Nun modellieren sie auch Mehrheiten

»NoCovid-Wissenschaftler war­nen
"Politisches Handeln des­ori­en­tiert und ent­kop­pelt"«

So über­schreibt der unver­gleich­lich neu­tra­le Lars Wienand (s. meh­re­re Beiträge zu sei­nem Verständnis von Journalismus auf die­sem Blog) auf t‑online.de am 25.3. einen Artikel, aus dem her­vor­geht, daß die NoCovidianer frus­triert sind:

»Die Corona-Fallzahlen in Deutschland stei­gen deut­lich. Wie wirk­sam gegen­ge­steu­ert wer­den kann, dar­über wird gestrit­ten. Nun rech­nen Wissenschaftler, die die soge­nann­te NoCovid-Strategie emp­feh­len, mit der Politik ab.

Sie hat­ten ein­dring­lich gemahnt, nicht zu früh zu lockern, weil dann die nächs­te Welle kommt. Jetzt stei­gen die Zahlen dras­tisch: Anklagend und ent­täuscht mel­det sich eine Gruppe von Wissenschaftlern, die die "NoCovid"-Strategie zur deut­li­chen Senkung der Fallzahlen emp­foh­len hatte…

Die Wissenschaftler wer­den deut­lich: Die Politik han­de­le gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung, heißt es in einer Stellungnahme: Überwiegend sei­en die Menschen gegen unge­schütz­te Öffnungen bei stei­gen­den Infektionen, sie ver­lang­ten mehr Maßnahmen zur Eindämmung.

14 Wissenschaftler aus ver­schie­de­nen Bereichen
Das Statement kommt von der "NoCovid"-Gruppe, die sich aus 14 Wissenschaftlern zusam­men­setzt. Unter den Experten aus ver­schie­de­nen Gebieten sind Virologin Melanie Brinkmann, Infektionsforscher Michael Meyer-Hermann, aber auch der Ökonom und Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, der Physiker Dirk Brockmann vom RKI und Markus Baier, Präsident des Bayerischen Hausärzteverbands…«

Wer waren eigentlich die RegierunsberaterInnen?

»"Die poli­ti­schen Debatten wir­ken teil­wei­se unin­for­miert, das poli­ti­sche Handeln erscheint des­ori­en­tiert und ent­kop­pelt von der Position der Bevölkerungsmehrheit." Jetzt sei die geplan­te Osterruhe gestri­chen und ande­re Schritte, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu brin­gen, fehlten.

Aktuell "wach­sen­de Besorgnis"
Was aktu­ell pas­siert, sehen die Wissenschaftler "mit wach­sen­der Besorgnis". Sie kri­ti­sie­ren hef­tig, dass nach dem Infektionsschutzgesetz gül­ti­ge Grenzwerte igno­riert und gefass­te Beschlüsse auf­ge­weicht wur­den – und dass nun auch dar­über gespro­chen wird, Inzidenzen weni­ger Beachtung zu schen­ken. Ihre Begründung: Ist die Inzidenz hoch, fül­len sich auch wei­ter­hin auto­ma­tisch Krankenhausbetten mit schwe­ren Covid-19-Fällen.«

Sagen ihre Modelle. Die Realität hat­te sich schon immer nicht danach gerichtet.

https://www.divi.de/joomlatools-files/docman-files/divi-intensivregister-tagesreports/DIVI-Intensivregister_Tagesreport_2021_03_25.pdf

Der glei­chen Quelle ist zu ent­neh­men, daß aktu­ell 20.700 Intensivbetten belegt sind, COVID-19-Fälle damit 16 Prozent aus­ma­chen. Ausdrücklich wird dar­auf ver­wie­sen, daß bei COVID-19-Fällen "auf­grund von Verlegungen… Mehrfachzählung mög­lich" ist.

