Linke: "Denkfaulheit, Opportunismus und ein Totalausfall"

Prof. Dr. Micha­el Klundt vom Fach­be­reich Ange­wand­te Human­wis­sen­schaf­ten an der Hoch­schu­le Mag­de­burg-Stend­al hat­te am 9.9. in der Kin­der­kom­mis­si­on des Deut­schen Bun­des­ta­ges u.a. konstatiert:

»„Die Covid 19-Pan­de­mie hat die sozia­le Pola­ri­sie­rung ver­stärkt“, stell­te Klundt fest. Fami­li­en sei­en unter Druck gera­ten. Das Kon­takt­ver­bot tref­fe beson­ders Arme, Obdach­lo­se und Flücht­lin­ge, Par­ti­zi­pa­ti­ons­mög­lich­kei­ten schwän­den. „Die Pri­vi­le­gier­ten konn­ten ihren Vor­sprung aus­bau­en, die bereits Benach­tei­lig­ten wer­den noch stär­ker benachteiligt.“«

Ein Video die­ser inter­es­san­ten Sit­zung gibt es hier ("Exper­ten rügen Be­schnei­dung von Kin­der­rechten wäh­rend Coro­na scharf"). Auf nach​denk​sei​ten​.de geht er mit Tei­len der Lin­ken hart ins Gericht:

»Wor­an liegt es, dass gera­de in die­ser Situa­ti­on kri­ti­sche Stim­men von lin­ker Sei­te feh­len, die die Maß­nah­men hinterfragen?

Das fra­ge ich mich auch den gan­zen Tag. Denk­faul­heit, Oppor­tu­nis­mus und ein Total­aus­fall fal­len mir da bei eini­gen wirk­lich wich­ti­gen Akteu­ren in Poli­tik, Medi­en und Wis­sen­schaft auf. 

Lei­der mein­ten sich offen­bar eini­ge an Robert Habeck ori­en­tie­ren zu müs­sen, als er sag­te, dass nun „nicht die Stun­de der Oppo­si­ti­on, son­dern die Stun­de der Ver­ant­wor­tung“ sei. Ein sehr pro­ble­ma­ti­scher Satz für die par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie, da er Oppo­si­ti­on als etwas schein­bar Ver­ant­wor­tungs­lo­ses dar­stellt und nicht als etwas für eine Demo­kra­tie Lebens­not­wen­di­ges. Dabei wäre eine offen­si­ve Lin­ke und ihre kla­re Kri­tik an den kata­stro­pha­len Arbeits‑, Eigen­tums- und Lern­be­din­gun­gen sowie den unter­schied­li­chen kapi­tal­kon­for­men Kri­sen­lö­sungs­mus­tern in einem teil­pri­va­ti­sier­ten und an Wett­be­werbs­kri­te­ri­en ori­en­tier­ten Gesund­heits- und Phar­ma­sys­tem so lebenswichtig.

Und gera­de für Lin­ke soll­te eigent­lich klar sein, dass selbst gleich­klin­gen­de Maß­nah­men in unter­schied­li­chen Gesell­schafts­sys­te­men meist Unter­schied­li­ches bedeu­ten. Kurz gesagt: Ein Lock­down in Kuba oder Chi­na bedeu­tet etwas ande­res als ein Lock­down in Kenia oder Deutsch­land, also in einem kapi­ta­lis­ti­schen Kon­text etwas ande­res, als in einem sich zum Sozia­lis­mus hin ent­wi­ckelnd wol­len­den Gesellschaftswesen.

Ist die Lin­ke in Sachen Coro­na zu „sys­tem­kon­form“?

