Ballweg hat Besseres zu tun

Michael Ballweg kann ein­fach für nichts was. Hier wur­de ges­tern berich­tet über eine inter­ne Kritik am Liebäugeln mit Reichsbürgern und dem "König von Deutschland". Seine Antwort dar­auf: Kritik zer­stört die Bewegung.

»Lieber Uli,
ich bin gera­de auf den Artikel:
QUERDENKER UND REICHSBÜRGER
auf­merk­sam geworden.

Du hast lei­der die Prinzipen von Querdenken nicht verstanden:
1. Miteinander reden statt übereinander
2. An der Quelle nachfragen
Das ein­zi­ge, was also die Demokratiebewegung zer­stört, sind sol­che Artikel, die aus unse­ren eige­nen Reihen kom­men (wozu ich Dich bis­her gezählt hatte).
Wenn Dir noch nie Fehler pas­siert sind, dann herz­li­chen Glückwunsch – oder ehr ein auf­rich­ti­ges Bedauern. Denn Fehler gehö­ren dazu, wich­tig ist, dass man dar­aus lernt und sie nicht wiederholt.
Ich war seit ges­tern in Bochum und habe dort die regio­na­len Initiativen ver­netzt. Heute Demo in Bochum, mor­gen in Heilbronn. Das erach­te ich weit­aus wich­ti­ger, als in einer Rechtfertigungsschleife zu verbleiben.

Friedliche und frei­heit­li­che Grüße
Michael Ballweg«

36 Antworten auf „Ballweg hat Besseres zu tun“

  1. Was hat denn Herr FitzekSchlimmes gesagt, dass man so geschockt war? Querdenker soll­ten doch ande­re Meinungen aus­hal­ten kön­nen oder? Hätte mich sehr inter­es­siert, ob Herr Fitzek Impulse und Vorschläge hat. Staatenlos hat bestimmt auch viel Spannendes zu erzäh­len, mit denen soll­te sich Ballweg auch mal treffen.

  2. ..
    »was also die Demokratiebewegung zer­stört, sind sol­che Artikel, die aus unse­ren eige­nen Reihen kommen«

    vs.

    »Kritik zer­stört die Bewegung.«

    Das set­zen Sie gleich?
    Und das fin­den Sie fair, Herr Aschmoneit?

  3. @aa, "Ballweg hat Besseres zu tun": Hat er. Er ist offen­bar ein Macher, kein Diplomat. Er ist bei den Querdenkerveranstaltungen auch nicht der gro­ße Redner. Die Wortführer sind ande­re: Markus Haintz, Ralf Ludwig usw. Durch die Blume gibt Michael zu, einen Fehler gemacht zu haben. Ich hof­fe, Uli erkennt das und verzeiht. 

    Denn nur zusam­men sind wir stark. Der Weg der Liebe, wozu Bodo und Samuel, aber auch Querdenken immer auf­ru­fen, ist schön und rich­tig. Aber er funk­tio­niert nur, wenn wir uns alle ein­ha­ken und gemein­sam vor­wärts schrei­ten und auch bereit sind, Prügel in Kauf zu nehmen. 

    Wie Michael schreibt: Wir soll­ten mit­ein­an­der reden, nicht über­ein­an­der. Vielleicht könn­test Du, Artur, ihn mal anschrei­ben, um ihm Dein Problem mitzuteilen?

