Hat diese Generation nichts gelernt?

Vielleicht tut man der 92-Jährigen Unrecht. Vielleicht hat sie all das Fehlende in ihrem Leserbrief benannt, und es wur­de von der Redaktion weggekürzt.

https://twitter.com/hannah_suppa/status/1342398395818926080

Zu sagen wäre, wie es denn zu den sechs Kriegsweihnachten kam? Daß durch eine Medienlüge beglei­tet 1939 der deut­sche Überfall auf Polen begann. Daß in der Folge des ver­bre­che­ri­schen Krieges mehr als 65 Millionen Menschen ihr Leben las­sen muß­ten, davon allein 27 Millionen SowjetbürgerInnen. Daß gera­de eines der Kriegsweihnachten für Frau Schuster von Bombenalarmen beglei­tet war, die sons­ti­gen aber – ganz anders als für die Menschen in den besetz­ten Ländern – recht zivil von­stat­ten gin­gen. Daß, wäh­rend sie dank­bar die Weihnachtsstolle backen konn­te, allein durch die Blockade Leningrads durch die Nazi-Wehrmacht mehr als eine Million Menschen verhungerten.

Zu sagen wäre fer­ner, daß die­ser gan­ze Schrecken nur mög­lich war, weil Millionen Deutsche der Propaganda glaub­ten und mehr oder weni­ger über­zeugt Teil der Mordmaschinerie waren. Daß sie dul­de­ten, wenn Oppositionelle in Lager gebracht und ermor­det wur­den. Daß sie nicht wis­sen woll­ten, wohin Millionen Juden und Jüdinnen aus ihren Städten ver­schwan­den. Daß sie nichts dabei fan­den, als denen zuvor ver­bo­ten wur­de, als ÄrztInnen tätig zu sein, bevor sie noch nicht ein­mal "ari­sche" Sitzbänke benut­zen durf­ten. Daß Millionen Deutsche sich an Ausgrenzung und Denunziation betei­lig­ten. Daß sie ja nur taten, was man von ihnen verlangte.

Wenn all das nicht erwähnt wird, ist es "arm­se­lig", dar­auf zu ver­wei­sen, wie schlimm doch die Kriegsweihnacht war. Es geht den Menschen "zu gut", sie sol­len sich zusam­men­rei­ßen und wie­der das tun, was die Regierung ver­langt. Schließlich sind sie, bis dar­auf, daß dum­mer­wei­se der Krieg nicht gewon­nen wur­de, doch gut damit gefahren.

Der Vorwurf geht weni­ger an eine 92 Jahre alte Frau. Er geht an die unsäg­li­che Meinungsmache der Leipziger Volkszeitung, die deren Erinnerung noch in den "sozia­len Medien" aus­wei­det und instru­men­ta­li­siert für eine unsäg­li­che Politik in Sachen Corona.

Es ist frag­lich, ob die Leserin typisch ist für ihre Generation. Es dürf­te vie­le geben, die sich gera­de jetzt an die Gleichschaltung jener Jahre erin­nern, und die wach­sam blei­ben, wenn Soldaten sie in ihren Heimen zu Impfungen bewe­gen wollen.

42 Antworten auf „Hat diese Generation nichts gelernt?“

  1. Besser wäre „ari­sche“ Sitzbänke.
    Ansonsten d‘accord, und die LVZ soll­te sich schä­men, zusam­men mit eini­gen „Ärzten“!
    Und ja, mir sind aus die­ser Generation ande­re Stimmen bekannt.

  2. Zu sagen wäre wei­ter­hin noch, dass die Aussage, es gehe doch "allen Menschen gut", eine Nichts und Null – Aussage ist,die der indi­vi­du­el­len Interpretation bedarf und an die Werteordnung eines jeden ein­zel­nen Menschen gebun­den ist.