Viel­leicht soll­te man das nicht gene­ra­li­sie­ren. Aber wer sich sei­ne Regie­rungs­be­tei­li­gungs­träu­me durch Unter­stüt­zer von Auf­rüs­tung und Angriffs­kriegs-Bünd­nis­sen auf Sei­ten der erwünsch­ten Traum­part­ner nicht madig machen las­sen will (geschwei­ge denn vom Cum-Ex- und Wire­card-Kanz­ler­kan­di­da­ten), schaut offen­bar auch an ande­rer Stel­le mal nicht so genau hin. Denn Dros­ten und Wie­ler nicht zu 100 Pro­zent nach­zu­be­ten, heißt doch nicht zwangs­läu­fig, Bhak­di und Wodarg zu glo­ri­fi­zie­ren. Es kann doch auch ein­fach hei­ßen, mal auf Stre­eck oder Kekulé zu hören oder All­men­din­ger oder die Autoren­grup­pe um Schrap­pe, Glaes­ke und ande­re Gesundheitswissenschaftler/innen oder den Nie­der­säch­si­schen Ethik­rat wenigs­tens ein­zu­be­zie­hen – geschwei­ge denn ande­re Medi­zi­ne­rin­nen, Kin­der­ärz­te, Psy­cho­lo­gin­nen, Päd­ago­gen und Kindheitswissenschaftlerinnen.

Und selbst wer das alles ablehnt und nur Dros­ten in allen (nicht nur viro­lo­gi­schen) Fra­gen um Coro­na gel­ten lässt, muss sich doch zumin­dest bewusst machen, dass die dar­auf basie­ren­den poli­ti­schen Maß­nah­men in Kran­ken­häu­sern, in Kitas, Schu­len, auf Sport­plät­zen, in Bus­sen und Bah­nen, an Arbeits­plät­zen kei­nes­wegs so ein­deu­tig und allei­ne von Dros­ten beur­teilt und ent­schie­den wer­den kön­nen. Wenn man jedoch Kon­tro­ver­si­tät und Plu­ra­li­tät ablehnt, kann man auch kaum über Jugend­hil­fe, Par­ti­zi­pa­ti­on und Kin­der­ar­mut dis­ku­tie­ren wollen.

Medi­en bezeich­nen Bür­ger, die die Maß­nah­men kri­ti­sie­ren, rasch als „Coro­na-Leug­ner“. Was ist Ihre Beob­ach­tung? Haben wir ein Pro­blem mit einer offe­nen Dis­kus­si­on um die Maßnahmen?

Zwei­fel­los kann, wer sich ernst­haft Sor­gen macht wegen auto­ri­tä­rer Ten­den­zen von Not­stands­ge­set­zen in einer Pan­de­mie, sei­nen Pro­test nicht ehr­lich vor­tra­gen neben Leu­ten, die ins­ge­heim bis ganz offen von einer faschis­ti­schen Not­stands-Dik­ta­tur träu­men. Davon abge­se­hen ist die Ver­dachts-Kul­tur in Deutsch­land gera­de wie­der sehr hoch­ge­schraubt, und zwar von allen Sei­ten. Ger­ne wer­den Ver­dachts-Argu­men­ta­tio­nen und mono­li­thi­sches Den­ken repro­du­ziert. Der Nazi-Vor­wurf wird von ver­schie­de­nen Sei­ten infla­tio­när gebraucht, jede Sei­te wirft der ande­ren Sei­te vor, „über Lei­chen“ zu gehen. Gegen­sei­ti­ge Unter­stel­lung von Eises­käl­te gegen­über den Opfern der jewei­li­gen Hand­lun­gen bzw. Pra­xen oder igno­rie­ren­de Hal­tun­gen herr­schen vor: Coro­na-Opfer ver­sus Kol­la­te­ral-Opfer von Coro­na-Maß­nah­men. „Wir“ sind „die“ Wis­sen­schaft – Ihr seid nur bös­wil­li­ge Scharlatane.