  4. Bevor wir einen guten Teil unse­rer Kommunikation ins Internet ver­legt haben, konn­te es leicht pas­sie­ren – vor allem in Universitätsstädten -, dass man zufäl­lig mit Leuten in Berührung und ins Gespräch kam, die ideo­lo­gisch völ­lig anders gestrickt waren als man selbst. Da hät­te auch mal ein "Reichsbürger" dar­un­ter sein kön­nen. Ich hät­te als Student nie­mals ein Problem damit gehabt, mal mit einem "Reichsbürger" ein Bier zu trin­ken und Gedanken aus­zu­tau­schen. Als vor eini­gen Jahren ein guter alter Freund von mir, eme­ri­tier­ter Physikprofessor, in die AfD ein­trat, war das für mich selbst­ver­ständ­lich kein Grund, ihm die Freundschaft zu kün­di­gen. (Inzwischen ist er wie­der aus der AfD aus­ge­tre­ten.) Heute mache ich die Erfahrung, dass Leute, die sich zu einer als "rechts" ein­ge­stuf­ten Gruppe beken­nen, gleich­sam zu Aussätzigen erklärt wer­den, ver­bun­den mit einer kate­go­ri­schen Tabuisierung jeg­li­cher Kontakte zu ihnen und einer Stigmatisierung aller, die gegen das Tabu und den Terror der poli­ti­cal cor­rect­ness verstoßen.

    1. @Karl Heinz Siber: Netter Versuch. Da hat nicht irgend­wer "zufäl­lig" irgend­wen getrof­fen und ein Bierchen mit ihm getrunken.
      Sondern ein Wortführer von Querdenken einen Menschen, für den es Aufgabe ist “das Deutsche Reich in den Grenzen vom 31.Dezember 1937 wie­der­her­zu­stel­len” (http://koenigreichdeutschland.org/de/antwort/warum-koenigreich-deutschland.html). Das Ganze hat statt­ge­fun­den nach anhal­ten­der inter­ner und öffent­li­cher Kritik an Ballwegs Liebäugeln mit dem Reichsbürgergedanken auf der August-Demo in Berlin und auch danach.
      Wenn es "Terror der poli­ti­cal cor­rect­ness" ist, Holocaustleugnern und Menschen, die den Krieg nach­träg­lich gewin­nen wol­len, kein Forum zu bie­ten, dann bin ich ger­ne (in die­sem Sinne) Terrorist und zugleich Verteidiger unse­rer Verfassung.

  5. "Kritik zer­stört die Bewegung"? – das kann ich aus Michael Ballwegs Antwort nicht herauslesen.

    Meine Interpretation:

    1) Ich (Ballweg) habe einen Fehler gemacht.

    2) Wer der Meinung ist, ich habe einen gros­sen Fehler gemacht, soll dies bit­te erst intern kom­mu­ni­zie­ren um die Hintergründe zu erfah­ren anstatt an die brei­te Öffentlichkeit zu gehen und die Partnerschaft aufzukündigen.

    Punkt 2) hat Gellermann offen­bar unter­las­sen. Das Gleiche gilt für Christian Kreiss, der auf tele­po­lis querdenken711 auf­grund des Vorfalls für tot erklärt hat.

  6. Ja, Ballweg hat defi­ni­tiv was Besseres zu tun. Nämlich mit Bergmann und Co. eine neue Verfassung für 80 Millionen Bürger zu schrei­ben. Allesamt aus­ge­wie­se­ne Experten für Verfassungsrecht. Genau die­se intel­lek­tu­el­le Elite hat den Deutschen gera­de noch gefehlt, um auf den rech­ten Weg zu gelan­gen. Das Ballweg jetzt auch die letz­te Chance nicht ergrif­fen hat, um sich end­gül­tig von die­sem bescheu­er­ten Reichsbürgernarrativ zu befrei­en, spricht für sei­nen geis­ti­gen Zustand. Diesen Leuten ist nicht mehr bei­zu­kom­men. Sorry. Auch hier muss man zuge­ben, dass die Alternativen mit Pauken und Trompeten ver­sagt haben, als sie es unter­las­sen haben Ballweg zu kri­ti­sie­ren. Jetzt reißt er sie alle mit in den Abgrund.

    1. @Kai Nähr: Sehe ich nicht so. Die Bewegung geht doch unver­min­dert wei­ter. Es ist nicht unge­wöhn­lich, daß Bewegungen Klärungsprozesse durch­lau­fen. Die sind manch­mal schmerz­lich, aber auch nötig. Bewegungen, die demo­kra­ti­sche Rechte ver­tei­di­gen wol­len, brau­chen kei­ner Führerfiguren.

