Auch das wird wahr: In Wattenscheid klingeln jetzt Zeugen Coronas an der Haustür

waz​.de (15.1.)

Hinter der Bezahlschranke ist am 15.1. auf waz​.de zu erfahren:

»BOCHUM-WATTENSCHEID. In Wattenscheid sind nun Impf-Lotsen auf der Straße, um Impf-Aufklärung zu betrei­ben. Die Ehrenamtlichen bekom­men von Passanten vie­les zu hören.

Im Winter bei schlech­tem Wetter in der Fußgängerzone von Impfskeptikern ange­brüllt wer­den – was wohl die meis­ten Menschen als abso­lu­te Zumutung emp­fin­den, unter­neh­men Taban Abas und Ibrahim Eser seit ein paar Tagen ganz frei­wil­lig. Sie gehö­ren zu 14 medi­zi­nisch geschul­ten ehren­amt­li­chen „Impflotsen“, die nun auf Wattenscheids Straßen und an Haustüren „Impf-Aufklärung“ betrei­ben wollen.

„Taskforce“ initiiert Kampagne „Wattenscheid gegen Corona“

Nachdem die Bochumer Corona-Statistik im Dezember eine höhe­re Infektionsrate für Wattenscheid zu Tage beför­dert hat­te als im übri­gen Stadtgebiet, rief die städ­ti­sche Taskforce dann end­lich die Aktion „Wattenscheid gegen Corona“ ins Leben. Die bis­he­ri­gen Infokampagnen reich­ten nicht aus, wur­de Sozial- und Gesundheitsdezernentin Britta Anger klar: „Wir müs­sen jede Aktion nut­zen – man kriegt es mit Plakaten nicht hin.“

Seit dem 6. Januar hät­ten die bi- oder tril­lin­gua­len Lotsinnen und ‑lot­sen schon „mehr als 1000 Impfangebote“ den Passantinnen und Passanten unter­brei­tet: in Deutsch, Arabisch, Kurdisch, Türkisch oder Russisch. Besonders wert­voll sei dabei die Beratung durch den ärzt­li­chen Leiter Serhat Sönmez. Bei Rückfragen kann Impflotse Ibrahim Eser den Bürgern sofort das Handy ans Ohr drü­cken mit dem Satz: „Ich habe einen Arzt hier am Telefon.“…

„Der Elan ist unge­bro­chen“, meint Bezirksbürgermeister Hans-Peter Herzog (SPD), zieht „ganz tief den Hut“ vor dem Engagement – für das sich die Ehrenamtlichen aller­hand gefal­len las­sen müs­sen: in der Kälte, vor dem Einkaufszentrum, manch­mal „abge­wim­melt vor der Haustür mit bösen Worten“.

Impf-Lotsen bleiben trotz „schrägster“ Sprüche motiviert

Einige „inak­zep­ta­ble“ Sprüche gin­gen für Ibrahim Eser unter die Gürtellinie. „Einer frag­te: ,Willst du mich in den Tod beglei­ten?’“, berich­tet Eser, „Manchmal habe ich mich gefragt: ,Was mache ich hier?’“«

Eine wahr­haft gute Frage. Auch Impflotsin Taban Abas hat es schwer:

»Viele Wattenscheiderinnen und Wattenscheider, die sie ansprach, hät­ten gemeint, die Lehramtsstudentin wol­le ihnen etwas ver­kau­fen. „Mein zwei­ter Satz war immer: ,Ich will Ihnen nichts Böses!’“ Täglich sei sie rund zwei Stunden als Impflotsin unter­wegs, mache wei­ter „wenn es dun­kel wird“, am Wochenende, selbst wenn nur Gespräche mit Booster-Interessenten zustan­de kamen. „Doch das ist für mich kei­ne Aufklärungsarbeit.“ Manchmal sei sie auch über­mo­ti­viert. „Vorgestern habe ich einen her­ben Schlag bekom­men“, so Abas, „Da wur­de ich von allen Leuten ein­fach abge­wie­sen.“ Doch was sie heu­te run­ter­zie­he, mache sie mor­gen nur stärker.«

Wir hat­ten es hier schon ein­mal, paßt heu­te aber besonders:

(Quelle: you​tube​.com):

29 Antworten auf „Auch das wird wahr: In Wattenscheid klingeln jetzt Zeugen Coronas an der Haustür“

  1. Bei den Namen ist klar, dass die in Migrantenvierteln hau­sie­ren gehen. Da kön­nen die eine Gefährderansprache gleich in Türkisch/Arabisch/Kurdisch durchführen.

    Was an "Willst du mich in den Tod beglei­ten?" schlimm sein soll, weiß ich nicht. Die Pimpfe ist gefähr­lich, bis­wei­len tödlich.