Kontakte draußen mit Maske und negativem Test

»Was wol­len die Forscher also? Sie spre­chen aktu­ell nicht von "NoCovid", das Ziel erscheint auch der­zeit weit weg. Sie sagen aber: "… Der müden Bevölkerung müs­se ein deut­li­ches Ziel gezeigt wer­den, das Sinn stiftet. 

Ziel sind "grü­ne Zone"
Bedeutet das stren­gen Lockdown? Nicht unbe­dingt, sagen sie. "Die Bevölkerung braucht kla­re Empfehlungen, wie pri­va­te Kontakte sicher statt­fin­den kön­nen – im Idealfall drau­ßen, mit Abstand, Maske und nach nega­ti­vem Schnelltest".«

Wenn die­se Aussicht nicht Sinn stif­tend ist!

»Wo die Zahlen unten sind, soll es grü­ne Zonen mit mehr Freiheiten geben, die beson­ders geschützt werden.«

Mit einem anti­vi­ro­lo­gi­schen Schutzwall?

Das Papier der extre­mis­ti­schen Vereinigung kann hier gela­den werden.

13 Antworten auf „Nun modellieren sie auch Mehrheiten“

  1. Offener Brief – zum mitzeichnen

    Wir sind ein Zusammenschluss frei­er mit­tel­stän­di­scher Unternehmer.

    https://wir-stehen-zusammen.com/

    " In der Corona-Krise wur­den durch zwang­haf­te Eingriffe, ein­sei­ti­ge Darstellungen und inzwi­schen offen­sicht­li­che Hinhalte-Strategien, unter Ausblendung von gesell­schaft­li­chen, gesund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Folgeschäden, Vertrauen und Glaubwürdigkeit voll­stän­dig verspielt.

    Aus die­sen Gründen sind die hier ange­spro­che­nen Politiker für uns nicht mehr wählbar.

    Wir for­dern, dass die Politik in Bayern, Deutschland und Europa eine posi­tiv gestimm­te Grundhaltung annimmt. Freiheit und Selbstbestimmung muss vor Regulierung und Zwang stehen.

    Unsere Freiheit und unser Wohlstand ste­hen auf dem Spiel. Wirtschaft und Gesellschaft flo­rie­ren nur dann, wenn die Gesellschaft frei in ihren Gedanken und Handlungen ist, sie gehen zugrun­de, wenn Vorschriften und Bürokratie die Überhand gewinnen.

    Nur die Politiker, die sich als Diener einer frei­en Gesellschaft ver­ste­hen, ver­die­nen unse­re Unterstützung, da die Politik kein Selbstzweck sein kann.

    Wir wer­den nicht auf­hö­ren, für unse­re Selbstbestimmung und Eigenverantwortung zu kämp­fen und wer­den unse­re Mitarbeiter und Mitbürger auf­for­dern und moti­vie­ren, es uns gleich zu tun.

    Wir befin­den uns an einem kri­ti­schen Punkt der gesell­schaft­li­chen Entwicklung und beken­nen uns dazu, unse­re Wahlentscheidung in Abhängigkeit eines Einsatzes für ech­te Freiheit und eine posi­tiv gestimm­te Zukunft zu treffen. "

    1. @N.N.: Danke, gute und wich­ti­ge Initiative. Das freie Unternehmertum ist das Rückgrat einer frei­en Gesellschaft. 

      Am Kapitalismus ist nicht das freie Unternehmertum falsch, son­dern die uner­träg­li­chen Auswüchse, die Marx kri­ti­sier­te: also die Lohnsklaverei und die Anhäufung von Kapital in weni­gen Händen. 

      Linke ver­ges­sen nicht sel­ten, dass Marx an ers­ter Stelle ein Freiheitsdenker war. Während sie – zurecht – die Lohnsklaverei bekämp­fen, beach­ten sie oft nicht, dass der selb­stän­di­ge Unternehmer eige­ne, auch aus Marx' Sicht durch­aus berech­tig­te Interessen hat (Friedrich Engels war ja selbst ein Unternehmer). 

