Sie nageln weiter

Die Jungs und das eine Mädel von "Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik (“VSP”), TU Berlin" haben ihre Rechner wie­der ange­wor­fen und die "Wirkungen möglicher Impfkampagnen im Herbst 2022" model­liert. In einem vom Forschungsministerium finan­zier­ten Bericht vom 26.4. berei­ten sie die von Lauterbach gefor­der­te gefähr­li­che neue Mutante ideo­lo­gisch vor:

»… Sofern die Immunflucht-Variante bzgl. Krankheitsschwere so gefährlich wie die Delta-Variante ist, droht laut unse­rem Modell eine erneu­te Überlastung des Gesundheitssystems.

Unsere Simulationen erge­ben, dass sol­che Wellen durch brei­te Impfkampagnen deut­lich eingedämmt wer­den und die Belastung des Gesundheitssystems erheb­lich redu­ziert wer­den kann…

Unsere Simulationen ent­hal­ten alle Infektionen, ein­schließ­lich der ver­mu­te­ten Dunkelziffer. Während der Maxima der Omikron-Welle neh­men wir die Dunkelziffer mit einem Faktor 2–4 an. Aus Gründen der Vergleichbarkeit und wegen die­ses Dunkelziffer-Effektes ver­glei­chen wir die Höhe zukünftiger Wellen mit der Höhe der simu­lier­ten Omikron-Welle, anstatt zu erwar­ten­de Meldeinzidenzen anzugeben. 

Abbildung 1 zeigt, wie sich die model­lier­ten Inzidenzen in den ver­schie­de­nen Szenarien ent­wi­ckeln. Die blaue Kurve zeigt das eher günstige Szenario 1. Die rote und die gel­be Kurve unter­schei­den sich bzgl. des Datums, an dem die neue Immunflucht-Variante erst­ma­lig auf­tritt. Im gel­ben Fall wird die neue Variante am 01.07.22 eingeführt; im roten am 01.10.22…«

Wie auch immer, es wird böse enden

Am 1.11. wird uns eine "7‑Tage-Hospitalisierungsinzidenz" von 10 bis zu 100 und mehr erwischen.:

Impfungen von bis zu 25% der Bevölkerung pro Woche

"Möglicherweise" bringt "mehr­fa­ches Boostern" eine "gewis­se Schutzwirkung":

»Anders als im letz­ten Bericht kon­zen­trie­ren wir uns dies­mal nicht auf eine mögliche Impfpflicht. Stattdessen betrach­ten wir, wel­che Wirkung schnel­le Impfkampagnen auf die oben dis­ku­tier­ten Szenarien haben würden. Durch die­se ange­nom­me­nen Kampagnen würden Impfungen von bis zu 25% der Bevölkerung pro Woche, im Oktober, durchgeführt wer­den. Dabei unter­schei­den wir zwei mögliche Impfstoffe:

        1. Bisheriger Impfstoff. Weil es sich in den Szenarien 2 und 3 um eine wei­te­re Immunflucht-Variante han­delt, ist damit zu rech­nen, dass der bis­he­ri­ge Impfstoff bzgl. Übertragung hier kaum Wirkung hat. Andererseits geht unser Immunitätsmodell davon aus, dass jedes Immunisierungsereignis Antikörper gegen jede Variante von SARS-CoV‑2 erzeugt, wenn auch even­tu­ell in sehr klei­ner Anzahl.
          die­se ursprünglich sehr klei­ne Menge möglicherweise auf eine Höhe gebracht, wel­che eine gewis­se Schutzwirkung gegen schwe­re Verläufe entfaltet. 
        2. Impfstoff mit “Omikron-Update”. Dies wäre ein Impfstoff, wel­cher gegen Omikron ähnlich gut wirkt wie der ursprüngliche Impfstoff gegen die Wildvariante. Die Stärke der Wirkung die­ses Impfstoff-Updates gegen die hypo­the­ti­sche neue Virusvariante würde in unse­ren Überlegungen der Stärke der Wirkung des ori­gi­na­len Impfstoffes gegen Omikron ent­spre­chen – redu­ziert, aber noch wirksam.

Zusätzlich wird auch hier bei bei­den Impfstoffen ein “eher nied­ri­ger Impfschutz gegen schwe­ren Verlauf gege­ben Infektion” (Impfschutzvariante A) sowie ein “eher hoher Impfschutz gegen schwe­ren Verlauf gege­ben Infektion” (Impfschutzvariante B) [sic] betrachtet.

