Weniger Tote ohne Lockdown – Hatte Florida am Ende doch recht?

Das fragt über­rascht welt​.de am 22.3. (Bezahlschranke).

»Florida prä­sen­tiert sich der­zeit als ame­ri­ka­ni­scher Sieger der Pandemie – auch wenn Spring-Break-Studenten am Wochenende in Miami der­art aus­ge­las­sen fei­er­ten, dass die Polizei ein­grei­fen muss­te. Auf der Party-Meile am Ocean Drive wur­de eine Ausgangssperre ab 20 Uhr ver­hängt. Eine Maskenpflicht jedoch gab es in Florida nie – auch die Strände waren zu kei­nem Zeitpunkt geschlos­sen. „Schließungen und Maskenregeln funk­tio­nie­ren nicht“, behaup­te­te [Gouverneur] DeSantis regel­mä­ßig und wei­ger­te sich, Lockdowns anzuordnen…

Während die Schulen in ande­ren Teilen des Landes erst jetzt wie­der zöger­lich und schritt­wei­se geöff­net wer­den, haben Kinder und Jugendliche in Florida schon seit Schuljahresbeginn im ver­gan­ge­nen September täg­lich Unterricht im Klassenzimmer. Selbst in Republikaner-kri­ti­schen Medien wie CNN lau­ten die Schlagzeilen nun: „Floridas Rechnung scheint aufgegangen.“

Die neu­es­ten Corona-Statistiken aus Florida haben vie­le Amerikaner über­rascht. Nach jüngs­ten Daten der Johns Hopkins University ster­ben hier acht Prozent weni­ger Menschen an Covid-19 als im Rest des Landes – und das, obwohl der Bundesstaat beim Impftempo im unte­ren Drittel liegt. Mit 9204 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ran­giert Florida noch knapp über dem Landesdurchschnitt von 8969 – die Anzahl der Todesopfer ist jedoch deut­lich nied­ri­ger. So ver­zeich­ne­ten die USA Ende ver­gan­ge­ner Woche lan­des­weit 163 Corona-Tote pro 100.000 Einwohner – Florida hin­ge­gen 150.

Und wäh­rend die Arbeitslosigkeit in New York und Kalifornien auf rund neun Prozent anstieg, haben in Florida nach Angaben des US Bureau of Labor Statistics der­zeit nur 4,8 Prozent der Erwerbstätigen kei­nen Job…

„Florida und New York – das ist, als ob man Äpfel mit Birnen ver­gleicht“, kon­tert Jason Salemi, Epidemiologe an der University of Southern Florida im Gespräch mit WELT. Schließlich sei­en Temperaturen und Bevölkerungsdichte bei­der Gegenden völ­lig unter­schied­lich. „Man kann die vie­len Menschen auf engs­tem Raum von Manhattan doch nicht mit dem weit­läu­fi­gen Staat Florida ver­glei­chen“, sagt er. Obendrein sei es in New York sechs Monate im Jahr kalt – hier hin­ge­gen fast immer tro­pisch warm. „Das schwü­le Klima könn­te uns auch Kalifornien gegen­über bei der Virusverbreitung zugu­te­ge­kom­men sein.“…

Die ehe­mals kri­ti­schen Stimmen DeSantis gegen­über schei­nen hin­ge­gen zu ver­stum­men. Viele Regeln führ­te er von Anfang nicht ein – und im September hob er auch die letz­ten Pandemie-Einschränkungen auf. Ob es am Ende das Wetter war, die gerin­ge­re Bevölkerungsdichte oder die Umsicht der Bevölkerung: Die Zahlen zumin­dest schei­nen vor­erst für Florida zu sprechen.«

11 Antworten auf „Weniger Tote ohne Lockdown – Hatte Florida am Ende doch recht?“

  1. Ohne Lockdown? In Florida ja. In Tübingen wahr­schein­lich nie.
    Die sind dort, in Tübingen wohl­ge­merkt, offen­bar zu blöd zum Schei.… . Bringen aber ande­re um ihre Freiheit.

    Schnelltests erwei­sen sich als Gelddruckmaschine (Erstattung 12€ vom Bund).
    Nicht ein­mal eine Bedienungsanleitung kön­nen die Tübinger Profis lesen.
    Von an rund 2000 Menschen durch­ge­führ­ten Tests wur­den 25 Menschen in die Quarantäne geschickt, obwohl sie mög­li­cher­wei­se gar nicht posi­tiv waren.
    KME hat­te sei­ne Schnelltests bei einer weit­aus nied­ri­ge­ren Temperatur getes­tet und aus­ge­wer­tet als vorgeschrieben.
    https://​www​.tag​blatt​.de/​N​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​U​n​r​e​g​e​l​m​a​e​s​s​i​g​k​e​i​t​e​n​-​b​e​i​-​S​c​h​n​e​l​l​t​e​s​t​s​-​i​n​-​T​u​e​b​i​n​g​e​n​-​4​9​4​7​0​3​.​h​tml

  2. Glückliches Florida, mit einem Gouverneur, der die Weltspitze der Epidemiologie und evi­denz­ba­sier­ten Medizin kon­sul­tiert, ver­steht und ihrem Rat folgt. Kürzlich lud er die Great-Barrington-ProfessorInnen und Scott Atlas zu einer Zwischenbilanz ein. Die Klarheit und Unaffektiertheit die­ser Leute spricht Bände, auch und vor allem im Vergleich mit der Hybris der Drostens und Lauterbachs.

