Ballweg hat Besseres zu tun

Micha­el Ball­weg kann ein­fach für nichts was. Hier wur­de ges­tern berich­tet über eine inter­ne Kri­tik am Lieb­äu­geln mit Reichs­bür­gern und dem "König von Deutsch­land". Sei­ne Ant­wort dar­auf: Kri­tik zer­stört die Bewegung.

»Lie­ber Uli,
ich bin gera­de auf den Artikel:
QUERDENKER UND REICHSBÜRGER
auf­merk­sam geworden.

Du hast lei­der die Prin­zi­pen von Quer­den­ken nicht verstanden:
1. Mit­ein­an­der reden statt übereinander
2. An der Quel­le nachfragen
Das ein­zi­ge, was also die Demo­kra­tie­be­we­gung zer­stört, sind sol­che Arti­kel, die aus unse­ren eige­nen Rei­hen kom­men (wozu ich Dich bis­her gezählt hatte).
Wenn Dir noch nie Feh­ler pas­siert sind, dann herz­li­chen Glück­wunsch – oder ehr ein auf­rich­ti­ges Bedau­ern. Denn Feh­ler gehö­ren dazu, wich­tig ist, dass man dar­aus lernt und sie nicht wiederholt.
Ich war seit ges­tern in Bochum und habe dort die regio­na­len Initia­ti­ven ver­netzt. Heu­te Demo in Bochum, mor­gen in Heil­bronn. Das erach­te ich weit­aus wich­ti­ger, als in einer Recht­fer­ti­gungs­schlei­fe zu verbleiben.

Fried­li­che und frei­heit­li­che Grüße
Micha­el Ball­weg«

36 Antworten auf „Ballweg hat Besseres zu tun“

  1. Was hat denn Herr Fit­zek­Schlim­mes gesagt, dass man so geschockt war? Quer­den­ker soll­ten doch ande­re Mei­nun­gen aus­hal­ten kön­nen oder? Hät­te mich sehr inter­es­siert, ob Herr Fit­zek Impul­se und Vor­schlä­ge hat. Staa­ten­los hat bestimmt auch viel Span­nen­des zu erzäh­len, mit denen soll­te sich Ball­weg auch mal treffen.

  2. ..
    »was also die Demo­kra­tie­be­we­gung zer­stört, sind sol­che Arti­kel, die aus unse­ren eige­nen Rei­hen kommen«

    vs.

    »Kri­tik zer­stört die Bewegung.«

    Das set­zen Sie gleich?
    Und das fin­den Sie fair, Herr Aschmoneit?

  3. @aa, "Ball­weg hat Bes­se­res zu tun": Hat er. Er ist offen­bar ein Macher, kein Diplo­mat. Er ist bei den Quer­den­ker­ver­an­stal­tun­gen auch nicht der gro­ße Red­ner. Die Wort­füh­rer sind ande­re: Mar­kus Haintz, Ralf Lud­wig usw. Durch die Blu­me gibt Micha­el zu, einen Feh­ler gemacht zu haben. Ich hof­fe, Uli erkennt das und verzeiht. 

    Denn nur zusam­men sind wir stark. Der Weg der Lie­be, wozu Bodo und Samu­el, aber auch Quer­den­ken immer auf­ru­fen, ist schön und rich­tig. Aber er funk­tio­niert nur, wenn wir uns alle ein­ha­ken und gemein­sam vor­wärts schrei­ten und auch bereit sind, Prü­gel in Kauf zu nehmen. 

    Wie Micha­el schreibt: Wir soll­ten mit­ein­an­der reden, nicht über­ein­an­der. Viel­leicht könn­test Du, Artur, ihn mal anschrei­ben, um ihm Dein Pro­blem mitzuteilen?

