Tips für den Umgang mit der Drosten-Dissertation

In einer Denkschrift "Sicherung guter wis­sen­schaft­li­cher Praxis" der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus dem Jahr 1997 wird ausgeführt:

»Regeln guter wis­sen­schaft­li­cher Praxis sol­len – all­ge­mein und nach Bedarf spe­zi­fi­ziert für die ein­zel­nen Disziplinen – Grundsätze ins­be­son­de­re für die fol­gen­den Themen umfassen:…
– alle Ergebnisse kon­se­quent selbst anzuzweifeln,
– strik­te Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und Vorgängern zu wahren…

Die für das Verfahren zum Umgang mit Vorwürfen wis­sen­schaft­li­chen Fehlverhaltens auf­zu­stel­len­den Regeln… soll­ten… zweck­mä­ßi­ger­wei­se ein abge­stuf­tes Verfahren vorsehen.

Die ers­te Phase des Verfahrens (Vorermittlung) dient der Ermittlung einer Tatsachengrundlage zur Beurteilung des geäu­ßer­ten Verdachts. Sie balan­ciert Vertraulichkeit von Informationen über den Angeschuldigten und den­je­ni­gen, der Vorwürfe erhebt, mit einer genau­en Feststellung des Geschehens in vor­ge­schrie­ben kur­zer Zeit. Besonders in die­ser ers­ten Phase steht der Schutz des poten­zi­ell Unschuldigen im Vordergrund. Am Schluss der ers­ten Phase steht
die Entscheidung, ob sich der Verdacht ver­dich­tet hat und daher wei­te­re Untersuchungen erfor­der­lich macht oder ob er sich als gegen­stands­los erwie­sen hat.

Eine zwei­te Phase (Hauptverfahren) umfasst zusätz­lich erfor­der­li­che Untersuchungen, ins­be­son­de­re Beweisaufnahmen, die förm­li­che Feststellung, dass wis­sen­schaft­li­ches Fehlverhalten vor­liegt oder nicht, und schließ­lich die Reaktion auf einen bestä­tig­ten Verdacht. Die Reaktionen kön­nen die Gestalt von Schlichtungen oder Schiedssprüchen, Empfehlungen an Vorgesetzte oder ande­re oder den Ausspruch von Sanktionen – etwa auch die Verpflichtung, als
unkor­rekt erwie­se­ne Veröffentlichungen zurück­zu­zie­hen oder zu kor­ri­gie­ren – durch die dazu legi­ti­mier­te Instanz der jewei­li­gen Einrichtung anneh­men. Der Vertrauensschutz der Wissenschaft in der Öffentlichkeit macht es erfor­der­lich, nicht nur Ermittlung und Aufklärung, son­dern auch Reaktion an einem zeit­li­chen Maßstab zu messen.«

Der ers­te Tip wäre auch lesens­wert für vie­le Menschen in der Medienarbeit.

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