  3. Florida und New York – das ist, als ob man Äpfel mit Birnen ver­gleicht“, kon­tert Jason Salemi, Epidemiologe an der University of Southern Florida im Gespräch mit WELT.
    Schließlich sei­en Temperaturen und Bevölkerungsdichte bei­der Gegenden völ­lig unter­schied­lich. … Obendrein sei es in New York sechs Monate im Jahr kalt – hier hin­ge­gen fast immer tro­pisch warm. 

    Ganz offen­sicht­lich: Jeder dreht alles so hin, wie er es gera­de braucht.

    Focus, heu­te 22.03.2021 (https://​www​.focus​.de/​g​e​s​u​n​d​h​e​i​t​/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​/​e​x​p​e​r​t​e​n​-​k​l​a​e​r​e​n​-​a​u​f​-​d​e​r​-​f​r​u​e​h​l​i​n​g​-​k​o​m​m​t​-​w​e​i​c​h​t​-​d​a​s​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​o​d​e​r​-​w​e​r​d​e​n​-​d​i​e​-​v​o​r​t​e​i​l​e​-​a​u​f​g​e​f​r​e​s​s​e​n​_​i​d​_​1​3​1​0​8​9​0​9​.​h​tml):
    Tatsächlich ließ das hie­si­ge Infektionsgeschehen im Sommer 2020 nach. Bedeutet das, dass auch die­ses Jahr die Fallzahlen sin­ken, wenn es wär­mer wird? Der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, hält das für unwahrscheinlich.

  4. Man woll­te letz­tes Jahr noch anneh­men, dass es nach der "Inauguration" ein Ende hat mit dem alber­nen "poli­ti­cal state­ment" Maske.
    Aber: nach der Wahl ist halt vor der Wahl.

    Auch in Germany wer­den sich wohl erst die HistorikerInnen des 22.Jahrhunderts wie­der mit dem Thema befas­sen dür­fen – zu viel Porzellan ist zer­schla­gen wor­den und seit spä­tes­tens Oktober war klar, dass weder Lockdowns noch Masken irgend­et­was bewirken.
    (was sogar bei der WHO bis zum Herbst 2019 bekannt war – erst ab 2020 sind sie dann unter dem Massendruck der Industrieländer und mit­tels zusam­men­ge­schus­ter­ter "Studien" eingeknickt)

  5. Florida und New York wür­de ich auch nicht ver­glei­chen wol­len, da hat Herr Salemi durch­aus Recht. Aber Florida und Kalifornien ist schon etwas ande­res. Beide lie­gen unge­fähr in der­sel­ben Kategorie, was die Einwohnerdichte angeht, wobei Florida zuge­ge­be­ner­ma­ßen die extre­men Verdichtungsräume fehlen.

    Aber eins kann nie­mand weg­dis­ku­tie­ren: die ver­gleichs­wei­se nied­ri­ge Todeszahl in Florida. Florida hat einen viel höhe­ren Anteil an alten Menschen (etwa ein Siebtel der Menschen dort ist über 70) als z.B. Kalifornien (etwa ein Zehntel). Das ist demo­gra­fisch schon ein gewal­ti­ger Unterschied. Woran das Ergebnis liegt weiß ich natür­lich nicht, aber zumin­dest ist das nicht gera­de ein Beleg für die Schutzwirkung von Maske und Lockdown.

    Vielleicht liegt es am Staatsmotto: Florida ver­traut auf Gott ("In God we trust"), Kalifornien eher auf die Wissenschaft ("Eureka"). Selbst ein Herr Drosten ist halt nur ein HALBgott in Weiß 😀

      1. @aa Ich weiß nicht genau was Sie damit aus­drü­cken wollen. 

        Aber um mei­ne scherz­haf­te Analogie völ­lig grund­los aus Jux und Dollerei zu ver­tei­di­gen: Polen und der Vatikan sind katho­lisch, Florida hin­ge­gen pro­tes­tan­tisch geprägt. Sie dür­fen halt nicht Äpfel mit Birnen vergleichen 😉

        Ich ver­lei­he mir selbst die Brinkmann-Medaille am pur­pur­nen Rechenmodell für die­se beein­dru­cken­de Beweisführung.

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