9 Antworten auf „Schlimme Folge von Einsparungen im Geschichtsunterricht“

  1. Frau Red­ne­rin, geht's denn nicht eine Num­mer klei­ner, vielleicht? 🙂

    I.d. alten news­groups poli­ti­schen dis­kus­sio­nen wur­de ja immer gewar­tet bis jemand end­lich den 'Nazi Ver­gleich' bringt, nur um die Dis­kus­si­on abzuwuergen.

    Ja, nicht nur hat die Dame im Geschts­un­ter­richt ver­pennt, son­dern wohl auch nicht bemerkt, das Sie sich sel­ber abwuergt.

    Naja, eine klei­ne Rand­no­tiz ala Mark Twa­in, ".. bes­ser den Mund gehalten" 🙂

    Obwohl, ich muss sagen, Feh­ler wer­den halt gemacht.
    Und nun­mehr, wo ja die meis­ten pro­fes­sio­nel­len Poli­ti­ker erfolg­reich i.d. Gro­Ko dem Geld ver­fal­len sind – mues­sen wir halt mit den Lai­en vor­lieb nehmen.
    In die­sem Sin­ne: Dan­ke. Bes­ser als nix – oder wir krie­gen was wir verdienen.

    Even­tu­ell Wah­len in 2021.

  2. Divi­de et impe­ra, Teil 379.

    Nein, den faschis­ti­schen Geist, der seit März in zuneh­men­der Inten­si­tät nicht nur durch die­ses Land weht und sich zum Orkan auf­schau­kelt, darf man auf kei­nen Fall in ange­mes­se­ner Wei­se kri­ti­sie­ren. Auch nicht, dass tag­täg­lich Kin­der gequält, gesund­heit­lich geschä­digt, Men­schen wegen feh­len­den Maul­korbs nir­gends mehr rein­kom­men, Demons­tran­ten mit Was­ser­wer­fern "bereg­net" wer­den, wäh­rend ein Gesetz ver­ab­schie­det wur­de, wel­ches so tief in die Grund­rech­te ein­greift, wie das selbst damals nicht der Fall war. Nö, alles duf­te hier in D; total unan­ge­bracht, sich mit den Geschwis­tern Scholl zu vergleichen.

    Weil sich ja ins­be­son­de­re in Deutsch­land jeder Ver­gleich mit den Ent­wick­lun­gen, die zu dem führ­ten, was die Geschwis­ter Scholl erle­ben muss­ten, ver­bie­te, sind wir genau da, wo wir jetzt sind. Die Kom­men­ta­re von über­zeug­ten Gut­men­schen (die sich hof­fent­lich alle sofort als Ers­te mit der gif­ti­gen Brü­he voll­sprit­zen las­sen) in die­sem ver­link­ten Twit­ter­fa­den sind ekel­er­re­gend. Die hät­ten damals (ohwei, noch ein Ver­gleich) ohne zu zögern den rech­ten Arm geho­ben und eine bestimm­te Gruß­for­mel aus­ge­ru­fen. "Blei­ben Sie gesund!" war es nicht.

    Wir beur­tei­len die­ses Video noch ein­mal in ein oder zwei Jah­ren; wenn die Aus­wir­kun­gen des von eini­gen geis­tes­kran­ken Eli­ten geplan­ten "Gre­at Reset" voll durch­ge­schla­gen sind.

    1. Dan­ke, wären viel mehr Men­schen wie die muti­ge jun­ge Frau aus Kas­sel vor 1933 auf­ge­stan­den, hät­te sich das Schlimms­te viel­leicht umge­hen las­sen. Jeden­falls ist die­se Frau schon ein Opfer der Macht­ha­ber und deren Hin­ter­män­ner – wie Sophie Scholl.

      1. @Klaus Hen­zel­mann: Der Mut einer Sophie Scholl, Flug­blät­ter gegen ein ver­bre­che­ri­sches Regime zu ver­tei­len und dafür die Hin­rich­tung in Kauf zu neh­men, soll ver­gleich­bar sein mit dem "Mut" einer jun­gen Frau, sich ohne Mas­ke auf eine Büh­ne zu stel­len und damit ein Buß­geld zu ris­kie­ren? Ist jeder, der bei Rot über die Ampel läuft, ein Stauffenberg?

