Konjunkturforscher: "Kein Biontech mehr für Ältere"

t‑online.de (10.5.)

Es steht schlecht um die Herde. Sagen die Modellierer, und die wer­den es wissen:

»Was passiert, wenn nur noch mit Biontech und Moderna geimpft wird?

Sollten die Deutschen die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson jetzt kom­plett ableh­nen, ver­zö­gert sich die Impfkampagne und damit das Ziel, eine Herdenimmunität gegen das Virus her­zu­stel­len. Würden nur noch Biontech und Moderna ver­impft, erhiel­ten bis Ende Juli um die 50 Prozent der Deutschen den vol­len Impfschutz von Erst- und Zweitimpfung. Für eine Herdenimmunität bräuch­te es aller­dings 70 Prozent voll­stän­dig geimpf­te Personen.

Einer Simulation des Zentralinstituts für die kas­sen­ärzt­li­che Versorgung (Zi) zufol­ge könn­ten bei einem Totalausfall von Astrazeneca und Johnson & Johnson alle Erwachsenen erst im November voll­stän­dig geimpft sein, statt wie bis­lang berech­net Ende September. Doch bereits die ers­te Impfdosis schützt vor einem beson­ders schwe­ren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung.«

Klar doch. Und die zwei­te vor einem ganz schwe­ren und die drit­te vor einem mit­tel­schwe­ren und die vier­te vor einem nor­mal schweren…

"Die Simulation ist allerdings ein vereinfachtes Modell und basiert auf den Lieferverträgen."

»Wenn alle bis­lang zuge­las­se­nen Impfstoffe auch genutzt wür­den, könn­ten bereits Anfang Juli alle Erwachsenen den ers­ten Piks erhal­ten haben. Auch das wür­de sich posi­tiv auf die Infektions- und Todeszahlen aus­wir­ken. Fallen Astrazeneca und Johnson & Johnson dabei kom­plett aus, wären wir erst Ende September an die­sem Punkt. Die Simulation ist aller­dings ein ver­ein­fach­tes Modell und basiert auf den Lieferverträgen. Es kann also durch­aus sein, dass alle Erwachsenen bereits vor November voll­stän­dig geimpft sein könn­ten, sofern alle dies auch wollten.

Eine Frage der Gerechtigkeit

In die­sen Berechnungen fehlt aber noch eine wich­ti­ge Gruppe: Kinder und Jugendliche. In abseh­ba­rer Zeit wird für sie nur Biontech zuge­las­sen wer­den. Das knap­pe Angebot des mRNA-Impfstoffs muss also auf noch mehr Menschen auf­ge­teilt wer­den. "Es ist frag­lich, ob es bis zum Sommer am Ende noch für die Kinder und Jugendlichen reicht, wenn Biontech wei­ter auch an Ältere geimpft wird", so Dullien…

"Solidarität von allen gefordert"

… Auch Dullien, der selbst jün­ger ist als 60 Jahre, ist bereits mit Astrazeneca geimpft. "Es ist eine Pandemie, die alle betrifft und die Solidarität von allen for­dert", sagt der Ökonom.«

Es ist wenigs­tens ehr­lich, einen Konjunkturforscher zu ethi­schen Problemen zu befra­gen. Den gan­zen Firlefanz mit VirologInnen und "Gesundheitsexperten" kam man sich spa­ren. Zynismus reicht.

It's the economy, stupid

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=KZWymq6HDMU

»… Die Krankenschwester kriegt 'n rie­sen Schreck
schon wie­der ist ein Kranker weg
sie ampu­tier­ten ihm sein letz­tes Bein
und jetzt kniet er sich wie­der mäch­tig rein
ja jetzt wird wie­der in die Hände gespuckt
wir stei­gern das Bruttosozialprodukt
ja ja ja jetzt wird wie­der in die Hände gespuckt…
«

6 Antworten auf „Konjunkturforscher: "Kein Biontech mehr für Ältere"“

  1. Gerade mal nach­ge­se­hen im Expertenpool: Dullien ist 46 Lenze.

    Der Lebenslauf:
    http://www.dullien.net/Dullien_lebenslauf.html
    Man hat es eben fall­wei­se nicht leicht als Eichhörnchen.…