      1. Sie glau­ben doch selbst nicht dar­an, was Sie hier schrei­ben. Die Leitmedien wer­den kei­ne Gelegenheit unge­nutzt las­sen, um immer wie­der pene­trant dar­auf hin­zu­wei­sen aus wel­chem Schoß die­se Bewegung kroch. Die Querdenker haben fer­tig. Das wer­den auch Sie bald zuge­ben müssen.

        1. @Kai Nähr: Als alter Mann und Historiker weiß ich, daß auch die Friedens- und Ökologiebewegung sich anfangs damit aus­ein­an­der­set­zen muß­ten, daß rech­te Gruppierungen die Führung über­neh­men woll­ten. Sie haben das über­stan­den. Zudem ist die Bewegung gegen die Maßnahmen viel brei­ter als das Querdenken-Spektrum. Schließlich sind die Probleme nicht aus der Welt, bloß weil es hier und da Fehler in der Bewegung gibt.

          1. Bitte was…!? Die oliv­grü­nen Kriegstreiber, die am 18.11. (bis auf eine Ausnahme) dem Corona-Ermächtigungsgesetz zustimmt haben als auch eine schon seit rund 2 Jahrzehnten durch­weg neo­li­be­ra­le, von der Kapitallobby unter­wan­der­te SPD sowie eine sich der­zeit eben­falls kom­plett über­flüs­sig machen­de Linke bewei­sen doch tag­täg­lich, dass die "Rechten" gewon­nen haben? Oder sind für sie "Rechte" nur die Stereotype, die der Mainstream als Solche abstem­pelt? Wieso soll sich das Prädikat "Rechts" eigent­lich nur auf "Nazis" und frem­den­feind­li­che Ideologien beschränken?

            Meine Güte, die Reichsbürger sind ein klei­nes Grüppchen von Leuten, die durch­aus berech­tig­te Fragen den völ­ker­recht­li­chen Status der "BRD" stellt. Sie sind nach mei­nen ober­fläch­li­chen Beobachtungen min­des­tens genau­so hete­ro­gen und zer­strit­ten wie lin­ke Sekten oder eben auch die "Querdenker".

            Im Grunde erle­ben wir doch hier auch wie­der nur ober­fläch­li­ches Divide et impe­ra. Unzähligen Leuten wird ein­fach ein Label ver­passt – und ihnen das Prädikat "gut" oder "böse" ver­lie­hen. Das ist mir per­sön­lich zu dumm.

            Wer der­zeit "Reichsbürger" oder die AfD für eine grö­ße­re Gefahr für "die Demokratie" hält, als die der­zei­ti­ge Regierung (samt qua­si der kom­plet­ten "Opposition"), hat den Knall wohl immer noch nicht gehört? Die Faschisten sit­zen in der Mitte und haben letz­ten Mittwoch die Hygiene-Diktatur beschlos­sen. Und zei­gen mit dem Finger auf die Opposition und schrei­en "Haltet den Dieb!"

            Und sehr vie­le fal­len wie­der ein­mal dar­auf rein. Volksfront von Judäa oder Judäische Volksfront? Die Medienberichte im Mainstream bewei­sen doch: Egal, was wir machen – wir wer­den so oder so ent­spre­chend geframed. Also soll­te es uns scheiß­egal sein, was die über uns schreiben.