        1. Sophie Scholl schrieb in ihrem letz­ten Flug­blatt "Der größ­te Scha­den ent­steht durch die schwei­gen­de Mehr­heit, die nur über­le­ben will, sich fügt und alles mit­macht". Es ist also ganz im Sin­ne von Sophie Scholl das die­se Frau nicht schweigt und aktiv Wider­stand leis­tet. Auch das der Nef­fe von von Sophie Scholl, Hans Aicher, bei Quer­den­ken spricht ist ganz in ihrem Sinne.
          https://​www​.sued​ku​rier​.de/​r​e​g​i​o​n​/​b​o​d​e​n​s​e​e​k​r​e​i​s​/​b​o​d​e​n​s​e​e​k​r​e​i​s​/​n​e​f​f​e​-​v​o​n​-​h​a​n​s​-​u​n​d​-​s​o​p​h​i​e​-​s​c​h​o​l​l​-​s​p​r​i​c​h​t​-​w​i​e​d​e​r​h​o​l​t​-​b​e​i​-​d​e​n​-​q​u​e​r​d​e​n​k​e​r​n​-​n​u​n​-​a​u​c​h​-​i​n​-​s​a​l​e​m​-​u​l​m​s​-​o​b​-​f​a​n​d​-​s​e​i​n​e​n​-​a​u​f​t​r​i​t​t​-​a​n​m​a​s​s​e​n​d​;​a​r​t​4​1​0​9​3​6​,​1​0​6​2​9​634

          Auch wenn ihr meint Sophie Scholl gepach­tet zu haben, mir sind die Leu­te lie­ber die in ihrem Sin­ne Wider­stand leis­ten als irgend­wel­che Poli­ti­ker die Hans und Sophie Scholl für sich ver­ein­nah­men wol­len. Und das ein Fami­li­en­mit­glied, der Sohn einer Schwes­ter von Sophie Scholl, das genau­so sieht bestä­tigt das noch.

  3. Da die jun­gen Men­schen in der Schu­le ver­mut­lich viel über Anne Frank und die Geschwis­ter Scholl erfah­ren haben , ist ihre Iden­ti­fi­ka­ti­on mit die­sen nach­voll­zieh­bar. Was ihnen vermutlich
    nicht ver­mit­telt wur­de ist in struk­tu­rel­len Ana­lo­gien zu denken,
    die nicht stän­dig auf einen Hit­ler-Faschis­mus und Nazi­zeit Bezug nimmt, son­dern auch die aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se auf Auto­ri­ta­ris­mus und Herr­schafts­struk­tu­ren analysiert. 

    So darf es nicht wun­dern, dass es dann eher um "deut­sche Befind­lich­kei­ten geht, statt um das Geden­ken der Opfer im Stan­de ihres Opfer­seins" (Mos­he Zuckermann).

  4. So sehr ich Ihre Bei­trä­ge sonst auch begrü­ße, kann ich Ihr Nach­tre­ten gegen die­se Frau nicht hinnehmen.

    Man muss schon ein gerüt­telt Maß intel­lek­tu­el­ler Abge­ho­ben­heit mit­brin­gen, um an die­se Frau die­sel­ben Maß­stä­be anzu­le­gen wie Sie das viel­leicht in Ihrem Umfeld nor­ma­ler­wei­se zu tun pfle­gen. Denn, da tritt eine ein­fa­che, ver­zwei­fel­te Mit­bür­ge­rin auf ein Podi­um, fasst all ihren Mut zusam­men, um etwas zu tun, wovor der Groß­teil der Bevöl­ke­rung zurück­schre­cken wür­de: eine öffent­li­che Rede vor Publi­kum zu hal­ten. Es ist an allem, was die­se Frau von sich gibt, zu erken­nen, an der Ton­la­ge ihrer Stim­me, an ihrer gut­mü­ti­gen Nai­vi­tät sowie an ihrer Reak­ti­on auf das Unfass­li­che vor ihr, dass hier ein Mensch steht, der authen­tisch und glaub­haft etwas Gutes tun will.