Wer aller­dings vehe­ment behaup­tet, vie­le der Coro­na-Toten sei­en doch gar nicht an, son­dern höchs­tens mit Coro­na gestor­ben (viel­leicht auch durch Fehl­be­hand­lung, man­geln­de Schutz­mit­tel und kaputt­ge­spar­te Gesund­heits­sys­te­me), darf zumin­dest nicht vor­schnell behaup­ten, dass rea­le oder erfun­de­ne tote Kin­der selbst­ver­ständ­lich ein­zig und allein durch Mas­ken getö­tet wur­den. Umge­kehrt, die Lei­chen der Kol­la­te­ral­schä­den schlicht leug­nend und über­ge­hend, dem (ein­ge­bil­de­ten) Feind/Kontrahenten aber sofort unter­stel­lend, ist eben­falls äußerst nied­ri­ges Diskurs-Niveau…

Sie sag­ten, der Dis­kurs ist nicht nur inner­halb der wis­sen­schaft­li­chen Com­mu­ni­ty ver­gif­tet, son­dern generell.

Abso­lut. Wie schon gesagt neh­men die gegen­sei­ti­gen Nazi-Vor­wür­fe über­hand – wohl­ge­merkt von bei­den Sei­ten. Wäh­rend die einen bei über 40.000 Demons­tran­ten nur die vier Reichs­kriegs­flag­gen am Ran­de und kei­nen ein­zi­gen, sich von Rechts­extre­mis­ten distan­zie­ren­den Demo-Red­ner sehen bzw. zei­gen, ver­mu­ten die ande­ren beim Medi­en-Main­stream gleich „Füh­rer­be­fehl“ und „Gleich­schal­tung“ (Dr. Fuell­mich in Anhö­rung des Coro­na-Aus­schuss), „Coro­na-Dik­ta­tur“ (Ken Jeb­sen), „Faschis­ti­sche Dik­ta­tur“ (Dr. Bodo Schiff­mann) und „Kin­der­mord durch Masken“.

Anders gesagt, ein eini­ger­ma­ßen ratio­na­les Gespräch, in wel­chem der eige­ne Irr­tum für mög­lich gehal­ten und dem Kon­tra­hen­ten zumin­dest for­mal zuge­stan­den wird, dass sei­ne Argu­men­ta­ti­on nicht zwangs­läu­fig falsch und nie­der­träch­tig moti­viert sein muss, kommt nicht mehr zustan­de (vgl. als Aus­nah­me das Streit­ge­spräch mit dem Ber­li­ner Innen­se­na­tor in der ZEIT v. 1.10.2020).

Auch als das so genann­te „Infek­ti­ons­schutz­ge­setz“ beschlos­sen wur­de, ging es rau zu.

Die Geg­ner rie­fen laut­hals und NS-ver­harm­lo­send „Ermäch­ti­gungs­ge­setz“, gleich­zei­tig aber berich­te­ten man­che Main­stream-Medi­en über die Pöbe­lei­en im Reichs­tags­ge­bäu­de durch AfD-Gäs­te so dra­ma­ti­sie­rend und eben­falls NS-ver­harm­lo­send, als sei­en die Hand­voll AfD-Brül­ler mit SA-Trup­pen und deren Ter­ror wäh­rend des Beschlus­ses zum his­to­ri­schen NS-Ermäch­ti­gungs­ge­setz 1933 gleich­zu­set­zen. Das Glei­che gilt selbst­ver­ständ­lich auch für diver­se Indienst­nah­men von Anne Frank oder Sophie Scholl. Sie mögen im einen oder ande­ren Fall begrün­de­ter sein oder nicht, pro­ble­ma­tisch sind sie alle­mal. Ob sie aller­dings aus­rei­chen, um alle soge­nann­ten Quer­den­ker als ver­kapp­te Rechts­extre­mis­ten dar­zu­stel­len, erscheint zumin­dest fraglich.

In die­sem Kli­ma ist die drin­gend ange­brach­te ratio­na­le Dis­kus­si­on über real vor­han­de­ne Ver­hält­nis­se kaum noch mög­lich, oder?