  2. Impflotsen ??!!
    Was geht eigent­lich in den Köpfen von sol­chen Missionaren vor
    sich ? Bestimmt nicht, daß sie sich von vor­ne bis hin­ten lächerlich
    machen.
    Ich kom­me mir immer mehr vor wie Phil Connors, nur daß der immer wie­der­keh­ren­de Tag der 1. April zu sein scheint…

  3. Welch töd­li­che Seuche wütet in ganz Deutschland. Es braucht Impf-Drückerkolonnen, die Impfabos verticken. 

    Wer sich als Impfwerber aus tiefs­ter Überzeugung betä­tigt, hat eine neue Religion gefun­den. Der Vergleich passt schon. Wobei Zeugen Jehovas sich durch­aus fried­lich zurück­zie­hen, wenn man ein­fach freund­lich sagt, dass man sich nicht unter­hal­ten möch­te. Nicht ver­ges­sen wer­den soll­te auch, dass Zeugen Jehovas zu den Verfolgten des NS-Regimes gehör­ten. Und dass es inzwi­schen offen­bar auch hand­ge­schrie­be­ne Briefe der Zeugen Jehovas in Briefkästen gibt, die die Corona-Maßnahmen scharf kri­ti­sie­ren und zum Nachdenken auf­for­dern. Bei Zeugen Coronas habe ich dann doch mei­ne Zweifel. Wenn mir schon ein Arzt als Halbgott in Weiß am Telefon ange­droht wird …

    1. Es gab auch die Beschilderung: Hier sind Diebe fest­ge­stellt worden.
      Jetzt sind die Häuser zu beschil­dern mit: "Hier wur­den Hausierer mit Mordsabsichten fest­ge­stellt und rauseworfen."
      Ein Symbol (durch­ge­stri­che­nes Haus) könn­te als Aussage des Hausverbotes für jeg­li­che Hausierer zur Geltung kom­men und für Abhilfe gegen beläs­ti­gen­den Heimsuchungen durch "Gesundheits"-Hausierer sorgen.

  4. "Doch was sie heu­te run­ter­zie­he, mache sie mor­gen nur stärker.«

    Durchhalteparolen wer­den not­wen­dig bei Leistungsdruck.
    Erfolg um jeden Preis, natür­lich öffent­lich­keits­wirk­sam. Bei den bei­den kommt die Kehrseite die­ser „Solidarität“ zu Vorschein.
    Sie kön­nen sich wich­tig füh­len. Sie zei­gen, wie hart­nä­ckig sie sein kön­nen. Sie müs­sen nicht nur mit dem Wetter klar kom­men, son­dern auch mit Reaktionen von sich bedrängt füh­len­den Menschen. Sie wer­den wahr­schein­lich bemitleidet.
    Sie kön­nen Macht aus­üben auf Menschen, die ande­re Meinungen ver­tre­ten und erhal­te dafür Anerkennung.
    Selbstzweifel haben die bestimmt nicht. Hinter dem Feigenblatt der Solidarität kommt eine ganz schö­ne Portion Egoismus zum Vorschein. Welche Argumente die­se bei­den wohl vor­brin­gen? Im Notfall haben die Impflotsen auch einen Arzt, den sie anru­fen kön­nen. Ich fürch­te, die Glaubwürdigkeit die­ser Berufsgruppe ist stark beschädigt.

    1. Ergänzung:
      „Sie stellen
      nicht die mora­li­sche Forderung an die Menschen: Liebet Euch untereinander,
      seid kei­ne Egoisten pp.; sie wis­sen im Gegenteil sehr gut, daß der Egoismus
      eben­so wie die Aufopferung eine unter bestimm­ten Verhältnissen notwendige
      Form der Durchsetzung der Individuen ist.“ K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, 229.

  5. Schön, wenn man sei­ne Aggressionen so hei­lig, hei­lig aus­le­ben kann. 

    Früher nann­te man sol­che Figuren "Betschwester" und "Frömmler."

  6. Es bleibt dabei: “Wenn du über­re­det, ermahnt, unter Druck gesetzt, belo­gen, durch Anreize gelockt, gezwun­gen, gemobbt, bloß­ge­stellt, beschul­digt, bedroht, bestraft und kri­mi­na­li­siert wer­den musst… Wenn all dies als not­wen­dig erach­tet wird, um dei­ne Zustimmung zu erlan­gen – kannst du abso­lut sicher sein, dass das, was da ange­prie­sen wird, nicht zu dei­nem Besten ist.” Ian Watson

  7. "Bei Rückfragen kann Impflotse Ibrahim Eser den Bürgern sofort das Handy ans Ohr drücken…"

    Na hof­fent­lich hat er's vor­her des­in­fi­ziert… ;-D

    1. Das war auch mein ers­ter Gedanke. Es soll ja Zeitgenossen geben, die noch nicht mal Telefonzellen benut­zen weil der Hörer zu dre­ckig sein könn­te. Also ich denk mal, die dank­bars­te Zielgruppe von denen ist Hypochonder. Die wür­den lie­bend gern gleich noch ein Abo über die nächs­ten 6 Schüsse mit Abstand von 8 Wochen abschlie­ßen – aber ein kei­mi­ges Smartphone frem­der Menschen für das Arztgespräch berüh­ren? Die blau­en Rautenpillen gibt's doch auch ohne Arztgespräch aus Indien.