In der am bes­ten wirk­sa­men Impfkampagne wer­den alle (!) Personen ab fünf (!) Jahren mit dem Update-Impfstoff geimpft…«

We will, we will lock you (down)

»Einordnung der Simulationsergebnisse

Selbst das “eher günstige” Szenario 1 führt zu einer Welle ähnlich der Omikron-Welle. Immerhin haben wir hier die Möglichkeit, durch eine geziel­te Impfkampagne sowohl die Welle der Infektionen abzuschwächen als auch die Krankenhausbelastung zu reduzieren.

Es gibt aber auch eine gewis­se Wahrscheinlichkeit, dass das “eher ungünstige” Szenario 3 ein­tritt. Falls dies pas­siert, können (laut unse­ren Simulationen) Impfungen als Einzelmaßnahme nur dann eine Überlastung des Gesundheitssystems ver­mei­den, wenn eine uto­pisch hohe Impfquote von 100% ab einem Alter von 5 Jahren ange­nom­men wird. Falls eine Überlastung des Gesundheitssystems abge­wen­det wer­den soll, wird es in einem sol­chen Szenario also nötig sein, über die Impfkampagne hin­aus sehr schnell sehr deut­li­che Gegenmaßnahmen zu ergrei­fen – also Teststrategie, Maskenpflichten und Kontaktbeschränkungen.«

Man könn­te im Zusammenhang mit ihrem Institut sagen: "Die haben ein Rad ab".

Weiteres Amüsantes und Makabres der Nageltruppe hier.

(Hervorhebungen nicht im Original. Fußnoten und Verweise wur­den hier weggelassen.)

24 Antworten auf „Sie nageln weiter“

  1. hmmm…
    vor­hin lief mal wie­der "12 mon­keys" in der Glotze.
    Zitat aus dem Film:
    "5.000.000 Tote durch den Virus"
    Hat schon jemand einen Zeitreisenden erblickt?

    Noch ein Filmzitat (ande­rer Film vor kurzem):
    "ich hab da ein ganz mie­ses Gefühl…"

    Ok… Schluss nu mit dunk­len Gedanken.
    Ich geh dann mal in die Federn. 🙂

  2. Auf die Straße!
    Jeden Montag ab 18 Uhr.
    Alle Menschen.

    Wenn wir die­sem gan­zen Irrsinn jetzt nicht end­lich ein Ende berei­ten, dann wird es die ande­re Seite bis zum Herbst geschafft haben, uns ein Ende zu machen.
    Und dann war' das.
    Mit Menschlichkeit und Menschheit.

    (Am nächs­ten Montag aber bin ich aus­nahms­wei­se bei einer inter­na­tio­na­len Feier der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus durch die sowje­ti­sche Armee; auch drau­ßen, aber nicht auf der Straße.)

    1. Wo und wann nächs­ten Montag in Berlin ist denn die inter­na­tio­na­le Feier?

    2. Danke @Witwesk

      Man kann es nicht oft genug sagen: Die UdSSR, die Sowjetunion, die Rote Armee hat ganz Europa vom Faschismus befreit!

      Russische Soldaten haben die­se Woche die Rote Fahne auf einem Fabrikgebäude in Mariupol gehisst. Genauso wie auf dem Reichstag im Mai 1945.

      Der Sozialismus wird sie­gen, davon bin ich überzeugt!

    3. @Witwesk
      Kannst du bit­te eine Flagge der Freien Linken mit­brin­gen? Stell mich damit ger­ne vor den Junge Welt und VVN-BDA Stand!
      (Die Fahne ist von der Roten Armee adaptiert.)

  3. So so, die Nagel-Truppe simu­liert Wellen mit dem Dunkelziffer-Effekt.
    Um außer Lauterbach auch noch ande­re Leute zu beein­dru­cken, könn­ten die mal ein Video machen über ihre Modellierungen.
    Etwas so:
    Lauterbach: Dunkelziffer-Effekt? Was ist das?
    Antwort Nagel: Es macht die Ziffern dunkel.
    Lauterbach: Verstehe.

    Das ist so ähn­lich wie beim blau­en Licht.
    https://www.youtube.com/watch?v=F27a_llICDU

    1. Die Nagel-Truppe schreibt so, wie Klabauterbach sich offen­sicht­lich die Ergebnisse wünscht, vor­ge­legt zu bekom­men. Nutten- und Strivcher-"Wissenschaft".

  4. Hab ich das rich­tig ver­stan­den, Verkehrsplaner model­lie­ren schon­mal die nächs­ten Wellen zurecht um die Spritze zu promoten?
    Wir leben tat­säch­lich in Absurdistan.

