Once again: Lauterbach hat mal wieder eine Studie nicht gelesen

Er sieht Probleme…

https://​twit​ter​.com/​K​a​r​l​_​L​a​u​t​e​r​b​a​c​h​/​s​t​a​t​u​s​/​1​3​8​7​5​0​5​4​6​5​6​3​0​8​1​0​112

Die Stu­die – wie­der ein­mal ver­faßt von Model­lie­re­rIn­nen und übri­gens vom 18.3. – kommt zu einem nie­der­schmet­tern­den Ergeb­nis für die Wirk­sam­keit der "Impf­stof­fe": 48 Pro­zent der Covid-19-Todes­fäl­le wer­den auf Geimpf­te entfallen.

Vorhersagen bis Januar 2024

Vor­her sind Locke­run­gen viel zu gefährlich.

»Metho­den
In die­ser Stu­die ver­wen­de­ten wir ein nach Alter und Regi­on des Ver­ei­nig­ten König­reichs struk­tu­rier­tes mathe­ma­ti­sches Modell, das an eine Rei­he von epi­de­mio­lo­gi­schen Daten im Ver­ei­nig­ten König­reich ange­passt wur­de und die geplan­te Ein­füh­rung eines Impf­pro­gramms mit zwei Dosen (Dosen im Abstand von 12 Wochen, Schutz­be­ginn 14 Tage nach der Imp­fung) ein­be­zog. Wir gin­gen von einer Stan­dard­imp­fung von 95 % bei den 80-Jäh­ri­gen und Älte­ren, von 85 % bei den 50–79-Jährigen und von 75 % bei den 18–49-Jährigen aus und vari­ier­ten dann die Impf­quo­ten opti­mis­tisch und pes­si­mis­tisch. Die Wirk­sam­keit des Impf­stoffs gegen eine sym­pto­ma­ti­sche Erkran­kung wur­de auf der Grund­la­ge der in Groß­bri­tan­ni­en ver­ab­reich­ten Impf­stof­fe von Pfi­zer-BioNTech und Oxford-Astra­Ze­ne­ca mit 88 % ange­nom­men, und der Schutz gegen eine Infek­ti­on wur­de von 0 % bis 85 % vari­iert. Wir betrach­te­ten die kom­bi­nier­te Inter­ak­ti­on des bri­ti­schen Impf­pro­gramms mit meh­re­ren mög­li­chen zukünf­ti­gen Locke­run­gen (oder Auf­he­bun­gen) der NPIs, um die Repro­duk­ti­ons­zahl ® und das Mus­ter der täg­li­chen Todes­fäl­le und Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen auf­grund von COVID-19 von Janu­ar 2021 bis Janu­ar 2024 vorherzusagen.

Ergeb­nis­se
Wir schät­zen, dass die Imp­fung allein nicht aus­reicht, um den Aus­bruch ein­zu­däm­men. Ohne NPIs
[Nicht-Phar­ma­zeu­ti­sche Inter­ven­tio­nen, vul­go "Maß­nah­men", AA], selbst bei unse­rer opti­mis­tischs­ten Annah­me, dass der Impf­stoff 85 % der Infek­tio­nen ver­hin­dert, schät­zen wir R auf 1,58 (95 % glaub­wür­di­ge Inter­val­le [CI] 1,36–1,84), sobald allen berech­tig­ten Erwach­se­nen bei­de Dosen des Impf­stoffs ange­bo­ten wor­den sind. Unter dem Sze­na­rio der Stan­dard­imp­fung wird die Ent­fer­nung aller NPIs nach Abschluss des Impf­pro­gramms bei einem Impf­stoff, der 85 % der Infek­tio­nen ver­hin­dert, zu 21 400 Todes­fäl­len (95 % CI 1400–55 100) auf­grund von COVID-19 füh­ren, obwohl sich die­se Zahl auf 96 700 Todes­fäl­le (51 800–173 200) erhöht, wenn der Impf­stoff nur 60 % der Infek­tio­nen ver­hin­dert. Obwohl die Imp­fung die Gesamt­zahl der Todes­fäl­le erheb­lich redu­ziert, bie­tet sie nur einen teil­wei­sen Schutz für das Indi­vi­du­um; wir schät­zen, dass für das Stan­dard­sze­na­rio der Inan­spruch­nah­me und 60 % Schutz vor Infek­tio­nen 48,3 % (95 % CI 48,1–48,5) und 16,0 % (15,7–16,3) der Todes­fäl­le bei Indi­vi­du­en auf­tre­ten, die eine bzw. zwei Dosen des Impf­stoffs erhal­ten haben.«

