Die Legende von der asymptomatischen Übertragung

Will man dem NDR glau­ben, sind die Nordlichter nicht gera­de die Hellsten:

„Recherchen von NDR Info und NDR Data zei­gen, dass in einem Datensatz von Anfang Juli 78 Fälle in den Einzelfall-Meldungen des RKI ver­zeich­net waren, deren Erkrankungsbeginn deut­lich vor dem oder zeit­gleich mit dem Bekanntwerden des ers­ten Hamburger Patienten lag – in eini­gen Fällen schon Mitte Januar, also sogar vor dem Ausbruch beim baye­ri­schen Automobilzulieferer Webasto.“ [1]

Diese Daten stamm­ten aus allen nord­deut­schen Bundesländern und nach­dem der NDR nach­ge­hakt hat­te, wur­den min­des­tens 38 der 78 Frühfälle mit den merk­wür­digs­ten Erklärungen revi­diert. „‚Ärgerliche‘ Tippfehler“ habe es gege­ben, und: „Erstaunlich häu­fig geschah es, dass Mitarbeitende der Gesundheitsämter bei der Fallaufnahme statt März den Februar als Erkrankungsbeginn ver­merk­ten“. Das wur­de so erklärt: „Da prall­ten ja Digitalisierung und neu­es Personal auf­ein­an­der, das war ein sehr dyna­mi­scher Prozess und das waren ein­fach sehr kom­ple­xe Bearbeitungsgänge.“ [1]

Der NDR war wohl so begeis­tert von sei­nem Erfolg, dass er sei­ne Recherchen auf ganz Deutschland aus­dehn­te. Dabei stell­te er fest, dass man andern­orts auch nicht schlau­er war:

„Mehrere Kreise gaben an, ver­se­hent­lich den fal­schen Monat als Erkrankungsbeginn ein­ge­tra­gen zu haben. In einem Fall han­del­te es sich um eine Infektion mit einem ande­ren SARS-Virus, der Eintrag hät­te also nicht in der Liste der Covid-19-Fälle lan­den dür­fen. […] Zwei Gesundheitsämter hat­ten zwar posi­ti­ve Testergebnisse aus März und April vor­lie­gen, den Krankheitsbeginn dann auf dem Papier aber rück­wir­kend meh­re­re Monate in die Vergangenheit ver­legt, weil die betrof­fe­nen Patienten nach eige­ner Aussage bereits im Januar Symptome zeig­ten.“ [1]

Selbst wenn man das alles glau­ben will, so blieb doch immer noch die Hälfte der 78 Frühfälle im Norden übrig. Bei denen war der Versuch, sie weg­zu­dis­ku­tie­ren, noch müh­sa­mer und nicht ein­mal voll­stän­dig erfolg­reich:

Das frü­he Erkrankungsdatum kann also dadurch ent­stan­den sein, dass die Erkrankten eine Erkältung mit Coronavirus-Symptomen ver­wech­sel­ten und spä­ter eine wei­te­re – durch­aus auch asym­pto­ma­tisch ver­lau­fen­de – Covid-19-Erkrankung gehabt haben kön­nen. […] Eine genaue Zuordnung wird zudem durch das soge­nann­te Wohnortprinzip erschwert. Demnach ord­nen die Gesundheitsämter einen Corona-Fall dem Kreis zu, in dem der jewei­li­ge Erkrankte gemel­det wur­de, auch wenn die Erkrankung kom­plett im Ausland oder ande­ren Teilen Deutschlands ver­bracht wur­de. […] Einige Fälle las­sen Fragen offen. […] ‚Die ers­ten – nach­weis­lich gemel­de­ten – Fälle in Deutschland waren das Webasto-Cluster Ende Januar. […]‘, lässt das RKI auf NDR Anfrage wis­sen.“ [1]

Es ist bemer­kens­wert, was für ein Aufwand getrie­ben wird, um die offi­zi­el­le Version auf­recht zu erhal­ten, deren Gralshüter im Robert-Koch-Institut RKI in Berlin sit­zen. Das zieht sich durch das gesam­te COVID-19-Geschehen, denn es kann ein­fach nicht sein, was nicht sein darf.

Der Bericht von „Patient 1“

In Deutschland gab es der offi­zi­el­len Darstellung zufol­ge den ers­ten Patienten am 28. Januar 2020 in Bayern. Es war ein 33jähriger Mitarbeiter der Firma Webasto, der in eine Münchner Klinik ein­ge­wie­sen wur­de, nach­dem er posi­tiv auf das getes­tet wur­de, was inzwi­schen SARS-CoV‑2 heißt. Als Ausgangspunkt der Ereignisse gilt der Besuch einer chi­ne­si­schen Kollegin. Dies ist die Darstellung in den Worten von „Patient 1“ aus dem Juli, zum Halbjahrestag sei­nes posi­ti­ven PCR-Tests. Sie wur­de gekürzt und chro­no­lo­gisch sor­tiert:

„Die chi­ne­si­sche Kollegin hat­te ich bei einer ein­stün­di­gen Besprechung am Montag, den 20. Januar, getrof­fen.“
„Es gab nur ein Meeting am Montagmorgen. Dort haben wir uns noch alle die Hand gege­ben. Ich saß dann auch direkt neben ihr und habe neben­bei Kaffee getrun­ken.“

„Ich hat­te tat­säch­lich am Mittwoch, den 22. Januar, einen Termin bei unse­rem Betriebsarzt und dort neben­bei gefragt, wie er die­ses Virus einschätzt, da ich für 2020 Dienstreisen nach Asien geplant hat­te. Zu die­sem Zeitpunkt wuss­te ich gar nicht, dass ich das Virus schon in mir tra­ge.“

„[…] Am Wochenende hat­te ich Fieber und Schüttelfrost, jedoch kei­ne Atembeschwerden. […]“

„[Wann und wie hast du erfah­ren, dass dei­ne chi­ne­si­sche Kollegin posi­tiv auf das neu­ar­ti­ge Virus getes­tet wur­de?] Dies geschah direkt am Morgen des 27. Januar. Ich habe es durch mei­nen Vorgesetzten erfah­ren.“
„Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt kei­ne Krankheitssymptome mehr hat­te, bin ich unver­züg­lich zu mei­nem Hausarzt gefah­ren und habe ihm mei­ne Situation geschil­dert. Der hat mich – rich­ti­ger­wei­se – direkt zum Tropeninstitut nach München geschickt.“
„Ich wur­de am Montagmittag, 27. Januar 2020, im Tropeninstitut getes­tet.“
„[…] ich bin danach wie­der nach Hause gefah­ren und habe dort auf den Anruf gewar­tet.“
„[…] Kurz nach 20 Uhr kam dann der Anruf, bei dem mir das Ergebnis mit­ge­teilt wur­de. Mir wur­de gesagt, dass ich mich sofort ins Schwabinger Krankenhaus bege­ben soll, zu einem bestimm­ten Gebäude und dort zu einer bestimm­ten Station. Ich soll­te mich nicht an der Rezeption mel­den, son­dern direkt auf das Gelände fah­ren, und man wür­de auf mich war­ten.“

„Ich hat­te zum Zeitpunkt mei­ner Aufnahme, außer leich­tem Durchfall, kei­ne Beschwerden mehr. Dieser war nach weni­gen Tagen weg. In der drit­ten Woche hat­te ich an einem Tag eine leich­te Panikattacke, da ich kei­ne Perspektive auf eine Entlassung sah und mir ein­ge­bil­det habe, ich wür­de auf unge­wis­se Zeit fest­sit­zen.“
„Ich war 19 Tage im Krankenhaus.“