    Ihr Ver­bre­chen soll nun dar­in bestehen, sich mit Sophie Scholl ver­gli­chen zu haben. Eine Sophie Scholl, die wie nur weni­ge neben ihr als Iko­ne des Wider­stands, als Leucht­turm mora­li­scher Prin­zi­pi­en und Stand­haf­tig­keit durch die Nach­kriegs­ge­schich­te Deutsch­lands geschleift wur­de. Oh, welch Wun­der, dass sich jemand in sei­ner Ver­zweif­lung an den (für sie selbst) ein­zi­gen Fels in der Bran­dung klam­mert, der in die­ser schwe­ren Zeit Halt gibt und die Psy­che nicht voll­ends des­in­te­grie­ren lässt. Und dann tritt so eine selbst­herr­li­che Kari­ka­tur der Bes­ser­wis­se­rei, so ein rotz­fre­cher Ideo­lo­ge vor die Büh­ne, und reisst der armen Frau die See­le aus dem Leib.

    Ver­zei­hen Sie mir die Spit­ze, dass Geschichts­wis­sen­schaft kei­ne Psy­cho­lo­gie ist, denn dort bemüht man sich wenigs­tens mensch­li­ches Han­deln zu ver­ste­hen. Die­se heu­ti­ge Gesell­schaft ist mit Tech­no­kra­ten­tum der­ma­ßen durch­seucht, dass über jedes i‑Tüpfelchen sofort die Kaval­le­rie reitet.

    Schämt Euch alle, die Ihr mit mehr als einem war­men Lächeln auf die­se Frau reagiert habt. In einer Zeit, in der sich die Hes­se­sche Atem­not der Geis­tig­keit wie­der Bahn bricht, hat die­se Frau jeden­falls mei­nen Segen, und jedes Recht jede geis­ti­ge Rüs­tung anzu­le­gen, die ihr ange­mes­sen erscheint.

    Und eins noch: Der His­to­ri­ker soll­te wis­sen, ab wann sich die Scholls (erst) gegen das Regime gestellt haben. Die Frau aus dem Video hat dem­nach jeden­falls dazugelernt.

    1. @ars cogi­tan­di: Ich habe die Frau nicht eines "Ver­bre­chens" gezie­hen. Ich habe einen mise­ra­blen Geschichts­un­ter­richt ver­ant­wort­lich gemacht.

      1. Ihre Aus­flucht in Uneh­ren, denn ich kann mir nicht vor­stel­len, dass Sie ernst­haft glau­ben, ich hät­te den Begriff "Ver­bre­chen" in der straf­tat­be­stands­mä­ßi­gen Bedeu­tung ver­wen­det. Das ist die i‑Tüpfelreiterei, die ich mei­ne. Und wenn Sie einen mise­ra­blen Geschichts­un­ter­richt ver­ant­wort­lich machen woll­ten, hät­ten Sie einen län­ge­ren Text ver­fasst, der sich nur bei­spiel­haft und anonym auf die­se Frau bezo­gen hät­te. Statt­des­sen wur­de sie hier und andern­orts ins Ram­pen­licht* gezerrt, mit bekann­ten und unbe­kann­ten Fol­gen. Das war nicht gen­tle­m­an­li­ke von Ihnen, und manch­mal gewinnt man eben an Grö­ße, wenn man Schnell­schüs­se ein­ge­steht, statt, ver­zei­hen Sie, sol­che Ant­wor­ten zu ver­fas­sen. Ich mei­ne das alles nicht feind­lich, ich möch­te nur prä­zi­se sein, wo es not­wen­dig ist.

        * "Ram­pen­licht" im über­tra­ge­nen Sin­ne, also kei­ne ech­te Büh­ne. Zwinkersmiley!

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