Mittelwert von 500 Simulationen

»Inter­pre­ta­ti­on
Für alle von uns unter­such­ten Impf­sze­na­ri­en zei­gen unse­re Vor­her­sa­gen die Risi­ken auf, die mit einer frü­hen oder schnel­len Locke­rung der NPIs ver­bun­den sind. Obwohl neu­ar­ti­ge Impf­stof­fe gegen SARS-CoV‑2 eine poten­zi­el­le Exit-Stra­te­gie für die Pan­de­mie bie­ten, hängt der Erfolg stark von den genau­en Eigen­schaf­ten des Impf­stoffs und der Akzep­tanz in der Bevöl­ke­rung ab, die bei­de sorg­fäl­tig über­wacht wer­den müssen.…

Aus­gangs­ana­ly­se
… Alle gezeig­ten Ergeb­nis­se, ein­schließ­lich des geschätz­ten R, der täg­li­chen Todes­fäl­le und der täg­li­chen Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen, stel­len den Mit­tel­wert von 500 Simu­la­tio­nen dar, die den abge­lei­te­ten pos­te­rio­ren Para­me­ter­raum unter­su­chen, der durch Anpas­sung an das his­to­ri­sche Mus­ter der Todes­fäl­le, der Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen und der Bele­gung, der Bele­gung der Inten­siv­sta­ti­on und des Anteils der Säu­le-2-Tests, die posi­tiv sind, bestimmt wird…

Ergeb­nis­se
Obwohl die Wirk­sam­keit gegen die Krank­heit von unmit­tel­ba­rem Nut­zen ist, indem sie Indi­vi­du­en vor der Ent­wick­lung schwe­rer Sym­pto­me schützt, ist es der Schutz gegen die Infek­ti­on durch die Imp­fung, der zu einer Ver­rin­ge­rung der intrin­si­schen Wachs­tums­ra­te und von R führt. Für das kon­tra­fak­ti­sche Sze­na­rio ohne Schutz gegen die Infek­ti­on schät­zen wir, dass R kon­stant bei 3,15 (95% CI 2,93–3,37) liegt, unab­hän­gig von der Anzahl der ver­ab­reich­ten Impf­stoff­do­sen, was höher ist als in der ers­ten Pan­de­mie­wel­le auf­grund der erhöh­ten Prä­va­lenz der B.1 .1.7‑Variante im Ver­ei­nig­ten König­reich, aber auf­grund der natür­li­chen Infek­ti­on, die zu einem Anstieg der Immu­ni­tät auf Bevöl­ke­rungs­ebe­ne bis Janu­ar 2021 führt, von ihrem theo­re­ti­schen Maxi­mum (geschätz­te Basis­re­pro­duk­ti­ons­zahl von 4,31, 95 % CI 3,91–4,80) redu­ziert ist. Wenn der Schutz gegen die Infek­ti­on hoch ist (85 %), kann die Imp­fung einen erheb­li­chen Rück­gang von R bewir­ken, der jedoch nicht aus­reicht, um R bei unse­ren Stan­dard­an­nah­men zur Impf­stoff­aus­schöp­fung [vac­ci­ne upt­ake] unter 1 zu drü­cken. Selbst wenn alle zwei­ten Dosen ver­ab­reicht wur­den, sagen wir R=1,58 (95% CI 1,36–1,83) für einen 85%igen Infek­ti­ons­schutz vor­aus, mit höhe­ren R‑Werten für Impf­stof­fe mit gerin­ge­rem Schutz.«

