Spahn stellt sich

Nicht zu früh freu­en. "Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben sich Corona-Fragen von Bürgern gestellt", heißt es heu­te auf rnd.de. Das Interessante an dem Artikel ist, daß BürgerInnen über­haupt nicht zu Wort kom­men. Statt des­sen das Übliche:

»Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält ange­sichts der stei­gen­den Corona-Infektionszahlen einen zehn- bis 14-tägi­gen har­ten Lockdown für nötig. „Wenn wir die Zahlen neh­men, auch die Entwicklungen heu­te, brau­chen wir eigent­lich noch mal zehn, 14 Tage min­des­tens rich­ti­ges Runterfahren unse­rer Kontakte, unse­rer Mobilität“, sag­te der CDU-Politiker am Samstag bei einer Onlinediskussion zur aktu­el­len Impflage und Corona-Tests im Alltag…

„Wenn wir die Welle recht­zei­tig bre­chen wür­den, dann könn­ten wir anschlie­ßend genau die Öffnungsschritte gehen, die man jetzt schon in eini­gen Ländern und Kommunen sehe“, so Spahn. Er warn­te vor einer Überlastung der Intensivmedizin, „wenn wir die­se Welle jetzt nicht bre­chen“.«

Allerdings sieht die Wirklichkeit so aus:

https://www.divi.de/joomlatools-files/docman-files/divi-intensivregister-tagesreports/DIVI-Intensivregister_Tagesreport_2021_03_27.pdf

Der glei­chen Quelle ist zu ent­neh­men, daß aktu­ell 20.477 Intensivbetten belegt sind, COVID-19-Fälle damit 16,6 Prozent aus­ma­chen. Ausdrücklich wird dar­auf ver­wie­sen, daß bei COVID-19-Fällen "auf­grund von Verlegungen… Mehrfachzählung mög­lich" ist. Vor zwei Tagen waren übri­gens 20.700 Betten belegt.

Hier ist zu sehen, wie Anfang August die Zahl der Betten zurück­ge­fah­ren wurde:

https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen

Die ful­mi­nan­te Welle der "Neuinfektionen" stellt sich laut RKI heu­te so dar:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021–03-27-de.pdf?__blob=publicationFile
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021–03-27-de.pdf?__blob=publicationFile

9 Antworten auf „Spahn stellt sich“

  1. die glei­che Leier immer wie­der. Dass der sich noch traut, vor Überlastung der Intensivstationen zu war­nen, nach­dem tau­sen­de Intensivbetten abge­baut wur­den. Motto: Frechheit siegt.

  2. Die letz­te Welle, die wir gebro­chen haben, hat sich offen­bar bis heu­te nicht gebro­chen.… Vielleicht soll­ten die Wellenreiter lang­sam auch auf­pas­sen, daß sich die Welle nicht über ihnen bricht.

  3. Vor allem ist frap­pie­rend, dass der Bettenabbau mit­ten wäh­rend der "zwei­ten Welle" vor­ge­nom­men wur­de. Wo ist denn das Überlaufen der Bettenstationen zu erken­nen, was man zum Jahresende stünd­lich in den Nachrichten vor­ge­setzt bekam und schon von dro­hen­der Triage gefa­selt wurde?

  4. Ihr stellt die Frage falsch herum !

    Wieviele Betten müs­sen noch abge­baut wer­den, damit eine Welle "end­lich" zum über­las­ten der Krankenhäuser führt. Wieviele Krankenhäuser müs­sen noch geschlos­sen wer­den, bis end­lich die Triage ange­wen­det wer­den kann. Wieviele müs­sen noch geimpft und die Pandemie zeit­lich ver­schleppt wer­den, damit end­lich eine Mutation auf­tritt bei der die dann "end­lich" im zwei­stel­li­gen Bereich ster­ben, damit auch "end­lich" der letz­te begreift was für eine "gefähr­li­che" und "töd­li­che" Pandemie """wir""" ( nene ich nicht ) hier mit so viel Mühe, Liebe, Herzblut und ""Kompetenz"" auf­ge­baut haben.

