Kinder als Opfer der Leopoldina-Empfehlungen

"Wenn Eltern über­for­dert wer­den" heißt der Titel eines Arti­kels auf faz​.net vom 20.12. (Bezahl­schran­ke). Es geht dar­in auch um Kinder:

»Etwa 20 bis 30 Pro­zent der Kin­der erfah­ren bis zu ihrem eige­nen Erwach­se­nen­wer­den, dass sich die Eltern tren­nen. Die­se Kin­der zu bit­ten, sich auch aus ihrer Kern­fa­mi­lie und ihrem „eige­nen“ Haus­halt zurück­zu­zie­hen und „alle Kon­tak­te außer­halb des eige­nen Haus­halts zu unter­las­sen“, wie es die Natio­na­le Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Leo­pol­di­na in ihrer aktu­el­len Stel­lung­nah­me ver­langt, ist ein miss­ver­ständ­li­ches Signal. Etwas zuge­spitzt könn­te man behaup­ten, dass Kin­der impli­zit dazu auf­ge­for­dert wer­den, den Kon­takt zum getrennt leben­den Eltern­teil ein­schla­fen zu las­sen bzw. der Pan­de­mie zu opfern.«

Zuvor wur­de ein Grund benannt:

»Die Rhe­to­rik und Rege­lun­gen der Pan­de­mie sind, wie dies vom Wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat für Fami­li­en­fra­gen des Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­ums in ver­schie­de­nen Stel­lung­nah­men bereits mehr­fach unter­stri­chen wor­den ist, durch­zo­gen von einem über­kom­me­nen Bild der hei­len Kern­fa­mi­lie, bestehend aus Mut­ter, Vater, Kind(ern), die zusam­men in einem Haus­halt woh­nen. In die­se Keim­zel­le der Gesell­schaft sol­le man sich wäh­rend der Pan­de­mie bit­te zurück­zie­hen! Dass mitt­ler­wei­le das Fami­li­en­le­ben durch Diver­si­tät geprägt wird und sich Fami­lie zumal auf Grund von Tren­nung und Schei­dung über ver­schie­de­ne Haus­hal­te erstre­cken kann, ver­misst man nicht nur schmerz­lich in der aktu­el­len Debat­te, son­dern vor allem in den wohl­ge­mein­ten Empfehlungen.«

Ein­ge­lei­tet wur­de der Arti­kel mit einem Stimmungsbild:

»„Könnt ihr bit­te lei­ser sein! Ich bin mit­ten in einer Video-Kon­fe­renz. Es muss ja nicht jeder wis­sen, wie tur­bu­lent es bei uns zu Hau­se abgeht!“ brüllt es aus dem Schlaf­zim­mer, das immer weni­ger wie ein Schlaf­zim­mer aus­sieht, son­dern immer mehr einem Klein­raum­bü­ro mit unpro­fes­sio­nell ver­leg­ten Elek­tro- und LAN-Kabeln ähnelt. Wäh­rend sich mei­ne Frau im Schlaf­zim­mer aus­ge­brei­tet hat, habe ich in der Küche mit mei­nem Lap­top Stel­lung bezo­gen habe. Eigent­lich war es bis vor kur­zem fast schon ein aus­ge­klü­gel­tes Sys­tem, das aber arg ins Wan­ken gera­ten ist, seit­dem Schu­len und Kitas wie­der zu sind. „Könn­tet ihr bit­te ein biss­chen lei­ser sein?“, ver­su­che ich mit mög­lichst gedämpf­ter Stim­me Rich­tung Kin­der­zim­mer zu rufen. Ich klap­pe mei­nen Lap­top zu; einen kla­ren Gedan­ken kann ich momen­tan ohne­hin nicht fas­sen. Inner­lich wächst der Druck, wenn ich dar­an den­ke, dass ich den Pro­jekt­be­richt mor­gen abschlie­ßen muss. Jetzt, wo Kitas dicht gemacht haben, wird es wie­der ein logis­ti­scher Kraft­akt wer­den, der uns an die Gren­zen bringt, wie im Früh­jahr. Hof­fent­lich blei­ben Kitas und Schu­len nicht so lan­ge zu wie damals, wir gehen jetzt schon auf dem Zahnfleisch.«

Eine Antwort auf „Kinder als Opfer der Leopoldina-Empfehlungen“

  1. 6. 5.21, aus der Pres­se­mit­tei­lung der Anwalts­kanz­lei Borg­mei­er, die per News­let­ter ver­sandt wur­de, "Unter­halts­zah­lun­gen in Zei­ten von Coro­na – Rechts­an­walt Mar­kus Min­gers klärt auf"

    "Lie­bes Redaktionsteam,
    ganz gleich ob durch län­ger­fris­ti­ge Kurz­ar­beit oder im schlimms­ten Fall durch Arbeits­lo­sig­keit – die Covid-19-Pan­de­mie sorgt bei vie­len Men­schen für finan­zi­el­le Ein­bu­ßen. Lau­fen­de Kos­ten wie bei­spiels­wei­se Unter­halts­zah­lun­gen belas­ten dabei zusätz­lich den Geld­beu­tel. Doch was pas­siert bei dro­hen­der Zah­lungs­un­fä­hig­keit? Kön­nen Unter­halts­zah­lun­gen auf­grund der Covid-19-Pan­de­mie vor­rü­ber­ge­hend aus­ge­setzt oder gekürzt wer­den? Wie wirkt sich der Kin­der­bo­nus auf die Unter­halts­pflicht aus? Muss auf Erspar­tes zurück­ge­grif­fen wer­den? Und wie sieht es recht­lich aus?
    Sie sind aktu­ell auf der Suche nach einem Exper­ten, der Ihnen die­se Fra­gen beant­wor­ten kann? Sie wün­schen sich ein Inter­view, State­ment oder einen O‑Ton zum The­ma Unter­halt, Coro­na und Kinderbonus?
    Unser Exper­te Mar­kus Min­gers, Grün­der der Min­gers. Rechts­an­walts­ge­sell­schaft und Rechts­an­walt für Ver­brau­cher­recht, steht Ihnen hier ger­ne zur Verfügung.
    Ger­ne kön­nen Sie mich kon­tak­tie­ren und wir spre­chen indi­vi­du­el­le The­men und Ter­mi­ne für Sie ab. Natür­lich besteht auch die Mög­lich­keit einen Gast­bei­trag für Sie auszuarbeiten.
    Ich freue mich auf Ihr Feedback!
    Herz­li­che Grüße
    Micha­el Trzensimiech"

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