Zehntausende SoldatInnen in Kampfanzügen für Gesundheitsämter

Niemand konn­te bis­her die Frage beant­wor­ten, war­um Kontakt­nachverfolgung am Telefon im Kampfanzug statt­fin­det. In die­sem Zusammenhang kommt man ins Grübeln, ob bei der jetzt gefor­der­ten Massenmobilisierung von FreundInnen und HelferInnen in gefleck­tem Olivgrün von Folge oder Zweck gespro­chen wer­den soll­te.

»Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, hat eine schnel­le Verfügbarkeit von Bundeswehrsoldaten und ande­ren Helfern für die Gesundheitsämter gefor­dert, um die Kontakte von Corona-Infizierten nach­zu­ver­fol­gen. "Wichtig ist jetzt, dass die neu­en Mitarbeitenden schnell zur Verfügung ste­hen", sag­te Dedy unse­rer Redaktion. "Je schnel­ler die Kontaktnachverfolgung durch zusätz­li­ches Personal ver­bes­sert wird, des­to wirk­sa­mer trägt das zur Eindämmung der Pandemie bei", sag­te Dedy.

Er teil­te die Einschätzung von Kanzleramtschef Helge Braun, der am Samstag von einem zusätz­li­chen Personalbedarf in fünf­stel­li­ger Höhe gespro­chen hat­te. "Der Personalbedarf ist immens und steigt rasant mit den Infektionszahlen. Dass er fünf­stel­lig sein kann, hal­ten wir für rea­lis­tisch", sag­te Dedy.« Quelle: rp-online.de

Wie sehr die Bundeswehr an die­sem Job inter­es­siert ist, ist nach­zu­le­sen in Corona-PatientInnen zum Üben für Auslandseinsätze der Bundeswehr.

(Hervorhebung nicht im Original.)

Richtige Kritik aus falschem Grund

Auf heise.de (Telepolis) heißt es am 24.9.:

»Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Bundestag die vor­sorg­li­che Aufhebung der poli­ti­schen Immunität sei­ner Mitglieder bis zum 31. Dezember 2020 ver­län­gert

Der Tagesordnungspunkt dau­er­te knapp fünf Minuten. Dann hat­te der Bundestag am 17. September 2020 ohne gro­ßes Aufsehen eine Maßnahme ver­län­gert, die eigent­lich am 30. September aus­lau­fen soll­te: die vor­sorg­li­che Aussetzung der poli­ti­schen Immunität sei­ner Mitglieder nach dem Infektionsschutzgesetz.«

Tatsächlich wur­de der § 126a der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages geän­dert. Dieser"§ 126a Besondere Anwendung der Geschäftsordnung auf Grund der all­ge­mei­nen Beeinträchtigung durch COVID-19" sieht vor:

»Der Deutsche Bundestag ist abwei­chend von § 45 Absatz 1 beschluss­fä­hig, wenn mehr als ein Viertel der Mitglieder im Sitzungssaal anwe­send ist.«

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"Infektionszahlen in NRW explodieren"

"Einen rie­si­gen Anstieg ver­zeich­ne­te Nordrhein-Westfalen mit allein 844 neu­en Corona-Fällen inner­halb der ver­gan­ge­nen 24 Stunden." liest man auf focus.de heu­te.

NRW hat laut RKI 17.932.651 EinwohnerInnen und 60.878 "Fälle" ins­ge­samt. Wieviele Tests mögen für die 844 "Fälle" erfor­der­lich gewe­sen sein? Aufschlußreich in die­sem Zusammenhang: Qiagen – artus – Drosten- Millionengeschenk.

Eine Auswirkung, wie sie von sämt­li­chen Fachleuten als ver­hee­rend ange­se­hen wird, sieht so aus:

»In Bochum bleibt jetzt eine Gesamtschule mit rund 1360 Schülern und 120 Lehrern nach zwei posi­ti­ven Corona-Tests vor­läu­fig kom­plett geschlos­sen.«

Klabauterlach gegen "viel zu präzisen Test"

Basta Berlin, Ableger des Feindsenders RT, hat ein­mal über­prüft, wo Karl Lauterbach in einem Monat über­all in Talkshows war: 8.4. Markus Lanz, 15.4. Markus Lanz, 20.4. Hart aber fair, 23.4. Markus Lanz, 26.4. Anne Will, 29.4. Markus Lanz, 5.5. Markus Lanz, 6.5. Maischberger, 7.5. bild.tv.

Die Weitsicht von KL füh­ren sie vor anhand eines Auftritts vom 9.3. bei Lanz:

Man ach­te auf sei­ne Berufsbezeichnung am Ende.

Am 19.8. zeig­te er sich, eben­falls bei Lanz über­zeugt: Wir sind in der zwei­ten Welle. In gewohnt sach­li­cher Art konn­te der Virologe Schmidt-Chanasit ihn wider­le­gen.