    Schließlich darf die Mühe doch nicht umsonst gewe­sen sein

    zu dem Hungerproblem – ich kann Dir meh­re­re Familien in Deutschland zei­gen, wo die Kinder ab der Mitte des Monats Nudeln mit Ketchup bekom­men – und das nicht weil die das so ger­ne essen – son­dern weil so man­cher gering­ver­die­ner nicht genug Geld hat um sei­ne Familie ver­nünf­tig zu ernäh­ren – da brauchs­te nicht auf ande­re Kontinente zu schielen 

    Und eine pro­gno­se –> wir wer­den auch noch die Lebensmittelgeschäfte für "meh­re­re" Tage schlie­ßen und es wird die Viren wie­der nicht inter­es­sie­ren – aber 2025 wird es die Lösung geben – es wer­den alle gekeult und dann wird eine neue Zucht auf­ge­baut .…. Teilnehmen darf nur wer sys­tem­re­le­vant ist oder sich ""EINKAUFEN"" kann

    abschlie­ßennd – sor­ry es war ein Scheisstag

    1. @mirsmich: Viel Wahres. Es ist für mich aber kein Widerspruch, gegen Armut hier und Hunger woan­ders zu sein. Es sind die glei­chen Verbrecher, die für bei­des ver­ant­wort­lich sind. Arme und Hungernde soll­ten sich nicht gegen­ein­an­der aus­spie­len las­sen, son­dern gemein­sam den Verursachern das Handwerk legen. Da sie weit­ge­hend mit Überleben beschäf­tigt sind, brau­chen sie die Solidarität von uns Satten.

      1. @aa
        bit­te nicht miss­ver­ste­hen ich woll­te Dir kei­nen Widerspruch unter­stel­len son­dern die Idiotie noch stär­ker beto­nen und extra her­vor­he­ben. Denn zuoft habe ich Sätze wie "was kön­nen wir schon gegen den Hunger in Afrika oder Asien machen aber hier in Deutschland geht es ja allen gut" etc. gehört.
        Das Problem ist viel­leicht sogar weni­ger das aus­spie­len als die feh­len­de Vernetzung und die Verbindlichkeit unter­ein­an­der – Denn Reiche und ( dann spä­ter auch rei­che ) Politiker leben von Zusagen ( du sorgst heu­te für mei­ne Pandemie und mor­gen sitzt du bei mir im Vorstand) und das kön­nen die armen und Hungernden nicht leis­ten – wobei ich muß mich sel­ber kor­ri­gie­ren – das nennt man wohl aus­spie­len ( aber ich hab es so dem ein­fa­chen auch noch­mal erklärt )
        Aber wie sag­te mir vor­ges­tern ein 85 jäh­ri­ger Bekannter –> Nächste Woche hat er sei­nen Impftermin und sei­ne Frau ( erst 72) darf auch mit­kom­men und dann geht es "zurück in die Normalität und das wirst Du nicht ver­hin­dern" dabei hat­te ich Ihn nur gefragt, ob er sich über die mög­li­chen Nebenwirkungen einer Gentherapie aus­rei­chend infor­miert hat .….….….

        Und nach­dem Du auch das wie­der über­flie­gen wirst -> Dank für die Ganzen zusam­men­ge­tra­ge­nen Infos

  5. Zitat der Woche: aus Apotheke adhoc

    „Bei den Masken war es ein paar Wochen lang Wildwest. Mir ging es bei mei­nem per­sön­li­chen Engagement auch dar­um, den Beamten zu zei­gen, die Leitung zieht hier mit. Sonst den­ken mei­ne Mitarbeiter nicht im Traum dran, eine Bestellung in Millionenhöhe mit Vorkasse abzuschließen.“

    Gesundheitsminister Jens Spahn zu sei­nen Deals mit DocMorris & Co.

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