Winter olé! Ski und Rodel gut

Wor­an ist zu erken­nen, daß Men­schen glau­ben, es gebe eine Pan­de­mie? Eher nicht dar­an, daß sie seit Tagen die Win­ter­sport­ge­bie­te stür­men. Auf rp​-online​.de ist heu­te zu lesen:

»Win­ter­berg Egal wie vie­le Appel­le die Stadt Win­ter­berg auch an die Bevöl­ke­rung rich­tet, sie schei­nen nicht zu fruch­ten. Auch am Sams­tag haben sich wie­der etli­che Tages­aus­flüg­ler auf den Weg ins ver­schnei­te Sau­er­land gemacht. Aber auch auf dem Feld­berg und der Was­ser­kup­pe war es voll.

Alle Bit­ten um Ver­zicht nütz­ten wenig: Im Harz und ande­ren ver­schnei­ten Berg­ge­bie­ten waren die Park­plät­ze am Sams­tag vie­ler­orts schon am Mor­gen voll. „Wir haben hier Cha­os hoch drei, es bricht alles zusam­men“, sag­te ein Spre­cher der Poli­zei­in­spek­ti­on Gos­lar am Mit­tag. „Es geht so gut wie gar nichts mehr, eini­ge Autos sind auch lie­gen­ge­blie­ben. Es ist zu viel los.“ Auf Rodel­ber­gen wie der Hexen­ritt-Abfahrt am Wurm­berg tum­mel­ten sich die Mas­sen, auch auf Wan­der­we­gen lie­fen Aus­flüg­ler dicht an dicht.

Behör­den und Poli­zei hat­ten zuvor immer wie­der dar­um gebe­ten, im Coro­na-Lock­down lie­ber auf Aus­flü­ge in die Ber­ge zu ver­zich­ten – und doch kam es erneut zu einem Ansturm von Rod­lern und Wanderern.

Poli­zei und Ord­nungs­be­hör­den schrie­ben Anzei­gen wegen zahl­rei­cher Ver­stö­ße gegen die Coro­na-Schutz­maß­nah­men, wie eine Spre­che­rin der Stadt Win­ter­berg im Sau­er­land sag­te. In den ver­schnei­ten Ort­schaf­ten bil­de­ten sich lan­ge Auto­schlan­gen und Staus…

Auch in ande­ren deut­schen Win­ter­sport­ge­bie­ten war die Lage schwie­rig. So hielt zum Bei­spiel der Ansturm von Schnee­su­chen­den am Gro­ßen Feld­berg mit­ten in der Coro­na-Pan­de­mie an. Rund um den höchs­ten Gip­fel im Tau­nus sei es „chao­tisch wie die letz­ten Tagen“, sag­te ein Spre­cher der Poli­zei in König­stein am Sams­tag. Zahl­rei­che Aus­flüg­ler sei­en trotz gesperr­ter Gip­fel-Zufahr­ten unter­wegs, Stra­ßen in den umlie­gen­den Ort­schaf­ten rund um den Feld­berg sei­en zuge­parkt, teils auch die Bun­des­stra­ße 8. Die Poli­zei war dem Spre­cher zufol­ge für Kon­trol­len vor Ort und um den Ver­kehr zu len­ken. Die Beam­ten appel­lier­ten erneut, die Regi­on für einen Win­ter­aus­flug zu meiden.

Bereits wäh­rend der Fei­er­ta­ge und zum Jah­res­wech­sel waren Aus­flüg­ler in Scha­ren gekom­men – trotz der Appel­le von Behör­den, ange­sichts der Gefahr von Schnee­bruchs, Eis­schlags sowie umge­stürz­ter Bäu­me fern­zu­blei­ben und von Spa­zier­gän­gen, Wan­de­run­gen und Sport in dem Gebiet abzusehen.

Auch in der Rhön zog es am ers­ten Sams­tag des Jah­res vie­le Men­schen nach drau­ßen und zur Was­ser­kup­pe, Hes­sens höchs­tem Berg. „Es ist voll“, sag­te ein Poli­zei­spre­cher in Ful­da. Die Park­plät­ze sei­en gefüllt. Beson­de­re Vor­komm­nis­se sei­en zunächst aber nicht gemel­det wor­den.«

(Her­vor­he­bun­gen nicht im Original.)

8 Antworten auf „Winter olé! Ski und Rodel gut“

  1. Bin heu­te mit mei­ner Frau nicht im sau­er­län­di­schen Win­ter­berg (seit jeher DAS Win­ter­aus­flugs­ziel des Ruhr­ge­biets, West­fa­lens etc.), aber in der Eifel gewesen. 

    Kei­ne Spur von Über­fül­le oder Enge im deutsch-bel­gi­schen Natur­park, trotz vie­ler PKWs auf den Park­plät­zen. Per­fekt, um die See­len bau­meln zu las­sen und fri­sche kal­te Luft zu atmen. Nur gut, dass sich vie­le Mit­men­schen aller Alters­grup­pen dies nicht neh­men las­sen und mit oder ohne Schlit­ten, wan­dernd, jog­gend oder wal­kend durch Feld und Wald ziehen. 

    Anschlie­ßend ein hei­ßes Bad und gemüt­lich Tee trinken.…
    .…und schon wie­der geht ein Coro­na-Irr­sinns­tag fried­lich zuende.

    Fro­hes neu­es Jahr an alle!

  2. Nichts ist bes­ser fürs Immun­sys­tem und für die Psy­che als sich bei herr­li­chem Win­ter­wet­ter, gut ver­packt, draus­sen zu bewe­gen. Jeder der das schon mal gemacht hat, weiss wie gut es sich anfühlt. Wie gut man danach schläft und wie fit man am nächs­ten Tag ist. Die Men­schen machen's genau richtig.