„Nach der Entlassung hat­te ich wei­te­re Auflagen vom zustän­di­gen Gesundheitsamt. Erst nach­dem auch die letz­te tote Virus-DNA aus mei­nem Körper aus­ge­schie­den war, durf­te ich wie­der zurück an mei­ne Arbeitsstätte.“
„Mir geht es bes­tens. Ich wur­de öfter von Kopf bis Fuß unter­sucht, und es wur­den kei­ne Spätfolgen fest­ge­stellt.“
„[…] Seit April habe ich kei­ne neu­tra­li­sie­ren­den Antikörper mehr.“

Zum Glück hat sich bestä­tigt, dass ich selbst das Virus nicht wei­ter­ver­brei­tet habe. In den Medien war inzwi­schen von ,Superspreadern’ zu lesen, dazu gehör­te ich nicht. Ich habe, soweit die Untersuchungen erge­ben haben, nur einen Kollegen ange­steckt, als die­ser mei­nen Laptop bedient hat. Das tat mir natür­lich sehr leid, dass die­ser wegen mir eben­falls ins Schwabinger Krankenhaus ein­ge­wie­sen wur­de. Die Krankheit ist bei ihm, Gott sei Dank, aber auch nicht stark aus­ge­bro­chen.“
„[Haben sich auch Familienmitglieder oder Freunde bei dir ange­steckt?] Nein, und das ist für mich bis heu­te nicht nach­voll­zieh­bar, da ich eine vol­le Woche unbe­wusst die­ses Virus in mir hat­te und ich nor­mal mit mei­ner Familie und Freunden zusam­men war. Es wur­den aber alle zwei­mal getes­tet, und alle sind nega­tiv gewe­sen.“ [2]

"Es ist natür­lich ein neu­er Virus, es ist aber nicht so schlimm wie die Grippe." [3]

Der Brief an das New England Journal of Medicine

„Patient 1“ war erst zwei Tage im Krankenhaus, da erschien am 30. Januar ein Brief auf der Website des NEJM (New England Journal of Medicine, eine medi­zi­ni­sche Fachzeitschrift in den USA) über sei­ne Geschichte: „Transmission of 2019-nCoV Infection from an Asymptomatic Contact in Germany“, in dem es um die Übertragung einer Infektion mit nCoV – jetzt: SARS-CoV‑2 – von einem asym­pto­ma­ti­schen Kontakt in Deutschland ging. Eine sol­che Geschwindigkeit ist nur durch einen Brief zu errei­chen, der im Gegensatz zu Fachartikeln kei­ner Überprüfung unter­liegt. Einer der ins­ge­samt 17 Autoren war Christian Drosten, betei­ligt waren außer­dem die behan­deln­den Kliniken sowie das Bundeswehr-Institut für Mikrobiologie in München. [4]

Die erst­ge­nann­te Autorin Camilla Rothe erzähl­te CNN am 1. Februar ihre Geschichte. Sie wand­te damit eine Technik an, die sci­ence by press release genannt wird, also Forschung, die dem Publikum nicht durch die begut­ach­te­te Publikation in einer Fachzeitschrift prä­sen­tiert wird, son­dern durch eine Pressemitteilung und damit den Vorteil hat, mit wenig Aufwand eine maxi­ma­le Wirkung zu erzie­len. Das zielt nicht nur auf die Öffentlichkeit, son­dern auch auf die Politik und ihre Vertreter, die kei­ne Fachzeitschriften lesen, wohl aber CNN sehen. Wenn dann noch aus einem Brief an das NEJM ein „Bericht des New England Journal of Medicine“ wird, kann man von dem her­vor­ra­gen­dem Ruf eines 200 Jahre alten Fachjournals pro­fi­tie­ren.

Ihre Erzählung wur­de bei CNN so zusam­men­ge­fasst:

Die Infektionskette begann am 16. Januar, als eine Frau in Shanghai über das Wochenende Besuch von ihren Eltern hat­te […] Ihre Eltern kamen aus Wuhan, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs. Sie waren wäh­rend des Besuchs bei ihrer Tochter gesund, wur­den aber spä­ter als Coroanvirus-posi­tiv dia­gnos­ti­ziert. Drei Tage danach ver­ließ die Frau Shanghai und flog nach Deutschland. […] Sie war wäh­rend der Workshops gesund und zeig­te nach dem Bericht des New England Journal of Medicine kei­ne Symptome. Am 22. Januar flog die Frau nach China zurück und erkrank­te wäh­rend des Fluges. […] Am 24. Januar […] erkrank­ten laut dem Bericht zwei der deut­schen Mitarbeiter, die an den Workshops teil­ge­nom­men hat­ten. Keiner von ihnen war sehr krank. Der ers­te […] blieb über das Wochenende im Bett, aber Montag ging es ihm gut […] Der zwei­te […] war kli­nisch unspek­ta­ku­lär […] Dann erkrank­ten am 26. Januar […] zwei wei­te­re Angestellte. Diese Angestellten hat­ten nicht an den Workshops teil­ge­nom­men. Aber sie haben mit dem ers­ten deut­schen Patienten Zeit ver­bracht, bevor er erkrank­te. Diese bei­den Patienten waren auch leicht erkrankt […] Alle vier Angestellten hat­ten spä­ter einen posi­ti­ven Test auf das Wuhan-Coronavirus. Sie blie­ben nicht wegen ihrer Erkrankung im Krankenhaus, son­dern um die Virusverbreitung zu begren­zen.“ [5]

Die blau mar­kier­te Vorgeschichte mit den Eltern war nicht im NEJM-Brief ent­hal­ten, was ver­wun­dert, da sie ein wich­ti­ges Zusatzargument gewe­sen wäre. Zusammengefasst wur­de das Geschehen im Brief um die chi­ne­si­sche Kollegin („Index Patient“), „Patient 1“ und die Patienten 2 bis 4, die alle bei Webasto arbei­te­ten, in einem Schaubild:


Diese Übersicht weist meh­re­re Brüche zum Bericht von „Patient 1“ auf. Er selbst hat­te erzählt, es habe „nur ein Meeting am Montagmorgen“ gege­ben und er habe die chi­ne­si­sche Kollegin „bei einer ein­stün­di­gen Besprechung“ getrof­fen (hier sind es fast zwei vol­le Tage) und dass er am Montag „kei­ne Krankheitssymptome mehr hat­te“ (hier rei­chen sie weit in den Montag hin­ein). Außerdem hat­te er gesagt, es habe „sich bestä­tigt, dass ich selbst das Virus nicht wei­ter­ver­brei­tet habe. […] Ich habe, soweit die Untersuchungen erge­ben haben, nur einen Kollegen ange­steckt, als die­ser mei­nen Laptop bedient hat.“ [2] Dementsprechend hät­ten nur „Patient 3“ oder „Patient 4“ durch Kontakt mit ihm ange­steckt wor­den sein kön­nen, aber nicht bei­de und „Kontakt“ ist etwas etwas ande­res als die Bedienung eines Laptops. Im Brief wur­de das nicht kon­kre­ti­siert, ins­ge­samt ist der Umgang mit Fakten dar­in ent­schie­den zu läs­sig und das Interesse an den Patienten zu gering.

Was wür­de sich dann aber aus die­sem bun­ten Bild und dem Brieftext erge­ben, wenn man glau­ben wür­de, die Angaben dar­in wären rich­tig?