  8. Und der Arzt hat offen­bar ein ver­dammt lee­res Wartezimmer, oder unter­bricht der immer sei­ne Behandlung, wenn Ibrahim mal reinruft?

  9. Wenn es kein "Impf"register gibt, woher hat die Stadt Wattenscheid die Adress- und "Impf"daten (Stichwort: ärzt­li­che Schweigepflicht) der heim­ge­sucht Werdenden?
    Bei mir bekä­men die­se Haustürgeschäftler umge­hend Hausverbot und eine saf­ti­ge Anzeige bei der Polizei und gleich eine Klage bei der StA wegen Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz.

    Haustürgeschäfte, sie­he Gäbler-Wirtschaftslexikon:
    "2. Rechtliche Regelungen: Gemäß § 312 BGB steht dem Verbraucher ein Widerrufsrecht nach § 355 BGB zu. Wenn zwi­schen Verbraucher und Anbieter eine stän­di­ge Geschäftsverbindung auf­recht­erhal­ten wer­den soll, kann anstel­le des Widerrufsrechts ein Rückgaberecht nach § 356 BGB ein­ge­räumt werden. …"
    https://​wirt​schafts​le​xi​kon​.gab​ler​.de/​d​e​f​i​n​i​t​i​o​n​/​h​a​u​s​t​u​e​r​g​e​s​c​h​a​e​f​t​-​3​1​956
    Was sitzt in der Stadtverwaltung von Wattenscheid fürn recht­lich erheb­lich unter­be­lich­te­ter Syndikus (m, w, d)?

  10. 1) STAND 2.1.2022, 18:38 Uhr

    Dienstag, 28. Dezember
    +++ Erste "Impflotsen" in RLP neh­men im Januar Arbeit auf +++
    17:15 Uhr

    +++ Erste "Impflotsen" in RLP neh­men im Januar Arbeit auf +++
    17:15 Uhr
    Die ersten
    soge­nann­ten Impflotsen
    in Rheinland-Pfalz sol­len im Januar in Mainz mit ihrer Arbeit beginnen.
    Das teil­te die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz auf SWR-Anfrage mit. 

    Die Impflotsen sind Teil des Fünf-Punkte-Plans der Landesregierung, der im November vor­ge­stellt wurde. 

    Sie sol­len dafür sor­gen, dass die Impfbereitschaft in Wohnvierteln steigt, in denen weni­ger Menschen gegen das Coronavirus geimpft sind. 

    Als Impflotsen für ein­zel­ne Kommunen könn­ten laut der Landeszentrale für Gesundheitsförderung beispielsweise 

    Integrationshelfer oder

    Fachkräfte für Langzeitarbeitslose 

    fort­ge­bil­det wer­den. Einzelheiten dazu, wie vie­le und wer in Mainz als Impftlotse ein­ge­setzt wer­den soll, will die Stadtverwaltung nach eige­ner Auskunft erst im Januar veröffentlichen. 

    https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/liveblog-corona-entwicklungen-bis-02-januar-rp-100~_detailPage-7_-4f26c11b82e34dbf7e4d869d95a945d9f0b44c9b.html

    2) Booster-Impfung:
    Die wich­tigs­ten Fragen und Antworten im Überblick

    Juni Huber
    Philipp Jung
    Anke Herbert
    Simone Schmidt
    Mittwoch, 10. November 2021 – 21:31 Uhr

    Weitere Ideen gegen die Pandemie?
    Ab Mitte November sollen 

    Impflotsen

    in Wohnvierteln mit unter­durch­schnitt­li­cher Impfquote 

    für die Impfung werben

    – auch mit Haustürbesuchen. 

    So sol­len bil­dungs­fer­ne Menschen

    und Bürger mit Sprachproblemen 

    erreicht wer­den. Stadtteile in Ludwigshafen gehör­ten dazu, eben­so Bereiche in Kaiserslautern oder Worms. Hier geht es zum 

    https://www.rheinpfalz.de/politik/rheinland-pfalz_artikel,-booster-impfung-die-wichtigsten-fragen-und-antworten-im-%C3%BCberblick-_arid,5276983.html

  11. Hm, ich glau­be, ich wür­de die­se Werber in mei­ne Wohnung las­sen und mir ihre Argumente anhö­ren sowie mei­ne Gegenargumente dar­le­gen. So kön­nen Sie fest­stel­len, dass man auch mit einer ande­ren Meinung sehr glaub­wür­dig sein kann. Ich befürch­te zwar, dass die­se Ehrenamtler nicht wirk­lich umge­stimmt wer­den kön­nen, aber solan­ge sie bei mir sind, kön­nen sie nicht gleich­zei­tig an ande­rer Stelle Unheil anrichten.

  12. Bitte kommt zu mir, ich habe ganz vie­le Fragen!

    Aber wie­so heißt die Frau Taliban? Vielleicht geht die doch lie­ber nur zu den Nachbarn.

  13. Vielleicht auch ver­gleich­bar mit Tupperpartys? Ehrenamtliche ver­an­stal­ten Verkaufspartys und Uğur Şahin sahnt die Orden und Milliarden ab.

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