7 Antworten auf „Logik am Beispiel Impfung“

  1. Sinnlose Panikmache
    Hirnhautentzündung (FSME)
    Wesentliche Endemiegebiete in Deutschland lie­gen in Baden-Württemberg, in Bayern, im süd­li­chen Hessen, im süd­öst­li­chen Thüringen und in Sachsen. Darüber hin­aus sind ein­zel­ne Kreise in wei­te­ren Bundesländern betrof­fen. Eine aktu­el­le Karte der FSME-Risikogebiete und eine Zusammenfassung der FSME-Epidemiologie in Deutschland wer­den jähr­lich im Epidemiologischen Bulletin ver­öf­fent­licht: http://​www​.rki​.de/​f​s​m​e​-​k​a​rte

    FSME-Endemiegebiete befin­den sich in Mitteleuropa in Österreich, in der Schweiz, in Polen, in Tschechien und in der Slowakei, in Nordeuropa in den bal­ti­schen Ländern, Süd- und Mittelschweden, an der Südküste Norwegens und Finnlands und in Teilen Dänemarks (spo­ra­disch auf Seeland, ende­misch auf der Insel Bornholm) und im euro­päi­schen Teil Russlands sowie in Südosteuropa in Ungarn, Kroatien, Slowenien und Albanien. Niedrige FSME-Inzidenzen bzw. Einzelfälle wur­den u. a. in Frankreich (Elsass), Italien (Trentino), England und den Niederlanden beschrie­ben Das ECDC stellt Karten der FSME-Risikogebiete in Europa zur Verfügung, sie­he auch Beauté et al. 2018.

    FSME tritt in Abhängigkeit von der Aktivität der virus­tra­gen­den Zecken bevor­zugt im Frühjahr und Sommer auf, häu­fig jedoch auch im Herbst. Bei war­mer Witterung kön­nen Infektionen ver­ein­zelt auch im Winter auftreten.
    https://​www​.rki​.de/​D​E​/​C​o​n​t​e​n​t​/​I​n​f​e​k​t​/​E​p​i​d​B​u​l​l​/​M​e​r​k​b​l​a​e​t​t​e​r​/​R​a​t​g​e​b​e​r​_​F​S​M​E​.​h​tml

    Darüberhinaus über­tra­gen Zecken jedoch auch Borroliose gegen die es kei­ne Impfung gibt – nur Behandlungen. 

    Sollten man nach einem Zeckenstich grip­pe­ähn­li­che Symptome oder auch das Auftreten der Wanderröte bemer­ken, soll­te man sei­nen Hausarzt auf­su­chen. Auf soge­nann­te Borreliose-Schnelltests soll­ten man hin­ge­gen ver­zich­ten, denn die­se sind nicht sehr zuver­läs­sig, was das Anzeigen einer Borrelien-Infektion angeht.

    Ärzte kön­nen eine Lyme-Borreliose am leich­tes­ten durch die kreis­för­mi­ge, groß­flä­chi­ge Rötung (Wanderröte), erken­nen. Diese tritt häu­fig im Bereich des Zeckenstiches auf, kann aber auch an ande­ren Körperstellen vor­kom­men. Bis sich die Wanderröte aus­bil­det, kann es bis zu 28 Tage dau­ern. Wichtig ist daher, die Einstichstelle nach einem Zeckenstich gut zu beobachten. .…
    Gegen Lyme-Borreliose gibt es der­zeit noch kei­ne Impfung für Menschen. Lyme-Borreliose kommt welt­weit über­all dort vor, wo Zecken leben. Verschiedene Zeckenarten sind als Überträger der Borrelien bekannt. In Europa ist der Gemeine Holzbock (Ixodes rici­nus) der wich­tigs­te Überträger.
    https://​www​.zecken​.de/​d​e​/​k​r​a​n​k​h​e​i​t​-​b​o​r​r​e​l​i​ose

    1. Kann ich alles bestät­ti­gen, mich beis­sen die Biester immer wie­der, aber ich bin bis­lang nie infi­ziert wor­den, aber wir sind auch kein FSME-Gebiet. Wichtig ist den­noch immer mög­lichst schnell die Zecke am Kopf zu ent­fer­nen, um zu ver­hin­dern, dass man all­zu viel von ihr abbe­kommt. Die kön­nen also schon gefähr­lich sein und man muss den Stich genau beobachten.

  2. Mit der Logik ist es sowie­so so eine Sache. Ich war ges­tern auf einer Corona-Maßnahmen-Demo der Querdenker in Oldenburg. Es waren ca. 70 Demonstranten, 100 Polizisten und 30 Antifa-Jugendliche dort.
    Mir sind fol­gen­de Logikfehler auf­ge­fal­len: 70 Demonstranten. Ich dach­te, wir sind vie­le? Unlogisch wenig!
    Durch den Aufzug um die City-Ringstrasse kam der Verkehr teil­wei­se zum Erliegen. Dank an die Polizisten, das hät­ten die 70 Demonstranten allein nicht geschafft. Logisch!
    Die Reden wur­den dann durch die Antifa-Jugendlichen mas­siv und aggres­siv gestört. Sprechchöre der Art: "Haut ab!", "Verpisst Euch!", "Querdenker sind Scheisse, ihr seid die Beweise" [man beach­te die Reim-Formation "ss" auf "s"] und als Gipfel: "Wir imp­fen Euch alle!". Mehr gab das Repertoire über 3 Stunden nicht her.
    Ich hat­te bis­her den Menschen für die Krone der Schöpfung gehal­ten. Ich hat­te gedacht, man kann mit anders den­ken­den Menschen in einen Austausch kom­men. Dieses Niveau-Limbo von heu­te legt eher etwas ande­res nahe. Ich befürch­te, wir soll­ten Apfelbäumchen pflan­zen. Das wäre zwar völ­lig unlo­gisch, ist aber ver­mut­lich die ein­zig logi­sche Konsequenz aus dem geschil­der­ten Desaster. Oder hat jemand eine bes­se­re Idee?