Patient 1“ hät­te sich am 20.1., oder 21.1. „Patient 2“ am 21.1. oder 22.1. bei der „Indexpatientin“ anste­cken kön­nen und bei­de wur­den am 24.1. mehr oder weni­ger krank (2 bis 4 Tage nach ihrer Ansteckung), mit einer Erkrankungsdauer von 3 bzw. 5 Tagen.
Patient 2“ wird erstaun­lich wenig Interesse ent­ge­gen gebracht, obwohl er wie „Patient 1“ und die „Indexpatientin“ an „Geschäftstreffen“ teil­ge­nom­men hat und „Kontakt mit der Indexpatientin“ hat­te. Es gibt kei­ne wei­te­re Beschreibung von ihm und auch kei­ne Suche nach sei­nen „Kontakten“ wie bei „Patient 1“.
Patient 3“ hät­te sich am 20. oder 21.1. bei „Patient 1“ anste­cken kön­nen, also am Tag des­sen eige­ner Ansteckung oder an Folgetag. Er erkrank­te nach 5 bis 6 Tagen für 3 Tage.
Patient 4“ hät­te die Möglichkeit gehabt, sich am Tag von des­sen Ansteckung oder am Folgetag bei „Patient 1“ anzu­ste­cken und allen wei­te­ren Tagen bis ein­schließ­lich des­sen Erkrankungsbeginn. Erkrankt ist er 2 bis 5 Tage nach sei­ner Ansteckung für 4 Tage.
Alle drei Patienten ab „Patient 2“ erschie­nen am 28. Januar zum Test, der posi­tiv aus­fiel. [4]

Bemerkenswert ist zum einen das rasan­te Tempo bei der Infektiösität, Infektionszeit, Erkrankung und Gesundung – letz­te­res viel­leicht am wenigs­ten, da kei­ner ernst­haft krank war. Rätselhaft ist zudem, dass nicht genü­gend gewür­digt wur­de, wie „Patient 1“ es am Tag sei­ner eige­nen Ansteckung, spä­tes­tens aber am Tag dar­auf geschafft hat­te, „Patient 3“ anzu­ste­cken, aber nach eige­nen Angaben weder die eige­ne Familie noch sei­ne Freunde, die er eine Woche lang – mit und ohne Symptome – um sich hat­te. Er selbst wun­der­te sich zurecht dar­über, doch den Briefeschreibern war das kei­ne Zeile wert. Dass die chi­ne­si­sche Kollegin stun­den­lang in einem Flugzeug geflo­gen ist, sich an den Tagen bei Webasto mit mehr Personen als „Patient 1“ und viel­leicht „Patient 2“ getrof­fen hat und ver­mut­lich auch in einem Hotel, einem oder meh­re­ren Restaurants und meh­re­ren Taxis auf­ge­hal­ten hat, war offen­bar auch egal.

So gro­tesk die­ser Brief auch war, die weit­rei­chen­den Schlussfolgerungen, die dar­aus gezo­gen wer­den soll­ten, waren klar: „Wie auch immer, es ist bemer­kens­wert, dass die Infektion wäh­rend der Inkubationszeit der Indexpatientin über­tra­gen wor­den zu sein scheint, bei der die Krankheit kurz und unspe­zi­fisch war.“ Wer hoff­te, in der als Beleg dafür ange­ge­be­nen Quelle end­lich genaue­res über den Gesundheitszustand der chi­ne­si­schen Besucherin zu erfah­ren, fand sich aller­dings nur auf einer Website mit Allgemeinbetrachtungen über das neue Virus wie­der. Und wei­ter: „Die Tatsache, dass asym­pto­ma­ti­sche Personen poten­ti­el­le Quellen von 2019-nCoV sind, kann eine Neubewertung der Übertragungsdynamik im gegen­wär­ti­gen Ausbruch recht­fer­ti­gen.“ [4]

Aufgenommen wur­de das alles tat­säch­lich wie eine Offenbarung, jeden­falls in den USA. Der der­zeit pro­mi­nen­tes­te Corona-Berater der US-Regierung, zeig­te sich über­zeugt:

„‚Nach der Lektüre die­ses Artikels gibt es kei­nen Zweifel dar­an, dass asym­pto­ma­ti­sche Übertragung statt­fin­det,‘ sag­te Dr. Anthony Fauci, Direktor des National Institute for Allergy and Infectious Diseases. ‚Diese Studie legt die­se Frage zu den Akten.‘
Fast eine Woche lang hat­ten US-Gesundheitsfunktionäre debat­tiert, ob jemand das Virus wäh­rend der Inkubationszeit ver­brei­ten kann, wenn sie infi­ziert, aber nicht krank sind. Der chi­ne­si­sche Gesundheitsminister sag­te, es kön­ne sich asym­pto­ma­tisch ver­brei­ten, aber die US-Behörden hat­ten ihre Zweifel, da die chi­ne­si­schen Gesundheitsbehörden kei­ne Beweise vor­leg­ten. […]
Die deut­sche Studie zeigt der Öffentlichkeit zum ers­ten Mal wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse, dass das Wuhan-Virus ver­brei­tet wer­den kann, bevor jemand Symptome ent­wi­ckelt.“ [5]

Auch die Centers for Disease Control in Atlanta, die für die Kontrolle von Infektionskrankheiten zustän­di­ge US-Bundesbehörde, „ver­wen­de­ten den NEJM-Artikel als Teil ihrer Begründung für die Anordnung einer 14-tägi­gen Quarantäne von Amerikanern, die aus Wuhan, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs, eva­ku­iert wor­den waren. ‚Es gibt eine zuneh­men­de Anzahl von Berichten über eine Verbreitung von Mensch zu Mensch, und nun noch vor kur­zem einen Bericht vom New England Journal of Medicine über die asym­pto­ma­ti­sche Verbreitung,‘ sag­te Dr. Nancy Mesomerie, Direktorin vom National Center for Immunization and Respiratory Diseases der CDC.“ [6]

So wur­de wie­der aus einem Brief an das NEJM ein Bericht vom NEJM, es gab angeb­lich kei­nen Zweifel und die Qualitätsmängel des Schreibens stör­ten nie­man­den von denen, die nur auf einen sol­chen Startschuss gewar­tet hat­ten, weil sie genau wuss­ten, wohin sie woll­ten. Zumindest in den USA war das der Fall, in Europa dage­gen tob­te noch Kampf um die Deutungshoheit. Der fand iro­ni­scher­wei­se im renom­mier­ten und tra­di­tons­rei­chen Wissenschaftsjournal Science aus den USA statt, was ein­mal mehr zeigt, wie inter­na­tio­nal der Wissenschaftsbetrieb ist.

Die Meldung in Science

Es dau­er­te nur weni­ge Tage, da war der Brief eigent­lich Makulatur, denn die im Titel ent­hal­te­ne Schlussfolgerung stimm­te so nicht. Das Wissenschaftsjournal Science ver­kün­de­te in sei­nem Nachrichtenteil schon am 3. Februar, die „Studie, die behaup­te­te, das neue Coronavirus kön­ne durch Menschen ohne Symptome über­tra­gen wer­den, war feh­ler­haft“. [7] Es ging aller­dings ledig­lich dar­um, ob die chi­ne­si­sche Besucherin Symptome hat­te oder nicht, alles ande­re war egal. Der letzt­ge­nann­te, also höchst­ran­gi­ge Autor Michael Hoelscher ist Professor und Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo auch Rothe arbei­tet. Er sag­te:

„der Artikel ver­ließ sich auf die Informationen der ande­ren vier Patienten: ‚Sie sag­ten uns, dass die Patientin aus China kei­ne Symptome zu haben schien.‘ Doch danach tele­fo­nier­ten Beamte des Robert-Koch-Instituts […] und des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit der Patientin aus Shanghai und es stell­te sich her­aus, dass sie Symptome hat­te, wäh­rend sie in Deutschland war. Laut Personen, denen das Telefonat bekannt war, fühl­te sie sich müde, litt an Muskelschmerzen und nahm Paracetamol, ein fie­ber­sen­ken­des Medikament. (Ein RKI-Sprecher bestä­tig­te gegen­über Science nur, dass die Frau Symptome hat­te.)
Hoelscher war bei dem Telefonat nicht anwe­send, wie er sagt. ‚Ich frag­te beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach, ob die Informationen aus dem Telefonat eine Korrektur erfor­der­lich machen und mir wur­de gesagt, das sei nicht der Fall,‘ sagt er. (Das Bayerische Gesundheitsministerium, dem die Behörde unter­stellt ist, hat auf kei­ne Anfrage von ScienceInsider nach Informationen geant­wor­tet.) Doch das RKI wider­sprach. Ein Behördensprecher sag­te, das RKI habe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und euro­päi­schen Partnerorganisationen die neu­en Informationen mit­ge­teilt. […]
Hoelscher stimmt zu, dass der Artikel hin­sicht­lich der Informationsquelle für den Gesundheitszustand der Frau kla­rer gewe­sen sein müss­te. ‚Wenn ich es heu­te schrei­ben wür­de, wür­de ich es anders aus­drü­cken.,‘ sagt er. Die Notwendigkeit, die Information zu tei­len zusam­men mit dem Drängen des NEJM, schnell zu ver­öf­fent­li­chen, mach­te viel Druck, sag­te er.“ [7]