  3. Danke aa, sehr gut kommentiert.
    Es ist uner­träg­lich, wie sich die­se Schmierfinken verhalten.
    Wenn kei­ner mehr das Kloopapier kau­fen wür­de, wären die Lichter schnell aus und die­se Agitatoren auf dem Boden der Realität, aka außer­halb der Komfortzone. Ob sie dann aller­dings ihr dege­ne­rier­tes Resthirn nut­zen wür­den, oder die „Verschwörer“ ver­ant­wort­lich machen wür­den, wäre spah­nend. Leider nur Konjunktiv, weil die Verbrecher die Schlafschafe fest im Griff haben.

  4. Gertraute hat ein­deu­tig zu vie­le Jahre die LVZ gele­sen. Es gibt halt eine Kollektivschuld und eine Kollektiv Verantwortung – oft ohne sicht­ba­ren zeit­li­chen Zusammenhang zwi­schen Ursache und Wirkung.

  5. Es ist ein­fach nur noch absto­ßend. Ich bin so der­ma­ßen ange­wi­dert von die­sen Schreibtischtätern, dass ich mich fast über­ge­ben muss.

  6. Vor allem sind nicht exter­ne Kräfte schuld, dass es schwe­re Weihnachten sind. Es sind die eige­nen Politiker. Der Krieg fiel nicht vom Himmel und der Lockdown auch nicht. Beides war bzw. ist unnö­tig wie ein Kropf. Die Leute, die damals die Sinnhaftigkeit des Krieges hin­ter­frag­ten, beka­men mäch­tig Ärger bis hin zur Todesstrafe. Und wer heu­te die Maßnahmen hin­ter­fragt, wird ja so behan­delt, als wäre er ein Zersetzer, ein Wehrkraftzersetzer. Ich bin nun schon so oft ange­pö­belt wor­den, weil ich Lockdowns und die Hygienemaßnahmen für unsin­nig und schäd­lich hal­ten. Masken sind ein Keimherd par excel­lence, direkt von der Schnute. Bei der Sportausübung wer­den die Vereine gezwun­gen Geräte und Bälle zu des­in­fi­zie­ren. Das geht mäch­tig ins Geld. Dabei hieß es doch schon im Frühjahr, Schmierinfektionen spiel­ten kei­ne Rolle bei Corona. Also warum?

    Auch ich hal­te mich an die Maßnahmen, auch wenn ich sie für Unsinn hal­te. Es ist auch die Angst vor Denunziation; man­chem Kollegen traue ich nicht so recht, wenn der mich auf dem Flur ohne Maske sähe. Aber im Internet kann ich die Maßnahmen nicht ver­sto­ßen, ich kann sie nur kri­ti­sie­ren. Aber schon Kritik wird als Problem betrachtet.

  7. Nun, der Unterschied zwi­schen damals und heu­te ist, dass es von 1933 bis 1945 gegen schwä­che­re Minderheiten ging, gegen die der Staat ein­ge­sperrt und ermor­det hat.

    Heute dage­gen sind alle Menschen von den Corona-Maßnahmen betrof­fen, die­se sind im Vergleich zu damals gera­de­zu lächer­lich harm­los und die­se Maßnahmen die­nen dem Schutz von schwä­che­ren Menschen. 

    Dass man das hier nicht sehen will ist bezeich­nent und Anlass für die mah­nen­den Worte der alten Dame. tzzt

    1. @Markus: Genau, nicht auf­re­gen, außer wenn die Querdenker-Nazis uns unse­re "ari­schen" Sitzbänke weg­neh­men wol­len. Dann setzt es aber was. Und mal ehr­lich, war der Krieg denn nicht schlim­mer als das biss­chen Impfung? Außerdem dien­te schon damals Schutzhaft doch wohl dem Schutz! Und die Gesetze zum Schutz des deut­schen Volkes? Na bitte!

    2. @Markus
      Es ging von 1933 bis 1945 nicht um den Mord an schwä­che­ren Minderheiten. Den Tätern ging es dar­um, das deut­sche Volk von Schädlingen zu befrei­en, um die Volksgesundheit zu bewah­ren. Die dekla­rier­ten Absichten der Täter waren kei­ne ande­ren, und auch die medi­zi­ni­schen Versuche zum Nutzen der Gesunden, die man damals Arier nann­te, fan­den statt. Die Denkweise ist die­sel­be. Aber es ist in bei­den Fällen nicht die Ihre, denn für die ers­te sind Sie zu sehr Nachfahre der Täter, für die zwei­te zu wenig bewusst, dass Sie die­ses Mal zu den Opfern gehö­ren könnten.