  5. Ab da war für mich schon wie­der die Messe gelesen.

    "Sofern die Immunflucht-Variante bzgl. Krankheitsschwere so gefährlich wie die Delta-Variante ist, droht laut unse­rem Modell eine erneu­te Überlastung des Gesundheitssystem."

    Auch "Delta" war so unge­fähr­lich für einenGroßteil der Gesellschaft, dass es zu einer bis dahin nie da gewe­se­nen his­to­ri­schen Bettenunterlastung geführt hat. (1,2) Dieses dum­me Geschwätz von "erneu­ter Überlastung des Gesundheitsystens" kann nur noch mit Vorsatz und/oder Bösartigkeit erkärt werden.

    1) Analysen zum Leistungsgeschehen der Krankenhäuser
    und zur Ausgleichspauschale in der Corona-Krise >>> https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Analyse_Leistungen_Ausgleichszahlungen_2020_Corona-Krise.pdf

    (2) Krankenhäuser: Bettenauslastung auf Rekordtief >>> https://www.aerzteblatt.de/archiv/221559/Krankenhaeuser-Bettenauslastung-auf-Rekordtief

  6. „…droht laut unse­rem Modell eine ERNEUTE Überlastung des Gesundheitssystems…“ ???
    Hat Herr Lauterbach nicht kürz­lich zuge­ge­ben, dass das Gesundheitssystem ZU KEINER ZEIT wäh­rend der Pandemie über­las­tet war? Warum dann jetzt sol­che Modellierungen?

  7. Wie der Pizza-Lieferdienst um die Ecke. Vorauskasse in Form von Förderung? 

    Jeder redet vom Energiesparen. Die Seuchen-Modell-Truppe soll­te einen Nagel mit Kopf machen und die Rechner abschal­ten. Oder spen­den, damit die Folgen der Impfschäden hoch­ge­rech­net wer­den können.

  8. Ist es eigent­lich als Bürger mei­ne Aufgabe, dass Gesundheitswesen vor dem Kollabieren zu bewah­ren? Ich fra­ge mich das schon eine zeit­lang, weil die­se für mich absur­de Begründung neben dem Schutz von beson­ders Gefährdeten zur Begründung der Maßnahmen her­an­ge­zo­gen wurde.
    Selbst wenn das Gesundheitssystem über­las­tet gewe­sen wäre, fin­de ich die­se Begründung eini­ger­ma­ßen abson­der­lich, denn die eigent­lich logi­sche Folge wäre ja, dass wenn die­se Gefahr tat­säch­lich besteht, die­sem Zustand abzu­hel­fen ist d.h das Gesundheitssystem so aus­zu­stat­ten, das die­ses dem Mehraufwand gewach­sen ist. In den letz­ten 30 Jahren war aller­dings das Gegenteil der Fall und in der Pandemie wur­den ja auch Betten abge­baut und KH geschlos­sen. Die Menschen die dort arbei­ten wur­den eben­falls nach anfäng­li­chen Geklatsche so ziem­lich links lie­gen gelas­sen, geschwei­ge denn bes­ser ent­lohnt oder durch Neueinstellungen ent­las­tet — und das geht ja mun­ter wei­ter, denkt man an den Artikel hier im Blog a la 3000 € Begrüßungsgeld nebst mie­sem Lohn für aus­län­di­sche Pflegekräfte in NRW.
    Nach all dem soll sich der Bürger dann aber ein Gewissen machen bzw machen las­sen, dass er nun die Pflicht habe den dro­hen­den Kollaps zu ver­hin­dern. Das ist absurd. Zwar wird das Gesundheitssystem von jedem Bürger finan­ziert aller­dings hat die­ser weder bei den poli­ti­schen noch öko­no­mi­schen Entscheidungen irgend­wel­che direk­ten Einflussmöglichkeiten. Jeder Gesundheitskonzern wür­de sich die­se Einmischung im Namen der unter­neh­me­ri­schen Freiheit auch nicht gefal­len las­sen und die Politik, für den der Bürger sowie­so nur als Wahlvieh will­kom­men ist, macht eh was sie will.
    Von daher und solan­ge dies so ist, sehe ich mich als Bürger abso­lut nicht dafür zustän­dig, dass Gesundheitswesen vor sei­nem Untergang zu retten.

    1. "Von daher und solan­ge dies so ist, sehe ich mich als Bürger abso­lut nicht dafür zustän­dig, dass Gesundheitswesen vor sei­nem Untergang zu retten."