  4. Bevor wir einen guten Teil unse­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on ins Inter­net ver­legt haben, konn­te es leicht pas­sie­ren – vor allem in Uni­ver­si­täts­städ­ten -, dass man zufäl­lig mit Leu­ten in Berüh­rung und ins Gespräch kam, die ideo­lo­gisch völ­lig anders gestrickt waren als man selbst. Da hät­te auch mal ein "Reichs­bür­ger" dar­un­ter sein kön­nen. Ich hät­te als Stu­dent nie­mals ein Pro­blem damit gehabt, mal mit einem "Reichs­bür­ger" ein Bier zu trin­ken und Gedan­ken aus­zu­tau­schen. Als vor eini­gen Jah­ren ein guter alter Freund von mir, eme­ri­tier­ter Phy­sik­pro­fes­sor, in die AfD ein­trat, war das für mich selbst­ver­ständ­lich kein Grund, ihm die Freund­schaft zu kün­di­gen. (Inzwi­schen ist er wie­der aus der AfD aus­ge­tre­ten.) Heu­te mache ich die Erfah­rung, dass Leu­te, die sich zu einer als "rechts" ein­ge­stuf­ten Grup­pe beken­nen, gleich­sam zu Aus­sät­zi­gen erklärt wer­den, ver­bun­den mit einer kate­go­ri­schen Tabui­sie­rung jeg­li­cher Kon­tak­te zu ihnen und einer Stig­ma­ti­sie­rung aller, die gegen das Tabu und den Ter­ror der poli­ti­cal cor­rect­ness verstoßen.

    1. @Karl Heinz Siber: Net­ter Ver­such. Da hat nicht irgend­wer "zufäl­lig" irgend­wen getrof­fen und ein Bier­chen mit ihm getrunken.
      Son­dern ein Wort­füh­rer von Quer­den­ken einen Men­schen, für den es Auf­ga­be ist “das Deut­sche Reich in den Gren­zen vom 31.Dezember 1937 wie­der­her­zu­stel­len” (http://​koe​nig​reich​deutsch​land​.org/​d​e​/​a​n​t​w​o​r​t​/​w​a​r​u​m​-​k​o​e​n​i​g​r​e​i​c​h​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​.​h​tml). Das Gan­ze hat statt­ge­fun­den nach anhal­ten­der inter­ner und öffent­li­cher Kri­tik an Ball­wegs Lieb­äu­geln mit dem Reichs­bür­ger­ge­dan­ken auf der August-Demo in Ber­lin und auch danach.
      Wenn es "Ter­ror der poli­ti­cal cor­rect­ness" ist, Holo­caust­leug­nern und Men­schen, die den Krieg nach­träg­lich gewin­nen wol­len, kein Forum zu bie­ten, dann bin ich ger­ne (in die­sem Sin­ne) Ter­ro­rist und zugleich Ver­tei­di­ger unse­rer Verfassung.

  5. "Kri­tik zer­stört die Bewe­gung"? – das kann ich aus Micha­el Ball­wegs Ant­wort nicht herauslesen.

    Mei­ne Interpretation:

    1) Ich (Ball­weg) habe einen Feh­ler gemacht.

    2) Wer der Mei­nung ist, ich habe einen gros­sen Feh­ler gemacht, soll dies bit­te erst intern kom­mu­ni­zie­ren um die Hin­ter­grün­de zu erfah­ren anstatt an die brei­te Öffent­lich­keit zu gehen und die Part­ner­schaft aufzukündigen.

    Punkt 2) hat Gel­ler­mann offen­bar unter­las­sen. Das Glei­che gilt für Chris­ti­an Kreiss, der auf tele­po­lis querdenken711 auf­grund des Vor­falls für tot erklärt hat.

  6. Ja, Ball­weg hat defi­ni­tiv was Bes­se­res zu tun. Näm­lich mit Berg­mann und Co. eine neue Ver­fas­sung für 80 Mil­lio­nen Bür­ger zu schrei­ben. Alle­samt aus­ge­wie­se­ne Exper­ten für Ver­fas­sungs­recht. Genau die­se intel­lek­tu­el­le Eli­te hat den Deut­schen gera­de noch gefehlt, um auf den rech­ten Weg zu gelan­gen. Das Ball­weg jetzt auch die letz­te Chan­ce nicht ergrif­fen hat, um sich end­gül­tig von die­sem bescheu­er­ten Reichs­bür­ger­n­ar­ra­tiv zu befrei­en, spricht für sei­nen geis­ti­gen Zustand. Die­sen Leu­ten ist nicht mehr bei­zu­kom­men. Sor­ry. Auch hier muss man zuge­ben, dass die Alter­na­ti­ven mit Pau­ken und Trom­pe­ten ver­sagt haben, als sie es unter­las­sen haben Ball­weg zu kri­ti­sie­ren. Jetzt reißt er sie alle mit in den Abgrund.

    1. @Kai Nähr: Sehe ich nicht so. Die Bewe­gung geht doch unver­min­dert wei­ter. Es ist nicht unge­wöhn­lich, daß Bewe­gun­gen Klä­rungs­pro­zes­se durch­lau­fen. Die sind manch­mal schmerz­lich, aber auch nötig. Bewe­gun­gen, die demo­kra­ti­sche Rech­te ver­tei­di­gen wol­len, brau­chen kei­ner Führerfiguren.