    3. Zu Markus:

      damals wie heu­te geht es um das Geld der Menschen. Damals das der Juden, heu­te alles, was unter­halb der Reichtumsschwelle liegt. Insofern hat Markus recht: es wird nicht eine Minderheit son­dern die Mehrheit aus­gepün­dert. Ein ech­ter Fortschritt.

      Es fängt schon an: Krankenkassenbeitrag steigt.

      Vermögen wer­den abge­schmol­zen, wirt­schaft­li­che Existenzen ver­nich­tet, per Nullzins wird der Kleinsparer sowie­so schon lan­ge ent­eig­net, die Versicherungsleistungen wer­den gekürzt, sei es Rente, sei es Lebensversicherung.

      Man fragt sich, wo sich so jemand wie die­ser Markus men­tal befin­det: im Land der Treugläubigen und Seligen (geis­tig arme, lt. Bibel), der Gutmenschen und Gutgläubigen, der Klag- und Fraglosen, der allen Vertrauenden (so sie Pöstchen, Geld, Ehren, Preise inne­ha­ben), alles Hinnehmenden (außer Widerspruch! Das ist des Teufels!)? 

      Welche Zumutung bräuch­te ein "Markus" um gegen Obrigkeit auf­zu­ste­hen und zu widersprechen?

  8. Die alte Frau hat den Brief nicht geschrie­ben. Vielleicht erin­nert sie sich noch an die Goebbels-Rede von den 6 Kriegsweihnachten, wenn sie geis­tig fit ist, was ich ihr wün­sche, Dann weiß sie auch, dass ein gro­ßer Teil ihrer Generation nicht mehr lebt.
    So einen Brief kann man nur schrei­ben, wenn man jung ist und den Tod nicht wahr­ha­ben will.

  9. Nur weil es immer Menschen gab, die nicht wie tote Fische mit dem Strom schwam­men, son­dern wider­stän­dig gegen die Obrigkeiten waren unterGefahrfürLeib und Leben, konn­te die Gesellschaft immer­hin bis zur heu­ti­gen Demokratie fortschreiten.
    Gehorsam hin­ge­gen hat für die Welt oft genug in Krieg geendet.
    Schade, daß Gertrude das trotz ihrer 92 Jahre noch nicht begrif­fen hat und berech­tig­te Kritik für ärm­lich hält.

  10. Was den Mainstream so anfäl­lig für den der­zei­ti­gen Putsch macht ist die lan­ge "geimpf­te" Auffassung, dass alle im mei­nungs­mä­ßi­gen Gleichschritt stap­fen soll­ten. Mainstream aber ist nie­mals demo­kra­tisch, er macht Demokratie, deren Wesen der Diskurs ist ohne Tabus, überflüssig. 

    Und DAS ist es, was damals wie heu­te lan­ge pas­siert ist – und wofür die heu­te unzeit­ge­mä­ßen Erfahrungen der 92jährigen nichts können.

    Vielleicht wird es in 60 Jahren wie­der sol­che 92jährigen geben, die sich dank­bar dar­an erin­nern, dass sie wegen Corona end­lich nicht mehr in die Firma muss­ten, dass sie dank Digitalisierung zu Hause blei­ben und "selbst­be­stimmt" arbei­ten durf­ten. Dass das mit den Impfschäden (ana­log Kriegsfolgen) zwar blöd war, man da aber eben durchmusste.

    Menschen sind so. Mag es einem gefal­len oder nicht. Sie legen sich das, was sie taten, ger­ne als unver­meid­lich zurecht, um nicht – bereu­en zu müs­sen. Reue aber ist unver­meid­lich: um Dinge zu ändern muss man tief begrif­fen haben, dass und war­um sie ver­kehrt waren. Davon aber sind m.E. die Analysen sowohl der Rechten als auch der Linken noch weit entfernt.