Ob er sei­nen eige­nen Brief nicht gele­sen hat? Danach kön­nen kei­ne „vier Patienten“ bekun­den, dass die Frau „kei­ne Symptome zu haben schien“, da nur zwei von ihnen Kontakt zu ihr hat­ten. Gelesen wur­de er aller­dings in Schweden: „Den Quellen, die behaup­te­ten, dass das Coronavirus wäh­rend der Inkubationszeit infek­ti­ös ist, fehlt der wis­sen­schaft­li­che Rückhalt für die­se Analyse in ihren Artikeln. […] Das trifft unter ande­rem auf einen Artikel im [NEJM] zu, der nach­weis­lich gro­ße Schwächen und Irrtümer ent­hält.“ [7] Zusätzlich zu allem ande­ren ist es ver­mut­lich auch die kla­re Sprache, die den schwe­di­schen Gesundheitsbehörden im Ausland übel genom­men wird.

Fauci blieb trotz­dem dabei: "‚Heute Abend habe ich mit einem mei­ner Kollegen in China tele­fo­niert, der ein hoch­an­ge­se­he­ner Wissenschaftler, Beamter des öffent­li­chen Gesundheitswesens und Spezialist für Infektionskrankheiten ist,‘ sagt er. ‚[…] Er sag­te, er sei über­zeugt, dass es asym­pto­ma­ti­sche Infektionen gibt und dass eini­ge asym­pto­ma­ti­sche Personen die Infektion über­tra­gen.‘“ [7]

Es hät­te Grund genug gege­ben, den Brief zurück­zu­zie­hen, doch der wur­de im Inneren etwas ver­än­dert, der Titel wur­de aber bei­be­hal­ten. Am 6. Februar wur­de dem Brief „Supplementary Material“ hin­zu­ge­fügt, nach­dem am 5. Februar ein wei­te­res Telefonat mit der chi­ne­si­schen Besucherin geführt wor­den war, um die Frage zu klä­ren: war sie nun asym­pto­ma­tisch oder nicht? Dieses zusätz­li­che Material besteht aus einem in irrele­van­ten Details über­ge­nau­en Zeitplan, begin­nend mit den Uhrzeiten (in den jewei­li­gen Ortszeiten) des Abflugs in Shanghai, der Ankunft in München nach „einem Direktflug“, auf dem sie „bemerk­te, dass eine Person in den Reihen hin­ter ihrer eige­nen Reihe gehus­tet hat“. Am Montag, dem 20. Januar, fühl­te sie sich abends „ein wenig warm“ und nahm ein rezept­frei­es chi­ne­si­sches Mittel namens 999 ein. Erstmals war im NEJM von ihrem „kran­ken Vater“ die Rede, wobei es aber nur dar­um ging, dass sie ins Krankenhaus gegan­gen sei, um für ihn Medikamente zu besor­gen. Ihr Test war eben­so wenig ver­merkt wie ihr Zustand am Tag des Telefonats. [4] Entscheidend ist, dass der Brief wei­ter­hin als Beleg für asym­pto­ma­ti­sche Übertragung zitiert wird, was genau­ge­nom­men ein Etikettenschwindel ist. Als Literaturangabe sieht er zudem – wenn man nicht genau­er hin­sieht und bemerkt, dass es nur zwei Seiten sind – wie ein rich­ti­ger Artikel aus.

Bei Science erschie­nen noch zwei merk­wür­di­ge „Updates“ zu dem eige­nen Bericht. Am 2. Juni ging es dar­um, kei­nes­wegs der Grund für das Weglassen von Masken sein zu wol­len, am 14. Juli ging es wie­der um das RKI und die Information eines RKI-Sprechers, dass das RKI einen Brief an das NEJM geschrie­ben habe. „Doch am 3. Juli infor­mier­te eine ande­rer Sprecher Science dar­über, dass der Brief an das NEJM nie abge­schickt wur­de. Die Information aus dem Februar sei­en ‚falsch‘ und Resultat eines ‚RKI-inter­nen Missverständnisses‘ gewe­sen.“ [7]

Auch Drosten, Mitautor des Briefs, äußer­te sich in sei­ner typi­schen Art in sei­nem NDR-Podcast zu – auch – sei­nem Brief:

Asymptomatisch heißt, jemand ist viruspo­si­tiv und wird nie sym­pto­ma­tisch krank, über den gan­zen Verlauf nicht. Wir wis­sen ein­fach nicht, wie häu­fig das ist. Wir kön­nen auch nur erah­nen, dass es so was viel­leicht gibt. Man muss aber auch wirk­lich sagen, zum Beispiel bei der Münchener Fall-Verfolgungsstudie – da habe ich auch ein biss­chen dar­an mit­ge­wirkt und mir des­we­gen die Beschreibungen ziem­lich genau ange­schaut – die­se Studie ist jetzt schon auf so einem Preprint-Server ver­öf­fent­licht wor­den. Die kön­nen wir viel­leicht noch mal ein biss­chen bespre­chen. Auch da ist es in eini­gen Fällen so gewe­sen, da hat man dann gedacht, das ist jetzt wirk­lich ein asym­pto­ma­ti­scher Fall. Dann hat man aber noch mal genau nach­ge­fragt. Und dann sagt der Patient: Stimmt, ja, doch, da war schon ein biss­chen was. Da waren schon ein paar Symptome, aber die habe ich nicht ernst genom­men. Aber in die Liste ein­ge­tra­gen war der Patient ursprüng­lich als asym­pto­ma­tisch. Und wo macht man denn so eine genaue, fein­tei­li­ge Nachverfolgung, dass man auch noch ein zwei­tes und drit­tes Mal nach­fragt? Das gibt es ja kaum. Deswegen kann es schon sein, dass asym­pto­ma­tisch eigent­lich in den aller­meis­ten Fällen oder in fast allen Fällen gar nicht exis­tiert, son­dern asym­pto­ma­tisch heißt mild sym­pto­ma­tisch, so mild, dass man die Symptome eben nicht wahr­nimmt als irgend­was, wor­über man spre­chen wür­de.“ [8]

Das war dem­nach die Argumentationslinie: wer sich gut fühlt, ist ein poten­ti­el­ler Asymptomatischer oder ein poten­ti­el­ler zukünf­tig Symptomatischer, der sei­ne Symptome spü­ren wird oder auch nicht – egal, er könn­te jeman­den anste­cken, jeder­zeit, der dann wie­der­um ein poten­ti­el­ler … da sind wir jetzt: was heu­te gesund zu sein scheint, könn­te mor­gen schon das Gegenteil davon sein, nichts ist mehr wie es scheint und die Gefahr lau­ert über­all. Drosten war zudem der Meinung, für ihn hät­te es aus­ge­reicht, den ande­ren zu ver­trau­en und kün­dig­te eine viro­lo­gi­sche Arbeit über die Patientengruppe von Webasto an. [6]

Die Artikel in Nature und Lancet

Der ange­kün­dig­te Artikel wur­de am 1. April von der bri­ti­schen Wissenschaftszeitschrift Nature – das euro­päi­sche Pendant zu Science, eben­falls sehr renom­miert und tra­di­ti­ons­reich – online ver­öf­fent­licht. Einige der NEJM-Briefeschreiber waren wie­der dabei, dar­un­ter nicht nur Rothe und Hoelscher, son­dern auch Drosten und Roman Wölfel, der seit 2019 Leiter des Mikrobiologischen Instituts der Bundeswehr in München ist und frü­her zusam­men mit Drosten am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg war. [9, 10] Vermutlich waren es Konkurrenzdenken und per­sön­li­che Eitelkeiten, die zu den Anmerkungen führ­ten, drei der Autoren hät­ten „gleich­wer­tig bei­getra­gen“ und zwei (Drosten und ein Arzt aus dem Schwabinger Krankenhaus) hät­ten die Arbeit „gemein­sam betreut“. [11] Im Zusammenhang mit die­sem Text ist der Inhalt die­ses viro­lo­gi­schen Artikels nicht rele­vant.