Welle über Wellen. Auch, wenn "Maßnahmen" bis Januar 2022 andauern

»Bei einer Locke­rung der Kon­troll­maß­nah­men sagen wir Wel­len von Infek­tio­nen und damit ver­bun­de­nen Todes­fäl­len vor­aus, obwohl die­se durch eine erhöh­te durch den Impf­stoff abge­lei­te­te Immu­ni­tät in der Bevöl­ke­rung redu­ziert wer­den. Eine frü­he, mode­ra­te Locke­rung der NPIs (Febru­ar 2021), die den Anfang Sep­tem­ber 2020 beob­ach­te­ten Wer­ten ent­spricht (als R zwi­schen 1,2 und 1,6 in den sie­ben eng­li­schen Natio­nal Health Ser­vice-Regio­nen und den drei dezen­tra­li­sier­ten Natio­nen lag, ohne dass die B.1.1.7‑Variante vor­herr­schend im Umlauf war), führt selbst unter unse­ren opti­mis­tischs­ten Annah­men zu einer Wel­le von Infek­tio­nen und damit ver­bun­de­nen Todes­fäl­len (ent­spre­chend einem Impf­stoff, der 85 % der Infek­tio­nen blo­ckiert). Eine spä­te­re Locke­rung der NPIs (April 2021) in Ver­bin­dung mit einem Impf­stoff, der einen mode­ra­ten Infek­ti­ons­schutz erzeugt, erhöht die Chan­ce, dass sich eine zusätz­li­che Immu­ni­tät in der Bevöl­ke­rung bil­det und eine klei­ne­re nach­fol­gen­de Wel­le erzeugt…

Wenn wir bis Janu­ar 2022 war­ten, um alle Beschrän­kun­gen voll­stän­dig auf­zu­he­ben, so dass die gesam­te erwach­se­ne Bevöl­ke­rung zwei Dosen Impf­stoff erhal­ten hat, sagen wir im All­ge­mei­nen immer noch einen beträcht­li­chen Aus­bruch nach der Locke­rung mit einer gro­ßen Anzahl von damit ver­bun­de­nen Todes­fäl­len vor­aus. Selbst bei einem 85%igen Schutz vor einer Infek­ti­on wird durch die plötz­li­che Auf­he­bung aller Beschrän­kun­gen eine Infek­ti­ons­wel­le vor­her­ge­sagt, die zu 21 400 Todes­fäl­len führt (95% CI 1480–57 600). Die­ses Ergeb­nis ist nicht über­ra­schend, wenn man bedenkt, dass die Imp­fung allein nicht in der Lage ist, R unter 1 zu drü­cken. Die ein­zi­ge Aus­nah­me ist eine opti­mis­ti­sche Annah­me der Impf­stoff­auf­nah­me zusam­men mit einem hohen (85 %) Grad an Schutz gegen die Infek­ti­on, wenn die nach­fol­gen­den COVID-19-Todes­fäl­le nied­rig, aber nicht null blei­ben und einen Mit­tel­wert von 1030 Todes­fäl­len (95 % CI 300–17 500) erzeu­gen. Wenn der Impf­stoff kei­nen Schutz vor einer Infek­ti­on bie­tet, löst das Ent­fer­nen der NPIs eine unkon­trol­lier­te Infek­ti­ons­wel­le aus, bei der nur die erfolg­reich Geimpf­ten (ca. 88 % Wirk­sam­keit bei den 65 % der Gesamt­be­völ­ke­rung, die den Impf­stoff erhal­ten) vor einer schwe­ren Erkran­kung geschützt sind, daher ist die vor­her­ge­sag­te Zahl der Todes­fäl­le groß (129 300, 95 % CI 102 600–154 800). Die Bezie­hung zwi­schen die­sen Para­me­tern und den vor­her­ge­sag­ten Todes­fäl­len ist jedoch in hohem Maße nicht­li­ne­ar, und selbst wenn der Schutz vor einer Infek­ti­on 60 % beträgt, liegt die vor­her­ge­sag­te Zahl der Todes­fäl­le durch die Infek­ti­ons­wel­le nach der Rela­xa­ti­on bei 96 700 (95 % CI 51 800–178 900)…«