          2. Aber in "the long run we are all dead". Die Friedens- und Ökologiebewegung kämpft schon seit Jahren, ohne sicht­ba­ren nen­nens­wer­ten Erfolg. Hier geht es dar­um aku­te Missstände sofort aus­zu­räu­men und nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag zu war­ten, bis sich bei der Mehrheit eine ande­re Meinung durch­ge­setzt hat. Bewegungen brau­chen einen star­ken Vordenker und einen cha­ris­ma­ti­schen Anführer, kei­nen Demagogen. Ich sehe die Entwicklung der Bewegung äußerst skep­tisch. Kein Intellektueller aus dem Mainstream hat sich hin­ter die Bewegung gestellt und das aus gutem Grunde. Ballweg ist der Kopf und er hat viel zu vie­le Fehler gemacht und wur­de dafür nicht kri­ti­siert. Das hat zu der Situation geführt in der wir heu­te stecken.
            Was tun? Wir müs­sen zurück­fin­den zu sach­li­cher Kritik an den Maßnahmen, defi­nitve Abgrenzung nach Rechts, seriö­se alter­na­ti­ve Medien als PR Maschine nut­zen und sei­ne Selbstdarstellung ver­bes­sern. Vielleicht klappt es dann. Meine Kritik hat sich ein­zig an Ballweg und sein Umfeld gerich­tet, nicht an die Bewegung per se.

          3. Schließe mich dem an, was @aa zu Bewegungs-Entwicklungsprozessen sagt.
            Da es sich ja um eine "Demokratiebewegung handelt",
            ist damit die Chance ver­bun­den, wie "Basis-Demokratie"
            prak­ti­ziert wer­den kann und muss.
            Das alles braucht kei­ne Hinterzimmer-Treffen mit vor­ge­dach­ten Verfassungs-Ideen , son­dern gehört im offe­nen Prozess mit SouveränInnen kommuniziert. 

            Konstruktive Kritik gehört dazu, was natür­lich mit beinhal­tet, dass mit­ein­an­der gespro­chen wird.
            Das 'Übereinander-Reden' zeigt zu Genüge,
            dass es ande­re Verständigungsformen braucht.

            Hoffe sehr, dass Ulli Gellermann, Ballweg und Interessierte sich dazu an einen gemein­sa­men Tisch set­zen. Aus Erfahrung weiß ich, dass eine kompetente
            Moderation da sehr hilf­reich sein kann.

          4. @ Kai Nähr

            Kein Intellektueller aus dem Mainstream hat sich hin­ter die Bewegung gestellt und das aus gutem Grunde.

            Soll das ein Witz sein?
            Kein Intellektueller aus dem Mainstream hat es über­haupt gewagt, den Mund auf­zu­ma­chen und Kritik zu üben. Weder bei Querdenken noch sonst irgendwo.
            Die Gründe sind sicher­lich nicht gut, denn eine der­ar­ti­ge nicht nur Verweigerung des Diskurses, son­dern still­schwei­gen­de Übereinkunft mit den neu­en Faschisten (ja, ich schrei­be das ganz bewußt) ist defi­ni­tiv kein Ruhmesblatt. Schon gar nicht für Leute, die sich ger­ne als Intellektuelle bezeich­nen (las­sen).

        2. @Kai Nähr: Hast Du eine Alternative? Haben wir ohne Querdenken eine Chance gegen die­se kor­rup­te Regierung? Oder sol­len wir uns ab jetzt alles gefal­len las­sen, was von Regierungsseite kommt?

          1. Wir müs­sen nicht gegen die Regierung kämp­fen. Die Regierung tut das, was die Mehrheit will. Überzeuge die Mehrheit, dann über­zeugst du die Regierung.

          2. @ Kai Nähr

            Die Regierung tut in die­sem Fall nicht wirk­lich, was die Mehrheit will. Sie tut, was die Regierung (oder Frau Merkel?) will. Vorher hat sie erfolg­reich der Mehrheit vor­ge­lo­gen und mit Angst und Panik ein­ge­trich­tert, dies sei, was die­se wolle.

            Und manch­mal braucht es tat­säch­lich eine Minderheit, um die Mehrheit zu ret­ten, bevor sie unter­geht. Nicht hinterher.