    Insofern hat die 92jährige nicht mal Unrecht mit dem impli­zi­ten Vorwurf, dass "alle nur die alte Normalität" zurück­ha­ben wol­len – nicht, weil sie zufrie­den mit der waren, son­dern weil sie die ken­nen . Finde den Balken … 🙂

  11. Die Frage, die ich bei sol­chen Äußerungen immer stel­le ist, wollt Ihrs wie­der so haben, dann nur wei­ter so!

    Darüber hin­aus sind Ausgangssperren z.B. belieb­te Werkzeuge von feind­li­chen Besatzungsmächten, ver­ant­wor­tungs­vol­le, dem eige­nen Volk ver­bun­de­ne Regierungen gehen mit so etwas nie­mals der­ar­tig non­cha­lant um, wie unsere!

    Die nächs­te Frage, die man auch aus der obi­gen Darstellung erschlie­ßen könn­te, was machen wir, wenn eine ande­re Macht im Krieg Intensivstationen zer­stört oder sabo­tiert, kapi­tu­lie­ren wir dann sofort, da wir ja offen­sicht­lich mit stark belas­te­ten Intensivstationen nicht leben kön­nen, geschwei­ge dann uns ver­tei­di­gen könn­ten! Dieses Narrativ der Intensivstationen könn­te man schon auch hinterfragen!

    Die drit­te Geschichte, die Dame hat gro­ße Teile ihrer Jugend in einer Zeit zuge­bracht, in der Antibiotika noch nicht ver­füg­bar waren, es gab kei­ne wir­kungs­vol­len Behandlungsoptionen für bak­te­ri­el­le Infektionen, Lungenentzündungen waren häu­fi­ge Todesursacht über alle Altersgruppen hin­weg, sehr häu­fig aber bei Kindern und auch alten Menschen, auch TBC war über­aus ver­brei­tet in die­ser Zeit, hat man des­we­gen alle in ihre Häuser gesperrt? Es ist ja auch immer das Narrativ, daß man die Maßnahmen durch­füh­ren muß, weil es weder Impfung noch Behandlung für das Corona-Virus gibt.…

  12. Man soll­te nicht "ver­harm­lo­sen" und aus (min­des­tens) 2 "Kriegsweihnachten" mit Bombenängsten nicht "gera­de eines" machen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Leipzig
    Ansonsten d'accord.

    Jemandem, (z.B. einem @Markus), der meint, dass "alle Menschen von den Corona-Maßnahmen betrof­fen" sei­en und sie "ver­harm­lost", indem er "die­se (…) im Vergleich zu damals [als] gera­de­zu lächer­lich harm­los" bezeichnet,
    soll­te man kei­ne (unnö­ti­gen) Angriffsflächen bieten.
    Klar, was ist schon eine 10-Tage-Quarantäne in der 2‑Raum-Wohnung gegen eine in der Villa mit Golfplatz?
    Für "schwä­che­re Menschen" der Verlust des Arbeitsplatzes gegen den Ausfall des Mauritiusurlaubs der "stär­ke­ren"?
    Oder all dies gegen 6 Wochen "Schutzhaft" in Dachau für die Querulanten oder (kur­zes) lebens­läng­lich irgend­wo im "Generalgouvernement" (für die mit dem "fal­schen" Stammbaum)?
    Dass heu­te "die­se Maßnahmen dem Schutz von schwä­che­ren Menschen (die­nen)" ist ein sehr wich­ti­ges Glaubensdogma der Rechtgläubigen, die es natür­lich unmög­lich macht, es zu hinterfragen.
    Ich glau­be (sic!), dass Gertraute nicht unbe­dingt typisch für ihre Generation ist – sie hat näm­lich mög­li­cher­wei­se das Glück, nicht in einer "geschütz­ten" "Seniorenresidenz" zu leben, geht vor die Tür oder emp­fängt Besuch wann sie will, trägt evtl. sogar Maske und macht für deren läs­ti­ge "Notwendigkeit" die ver­harm­lo­sen­den QuerulantInnen ver­ant­wort­lich, die den Krieg auf ihre Kosten wohl par­tout nicht über­le­ben wollen.