48 Prozent der Todesfälle sind Geimpfte

»Da die bestehen­de Impf­stra­te­gie zuerst auf die am meis­ten gefähr­de­ten Per­so­nen abzielt, wer­den die frü­hen Todes­fäl­le von Hoch­ri­si­ko­per­so­nen domi­niert, die geimpft wur­den und nur eine Dosis erhal­ten haben – in die­ser Grup­pe wird eine Impf­stoff­wirk­sam­keit gegen die Krank­heit von 70 % ange­nom­men. Wenn 15 Mil­lio­nen Dosen ver­ab­reicht wor­den sind, ent­fal­len weni­ger als 15 % aller Todes­fäl­le auf Per­so­nen, die den Impf­stoff nicht erhal­ten haben. Wenn 30 Mil­lio­nen Dosen ver­ab­reicht wor­den sind, wer­den etwa 60 % aller Todes­fäl­le bei den Geimpf­ten erwar­tet. Wäh­rend der simu­lier­ten Epi­de­mie zwi­schen dem 1.1.2021 und dem 1.1.2024 sagen wir vor­aus, dass 48,3% (95% CI 48,1–48,5) und 16,0% (15,7–16,3) der Todes­fäl­le bei Per­so­nen auf­tre­ten, die eine bzw. zwei Dosen des Impf­stoffs erhal­ten haben. Obwohl wir auf indi­vi­du­el­ler Ebe­ne davon aus­gin­gen, dass zwei Impf­stoff­do­sen das Ster­be­ri­si­ko um 88 % redu­zie­ren wür­den, wer­den die Todes­fäl­le ange­sichts des hohen Anteils an gefähr­de­ten Per­so­nen, die den Impf­stoff erhal­ten, zwangs­läu­fig von Impf­stoff­aus­fäl­len (die kei­ne Immu­ni­tät erzeugt haben) dominiert.