Natür­lich gibt es Sach­ver­hal­te, die jen­seits vom gro­ßen Ver­schwö­rungs­ge­dan­ken und jen­seits von Beschimp­fung und Ver­ach­tung dis­ku­tiert wer­den müss­ten. Allei­ne schon die Beto­nung von sozio-öko­no­mi­schen Inter­es­sen an der Ver­mark­tung von Test­ma­te­ri­al, Impf­stof­fen und Medi­ka­men­ten ist in einer kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft nicht von der Hand zu wei­sen. Und wenn die Frank­fur­ter Rund­schau vom 15.12.2020 über Recher­che­er­geb­nis­se berich­tet, wonach zehn­tau­sen­de Ärz­tin­nen und Ärz­te in Deutsch­land von der Phar­ma-Indus­trie „geför­dert“ wer­den, muss uns das alle in der gegen­wär­ti­gen Impf­hys­te­rie-Zeit auf­hor­chen las­sen – auch und vor allem im Inter­es­se der Unab­hän­gig­keit der Medi­zi­ner selbst. Man darf sol­che Per­spek­ti­ven nicht ein­fach mit der plat­ten Ent­geg­nung „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“, „Coro­na-Leug­ner“ oder „Covidi­ot“ abtun.

Maß und Ziel schei­nen auf bei­den Sei­ten abhan­den gekom­men zu sein?

So ist es. Die einen hän­gen also an den Lip­pen des gelern­ten Tier­me­di­zi­ners Lothar Wie­ler vom Robert Koch-Insti­tut und an denen des gelern­ten Bank­kauf­manns im Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um, Jens Spahn, als wären sie die ein­zi­gen sach­kun­di­gen Fach­leu­te in „Coro­na-Fra­gen“ auf der gan­zen Welt.

Und die anderen?

Die sehen sol­che Leu­te und füh­ren­de Akteu­re im Main­stream gemein­sam mit der Bill und Melin­da Gates Stif­tung sowie ande­ren Phar­ma-Indus­tri­el­len als Teil eines kor­rup­ten „Phar­ma-Tech-Kom­ple­xes“ – des­sen wirt­schaft­li­che Inter­es­sen trotz aller Wider­re­den auch nicht voll­stän­dig in Abre­de zu stel­len sind. Das berich­te­te übri­gens selbst der Deutsch­land­funk bis 2018 mehr­fach, hat das dann aber seit 2020 erstaun­li­cher­wei­se aus sei­nen Archi­ven gelöscht bzw. im Titel abge­än­dert (vgl. hier).

Wenn dann der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter uns stän­dig mit Cha­rak­ter­tests und Cha­rak­ter­fra­gen erzie­hen möch­te, aber anschei­nend nicht ein­mal sel­ber den „Cha­rak­ter“ hat, das Restau­rant zu infor­mie­ren, in dem er drei Tage vor sei­ner Posi­tiv­tes­tung geses­sen hat, wäre auch das kein beson­ders cha­rak­ter­vol­ler Infek­ti­ons­schutz. Und auch sei­ne Qua­ran­tä­ne in einer Dah­le­mer Mil­lio­nen­vil­la sah sicher­lich oben­drein etwas kom­for­ta­bler aus als die von betrof­fe­nen Kin­dern in engen Hoch­haus­sied­lun­gen von Mar­zahn oder Wed­ding. Auch das soll­te nicht igno­riert wer­den. Wir soll­ten in all die­sen Fra­gen die sozia­le Ungleich­heit und die sozia­le Fra­ge nicht ver­ges­sen. Unter­schied­li­che Maß­nah­men wir­ken auf unter­schied­li­che Grup­pen auch unterschiedlich…

Las­sen Sie uns noch­mal den Bogen zurück zum The­ma „Kin­der“ schla­gen. Haben Sie For­de­run­gen an die Poli­tik? Was müss­te jetzt zum Woh­le der Kin­der in der Coro­na-Kri­se getan werden?