  13. Und wie­der ein­mal bin ich dank­bar für die­se Seite!
    Der ganz­heit­li­che Blick auf die Situation ist immer wich­tig – egal ob damals oder heute.

    Danke Herr Aschmoneit, dass Sie mich mit Ihrer Arbeit unter­stüt­zen, die­sen Blick zu bewahren
    Und auch dan­ke an alle ande­ren, die dazu beitragen.

  14. Ich ver­gaß, dass ihr euch ja als ver­folg­te Opfer im Kampf gegen den Faschismus wähnt. *rol­leyes*

    Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gibt es aber nicht wegen der PCR-Tests oder fins­te­rer Pläne der Eliten, son­dern weil sehr vie­le Menschen mit neu­ar­ti­gen Krankheitsbild im Krankenhaus liegen. 

    Schon im Dezember 2019 hat­te man in China erkannt, dass es sich um einen hoch anste­cken­den Virus handelt.

    1. "Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gibt es aber nicht wegen der PCR-Tests oder fins­te­rer Pläne der Eliten, son­dern weil sehr vie­le Menschen mit neu­ar­ti­gen Krankheitsbild im Krankenhaus liegen. "

      Sie ver­wech­seln die Dinge.

      Die Pläne sind nicht fins­ter, son­dern aus Sicht derer, die sie offen und ohne jede gehei­me Verschwörung dar­stel­len, huma­nis­tisch und phil­antro­pisch. Niemand hat des­we­gen ver­mut­lich ein Virus erfun­den – aber dass es eines gibt, ist prak­tisch und hilft, die Pläne vor­an­zu­trei­ben – durch die Maßnahmen.

      Ein sich schnell ver­brei­ten­des neu­es Virus gibt es. Seltsamerweise hat es bestimm­te Länder beson­ders lieb. Das sind aus­ge­rech­net die euro­päi­schen, die mit den Maßnahmen und der gro­ßen Klappe. In China herrscht längst wie­der Alltag, und Vietnam und Thailand sind kaum betroffen.

      Wollte man das Virus wirk­lich effi­zi­ent bekämp­fen, dürf­te man kei­ne unlieb­sa­men wis­sen­schaft­li­chen Meinungen aus­schal­ten, son­dern idea­ler­wei­se die Länder, die damit bes­ser klar­kom­men, FRAGEN, wie die das hin­be­kom­men und ana­log vorgehen.

      Dass das nicht der Fall ist, son­dern man eisern an man­nig­fach wis­sen­schaft­lich kri­ti­sier­ten und evi­dent untaug­li­chen Maßnahmen "bis zur Impfung" fest­hält zeigt m.E. deut­lich, dass das Interesse hin­ter den Maßnahmen sich von einem an Virusbekämpfung unterscheidet.

    2. zu Markus
      27. Dezember 2020 um 12:06 Uhr 

      "Schon im Dezember 2019 hat­te man in China erkannt, dass es sich um einen hoch anste­cken­den Virus handelt."

      Ich ver­gaß: Du glaubst ja auch an Pumuckel und Weihnachtsmann.

      (Wie soll­te man im Dezember 19 oder auch im Januar 20 ein hoch anste­cken­des Virus erkannt haben, als noch gar­nicht vie­le ange­steckt sein konn­ten (so denn wirk­lich ein "neu­ar­ti­ger Virus" auf­ge­tre­ten sein soll­te) und es noch kei­nen Test auf Virenbestandteile gab. 7 (Sieben!) (angeb­li­che) aty­pi­sche Lungenentzündungen im Januar in China – bei einer Milliardenbevölkerung (in Zahlen: ca. 1.400.000.000 Individuen, davon 7 angeb­lich unge­wöhn­lich krank) – ist wahr­lich ein alar­mie­ren­des Zeichen. Herrgott, wirf Hirn herunter!