Dis­kus­si­on
… Eine früh­zei­ti­ge Locke­rung der NPIs, bevor eine aus­rei­chen­de Immu­ni­tät auf­ge­baut wur­de, wür­de eine gro­ße Infek­ti­ons­wel­le aus­lö­sen, die zu Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen und Todes­fäl­len füh­ren wür­de. Ein ähn­li­cher Effekt wird von jeder end­gül­ti­gen Frei­ga­be der NPIs vor­her­ge­sagt, wenn die Schwel­le der Her­den­im­mu­ni­tät nicht erreicht wur­de. Selbst bei einer hohen Durch­imp­fungs­ra­te muss ein beträcht­li­cher Teil der Bevöl­ke­rung immu­ni­siert wer­den, um gro­ße nach­fol­gen­de Infek­ti­ons­wel­len zu ver­hin­dern, was bedeu­tet, dass selbst nach Abschluss von Pha­se 1 des Impf­pro­gramms (Ange­bot des Impf­stoffs an alle Per­so­nen über 50 Jah­re) noch star­ke NPIs erfor­der­lich wären, um Infek­ti­ons­schü­be zu ver­mei­den. Ein maß­vol­le­rer Ansatz, bei dem die NPIs schritt­wei­se über einen Zeit­raum von vie­len Mona­ten frei­ge­setzt wer­den, hat Vor­tei­le gegen­über plötz­li­chen Ände­run­gen der Kon­trol­len, könn­te aber den­noch die schlimms­ten Aus­wir­kun­gen nicht abmil­dern. Die Berech­nung der Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heits­diens­te auf­grund nach­fol­gen­der Infek­ti­ons­wel­len ist kom­plex und hängt sowohl vom Volu­men als auch vom Spit­zen­wert der Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen ab. Auch wenn eine schnel­le Locke­rung der NPIs zu einer ähn­li­chen erwar­te­ten Anzahl von Todes­fäl­len füh­ren könn­te wie eine lang anhal­ten­de Epi­de­mie unter einer all­mäh­li­chen Frei­ga­be der NPIs, bie­tet ein län­ge­rer Aus­bruch mit einer nied­ri­ge­ren Spit­zen­prä­va­lenz eine weit­aus grö­ße­re Chan­ce, dass zukünf­ti­ge Inter­ven­tio­nen wirk­sam sind, und belas­tet das Gesund­heits­sys­tem weni­ger. In die­ser Stu­die haben wir uns auf COVID-19-beding­te Todes­fäl­le kon­zen­triert, was der übli­chen bri­ti­schen Defi­ni­ti­on als Tod inner­halb von 28 Tagen nach einem posi­ti­ven COVID-Test ent­spricht. Ande­re Mess­grö­ßen, wie z. B. über­zäh­li­ge Todes­fäl­le, könn­ten jedoch ein robus­te­res Bild der wah­ren Aus­wir­kung von SARS-CoV‑2 geben, aber bei die­sen gibt es oft eine erheb­li­che Ver­zö­ge­rung zwi­schen Todes­fäl­len und Mel­dung. Wir beto­nen, dass wir bei einem über­mä­ßi­gen Anstieg der Kran­ken­haus­be­le­gung und der Todes­fäl­le auf­grund von Ände­run­gen der NPIs erwar­ten wür­den, dass sowohl die natio­na­le Gesetz­ge­bung als auch das Not­fall­ver­hal­ten die Aus­brei­tung begren­zen wür­den. Daher stel­len unse­re Sze­na­ri­en eine pes­si­mis­ti­sche Sicht­wei­se der Maß­nah­men als Reak­ti­on auf einen sich ver­schlim­mern­den Aus­bruch dar.…«

Leider kaum Daten. Grundlegendes Verständnis fehlt

»Der­zeit stammt ein Groß­teil der ver­füg­ba­ren Daten zur Wirk­sam­keit des Impf­stoffs aus jün­ge­ren Alters­grup­pen (unter 65 Jah­ren), so dass Annah­men über die rela­ti­ve Wirk­sam­keit bei älte­ren Men­schen (über 80 Jah­re, die am stärks­ten von schwe­ren Erkran­kun­gen betrof­fen sind) getrof­fen wer­den müs­sen. Wäre der Impf­stoff bei älte­ren Men­schen weni­ger wirk­sam, wür­de dies zu einer rela­tiv höhe­ren Anzahl von Todes­fäl­len und einem Anstieg des Anteils der Todes­fäl­le bei geimpf­ten Per­so­nen führen.«

Es folgt eine gan­ze Rei­he von Ein­schrän­kun­gen für die Aus­sa­ge­kraft der Annah­men, vor allem diese:

»Im Janu­ar 2021 hat­ten meh­re­re Impf­stoff­her­stel­ler begut­ach­te­te Arti­kel ver­öf­fent­licht, um die Ergeb­nis­se ihrer Pha­se-3-Stu­di­en zu prä­sen­tie­ren. Die­se Publi­ka­tio­nen wur­den ver­wen­det, um unge­fäh­re Para­me­ter für die­se modell­ba­sier­te Stu­die zu lie­fern, aber vie­le Fra­gen wur­den nicht quan­ti­ta­tiv behan­delt. Daher beru­hen meh­re­re wich­ti­ge Impf­stoff­pa­ra­me­ter inner­halb des Modells auf spar­sa­men [par­si­mo­nious] Annahmen…

