Hamburger Ärzte-Chef legt gegen "Corona-Strategen" nach: "Wer infiziert ist, ist nicht krank"

So ist ein Inter­view mit Wal­ter Plass­mann, Vor­stand der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung Ham­burg, auf focus​.de vom 23.9. über­schrie­ben. Dort ist zu lesen:

»Wal­ter Plass­mann über…
…die Reak­tio­nen auf sei­nen Gast­bei­trag im "Ham­bur­ger Abend­blatt": "Wir (Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung Ham­burg) haben sehr vie­le Mails bekom­men. Davon waren genau zwei kri­tisch. Der Tenor der meis­ten Nach­rich­ten war getra­gen von Zustim­mung, nach dem Mot­to: 'End­lich sagt mal einer was'. Vie­le haben mich in mei­nem Wunsch und der For­de­rung bestärkt, eine gesell­schaft­li­che Debat­te zu unter­stüt­zen, die nicht immer nur Worst-case-Sze­na­ri­en zum Maß aller Din­ge macht. Statt Panik und Hys­te­rie zu ver­brei­ten, soll­ten Poli­tik, Wis­sen­schaft und Medi­en das der­zei­ti­ge Infek­ti­ons­ge­sche­hen in das rich­ti­ge Ver­hält­nis stel­len, es ein­ord­nen, bewer­ten und den Men­schen ver­nünf­tig nahe­brin­gen. Vie­le posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen kamen in die­ser Hin­sicht von Ärz­ten, das hat mich sehr gefreut."

…die Aus­wahl der Adres­sa­ten Söder, Lau­ter­bach und Dros­ten für sei­ne Kri­tik: "Ich habe die­se Per­so­nen her­aus­ge­grif­fen, weil sie die bekann­tes­ten Gesich­ter der Coro­na-Stra­te­gie sind. Was mir auf­stößt, ist, dass von meh­re­ren Mög­lich­kei­ten immer die schlech­tes­te ange­nom­men wird. Es ist immer ganz, ganz schlimm, jüngst ist wie­der von einer Schock­wel­le die Rede gewe­sen, die angeb­lich auf uns zukommt. Nie­mand aber weiß zum Bei­spiel, ob wirk­lich eine Grip­pe­wel­le auf Deutsch­land zurollt. Durch die Beach­tung der AHA-Regeln blieb die­se im Früh­jahr aus."…

…den Vor­wurf, er lie­fe­re Coro­na-Leug­nern neue Muni­ti­on: "Ich leug­ne Coro­na nicht. Ich beob­ach­te aber seit Jah­ren einen Ver­fall der Dis­kus­si­ons­kul­tur. Es ist alles schwarz oder weiß, ent­we­der wird der Dau­men geho­ben oder gesenkt. Mit man­chen Men­schen auf bei­den Sei­ten der Coro­na-Debat­te kann man ein­fach nicht mehr reden. Dass es das Coro­na­vi­rus nicht geben soll, ist aber tota­ler Unsinn. Natür­lich ist das Virus da – es stellt sich nur die Fra­ge, wie gefähr­lich es tat­säch­lich ist. Dass ich teil­wei­se in die­se Ecke gestellt wer­den wür­de, war unvermeidlich."

