Berlin: Anti-Corona-Autokorso

Nachdem ich für eine Bemerkung in Video zu Demo in Wien Haue bekom­men habe, ergän­ze ich: Auch bei den Piefkes ver­ste­he ich nicht, wofür eine Demo für die Grundrechte die­se Nationalfähnchen benö­tigt. Bin auf wei­te­re Haue eingestellt!

(Die Musik im Video wur­de aus urhe­ber­recht­li­chen Gründen ausgetauscht.)

17 Antworten auf „Berlin: Anti-Corona-Autokorso“

  1. Menschen stre­ben danach, sich als Gruppe sicht­bar zu machen. Wer sind die? Wer sind wir? Das mag Ihnen als über­holt erschei­nen, aber an der Bekämpfung aller Gruppen, die vom ver­ord­ne­ten Mainstream abwei­chen, kön­nen Sie erah­nen, dass die Mächtigen vor allem eines fürch­ten: dass sich auf­ge­klär­te Menschen in aus­rei­chend gro­ßer Zahl zusam­men­fin­den und ihre Pläne doch noch ver­ei­teln (die­se Befürchtung ist in Deutschland mini­mal). Die Propaganda muss die­se Menschen als ver­wirr­te Einzelgänger oder als kri­mi­nel­le Gruppe darstellen.

    Das CDU-Projekt AfD wur­de ja bereits von Beginn an stig­ma­ti­siert (böse Zungen behaup­ten, sie wur­de allei­ne zu die­sem Zweck gegrün­det oder früh über­nom­men, um die "Rechts"-Kritik von CDU/CSU abzu­lei­ten und sie als "Partei der Mitte" erschei­nen zu las­sen); ähn­lich geht es mit Querdenken, was wahr­schein­lich viel weni­ger Organisation ist als aus­ge­drück­ter Wunsch, sich in Denken und Reden nicht dem Overton Window des Mainstreams zu unter­wer­fen. Die Regierung und ihre Medien tun ihr Bestes, die Protestler nicht als Gruppe in Erscheinung tre­ten zu las­sen, oder wenn, dann nur mit stärks­tem Framing (Durchgeknallte, Rechte, ver­wirr­te Einzelgänger).

    Warum also die Nationalflaggen? Ist es ein natio­na­lis­ti­scher Ruck? Begreifen die Dummen nicht, dass es ein inter­na­tio­na­les Problem ist?

    Weil die Nationalflagge nicht im sel­ben Maße dis­kre­di­tiert wer­den kann, wie es z.B. mit einer poli­ti­schen Partei oder einer Aktion wie Querdenken noch gelingt. (In Deutschland fehlt aber nicht viel, man hat lan­ge dar­an gear­bei­tet.) Weil der ers­te Schritt unse­rer Beherrscher der Angriff auf das Grundgesetz oder in ande­ren Ländern die Verfassung war, die vor einem Rückfall in aut­ho­ri­tä­re Strukturen schüt­zen soll­ten. Das ist der kleins­te gemein­sa­me Nenner, auf den sich Demokraten jeder Partei und Nichtwähler eini­gen könnten.

    1. 분석: Es wäre arm, wenn der kleins­te gemein­sa­me Nenner einer Bewegung, die sich u.a. gegen einen Stofflappen wen­det, ein Tuch mit Nationalfarben sein soll­te. Ich wäre nicht der Einzige, der damit drau­ßen wäre. Ich fin­de es groß­ar­tig, wie Menschen sich in Österreich, Frankreich, Italien etc.pp. gegen staat­li­che Bevormundung weh­ren. Mit denen füh­le ich mich ver­bun­den, nicht mit irgend­wel­chen Leuten, die Schwarz-Rot-Gold aus dem Fenster flag­gen, vor und nach Corona. Es ist mir so was von egal, wel­chen Paß der Mensch hat, der mit mir auf der Demo zur Verteidigung unse­rer gemein­sa­men Grundrechte läuft.

  2. Solche Haue bekom­me ich auch ab und zu. Ich habe mir des­halb schon vor Jahren ein T Shirt machen las­sen. Steht" Ich bin Schuld" drauf. Die suche nach einem Schuldigen ist anschei­nend immer noch eine gro­ße Befriedigung für vie­le die evtl. im Denkvermögen etwas ein­ge­schränkt sind.
    Also—> nicht trau­rig sein…

    1. @S.Andersson: Nachdem aa nicht expres­sis ver­bis schrieb, wel­che Haue (in Österreich: ver­ba­le Watschn) er bekom­men hat, möch­te ich hier etwas auf­klä­ren. Mea cul­pa – ich war es. Und die ver­ba­le Ohrfeige bezog sich nicht gene­rell auf sei­ne Kritik an der Demo in Wien, son­dern dar­auf, dass die Österreicher als 'Ösis' titu­liert wur­den. Deshalb fin­det sich im Text die­ses Artikels das Wort 'Piefke' wieder.
      Eigentlich ging und geht es mir dar­um, dass manch­mal unbe­dacht Worte ver­wen­det wer­den, die viel­leicht jeman­den ande­ren belei­di­gen. Auch wenn der Verfasser sicher es nicht so gemeint hat. Wir soll­ten halt immer wie­der unse­re Ausdrücke kri­tisch uns selbst gegen­über hinterfragen.

