Arbeitsschutz: Maske nach 2–3 Stunden absetzen

Die gel­ten­de "SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­re­gel" sieht vor:

»Die Ver­wen­dung von MNB, medi­zi­ni­schen Gesichts­mas­ken und fil­trie­ren­den Halb­mas­ken führt zu höhe­ren Belas­tun­gen (zum Bei­spiel höhe­rer Atem­wi­der­stand auf­grund des Fil­ter­wi­der­stan­des der Fil­ter­ma­te­ria­li­en oder Wär­me­be­las­tung durch höhe­re Wär­me­iso­la­ti­on der Schutz­aus­rüs­tun­gen). Es ist inso­weit zu prü­fen, inwie­weit die Tra­ge­zei­ten durch ande­re Tätig­kei­ten oder regel­mä­ßi­ge Pau­sen redu­ziert wer­den müs­sen. MNB, medi­zi­ni­sche Gesichts­mas­ken und fil­trie­ren­de Halb­mas­ken sol­len spä­tes­tens dann gewech­selt wer­den, wenn sie durch­feuch­tet sind.«

Die "Emp­feh­lung zur Tra­ge­zeit­be­gren­zung für Mund-Nase-Bede­ckun­gen" for­mu­liert ergänzend:

»Die­se Emp­feh­lung bezieht sich auf Tra­ge­zei­ten im Gel­tungs­be­reich des SARS-CoV2-Arbeits­schutz­stan­dards und der SARS-CoV-2-Arbeits­­schutz­re­gel und aus­drück­lich nicht auf ande­re Berei­che, wie z.B. das Tra­gen von medi­zi­ni­schen Gesichts­mas­ken zum Pati­en­ten­schutz im Gesundheitsdienst…

Die DGUV-Regel 112–190 emp­fiehlt… bei mit­tel­schwe­rer Arbeit (Atem­mi­nu­ten­vo­lu­men 20 bis 40 l/min.) und fort­wäh­ren­den Gebrauch eine Tra­ge­dau­er von zwei Stun­den mit einer anschlie­ßen­den Erho­lungs­dau­er von 30 Minu­ten.… Bei leich­ter Arbeit [ist] eine
Ver­län­ge­rung der Tra­ge­dau­er auf 3 Stun­den möglich.«

Die offi­zi­el­le "Hand­rei­chung zur Mas­ken­pflicht an Schu­len" in Rhein­land-Pfalz greift die­se 3 Stun­den auf. Sie ergänzt:

»VIII. Kei­ne gesund­heit­li­chen Schä­den durch das Tra­gen einer MNB
Die Deut­sche Gesell­schaft für Kin­der – und Jugend­me­di­zin (DGKJ) bekräf­tigt in einer Stel­lung­nah­me, dass es auch län­ger­fris­tig zumut- und umsetz­bar ist, wenn Kin­der ab dem Grund­schul­al­ter eine All­tags­mas­ke aus Stoff tra­gen, ohne dass es dadurch zu gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen kommt.

Für Kin­der und Erwach­se­ne besteht kei­ne Gefahr bei für den All­tag gedach­ten Mas­ken, da mit jedem Atem­zug wie­der aus­rei­chend sau­er­stoff­rei­che Luft in die Lun­gen gelangt. Die Mate­ria­li­en, die übli­cher­wei­se in All­tags­mas­ken ver­wen­det wer­den, sind so durch­läs­sig, dass die win­zi­gen CO2 – Mole­kü­le jeder­zeit aus­tre­ten kön­nen und sich nicht unter der Mas­ke anrei­chern. Es kommt zu kei­ner kli­nisch rele­van­ten Ver­än­de­rung der Blut­ga­se im Ver­gleich zur mas­ken­frei­en Belastung.

IX. Umgang mit Maskenverweigerern
Wenn Schü­le­rin­nen und Schü­ler das Tra­gen einer MNB grund­sätz­lich ableh­nen, ist zum einen das Recht der Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler sowie das der Lehr­kräf­te, vor mög­li­chen zusätz­li­chen Gesund­heits­ge­fah­ren geschützt zu wer­den, betrof­fen. Zum ande­ren han­delt es sich um einen Ver­stoß gegen die Ord­nung in der Schu­le und kann daher zur Ver­hän­gung von Ord­nungs­ma­ßen führen.