…den Zeit­punkt, ab dem er die Maß­nah­men für nicht mehr ange­mes­sen hielt: "Am Anfang waren wir alle unsi­cher und hat­ten Angst. Nie­mand wuss­te, wie gefähr­lich das Coro­na­vi­rus tat­säch­lich ist. Aber durch die Rol­le der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung Ham­burg in der Coro­na-Kri­se, die in Ham­burg die Tes­tung von Beginn an über­nahm und die Men­schen zuhau­se tes­te­te, haben wir schnell ein Gespür für die Situa­ti­on ent­wi­ckelt. Ich habe immer gesagt, dass wir nicht an der Front ste­hen, son­dern sogar davor. Nach­denk­lich wur­de ich, als die Reak­tio­nen der Ärz­te nicht mehr mit dem über­ein­stimm­ten, was ich am Abend in den Nach­rich­ten sehen konn­te. Ein Arzt kam im April ganz auf­ge­regt zu mir – ich dach­te, er wäre wegen des hef­ti­gen Infek­ti­ons­ge­sche­hens so betrof­fen. Doch er erzähl­te mir, dass er ver­zwei­felt sei, weil er die gan­ze Nacht im Ein­satz gewe­sen sei und kei­nen ein­zi­gen kran­ken Men­schen erlebt habe. Das hat mich sehr nach­denk­lich gemacht. Und das erle­ben inzwi­schen vie­le Ärz­tin­nen und Ärz­te in ihren Pra­xen. Vie­le Men­schen sind ver­ängs­tigt und lei­den unter den mas­si­ven Auf­la­gen. Ich glau­be, wir hät­ten den Lock­down nach zwei bis drei Wochen been­den und den schwe­di­schen Weg gehen sol­len. Aber das ist ver­gos­se­ne Milch."

…kon­kre­te Kri­tik­punk­te an der Poli­tik: "Wir müs­sen uns von die­ser voll­kom­me­nen Fixie­rung auf Infek­ti­ons­zah­len lösen. Wer infi­ziert ist, ist nicht krank. Wich­tig ist aus mei­ner Sicht, wie vie­le Men­schen krank sind, wie vie­le wegen Coro­na auf der Inten­siv­sta­ti­on lie­gen und wie vie­le dar­an gestor­ben sind – also an die­ser Infek­ti­on gestor­ben sind und nicht mit ihr. Wenn die Infek­ti­ons­zah­len hoch­ge­hen, aber es sind nicht mehr Men­schen krank oder ster­ben, dann ist das nicht schlimm. Ein Ampel­sys­tem, das zum Bei­spiel Pro­fes­sor Hen­drik Stre­eck noch­mals unter­stützt hat, oder ein Score, der all die­se Fak­to­ren berück­sich­tigt, wür­de aus mei­ner Sicht dabei hel­fen, den All­tag wie­der nor­ma­ler zu gestal­ten und schnel­ler zu einer Nor­ma­li­tät zurück­zu­keh­ren, wie wir sie vor Coro­na kann­ten, ohne zu gro­ße Risi­ken einzugehen."…

…die Mas­ken­pflicht: "Von den AHA-Regeln (Abstand, Hygie­ne, All­tags­mas­ke) ist die Mas­ken­pflicht die unwich­tigs­te. Unge­schützt andert­halb Meter Abstand hal­ten, bie­tet mehr Schutz als eine Mas­ke. Aber die Mas­ke ist auch ein Sym­bol – sie erin­nert uns dar­an, dass es noch nicht vor­bei ist. Dass so inten­siv über sie dis­ku­tiert wird, zeigt aber, dass etwas nicht stimmt."…

…sei­ne Emp­feh­lung für die Zukunft: "Wir soll­ten mehr Ver­nunft wal­ten las­sen. Hal­tet Abstand und wenn das nicht geht, setzt eine Mas­ke auf. In Schwe­den ist es so gere­gelt wor­den, und dort hat es funk­tio­niert. Wenn die Schwe­den das kön­nen, war­um soll­ten wir es dann nicht auch hin­be­kom­men? Das könn­te man auch hier schritt­wei­se ein­füh­ren und so wie­der ein Stück Nor­ma­li­tät zurückgewinnen."«

Sie­he auch "Mehr Gelas­sen­heit statt Coro­na-Panik: 'Es ist kein Kil­ler­vi­rus'".

(Her­vor­he­bun­gen nicht in den Originalen.)

4 Antworten auf „Hamburger Ärzte-Chef legt gegen "Corona-Strategen" nach: "Wer infiziert ist, ist nicht krank"“

  1. Wun­der­bar. End­lich. Dan­ke. DAS ist es, was wir JETZT brau­chen, BEVOR der Point of no return unwi­der­ruf­lich erreicht ist: eine neue Bewegung:

    ÄRZTE OHNE ÄNGSTE !!!

    Dan­ke!

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