      1. Sie glau­ben doch selbst nicht dar­an, was Sie hier schrei­ben. Die Leit­me­di­en wer­den kei­ne Gele­gen­heit unge­nutzt las­sen, um immer wie­der pene­trant dar­auf hin­zu­wei­sen aus wel­chem Schoß die­se Bewe­gung kroch. Die Quer­den­ker haben fer­tig. Das wer­den auch Sie bald zuge­ben müssen.

        1. @Kai Nähr: Als alter Mann und His­to­ri­ker weiß ich, daß auch die Frie­dens- und Öko­lo­gie­be­we­gung sich anfangs damit aus­ein­an­der­set­zen muß­ten, daß rech­te Grup­pie­run­gen die Füh­rung über­neh­men woll­ten. Sie haben das über­stan­den. Zudem ist die Bewe­gung gegen die Maß­nah­men viel brei­ter als das Quer­den­ken-Spek­trum. Schließ­lich sind die Pro­ble­me nicht aus der Welt, bloß weil es hier und da Feh­ler in der Bewe­gung gibt.

          1. Bit­te was…!? Die oliv­grü­nen Kriegs­trei­ber, die am 18.11. (bis auf eine Aus­nah­me) dem Coro­na-Ermäch­ti­gungs­ge­setz zustimmt haben als auch eine schon seit rund 2 Jahr­zehn­ten durch­weg neo­li­be­ra­le, von der Kapi­tal­lob­by unter­wan­der­te SPD sowie eine sich der­zeit eben­falls kom­plett über­flüs­sig machen­de Lin­ke bewei­sen doch tag­täg­lich, dass die "Rech­ten" gewon­nen haben? Oder sind für sie "Rech­te" nur die Ste­reo­ty­pe, die der Main­stream als Sol­che abstem­pelt? Wie­so soll sich das Prä­di­kat "Rechts" eigent­lich nur auf "Nazis" und frem­den­feind­li­che Ideo­lo­gien beschränken?

            Mei­ne Güte, die Reichs­bür­ger sind ein klei­nes Grüpp­chen von Leu­ten, die durch­aus berech­tig­te Fra­gen den völ­ker­recht­li­chen Sta­tus der "BRD" stellt. Sie sind nach mei­nen ober­fläch­li­chen Beob­ach­tun­gen min­des­tens genau­so hete­ro­gen und zer­strit­ten wie lin­ke Sek­ten oder eben auch die "Quer­den­ker".

            Im Grun­de erle­ben wir doch hier auch wie­der nur ober­fläch­li­ches Divi­de et impe­ra. Unzäh­li­gen Leu­ten wird ein­fach ein Label ver­passt – und ihnen das Prä­di­kat "gut" oder "böse" ver­lie­hen. Das ist mir per­sön­lich zu dumm.

            Wer der­zeit "Reichs­bür­ger" oder die AfD für eine grö­ße­re Gefahr für "die Demo­kra­tie" hält, als die der­zei­ti­ge Regie­rung (samt qua­si der kom­plet­ten "Oppo­si­ti­on"), hat den Knall wohl immer noch nicht gehört? Die Faschis­ten sit­zen in der Mit­te und haben letz­ten Mitt­woch die Hygie­ne-Dik­ta­tur beschlos­sen. Und zei­gen mit dem Fin­ger auf die Oppo­si­ti­on und schrei­en "Hal­tet den Dieb!"

            Und sehr vie­le fal­len wie­der ein­mal dar­auf rein. Volks­front von Judäa oder Judäi­sche Volks­front? Die Medi­en­be­rich­te im Main­stream bewei­sen doch: Egal, was wir machen – wir wer­den so oder so ent­spre­chend geframed. Also soll­te es uns scheiß­egal sein, was die über uns schreiben.