      Die aktu­el­le Ruinierung des Mittelstandes gera­de auch durch die deut­sche Linke ist eine Folge der Marx-Vergessenheit (die schon mit Lenin begann).

  2. Das war von vorn­her­ein als "Selbstmordattentat" alter brä­si­ger Strukturen geplant.

    Wenn die­se Politikerkaste erst besei­tigt ist, wer­den die grün­lich-effi­zi­en­ten Follower die Welt nach WEF-Vorstellungen gestal­ten. Die Blaupause ist die
    http://www3.weforum.org/docs/WEF_NES_Resetting_FOW_Agenda_2020.pdf

    Sie sind tat­säch­lich im Glauben an die Wissenschaft und die Gewöhnung an bun­te gesi­cher­te Spielplätze erzo­gen wor­den – ein Erfolg der "Bildungspolitik", die schon lan­ge Sozialpunkte vergibt. 

    "Intelligenz" müss­te man in dem Zusammenhang tat­säch­lich neu und IT-tech­nisch defi­nie­ren. Da gibt es kein Streben mehr, ana­ly­tisch oder sen­so­risch auf eige­ne Faust gar die Welt erfas­sen zu wol­len, son­dern APIs, vor­ge­fer­tig­te Schnittstellen, die die Benutzung der Realität als ver­meint­lich "unge­fähr­li­ches" Objekt gestat­ten. Das Spiel selbst ist haus­ge­macht, und IN ihm agiert man durch­aus "intel­li­gent", aber eben belie­big: eine "selbst­ge­mach­te" Parallelwelt, ein selbst bestück­tes Wohnzimmer, wäh­rend man abge­schot­tet vom "Urwald" der Keime am Bildschirm spielt.

    Tja, wer hat sie denn "erzo­gen"? wenn nicht die Neoliberale Aufbruchsstimmung? Einst ver­san­det im Neuen Markt, gibt es heu­te die neue Goldgräberstimmung bei den "inno­va­ti­ven" mRNA-Buden, die wie damals vor­ge­schickt wer­den, das Gelände als Minensucher zu erkun­den und ein­ver­leibt wer­den, wenn's funk­tio­niert: Pfizer, GSK … so ziem­lich jeder hat einen gro­ßen Bruder, der pro­fi­tiert, wäh­rend sie die Finanzen spe­zi­ell der euro­päi­schen Staaten auf­sau­gen. USA sind selbst Player, denn der lang­jäh­ri­ge Partner von AZ ist DARPA, und deren Forschung sieht u.a. so aus:
    https://www.darpa.mil/program/our-research/darpa-and-the-brain-initiative

  3. Evidenz statt Inzidenz!

    Wieso bekommt NoCovid soviel Aufmerksamkeit, nicht aber die, die seit Februar 2020 für ein dif­fe­ren­zier­te Blick auf die Hotspots schau­en nicht? 

    Wieso wur­den und wer­den Forscher wie Prof. Streek gebremst und gehin­dert, das Infektionsgeschehen genau und dif­fe­ren­ziert zu betrachten?

    Was sind die Folgen und was sind die Alternativen?

    Soziale Kontakte nur noch an der fri­schen Luft, mit Abstand und Maske __und__ nega­ti­vem Schnelltest = pri­va­ter, zen­tra­le digi­ta­ler Überwachung jeden Kontaktes? 

    Jeden Samstag 14 Uhr, Bonn Münsterplaz
    http://www.corona-demo.de

  4. Nach den "kla­ren Empfehlungen" habe ich mich immer gesehnt!
    Und es dabei (wie in einem auf­ge­klär­ten, skan­di­na­vi­schen Land) belas­sen können.
    Aber: die Rechtgläubigen befürch­ten wohl (zu Recht – sic!), dass sie sich mit sicht­bar mas­kier­ten Abstandsunterhaltungen und unsicht­ba­ren Testergebnissen in frei­er Wildbahn der Lächerlichkeit preisgeben.
    Auch auf die Impfbereitschaft dürf­te sich dies eher nega­tiv auswirken.
    Also: nix Empfehlungen ohne Verordnungen, Kontrollen, Denunziation und har­tem "Durchgreifen".