      Also so lang­sam glau­be ich doch an Michaels geis­ti­ge Dürftigkeit bei sol­cher "Argumentstärke" – oder man wech­selt sich ab? Unterschiedliche PR-Begabungen je nach Schicht?

  15. Herr Aschmoneit, ganz ver­ges­sen "Was uns nicht umbringt, macht uns stark!"?

    "Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, …"

    Das hat die Frau ver­in­ner­licht, das ist heu­te wie­der gefragt …

    Politiker die Krieg oder Notstand anzet­teln, die­nen damit doch nur der Volksgesundheit, der Reinigung des Blutes, dem Ausmerzen des schwa­chen und unüt­zen Lebens, …

    Ich hof­fe, Sie und Ihre Leser ver­ste­hen den dun­kels­ten Sarkasmus die­ser Worte …

    1. Sehr gut Ihr Kommentar.
      "Zu aller­erst die Schwächsten schützen. "
      Hört sich doch gut an, nicht wahr ? Und ich bin über­zeugt, dass sich die meis­ten Menschen durch die­se Worte des Herrn Spahn "per­sön­lich " ange­spro­chen und bevor­zugt fühlen.

  16. Vielleicht emp­fin­det die alte Dame sogar ein wenig Genugtuung, dass es Weihnachten 2020 nicht nur Ihr ganz per­sön­lich so ergeht, ein­sam und allein in der Bude zu sit­zen, son­dern aus­nahms­wei­se ein­mal fast allen.
    Vor allem auch den­je­ni­gen Alten, die sonst von Kindern und Enkelkindern besucht werden .
    Das schafft aus ihrer Perspektive u.U. eine aus­glei­chen­de Gerechtigkeit für erlit­te­nes pri­va­tes Unglück. Geteiltes Leid ist hal­bes Leid!
    Lockdowns und Ausgangssperren tan­gie­ren einen so alten Menschen doch sowie­so nur peri­pher, solan­ge er sei­ne Zeitung und das Nötigste zu Leben gelie­fert bekommt.

  17. Meine Tante hat mit­er­lebt wie der Vater noch kurz vor sowje­ti­scher Invasion nach Westpreußen ver­setzt wur­de als Hoffnungsträger, dass die Ostgebiete nicht ver­lo­ren gehen – Drohung, exe­ku­tiert zu wer­den, wenn man flieht – dann dochFlucht und Vertreibung mit­er­lebt – zu Fuß aus Ostpreußen – zurück­las­sen müs­sen der ganz Alten – Hunger – nicht wis­sen, ob die Familienmitglieder über­lebt haben – sich Durchschlagen als Flüchtling in der Nachkriegszeit.
    Sie sagt: es war nicht so schlimm, wie es heu­te ist.

      1. Stimmt. Und waren sie in Westpreußen? Das war doch Polen? Der Geschichtsunterricht ist schon so lan­ge her. Stalins Totalitarismus war nicht bes­ser. Es ist so schwierig.

  18. Wie jetzt? Ich den­ke, his­to­ri­sche Vergleiche der Gegenwart mit dem 3.Reich sind doch "ver­harm­lo­sen" und ver­pönt. Ich muss mich "Nazi" nen­nen las­sen, wenn ich von "weh­ret den Anfängen" spre­che, wäh­rend Oma G. hier auf Basis des 2.Weltkriegs den mora­li­schen macht?

  19. Gönnen wir Frau Schuster doch ein­fach die ihr ganz beson­ders bevor­zugt zuste­hen­de Impfung nach einem erfüll­ten Leben bei­spiel­lo­ser Folgsamkeit …

  20. Frau Schuster ist nicht allein. Gestern äus­ser­te sich mei­ne nur um ein paar Jahre jün­ge­re Schwiegermutter fast identisch.
    Zuletzt lamen­tier­te sie noch, das die Männer der Familie, nach Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft wie­der bei Null hät­ten anfan­gen müssen.
    Um den inner­fa­mi­liä­ren Streit ( ich gegen alle Anderen) nicht noch wei­ter eska­lie­ren zu las­sen, habe ich schnell mei­nen Hund strei­cheln müssen.