Schul­lei­te­rin­nen oder Schul­lei­ter kön­nen sich auf das ihr oder ihm zuste­hen­de öffent­lich­recht­li­che Haus­recht beru­fen und ver­hin­dern, dass das Schul­ge­län­de ohne geeig­ne­te MNB betre­ten wird (Infek­ti­ons­schutz) (sie­he EPoS-Schrei­ben der ADD vom 23.10.20: Mund-Nasen­Be­de­ckung an Schulen).«

Grund­la­ge der Vor­schrif­ten ist der "SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­stan­dard", der vorschreibt:

»Bei unver­meid­ba­rem Kon­takt zu ande­ren Per­so­nen bzw. nicht ein­halt­ba­ren Schutz­ab­stän­den soll­ten Mund-Nase-Bede­ckun­gen – in beson­ders gefähr­de­ten Arbeits­be­rei­chen PSA – zur Ver­fü­gung gestellt und getra­gen werden.«

Update:

Die Arbeits­kam­mer des Saar­lands ist der Meinung:

»Wie lan­ge am Stück darf man eine sol­che Mas­ke tra­gen? Arbeit­neh­mer berich­ten z.B. von Kopf­schmer­zen, Pro­ble­men beim Atmen, zu wenig Trink­pau­sen und Essens­pau­sen etc.
Das muss dif­fe­ren­ziert betrach­tet wer­den: Die Tra­ge­dau­er hängt u.E. davon ab, wie luft­durch­läs­sig der ver­wen­de­te Stoff ist. Für die Mund-Nasen-Bede­ckung sowie für regel­kon­for­me PSA sind auch die Kon­sti­tu­ti­on der Per­so­nen und deren gesund­heit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ent­schei­dend. Durch das Tra­gen von Bede­ckun­gen und noch mehr beim Tra­gen von Atem­schutz erhöht sich der Atem­wi­der­stand. Das ist sehr belas­tend! Aus die­sem Grund ist unbe­dingt eine arbeits­me­di­zi­ni­sche Vor­sor­ge und Bera­tung erfor­der­lich. Die indi­vi­du­el­len arbeits­medizinischen Schutz­maß­nah­men sind unbe­dingt zu befol­gen. Das Tra­gen von Mund-Nasen-Bede­ckun­gen soll­te i. d. Regel nur kurz­fris­tig und nur bei Unter­schrei­tung des Min­dest­ab­stands ange­sagt sein, da zunächst alle erfor­der­li­chen tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Schutz­maß­nah­men umge­setzt sein soll­ten. Bei Auf­tre­ten von gesund­heit­li­chen Beschwer­den muss für eine „Atem­pau­se“ gesorgt werden.

In allen Fäl­len ist eine sach­ge­rech­te Unter­wei­sung der Beschäf­tig­ten erfor­der­lich! Die­se müs­sen die Not­wen­dig­keit der beson­de­ren Schutz­maß­nah­men ver­ste­hen, damit sie die Maß­nah­men rich­tig anwen­den, hand­ha­ben und ein­hal­ten zu kön­nen. Tun sie das nicht, besteht die Gefahr, sich eher zu gefähr­den.«

(Her­vor­he­bun­gen nicht in den Originalen.)

6 Antworten auf „Arbeitsschutz: Maske nach 2–3 Stunden absetzen“

  1. "Die Mate­ria­li­en, die übli­cher­wei­se in All­tags­mas­ken ver­wen­det wer­den, sind so durch­läs­sig, dass die win­zi­gen CO2 – Mole­kü­le jeder­zeit aus­tre­ten kön­nen und sich nicht unter der Mas­ke anrei­chern." Dann kön­nen genau so die win­zi­gen Viren­par­ti­kel aus­tre­ten und die All­tags­mas­ke ad absur­dum führen.

