Impfbereitschaft sinkt – Droh-Kampagne angelaufen

Nur noch 61 Prozent der Deutschen sind bereit, sich gegen Covid-19 imp­fen zu las­sen. Die mei­nungs­bil­den­den Medien sind alar­miert.

Es geht um Fragen der Gesundheit und um einen gigan­ti­schen Markt. Deshalb rollt nun eine Droh-Kampagne an.

Am 12.7. hat­te die Süddeutsche Zeitung berich­tet:

»Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus imp­fen zu las­sen, ist in den ver­gan­ge­nen Monaten in der Bevölkerung gesun­ken – nicht nur in Deutschland, son­dern in meh­re­ren euro­päi­schen Ländern. Das ist das Ergebnis einer Umfrage in sie­ben euro­päi­schen Ländern mit jeweils mehr als 7000 Befragten im April und im Juni die­ses Jahres, wel­ches der Süddeutschen Zeitung vor­liegt. Forscher der Universität Hamburg hat­ten für die­se Untersuchung mit Hochschulen in Portugal, Italien und den Niederlanden koope­riert.

Während im April noch 74 Prozent der Befragten aus Portugal, Frankreich, Italien, Niederlande, Dänemark, Großbritannien und Deutschland bereit gewe­sen sei­en, sich gegen Covid-19 zu imp­fen, waren es im ver­gan­ge­nen Monat nur noch 68 Prozent. In Deutschland sank der Anteil der Befürworter in den ver­gan­ge­nen drei Monaten von 70 auf 61 Prozent der Menschen. Besonders gering sei die Bereitschaft der Untersuchung zufol­ge in Bayern. Hier wür­den ledig­lich 52 Prozent der Menschen einen neu­en Impfstoff nut­zen.«

Kampagne in Nazi-Sprech

Am 20.7. führ­te das zu einem Kommentar in der WAZ, in dem es heißt:

»Nach allen ernst­zu­neh­men­den Erkenntnissen sind Impfstoffe hoch­wirk­sam, schüt­zen die Gesellschaft, for­dern aber in eini­gen extrem sel­te­nen Einzelfällen einen hohen Preis.

Doch wie gering die Bereitschaft ist, kurz­fris­tig indi­vi­du­el­le Beeinträchtigungen oder gar Risiken zum Schutz der Mitmenschen hin­zu­neh­men, zeigt sich bei den Diskussionen über die Maskenpflicht. Und wie groß die Ablehnung ist, führt eine Petitionen gegen eine Corona-Zwangsimpfung vor, die inner­halb von drei Wochen rund 250.000 Unterzeichner fand.

Keine Immunität? Dann muss es hei­ßen: Bitte drau­ßen blei­ben!

Auch da muss es eine kla­re Linie geben: Wer sich nicht gegen Corona immu­ni­sie­ren lässt, stellt sich außer­halb der Gesellschaft und darf weder mit Risikogruppen in Kontakt kom­men noch an gesell­schaft­li­chen Ereignissen teil­neh­men.

Keine Immunität? Bitte drau­ßen blei­ben bei Stadion und Sauna, Kirche und Kino, Bus und Bahn. Selbst dann wird uns eine Corona-Impfung nicht die gute alte Zeit zurück­brin­gen. Aber sie kann die Zukunft erträg­li­cher machen.«

Es ver­bie­tet sich, den Holocaust zu baga­tel­li­sie­ren, indem ImpfgegnerInnen sich mit gel­ben Sternen "ver­zie­ren". Im deut­schen Faschismus wur­den mit die­sem Mittel Menschen gekenn­zeich­net, die zur Ausrottung, zur indus­tri­ell durch­ge­führ­ten Vernichtung vor­ge­se­hen waren. Von Ähnlichem kann hier nicht annä­hernd die Rede sein.

Ein "außer­halb der Gesellschaft"-Stellen und "drau­ßen blei­ben"-Müssen erin­nert den­noch an den Nazi-Sprachgebrauch. Nicht nur Juden, son­dern alle Widerständigen wur­den außer­halb der Volksgemeinschaft ver­or­tet und ent­spre­chend behan­delt. Ein "Wir müs­sen drau­ßen blei­ben" war nach dem Zweiten Weltkrieg bis­lang Hunden vor­be­hal­ten.

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