Charité räumt Begünstigung von TIB Molbiol von Olfert Landt ein

Jens Wer­ni­cke, Her­aus­ge­ber von „Rubi­kon – Maga­zin für die kri­ti­sche Mas­se“ hat­te ein paar Fra­gen an die Cha­ri­té. Über die Ant­wor­ten berich­tet das Maga­zin hier. Das Schrei­ben der Cha­ri­té kann hier ein­ge­se­hen werden.

Es tau­chen alte Bekann­te auf.

An die­ser Stel­le wer­den die für das The­ma Dros­ten-Landt-Con­nec­tion auf­schluß­rei­chen Pas­sa­gen wiedergegeben.

»1. Wel­che Per­so­nen (aus­ge­nom­men Hilfs­per­so­nal) und Fir­men waren an der Ent­wick­lung des Tests zum Nach­weis von SARS-Cov‑2 betei­ligt.. ?

Die von Ihnen gewünsch­te nament­li­che Nen­nung der Betei­lig­ten kann aus Grün­den des Per­sön­lich­keits­schut­zes und des Daten­schut­zes der betref­fen­den Per­so­nen nicht erfol­gen. Ihre Fra­gen kön­nen aber all­ge­mein beant­wor­tet wer­den. An der Ent­wick­lung der Tests haben mitgewirkt

… Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Tib-Mol­bi­ol, Ber­lin; Lie­fe­rung von Spe­zi­al­re­agen­zi­en bei der Ent­wick­lung der Test-Tech­nik, tech­ni­sche Vorvalidierung…

2. Hat Herr Prof. Dros­ten den PCR-Test wäh­rend sei­ner Arbeits­zeit an der Cha­ri­té ent­wi­ckelt? Wenn ja, mit wel­chen Mit­teln wur­de die Test­ent­wick­lung finanziert?
Pro­fes­sor Dros­ten hat­te den Auf­trag der Cha­ri­té, den PCR-Test zu ent­wi­ckeln. Er arbei­te­te dar­an wäh­rend sei­ner Arbeits­zeit an der Cha­ri­té. Die­Test­ent­wick­lung wur­de mit Mit­teln des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung und der Euro­päi­schen Uni­on finan­ziert. Die­se Mit­tel waren aus­drück­lich für die Ent­wick­lung von Tests neu auf­kom­men­der Viren vor­ge­se­hen.
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Das ist ein Teil der Wahr­heit. Zum ande­ren gehört die Infor­ma­ti­on, daß die Cha­ri­té von der Bill & Melin­da Gates Stif­tung im März die­sen Jah­res 249.550$ erhielt zum Zweck der "Ent­wick­lung von Dia­gno­se- und Viro­lo­gie­tools, um eine schnel­le Reak­ti­on auf das neu­ar­ti­ge Coro­na­vi­rus 2019 zu ermög­lichen". Link zur Bill & Melin­da Gates Stiftung

3. Die Fir­ma TIB Mol­bi­ol und ihr Geschäfts­füh­rer Olfert Landt sind als Mit­an­mel­der in dem Test­pro­to­koll, das am 17. Janu­ar 2020 an die WHO gesandt wor­den ist, benannt. Zu wel­chem Zeit­punkt und aus wel­chen Grün­den ist die Fir­ma TIB Mol­bi­ol bzw. ihr Geschäfts­füh­rer Olfert Landt von der Cha­ri­té oder Herrn Prof. Dros­ten in die Test­ent­wick­lung mit­ein­be­zo­gen worden?
Von Beginn an.

4. Wel­che Non-Dis­clo­sure-Abre­den hin­sicht­lich der Test­ent­wick­lung durch Herrn Prof. Dros­ten und das wis­sen­schaft­li­che Team sind bezüg­lich der Betei­li­gung von TIB Mol­bi­ol oder von Olfert Landt namens oder durch die Cha­ri­té getrof­fen wor­den? Was ist deren Inhalt?
Es gab und gibt kei­ne Abreden.