Zu beob­ach­ten ist, wie Deutsch­land sich unter der Coro­na-Kri­se rück­wärts bewegt. Vie­le Mil­lio­nen Men­schen wer­den in Kurz­ar­beit geschickt. Durch das weg­fal­len­de Ein­kom­men ent­ste­hen ten­den­zi­ell Armuts­la­gen und sozia­le Pola­ri­sie­rung. Durch Coro­na­maß­nah­men wer­den die Bil­dungs­un­gleich­hei­ten noch zuneh­men. Hin­zu kommt, dass die in der Regel etwa 20 Pro­zent höhe­ren Ein­kom­men der Män­ner wie­der deut­li­cher an Bedeu­tung gewin­nen und die Re-Tra­di­tio­na­li­sie­rung geschlecht­li­cher Arbeits­tei­lung begüns­ti­gen. Eine Repri­va­ti­sie­rung sozia­ler Risi­ken wird beför­dert, wonach jeder sei­nes eige­nen gesund­heit­li­chen, fami­liä­ren und gesell­schaft­li­chen Glü­ckes Schmied sei. Dies sind ein­deu­ti­ge Hin­wei­se auf einen gesell­schaft­li­chen Rück­schritt im neo­li­be­ra­len Zeitalter.

Auch des­halb ist zunächst eine gründ­li­che und kri­ti­sche Ana­ly­se des vor­herr­schen­den Dis­kur­ses in Medi­en, Poli­tik und Wis­sen­schaft notwendig.

Dabei müs­sen die Per­spek­ti­ven und die Par­ti­zi­pa­ti­on der Kin­der in den Vor­der­grund rücken. Dar­an anknüp­fend gilt es, Kon­zep­te zur Armuts­be­kämp­fung zu ent­wi­ckeln. Wich­tig ist die För­de­rung sozia­ler Infra­struk­tur, das heißt zum Bei­spiel von Ver­ei­nen und Jugend­clubs, mit denen Kin­der und Jugend­li­che sich bes­ser ein­brin­gen und inte­grie­ren können.

Kon­kret heißt das, ers­tens Maß­nah­men gegen Armut und zur sozia­len Absi­che­rung der Kin­der und Fami­li­en zu ergrei­fen. Zwei­tens müs­sen die kin­der­recht­li­chen Prin­zi­pi­en des Kin­des­wohl­vor­rangs, des Schut­zes, der För­de­rung und vor allem der Betei­li­gung von Kin­dern, Jugend­li­chen und Jugend­ver­bän­den (wie­der) auf­ge­baut bzw. umge­setzt wer­den. Damit ver­bun­den sind drit­tens Maß­nah­men für einen (pan­de­mie­ge­rech­ten) Aus­bau der sozia­len Infra­struk­tur im Wohn­um­feld v. a. mit­tels Jugend­hil­fe und offe­ner Arbeit.

Anmer­ken möch­te ich noch: Dabei dür­fen wir zugleich den gesell­schafts­po­li­ti­schen Kon­text einer immer rei­cher wer­den­den Gesell­schaft nicht aus den Augen ver­lie­ren. Wenn wir dar­über reden, wie wir die Lebens­si­tua­ti­on von Kin­dern ver­bes­sern kön­nen, dann muss sich auch über Fra­gen von Macht und Herr­schaft aus­ein­an­der­ge­setzt wer­den. Es muss sich mit den Pro­fi­teu­ren der vor­han­de­nen neo­li­be­ra­len Ord­nung aus­ein­an­der­ge­setzt wer­den.«

10 Antworten auf „Linke: "Denkfaulheit, Opportunismus und ein Totalausfall"“

  1. Beid­sei­ti­ges Ver­ständ­nis ein­zu­for­dern, wenn die einen unter­drü­cken und Exis­ten­zen ver­nich­ten, aber die ande­ren unter­drückt und in ihrer Exis­tenz ver­nich­tet wer­den, ist gar nicht so wei­se, wie es sich aus dem eige­nen Mund anhö­ren mag.

    1. poin­tiert auf den punkt gebracht. und damit offen gelegt: inter­views wie das, sind eher teil des pro­blems, als des­sen lösung.

  2. Wenn Men­schen in einer Gesell­schaft zusam­men leben (müs­sen) kann es nicht falsch sein zu ver­lan­gen dass sie vor­aus­set­zungs­los mit­ein­an­der reden. Bzw. dass sie es so ein­rich­ten dass eben dies geht.
    An die­ser schlich­ten Ein­sicht führt mei­nes Wis­sens kein Weg vorbei.