Es fehlt uns an einem grund­le­gen­den Ver­ständ­nis der Epi­de­mio­lo­gie von SARS-CoV‑2, ins­be­son­de­re dar­an, ob Fol­ge­infek­tio­nen den glei­chen Schwe­re­grad haben wie Pri­mär­in­fek­tio­nen, sowie an quan­ti­ta­ti­ven Schät­zun­gen der Dau­er des Schut­zes. Bei­de Ele­men­te kön­nen in die hier ent­wi­ckel­ten Vor­her­sa­ge­me­cha­nis­men ein­flie­ßen, aber ohne detail­lier­te Nach­wei­se sind sol­che lang­fris­ti­gen Pro­gno­sen Spe­ku­la­ti­on. Es wären auch mehr Daten erfor­der­lich, um poten­zi­el­le sai­so­na­le Ände­run­gen der Über­tra­gungs­ra­ten zu berück­sich­ti­gen, die die Form der vor­her­ge­sag­ten Epi­de­mien beein­flus­sen könnten…

Wirk­sa­me Impf­stof­fe mit hoher Akzep­tanz sind wahr­schein­lich ein wesent­li­ches Ele­ment für die lang­fris­ti­ge Kon­trol­le und mög­li­che Eli­mi­nie­rung von COVID-19. Die Erfah­rung mit ande­ren Krank­hei­ten hat jedoch gezeigt, dass die Eli­mi­nie­rung schwie­rig ist und in der Regel einen geziel­ten Mul­ti-Stra­te­gie-Ansatz erfor­dert. Das Glei­che gilt wahr­schein­lich auch für SARS-CoV‑2, wobei eine Aus­rot­tung wahr­schein­lich kurz­fris­tig nicht mach­bar ist und eine glo­ba­le Per­spek­ti­ve erfor­dert. Obwohl Mas­sen­imp­fun­gen unwei­ger­lich die R- und Krank­heits-Prä­va­lenz redu­zie­ren wer­den, sind ande­re Maß­nah­men, wie inten­si­ve Test‑, Rück­ver­fol­gungs- und Iso­lie­rungs­stra­te­gien, erfor­der­lich, um Infek­ti­ons­her­de zu bekämp­fen. Die Auf­recht­erhal­tung eines nied­ri­gen Infek­ti­ons­ni­veaus ist wahr­schein­lich der Schlüs­sel zum Erfolg von Test‑, Rück­ver­fol­gungs- und Iso­lie­rungs­stra­te­gien und zur Ver­rin­ge­rung des Risi­kos eines Impf­stoff­aus­bruchs. Ob wir letzt­end­lich eine Aus­rot­tung von SARS-CoV‑2 errei­chen, hängt wahr­schein­lich von der lang­fris­ti­gen natür­li­chen Ent­wick­lung der Infek­ti­on und der Bedeu­tung ab, die die­sem Ziel für die öffent­li­che Gesund­heit bei­gemes­sen wird.«

(Her­vor­he­bun­gen nicht im Ori­gi­nal. Fuß­no­ten und Ver­wei­se auf Abbil­dun­gen wur­den weggelassen.)

10 Antworten auf „Once again: Lauterbach hat mal wieder eine Studie nicht gelesen“

  1. Ergo: Imp­fung führt zum siche­ren Tod. Leben auch.

    »… viel­leicht beim Zäh­ne­put­zen, viel­leicht beim Abend­brot, doch irgend­wann pas­siert es, dann sind alle tot.« – Knorkator

  2. liest sich wie bestellt -
    nach Boris' Plan vom 22.2.2021
    https://​www​.bbc​.com/​n​e​w​s​/​u​k​-​5​6​1​5​8​405

    man beach­te dabei die "4 conditions":
    1. ist schon­mal nicht erfüllt – wie auch immer der "vac­ci­ne pro­gram­me plan" aus­sieht … düm­pelt um die täg­lich ~100000 …
    um 2. und 3. küm­mert sich "das Modell"
    und für 4. hat man wohl in Indi­en die Mutan­te gefun­den, passt per­fekt wegen der unver­meid­lich hohen abso­lu­ten Zahlen. 