5. War die Invol­vie­rung von TIB Mol­bi­ol bzw. ihres Geschäfts­füh­rers Olfert Landt Ergeb­nis eines Aus­schrei­bungs­pro­zes­ses oder eines Aus­wahl­pro­zes­ses aus ver­schie­de­nen Fir­men? Wel­che ande­ren Fir­men waren Teil die­ses Prozesses?
Es han­delt sich um eine aus­schließ­lich aka­de­misch-wis­sen­schaft­li­che Koope­ra­ti­on, bei der jeder Part­ner die eige­nen Kos­ten trägt, sodass kei­ne Aus­schrei­bungs­pflicht bestand.

6. Wel­che kon­kre­ten Entwlck­lungs­schrlt­te sind von TIB Mol­bi­ol bzw. Herrn Olfert Landt im Rah­men der Test­entwlck­lung durch Prof. Dros­ten geleis­tet wor­den? Inwie­weit bestehen Abre­den bezüg­lich einer Par­ti­zi­pa­ti­on von TIB Mol­bi­ol an einer Ver­wer­tung der Rech­te der Cha­ri­té an dem "Drosten"-Test?
Tib-Mol­bi­ol syn­the­ti­siert Vari­an­ten von Oli­go­nu­kleo­ti­den. Die Varia­ti­on erfolg­te in Schrit­ten. Die jewei­li­gen Zwi­schen­pro­duk­te wur­den durch die Cha­ri­té aus­pro­biert. Es gibt kei­ne Abre­den; es ist von kei­ner Sei­te beab­sich­tigt, Rech­te zu rekla­mie­ren oder zu schüt­zen. Die Zusam­men­ar­beit erfolgt auf bei­den Sei­ten aus­schließ­lich aus huma­ni­tä­ren Gründen.

7. Wann und durch wen und zu wem ist die Aus­sendung der Test­kits nach Asi­en zur Prü­fung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Tests für das neu­ar­ti­ge Coro­na­vi­rus erfolgt? Wel­ches war die Stel­le, Insti­tu­ti­on oder Per­son, die der Cha­ri­té oder Herrn Prof. Dros­ten oder sons­ti­gen Betei­lig­ten bestä­tig­te, dass die Prü­fung des mit dem Team um Herrn Prof. Dros­ten ent­wi­ckel­te SARS-Covid-19-Tests in Bezug auf das neu­ar­ti­ge Coro­na­vi­rus in Asi­en posi­tiv aus­ge­fal­len war? Aus wel­chen Grün­den und inwie­weit war Herr Olfert Landt bzw. sei­ne Fir­ma TIB Mol­bi­ol in die Aus­sendung von Test­kits nach Asi­en und die dor­ti­ge Bepro­bung invol­viert, wie sei­nen dies­be­züg­li­chen Stel­lung­nah­men in der Pres­se (vgl. https://​edi​ti​on​.cnn​.com/​2​0​2​0​/​0​3​/​2​4​/​a​s​i​a​/​t​e​s​t​i​n​g​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​s​c​i​e​n​ce- intl-hnk/­in­dex-html zu ent­neh­men ist?
Die Ent­schei­dung über die Emp­fän­ger der aus­ge­sen­de­ten Test-Kits traf Herr Prof. Drosten.
Die Aus­sendung erfolg­te durch die Fir­ma Tib-Mol­bi­ol unent­gelt­lich an ver­schie­de­ne Labo­re, bei denen in dem betref­fen­den Zeit­raum aku­ter Bedarf für die Klä­rung von Ver­dachts­fäl­len bestand. Die­se Labo­re befan­den sich in Viet­nam, Thai­land, Hong Kong.
Die sen­de­tech­ni­sche Unter­stüt­zung der Fir­ma Tib Mol­bi­ol wur­de aus Grün­den des Zeit­ge­winns in Anspruch genom­men: Die Reagen­zi­en lagen bei der Fir­ma Tib-Mol­bi­ol sen­de­fer­tig vor und konn­ten mit Hil­fe der dort vor­han­de­nen Logis­tik ver­schickt wer­den; die Cha­ri­té ver­fügt über kei­ne ent­spre­chen­de Logis­tik für die Abfül­lung und Ver­pa­ckung der Reagen­zi­en. Jeg­li­che Infor­ma­tio­nen zur Her­stel­lung der Reagen­zi­en wur­den offen­ge­legt und waren für alle ande­ren Syn­the­se-Fir­men ver­füg­bar, sodass die Fir­ma Tib-Mol­bi­ol kei­nen Wett­be­werbs­vor­teil in Anspruch neh­men konnte.