    2. "dass die Alternativen mit Pauken und Trompeten ver­sagt haben,"

      ich weiß nicht, in was für einer Welt Sie leben. Was sol­len "die Alternativen" sein? inwie­fern sol­len die (als ein Ganzes) irgend­wie ver­sagt haben? Welchen Auftrag hät­ten denn die "Alternativen"?

      Was ist den das für ein bescheu­er­te Denke? 

      Die öffent­lich-recht­li­chen haben ein Verfasstheit und einen Anspruch, die Hauptmedien als vier­te Gewalt ver­stan­den, haben so einen Anspruch (den sie nicht im Geringsten ein­lö­sen) – aber die "Alternativen" ist ein Wahngebilde ihres Gehirnes. Die gibt es nicht. 

      Es gibt aller­dings einen wil­den Mischmasch ver­schie­de­ner Stimmen ver­schie­dens­ter Motivlage und ver­schie­dens­ter Couleur, die sich in einem Punkt einig sind: es exis­tiert kei­ne Seuchenlage.

      Aber dass ver­schie­dens­te Stimmen in einem ein­zi­gen Punkt über­ein­stim­men macht sie nicht zu einem Ganzen mit irgend etwas zusätz­lich Verbindendem. Und schon gar­nicht zu EINER Stimme.

      1. Es gibt in den Alternativen Medien unbe­streit­bar bestimm­te Wortführer, deren Verdienst um die Aufklärung der Sachlage ich nicht klein­re­den möch­te. Allerdings ist auch viel gro­ber Unfug unter­wegs, der einer kon­struk­ti­ven Kritik der Maßnahmen im Wege steht. Somit machen es genau die­se Leute, indem sie in JEDES Fettnäppfchen tre­ten das man ihnen vor­setzt, den Leitmedien unglaub­lich leicht ein bestimm­tes Narrativ zu eta­blie­ren und jeg­li­che Kritik abzu­weh­ren. Versuchen Sie mal mit Ihren Arbeitskollegen über Querdenken zu spre­chen ohne dabei den sozia­len Tod zu ris­kie­ren? Na, mer­ken Sie was?

  7. Das Aufführen des Kontaktschuld-Theaters ät its best.

    Sicher, man kann durch den Vorgang sen­si­bi­li­siert und auf­merk­sam gemacht wer­den. Nichts dagegen.

    Aber was hat Herr Ballweg bis­her nach­weis­lich gemacht, was ihn als Antidemokrat oder "Krypto-Rechten" klar aus­zeich­nen würde?

    Ich weiß von nichts.

    Wem dient das Ganze? Das ist völ­lig offensichtlich.

    Wir rasen mit defek­ter Bremse auf den Abgrund zu – und machen uns Sorgen über die Funktionsfähigkeit der Blinker.

    Lächerlich, mei­ne ich.

    1. Ich unter­stel­le Ballweg kein rech­tes Gedankengut, son­dern nur unfass­bar däm­lich zu agie­ren in einer Situation, wo alle gei­fern­den Leitmedien nur auf einen Fehler war­ten. Es gilt gesckickt und klug zu han­deln und mög­li­che Reaktionen zu antizipieren.

  8. @Woody Box
    Michael Ballweg scheint die Brisanz des Themas nicht ganz bewußt zu sein. Außerdem scheint ihm nicht bewußt zu sein auf was er sich eigent­lich ein­ge­las­sen hat. 

    Faktum ist doch das die soge­nann­ten Mainstream-Medien seit Wochen von einer Rechts-Unterwanderung der Demokratiebewegung halluzunieren. 

    Faktum ist außer­dem das die Reichsbürgerszene sich auf recht­lich dün­nen Eis bewegt und ver­mut­lich vom Verfassungsschutz unter­wan­dert ist. Ich den­ke bei Querdenken sind jede Menge Anwälte – was sagen die dazu? 

