Klaus Maria Brandauer: "Ich mache das, was Regierungen und Virologen sagen"

»Zum Jahresauftakt blick­te der öster­rei­chi­sche Schauspieler Klaus Maria Brandauer (77) im Interview mit der "Bild am Sonntag" auf das ver­gan­ge­ne her­aus­for­dern­de 2020 zurück. "Es geht mir eigent­lich ganz gut. Obwohl ich weiß, dass wir mit die­ser Pandemie nur sehr, sehr schwer fer­tig­wer­den und dass es län­ger dau­ern wird, als wir alle zunächst glau­ben konnten."

Dennoch ver­hal­te er sich über­aus kor­rekt, wie er beton­te: "Bei all mei­nem Freiheitsbedürfnis habe ich fest­ge­stellt, dass ich auch ein sehr guter Untertan sein kann. Ich mache tat­säch­lich das, was die Regierung und die Virologen sagen." So macht es für ihn auch kei­nen Sinn, sich hier quer zu stel­len. "Ich ver­ste­he die­je­ni­gen nicht, die sich nicht an Regeln hal­ten wol­len. Sich selbst und die ande­ren zu schüt­zen, soll­te selbst­ver­ständ­lich sein."

Die coro­nabe­ding­te Zwangspause hat­te aber auch posi­ti­ve Seiten: "Ich mache vie­le Spaziergänge. Und ich habe wie­der ange­fan­gen zu lesen und mir Bücher, die ich schon kann­te, erneut vor­ge­nom­men. Es war trotz der Umstände ein pracht­vol­ler Sommer auf dem Land, der Herbst war auch in Ordnung. Nun sind wir wie­der in Wien und schau­en wei­ter."«
(kurier.at)

32 Antworten auf „Klaus Maria Brandauer: "Ich mache das, was Regierungen und Virologen sagen"“

    1. … ali­as Klaus Georg Steng, hat einen klei­nen Sohn von 6 Jahren. Das wäre eigent­lich ein Anlass, sich doch dafür zu inter­es­sie­ren, wie es in Zukunft weitergeht.

  1. Ein Freund schrieb mir heu­te dies: 

    „Guten Morgen, auf­grund der neu­en Datenschutzbestimmungen wer­de ich mich von WhatsApp, Facebook, Instagram sowie Twitter ver­ab­schie­den. Zukünftig wer­de ich noch über Threema, Signal oder Telegram erreich­bar sein“ 

    Vielleicht kann aa dar­über mal einen Artikel schreiben? 

    Auch Apple zickt. Schreibt Parler (in den USA wohl die Alternative zu Twitter) vor, die Datenschutzbestimmungen anzu­pas­sen, sonst flie­gen sie aus dem AppStore.

    1. Ihr müsst kom­plett aus den soge­nann­ten Sozialen Medien raus­ge­hen, auf­hö­ren zu tele­fo­nie­ren, rea­le Treffpunkte fin­den und das Smartphone zu Hause las­sen. Alles ande­re funk­tio­niert wie Facebook, Whatsapp, Skype, Twitter nur mit einem ande­ren Geheimdienst-Mix. Abgesehen davon, dass ihr alles über Euch aus­plau­dert, begebt ihr Euch in eine Skinner-Box.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Skinner-Box

    2. Um das Ganze zu erklären:

      Auf Englisch gibt es den Ausdruck "to play both sides against the middle"
      https://idioms.thefreedictionary.com/play+both+ends+against+the+middle

      Parler (und Donald Trump) wer­den unter­stützt von Rebekah Mercer
      "Rebekah Mercer wur­de als zwei­te von drei Töchtern des Informatikers und spä­te­ren Hedgefonds-Managers und Multimilliardärs Robert Mercer und des­sen Frau Diana (geb. Dean) gebo­ren." Robert Mercer lei­te­te Renaissance Technologies

      Robert and Rebekah Mercer sind die Masterminds hin­ter Trump, Breitbart News, Steve Bannon …