Wichtig dage­gen ist ein wei­te­rer Artikel, der am 15. Mai auf der Website der so renom­mier­ten wie tra­di­tons­rei­chen medi­zi­ni­schen Fachzeitschrift Lancet aus Großbritannien publi­ziert wur­de und eine Fortführung des NEJM-Briefs dar­stellt. In „Investigation of a COVID-19 out­break in Germany resul­ting from a sin­gle tra­vel-asso­cia­ted pri­ma­ry case: a case seri­es“ in Lancet Infectious Diseases ging es um die Untersuchung eines COVID-19-Ausbruchs in Deutschland, der das Resultat eines ein­zi­gen durch Reise ver­bun­de­nen Primärfalls gewe­sen sei. Von den mitt­ler­wei­le 41 Autoren waren aber nur zwei auch am NEJM-Brief betei­ligt: Drosten und Wölfel. Alle ande­ren ein­schließ­lich Rothe und Hoelscher waren ver­schwun­den, das Tropeninstitut war weg und der klei­ne Brief tauch­te nur noch in der Literaturliste auf. [12]

Dafür waren unter ande­rem das RKI mit acht Autoren und beson­ders pro­mi­nent das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit 21 Autoren ver­tre­ten. Zu ihnen gehör­te Merle Böhmer, die nun statt Rothe die Autorenliste anführ­te. Wiederum gab es eine Anmerkung, drei Autoren hät­ten „gleich­wer­tig bei­getra­gen“ und gleich vier – Drosten, zwei vom LGL und einer vom RKI – wur­den als „höchst­ran­gi­ge Autoren“ (seni­or aut­hors) bezeich­net. Drosten rekla­miert einen erheb­li­chen Anteil an die­ser Veröffentlichung für sich: an Übersicht, Datensammlung, ‑ana­ly­se, ‑inter­pre­ta­ti­on und Verfassen des Manuskripts sei er betei­ligt gewe­sen. [12] Das ist eine hohe Verantwortung.

Inzwischen war man bei Webasto bei 16 „Fällen“ ange­langt, defi­niert als Personen „mit einer SARS-CoV-2-Infektion, bestä­tigt durch RT-PCR“. Zur Klinik hieß es: „Wir defi­nier­ten Fieber und Husten als spe­zi­fi­sche Symptome und defi­nier­ten eine vor­aus­ge­hen­de Phase als die Anwesenheit unspe­zi­fi­scher Symptome für min­des­tens 1 Tag vor dem Beginn spe­zi­fi­scher Symptome.“ Auf die­ser Basis aus übli­chen Erkältungssymptomen und einem schlech­ten Test [13] mein­ten die Autoren erklä­ren zu kön­nen: „Ausgehend von einem ein­zi­gen mit einer Reise ver­bun­de­nen Primärfall aus China beschrei­ben wir das ers­te bekannt gewor­de­ne Cluster von COVID-19-Fällen mit einer Übertragung von Mensch zu Mensch von SARS-CoV‑2 inner­halb Europas und außer­halb Asiens.“ [12]

Einen Schwerpunkt moch­ten sie im Artikel nicht auf die asym­pto­ma­ti­sche / prä­sym­pto­ma­ti­sche Übertragung legen, doch erschie­nen Titel wie „Lancet Infectious Diseases / Studie bestä­tigt SARS-CoV-2-Übertragung vor ers­ten Symptomen“ (ÄrzteZeitung), „Sars-CoV‑2: Ein kur­zer Kontakt in der Kantine genüg­te“ (Zeit) und „Ansteckend, bevor Symptome begin­nen“ (ZDF):

„In min­des­tens einem der ins­ge­samt 16 unter­such­ten Fälle habe ein Infizierter das Coronavirus wei­ter­ge­ge­ben, bevor er Symptome hat­te, berich­ten die Forscher um Merle Böhmer vom baye­ri­schen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Udo Buchholz vom Robert Koch-Institut und Victor Corman von der Berliner Charité. Möglicherweise traf dies sogar für fünf wei­te­re Fälle zu. In min­des­tens vier Fällen steck­ten sich ande­re Menschen an jenem Tag an, an dem die Symptome bei dem Betroffenen gera­de began­nen. Fünf wei­te­re Fälle könn­ten in die­sen Zeitraum fal­len, schrei­ben die Autoren. Dass die Infektiösität schon vor Symptombeginn oder kurz danach erheb­lich sei, stel­le Gesundheitsmaßnahmen vor eine rie­si­ge Herausforderung, fol­gert das Team.“ [14]

In die­sem Artikel erschei­nen plötz­lich die Eltern der chi­ne­si­schen Besucherin, die im NEJM-Brief nicht ein­mal erwähnt wor­den waren, von denen Rothe aber CNN erzählt hat­te. Im Lancet hieß es: „Am 27. Januar 2020 wur­de das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Deutschland, über den ers­ten mensch­li­chen Fall einer Infektion mit SARS-CoV‑2 bei einem Deutschen, der für eine Firma in der Umgebung von München arbei­tet, infor­miert. Der Primärfall in die­sem Satellitenausbruch ist eine Person aus Shanghai, China, die Kontakt mit ihren Eltern aus Wuhan hat­te, bevor sie Deutschland für ein Geschäftstreffen in der genann­ten Firma besuch­te.“

Hierfür gab es kei­ne Quellenangabe, aber für fol­gen­des: „Die kli­ni­sche Situation bei­der Elternteile ver­schlech­ter­te sich wäh­rend des Deutschland-Aufenthalts ihrer Tochter und bei bei­den wur­de spä­ter COVID-19 durch das Labor bestä­tigt.“ Die Quelle dafür und noch eine wei­te­re Stelle ist – der NEJM-Brief, in dem die Eltern gar nicht ent­hal­ten waren. [12] Waren die so per­fekt pas­sen­den PCR-posi­ti­ven Eltern aus Wuhan nur eine Erfindung? Inzwischen hat­te man sogar mehr­mals mit der Frau tele­fo­niert und man hät­te die „per­sön­li­che Mitteilung“ als Quelle ange­ben kön­nen, wenn sie es denn gesagt hät­te.