          2. Aber in "the long run we are all dead". Die Frie­dens- und Öko­lo­gie­be­we­gung kämpft schon seit Jah­ren, ohne sicht­ba­ren nen­nens­wer­ten Erfolg. Hier geht es dar­um aku­te Miss­stän­de sofort aus­zu­räu­men und nicht bis zum Sankt Nim­mer­leins­tag zu war­ten, bis sich bei der Mehr­heit eine ande­re Mei­nung durch­ge­setzt hat. Bewe­gun­gen brau­chen einen star­ken Vor­den­ker und einen cha­ris­ma­ti­schen Anfüh­rer, kei­nen Dem­ago­gen. Ich sehe die Ent­wick­lung der Bewe­gung äußerst skep­tisch. Kein Intel­lek­tu­el­ler aus dem Main­stream hat sich hin­ter die Bewe­gung gestellt und das aus gutem Grun­de. Ball­weg ist der Kopf und er hat viel zu vie­le Feh­ler gemacht und wur­de dafür nicht kri­ti­siert. Das hat zu der Situa­ti­on geführt in der wir heu­te stecken.
            Was tun? Wir müs­sen zurück­fin­den zu sach­li­cher Kri­tik an den Maß­nah­men, defi­nit­ve Abgren­zung nach Rechts, seriö­se alter­na­ti­ve Medi­en als PR Maschi­ne nut­zen und sei­ne Selbst­dar­stel­lung ver­bes­sern. Viel­leicht klappt es dann. Mei­ne Kri­tik hat sich ein­zig an Ball­weg und sein Umfeld gerich­tet, nicht an die Bewe­gung per se.

          3. Schlie­ße mich dem an, was @aa zu Bewe­gungs-Ent­wick­lungs­pro­zes­sen sagt.
            Da es sich ja um eine "Demo­kra­tie­be­we­gung handelt",
            ist damit die Chan­ce ver­bun­den, wie "Basis-Demo­kra­tie"
            prak­ti­ziert wer­den kann und muss.
            Das alles braucht kei­ne Hin­ter­zim­mer-Tref­fen mit vor­ge­dach­ten Ver­fas­sungs-Ideen , son­dern gehört im offe­nen Pro­zess mit Sou­ve­rä­nIn­nen kommuniziert. 

            Kon­struk­ti­ve Kri­tik gehört dazu, was natür­lich mit beinhal­tet, dass mit­ein­an­der gespro­chen wird.
            Das 'Über­ein­an­der-Reden' zeigt zu Genüge,
            dass es ande­re Ver­stän­di­gungs­for­men braucht.

            Hof­fe sehr, dass Ulli Gel­ler­mann, Ball­weg und Inter­es­sier­te sich dazu an einen gemein­sa­men Tisch set­zen. Aus Erfah­rung weiß ich, dass eine kompetente
            Mode­ra­ti­on da sehr hilf­reich sein kann.

          4. @ Kai Nähr

            Kein Intel­lek­tu­el­ler aus dem Main­stream hat sich hin­ter die Bewe­gung gestellt und das aus gutem Grunde.

            Soll das ein Witz sein?
            Kein Intel­lek­tu­el­ler aus dem Main­stream hat es über­haupt gewagt, den Mund auf­zu­ma­chen und Kri­tik zu üben. Weder bei Quer­den­ken noch sonst irgendwo.
            Die Grün­de sind sicher­lich nicht gut, denn eine der­ar­ti­ge nicht nur Ver­wei­ge­rung des Dis­kur­ses, son­dern still­schwei­gen­de Über­ein­kunft mit den neu­en Faschis­ten (ja, ich schrei­be das ganz bewußt) ist defi­ni­tiv kein Ruh­mes­blatt. Schon gar nicht für Leu­te, die sich ger­ne als Intel­lek­tu­el­le bezeich­nen (las­sen).

        2. @Kai Nähr: Hast Du eine Alter­na­ti­ve? Haben wir ohne Quer­den­ken eine Chan­ce gegen die­se kor­rup­te Regie­rung? Oder sol­len wir uns ab jetzt alles gefal­len las­sen, was von Regie­rungs­sei­te kommt?

          1. Wir müs­sen nicht gegen die Regie­rung kämp­fen. Die Regie­rung tut das, was die Mehr­heit will. Über­zeu­ge die Mehr­heit, dann über­zeugst du die Regierung.

          2. @ Kai Nähr

            Die Regie­rung tut in die­sem Fall nicht wirk­lich, was die Mehr­heit will. Sie tut, was die Regie­rung (oder Frau Mer­kel?) will. Vor­her hat sie erfolg­reich der Mehr­heit vor­ge­lo­gen und mit Angst und Panik ein­ge­trich­tert, dies sei, was die­se wolle.

            Und manch­mal braucht es tat­säch­lich eine Min­der­heit, um die Mehr­heit zu ret­ten, bevor sie unter­geht. Nicht hinterher.