  3. Hier auch wie­der ein Klas­si­ker der "Herrschende-Meinung-Gerechter-Diskurs"-Schlagseite:

    https://​www​.nach​denk​sei​ten​.de/​?​p​=​6​8​271

    "Coro­na­maß­nah­men, Kin­der und die Linke …"

    Auch wenn Micha­el Klundt viel rich­ti­ges sagt, mit den Sätzen 

    "Der Nazi-Vor­wurf wird von ver­schie­de­nen Sei­ten infla­tio­när gebraucht, jede Sei­te wirft der ande­ren Sei­te vor, „über Lei­chen“ zu gehen. Gegen­sei­ti­ge Unter­stel­lung von Eises­käl­te gegen­über den Opfern der jewei­li­gen Hand­lun­gen bzw. Pra­xen oder igno­rie­ren­de Hal­tun­gen herr­schen vor: Coro­na-Opfer ver­sus Kol­la­te­ral-Opfer von Coro­na-Maß­nah­men. „Wir“ sind „die“ Wis­sen­schaft – Ihr seid nur bös­wil­li­ge Scharlatane."

    spielt er der Herr­schafts­mei­nung in die Hän­de. Es ist doch ein Witz, wenn man die völ­lig mar­gi­na­li­sier­te Mei­nung der einen Sei­te der glei­chen Kri­tik aus­setzt, wie die über­do­mi­nan­te Mei­nung der ande­ren Seite.

    Klar mag es Kri­ti­ker geben, die Nazi-Vor­ür­fe erhe­ben – aber das kann man doch nicht ernts­haft auf die glei­che Stu­fe stel­len wie die VÖLLIG UNBEGRÜNDETEN um ein viel­fa­ches häu­fi­ger und laut­stär­ker erho­be­ne Covidi­ot- und Nazi-Vor­wür­fe von Poli­tik und Medi­en und div. Laut­spre­chern in den Haupt­me­di­en gegen uns klei­ne Kritikerschar.

    Es ist ein altes Herr­schafts­in­stru­ment den Geg­ner zu bän­di­gen, indem man ihm eine viel grö­ße­re Last an Moral und Kor­rekt­heit auf­er­legt, als man selbst trägt. Sehr beliebt ist dazu, die eige­ne Hal­tung auf­zu­spal­ten, etwa nach dem "good cop – bad cop"-Prinzip. Da gibt es dann wel­che, die brav und schein­bar anstän­dig mah­nen – und ein paar Ket­ten­hun­de, die bös­ar­tigst bel­len und schnap­pen. Aber mit letz­te­ren haben ers­ter natür­lich angeb­lich über­haupt nichts zu tun – wäh­rend bei den Kri­ti­kern immer alle für alles ver­ant­wort­lich sind: der bedäch­tigs­te Kri­ti­ker ist auch für jeden Spin­ner und Idio­ten "aus sei­nen Rei­hen" mitverantwortlich.

    So lan­ge die Asy­m­e­trie die­ser Ver­hält­nis­se nicht klar auf­ge­zeigt und vor allem auch beim Dis­kurs berück­sich­tig wird, ist die Posi­ti­on, die weni­ger Reich­wei­te, weni­ger Per­so­nal, weni­ger Mit­tel und Zeit­res­sour­cen zur Ver­fü­gung hat IMMER im Nach­teil – also unsere.

    Wer sich selbst ein engs­tes Moral­kor­sett anlegt beim Kampf gegen einen über­mäch­ti­gen, von jeder Hem­mung befrei­ten, mit ALLEN MITTELN kämp­fen­den Geg­ner hat auch schon verloren.

    Ich rufe damit nicht dazu auf, eben­so die mie­sen Mit­tel der Gegen­sei­te anzu­wen­den – aber ich for­de­re: klar zu benen­nen was Sache ist, muss immer erlaubt sein.