    Not­falls eig­net sich auch Gibral­tar fast für alles – die hal­ten z.B. den (WHO)"Weltrekord" in "Cumu­la­ti­ve deaths per 100 thousand population":
    279
    https://www.who.int/publications/m/item/weekly-epidemiological-update-on-covid-19—27-april-2021 (Sei­te 22)
    (des­we­gen – und weil "durch­ge­impft" wohl das dor­ti­ge Lockdown-Ende).
    Zum Ver­gleich: Ger­ma­ny 98, Indi­en 13.

    Prak­tisch auch, dass in Gibral­tar jeder Kran­ken­haus­auf­ent­halt oder Ster­be­fall toll model­liert wer­den kann: je ein ein­zi­ger reicht aus, um auf's "Mut­ter­land" 2000 hochzurechnen.

  3. Das erin­nert mich schwer an die Model­lie­run­gen der Kli­ma­mo­del­lie­rer, nach deren Model­len schon in naher Zukunft – aber sicher in 80 Jah­ren die gro­ßen Kata­stro­phen dro­hen. Jedoch das Wet­ter kön­nen sie kei­ne 5 Tage sicher vor­her­sa­gen ( außer sie mani­pu­lie­ren es).

    Genau­so arbei­ten die Coronamodellierer!

    1. @Wolfgang May­er: Darf ich das anzwei­feln? Model­le sind nicht aus sich her­aus schäd­lich. Sie wer­den seit Jahr­zehn­ten auch zu sinn­vol­len Zwe­cken ein­ge­setzt. Es lohnt, sich damit zu beschäf­ti­gen. Es kommt wie immer dar­auf an, wer ent­schei­det, mit wel­chen Para­me­tern zu wel­chen Zwe­cken sie erzeugt werden.

      1. Zwei­feln Sie, aber ver­zwei­feln Sie nicht. Es sind die sel­ben Hor­ror­ge­schich­ten, die die Kli­ma­mo­del­lie­rer model­lie­ren, um Angst zu schü­ren. Es kommt eben tat­säch­lich dar­auf an, wel­che Annah­men = Ein­ga­ben gemacht wer­den. Nur war die Angst nicht groß genug. Jetzt gibt es Coro­na und da scheint das Nar­ra­tiv auf­zu­ge­hen… (btw das Welt­kli­ma oder auch glo­ba­les Kli­ma ist von unzäh­li­gen Para­me­tern abhän­gig. Es sind nicht nur die sog. „Kli­ma­ga­se“. Es gibt die Wol­ken­bil­dung, es sind kos­mi­sche Bedin­gun­gen wie die Umlauf­bahn der Erde, die Eklip­tik, der Son­nen­wind, das Magnet­feld der Son­ne und dut­zen­de ande­re Fak­to­ren) seit Jah­ren erzäh­len uns die Kli­ma­mo­del­lie­rer, es käme zur Kata­stro­phe. Es müs­se unbe­dingt das 2‑Grad-Ziel – bes­ser noch – das 1,5‑Gradziel erreicht wer­den. Aus dem sog. natür­li­chen Treib­haus­ef­fekt ergibt sich eine Tem­pe­ra­tur von 15 Grad Cel­si­us. Lt WMO wur­de die­ser Wert in den letz­ten 170 Jah­ren nicht ein­mal überschritten.

        Ich habe kei­nen Zwei­fel, dass nach dem Coro­na­lock­down der Kli­ma­lock­down aus­ge­ru­fen wird. Die Young Lea­der Alum­ni Baer­bock wur­de ja soeben vom WEF als Bun­des­kanz­le­rin in Stel­lung gebracht.