      @Emil
      Das sehe ich genau so wie Sie! Die Argumentation der Regierung in der Sache ist voll­kom­men wider­sin­nig, ver­stößt gegen das Grundgesetz, die Menschenwürde und die Gesetze von Logik. Ganz basa­le Dinge, die aber vie­le Menschen nicht mehr begrei­fen und beach­ten wollen.

  9. Es fällt mir manch­mal schwer zu ent­schei­den, wel­che Personengruppe das grö­ße­re Übel ist: Die geis­tes­kran­ken Größenwahnsinnigen hin­ter dem Spritzmitteleinsatz oder deren durch­ge­knall­ten Simulanten und Helfershelfer, die das Land gegen die Wand fahren.

  10. Auch in Bordellen gibt es Experten für Verkehrssystemplanung, für zügel­lo­se Phantasien gegen Geld, und für die Verkleidung mit Wissenschaftler- oder Ärztekitteln. Aber wie­so kom­me ich jetzt darauf?
    Immerhin habe ich ges­tern doch auch gleich von meh­re­ren Experten gele­sen, die eine Entwicklung zu wei­te­ren mil­den Varianten für das Wahrscheinlichste hal­ten. Steigende Angst wegen immer mehr Nebenwirkungs-Enthüllungen?

  11. Mich wür­de mal inter­es­sie­ren wie­viel Kohle die Simulanten bekom­men für jede die­ser spe­zi­ell hin­ge­lo­ge­nen Studien?

  12. STOPPT DIE TECHNOKRATIE! Die Menschenwürde ist unan­tast­bar und steht über ALLEM!!!!!
    – über Hetze
    – über Angstmache
    – über dem Tod durch…
    – über Modellen und Hochrechnungen
    – über dem Geld
    – über dem Ego
    – über den Finanzierungsproblemen von Krankenhäusern usw.

  13. Zu die­sen Modellen ist nur GIGO zu sagen: Garbage in, gar­ba­ge out!

    Und Garbage out ist genau das, was die Politik von denen erwartet!

  14. Neue Modellierung veröffentlicht:
    "Wirkungen mög­li­cher Impfkampagnen im Herbst 2022"
    4 Mai 2022

    Theoretische Modellierungen mög­li­cher "Corona-Szenarien" gehör­ten in den zurück­lie­gen­den zwei Jahren zu den wesent­li­chen Argumentationspfeilern der ver­ant­wort­lich han­deln­den Politiker.
    Nachweislich ent­spra­chen vie­le Modelle rück­bli­ckend nicht der Realität. Auch für den kom­men­den Herbst wird schon wie­der flei­ßig "model­liert".

    von Bernhard Loyen

    Im Gegensatz zum Status quo am Beginn der Coronakrise im Jahr 2020 kön­nen ver­ant­wort­li­che Politiker mitt­ler­wei­le auf reich­hal­ti­ge Vergleichsmaßstäbe oder sogar erwie­se­ner­ma­ßen nach­weis­li­che Fehleinschätzungen ver­pflich­ten­der Maßnahmenverordnungen zurück­grei­fen, könn­ten die­se für künf­ti­ge Strategien und Entscheidungen ein­be­zie­hen und berücksichtigen.
    Es gilt als nach­voll­zieh­bar und erwie­sen, dass sich Politiker zu Beginn der Krise Hilfe und Unterstützung im Bereich der theo­re­ti­schen Wissenschaft in Form soge­nann­ter Modellierungen für ein Szenario X such­ten, par­al­lel zur eher ver­wal­ten­den Arbeit der ein­schlä­gi­gen Ministerialbeamten und ‑ange­stell­ten.

    Solche Kooperation wird sicher­lich auch für den Herbst und Winter 2022 wie­der zu erwar­ten sein.
    Es gilt jedoch erneut die Frage zu stel­len, wel­che Absichten und Erwartungen hegen die regie­ren­den Politiker hin­sicht­lich der künf­ti­gen Modellierungen?
    Was bestimmt die Motivation der Sachverständigen für der­ar­ti­ge Modellierungen?
    Für die anvi­sier­te Zielgruppe, den Durchschnittsbürger die­ses Landes, sind die ver­öf­fent­lich­ten Ergebnisse – trotz all sei­ner in zwei Jahren pri­vat gesam­mel­ten "Expertise" – schwer zu beur­tei­len, da nur Tendenzen kol­por­tiert wer­den, in Bezug auf Argumente oder beab­sich­tig­te Nützlichkeit.

