"Jo ho! Tralalalala!" – 3G-Gäste randalieren

Unter dem ers­ten Teil der genann­ten Über­schrift ist am 20.9. in der Druck­aus­ga­be der "Ber­li­ner Mor­gen­post" etwas über das Open-Air-Kon­zert einer angeb­li­chen "Staats­oper für alle" zu erfahren:

»… Lan­ge Schlan­gen bil­den sich Unter den Lin­den… Die stren­gen Kon­trol­leu­re sind freund­lich und sanft­mü­tig mit dem drän­gen­den Publi­kum, aber sie sind deut­lich in der Unter­zahl. Irgend­wann über­ren­nen Besu­cher den Kon­troll­punkt auf der rech­ten Sei­te, um noch recht­zei­tig ihren Sitz­platz zu erreich­ten…

3 Antworten auf „"Jo ho! Tralalalala!" – 3G-Gäste randalieren“

  1. oT.: @aa: Wir sind bereits ALLE geimpft…

    …und zwar von Geburt an mit Grund­rech­ten. Hier beein­dru­cken­der ein Gast­kom­men­tar auf der​stan​dard​.at von Heri­bert Prantl:

    Mit Grund­rech­ten geimpft: Zeit, in der Coro­na-Debat­te abzurüsten

    Die soli­da­ri­sche Gesell­schaft ist auch für jene da, die tat­säch­lich oder angeb­lich falsch­lie­gen. Und wer die Imp­fung ablehnt, ist auch nicht gleich ein Staatsfeind

    Heri­bert Prantl, ehe­ma­li­ger Lei­ter der Res­sorts Innen­po­li­tik und Mei­nung sowie Mit­glied der Chef­re­dak­ti­on der "Süd­deut­schen Zei­tung", warnt in sei­nem Gast­kom­men­tar davor, in der Coro­na-Kri­se Grund­rech­te zur Dis­po­si­ti­on zu stellen.

    Man kommt geimpft auf die Welt. Man kommt auf die Welt und ist von da an und zeit­le­bens geimpft mit Grund­rech­ten. Man hat sie von Anfang an, man hat sie, weil man Bür­ge­rin oder Bür­ger, man hat sie, weil man Mensch ist. Grund­rech­te sind im demo­kra­ti­schen Rechts­staat kei­ne Pri­vi­le­gi­en, die man sich erst durch ein bestimm­tes Han­deln oder durch ein bestimm­tes Ver­hal­ten ver­die­nen kann oder ver­die­nen muss.

    Grund­rech­te sind kei­ne Beloh­nung, kei­ne Gra­ti­fi­ka­ti­on, kein Bonus, kein 13. Monats­ge­halt. Sie sind ein­fach da, jeder hat sie, jeder darf sie in Anspruch neh­men. Sie gel­ten unab­hän­gig vom Alter, unab­hän­gig vom Ein­kom­men, unab­hän­gig von Rang und Haut­far­be, unab­hän­gig von Glau­ben und Welt­an­schau­ung, unab­hän­gig vom Gesund­heits­zu­stand und vom Intel­li­genz­quo­ti­en­ten. Der Mensch ist von Anfang an mit Grund­rech­ten geimpft. Es ist dies ein Schutz, der da ist und da bleibt, wie immer das Leben eines Men­schen ver­läuft, wel­ches Leben er auch lebt.

    Im Staat der Pan­de­mie ist das anschei­nend anders. Da ist man nicht von vorn­her­ein und für immer mit Grund­rech­ten geimpft, da wird man für die Grund­rech­te geimpft. Man muss sich mit Biontech oder Astra Zene­ca imp­fen las­sen, um die Grund­rech­te voll und ganz in Anspruch neh­men zu dür­fen. Wer sich nicht imp­fen lässt – der wird zwar nicht fest­ge­hal­ten und zwangs­ge­spritzt, er wird aber gedrängt und gezwie­belt. Er wird von der gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be mehr und mehr prak­tisch aus­ge­schlos­sen. Das All­tags­le­ben öff­net sich nur noch den Geimpf­ten und den Gesun­de­ten – den Unge­impf­ten allen­falls und viel­leicht dann, wenn sie sich tes­ten las­sen. Für Unge­impf­te soll es in Deutsch­land auch kei­ne Lohn­fort­zah­lung mehr geben, wenn sie in Qua­ran­tä­ne müs­sen, weil ihr Kind sich in der Schu­le Coro­na ein­ge­fan­gen hat. Es gibt For­de­run­gen, dass Unge­impf­te, wenn sie ins Kran­ken­haus müs­sen, dafür einen Eigen­bei­trag zah­len müs­sen, "Selbst­be­halt für Nicht­ge­impf­te" heißt es in Österreich.