Was sonst noch bei der Zusammenarbeit von 41 Koryphäen her­aus­kam, ist im wesent­li­chen in einer Tabelle und einem Schaubild ent­hal­ten, bei­de wur­den hier auf die ers­ten vier Patienten redu­ziert:

Wiederum sei auf die Diskrepanzen zur Schilderung von „Patient 1“ hin­ge­wie­sen und zusätz­lich zu denen im NEJM-Brief, der aus­drück­lich als Quelle ange­ge­ben wur­de: „Die anfäng­li­che RT-PCR-Testung von Hochrisikokontakten zwi­schen dem 27. und 29. Januar iden­ti­fi­zier­te Patienten 1 bis 4 als Fälle der ers­ten Generation.“ [12] Zusammengefasst sind dies die Unterschiede, die sich aus Tabelle, Schaubild und Text die­ses Artikels ver­gli­chen mit den ande­ren Angaben erge­ben:

Patient 1“ sag­te selbst: „Am Wochenende hat­te ich Fieber und Schüttelfrost, jedoch kei­ne Atembeschwerden.“ Das mag mit einem Krankheitsbeginn am Freitag (NEJM) ein­her­ge­hen, aber nicht schon am Donnerstag wie hier. Auch stimmt das nicht über­ein mit der Beschreibung in der Tabelle, wo von Kurzatmigkeit und Husten die Rede war (wenn das gestimmt hät­te, wäre er immer­hin der ein­zi­ge der vier Patienten gewe­sen, der die bei­den „spe­zi­fi­schen Symptome“ für COVID-19 hat­te). Sein Kontakt zur chi­ne­si­schen Kollegin („Primärfall“, „#0“) wur­de wie­der im Vergleich zu sei­ner eige­nen Schilderung auf zwei Tage ver­län­gert.
Patient 2“ „war sich kei­nes direk­ten Kontakts von Person zu Person mit Fall #0 bewusst“, soll sich aber bei ihr ange­steckt haben und laut Tabelle ist fast alles bei ihm „unbe­kannt“. Sein ver­mu­te­ter Kontakt zur chi­ne­si­schen Besucherin war einen Tag län­ger, das Erkrankungsdatum spä­ter als im NEJM ange­ge­ben und er hat­te weder Husten noch Fieber. Er war der­ma­ßen uner­klär­lich, dass er nur gestri­chelt dar­ge­stellt wur­de.
Noch rät­sel­haf­ter war „Patient 15“, der mit „Patient 2“ zusam­men leb­te und eigent­lich kein Patient im übli­chen Sinne war, da er im gesam­ten Zeitraum der Untersuchung bis Anfang März gesund („asym­pto­ma­tisch“) war und erst am 11. Februar einen posi­ti­ven Test hat­te. In der Tabelle wird als „wahr­schein­lichs­ter Vorgänger (Primärfall oder ande­rer Patient)“ „Patient 2“ ange­ge­ben, in der Tabelle hängt „Patient 15“ zusam­men­hangs­los und gestri­chelt am unte­ren Bildrand.
Patient 3“ soll am 24. Januar mit „Patient 1“ „Kontakt“ gehabt haben, „als bei­de gleich­zei­tig eine kur­ze Zeit am sel­ben Computer arbei­te­ten.“ So steht es im Text, was zwar zum Schaubild passt, aber der Tabelle wider­spricht (vier­mal „No“ bei „Übertragung auf den Folgefall“, dem­nach hät­te es also kei­nen „Folgefall“ gege­ben). Laut Artikeltext war das also der Kollege mit der Laptop-Übertragung: „Zum Glück hat sich bestä­tigt, dass ich selbst das Virus nicht wei­ter­ver­brei­tet habe. […] Ich habe, soweit die Untersuchungen erge­ben haben, nur einen Kollegen ange­steckt, als die­ser mei­nen Laptop bedient hat.“ Eine per­sön­li­che Begegnung hat es also nicht gege­ben, sie haben nicht „gleich­zei­tig“ am sel­ben Computer gear­bei­tet, son­dern nach­ein­an­der. Das soll am 24. Januar gewe­sen sein, wäh­rend im NEJM-Brief der 20. und 21. Januar genannt waren, das Erkrankungsdatum war um einen Tag vor­ver­legt.
Patient 4“ hat­te weder Husten noch Fieber. Im Gegensatz zum NEJM-Brief hat­te er nicht vom 21. bis zum 24. Kontakt zu „Patient 1“, son­dern vom 20. bis zum 22. Januar zur chi­ne­si­schen Kollegin. Sein Erkrankungsdatum war im Vergleich zum NEJM-Brief um zwei Tage vor­ver­legt.
Bemerkenswert ist sei­ne angeb­li­che Virusweitergabe: "Ihre ein­zi­ge Begegnung war ein Kantinenbesuch, bei dem sich Patient 5 Rücken an Rücken sit­zend zu Patient 4 dreh­te, um den Salzstreuer vom Tisch zu lei­hen. Die Begegnung fand zwei Tage vor dem Einsetzen der Symptome bei Patient 4 statt." Die Salzstreuer-Übertragung war immens wich­tig, denn dar­an hing bis auf „Patient 12“, der von „Patient 3“ infi­ziert wor­den sein soll, der wie­der­um angeb­lich via Laptop-Übertragung von „Patient 1“ ange­steckt wur­de, fast der gan­ze Cluster-Rest von 9 Personen.

Alles in allem bestand das Cluster aus 5 Personen mit Fieber und Husten, 5 Personen mit Fieber oder Husten und 6 Personen, die weder Fieber noch Husten hat­ten, einer davon nicht ein­mal so etwas wie Müdigkeit oder eine ver­stopf­te Nase.

„Patient 11“ mit Fieber, aber ohne Husten wur­de zwei­mal mit nega­ti­vem Ergebnis getes­tet und dann nicht etwa aus dem Cluster ent­las­sen, son­dern noch­mal getes­tet, end­lich mit dem gewünsch­ten posi­ti­ven Ergebnis. Er wur­de als mög­li­che Ansteckungsquelle für „Patient 9“ benö­tigt, die nega­ti­ven Ergebnisse wur­den flugs als falsch-nega­tiv dekla­riert. Diese bei­den Patienten gehör­ten zu einem Haushalt: „Der Haushalt von Patient 5 bestand aus 5 Mitgliedern, die alle im Krankenhaus in einem Raum unter­ge­bracht waren, nach­dem Patient 5 als posi­tiv bestä­tigt wur­de. […] Weil Patient 11 schon 4 Tage vor Patient 9 Symptome bekam, hat Patient 11 Patient 9 ange­steckt.“ – „Patient 9“ hat­te Fieber und Husten, „Patient 6“ nur Fieber.

Auf die schlu­de­ri­ge Epidemiologie folg­te die ent­spre­chen­de Statistik. „Von der Familie, die in einem Raum unter­ge­bracht war, wur­den drei (75%) Mitglieder in der Folge zu Fällen, was zu einer sekun­dä­ren Befallsrate [secon­da­ry attack rate] von 75·0% (95% CI 19·0–99·0; Tabelle 3) führ­te.“ Offensichtlich war ein Haushaltsmitglied stand­haft bei sei­nem nega­ti­ven Ergebnis geblie­ben, man kann sich fra­gen, wie oft es wohl getes­tet wur­de, bevor die Forscher auf­ga­ben und kühn schlos­sen: „Die vor­lie­gen­de Untersuchung ermög­licht es uns, die sekun­dä­re Befallsraten auf der Basis naher Verfolgung von Hochrisiko-Kontakten zu bestim­men.“ Dazu gab es noch ein paar gene­ti­sche Analysen, und fer­tig war der Artikel. Hier ist das Schaubild für das gesam­te deut­sche Webasto-Cluster:


Für sich genom­men und beson­ders im Zusammenhang zu dem NEJM-Brief und den Schilderungen von „Patient 1“ ist dies eine Veröffentlichung, bei der man sich fas­sungs­los fragt, wie 41 medi­zi­ni­sche Forscher sie akzep­tie­ren konn­ten und wie sie den peer review-Prozess über­stan­den hat, also die Begutachtung durch Kollegen. Und wie sie dann in einer Fachzeitschrift, die zu den ange­se­hens­ten der Welt gehört, publi­ziert und von einem Fachpublikum gou­tiert wer­den konn­te.

