Videotipp mit Tücken? arte zu "Forschung, Fake und faule Tricks"

An einer recht informativen arte-Dokumentation "Forschung, Fake und faule Tricks" ist einem Leser ein möglicher fauler Trick aufgefallen. Er schreibt:

»Ich bin heute eher zufällig auf o.g. Doku gestoßen. Die geplante Ausstrahlung ist Dienstag, der 23.02.2021 um 21:45 Uhr, aber sie ist sowohl auf Arte.tv wie auch Youtube bereits verfügbar.

Die Doku ist informativ und zeigt an konkreten Beispielen, welchen Einflüssen die Wissenschaft bereits seit Jahrzehnten ausgesetzt ist.

Wermutstropfen?

Die Doku kam mir stellenweise nicht ganz rund vor, z.B. ab 1:34:26 - 1:35:05 und so habe ich versucht, ein wenig über die Entstehung herauszufinden.«

An dieser Stelle wird - nachdem über "Strategien zur Instrumentalisierung der Wissenschaft" vor allem der Industrie informiert wurde - ein merkwürdiger Passus zu "Corona-Leugnern" eingefügt.

»Als Aufhänger habe ich die sog. ISAN-Nr. (International Standard Audiovisual Number) genommen und in der ISAN Datenbank nachgesehen (s. Anlage/Screen-Shot). Dort heißt es, die Doku sei aus dem Jahre 2018 (zumindest wurde 2018 die ISAN-Nr. erstellt) und sie dauere 90min (s. Anlage/Screen-Shot). Laut Arte ist sie aus 2020 und dauert 96:55 Minuten (s. Anlage/Screen-Shot)

Für mich sieht es so aus, als hätte man die Doku anlässlich des geplanten Ausstrahlungszeitpunkts ein wenig "aufgepimpt" um möglichen Zweiflern an der aktuellen Situation keine weiteren Argumente gegen die "solide Wissenschaft" zu liefern. Jedenfalls passt der o.g. Abschnitt irgendwie nicht zum Rest des Films. Er ist auch kontextual in keiner Weise eingebunden.«

10 Antworten auf „Videotipp mit Tücken? arte zu "Forschung, Fake und faule Tricks"“

  1. Man könn­te es als Verschwörungstheorie bezeich­nen, aber:

    Ich habe auch vor Corona unse­rer Kanzlerin noch nie zuhö­ren kön­nen, weil mei­ner Meinung nach nie viel bis gar kein Inhalt über ihre Lippen kam. Irgendwann hat es mich dann aber gestört, dass die Berichterstattung in den MSM über ihre "Statements" so posi­tiv klang. Nach dem Motto: wer zwan­zig mal hin­ter­ein­an­der "piep" sagen kann, muss recht haben und die rich­ti­ge Politik betrei­ben. Dies ist schon vor der Groko beim WDR so gewe­sen, der frü­her zumin­dest ein­mal einen links­ge­rich­te­ten Anstrich hatte.

    Seither besteht bei mir bei allen Nachrichten und Berichten, selbst über Naturkatastrophen, die man zum Glück noch nicht alle steu­ern kann (hof­fent­lich!), eine gewis­se Grundskepsis, ob die Berichterstattung wirk­lich den Tatsachen entspricht.

    Es über­rascht mich daher nicht, dass auch Dokus einem ande­ren Leser auf ein­mal als "lage­mä­ßig zurecht­ge­schnit­ten" wir­ken. Ich emp­fin­de es aber gelin­de gesagt als Vera.…ung, dass so etwas auch noch aus GEZ-Gebühren finan­ziert wird.

    In disem Zusammenhang bekommt der Ausdruck "wenn man den Nachrichten Glauben schen­ken darf" einen äußerst fau­len Beigeschmack.

  2. Großes Kino.… es wun­dert mich nicht das so etwas gemacht wird. Für mich zeigt es ein mal mehr das eini­ge oder auch vie­le Menschen immer skru­pel­lo­ser wer­den. "Lerne zu ver­ste­hen was sie wirk­lich sagen" hat mal einer gesun­gen. Da ist viel Wahres dran.…

  3. Das glei­che ist mir neu­lich bei einem Feature des DLF zu den Propaganda-Forschungen von Edward Bernays auf­ge­fal­len. Das Feature an sich war neu­tral ver­fasst und die ursprüng­li­che Deutung über­nom­men, dass Propaganda beson­ders wirk­sam von denen aus­ge­übt wer­den kann, die Macht und Geld haben. Gegen Ende gab es einen Einschub, der nicht in die übri­ge Erzählweise passt und hin­ein­ge­schnit­ten wirk­te, in dem erzählt wur­de, wie schlimm heut­zu­ta­ge die Manipulationen durch Corona-Leugner und Regierungskritiker sei­en. Bei der Endabnahme der Öffentlich-recht­li­chen scheint man jetzt sehr dar­auf zu ach­ten, dass nichts ver­öf­fent­licht wird, was macht- oder regie­rungs­kri­tisch wäre.