    Es ent­steht eine finan­zi­el­le Impf­pflicht. Wer sich nicht imp­fen lässt, soll ble­chen. Wer nicht hören will, muss füh­len: Weil er sich nicht soli­da­risch ver­hält, wird er aus der Soli­dar­ge­mein­schaft ver­sto­ßen. Das Argu­ment lau­tet: War­um soll die Gesell­schaft der Geimpf­ten, die, die sich nicht mehr tes­ten las­sen muss und die kei­ne Qua­ran­tä­ne mehr braucht, war­um soll sie für die ande­ren, für die Nicht­ge­impf­ten, zah­len? War­um? Weil das unse­re Gesell­schaft ausmacht.

    "Mit Hau­drauf, Bedrän­gen, Beschimp­fen und Belei­di­gen gelingt das Wer­ben für das Imp­fen auch nicht. Das gelingt mit klu­ger Auf­klä­rung, wie das einst bei der Kin­der­läh­mung gelang."

    Die soli­da­ri­sche Gesell­schaft ist nicht nur für die da, die angeb­lich alles rich­tig machen. Sie ist auch für die da, die echt oder angeb­lich eini­ges falsch machen. Soli­da­ri­tät hängt nicht davon ab, dass der, der Hil­fe braucht, sich so ver­hält, wie es sich die ande­ren erwar­ten. Das Spi­tal ist daher auch für den geöff­net, der betrun­ken an den Baum gefah­ren ist. Das Spi­tal behan­delt auch den, der sich sel­ber vor­sätz­lich ver­gif­tet hat. Und die Was­ser­wacht ret­tet auch den, der ver­bo­te­ner­wei­se ins Was­ser gesprun­gen ist. Die Gesell­schaft ver­ab­schie­det sich von die­ser Soli­da­ri­tät, wenn sie den schnei­det und schur­igelt, der sich nicht imp­fen lässt – obwohl es ja angeb­lich kei­ne Impf­pflicht gibt.

    Etli­che Staa­ten in Euro­pa haben eine Impf­pflicht für bestimm­te Grup­pen ange­ord­net: für Lehr­per­so­nal, für Pfle­ge­per­so­nal, für alle, die im Gesund­heits­we­sen arbei­ten. Dar­an knüp­fen sich frei­lich eini­ge Fra­gen: Dür­fen dann Leh­rer nicht mehr unter­rich­ten, bis sie geimpft sind? Wird das Gehalt des unge­impf­ten Per­so­nals gekürzt? Trifft sie qua­si dann eine Art Berufs­ver­bot? Und: Wenn eine Impf­pflicht für bestimm­te Berufs­grup­pen ein­ge­führt wird, erhöht das nicht den Wider­stand der­je­ni­gen, für die kei­ne Pflicht besteht? Ich den­ke: Miss­trau­en, Bequem­lich­keit und dif­fu­se Angst löst man nicht mit Zwang auf, son­dern mit über­zeu­gen­der Kommunikation.
    Kein pro­ba­tes Mittel

    Das Coro­na-Den­ken ist dabei, die Indi­vi­du­al­grund­rech­te zu ver­ge­mein­schaf­ten und der Volks­ge­sund­heit unter­zu­ord­nen. Die Indi­vi­du­al­rech­te wer­den kol­lek­ti­viert. Der ein­zel­ne Mensch und sei­ne Rech­te tre­ten zurück hin­ter dem Gro­ßen und Gan­zen, hin­ter kol­lek­ti­ven Wer­ten. Ein frei­heits­feind­li­cher Zeit­geist dis­kre­di­tiert Grund­rech­te als Ego­is­ten­rech­te. Das ist falsch. Es sind schlicht Rech­te, die vor­aus­set­zungs­los gel­ten, für jeden; man kann und muss sie sich nicht erwer­ben, auch nicht durch eine Imp­fung. Sie gel­ten für Geimpf­te und Ungeimpfte.