      Ins Rampenlicht wur­den sie gezerrt durch den für unwahr­schein­lich gehal­te­nen Sieg Donald Trumps, der ermög­licht wur­de durch über­le­ge­ne Manipulation des ame­ri­ka­ni­schen Wahlsystems und Cambridge Analytica.
      Cambridge Analytica wur­de von Robert Mercer finanziert.
      Natürlich pro­fi­tiert ein Hedgefond von jeder Art von Chaos.
      Robert Mercer pro­fi­tiert von der der­zei­ti­gen Situation genau wie Amazon genau wie George Soros wie Mark Zuckerberg.
      https://www.independent.co.uk/news/long_reads/silicon-valley-spooks-super-rich-21st-century-facebook-cambridge-analytica-a8287731.html
      aus 2018
      How Silicon Valley, spooks and the super rich took con­trol of the 21st century
      "However, the real sto­ry is much big­ger than the fall­out from the Trump elec­tion and the Brexit vote. It is a sto­ry that extends bey­ond a limi­ted set of play­ers in Silicon Valley and the bil­lion­aire super class. It encom­pas­ses governments, the mili­ta­ry and intel­li­gence agen­ci­es intent on explo­i­t­ing the inter­net and social media for sur­veil­lan­ce, con­trol and mani­pu­la­ti­on of citi­zens and societies.

      mana­ged democracy …

      The US mili­ta­ry and CIA deploy­ed psy­cho­lo­gi­cal ope­ra­ti­ons (mass pro­pa­gan­da indu­ced through emo­ti­ons) across the world in various thea­tres ran­ging from the wars in Korea and Vietnam to Central America during the Cold War. The only dif­fe­rence today is that the inter­net has beco­me the new play­ground for 21st cen­tu­ry psy­cho­lo­gi­cal operations.
      .…
      In fact, Silicon Valley has incre­a­singly beco­me part of the mili­ta­ry-indus­tri­al com­plex sel­ling its tech­no­lo­gies to US mili­ta­ry, intel­li­gence and law enfor­ce­ment agencies.
      .…
      Data-mining tech com­pa­ny Palantir was co-foun­ded by Trump donor and back­er Peter Thiel. Palantir’s advi­sers inclu­de Condoleezza Rice and for­mer CIA direc­tor George Tenet. Its cus­to­mers inclu­de the NSA, FBI and CIA due to the fact that it is a lea­der in the field of mining mas­si­ve data sets. It has been deploy­ed by the Marines in Afghanistan and in the Mexican drug war. Its com­mer­cial cli­ents inclu­de Bank of America, JPMorgan, News Corp and phar­maceu­ti­cal firms.

      Peter Thiel is a Silicon Valley tech bil­lion­aire, who also co-foun­ded PayPal as a sys­tem of elec­tro­nic pay­ment. He went on to give Mark Zuckerberg the first out­side invest­ment in Facebook con­sis­ting of a half-mil­li­on-dol­lar loan later con­ver­ted into a 7 per cent owners­hip sta­ke and a seat on the board. Thiel’s hedge fund Clarium Capital Management had assets of more than $7bn befo­re the finan­cial crisis."

      Der zitier­te Artikel ist span­nend, es lohnt sich, ihn ganz zu lesen (benutzt ein Übersetzungs-Tool falls ihr es braucht).

      QAnon und Antifa sind bei­de Geheimdienst-gesteu­ert, der Sturm auf den Reichstag mit Reichsflaggen wirkt nicht umsonst wie die Vorlage des Sturms auf den US-Kongress mit Wikinger-Kostüm. Sie sind eine Visualisierung der de-fac­to Auflösung der natio­na­len Parlamente. Twitter ist wie Parler ist wie Facebook ist wie Whatsapp ist wie Telegram.

      Werft Euer Smartphone weg. Das trifft sie wirklich.

  2. Priviligierte Bürger haben es ein­fa­cher ein guter "Untertan" zu sein. Wie heuchlerisch.
    Und unter­tä­nig bin ich nie­man­dem nur der Natur vor der ich gro­ßen Respekt habe.

  3. "Warum habt ihr damals nichts dage­gen gemacht?"
    Diese Frage haben sicher manch Jüngere ihren Eltern und Großeltern gestellt.
    So lang­sam ver­ste­he ich, warum.