    Am 26. April 2022 ver­öf­fent­lich­te die Technische Universität Berlin – unver­mu­tet in einem Blog mit der Überschrift "Verkehrsplanung" – Folgendes über eine neue Modellierung: "Wirkungen mög­li­cher Impfkampagnen im Herbst 2022 –
    Neuer MODUS-COVID Bericht."
    In der Einleitung heißt es zu Beginn: "In dem von Prof. Nagel geführ­ten Projekt "MODUS-COVID" haben wir dem BMBF wie­der einen Bericht abgeliefert."
    BMBF ist das Kabinettskürzel für das "Bundesministerium für Bildung und Forschung".
    Die Formulierung "wie­der einen Bericht" belegt, dass die­ses Projekt "MODUS-COVID" offen­bar schon in den zurück­lie­gen­den Jahren sol­che Modellierungen abge­lie­fert hatte.
    Dazu hieß es auf der Seite des BMBF bereits im Oktober 2021:

    "Eigentlich berech­net Prof. Kai Nagel, wie sich Verkehrsflüsse mög­lichst nach­hal­tig und effi­zi­ent für alle lei­ten las­sen – in der Corona-Pandemie befass­te er sich mit den Verbreitungswegen von SARS-CoV‑2 …
    Mit sei­nen Prognosen kam der Wissenschaftler der Realität oft sehr nahe, und so wur­de er in den ver­gan­ge­nen 18 Monaten zu einem viel­zi­tier­ten Experten bei der Simulation des Ausbreitungsverhaltens von SARS-CoV‑2."

    Des Weiteren infor­miert das BMBF über Prof. Kai Nagel: "… im März 2020 ließ er die dem Robert Koch-Institut und den Gesundheitsämtern vor­lie­gen­den Daten erst­mals in sein Modell ein­flie­ßen, und trotz deren Komplexität und wie­der­holt nöti­ger Aktualisierungen konn­ten er und sein Team kur­ze Zeit spä­ter bereits genaue­re Aussagen zur Entwicklung der Infektionsdynamik treffen."
    Prof. Nagels Modellierungen haben also einen nicht zu unter­schät­zen­den Stellenwert in der ver­ord­nen­den Politik, auch wenn die­se getrof­fe­nen "Aussagen" ledig­lich Prognosen der ver­wen­de­ten Modelle sein konnten.

    Die aktu­ells­te Modellierung wird im Bericht "Wirkungen mög­li­cher Impfkampagnen im Herbst 2022 – MODUS-COVID Bericht vom 26.04.2022" auf neun Seiten, unter­teilt in sechs Kapitel beschrieben.
    In dem ers­ten Kapitel als "Zusammenfassung" heißt es:
    "Wir betrach­ten mög­li­che Szenarien der Virusentwicklung für die nächs­ten Monate."
    Das Team um Prof. Nagel berech­ne­te Varianten und dar­aus resul­tie­ren­de gesell­schaft­li­che Herausforderungen, aus­ge­hend von einer ver­mu­te­ten "Omikron-ähn­li­chen Variante" sowie einer denk­ba­ren "neu­en Immunflucht-Variante".
    Dazu schreibt das neun­köp­fi­ge Team in der Veröffentlichung:

    "Sofern die Immunflucht-Variante bzgl. Krankheitsschwere so gefähr­lich wie die Delta-Variante ist, droht laut unse­rem Modell eine erneu­te Überlastung des Gesundheitssystems."

    Erneute Überlastung?
    Der Staatssekretär Edgar Franke, aus dem Ministerium Lauterbach, wird im Februar 2022 mit den Worten zitiert:

    "Eine deutsch­land­wei­te, regio­nal gleich­zei­ti­ge Überlastung aller ver­füg­ba­ren ITS-Kapazitäten, die eine sys­te­mi­sche Unterversorgung von inten­siv­pflich­ti­gen COVID-19-Fällen (…) bedeu­tet hät­te, trat nicht ein."

    Gesundheitsminister Lauterbach kri­ti­sier­te die­se Aussage prompt als ver­zerrt und ver­kürzt dar­ge­stellt, um dann jedoch in einem Interview mit der Tageszeitung taz einzugestehen:

    "Es gab nur kei­ne deutsch­land­wei­te Überlastung des Gesundheitssystems, also kei­ne an allen Stellen gleich­zei­tig. Aber Patienten muss­ten von einem Bundesland ins ande­re Bundesland ver­legt werden."