    2. "dass die Alter­na­ti­ven mit Pau­ken und Trom­pe­ten ver­sagt haben,"

      ich weiß nicht, in was für einer Welt Sie leben. Was sol­len "die Alter­na­ti­ven" sein? inwie­fern sol­len die (als ein Gan­zes) irgend­wie ver­sagt haben? Wel­chen Auf­trag hät­ten denn die "Alter­na­ti­ven"?

      Was ist den das für ein bescheu­er­te Denke? 

      Die öffent­lich-recht­li­chen haben ein Ver­fasst­heit und einen Anspruch, die Haupt­me­di­en als vier­te Gewalt ver­stan­den, haben so einen Anspruch (den sie nicht im Gerings­ten ein­lö­sen) – aber die "Alter­na­ti­ven" ist ein Wahn­ge­bil­de ihres Gehir­n­es. Die gibt es nicht. 

      Es gibt aller­dings einen wil­den Misch­masch ver­schie­de­ner Stim­men ver­schie­dens­ter Motiv­la­ge und ver­schie­dens­ter Cou­leur, die sich in einem Punkt einig sind: es exis­tiert kei­ne Seuchenlage.

      Aber dass ver­schie­dens­te Stim­men in einem ein­zi­gen Punkt über­ein­stim­men macht sie nicht zu einem Gan­zen mit irgend etwas zusätz­lich Ver­bin­den­dem. Und schon gar­nicht zu EINER Stimme.

      1. Es gibt in den Alter­na­ti­ven Medi­en unbe­streit­bar bestimm­te Wort­füh­rer, deren Ver­dienst um die Auf­klä­rung der Sach­la­ge ich nicht klein­re­den möch­te. Aller­dings ist auch viel gro­ber Unfug unter­wegs, der einer kon­struk­ti­ven Kri­tik der Maß­nah­men im Wege steht. Somit machen es genau die­se Leu­te, indem sie in JEDES Fett­näp­pf­chen tre­ten das man ihnen vor­setzt, den Leit­me­di­en unglaub­lich leicht ein bestimm­tes Nar­ra­tiv zu eta­blie­ren und jeg­li­che Kri­tik abzu­weh­ren. Ver­su­chen Sie mal mit Ihren Arbeits­kol­le­gen über Quer­den­ken zu spre­chen ohne dabei den sozia­len Tod zu ris­kie­ren? Na, mer­ken Sie was?

  7. Das Auf­füh­ren des Kon­takt­schuld-Thea­ters ät its best.

    Sicher, man kann durch den Vor­gang sen­si­bi­li­siert und auf­merk­sam gemacht wer­den. Nichts dagegen.

    Aber was hat Herr Ball­weg bis­her nach­weis­lich gemacht, was ihn als Anti­de­mo­krat oder "Kryp­to-Rech­ten" klar aus­zeich­nen würde?

    Ich weiß von nichts.

    Wem dient das Gan­ze? Das ist völ­lig offensichtlich.

    Wir rasen mit defek­ter Brem­se auf den Abgrund zu – und machen uns Sor­gen über die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Blinker.

    Lächer­lich, mei­ne ich.

    1. Ich unter­stel­le Ball­weg kein rech­tes Gedan­ken­gut, son­dern nur unfass­bar däm­lich zu agie­ren in einer Situa­ti­on, wo alle gei­fern­den Leit­me­di­en nur auf einen Feh­ler war­ten. Es gilt gesckickt und klug zu han­deln und mög­li­che Reak­tio­nen zu antizipieren.

  8. @Woody Box
    Micha­el Ball­weg scheint die Bri­sanz des The­mas nicht ganz bewußt zu sein. Außer­dem scheint ihm nicht bewußt zu sein auf was er sich eigent­lich ein­ge­las­sen hat. 

    Fak­tum ist doch das die soge­nann­ten Main­stream-Medi­en seit Wochen von einer Rechts-Unter­wan­de­rung der Demo­kra­tie­be­we­gung halluzunieren. 

    Fak­tum ist außer­dem das die Reichs­bür­ger­sze­ne sich auf recht­lich dün­nen Eis bewegt und ver­mut­lich vom Ver­fas­sungs­schutz unter­wan­dert ist. Ich den­ke bei Quer­den­ken sind jede Men­ge Anwäl­te – was sagen die dazu? 