    1. @Ernst Stössel
      In der Tat ist das eine posi­ti­ve Seite des­sen, was gera­de abläuft: nach­voll­zie­hen zu kön­nen, wie das damals funk­tio­niert hat. 

      Mir per­sön­lich hat das die Gelegenheit gege­ben mich mit mei­nem Vater zu ver­söh­nen, der glück­li­cher­wei­se noch lebt und trotz sei­ner 90 Jahre geis­tig noch fit genug ist, das zu verstehen.

  4. Brandauer (Zitat) "… habe ich fest­ge­stellt, dass ich auch ein sehr guter Untertan sein kann. Ich mache tat­säch­lich das, was die Regierung und die Virologen sagen. …"

    Pfui! Mitläufer, Mitläufer, Miiitläufer! Bäh!

  5. Schade. Der Mann ist am Ende sei­nes Lebens, hat finan­zi­ell aus­ge­sorgt und konn­te sein gan­zes Leben lang die Freiheit im Übermaß genie­ßen. Jetzt wo's kör­per­lich eh nicht mehr so gut klappt, und der eige­ne Narzissmus die­se Erkenntnis – und die, irgend­wann ster­ben zu müs­sen – ver­drän­gen muss, ist das "gehor­chen" und zuhau­se sit­zen, das Baden des Intellekts in dem von Oben ver­ord­ne­ten Luxus in der Literatur ver­sin­ken und aus­g­dehnt spa­zie­ren zu kön­nen, sicher wenn auch ver­mut­lich unbwusst, gera­de zu will­kom­men und eine gute Rechtfertigung des Über-Ichs fürs eine Situation die dem Ego ent­ge­gen steht.
    Ob er mit Anfang 20 genau so den bra­ven Untertan gege­ben hät­te, wenn er damals Reise und Berufsverbot ver­ord­net bekom­men hät­te und am Hungertuch hät­te nagen müs­sen, ohne Perspektive dass Seine Kunst jemals wie­der gebraucht oder gese­hen wer­den wür­de? Man weiss es nicht… Schade nur. Ich hielt ihn immer für einen inte­gren, klar den­ken­den, Mann. Aber ver­mut­lich ist er auch nur einer der­je­ni­gen den die Geschichte als unbe­deu­ten­den Mitläufer mit der Fußnote "einer der Meschenfreunde mit dem Motto: nach mir die Sintflut" ver­schlin­gen wird.

    1. Vermutlich hat er sich kaum ändern müs­sen. Ich hin­ge­gen, Ende 30, war 'ne ein Partymensch, habe aber immer viel Sport gemacht, d.h. Basketball, in der Halle mit ande­ren Menschen. 

      Sicherlich fällt mir nicht die Decke auf den Kopf, da ich auch ger­ne lese, Musik höre (gera­de läuft Bruckners Fünfte) und ich habe auch kei­ne Gehaltseinbußen, da ich pro­gram­mie­re. Aber mir ist klar, wel­che Auswirkungen das auf ande­re Lebens- und Arbeitsmodelle hat. Ich kann doch nicht von mir aus­ge­hen. Es wird auch mich beruf­lich tref­fen, da bin ich mir sicher, wenn die Insolvenzwelle kommt und mei­ne Firma dann Zahlungsausfälle hat und ande­re Unternehmen die Schatulle geschlos­sen hal­ten und wir es schwer haben, an Aufträge zu kom­men. Ich bin nicht in einer rei­nen IT-Firma, son­dern habe auch mit Elektronikern zu tun. Da war Kurzarbeit ange­sagt, weil die ja vor Ort bei den Kunden sein müs­sen und nicht wie ich von zu Hause arbei­ten können.

  6. Brandauer ist Oesterreicher und wur­de katho­lisch erzo­gen. Er konn­te, so zeigt es sich, sich nicht von sei­ner Erziehung emanzipieren.

    Und wer das kann, das ist die Frage. Ich ver­wei­se auf Wilhelm Reich's 'Massenpsychologie des Faschismus'. Noch hat kaum jemand eine Reich'sche 'Therapie' hin­ter sich, auch wenn es da diver­se Alternativen gibt, wobei es da eine Kombination braucht an 'Methoden'.