  4. erst­mal: Respekt für die Recherche! Und die Fragestellung.

    arte ist ja schon mehr­fach mit guten Dokus auf­ge­fal­len, die es trotz Quer(sic!)verbindungen nicht in die urdeut­schen öffent­lich-recht­li­chen Programme geschafft haben.
    Eine Erklärung lie­fert die Struktur:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arte
    Wer will sich schon in einem der bei­den Länder allein des Verdachts einer Zensur aus­lie­fern? (und wenn, dann müssen's "die ande­ren" gewe­sen sein). Peinlich genug, dass die Grenze eini­ge Monate fak­tisch geschlos­sen war und damit auch eines der Flaggschiffe Französisch-Deutscher Einigung betrof­fen hat. Dabei ist eini­ges Porzellan zer­schla­gen worden).

    Das 2018 vs. 2020 ‑Phänomen lässt sich (auch ohne Kenntnis des Prozederes bei ISAN-Einträgen) noch rela­tiv ein­fach erklären.
    Die selt­sa­me "Extra-Last-Minute" wirft wei­te­re Fragen auf (die wohl nur arte-Insider beant­wor­ten könnten):
    Hat es die Doku nur des­we­gen bis zur Sendung "geschafft"(warten wir mal lie­ber noch auf den nächs­ten Dienstag …)?
    War es (vor­aus­ei­len­der?) Gehorsam oder eige­ne Überzeugung?
    Könnte es sich hier­bei um einen bekann­ten "Guerilla-Trick" gehan­delt haben, um zu erwar­ten­de Einwände der Entscheidungsträger zu unterlaufen?
    (ein Déjà Vu für die­je­ni­gen, die sich noch an so man­chen Film und Fernsehbeitrag aus den letz­ten Jahren/Monaten der DDR erin­nern … sogar die letz­ten 2, 3 Sendungen von "Sudel Ede" strotz­ten ja plötz­lich vor Selbstkritik)

  5. die Dokus, über die Pharma Mafia, Schweinegrippe sind Spitze bei Arte, auch über die Lebensmittel Industrie. Ignoriert nur die Politik, weil man voll­kom­men kor­rupt ist

  6. Der ndr hat auch ein paar gute alte phar­ma­kri­ti­sche Dokus. Zuletzt aus 2018.
    Im März hat der ndr noch Drosten mit den Aussagen Wolfgang Wodargs konfrontiert
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/16-Coronavirus-Update-Wir-brauchen-Abkuerzungen-bei-der-Impfstoffzulassung,podcastcoronavirus140.html
    (die Antwort ist ein Witz)

    Der SWR hat im Juni 2020 eine Wuhan Doku aus merk­wür­di­gen Gründen abgesetzt.
    https://www.sueddeutsche.de/medien/corona-wuhan-doku-swr‑1.4940944

    Also – die könn­ten, wenn sie dürften.

    Servus TV wird inzwi­schen ziem­lich gut
    Geächtet und aus­ge­grenzt – Die Corona-Kritiker!
    https://www.servustv.com/videos/aa-26fsegu4w1w11/

    Das dürf­te auch die Korrekturen bei alten Dokus erklä­ren – es geschieht eine bewuss­te Aufhetzung der Bevölkerung gegen­ein­an­der. Dass Propaganda vor allem­ein Mittel der Mächtigen ist, passt da nicht ins Bild.

  7. Was soll denn jetzt an der 2018 außer­ge­wöhn­lich sein?

    Die Angabe "2018" besagt doch nicht, dass der Film dort bereits fer­tig­ge­stellt war. Wenn das so gewe­sen wäre, dann wäre die Doku doch schon längt aus­ge­strahlt wor­den. Vielleicht wur­de 2018 mit den Dreharbeiten begon­nen, die sich dann bis ins Jahr 2020 gezo­gen haben. 2/3 der Produktionszeit liegt also vor der Corona-Krise. Corona woll­te man auf­grund der Aktualität dann aber doch noch irgend­wie unter­brin­gen und ent­schied sich, das Thema noch reinzuquetschen. 

    Ob die Corona-Passagen in der Doku gelun­gen sind, kann ich nicht beur­tei­len, da ich sie nicht gese­hen habe. Eine Tücke oder Verschwörung sehe ich hier aber nicht.

  8. Ist mir auch auf­ge­fal­len: Da ste­chen gegen Ende zwei Passagen (zu Impfungen und "Corona-Leugnung") her­aus, die der gesam­ten Aussage des Films genau ent­ge­gen­ge­setzt sind. Hat jemand ver­sucht, ARTE dies­be­züg­lich zu kon­tak­tie­ren und um Aufklärung die­ses kras­sen Widerspruchs zu bitten?

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