    Die ers­te Frage soll­te also lauten:
    Warum spricht das Team um Prof. Nagel in sei­nem aktu­ells­ten Arbeitsbericht von einer "laut unse­rem Modell" dro­hen­den erneu­ten "Überlastung des Gesundheitssystems"?
    In der Veröffentlichung betrach­tet das Team, aus­ge­hend von "Simulationen", "mög­li­che Szenarien" für die kom­men­den Monate und "mög­li­che Auswirkungen" auf die Infektionsdynamik, die "eine sol­che hypo­the­ti­sche Virusmutation haben könnte."
    Also auch für die dies­jäh­ri­ge Herbst-Winter Modellierungs-Saison ste­hen den han­deln­den Politikern erneut sehr vie­le theo­re­ti­sche Eventualitäten und prak­ti­sche Konjunktiv-Formulierungen zur Verfügung.

    Aus den Darlegungen ihrer "Szenarien resul­tie­ren­der Infektionszahlen" und "Szenarien resul­tie­ren­der Hospitalisierungsinzidenzen" schluss­fol­gert das Forscherteam final im Kapitel 5 "Wirkung mög­li­cher Impfkampagnen", dass sie sich "dies­mal nicht auf eine mög­li­che Impfpflicht" kon­zen­trie­ren wür­den, son­dern in Betracht zögen, "wel­che Wirkung schnel­le Impfkampagnen auf die oben dis­ku­tier­ten Szenarien haben würden."
    Dabei unter­schei­den die Wissenschaftler "zwei mög­li­che Impfstoffe": "
    Bisheriger Impfstoff" und "Impfstoff mit Omikron-Update".
    Zu der Modellierung mit Einsatz eines "bis­he­ri­gen Impfstoffs" heißt es:

    "Weil es sich in den Szenarien 2 und 3 um eine wei­te­re Immunflucht-Variante han­delt, ist damit zu rech­nen, dass der bis­he­ri­ge Impfstoff bzgl. Übertragung hier kaum Wirkung hat …
    Durch mehr­fa­ches Boostern wird die­se ursprüng­lich sehr klei­ne Menge (von Antikörpern) mög­li­cher­wei­se auf eine Höhe gebracht, wel­che eine gewis­se Schutzwirkung gegen schwe­re Verläufe entfaltet."

    "Möglichweise" eine "gewis­se Schutzwirkung" gegen "schwe­re Verläufe"?
    Anscheinend waren im Team der Nicht-Mediziner um Prof. Nagel die jüngs­ten ein­schlä­gi­gen Warnungen von Medizinern zu dem Thema nicht bekannt, die ein­deu­tig und nach­drück­lich vor "mehr­fa­chem Boostern" warnten.
    Das ZDF infor­mier­te im Januar 2022: "EMA warnt vor zu häu­fi­gem Boostern".
    Der ehe­ma­li­ge Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Andreas Radbruch, weist regel­mä­ßig auf die Booster-Problematik hin.
    In einem Interview im März 2022 wird er gefragt, war­um häu­fi­ges Boostern aus sei­ner Sicht pro­ble­ma­tisch sei.
    Seine Erläuterung lautete:

    "Die 'anti­ge­ne Sünde', so der Fachbegriff, beschreibt einen Effekt, bei dem sich das Immunsystem auf einen bestimm­ten Impfstoff prägt.
    Wenn man nun dau­er­boos­tert, bis das Immunsystem wirk­lich über­sät­tigt ist, und dann eine Variante käme, die sehr ähn­lich, aber gefähr­li­cher wäre, könn­te man mit die­sem Impfstoff nichts mehr errei­chen, selbst wenn man einen ange­pass­ten neh­men würde."

    Daher irri­tiert die Veröffentlichung der Gesundheitsforschung im BMBF als Auftraggeber für das vier Jahre lang mit ins­ge­samt 3,2 Mio. Euro geför­der­te Projekt MODUS-COVID auch dahin­ge­hend, dass das Team der Verkehrsforscher um Prof. Nagel mit "sei­nen Prognosen … der Realität oft sehr nahe" kam und "in den ver­gan­ge­nen 18 Monaten zu einem viel­zi­tier­ten Experten bei der Simulation des Ausbreitungsverhaltens von SARS-CoV‑2" wur­de. Mehr als irri­tie­rend ist die fol­gen­de Formulierung im jüngs­ten ver­öf­fent­lich­ten Bericht der Verkehrsforscher-Gruppe ihrer (zum Glück nur theo­re­ti­schen) Modellierung im Kapitel 5 als Originalzitat:

    "In der am bes­ten wirk­sa­men Impfkampagne wer­den alle (!) Personen ab fünf (!) Jahren mit dem Update-Impfstoff geimpft."