  3. Wie­der alles nur Panik­ma­che. Bei Schnee ist es in den Mit­tel­ge­bir­gen am Wochen­en­de immer so voll und es gibt Cha­os an den Park­plät­zen. Und wo die Anste­ckungs­ge­fahr an fri­scher Luft bei fri­schem Wind sein soll, kann uns wohl nur der Kla­bau­ter­bach erklä­ren. Hier wird nur mal wie­der die Schuld bei den Bür­gern ver­or­tet – eige­ne Poli­tik in Fra­ge stel­len wie immer Fehlanzeige.

  4. Die­se tol­len Men­schen soll­ten alle am Mon­tag­mor­gen in die Städ­te gehen und an den Türen der Geschäf­te oder Fri­seu­re und allen wei­te­ren , dem sinn­lo­sen Lock­down zum Opfer gefal­le­nen Läden rüt­teln und rufen: "WIR WOLLEN HIER REIN"!! Hat bei G.Schröder ja auch Erfolg gehabt sei­ner­zeit am Git­ter des Kanzleramtes.

    1. Genau das ist es, was ich seit Mona­ten nicht ver­ste­he: Eine sehr gro­ße Zahl von Men­schen nutzt jede "lega­le", also noch nicht ver­bo­te­ne Mög­lich­keit aus, die man ihnen (noch) gewährt. Todes­angst vor einem Virus sieht für mich anders aus. Auch ange­sichts des (m. E. klar rechts­wid­ri­gen) Ver­kaufs­ver­bots für Feu­er­werk und diver­sen Aus­gangs­sper­ren wur­de ja an Neu­jahr durch­aus ordent­lich geböl­lert. In Frank­reich hat­ten 2.500 Men­schen eine Rave-Par­ty gefei­ert. Bereits im Früh­jahr hab ich unzäh­li­ge Leu­te gese­hen, die sich einen feuch­ten Dreck um Kon­takt­ver­bo­te und sons­ti­gen Blöd­sinn geküm­mert haben; dar­un­ter waren bestimmt vie­le, die mit Mas­ken-Ava­tar bei Twit­ter über die #Covidio­ten herziehen.

      Die Leu­te zei­gen damit doch, dass sie im Grun­de die Schnau­ze voll von dem gan­zen Wahn­sinn haben? Was hin­dert sie dar­an, das der Welt nicht nur anhand eines Rodel­aus­flugs, son­dern viel­leicht auch ein­fach mal in Form einer poli­ti­schen Mei­nungs­äu­ße­rung kundzutun?

      1. Die Mei­nungs­äu­ße­run­gen ver­hal­len lei­der irgend­wo im nir­gend­wo… Es gibt sie ja, aber wer­den igno­riert. Letzt­lich ist es ja auch ein State­ment, zum Rodeln zu fah­ren, anstatt ver­ängs­tigt zu hau­se zu sit­zen. Aber solan­ge die Pres­se nicht end­lich mal in grö­ße­rem Umfang Kri­tik äußert (nicht nur als "Fan­ser­vice" für Abon­nen­ten), wird sich nichts ändern.
        Ich bin ja durch­aus für sinn­vol­le und geziel­te Maß­nah­men, aber was hier jetzt seit Novem­ber abgeht, lässt mich echt am Ver­stand im Kanz­ler­amt und bei unge­fähr 16 Minis­ter­prä­si­den­ten bzw. ers­ten Bür­ger­meis­tern zweifeln…

  5. Tja, lie­be Politiker …
    Die­se vie­len, vie­len Men­schen hät­ten jetzt in Öster­reich oder der Schweiz sein kön­nen zum Ski­fah­ren, oder in Ägyp­ten, den Emi­ra­ten oder der Kari­bik in der Son­ne. Aber nein, das darf ja nicht sein. Dann gehen sie eben in den Harz, die Alpen, die Rhön, ins Sauerland …
    Ihr habt es so gewollt, dann heult mal jetzt nicht rum!

  6. Wir wer­den auch ins­be­son­der über die wah­re Stim­mung in der Bevöl­ke­rung belo­gen. Das ist eines der wich­tigs­ten Mit­tel der Mei­nungs­ma­che: den Leu­ten zu sug­ge­rie­ren, dass es eine Mehr­heits­mei­nung gäbe. Denn die ech­te Mehr­heit schließt sich auto­ma­tisch der Mehr­heit an – ob die Mehr­heit dabei echt oder gefühlt ist, ist irrele­vant. Es gibt dazu ein­drück­li­che Expe­ri­men­te, die das bele­gen. Und die Macher die­ser "Seu­che" arbei­ten auf der Grund­la­ge von gesi­cher­tem wis­sen­schaft­li­chen Wis­sen – über Psy­cho­lo­gie, Mas­sen­be­ein­flus­sung, Mas­sen­steue­rung, Pro­pa­gan­da, in Denk­fa­bri­ken aus­ge­ar­bei­te­ten Stra­te­gien und mit einer Heer­schar von Agen­ten und Büt­teln als unter­be­zahl­tes Fußvolk.

    Das wich­tigs­te ist, dass die Leu­te, wenn man ihnen eine Kame­ra und ein Mikro­fon (mit offen­sicht­li­chem Sen­der­lo­go) vor­hält, wis­sen, was sie zu sagen haben (dür­fen) – egal was sie denken.

    Des­halb ist es auch so wirch­tig, dass die "rich­ti­ge Mei­nung" stän­dig vor­buch­sta­biert wird – sogar in einem Forum wie hier von Billigst-Bürger-Darstellern.

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