  3. Stehen sie auf Haue? Was bringt Ihnen und was bringt uns das? Wie fin­den Sie Autokorsos nach gewon­nen Fußball-Länderspielen, egal wel­chen Landes? Es gibt auch Nazis, die fah­ren ohne irgend­wel­che Symbole mit Ihrem Auto und es gibt "nor­ma­le" Menschen, die fah­ren ger­ne mit Landes-Flaggen. Ich bin auch kein Fan davon, aber wer es mag, der soll es tun.

    Meine Meinung: Völlig irrelevant

    1. @MK (der 1. oder 2.): Keineswegs ist jeder Fußballfan, der eine Flagge schwenkt, ein Nazi. Auf einer poli­ti­schen Demonstration ist das aber eine Aussage. Die kann man gut fin­den oder schlecht. Ist das des­halb völ­lig irrelevant?

      1. Ich will damit nur sagen, dass es uns in Sachen Corona nicht wei­ter­bringt dar­über zu diskutieren…

        Die sons­ti­ge Diskussion bringt uns wahr­schein­lich auch nicht wirk­lich wei­ter, zumin­dest nicht öffent­lich. Es hilft uns wohl nur selbst, dass wir sehen, es sind doch nicht alle ver­rückt geworden…

      2. "Auf einer poli­ti­schen Demonstration ist das aber eine Aussage. "

        Aha. Welche denn genau?

        Übrigens sah das die Polizei genau­so mit dem Tragen des Grundgesetztes: ist ja eine poli­ti­sche Aussage. Also: "Abführen!"

    2. Übrigens alle Segelschiffer: Nazis. Alle Binnenschiffer: Nazis. Haben doch bald alle irgend­wo so ein Wimpelchen flat­tern. Und Campingplätz müs­sen auch wah­re Nazi-Hochburgen sein – wie oft da Bundesflaggen wehen.

      Diese "Links"-Attitüden sind schon inzwi­schen erschre­ckend lächer­lich und selbst­ent­lar­vend gewor­den. Aber die Gewohnheit …

  4. Vielleicht soll­te man das der­zeit mal aus­nahms­wei­se nicht als natio­na­le Gesinnung anse­hen(- auch wenn es mir selbst schwer fällt), son­dern als Bekenntnis zu und Erinnerung an unse­re Verfassung, als Warnung zur Einhaltung unse­rer Grundrechte, auf die sich alle, von rechts bis links eini­gen können!
    So hat­te ich es auch bei der Wiener Demo gese­hen, also neutral!
    Nicht gegen, son­dern für etwas, nicht als natio­na­le Abgrenzung gegen Andere, nicht als Hervorhebung über Andere.….
    So sehen das auch die Franzosen mit ihrer Flagge, die natür­lich his­to­risch weni­ger belas­tet sind, als wir.

    1. Wir haben so eine Art his­to­ri­sche Flaggenphobie, und mir per­sön­lich wür­de es auch nicht ein­fal­len, in mei­nem Garten die deut­sche Fahne zu his­sen – was in ande­ren Ländern (mit deren Flagge!) völ­lig nor­mal bzw unkri­tisch gese­hen wird. Natürlich ist die Unterscheidung nicht immer ganz ein­fach, aber dann wären wäh­rend einer Fussball WM plötz­lich lau­ter Nazis unter­wegs (mag ja sein…).
      Wie gesagt, ich fin­de auch das befremd­lich, weil ich mich eher als Europäer sehe, aber nicht jeder Freund der Landesfarben muss auto­ma­tisch ganz rechts, xeno­phob oder gar Antisemit sein. Und wenn aktu­ell die Solidarität (von Zeugen Coronas und deren Kritikern) inner­halb Deutschlands gefor­dert wird, dann gibt's da eigent­lich wenig zu bean­stan­den. Der Gesamteindruck zählt dann eher.

  5. Anscheinend kann man aus "lin­ker Ecke" doch über Maßnahmen-Widerstand berich­ten, ohne gleich irri­tie­ren­des Framing und ableh­nen­de Distanzierung mitzuliefern:

    http://www.barth-engelbart.de/?p=225617

    "coro­na 287: Berliner Polizei löst Partei-Gründungsversammlung auf & ver­stößt offen gegen das Grundgesetz"

  6. Hey, könn­test Du mir das Video viel­leicht mit ori­gi­nal Tonspur schi­cken :)? Würde mich freu­en! PS: Ja, das ist tat­säch­lich mei­ne E‑Mailadresse 😉

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