    Und noch was – Quer­den­ken und Micha­el Ball­weg stel­len sich qua­si gegen den Staat, bzw staat­li­ches Han­deln. Auch wenn es "nur" um Demo­kra­tie geht – es geht aber auch um ein Mil­lio­nen Dol­lar-Geschäft bzw. einer (Auf)Lösung der auf­ge­lau­fe­nen Wider­sprü­che des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems und einer Wei­ter­ent­wick­lung des Kapi­ta­lis­mus ins­ge­samt. Also viel Feind viel Ehr … 

    Wie Staa­ten auch west­li­che gegen Oppo­si­ti­ons­be­we­gun­gen vor­ge­hen ist recht gut doku­men­tiert (Ich schenk mir jetzt kon­kre­te Anga­ben nur soweit in einem Buch eines Schwei­zer Frie­dens­for­schers und einem Feld­hand­buch der US-Armee steht alles Notwendige). 

    Man könn­te anneh­men das einer wie Ball­weg und sei­ne Wirt­schafts-Anwalts­con­nec­tion auf das schlimms­te vor­be­rei­tet ist – schein­bar ist dem nicht so gewesen.

    1. Dass Ball­weg sich sehr unge­schickt ver­hal­ten, als er sich auf die­sen Typen ein­ge­las­sen hat, dar­über sind wir uns wohl einig. Ähn­lich naiv und unbe­fan­gen war die kur­ze Bezie­hung zu dem "Volks­leh­rer" Niko­lai Ner­ling, der wohl ein Maul­wurf des VS ist und auf der Demo vom 29.8. die Auf­ga­be hat­te, eine Ver­bin­dung zwi­schen der Haupt-Demo und den Rechts­ra­di­ka­len vorm Reichs­tag her­zu­stel­len. Ball­weg hat sich von Ner­ling mE über­zeu­gend und geis­tes­ge­gen­wär­tig in einer Moni­tor-Sen­dung live distan­ziert. Dass er bes­ser dar­an getan hät­te, Ner­ling vor­her durch­zu­che­cken: kei­ne Frage.

      Ball­wegs Kri­ti­ker ver­ken­nen aber, dass der Mann ein Stras­sen­kämp­fer ist, dabei mit Figu­ren aller mög­li­chen Cou­leur zusam­men­kommt und bei der Fra­ge einer Zusam­men­ar­beit offen­bar nach dem Prin­zip "tri­al and error" vor­geht. Dar­an lässt sich aus einer alt­lin­ken Per­spek­ti­ve aus dem beque­men Ses­sel vorm behag­li­chen Kamin her­aus wohl­feil Kri­tik üben. Dass die Kri­ti­ker im Schnitt 20 Jah­re älter sind als Ballweg&co und für sich eine lin­ke Iden­ti­tät in Anspruch neh­men, ist kein Zufall. Das Links-Rechts-Sche­ma ist in der mitt­le­ren und jün­ge­ren Gene­ra­ti­on kein Koor­di­na­ten­sys­tem mehr, an dem man sich ori­en­tiert. Die, die das in dog­ma­ti­scher Wei­se den­noch machen, wie die Anti­fa – deren intel­lek­tu­el­le Kapa­zi­tä­ten kann man getrost in der Pfei­fe rauchen.

      Ich möch­te noch dar­an erin­nern, dass auch Danie­le Gan­ser ein­mal auf einer Kon­fe­renz sprach, auf der nach ihm auch rechts­aus­sen anzu­sie­deln­de Figu­ren das Wort erhiel­ten. Seit­dem ist Gan­ser für vie­le ein Rech­ter. Gan­ser hät­te vor­her recher­chie­ren kön­nen, von wem er da ein­ge­la­den wur­de, wie Ball­weg auch. Der Unter­schied zwi­schen den bei­den hin­sicht­lich Nai­vi­tät, Leicht­sinn usw. scheint mir nur graduell.

      1. ..
        Gan­ser hät­te vor­her recher­chie­ren kön­nen, von wem er da ein­ge­la­den wurde

        Kon­takt­schuld. Ih Pfui Bäh.

        Wenn man ein­mal anfängt, den Dis­kurs der­ma­ßen zu kon­trol­lie­ren und zu rui­nie­ren, ist das Ende nah. Und sie­he da: das Ende ist nah.
        Kein Wun­der, wenn man alle gegen­ein­an­der aus­spielt, um sei­ne Schäf­chen ins Tro­cke­ne zu bekom­men, wäh­rend die ande­ren ihre Zeit damit ver­plem­pern von Hinz, Kunz und wem­no­chal­les Abstand zu halten.
        Düm­mer geht wirk­lich kaum noch.