  5. Nachtrag:
    "Ihre Begründung: Ist die Inzidenz hoch, fül­len sich auch wei­ter­hin auto­ma­tisch Krankenhausbetten mit schwe­ren Covid-19-Fällen".

    Die aus­sa­ge­kräf­tigs­te Zeitreihe zu die­sem Thema
    https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen
    ver­steckt sich seit ein paar Wochen unter: "Zusätzliche Zeitreihen"
    (damit weni­ger "inves­ti­ga­ti­ve Journalist*innen" befürch­ten müs­sen, dass nicht nur "X‑Leugner:innen" dar­aus ent­neh­men könn­ten, dass weder die ers­te noch die zwei­te oder die "wüten­de drit­te Welle" "auto­ma­tisch Krankenhausbetten" gefüllt, son­dern viel­leicht ledig­lich Krankheitsbezeichnungen ver­scho­ben haben?).

  6. "Die Bevölkerung braucht kla­re Empfehlungen, wie pri­va­te Kontakte sicher statt­fin­den kön­nen – im Idealfall drau­ßen, mit Abstand, Maske und nach nega­ti­vem Schnelltest"

    Wo ist der Unterschied zu den aktu­el­len "Maßnahmen" das feh­len­de Ganzkörper-Condom ?

    Die sind ja so unglaub­lich erfin­de­risch die soll­ten sich für einen Wettbewerb in der ************** anmelden.

  7. Das inter­es­san­te dar­an ist, daß Spahn sich offen­bar heu­te auf der BPK dahin­ge­hend geäu­ßert hat, daß eine zuneh­men­de Zahl von Menschen mehr Einschränkungen wün­sche und dann die­ser Satz in dieser/m… was auch immer es dar­stel­len soll.… Überwiegend sei­en die Menschen gegen unge­schütz­te Öffnungen bei stei­gen­den Infektionen, sie ver­lang­ten mehr Maßnahmen zur Eindämmung. Da weiß man doch, woher der Minister gebrieft wird!

  8. Und dann noch das (ich wünsch­te, hier gäbe es Smileys): Ziel sind "grü­ne Zone"
    Bedeutet das stren­gen Lockdown? Nicht unbe­dingt, sagen sie. "Die Bevölkerung braucht kla­re Empfehlungen, wie pri­va­te Kontakte sicher statt­fin­den kön­nen – im Idealfall drau­ßen, mit Abstand, Maske und nach nega­ti­vem Schnelltest".«

    Offenbar wird Spahn von der No-Covid-Gruppe gebrieft, das stimmt einen doch.…

  9. 26.03.2021 NDR

    AstraZeneca: Uniklinik setzt Impfung für Risikogruppen aus 

    Nachdem eine 49 Jahre alte Frau 12 Tage nach einer Corona-Impfung gestor­ben war, will die Unimedizin Rostock bestimm­te Personengruppen vor­erst nicht mehr mit AstraZeneca impfen. 

    https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Nach-Todesfall-Teilweiser-Impfstopp-an-Uniklinik-Rostock,coronavirus4728.html

    26.03.2021 Der Tagesspiegel 

    Wie der NDR berich­tet, sol­len Menschen mit Bluthochdruck oder Übergewicht vor­erst kei­ne Impfungen mehr mit AstraZeneca bekom­men- von der Aussetzung betrof­fen sind auch Frauen, die die Pille neh­men. 1.000 Mitarbeiterinnen und Patienten der Unimedizin sei­en bereits mit dem Impfstoff geimpft worden 

    https://www.tagesspiegel.de/politik/todesfall-nach-astrazeneca-impfung-in-rostock-uniklinik-setzt-impfungen-fuer-risikogruppen-aus/27044462.html

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