Zudem hat­te der Artikel genau­ge­nom­men sein Thema ver­fehlt, hat­te es doch dar­um gehen sol­len, dass man vor Einsetzen der COVID-19-Symptomatik ande­re anste­cken kann. Laut der eige­nen Darstellung hat­te aber von den ers­ten vier Patienten ledig­lich einer die „spe­zi­fi­schen Symptome“ Fieber und Husten, einer hat­te nur Husten und zwei weder das eine noch das ande­re (dar­un­ter der Patient mit dem Salzstreuer). Danach hat­te nur „Patient 1“ COVID-19, da nur er die­se lächer­li­chen Anforderungen von zwei alles ande­re als spe­zi­fi­schen Symptomen erfüll­te – und wenn man sei­ne Angaben zugrun­de legt, die sicher die wahrs­ten von allen sind, stimm­te nicht ein­mal das.

Aus die­ser Gruppe von vier Personen mit posi­ti­vem Test, aber ohne die erfor­der­li­che Krankheit, soll also der gan­ze Webasto-Cluster her­vor­ge­gan­gen sein, und dar­aus zog man die­se wei­te­re küh­ne Schlussfolgerung: „Wie auch immer, es geht offen­sicht­lich aus unse­rer Studie her­vor, dass die RT-PCR von Rachenabstrichen asym­pto­ma­ti­sche oder oli­go­sym­pto­ma­ti­sche Personen, die das Virus ver­brei­ten, ent­de­cken kön­nen.“ Oligosymptomatisch bedeu­tet „mit weni­gen Symptomen“, in dem Fall wohl nur Fieber oder Husten – und alle die­se Ausflüchte, Umwege, Verdrehungen, Hilfshypothesen wer­den bemüht, um nur nicht zur Kenntnis neh­men und zuge­ben zu müs­sen, dass der PCR-Test in die­sem Zusammenhang zu kei­nen ver­nünf­ti­gen Ergebnissen führt und damit das gan­ze Konstrukt zusam­men­bricht.

Die Reportage in der New York Times

Ein hal­bes Jahr nach sei­nem Test geht es immer­hin „Patient 1“ gut, sei­ne Geschichte war Ende Juli noch­mal durch die Presse gegan­gen. [2] Camilla Rothe, die feder­füh­ren­de Autorin des NEJM-Briefs wur­de einen Monat zuvor sogar inter­na­tio­nal gewür­digt und in der New York Times wur­de ihre Geschichte aus­führ­lich beschrie­ben:

„Es war der 27. Januar. Sie hat­te gera­de Deutschlands ers­ten Fall mit dem neu­en Coronavirus ent­deckt. […] In der­sel­ben Nacht schick­te Dr. Rothe eine Email an eini­ge Dutzend Ärzte und Gesundheitsfunktionäre. […] Ihr Chef, Dr. Michael Hoelscher, schick­te eine Email an das New England Journal of Medicine. „Wir glau­ben, dass die­se Beobachtung von äußers­ter Wichtigkeit ist,“ schrieb er. Die Herausgeber ant­wor­te­ten sofort. Wie schnell könn­ten sie den Text sehen?

Am nächs­ten Morgen, dem 30. Januar, inter­view­ten Beamte des öffent­li­chen Gesundheitswesens die chi­ne­si­sche Geschäftsfrau per Telefon. […] Als die Gesundheitsbeamten das Telefonat beschrie­ben, been­de­ten Dr. Rothe und Dr. Hoelscher schnell ihren Artikel. Dr. Rothe sprach nicht selbst mit der Patientin, aber ver­ließ sich auf die Zusammenfassung der Gesundheitsbeamten. Innerhalb von Stunden war er online. […]

Doch die Autoren wuss­ten nicht, dass sich in einer 20 Minuten ent­fern­ten Vorstadt eine wei­te­re Gruppe von Ärzten eben­falls beeil­te, einen Bericht zu ver­öf­fent­li­chen. […]
Die zwei­te Gruppe bestand aus Beamten der Bayerischen Gesundheitsbehörde und Deutschlands natio­na­ler Gesundheitsbehörde, bekannt als Robert-Koch-Institut. […]
Ihr Team unter Leitung der baye­ri­schen Epidemiologin Dr. Merle Böhmer reich­te einen Artikel beim Lancet ein, einer wei­te­ren medi­zi­ni­schen Fachzeitschrift von Rang. Doch die Münchner Krankenhaus-Gruppe schlug sie um drei Stunden. Dr. Böhmer sag­te, der Artikel ihres Teams, der des­we­gen nicht publi­ziert wur­de, sei zu den glei­chen Schlussfolgerungen gekom­men, aber in etwas ande­ren Worten.

Dr. Rothe hat­te geschrie­ben, dass Patienten vor dem Beginn irgend­wel­cher Symptome anste­ckend zu sein schie­nen. Das Regierungsteam hat­te geschrie­ben, dass Patienten anste­cken zu sein schei­nen vor dem Beginn der vol­len Symptomatik – zu einer Zeit, wenn Symptome so schwach waren, dass Menschen sie nicht ein­mal merk­ten. […] Nach zwei län­ge­ren Telefonaten mit der Frau waren die Ärzte des Robert-Koch-Instituts davon über­zeugt, dass es ihr ein­fach nicht gelun­gen war, ihre Symptome zu erken­nen. Sie schrie­ben an den Herausgeber des New England Journal of Medicine und zwei­fel­ten Dr. Rothes Ergebnisse an. […] Die Zeitschrift publi­zier­te den Brief nicht. Doch das war noch nicht das Ende.

Am Wochenende rief Andreas Zapf, der Leiter der Bayerischen Gesundheitsbehörde, Dr. Hoelscher von der Münchner Klinik an. ‚Sehen Sie, die Leute in Berlin sind sehr wütend über Ihre Veröffentlichung,‘ sag­te Dr. Zapf laut Dr. Hoelscher. Er schlug vor, die Wortwahl von Dr. Rothes Bericht zu ändern und ihren Namen durch die der Mitglieder der Regierungs-Task Force zu erset­zen, sag­te Dr. Hoelscher. Er wei­ger­te sich. Die Gesundheitsbehörde woll­te das Telefonat nicht bestä­ti­gen. […]

Am Montag, dem 3. Februar publi­zier­te die Zeitschrift Science einen Artikel, in dem Dr. Rothes Bericht ‚feh­ler­haft‘ genannt wur­de. Science berich­te­te, dass das Robert-Koch-Institut an das New England Journal of Medicine geschrie­ben hat­te, um die Ergebnisse anzu­fech­ten und einen Irrtum zu kor­ri­gie­ren. Das Robert-Koch-Institut hat in den ver­gan­ge­nen Wochen wie­der­hol­te Interviewanfragen abge­lehnt und schrift­li­che Fragen nicht beant­wor­tet. […] Dr. Rothes Bericht wur­de schnell zum Symbol über­has­te­ter Forschung. […] Auf Twitter wur­den sie und ihre Kollegen sowohl von Wissenschaftlern als auch von Lehnstuhl-Experten ver­un­glimpft. ‚Es brach wie ein Tsunami über uns her­ein,‘ sag­te Dr. Hoelscher. [..]