        1. @Tiffany: Keep cool! Das Argu­ment der "Kon­takt­schuld" ist wenig geeig­net für eine inhalt­li­che Dis­kus­si­on, son­dern ver­hin­dert sie. Es gibt kei­ne sakro­sank­ten Füh­rer, und es schwächt kei­ne Bewe­gung, wenn sie dis­ku­tiert. Das in stil­le Käm­mer­lein von eini­gen Weni­gen zu ver­la­gern, geht schon des­halb nicht, weil die­se Weni­gen Posi­tio­nen in der Öffent­lich­keit ver­tre­ten, die nicht die der Vie­len sind. 

          Wenn es das Ende einer Bewe­gung bedeu­te­te, daß ein füh­ren­des Mit­glied kri­ti­siert wird, dann wäre sie eine Sek­te und es wäre nicht scha­de um sie. In der Wirk­lich­keit ist sie aber quick­le­ben­dig. BTW: Ich habe mich "aus­ge­spielt" gefühlt, als Ball­weg das Forum der gro­ßen Ber­li­ner Demo dafür nutz­te, sei­ne Idee der "Ver­fas­sungs­ge­ben­den Ver­samm­lung" auf die Demo zu über­tra­gen. Er darf die­se Idee ver­tre­ten, sie als Posi­ti­on der Bewe­gung aus­zu­ge­ben, ver­bie­tet sich. Wir sehen nun, daß das kein Aus­rut­scher war. Ich gebe zu, in mei­nem Bekann­ten­kreis viel wirk­sa­mer argu­men­tie­ren zu kön­nen, wenn ich nicht erst mal erklä­ren muß, daß ich mit Reichs­bür­gern (die fälsch­lich ger­ne als ver­wirr­te Ein­zel­spin­ner abge­tan wer­den) nichts am Hut habe, und die meis­ten Demons­trie­ren­den auch nicht.

          1. @aa
            Mißverständnisse?
            1. Der von mir zitier­te Satz ent­spricht dem Kon­takt­schuld­prin­zip. War­um das nicht schrei­ben? Dann erüb­rigt sich eine inhalt­li­che Dis­kus­si­on, weil sie nicht nötig ist
            2. Mit »Das Ende ist nah« mein­te ich nicht das Ende irgend­ei­ner Bewe­gung, son­dern das Ende der Demokratie.
            3. Das »gegen­ein­an­der aus­spie­len« fin­det – mei­ner Ansicht nach – durch »die da oben« statt und war (samt dem Rest) ent­spre­chend gemeint.

        2. Nur zur Klar­stel­lung – ich dach­te das wäre aus dem Kon­text ersicht­lich: nicht ICH bin der Mei­nung, Gan­ser (und Ball­weg) hät­ten unbe­dingt recher­chie­ren müs­sen, mit wem sie es da zu tun haben. Das hal­te ich bei der Viel­zahl von Leu­ten, denen sie bei ihren Akti­vi­tä­ten begeg­nen, für nicht prak­ti­ka­bel. Dass bei die­sen Begeg­nun­gen auch mal ein fau­ler Apfel dabei ist, ist genau­so unver­meid­lich wie dass sich einer Demo auch Leu­te mit Reichs­flag­gen anschliessen. 

          Ich hal­te die Kri­tik an Ball­weg für über­zo­gen, und sie steht in kei­nem Ver­hält­nis zu dem, was er vor­an­ge­bracht hat.

  9. Jetzt gilt es sich der kon­kre­ten Demo­kra­tie­pra­xis zuzu­wen­den, dazu gehört Ver­net­zung und Enga­ge­ment von und mit MEHR DEMOKRATIE .
    Die ehe­mals als Basis­par­tei ange­tre­te­nen GRÜNEN sind dabei
    den bun­des­wei­ten Volks­ent­scheid aus ihren Sta­tu­ten zu streichen.
    Habeck führt als Ableh­nungs­grund den Brexit an.
    Dies war kein Ent­scheid von 'unten', son­dern ein von 'oben'
    gefer­tig­tes Herrschaftskonstrukt. 

    Die AfD hat den bun­des­wei­ten Volks­ent­scheid zwar im Pro­gramm, doch war­um die­ser nicht mei­nen Vor­stel­lun­gen ent­spricht wird hier aufgezeigt:
    https://​www​.mehr​-demo​kra​tie​.de/​n​e​w​s​/​v​o​l​l​/​w​i​r​-​w​o​l​l​e​n​-​d​e​n​-​b​u​n​d​e​s​w​e​i​t​e​n​-​v​o​l​k​s​e​n​t​s​c​h​e​i​d​-​a​b​e​r​-​d​i​e​-​a​f​d​-​v​o​r​s​c​h​l​a​e​g​e​-​l​e​h​n​e​n​-​w​i​r​-​ab/,

    Die GRÜNEN wol­len zwar Bür­ger­rä­te per Losverfahren
    auf­grei­fen, doch reicht es nicht, dass die­se 'nur' ZuarbeiterInnen
    für's Par­la­ment sein sollen. 