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Spekulation mit Impfstoffen auf Höchststand

finanzen.net berich­tet heu­te:

»Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat einen ful­mi­nan­ten Start an der US-Technologiebörse Nasdaq hin­ge­legt. Bereits am ers­ten Handelstag ver­drei­fach­te sich die Aktie und bau­te an den Folgetagen ihre Kursgewinne noch wei­ter aus.«

Pikant dar­an ist, daß an die­sem Unternehmen der Bund mit 300 Mio. Euro betei­ligt ist.

»Das Paket ist mitt­ler­wei­le fast zwei Milliarden Euro wert, für den Staat ein Buchgewinn in Milliardenhöhe

Die hohe Bewertung steht und fällt damit, ob das Unternehmen tat­säch­lich erfolg­reich und zügig einen Corona-Impfstoff auf den Markt bringt. Curevac forscht an einer Impfstoff­variante, bei der soge­nann­te RNA-Moleküle ver­wen­det wer­den, die eine kör­per­ei­ge­ne Immunabwehr sti­mu­lie­ren sol­len. Diese Boten-RNA-Technologie ver­wen­den auch Wettbewerber wie Moderna und Biontech.«

Wie unab­hän­gig wird man sich die Prüfung der Wirksamkeit und der Nebenwirkungen vor­stel­len kön­nen?

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

Auch aus dpa-"Beweisfoto" Aufnahmedaten entfernt

Vor drei Tagen wur­de hier berich­tet, daß von dem Foto, das laut Tagesschau eine nied­ri­ge Teilnehmerzahl der Demo vom 1.8. bewei­sen soll, die Metadaten über den Aufnahmezeitpunkt ent­fernt wur­den. Der Zeitpunkt ist wich­tig für die Frage, wie­vie­le Menschen noch unter­wegs zum Veranstaltungsort waren.

Inzwischen liegt auch das dpa-Foto vor, das "Faktenchecker" von correctiv.org ver­wen­den, um zu unter­mau­ern, daß "zwi­schen 16:03 und 16:10 Uhr" so weni­ge Menschen wie auf der Aufnahme zu sehen sind, an der Kundgebung teil­ge­nom­men haben.

Mit wel­chen Tricks sie dabei vor­ge­hen, wur­de hier beschrie­ben. Jetzt zeigt sich: Wie bei dem Bild der Tagesschau sind auch bei dem dpa-Foto, das man über eine Agentur kau­fen kann, die Metadaten über den Zeitpunkt der Aufnahme ent­fernt wor­den. Nur die­ser Bearbeitungsschritt ist doku­men­tiert:

»<photoshop:DateCreated>2020–08-01</photoshop:DateCreated>«

Das ist wirklich kein Argument!

Statt sich argu­men­ta­tiv mit Herrn Drosten aus­ein­an­der­zu­set­zen, fin­den sich zuneh­mend im Netz Schmähungen und Beleidigungen. Auch wenn das hier gezeig­te Lied "Wo mag denn nur mein Christian sein" angeb­lich aus dem 19. Jahrhundert stammt, als es noch gar kei­ne rich­ti­gen Virologen gab, und der Name Drosten nicht fällt, ist doch schnell klar, auf wen es zielt.

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Drosten-Diss.: Entlastungsmaterial für Uni Frankfurt?

Obwohl die Frankfurter Universitätsbibliothek in ihrem Katalog ein 122-sei­ti­ges Buch der Doktorarbeit von Christian Drosten anbie­tet und dazu ein deutsch­spra­chi­ges Inhaltsverzeichnis, ver­tritt sie die Auffassung, Drosten habe sei­ne Promotionsleistung über drei Aufsätze "in eng­li­scher Sprache und in eng­lisch­spra­chi­gen Fachorganen" erbracht. Der Katalog ver­zeich­net sie aller­dings nicht (sie­he Drosten-Dissertation: An wel­cher Stelle lügt die Goethe-Universität?).

Nun las­sen sich Aufsätze von Herrn Drosten mit einem Bezug zum Dissertationsthema durch­aus fin­den. „Drosten-Diss.: Entlastungsmaterial für Uni Frankfurt?“ wei­ter­le­sen

Unermüdliches Streiten für den Ruf von Christian Drosten

Es ist schon rüh­rend, mit welch ver­zwei­fel­ter Inbrunst sich hier eine Kommentatorin für den Ruf von Christian Drosten und gegen ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche Anfeindungen enga­giert. Dabei ist nett zu ver­fol­gen, wie sich die Argumentation in fast 30 Wortmeldungen ent­wi­ckelt.

Sie beginnt mit einem Irrtum:

"Welches Problem haben Sie jetzt eigent­lich? Die Dissertation ist im Lesesaal der Uni Frankfurt…
Dass so ein Buch gele­gent­lich mal von einem Lehrstuhlmitarbeiter aus­ge­lie­hen wird, kommt auch vor (das sind die ein­zi­gen, die das aus­lei­hen dür­fen, unter der Maßgabe, dass das Buch den Campus nicht ver­lässt, und es beweist übri­gens, dass dort tat­säch­lich ein Buch im Lesesaal vor­liegt…)"

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