Dr. Rothe war aller­dings erschüt­tert. Sie konn­te nicht ver­ste­hen, war­um vie­le aus dem wis­sen­schaft­li­chen Establishment unbe­dingt das Risiko her­un­ter­spie­len woll­ten. […] Aber sie blieb zuver­sicht­lich. ‚Es wird sich her­aus­stel­len, dass wir recht haben,‘ sag­te sie zu Dr. Hoelscher. […] In den Monaten, nach­dem Dr. Rothe den Abstrich von ihrem ers­ten Patienten genom­men hat­te, wur­den 16 infi­zier­te Personen iden­ti­fi­ziert und früh iso­liert. Alle über­leb­ten. Aggressives Testen und eine makel­lo­se Kontaktverfolgung begrenz­ten die Ausbreitung. Dr. Böhmers Studie fand „sub­stan­ti­el­le“ Übertragung von Personen ohne Symptomen oder beson­ders mil­den, unspe­zi­fi­schen Symptomen. Dr. Rothe und ihre Kollegen beka­men eine Fußnote.“ [15]

Wenn ihnen auch nicht die Ehre ent­ge­gen­ge­bracht wird, die ihnen ihrer Meinung nach zusteht, kön­nen sich Rothe und Hoelscher doch damit trös­ten, dass sie am Versuch mit dem Curevac-Impfstoff mit mRNA betei­ligt sind. [16] Und ver­mut­lich mei­nen sie wie­der, sie wür­den der Menschheit einen gro­ßen Dienst erwei­sen, indem sie dar­an mit­ar­bei­ten, die­ses Mittel in einem unfass­bar ver­kürz­ten Zulassungsverfahren auf den Markt zu brin­gen. Jedenfalls dürf­te das eine aus­ge­spro­chen lukra­ti­ve Angelegenheit sein. [17]

Bei ande­ren Beteiligten wür­de man sicher auch fün­dig wer­den, wenn man ein wenig suchen wür­de, doch das sprengt den Rahmen die­ses Textes. Er soll­te vor allem zei­gen, wie Publikationen aus­se­hen, die die angeb­lich wis­sen­schaft­li­che Grundlage für die­se furcht­ba­re Situation sind, in der wir uns jetzt befin­den. Verkürzt aus­ge­drückt hängt der Maskenzwang an einem Brieflein, geschrie­ben von über­aus ehr­gei­zi­gen, aber lei­der nicht sehr klu­gen Forschern.

Sie haben den Test nicht ver­stan­den – alle bis auf einen: Drosten, der über­all dabei ist und wahr­schein­lich als ein­zi­ger weiß, dass man mit den Testergebnissen nichts Vernünftiges anfan­gen kann, denn er hat den Test in die Welt gesetzt und zum WHO-Standard gemacht. Und publi­ziert ein Paper nach dem ande­ren, bis­her ist kein Ende in Sicht und sei­ne Fangemeinde hält wacker zu ihm. Vielleicht soll­ten sie sei­ne Werke gründ­li­cher lesen.

Hervorhebungen in blau von mir

[1] Corona-Fälle schon im Januar? Daten unter der Lupe von Claus Hesseling, Jennifer Lange, Marvin Milatz und Jan Lukas Strozyk (Norddeutscher Rundfunk 17.7.2010) https://www.ndr.de/nachrichten/info/Corona-Faelle-schon-im-Januar-Daten-unter-der-Lupe,falscheserkrankungsdatum100.html
[2] Sechs Monate Corona in Deutschland Ich war Patient 1 (Bild 27.7.2020)
Das Unternehmen hat BILD das Gespräch zur Verfügung gestellt.
https://www.bild.de/news/inland/news-inland/corona-in-deutschland-patient-1-ein-webasto-mitarbeiter-im-interview-keine-antikoerper-mehr-72085904.bild.html
[3] Coronavirus-Patient Nummer 1: "Wie ich die Quarantäne erleb­te" (Bayerischer Rundfunk 28.02.2020)
https://www.br.de/nachrichten/bayern/coronavirus-patient-nummer-1-wie-ich-die-quarantaene-erlebte,Rrm4Ul8
[4] Camilla Rothe et al.: Transmission of 2019-nCoV Infection from an Asymptomatic Contact in Germany (publi­ziert am 30.1.2020, Update am 6.2.2020 auf der Website des New England Journal of Medicine)
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2001468
[5] Elizabeth Cohen and John Bonifield: 'There's no doubt': Top US infec­tious dise­a­se doc­tor says Wuhan coro­na­vi­rus can spread even when peop­le have no sym­ptoms (CNN 1.2.2020)
https://edition.cnn.com/2020/01/31/health/coronavirus-asymptomatic-spread-study/index.html
[6] Helen Branswell: High-pro­fi­le report on asym­pto­ma­tic spread of coro­na­vi­rus based on faul­ty infor­ma­ti­on, health offi­cials say (STAT News 4.2.2020) infor­ma­ti­on, health offi­cials say (STAT News 4.2.2020)
https://www.statnews.com/2020/02/04/high-profile-report-on-asymptomatic-spread-of-coronavirus-based-on-faulty-information-health-officials-say/
[7] Kai Kupferschmidt: Study clai­ming new coro­na­vi­rus can be trans­mit­ted by peop­le without sym­ptoms was fla­wed (Sciencemag 3.2.2020)
https://www.sciencemag.org/news/2020/02/paper-non-symptomatic-patient-transmitting-coronavirus-wrong
[8] (Podcast 23) Coronavirus-Update: Die Forschung braucht jetzt ein Netzwerk (Christian Drosten 27.3.2020)
https://www.ndr.de/nachrichten/info/23-Coronavirus-Update-Die-Forschung-braucht-jetzt-ein-Netzwerk,podcastcoronavirus164.html
[9] Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr / Institutsleitung Oberstarzt Priv.-Doz. Dr. Roman Wölfel
https://instmikrobiobw.de/startseite/institut/institutsleitung
[10] Prof. Dr. med. Christian Drosten
https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/WB/Lebenslaeufe/Drosten.pdf
[11] Roman Wölfel et al.: Virological assess­ment of hos­pi­ta­li­zed pati­ents with COVID-2019 (Nature 1.4.2020)
https://www.nature.com/articles/s41586-020‑2196‑x.pdf
[12] Merle M. Böhmer et. al.: Investigation of a COVID-19 out­break in Germany resul­ting from a sin­gle tra­vel-asso­cia­ted pri­ma­ry case: a case seri­es (Lancet Infectous Diseases 15.5.2020)
https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(20)30314–5/fulltext
[13] PCR-Spezifität: Auswirkungen auf Fallzahlen und R‑Wert
https://www.corodok.de/pcr-spezifitaet-auswirkungen/
[14] Coronavirus – Studie bestä­tigt frü­he Ansteckungsgefahr (ZDF 17.05.2020)
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/studie-bestaetigt-fruehe-infektionsgefahr-bei-corona-100.html
[15] Matt Apuzzo, Selam Gebrekidan and David D. Kirkpatrick: Behind the Curve / How the World Missed COVID-19‘ Silent Spread (New York Times 27.6.2020)
https://www.nytimes.com/2020/06/27/world/europe/coronavirus-spread-asymptomatic.html
In die­sem Artikel heißt es: „Damals glaub­ten Wissenschaftler, daß nur Menschen mit Symptomen das Coronavirus ver­brei­ten könn­ten. Sie gin­gen davon aus, daß es sich wie sein gene­ti­scher Cousin SARS ver­hal­ten wür­de.“ Gemeint ist damit der Vorgänger von 2002/03. Was der Unterschied ist und wie ent­schei­dend es sein kann, was man wie defi­niert, ist hier nach­zu­le­sen: SARS, COVID-19 und die Macht der Defintion https://www.corodok.de/sars-covid-definition/
[16] Klinische Studie zur Testung des neu­en CureVac Impfstoffes gegen COVID-19
http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Abteilung-fuer-Infektions-und-Tropenmedizin/de/COVID-19/Impfstudie/index.html
[17] Marion Schlegel: Curevac mit ful­mi­nan­tem IPO: Kursfeuerwerk – Aktie legt 205 Prozent zu! (Der Aktionär 14.8.2020)
https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/curevac-mit-fulminantem-ipo-kursfeuerwerk-aktie-legt-205-prozent-zu-20205568.html
„Seit dem Ausgabepreis konn­te die Aktie am heu­ti­gen Freitag 205 Prozent zule­gen. Beim aktu­el­len Kurs kommt das Papier auf eine Marktkapitalisierung von knapp neun Milliarden Dollar. Im Vergleich zur Konkurrenz wie BioNTech (knapp 17 Milliarden Dollar) und Moderna (knapp 27 Milliarden Dollar) ist das immer noch über­schau­bar.“

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