    Die Gefahr in der Gefahr sehe ich dar­in: Die Men­schen wer­den dar­an gewöhnt, dass hef­ti­ge Ein­schrän­kun­gen der Grund- und Bür­ger­rech­te zu den Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien einer Kri­se gehö­ren – und dass das Unver­hält­nis­mä­ßi­ge in Kri­sen als ver­hält­nis­mä­ßig gilt. Die Begleit­me­lo­die dazu lau­tet: Man kann sich ja die Grund­rech­te durch ein bestimm­tes Ver­hal­ten wie­der ver­die­nen. Die Indi­vi­du­al­grund­rech­te wer­den aber auf die­se Wei­se nicht nur ein­ge­schränkt, sie ver­än­dern auch kom­plett ihren Charakter.

    Ich bin ganz ein­dring­lich für das Imp­fen, aber gegen die Impf­pflicht. Eine Impf­pflicht ist kein pro­ba­tes Mit­tel, um Men­schen vom Sinn einer Imp­fung zu über­zeu­gen, zumal dann nicht, wenn die Poli­tik mona­te­lang ver­si­chert hat, dass sie nicht kommt. Mit Hau­drauf, Bedrän­gen, Beschimp­fen und Belei­di­gen gelingt das Wer­ben für das Imp­fen auch nicht. Das gelingt mit klu­ger Auf­klä­rung, wie das einst bei der Kin­der­läh­mung gelang. Man darf Geg­ner einer Impf­pflicht auch nicht ein­fach pau­schal als "Impf­geg­ner" abser­vie­ren. Vie­le haben gar nichts gegen Imp­fung, sind sel­ber geimpft, also gewiss kei­ne Impf­geg­ner. Sie haben aber etwas gegen staat­li­chen Zwang – sie sind also Zwangs­imp­fungs­geg­ner. Das ist etwas anderes.
    Die Gesell­schaft locken

    Und wer eine Imp­fung aus irra­tio­na­len Ängs­ten her­aus ablehnt, der ist des­we­gen kein Ver­fas­sungs­feind. Es ist auch der­je­ni­ge kein Ver­fas­sungs­feind, der einem pater­na­lis­ti­schen Staat miss­traut, der also befürch­tet, dass die Für­sorg­lich­keit des Staats obses­siv und dau­er­grund­rechts­be­drän­gend wer­den könnte.

    Es ist Zeit für Abrüs­tung in der Coro­na-Debat­te. Abrüs­tung, Auf­klä­rung und Ach­tung der Grund­rech­te. Das ist die Drei-A-Regel für die kom­men­den Mona­te. Und man soll­te die gan­ze Gesell­schaft locken: Wenn eine Impf­ra­te von 85 Pro­zent erreicht ist, fal­len alle Beschrän­kun­gen, alle Coro­na-Regeln, alle Mas­ken­pflich­ten weg. Dann ist, sozu­sa­gen, Weih­nach­ten. (Heri­bert Prantl, 18.9.2021)

    Quel­le: https://​www​.der​stan​dard​.at/​s​t​o​r​y​/​2​0​0​0​1​2​9​7​3​6​7​4​2​/​m​i​t​-​g​r​u​n​d​r​e​c​h​t​e​n​-​g​e​i​m​p​f​t​-​z​e​i​t​-​i​n​-​d​e​r​-​c​o​r​o​n​a​-​d​e​b​a​t​t​e​-​a​b​z​u​r​u​e​s​ten

    😎
    Wal­ter aka Der Ösi

  2. Du mei­ne Güte, Sanft­mut kann man sich doch nur bei Über­zahl der Ord­nungs­kräf­te leis­ten. Wenn man in der Unter­zahl ist, dann braucht man schwe­re Bewaff­nung und här­tes­tes Durchgreifen.
    Das wuss­ten schon die christ­li­chen Kreuzfahrer.

    Aber ein schö­nes Bild: da über­ren­nen die bar­ba­ri­schen Hor­den die rech­te Flan­ke (nicht Sei­te, immer die­se Unge­dien­ten), wie wei­land die Kar­tha­ger am Tra­si­me­ni­schen See die Römer überraschten.

    Was wur­de in der Staats­oper wohl gespielt? Preu­ßens Gloria? 😀

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