        1. @Wolfgang May­er: Ist das nicht reich­lich schlicht? Aus der Tat­sa­che, daß Model­lie­rer nun ein­ge­spannt wer­den, um uns Coro­na-Lügen zu erzäh­len, zu schlie­ßen, Model­lie­run­gen sei­en per se Angst­ma­cher? Das ist wie aus den Lügen in den Medi­en zu fol­gern, Medi­en als sol­che sei­en schäd­lich. Und noch ein­mal: Die Bedro­hung der natür­li­chen Lebens­räu­me besteht nicht nur in einer Ver­än­de­rung des Kli­mas, son­dern in der damit ein­her­ge­hen­den Aus­plün­de­rung aller natür­li­chen (und auch mensch­li­chen Res­sour­cen) im Sin­ne des "Immer mehr", das dem Kapi­ta­lis­mus inne­wohnt. Die Ver­ödung wei­ter Land­stri­che, das Stei­gen des Mee­res­spie­gels, das Abschmel­zen von Glet­schern und den Rück­gang von Per­ma­frost­ge­bie­ten kann mann beob­ach­ten! Dafür braucht es kei­ne Model­le. Die Argu­men­ta­ti­on "Das Kli­ma hat sich schon immer geän­dert" greift da zu kurz. Schon heu­te füh­ren loka­le Kli­ma­ka­ta­stro­phen zu immensen Wan­de­rungs­be­we­gun­gen. Soll­te das den Ver­nei­nern der The­se des men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­dels, die oft­mals Migra­ti­on für die Mut­ter aller Übel hal­ten, nicht zu den­ken geben?

  4. Statt der vie­len sinn­lo­sen Hoch­rech­nun­gen, trotz feh­len­dem "grund­le­gen­den Ver­ständ­nis der Epi­de­mio­lo­gie von SARS-CoV‑2", könn­te ein­fach eine belie­bi­ge Per­son im Kaf­fee­satz lesen!

  5. Weia. Als ich mir die Stu­die durch­ge­le­sen habe, bin ich auf die glei­chen gra­phi­schen Ver­läu­fe gesto­ßen, die das RKI in sei­nem epi­de­mio­lo­gi­schen Bul­le­tin vom 31.03.21 hatt. Dort ging es aller­dings um Ver­läu­fe, die trotz noch­ma­li­ger Redu­zie­rung der Kon­tak­te ein­tre­ten wür­den. Dem­nach wären wir jetzt eigent­lich im güns­tigs­ten Sze­na­rio schon bei 800 Toten pro Tag…

    Offen­sicht­lich kran­ken bei­de Berech­nun­gen mathe­ma­tisch und ideo­lo­gisch am glei­chen Pro­blem, näm­lich einer völ­li­gen Über­schät­zung der Ver­brei­tungs­ge­schwin­dig­keit. Anschei­nend ist kein Model­lie­rer wil­lens zu berück­sich­ti­gen, dass ein expo­nen­ti­el­ler Anstieg in kom­ple­xen gesell­schaft­li­chen oder öko­no­mi­schen Zusam­men­hän­gen nur für kur­ze Zeit den Maxi­mal­wert hält. Es gibt in der Rea­li­tät nun ein­mal kein "cete­ris paribus".
    Von all den ande­ren metho­di­schen Schwä­chen ein­mal abge­se­hen, die eben­falls sehr ein­fach der ideo­lo­gi­schen Ziel­set­zung zuzu­ord­nen sind.

    Die Stu­die ist nicht wich­tig und noch nicht ein­mal eine Stu­die, son­dern ein­fach ein biss­chen Rechen­spie­le­rei ohne Erkennt­nis­wert. Kein Wun­der, dass Kla­bau­ter­bach dar­auf abfährt.

  6. So, und jetzt noch­mal kurz in einem Satz: was haben genau die­se Exper­ten vor 3 Mona­ten für heu­te vor­her­ge­sagt, und was haben wir tat­säch­lich heu­te? Kei­ne wei­te­ren Fragen.

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