11. Der SARS-CoV-2-PCR-Test, der in dem Euro­Sur­veiIl­lan­ce-Paper vom 23. Januar2020 (Detec­tion of 2019 novel coro­na­vi­rus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR") beschrie­ben und auch in der kli­ni­schen Pra­xis ver­wen­det wird, hat ein Rese­arch Use Only (RUO) und ist auch heu­te noch kein „quan­ti­ta­ti­ver", son­dern ein „qua­li­ta­ti­ver" Test. Ist die­se Aus­sa­ge zutref­fend? Wer hat die Geneh­mi­gung erteilt, die­sen Inhouse-Test auch für dia­gnos­ti­sche Zwe­cke zu nut­zen? Hat die Cha­ri­té geprüft, ob sein Ver­trieb durch die Fir­ma TIB Mol­bi­ol mit § 4 Medi­zin­pro­duk­te­ge­setz ver­ein­bar ist? Ggf. mit wel­chem Ergebnis?
Die Ver­wen­dung von RUO-Tests unter­liegt der Ver­ant­wor­tung eines jeden ein­zel­nen Labors im Rah­men der eige­nen Qua­li­täts­si­che­rung. Der ver­öf­fent­lich­te „Cha­ri­té-Test" wird nicht ver­trie­ben, son­dern ist ein Pro­to­koll, dass die jewei­li­gen Benut­zer eigen­ver­ant­wort­lich anwen­den. Die Cha­ri­té führ­te daher auch kei­ne Über­prü­fun­gen bei Tib-Mol­bi­ol durch und ist dazu auch nicht ver­pflich­tet. Tib-Mol­bi­ol lie­fert Reak­ti­ons­kom­po­nen­ten für die eigen­ver­ant­wort­li­che Anwen­dung. Inzwi­schen lie­gen von ande­ren Fir­men auch CE-mar­kier­te Ver­fah­ren durch, die seit Ver­füg­bar­keit von der Cha­ri­té ein­ge­setzt wer­den. Die meis­ten Ver­fah­ren sind qua­li­ta­tiv und quan­ti­ta­tiv ein­setz­bar, wenn es sich um real-time RT-PCR han­delt, sind aber nach Kennt­nis der Cha­ri­té in den meis­ten Fäl­len in der CE-Zer­ti­fi­zie­rung auf die qua­li­ta­ti­ve Detek­ti­on beschränkt.

21. Herr Prof. Dros­ten hat bei der WHO einen Test zur Eva­lu­ie­rung eingereicht: 
https://www.who.lnt/docs/default-source/coronaviruse/protocol-v2- 1 .pdf?sfvrsn=a9ef618c_2 Wann und in wel­cher Form hat Herr Prof. Dros­ten der Cha­ri­té die Ent­wick­lung die­ses Tests angezeigt?
Es erfolg­te kei­ne ent­spre­chen­de Anzeige.