    Und noch was – Querdenken und Michael Ballweg stel­len sich qua­si gegen den Staat, bzw staat­li­ches Handeln. Auch wenn es "nur" um Demokratie geht – es geht aber auch um ein Millionen Dollar-Geschäft bzw. einer (Auf)Lösung der auf­ge­lau­fe­nen Widersprüche des kapi­ta­lis­ti­schen Systems und einer Weiterentwicklung des Kapitalismus ins­ge­samt. Also viel Feind viel Ehr … 

    Wie Staaten auch west­li­che gegen Oppositionsbewegungen vor­ge­hen ist recht gut doku­men­tiert (Ich schenk mir jetzt kon­kre­te Angaben nur soweit in einem Buch eines Schweizer Friedensforschers und einem Feldhandbuch der US-Armee steht alles Notwendige). 

    Man könn­te anneh­men das einer wie Ballweg und sei­ne Wirtschafts-Anwaltsconnection auf das schlimms­te vor­be­rei­tet ist – schein­bar ist dem nicht so gewesen.

    1. Dass Ballweg sich sehr unge­schickt ver­hal­ten, als er sich auf die­sen Typen ein­ge­las­sen hat, dar­über sind wir uns wohl einig. Ähnlich naiv und unbe­fan­gen war die kur­ze Beziehung zu dem "Volkslehrer" Nikolai Nerling, der wohl ein Maulwurf des VS ist und auf der Demo vom 29.8. die Aufgabe hat­te, eine Verbindung zwi­schen der Haupt-Demo und den Rechtsradikalen vorm Reichstag her­zu­stel­len. Ballweg hat sich von Nerling mE über­zeu­gend und geis­tes­ge­gen­wär­tig in einer Monitor-Sendung live distan­ziert. Dass er bes­ser dar­an getan hät­te, Nerling vor­her durch­zu­che­cken: kei­ne Frage.

      Ballwegs Kritiker ver­ken­nen aber, dass der Mann ein Strassenkämpfer ist, dabei mit Figuren aller mög­li­chen Couleur zusam­men­kommt und bei der Frage einer Zusammenarbeit offen­bar nach dem Prinzip "tri­al and error" vor­geht. Daran lässt sich aus einer alt­lin­ken Perspektive aus dem beque­men Sessel vorm behag­li­chen Kamin her­aus wohl­feil Kritik üben. Dass die Kritiker im Schnitt 20 Jahre älter sind als Ballweg&co und für sich eine lin­ke Identität in Anspruch neh­men, ist kein Zufall. Das Links-Rechts-Schema ist in der mitt­le­ren und jün­ge­ren Generation kein Koordinatensystem mehr, an dem man sich ori­en­tiert. Die, die das in dog­ma­ti­scher Weise den­noch machen, wie die Antifa – deren intel­lek­tu­el­le Kapazitäten kann man getrost in der Pfeife rauchen.

      Ich möch­te noch dar­an erin­nern, dass auch Daniele Ganser ein­mal auf einer Konferenz sprach, auf der nach ihm auch rechts­aus­sen anzu­sie­deln­de Figuren das Wort erhiel­ten. Seitdem ist Ganser für vie­le ein Rechter. Ganser hät­te vor­her recher­chie­ren kön­nen, von wem er da ein­ge­la­den wur­de, wie Ballweg auch. Der Unterschied zwi­schen den bei­den hin­sicht­lich Naivität, Leichtsinn usw. scheint mir nur graduell.

      1. ..
        Ganser hät­te vor­her recher­chie­ren kön­nen, von wem er da ein­ge­la­den wurde

        Kontaktschuld. Ih Pfui Bäh.

        Wenn man ein­mal anfängt, den Diskurs der­ma­ßen zu kon­trol­lie­ren und zu rui­nie­ren, ist das Ende nah. Und sie­he da: das Ende ist nah.
        Kein Wunder, wenn man alle gegen­ein­an­der aus­spielt, um sei­ne Schäfchen ins Trockene zu bekom­men, wäh­rend die ande­ren ihre Zeit damit ver­plem­pern von Hinz, Kunz und wem­no­ch­al­les Abstand zu halten.
        Dümmer geht wirk­lich kaum noch.