    Und rein über den Intellekt geht es nicht.

    Da fällt mir ein noch, dass ich mal bei einem Psychologen auf Drewermann und sei­ner Kritik an der katho­li­schen Kirche als Ueberichreligion zu spre­chen kam. Er mein­te, er hal­te nicht viel von Drewermann. Auf mei­ne Frage nach dem 'Warum' mein­te er: 'Na, neh­men Sie doch mal das mit der Ueber-Ich-Religion, als ob es noch eine ande­re Art der Religion gäbe. Religion ist Ueberich.'

    Tja, und das Ich ist dem Ueber-Ich sein Untertan. Und der Herr Brandauer ist halt katho­lisch erzo­gen und Bücherlesen allei­ne hilft nicht…

  7. Vielleicht ist es auch Sarkasmus. Je nach­dem, wie man es mit Betonung und wie­ne­risch liesst. Davon ver­steht die Journaille (klingt wie Kanaille) nichts.
    Was ist schon der Kurier?

  8. Richard Dehmel hat­te da aller­dings ganz gut gedichtet:

    Selbstzucht

    Mensch, du sollst dich selbst erziehen.
    Und das wird dir Mancher deuten:
    Mensch, du mußt dir selbst entfliehen.
    Hüte dich vor die­sen Leuten!

    Rechne ab mit den Gewalten
    in dir, um dich. Sie ergeben
    zwei­er­lei: wirst Da das Leben,
    wird das Leben dich gestalten?

    Mancher hat sich selbst erzogen;
    hat er auch ein Selbst gezüchtet?
    Noch hat kei­ner Gott erflogen,
    der vor Gottes Teufeln flüchtet.

    1. "Ich wuss­te immer schon, dass Brandauer der Mephisto ist."
      Aber ein missrabler.
      Vom Brandauer kön­nen Sie nichts ande­res erwar­ten. Für mich war das immer ein Schleimer und sehr schlech­ter Schauspieler.
      Sie haben doch gele­sen, was der von sich gibt. Er wid­met sich der Literatur und geht "spa­zie­ren auf sei­nen Grundstücken."
      Und erin­nern Sie sich nicht, wie er "Die Dreigroschenoper" zu schan­den gerit­ten hat?
      Dieser Mann ist ein baro­cker Burgschauspieler auf Lebenszeit. Mehr nicht!
      Von Brecht hat er kei­ne Ahnung. Und das hat er dann ja auch bewiesen.

      1. Brandauer war nur dort gut, wo er sich selbst spie­len konn­te wie z.B. in Mephisto. Dazu passt doch das Interview per­fekt, oder?
        Wie war das noch mal mit Gründgens, den Brandauer im Film ver­kör­pert? : Immer auf der für den Protagonisten rich­ti­gen Seite.…..

  9. Wenn er das doch wenigs­tens für sich behielte.
    Es ist so peinlich!
    Es klingt fast nach geschmier­ter Gefälligkeit, um sich den Lebensabend noch etwas mehr zu versüßen.….

    1. "Wenn Brandauer den Mephisto spielt, kann man den Eindruck kaum los wer­den, dass er auf der Bühne sich selbst spielt: Das Schmierige, Hinterhältige, auch Boshafte in sei­ner Rolle wie in sei­nem eige­nen Verhalten. "

  10. 'Mephisto' und 'Oberst Redl' – die Paraderollen von Brandauer. Das sagt wohl alles über einen Schauspieler, der nur dort wirk­lich gut ist, wo er sich selbst spie­len kann ..

  11. Nun, den Georg Elser hat Brandauer auch gespielt und es wäre sicher guter demo­kra­ti­scher Stil, wenn man/frau den Punkt mit ihm per­sön­lich dis­ku­tie­ren würde.

      1. Nö, Blöd-Zeitung und guter Stil schlie­ßen sich aus. Aber (auch) ich war spon­tan über­rascht von Brandauers Aussage, ken­ne ihn jedoch auch nur aus ein paar sei­ner Rollen, also nicht persönlich.

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