    Ein wenig set­ze ich mei­ne Hoff­nung auf die Par­tei DIE BASIS,
    wie­wohl ich die Gefahr sehe, dass auch die­se in den vor­ge­fun­de­nen Herr­schafts­struk­tu­ren hän­gen blei­ben könnte.
    Umso not­wen­di­ger, dass die BASIS-Par­tei auf­zeigt, wie die
    Wege zur Basis­de­mo­kra­tie beschrit­ten wer­den könnten.

  10. Nur so am Ran­de: "Reichs­bür­ger" nach der ger­ne benutz­ten Defi­ni­ti­on ("Deutsch­land in den Gren­zen von 1937") waren in einer gewis­sen bür­ger­li­chen Par­tei bis weit in die 80er hin­ein mehrheitsfähig.
    Kann mich noch gut an mei­nen "Diercke Welt­at­las" erin­nern (1970), in dem die­se Gren­zen eben­so ein­ge­tra­gen waren, wie jene Gebie­te, die sich "zur Zeit unter pol­ni­scher" (bzw. "Sowje­ti­scher") "Ver­wal­tung" befanden.
    Erst die "Wie­der­ver­ei­ni­gung" hat dem Spuk in die­sem Bio­top weit­ge­hend ein Ende gesetzt.

    Inso­fern bewe­gen sich (nicht nur) "bür­ger­lich" quer­den­ken­de ("Reichs­bür­ger" ver­harm­lo­sen­de) durch­aus noch auf dem Humus der Bon­ner Republik.
    Die Schwät­zer aus der o.g. "bür­ger­li­chen Par­tei", die sich jetzt schein­hei­lig (auch über deren eige­ne Ver­gan­gen­heit) empö­ren soll­ten aller­dings den Ball flach halten.

  11. Fra­ge: hat sich M. L. King mal mit Ver­tre­tern der "Black Pan­ther" getrof­fen? Wenn ja: wur­de das als ver­werf­lich für die Bür­ger­rechts­be­we­gung ange­se­hen? (Für die Geg­ner und zB den KKK war das natür­lich super-ver­werf­lich, ist klar. Aber dar­um geht es doch hier doch hof­fent­lich nicht.)

    Nun mögen man­che die "Black Pan­ther" viel­leicht anders ein­ord­nen als die "Reichs­bür­ger". Für mich sind Grup­pen wie die Black Pan­ther aber als erklärt gewalt­be­reit kei­ne Opti­on – genau­so wenig wie die "Reichs­bür­ger" als in mei­nen Augen nicht voll zu neh­men­de Spinner.

    Die Fra­ge letzt­lich ist: was wird Hr. Ball­weg aus dem gan­zen Hickack jetzt machen – und was machen wir, wenn er sein Orga­ni­sa­ti­ons- und Mobi­li­sie­rungs­ver­mö­gen aus "Quer­den­ken" abzieht. Und mensch­lich ver­ständ­lich wäre das allemal.

    Und wem jetzt gleich mit einer bil­li­gen Skan­da­li­sie­rung mei­nes Ver­glei­ches von King und Ball­weg um die Ecke kommt, sei die­ser gute Satz von Prof. Mül­ler zum den­ken nahe gelegt:

    "Die Groß­de­mons­tra­ti­on vom 01.08. in Ber­lin u.a. gegen Mas­ken­pflicht und Abstands­ge­bot wur­de von der Poli­zei wegen der Ver­let­zung der Mas­ken­pflicht und des Abstands­ge­bot auf­ge­löst. Hat Mar­tin Luther King in den 60er Jah­ren die Regeln zur Ras­sen­tren­nung ein­ge­hal­ten, als er Demons­tra­tio­nen gegen die Ras­sen­tren­nung orga­ni­sier­te? Wie per­vers den­ken Poli­ti­ker und die ihnen höri­gen Medi­en bereits?"

    Ja, wir dür­fen geschicht­li­che Ver­glei­che anstel­len. Und ja, Euer Geschrei des­we­gen ist mir Wurscht!

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