        1. @Tiffany: Keep cool! Das Argument der "Kontaktschuld" ist wenig geeig­net für eine inhalt­li­che Diskussion, son­dern ver­hin­dert sie. Es gibt kei­ne sakro­sank­ten Führer, und es schwächt kei­ne Bewegung, wenn sie dis­ku­tiert. Das in stil­le Kämmerlein von eini­gen Wenigen zu ver­la­gern, geht schon des­halb nicht, weil die­se Wenigen Positionen in der Öffentlichkeit ver­tre­ten, die nicht die der Vielen sind. 

          Wenn es das Ende einer Bewegung bedeu­te­te, daß ein füh­ren­des Mitglied kri­ti­siert wird, dann wäre sie eine Sekte und es wäre nicht scha­de um sie. In der Wirklichkeit ist sie aber quick­le­ben­dig. BTW: Ich habe mich "aus­ge­spielt" gefühlt, als Ballweg das Forum der gro­ßen Berliner Demo dafür nutz­te, sei­ne Idee der "Verfassungsgebenden Versammlung" auf die Demo zu über­tra­gen. Er darf die­se Idee ver­tre­ten, sie als Position der Bewegung aus­zu­ge­ben, ver­bie­tet sich. Wir sehen nun, daß das kein Ausrutscher war. Ich gebe zu, in mei­nem Bekanntenkreis viel wirk­sa­mer argu­men­tie­ren zu kön­nen, wenn ich nicht erst mal erklä­ren muß, daß ich mit Reichsbürgern (die fälsch­lich ger­ne als ver­wirr­te Einzelspinner abge­tan wer­den) nichts am Hut habe, und die meis­ten Demonstrierenden auch nicht.

          1. @aa
            Mißverständnisse?
            1. Der von mir zitier­te Satz ent­spricht dem Kontaktschuldprinzip. Warum das nicht schrei­ben? Dann erüb­rigt sich eine inhalt­li­che Diskussion, weil sie nicht nötig ist
            2. Mit »Das Ende ist nah« mein­te ich nicht das Ende irgend­ei­ner Bewegung, son­dern das Ende der Demokratie.
            3. Das »gegen­ein­an­der aus­spie­len« fin­det – mei­ner Ansicht nach – durch »die da oben« statt und war (samt dem Rest) ent­spre­chend gemeint.

        2. Nur zur Klarstellung – ich dach­te das wäre aus dem Kontext ersicht­lich: nicht ICH bin der Meinung, Ganser (und Ballweg) hät­ten unbe­dingt recher­chie­ren müs­sen, mit wem sie es da zu tun haben. Das hal­te ich bei der Vielzahl von Leuten, denen sie bei ihren Aktivitäten begeg­nen, für nicht prak­ti­ka­bel. Dass bei die­sen Begegnungen auch mal ein fau­ler Apfel dabei ist, ist genau­so unver­meid­lich wie dass sich einer Demo auch Leute mit Reichsflaggen anschliessen. 

          Ich hal­te die Kritik an Ballweg für über­zo­gen, und sie steht in kei­nem Verhältnis zu dem, was er vor­an­ge­bracht hat.

  9. Jetzt gilt es sich der kon­kre­ten Demokratiepraxis zuzu­wen­den, dazu gehört Vernetzung und Engagement von und mit MEHR DEMOKRATIE .
    Die ehe­mals als Basispartei ange­tre­te­nen GRÜNEN sind dabei
    den bun­des­wei­ten Volksentscheid aus ihren Statuten zu streichen.
    Habeck führt als Ablehnungsgrund den Brexit an.
    Dies war kein Entscheid von 'unten', son­dern ein von 'oben'
    gefer­tig­tes Herrschaftskonstrukt. 