  21. Hallo, Getraude war fünf Jahre als der ver­hin­der­te Kunstmaler Reichskanzler wur­de und sie war sieb­zehn als in Karlshorst die Bedingungslose Kapitulation unter­schrie­ben wurde. 

    Was glaubt ihr was Getraude an Wissen über Leningrad oder den Generalplan Ost in ihrer Kindheit und Jugend so mit­be­kom­men hat? Nur das was ihr in der (Nazi)Schule bei­gebracht und was der Großdeutsche Rundfunk, Sender Leipzig ver­mel­det hat. 

    Und spä­ter? Da waren die Russen da (Leipzig – SBZ), Angst und Scham ver­hin­der­ten viel­leicht ein sich aus­ein­an­der­set­zen mit den dama­li­gen Geschehnissen. 

    1960 hat sie immer­hin ein Abo des "Organs der SED-Bezirksleitung Leipzig", der Leipziger Volkszeitung abge­schlos­sen. Ob sie jedoch nur die Traueranzeigen oder auch den poli­ti­schen Teil gele­sen hat ist unbekannt. 

    Menschen die es auf Grund ihrer Biografie bes­ser wis­sen müss­ten haben sich in die­sem Jahr sehr schnell angepasst. 

    Auch das Mediengerede von "Uns geht es doch gut" trägt dazu bei. Ein wei­te­rer Faktor ist auch die Definition von Freiheit mit der vie­le auch hier im Osten nichts anzu­fan­gen wis­sen. Zu DDR-Zeiten kam der Impfbus schließ­lich auch in die Schule und da wur­de auf Befehl durch­ge­impft und kei­ne dum­men Fragen gestellt. Anordnungen von Ärzten oder Politikern wer­den nicht in Frage gestellt son­dern befolgt das war schließ­lich schon immer so, oder etwa nicht?

    1. @Hier: Ich den­ke, es gab sowohl in der DDR als auch bei uns bewähr­te und gut erforsch­te Impfungen. Vielleicht war es da ein Vorteil, daß in einem Teil der Welt nicht aus­schließ­lich das Profit-Prinzip im Gesundheitswesen galt und auch der ande­re Teil sich damit aus­ein­an­der­set­zen mußte.

      1. @aa: Natürlich gab es die hier wie dort. Und wenn die Corona-Impfungen genau­so gut erforscht wären gäbe doch über­haupt kein Problem. 

        Was mir jedoch Sorgen macht ist die­se Autoritätsgläubigkeit die um sich greift und das Nicht-in-Frage-Stellen offi­zi­el­ler Meinungen. 

        Es war Stefan Heym, der auf der gro­ßen Protestdemonstration am 4. November 1989 aus­rief: „Wir haben in die­sen letz­ten Wochen unse­re Sprachlosigkeit über­wun­den und sind jetzt dabei, den auf­rech­ten Gang zu erler­nen.“ Stefan Heym zitiert die­sen Satz aus dem Brief eines Lesers an ihn, fin­det aber, der Mann habe recht.
        https://www.deutschlandfunkkultur.de/worte-der-wende-aufrechter-gang.1013.de.html?dram:article_id=169774

        Was ist wohl gewor­den aus dem "auf­rech­ten Gang"? Nix. Die Leute glau­ben immer noch das die Partei (ger­ne auch tageschau, RKI, Angela Merkel, Bill Gates) recht hat – anstatt selbst zu denken … 

        Und jetzt alle:
        Lied der Partei Musik Ernst Busch + der Chor der Berliner Staatsoper
        https://www.youtube.com/watch?v=_KyGUNiYHlk
        Die Partei, die Partei,
        Die hat immer recht
        Genossen es bleibt dabei,
        Denn wer für das Recht kämpft,
        Hat immer recht
        .…
        Die Partei, die Partei, die Partei.
        https://erinnerungsort.de/lied/lied-von-der-partei-die-partei-hat-immer-recht/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.