    Mir gefiel beson­ders April-Juni 2004 Kurzzeitexperte bei der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) in Genf, Arbeit zu inter­na­tio­na­len Kapitalströmen und zu den makro­öko­no­mi­schen Perspektiven der chi­ne­si­schen Wirtschaft

    Spannendes Thema – aber lei­der nur Kurzzeit.… 😉

  2. Nach mehr als einem Jahr Pandemie immer­noch die Herdenimmunität?
    Wie oft hat eigent­lich inzwi­schen jeder schon­mal das Virus gehabt? Oder sucht es immer­noch gezielt Leute aus?
    Gegen wel­che der unzäh­li­gen Mutationen eigentlich?
    Gab es nicht schon­mal anno­da­zu­mal, so vor unend­lich lan­ger Zeit, mal sowas wie Grippe? Da wur­de doch schon­mal mit Herdenimmunität Erfahrungen gesam­melt. Drei Jahre spä­ter gab es dann die nächs­te Grippewelle.
    Die Suppe ist schon ein­ge­brockt, zum Glück ist sie nur lauwarm.

    "Die Simulation ist aller­dings ein ver­ein­fach­tes Modell und basiert auf den Lieferverträgen."
    Na end­lich mal wie­der eine 100% die Zukunft abde­cken­de "Simulation". Super, jetzt brau­chen wir alle also nur noch die "Simulation" abar­bei­ten, und schon liegt die "Simulation" genau rich­tig. Und ist ja auch so ein­fach abzu­ar­bei­ten. Los Leute, stellt euch nicht so an, haut euch die Spritze rein. Sonst gibt es wie­der nur eine ent­täusch­te "Simulation" mehr.
    Haben wir aber auch ein Glück das sich das Virus an die Lieferverträge hält und immer nur so gezielt aus­bre­chen will, dass es genau stimmt. Das Super-Hyper-Mega-Giga-Extrem-Heftig-Virus-Mutations-Teil hat echt Wundereigenschaften (in der "Simulation").

  3. „Wenn alle bis­lang zuge­las­se­nen Impfstoffe auch genutzt wür­den, könn­ten bereits Anfang Juli alle Erwachsenen den ers­ten Piks erhal­ten haben. Auch das wür­de sich posi­tiv auf die Infektions- und Todeszahlen aus­wir­ken. Fallen Astrazeneca und Johnson & Johnson dabei kom­plett aus, wären wir erst Ende September an die­sem Punkt. Die Simulation ist aller­dings ein ver­ein­fach­tes Modell und basiert auf den Lieferverträgen. Es kann also durch­aus sein, dass alle Erwachsenen bereits vor November voll­stän­dig geimpft sein könn­ten, sofern alle dies auch wollten.“

    würde(n) 2 x. könn­te / kann sein 3X, wären 1 x, sofern sie woll­ten! (bit­te nach­zäh­len) Was ist das für ´ne Aussage?

    "Es ist eine Pandemie, die alle betrifft und die Solidarität von allen fordert"

    Und des­halb stel­le ich mei­ne Impfdosen ganz soli­da­risch ande­ren zur Verfügung.

  4. Es gab Zeiten, wo "der Simulant" ein Schimpfwort wie Lügner war! Der dien­te auch schon Voltaire zu der Romanfigur: "Le mala­de imaginaire".
    Wikipedia:
    Als psy­cho­pa­tho­lo­gi­scher Fachbegriff ist Simulation das Vortäuschen von nicht vor­han­de­nen Symptomen eines Krankheitsbildes. Mit der Simulation ver­bun­den ist ein Krankheitsgewinn, zum Beispiel finan­zi­el­le Begünstigungen oder ver­mehr­te Aufmerksamkeit von Seiten der Umgebung.

    Der Begriff Simulation kann sowohl bewuss­tes als auch unbe­wuss­tes Simulieren bezeich­nen. So äußer­te Freud 1920: „Alle Neurotiker sind Simulanten, sie simu­lie­ren, ohne es zu wis­sen und das ist ihre Krankheit“.[3]

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