    Die AfD hat den bun­des­wei­ten Volksentscheid zwar im Programm, doch war­um die­ser nicht mei­nen Vorstellungen ent­spricht wird hier aufgezeigt:
    https://www.mehr-demokratie.de/news/voll/wir-wollen-den-bundesweiten-volksentscheid-aber-die-afd-vorschlaege-lehnen-wir-ab/,

    Die GRÜNEN wol­len zwar Bürgerräte per Losverfahren
    auf­grei­fen, doch reicht es nicht, dass die­se 'nur' ZuarbeiterInnen
    für's Parlament sein sollen. 

    Ein wenig set­ze ich mei­ne Hoffnung auf die Partei DIE BASIS,
    wie­wohl ich die Gefahr sehe, dass auch die­se in den vor­ge­fun­de­nen Herrschaftsstrukturen hän­gen blei­ben könnte.
    Umso not­wen­di­ger, dass die BASIS-Partei auf­zeigt, wie die
    Wege zur Basisdemokratie beschrit­ten wer­den könnten.

  10. Nur so am Rande: "Reichsbürger" nach der ger­ne benutz­ten Definition ("Deutschland in den Grenzen von 1937") waren in einer gewis­sen bür­ger­li­chen Partei bis weit in die 80er hin­ein mehrheitsfähig.
    Kann mich noch gut an mei­nen "Diercke Weltatlas" erin­nern (1970), in dem die­se Grenzen eben­so ein­ge­tra­gen waren, wie jene Gebiete, die sich "zur Zeit unter pol­ni­scher" (bzw. "Sowjetischer") "Verwaltung" befanden.
    Erst die "Wiedervereinigung" hat dem Spuk in die­sem Biotop weit­ge­hend ein Ende gesetzt.

    Insofern bewe­gen sich (nicht nur) "bür­ger­lich" quer­den­ken­de ("Reichsbürger" ver­harm­lo­sen­de) durch­aus noch auf dem Humus der Bonner Republik.
    Die Schwätzer aus der o.g. "bür­ger­li­chen Partei", die sich jetzt schein­hei­lig (auch über deren eige­ne Vergangenheit) empö­ren soll­ten aller­dings den Ball flach halten.

  11. Frage: hat sich M. L. King mal mit Vertretern der "Black Panther" getrof­fen? Wenn ja: wur­de das als ver­werf­lich für die Bürgerrechtsbewegung ange­se­hen? (Für die Gegner und zB den KKK war das natür­lich super-ver­werf­lich, ist klar. Aber dar­um geht es doch hier doch hof­fent­lich nicht.)

    Nun mögen man­che die "Black Panther" viel­leicht anders ein­ord­nen als die "Reichsbürger". Für mich sind Gruppen wie die Black Panther aber als erklärt gewalt­be­reit kei­ne Option – genau­so wenig wie die "Reichsbürger" als in mei­nen Augen nicht voll zu neh­men­de Spinner.

    Die Frage letzt­lich ist: was wird Hr. Ballweg aus dem gan­zen Hickack jetzt machen – und was machen wir, wenn er sein Organisations- und Mobilisierungsvermögen aus "Querdenken" abzieht. Und mensch­lich ver­ständ­lich wäre das allemal.

    Und wem jetzt gleich mit einer bil­li­gen Skandalisierung mei­nes Vergleiches von King und Ballweg um die Ecke kommt, sei die­ser gute Satz von Prof. Müller zum den­ken nahe gelegt:

    "Die Großdemonstration vom 01.08. in Berlin u.a. gegen Maskenpflicht und Abstandsgebot wur­de von der Polizei wegen der Verletzung der Maskenpflicht und des Abstandsgebot auf­ge­löst. Hat Martin Luther King in den 60er Jahren die Regeln zur Rassentrennung ein­ge­hal­ten, als er Demonstrationen gegen die Rassentrennung orga­ni­sier­te? Wie per­vers den­ken Politiker und die ihnen höri­gen Medien bereits?"

    Ja, wir dür­fen geschicht­li­che Vergleiche anstel­len. Und ja, Euer Geschrei des­we­gen ist mir Wurscht!

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