Zu viele Intensivbetten – Statistik wird geändert

In einem Offenen Brief for­dern DIVI und Deutsche Krankenhausgesellschaft zur Manipulation der Statistik über freie Intensivbetten auf. Geködert wird mit "wirt­schaft­li­cher Absicherung":

»Heute haben wir die drin­gen­de Bitte an Sie, die­se von Ihnen täg­lich über­mit­tel­ten Meldungen noch­mals zu veri­fi­zie­ren. Bei den Meldedaten über­mit­teln Sie auch die "aktu­ell frei­en" und sofort betreib­ba­ren Intensivbetten und ergän­zend dazu die so genann­te "Notfallreserve", die inner­halb von sie­ben Tagen für die Versorgung ver­füg­bar gemacht wer­den kann. An eini­gen Standorten sehen wir eine Diskrepanz bei die­sen gemel­de­ten Daten dahin­ge­hend, dass zum Teil "sofort ver­füg­ba­re freie Betten" gemel­det wer­den, für die aller­dings zunächst die Notwendigkeit besteht, den Regelbetrieb ein­zu­schrän­ken, um das für den Intensivbereich erfor­der­li­che Personal aus ande­ren Stationen zusätz­lich bereit­zu­stel­len. Diese Betten soll­ten in der Rubrik "7‑Tagereserve" gemel­det wer­den.

Anders als im Frühjahr haben wir aktu­ell das Regelversorgungsystem noch nicht flä­chen­de­ckend zurück­ge­führt, so dass ein Teil der not­wen­di­gen per­so­nel­len Kapazitäten zum voll­um­fäng­li­chen Betrieb aller Intensivkapazitäten dort noch gebun­den ist. Wir wis­sen, dass Sie als Verantwortliche in den Kliniken vor der beson­de­ren Herausforderung ste­hen, das Regelsystem par­al­lel zur Corona Bereitschaft und Behandlung auf­recht zu erhalten.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft steht aktu­ell in Gesprächen und Verhandlungen mit den poli­tisch Verantwortlichen, um die Wiedereinsetzung des Rettungsschirms als wirt­schaft­li­che Absicherung im Ausnahmezustand zu errei­chen.«

Zwar sind die Betten frei, sol­len als sol­che aber nicht gemel­det wer­den, wenn für ihre Nutzung eine Personalversetzung ver­bun­den wäre.

(Hervorhebungen nicht im Original.)

3 Antworten auf „Zu viele Intensivbetten – Statistik wird geändert“

  1. Ich muss sagen, lei­der hat DIVI damit Recht. Die Klinik in der mei­ne Frau arbei­tet, mel­det z.B. 10 Intensivbetten, von denen aber nur 6 per­so­nell betrie­ben wer­den können
    Auf die­ser Intensivstation lie­gen aktu­ell 2 Patienten die posi­tiv auf SARS-CoV‑2 getes­tet wur­den. Einer davon ist 78, hat mul­ti­ple Vorerkrankungen (Schlaganfall, Diabetes und Niereninsuffizienz). Dieser Patient hat kei­ner­lei Symptome und bekommt ledig­lich Sauerstoff über eine Nasensonde. Er ist gut drauf, unter­hält sich mit dem Pflegepersonal und liest jeden Morgen sei­ne Zeitung).
    Der zwei­te Patient ist ein 89jähriges, halb­to­tes Wrack, der unter Reanimation aus dem ört­li­chen Altersheim ein­ge­lie­fert wur­de. Der arme Mann ist völ­lig dement, hat einen rie­si­gen Dekubitus und so ziem­lich jede Vorerkrankung, die man sich nur vor­stel­len kann. Dieser Mann wird in den nächs­ten Tagen ster­ben und als "Coronatoter" gezählt werde.

    1. Ich hal­te so eine Aussage für völ­li­gen Humbug:

      "10 Intensivbetten, von denen aber nur 6 per­so­nell betrie­ben wer­den können"

      Hätten wir ech­ten Notstand, so wür­den neben den 10 Intensivbetten sicher noch wei­te­re 10 Betten hilfs­wei­se inten­siv betrie­ben wer­den kön­nen (bit­te, es wird über­all so getan, wie wenn wir im Krieg wären oder vor der schie­ren Ausrottung stän­den – aber auf der ande­ren Seite wer­den wie­der Maßstäbe einer geho­be­nen Gesundheits-Grundversorgung ange­legt) und wenn man nicht gesun­des Personal in Quarantäne schickt auf­grund eines Würfel-Tests (der nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen NICHTS über den Gesundheitszustand einer Person aus­sagt) dann könn­ten die­se 20 Intensivplätze auch (sicher­lich unter Mühe und mit Aufopferung) betrie­ben werden. 

      Aber, und das ist das alles ent­schei­den­de: es gibt kei­ne Zunahme der Belegung der Intensivplätze. Es gibt nur eine Zunahme von angeb­li­chen Covid-19-Diagnosen bei Personen, die sowie­so auf den Intensivplätzen liegen.

      Eine Änderung der Zählweise ist genau einem Zweck geschul­det: die ein­deu­tig unkri­ti­schen Zahlen auf irgend eine Weise künst­lich in Richtung Drama zu verfälschen.

      Und bit­te nicht falsch ver­ste­hen: das Pflege-Personal MUSS deut­lich ent­las­tet wer­den. Die Veranwortlichen, ganz vor­ne Jens Spahn, genau­so Söder, Merkel, Seehofer, haben die­sen aktu­el­len Zustand seit 6 Monaten sehen­den Auges kom­men sehen oder gar beför­dert. Das ist ein Verbrechen, wenigs­tens schwers­te Unterlassungs-Sünde, und sol­che Personen gehö­ren ange­klagt und ent­las­sen anstatt hof­fiert und in den Medien als Held und Retter hochgeschrieben!

      Noch nie waren Medien so per­vers wie heute!

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