    Wenn offen­sicht­li­che PR-Agen­ten einen Dis­kurs, eine Mei­nungs­bil­dung stö­ren wol­len, muss das auch klar benannt wer­den kön­nen. Wer wür­de denn sich län­ger mit einer Per­son aus­ein­an­der­setz­ten, die steif und fest behaup­te­te, die Him­mels­far­be sei grün, schon immer gewe­sen. Und nach jedem Gegen­ar­gu­ment oder Benen­nung eines gegen­tei­lig sich äußern­den Zeu­gens oder Zeug­nis­ses wür­de die fal­sche Behaup­tung unbe­ein­druckt immer wie­der und wie­der kom­men. Ist das nor­mal, dass man sich mit so einem Men­schen immer wei­ter auf glei­cher Ebe­ne aus­ein­an­der setzt? Was ist hier anders mit die­ser Ane-Marie, Mar­kus, Dominik, … ?

    Was sol­len das eigent­lich für Men­schen sein, die angeb­lich ihre Frei­zeit opfern, um in einen Blog zu gehen, der ihrer angeb­li­chen Mei­nung nach nur Unsinn und Ver­schwö­rungs­theo­rien ver­brei­tet und in dem sich ihre geäu­ßer­te Mei­nung nach nur Spin­ner tum­mel­ten? Wer wür­de denn so etwas machen? Wer, Herr Asch­mon­eit? Wür­den Sie etwa mit Ihrer Ein­stel­lung einen Hard­core-Nazi­blog regel­mä­ßig besu­chen und dort "Auf­klä­rungs­ar­beit" leis­ten wol­len? Sehen Sie denn eigent­lich gar nicht, dass die­se angeb­li­chen legi­ti­men Blog­kom­men­ta­to­ren völ­lig schräg drauf sein müss­ten, wenn man sie "ernst" (als frei sich äußern­de Per­so­nen) neh­men würde?

    Was rich­ten Sie mit ihrem Blog an, wenn Sie sol­chen offen­sicht­li­chen Stö­rern frei­es Schreib­recht bei sich ein­räu­men? Was da her­aus­kommt sieht man am Tele­po­lis-Blog: sinn­lo­ses, von Mode­ra­to­ren und Agen­ten gesteu­er­tes Gela­ber ohne Sinn und Ziel. Wir­kungs­los gemach­tes Widerstandspotential!

  4. In einem weit­ge­hend klu­gen Inter­view ver­mis­se ich eine gewis­se Demut:
    Klundt setzt sich ins gemach­te Nest der gemä­ßig­ten, ana­ly­sie­ren­den und ver­mit­teln­den Mit­te. Doch wer hat das Nest gebaut?
    Auf der einen Sei­te nar­ziss­ti­sche Hys­te­ri­ker: Dros­ten und Spahn. Auf der ande­ren erbos­te Spiel­ver­der­ber: Wodarg und Bhak­di. Die­se span­nen aber erst für Herrn Klundts fast pas­to­ra­le Weis­heit auf.
    Drum sagt man auch schonmal:
    "Eine Demo­kra­tie muss so was aus­hal­ten". Sie muss es nicht nur aus­hal­ten, sie lebt davon.

  5. "erbos­te Spielverderber"

    sicher, die eine Sei­te, die Sei­te der Gewin­ner, die Sei­te der "Hal­ter der Bank", die Sei­te der Inha­ber der Geld- und Macht­mit­tel, der Regu­la­ti­ve, der The­men­set­zer und Stich­wort­ge­ber, der Geset­zes- und Ver­ord­nungs­ma­cher, …, die sehen das viel­leicht als ein Spiel an.

    Aber haben die "erbos­ten Spiel­ver­der­ber" nicht allen Grund erbost zu sein? Es ist ja nicht nur das Wis­sen, dass man Recht hat mit sei­nen Argu­men­ten (klar, das denkt jeder anstän­di­ge Mensch von sei­nen gut begrün­de­ten Gedan­ken) – es ist zusätz­lich das unbe­strit­ten rich­ti­ge Wis­sen, dass man ja eigent­lich auch das Recht hät­te, ein­fach nur GEHÖRT ZU WERDEN, und einem die­ses Recht ver­wei­gert wird. Es ist ja die objek­tiv fest­zu­stel­len­de Tat­sa­che, dass die Aus­ge­wo­gen­heit in Poli­tik und öffent­li­cher Dar­stel­lung fehlt, die Objek­ti­vi­tät des Aus­gleichs fehlt, der wesent­li­che Aspekt der Wahr­heits­fin­dung "audia­tur et alte­ra pars" völ­lig miss­ach­tet wird, .…

    ich kann immer nur dar­auf hinweisen:

    es geht hier nicht um zwei gleich­wer­ti­ge Stand­punk­te von denen nur einer nicht aus­rei­chend gehört wird.