  2. Wie ist das denn jetzt zu ver­ste­hen? Gilt die 3 Stun­den – 30 min – Tra­ge­pau­se-Regel auch für Schü­ler oder ist es ihnen auf­grund der DGKJ-„Unbedenklichkeitsbescheinigung„ zuzu­mu­ten, dass sie die MNS-Bede­ckung län­ger tragen?
    In die­sem Fal­le gel­ten für die Schwä­che­ren unse­rer Gesell­schaft här­te­re Regeln als für berufs­tä­ti­ge Erwach­se­ne. Und noch dazu ohne dass es dazu Stu­di­en gäbe (ich ver­wei­se auf die Anfra­ge von B. Reit­schus­ter auf der BPK und die Ant­wort des Bun­des­pres­se­spre­chers), wie sich das Tra­gen eines MNS spe­zi­ell auf Kin­der aus­wirkt. Außer­dem ist es an eini­gen Schu­len Usus, dass die Schü­ler die Mas­ke auch wäh­rend der Pau­se tra­gen müs­sen, sofern sie nicht gera­de Nah­rung auf­neh­men. Im End­ef­fekt wird der MNS in der Regel dann zwi­schen 8 und 13 Uhr, also 5 Stun­den durch­ge­hend getragen.
    Es ist nur noch zum Ver­zwei­feln, was Kin­dern und Jugend­li­chen zuge­mu­tet wird, ohne dass sich aus den „Schutz­ver­bän­den“ auch nur irgend­ei­ne Stim­me zu Wort meldet.
    Ich neh­me ger­ne anders­lau­ten­de Nach­rich­ten zur Kenntnis.
    Gestoh­le­ne Kind­heit und Jugend, denn ein Ende ist ja noch nicht in Sicht!

    1. "Außer­dem ist es an eini­gen Schu­len Usus, dass die Schü­ler die Mas­ke auch wäh­rend der Pau­se tra­gen müs­sen, sofern sie nicht gera­de Nah­rung aufnehmen."
      In Bay­ern ist dies die Pflicht, auch für Grund­schü­ler. Also ab 6 Jahren.
      Hin­zu kommt noch, dass man­che Kin­der nach der Schu­le in den Hort gehen. Dort natür­lich eben­falls Mas­ken­pflicht. Im Grun­de gibt es also 6‑jährige Kin­der, die von 8 bis 16 Uhr unun­ter­bro­chen Mas­ke tra­gen müs­sen, außer wenn sie etwas Essen oder Trinken.

      Wenn man das mit ande­ren Eltern bespre­chen will, bekommt man teil­wei­se zu hören, es sei doch nicht so schlimm und man sol­le an die Leh­rer den­ken. Ich weiß nicht mehr was ich dazu sagen soll, geschwei­ge wie ich die­se Macht der Mas­ken­fe­ti­schis­ten durch­bre­chen könnte.
      An allen rele­van­ten Stel­len wird man abge­blockt. Gesund­heits­amt, Schul­amt, Schul­lei­tung. Alle auf Linie.

  3. Ich fin­de es schlimm, dass den Kin­dern das Kör­per­ge­fühl und damit ein wich­ti­ger Teil der Eigen­wahr­neh­mung qua­si unter­sagt wird bzw. daß sie vor­ge­schrie­ben bekom­men, es zu unter­drü­cken oder zu negie­ren. Mein Ältes­ter klagt über Müdig­keit, Übel­keit und Kopf­schmer­zen unter der Mas­ke, traut sich aber nicht, etwas zu sagen, weil er bereits die Erfah­rung gemacht hat, dass er kein Gehör für sei­ne Befürf­nis­se findet.

    Es muss einen Weg geben, die berech­tig­ten Anlie­gen aller Sei­ten unter den Hut zu brin­gen, auch wenn wir dabei alle aus unse­rer Bequem­lich­keits­zo­ne rausmüssen.

  4. O=C=O Mole­kü­le sind deut­lich grö­ßer und schwe­rer als O=O Mole­kü­le. CO2-Mole­kü­le durch­drin­gen die Mas­ken also deut­lich lang­sa­mer als O2 Mole­kü­le und es kommt schon daher zu einen Erhö­hung der CO2 Kon­zen­tra­ti­on zwi­schen Mund und Mas­ke. Viren aller­dings sind deut­lich grö­ße­re Mole­kü­le als CO2. Zur Grö­ße der CO2 und O2 Mole­kü­le bit­te "Mole­kül­phy­sik" von D. Freu­de, Kapi­tel "Grö­ße, Mas­se und Kine­tik", Ver­si­on Okto­ber 2006 nachschauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.