22. Hat die Cha­ri­té in Bezug auf den vor­ge­nann­ten „Dros­ten-Test", in Bezug auf ein­zel­ne Bestand­tei­le (Pri­mer etc.) oder sonst damit in Zusam­men­hang ste­hen­de Aspek­te Patent­schutz, Gebrauchs­mus­ter­schutz, Mar­ken­schutz oder ein sons­ti­ges Schutz­recht bean­tragt oder ist an ei ner sol­chen Bean­tra­gung direkt oder mit­tel­bar beteiligt?
Nein.
Herr Pro­fes­sor Dros­ten hat kein Test­kit ent­wi­ckelt, son­dern die ent­schei­den­de Infor­ma­ti­on für Labo­re, um einen Test durch­zu­füh­ren, in Form eines Ver­fah­rens­pro­to­kolls ver­öf­fent­licht. Fir­men haben dar­aus Test­kits ent­wi­ckelt. Pro­fes­sor Dros­ten erzielt hier­aus kei­ner­lei Einkünfte.

23. Haben die ande­ren betei­lig­ten Per­so­nen oder Fir­men gewerb­li­chen Rechts­schutz bean­tragt? Wur­de von der Cha­ri­té hier­für Zustim­mung erteilt? Wer hat ggfls. Zustim­mung an wen erteilt?
Sol­che Sach­ver­hal­te sind nicht bekannt.

24. Sind Abre­den getrof­fen wor­den bezüg­lich einer Betei­li­gung der Cha­ri­té oder von Herrn Prof. Dros­ten an Umsatz­er­lö­sen aus der Ver­wer­tung des Tests? Par­ti­zi­piert Herr Prof. Dros­ten direkt oder indi­rekt an den Erlö­sen der vor­ge­nom­me­nen Tests oder an der Ver­wer­tung derer Rechte?
Alle drei Fra­gen; Nein.

25. Ist der Ein­rei­chung des vor­ge­nann­ten Test-Pro­to­kolls bei der WHO (https://www.who.lnt/docs/default-source/coronaviruse/orotocol-v2- 1.pdf?sfvrsn=a9ef618c 2) vor­ab zuge­stimmt worden?
Die Fra­ge unter­stellt einen unzu­tref­fen­den Sach­ver­halt; es erfolg­te kei­ne ent­spre­chen­de Einreichung.
Falls eine vor­he­ri­ge Frei­ga­be erfolgte:
a) Wer hat wem die­se Frei­ga­be erteilt?
b) Ist vor Frei­ga­be geprüft wor­den, ob eine Einreichung/Veröffentlichung eine Paten­tie­rung durch die Cha­ri­té ver­hin­dern würde?
c) Ist bei der Ent­schei­dung über die Zustim­mung berück­sich­tigt wor­den, dass die Cha­ri­té sich inso­weit ggfls. eines gro­ßen Ver­mö­gens­werts bege­ben wür­de? Aus wel­chen Grün­den ist ein Ver­zicht ggfls. erfolgt?

Hier­zu waren die zeit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht­ge­ge­ben, zumal von dem Ver­lust eines Ver­mö­gens­wer­tes der Cha­ri­té nicht aus­zu­ge­hen war und ist.

26. Wur­de vor­ab geprüft, ob ein Ver­zicht auf ein Patent oder sons­ti­ge Rech­te am „Dros­ten­Test" ver­ein­bar ist mit dem Grund­satz der „guten Unter­neh­mens­füh­rung" gem. §10 der Sat­zung der Cha­ri­té? Was war das Ergeb­nis der Prü­fung? Wur­den wei­te­re haus­halts­recht­li­che Vor­ga­ben geprüft, die ggf. einem Ver­zicht auf ein Patent oder sons­ti­ge Rech­te ent­ge­gen­ste­hen? Wenn ja, wel­che haus­halts­recht­li­chen Vor­ga­ben wur­den geprüft? Mit wel­chem Ergebnis?
Die von Ihnen abge­frag­te gewinn­ori­en­tier­te Betrach­tungs­wei­se im Zusam­men­hang mit der Bekämp­fung der Pan­de­mie war aus Sicht der Cha­ri­té nicht gebo­ten.
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