    Alle Personen ab fünf, also Kleinkinder?
    Laut Statistik erhiel­ten tat­säch­lich bis­her nur 22 Prozent der 5- bis 11-jäh­ri­gen Kinder in Deutschland (das sind sta­tis­tisch ca. 6 Millionen Kinder) bis dato eine COVID-19-Erstimpfung.
    Zur Begründung ihrer rein mut­maß­li­chen Berechnungen zu einer sol­chen "Impfempfehlung" heißt es in dem Forschungsbericht:

    In Szenario 1 ("eher güns­tig") bewirkt dies ein sehr deut­li­ches Absinken von Infektions- und Hospitalisierungsinzidenzen.
    Im mitt­le­ren Szenario 2 wird die Infektionsinzidenz durch eine sol­che Impfkampagne auf das 0,7‑fache des Niveaus der Omikron-Welle abge­senkt, die maxi­ma­le Hospitalisierungsinzidenz beträgt nur noch das 0,2- bis 0,6‑fache des Maximums der Omikron-Welle (…).
    Im "eher ungüns­ti­gen" Szenario 3 ist die Infektionsinzidenz wie in Szenario 2.
    Die Hospitalisierungsinzidenz beträgt das 0,7- bis 2,1‑fache des Maximums der Omikron-Welle (…).

    Im Kapitel 6 zur "Einordnung der Simulationsergebnisse" heißt es dann: "Selbst das 'eher güns­ti­ge' Szenario 1 führt zu einer Welle ähn­lich der Omikron-Welle.
    Immerhin haben wir hier die Möglichkeit, durch eine geziel­te Impfkampagne sowohl die Welle der Infektionen abzu­schwä­chen als auch die Krankenhausbelastung zu redu­zie­ren" und weiter:

    "Es gibt aber auch eine gewis­se Wahrscheinlichkeit, dass das 'eher ungüns­ti­ge' Szenario 3 eintritt.
    Falls dies pas­siert, kön­nen (laut unse­ren Simulationen) Impfungen als Einzelmaßnahme nur dann eine Überlastung des Gesundheitssystems ver­mei­den, wenn eine uto­pisch hohe Impfquote von 100% ab einem Alter von 5 Jahren ange­nom­men wird.
    Falls eine Überlastung des Gesundheitssystems abge­wen­det wer­den soll, wird es in einem sol­chen Szenario also nötig sein, über die Impfkampagne hin­aus sehr schnell sehr deut­li­che Gegenmaßnahmen zu ergrei­fen – also Teststrategie, Maskenpflichten und Kontaktbeschränkungen."

    Es wird dabei eine "uto­pisch hohe Impfquote von 100 Prozent ab einem Alter von 5 Jahren" angenommen?
    Bei den jetzt schon sehr gut doku­men­tier­ten und ver­füg­ba­ren Zahlen und Fakten der gesell­schaft­li­chen Gesamtsituation in den zurück­lie­gen­den zwei Corona-Jahren in Deutschland ist ein­deu­tig nach­weis­bar, dass die Menschen in die­sem Land nach­weis­lich mehr unter der auf Modellierungen à la "Team Nagel" basie­ren­den Maßnahmenpolitik gelit­ten haben als durch die Bedrohungen von Virus-Varianten.
    In dem aktu­el­len Wikipedia-Beitrag wird die Prognosesicherheit von Prof. Kai Nagel so "gewür­digt":

    "Seit 2020 gehört Nagel zu den Fachleuten, die die deut­sche Bundes- und die Landesregierungen wäh­rend der COVID-19-Pandemie beraten.
    Im März 2021 erreg­te sei­ne Warnung vor einer mög­li­chen Inzidenz von 2000, die im Mai 2021 ent­spre­chend sei­ner Modellierungen erreicht wer­den könn­te, media­les Aufsehen.
    Als mög­li­che Maßnahme, die­se zu ver­mei­den, sprach er sich für inten­si­ves Testen aus.

    Als mög­li­che Gründe dafür, war­um die­se und ande­re Prognosen sich nicht bestä­tig­ten, nann­te im Mai die Zeitschrift Focus, dass sich Faktoren wie Schulöffnung, Aktivitätsniveau, nied­ri­ge Impfquote, wenig Tests in Einrichtungen, die den Modellierungen zugrun­de lagen, geän­dert hatten." 