    Es geht hier um die Fron­ten zwi­schen zwei­er unter­schied­li­cher Posi­tio­nen bei wel­cher die einen die Mei­nungs­ho­heit, Regie­rungs-Macht, Geld- und Ein­fluss­macht inne­hat – und die ande­re nichts gleich­wer­ti­ges auf­zu­bie­ten hat

    - außer die bes­se­ren Argu­men­te und Ana­ly­sen und Realitätsdeutungen.

    Aber das zählt alles nichts, wenn die ande­re Sei­te durch pure Domi­nanz sou­ve­rän und mono­po­lis­tisch alles beherrscht.

  6. Grund­sätz­lich ein ers­ter Ver­such, die Brü­cke wie­der zu schlagen!
    Ande­rer­seits wird recht blau­äu­gig der Ernst der Lage ver­kannt, indem bestehen­de Ant­ago­nis­men, die lei­der in jedem aus­ge­präg­ten Kapi­ta­lis­mus zwi­schen Arm und Reich, zwi­schen Kon­zern- und Ver­brau­cher-Inter­es­sen, zwi­schen Arbeit­ge­bern und Lohn­ab­hän­gi­gen, zwi­schen Haus­be­sit­zern und Mie­tern, zwi­schen Kli­nik­bud­get und Pati­en­ten-Inter­es­sen usw. bestehen, nivel­liert, ver­harm­lost und ver­schlei­ert wer­den. Grund­sätz­lich aber ein ers­ter Schritt in die rich­ti­ge Richtung.

  7. @Albrecht Storz:
    "Wer wür­de denn sich län­ger mit einer Per­son aus­ein­an­der­setz­ten, die steif und fest behaup­te­te, die Him­mels­far­be sei grün…"

    Viel­leicht fän­de die­se Per­son in Homer einen geneig­ten Gesprächs­part­ner. Ihm war die Far­be (nicht nur) des Him­mels unwesentlich.

  8. "Coro­na­re­bel­li­on gegen mas­kier­te Demo­kra­tie Fal­sche Zie­le Die Pan­de­mie ist Kul­mi­na­ti­ons­punkt einer chro­ni­schen Krise
    Bei die­sem Bei­trag han­delt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community
    Die ent­schei­den­den Aus­ein­an­der­set­zun­gen ste­hen noch aus: die Kämp­fe um die Ver­tei­lung der pan­de­mie­be­ding­ten Pro­fi­te und Las­ten. Um Posi­ti­on bezie­hen zu kön­nen, reicht es nicht, nur auf das Virus und die Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung zu starren. …"
    Fazit: "Die meis­ten Men­schen emp­fin­den Maß­nah­men wie Schutz­mas­ken und Abstands­re­geln als ange­mes­sen und not­wen­dig, und sei es nur als Ges­te der Rück­sicht­nah­me und Soli­da­ri­tät. Vie­le kri­ti­sie­ren eher die dras­ti­sche Ver­schär­fung der sozia­len Ungleich­heit und den wach­sen­den deut­schen Mili­ta­ris­mus. Das Virus wird beson­ders gefähr­lich in einem Sys­tem, das Kapi­tal­in­ter­es­sen über die Bedürf­nis­se von Men­schen stellt. So möch­te man den (quer?)denkenden Demons­tran­tIn­nen zuru­fen: Leu­te, kämpft für die rich­ti­gen Zie­le! Nicht gegen Mas­ke und Abstands­re­geln, son­dern für Men­schen­rech­te, sozia­le Gerech­tig­keit und Frieden!"
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