    1. @ Mr. Spuck

      "Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
      behaart und mit böser Visage.
      Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
      und die Welt asphal­tiert und aufgestockt,
      bis zur drei­ßigs­ten Etage.

      Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
      in zen­tral­ge­heiz­ten Räumen.
      Da sit­zen sie nun am Telefon.
      Und es herrscht noch genau der­sel­be Ton
      wie sei­ner­zeit auf den Bäumen.

      Sie hören weit. Sie sehen fern.
      Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
      Sie put­zen die Zähne. Sie atmen modern.
      Die Erde ist ein gebil­de­ter Stern
      mit sehr viel Wasserspülung.

      Sie schie­ßen die Briefschaften durch ein Rohr.
      Sie jagen und züch­ten Mikroben.
      Sie ver­sehn die Natur mit allem Komfort.
      Sie flie­gen steil in den Himmel empor
      und blei­ben zwei Wochen oben.

      Was ihre Verdauung übrigläßt,
      das ver­ar­bei­ten sie zu Watte.
      Sie spal­ten Atome. Sie hei­len Inzest.
      Und sie stel­len durch Stiluntersuchungen fest,
      daß Cäsar Plattfüße hatte.

      So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
      Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
      Doch davon mal abge­se­hen und
      bei Lichte betrach­tet sind sie im Grund
      noch immer die alten Affen." (Erich Kästner, Die Entwicklung der Menschheit) 

      So viel zur Krone der Schöpfung…

  3. Auch wenn die Autorin sym­pa­thi­scher­wei­se gegen die idio­ti­sche Stimmungsmache gegen Ungeimpfte argu­men­tiert, muss ihr Logikverständnis ins­ge­samt doch als ziem­lich schlicht bezeich­net wer­den. Zumindest aber die Prämissen sind es, die sie zu einer "logi­schen" Wenn-dann-Aussage zusammenfügt.

    Bei der Schutzwirkung der Corona-Impfung mag es ja noch stim­men: Wenn ich anneh­me, dass mich die Impfung schützt (und ohne die­se Annahme erüb­rigt sich eigent­lich jede Impfung), gibt es kei­nen Grund, Ungeimpfte für gefähr­lich zu halten.

    Bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung – ob nun gegen FSME oder Corona – scheint mir das aber dann doch noch etwas kom­pli­zier­ter zu sein. Hier wür­de eine infor­mier­te Entscheidungsfindung so aus­se­hen, dass ich eine Nutzen-Risiko-Abwägung vor­neh­me. Wie gefähr­lich ist die Krankheit, vor der mich eine Impfung schüt­zen soll, und wie wahr­schein­lich ist eine Erkrankung? Wenn ich nicht in einem FSME-Risikogebiet lebe, wer­de ich mich wohl kaum imp­fen las­sen. Darüber hin­aus sind schwe­re FSME-Fälle rela­tiv sel­ten. Auch bei Corona wird bei der der­zei­ti­gen Datenlage ein Unter-50-Jähriger durch eine Impfung nur eine sehr beschei­de­ne abso­lu­te Risikoreduktion erzie­len. Dann kommt noch die Frage nach mög­li­chen Impfnebenwirkungen. Da schnei­det die Corona-Impfung sicher­lich um eini­ges schlech­ter ab als die Zeckenimpfung, wenn­gleich auch da Impfschäden bekannt sind.

    Langer Rede kur­zer Sinn: Die Logik kann auch gebie­ten, sich gegen eine Impfung zu ent­schei­den. Und das gilt für die Zeckenimpfung eben­so wie für die Corona-Impfung.

    Und viel­leicht kommt es auch nicht nur auf Logik an: Sich gegen Corona imp­fen zu las­sen, nur um in Ruhe gelas­sen zu wer­den und sei­ne "Freiheit" zu rei­sen, ins Wirtshaus zu gehen usw. nicht zu ver­lie­ren, ist ohne Frage eine "logi­sche" Entscheidung. Allerdings sind die Prämissen frag­wür­dig, um nicht zu sagen blöde.

  4. Stimmt, die Logik hat sich aus vie­len Köpfen kom­plett ver­ab­schie­det und die Denkfaulheit liegt im Trend.
    Wahrscheinlich wird bald der größ­te Teil der Wahlberechtigten wie­der das Kreuzchen bei einem die­ser eta­blier­ten Lobbyvereine machen, die uns scham­lo­ser denn je am Nasenring durch den Kakao zie­hen, von dem wir dann auch noch genüss­lich schlürfen.
    Und da soll man kei­ne Depressionen kriegen…

  5. Diese Neuro-Expertin scheint nur sehr ein­sei­tig aus­ge­präg­te Neuronen zu haben und somit eine ein­sei­ti­ge Sicht der Dinge zu bevor­zu­gen. Andererseits hät­te sie sonst ein ande­res Bespiel gewählt. Auch nach eine Impfung gegen FSME bin ich immer noch nicht gegen Boreliose geschützt. Schon aus die­sem Grund soll­te man nicht all­zu arg­los durchs Gebüsch streifen.

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