 wies Siegwart zum ers­ten Mal auf die äußerst gefähr­li­chen Folgeschäden von Uran-Geschossen. Denn die US-Armee ver­schoss im Golfkrieg ton­nen­wei­se Uran-Munition. Horst Günther Siegwart such­te selbst nach Uran-Geschossen, um deren Radioaktivität zu bewei­sen. Als er die­se unter­su­chen las­sen woll­te, wur­de er wegen ,,fal­schem Umgang mit Uran“ verhaftet.
    https://www.lernzeit.de/der-arzt-und-die-verstrahlten-kinder-von-basra/

    Um einen Nachweis zu erbrin­gen, dass es sich bei den Geschossen um DU-Munition han­delt, ließ er es in drei aner­kann­ten Laboren in Berlin (Luise Meitnerwesenstitut, FU-Klinikum Berlin-Charlottenburg, Berliner Humboldtuniversität[4]) unter­su­chen. Diese drei von­ein­an­der unab­hän­gi­gen Labore bestä­tig­ten die radio­ak­ti­ve Gefährlichkeit die­ser Geschosse. Als dies den Behörden bekannt wur­de, wur­de er ver­haf­tet. Als Grund wur­de ihm „uner­laub­ter Waffenbesitz und Verbreitung von radio­ak­ti­vem Material“ genannt. Die Haftstrafe wur­de spä­ter zu einer Geldstrafe von 3000 DM umge­wan­delt, deren Zahlung er ver­wei­ger­te. Er muss­te dar­auf­hin wie­der ins Gefängnis und wur­de nach einem Hungerstreik und der Stellung einer Kaution fünf Wochen spä­ter wie­der aus der Haft entlassen.[5]

    Günther erkrank­te an Krebs und führt dies auf sei­nen beruf­li­chen Kontakt mit Uran zurück. Er war Präsident des Gelben Kreuzes International und Vizepräsident der Albert Schweitzer World Academy of Medicine.[6]
    Golfkriegssyndrom

    Er gilt als der Entdecker und Erstbeschreiber von Erkrankungen, die der Anwendung von abge­rei­cher­tem Uran in DU-Munition zuge­rech­net wer­den (manch­mal fälsch­lich als Morbus Günther bezeich­net). Diese Erkrankungen tra­ten ab Anfang der 1990er Jahre auf.

    Günther unter­such­te in Ausübung sei­ner Tätigkeit für eine Hilfsorganisation nach dem Zweiten Golfkrieg von 1991 bis 1995 Kinder im Irak, wel­che an einer bis dahin unbe­kann­ten Krankheit lit­ten. Günther ging davon aus, dass es sich dabei um die Folgen des Kontaktes mit abge­rei­cher­tem Uran han­del­te. Er war fer­ner der Meinung, dass auch das soge­nann­te Golfkriegssyndrom auf einer sol­chen Vergiftung beruhe.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Siegwart-Horst_G%C3%BCnther

    ARD-Dokumentation "Der Arzt und die ver­strahl­ten Kinder von Basra"
    (Vorsicht bei sen­si­blen Gemütern)
    https://youtu.be/ERmabAyg4X0

    Nichts neu­es im Westen ist also der Umgang mit Wodarg, Bagdhi und anderen …

  7. Am Rand von OT: als der ehe­ma­li­ge Ministerpräsident Uruguays nach sei­ner Amtszeit mit sei­ner Frau als Privatmann die Türkei bereis­te, in einem alten VW, ohne Leibwächter pipa­po, als Normalos unter Normalen, waren die poli­ti­sche Klasse der Türkei und ihre Medien fas­sungs­los. D.h. wohl auch dass man in Uruguay so etwas wie eine funk­tio­nie­ren­de ent­spann­te Zivilgesellschaft auf­ge­baut hat, ähn­lich wie in Portugal oder Schweden in Europa.
    Für Viren ein nicht so gutes Biotop. Vernunft ist für die gefähr­li­cher als High-Tech-Medikamente a la Remsedevir oder uner­prob­te Impfmittel.

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