    Heißt es nicht im Volksmund salopp "Knapp dane­ben, ist auch vorbei"?
    Der Focus-Artikel trägt die Überschrift:
    "Inzidenz von 2000?
    Warum die Horror-Prognose nicht ein­traf – und die Zahlen sinken."
    Der Wikipedia-Beitrag infor­miert lei­der nicht dar­über, ob Herr Nagel neben­bei auch noch Familienvater ist.
    In einem Interview mit dem Radiosender des rbb in der Sendung Radio Eins im August 2021 wur­de der Fachmann aber den­noch zum Thema Kinder als ver­meint­li­che "Pandemietreiber" befragt, aus­ge­hend sei­ner auch damals theo­re­ti­schen Modellierung.
    Der Moderator frag­te: "Wenn die Schulen wie­der los­ge­hen (nach den Sommerferien 2021), war­um gehen sie davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler zu Pandemietreibern werden?
    Nagels Antwort lautete:

    "Pandemietreiber ist irgend­wie ein unschö­nes Wort, aber sie tra­gen bei, und es ist jetzt so, dass Delta zwei- bis drei­mal anste­cken­der ist als die ori­gi­na­le Variante, und das sieht bei uns eben so aus.
    Ob es dann aus­reicht, dass die Schüler das dann wei­ter­tra­gen, und jetzt haben wir halt die Situation, dass die Schüler und Schülerinnen nicht geimpft sind …" 

    Stellvertretend für vie­le Überlegungen zu den unsäg­li­chen Belastungen und eben auch Unterstellungen und auch dar­aus resul­tie­ren­den zusätz­li­chen psy­chi­schen Belastungen der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sei hier auf das Ergebnis der Studie "Covid Kids Bavaria" 2020/2021 aus Bayern ver­wie­sen. Laut die­sem Ergebnis einer Studie gebe es kei­ner­lei Anhaltspunkte, das "Kinder 'Virenschleudern' gewe­sen sei­en, sag­te der [Ärztliche] Direktor der Kinderheilkunde im Haunerschen Kinderspital am LMU-Klinikum München Christoph Klein als einer der Studienleiter", heißt es in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung im Januar 2022. 

    Auch hier stellt sich die Frage, war­um das Verkehrsforscher-Team um Prof. Nagel sol­che Erkenntnisse der­ma­ßen igno­riert oder negiert.
    Benötigen Kinder ab dem Alter von fünf Jahren nach den Erkenntnissen der zurück­lie­gen­den zwei Jahre über­haupt einen Corona-Impfschutz – egal ob "alter" oder "neu­er" Bauart? Eindeutig Nein, außer bei einer kla­ren Indikationsimpfempfehlung durch Vorerkrankungen. In einem Artikel der Berliner Zeitung vom 2. Mai 2022 heißt es:

    "Wie wäre ein Arzt zu nen­nen, der einem Patienten seit Monaten ein Medikament ver­ord­net, ohne zu wis­sen, ob es wirkt? Vielleicht sogar schlim­mer noch: der die Dosis stän­dig erhöht, weil die erhoff­te Heilung ausbleibt.
    Er wäre wohl als Quacksalber zu bezeich­nen, den es zum Wohle der Menschheit aus dem Verkehr zu zie­hen gilt.

    Die deut­sche Politik und eini­ge der­je­ni­gen, die sie bera­ten, machen seit mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie genau das: Sie erlas­sen Maßnahmen und heben sie wie­der auf, ohne zu wis­sen, ob dies wirk­lich hilf­reich ist, weil sie über kei­ne gesi­cher­ten Daten verfügen.
    Sie bewe­gen sich im Blindflug durch ein bedroh­li­ches Szenario wie ein Quacksalber ohne Approbation durch sei­ne Patientenkartei."

    Das Gefährliche einer Modellierung aus dem Hause der Technischen Universität Berlin, ist, dass das Team um Prof. Nagel wei­ter will­kür­lich model­liert, trotz vor­lie­gen­der ein­schlä­gi­ger Erkenntnisse von Medizinern und Statistikern der bear­bei­te­ten Felder.
    Wie die ver­ant­wort­lich (?) han­deln­den Politiker mit die­ser jüngs­ten Veröffentlichung, also auch einer Empfehlung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umge­hen, wer­den uns die kom­men­den Wochen und Monate zeigen.

  15. Boah, ich kann's echt nicht mehr hören…
    Für mich ist die­se Armee von Schwachköpfen ein­fach nur noch
    kri­mi­nell. Die wis­sen sehr wohl, was sie da im Auftrag für einen
    Humbug 'model­lie­ren'. Solche Typen (das Wort 'Mensch' in diesem
    Zusammenhang zu benut­zen, fällt mir immer schwe­rer. Dazu müss­ten sie sich auch wie Menschen ver­hal­ten) sind für mich ein­fach nur noch seelenlos.

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