Dat Ullala und dat liebe Jeld

Wir wer­den ja gera­de mit einer recht geküns­tel­ten Debatte beschäf­tigt über "ein­zel­ne" Abgeordnete, die sich berei­chern. Vor allem die SPD insze­niert sich da als Saubermann (Sauberfrau?). Werfen wir aus gege­be­nem Anlaß – "Lauterbach gilt als Einflüsterer der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, als jemand, der ganz nah dran ist an der Macht." (s. dazu Wie war das noch… mit Karl Lauterbachs Lobbyismus?) – einen Blick auf die­se Frau:

https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/S/schmidt_ulla-523374

Auf der Seite des Bundestags ist über sie zu erfahren:

»Funktionen in Unternehmen
Charitè – Universitätsmedizin Berlin, Berlin,
Sachverständiges Mitglied des Aufsichtsrates, 2017, Stufe 2; 2018, Stufe 2; 2019, Stufe 3 (bis 26.03.2020)

K&S Sozialbau AG, Sottrum,
Mitglied des Beirates, monat­lich, Stufe 1 (bis 31.12.2018)

Philips GmbH, Berlin,Mitglied des Aufsichtsrates, jähr­lich, Stufe 3 (bis 19.06.2019)

Siegfried Holdling AG, Zofingen, Schweiz,
Mitglied des Verwaltungsrates, monat­lich, Stufe 2; Zusatzhonorar, 2021, Stufe 6«

Frau Schmidt war oder ist also nicht nur mit dem einen Propagandisten der Corona-Politik bes­tens ver­netzt, son­dern als Aufsichtsratsmitglied der Charité so etwas wie eine Chefin von Christian Drosten.

Was hat es mit den genann­ten Stufen auf sich? In den "Hinweisen zur Veröffentlichung von Angaben nach den Verhaltensregeln" des Bundestags ist zu lesen:

»Anzeigepflichtige Einkünfte (mehr als 1 000 Euro im Monat oder 10 000 Euro im Jahr) wer­den bei der Veröffentlichung einer der fol­gen­den zehn Stufen zugeordnet: 

- Stufe 1 (Einkünfte über 1 000 bis 3 500 Euro)
- Stufe 2 (Einkünfte bis 7 000 Euro)
- Stufe 3 (Einkünfte bis 15 000 Euro)
- Stufe 4 (Einkünfte bis 30 000 Euro)
- Stufe 5 (Einkünfte bis 50 000 Euro)
- Stufe 6 (Einkünfte bis 75 000 Euro)
- Stufe 7 (Einkünfte bis 100 000 Euro)
- Stufe 8 (Einkünfte bis 150 000 Euro)
- Stufe 9 (Einkünfte bis 250 000 Euro)
- Stufe 10 (Einkünfte über 250 000 Euro).«

Lobbyistin für Pharma-Unternehmen

Allein für ihre Tätigkeit bei der Siegfried Holdling AG erhält Frau Schmidt dem­nach monat­lich Einkünfte von bis zu 7.000 Euro. Dazu kommt in die­sem Jahr ein Zusatzhonorar in Höhe von bis zu 100.000 Euro. Über das Unternehmen sagt Wikipedia:

»Die Siegfried Holding AG ist ein welt­weit im Bereich Life Science täti­ges Unternehmen mit Produktionsstandorten in der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Malta, China, Deutschland, Frankreich und Spanien. Das Unternehmen erziel­te im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von rund 800 Millionen Franken und beschäf­tig­te rund 2.300 Mitarbeitende…

Siegfried ist sowohl in der pri­mä­ren als auch in der sekun­dä­ren Herstellung von Arzneimitteln tätig. Das Unternehmen ent­wi­ckelt und pro­du­ziert phar­ma­zeu­ti­sche Aktivsubstanzen für die for­schen­de Pharmaindustrie, ent­spre­chen­de Zwischenstufen und kon­trol­lier­te Substanzen und bie­tet zusätz­lich Entwicklungs- sowie Herstellungsdienstleistungen für fer­tig for­mu­lier­te Arzneimittel inklu­si­ve ste­ri­le Abfüllung an.«

(Dort ist übri­gens zu lesen, daß der Artikel umstrit­ten ist, weil er zu sehr eine Binnensicht dar­stel­le, also geschönt sein könnte.)

Weitaus weni­ger spen­da­bel ist die K&S Sozialbau AG, die sich so vorstellt:

https://www.ks-gruppe.de/

Dort heißt es:

»In wel­cher Rolle dür­fen wir uns bei Ihnen vor­stel­len? In ers­ter Linie sind wir in der Pflege- und Gesundheitsbranche zuhause.«

Beatmungsgeräte und mehr

Wer bei Philips an Haushaltselektrik denkt, liegt nicht falsch. Der Konzern ver­fügt aber auch über die Sparten "Health Systems" und "Personal Health". Das war bereits im letz­ten Frühjahr zu lesen:

https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article228942649/Corona-Krise-verschafft-Philips-Auftragsboom.html

Philips hat aber auch "UV-C-Desinfektions-Tischleuchten" und "Luftreiniger mit App-Steuerung" im Kampf gegen Corona im Angebot.

Frau Schmidt ist nicht nur auf dem Feld des Branchen-Lobbyismus tätig:

https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/S/schmidt_ulla-523374

Siehe auch Investition in Ullala hat sich gelohnt.

(Danke an den sprach­lich begab­te­ren Rheinländer für die Korrektur der Überschrift!)

10 Antworten auf „Dat Ullala und dat liebe Jeld“

  1. Dazu passt auch, dass sie wei­land ihren Fahrer samt Wagen an ihren spa­ni­schen Urlaubsort beor­der­te, weil sie einen Termin mit dem ört­li­chen Bürgermeister hat­te, zu dem sie natür­lich stan­des­ge­mäß anrol­len woll­te. Ihr Kommentar nach Kritik wg. Verschwendung von Steuergeldern: "Das steht mir zu."

  2. Die "demo­kra­ti­schen Regierungen" haben sich ihr eige­nes Universum geschaf­fen! Leider zu Lasten und auf Kosten und Gesundheit und Leben "ihrer" igno­ran­ten, auf Phrasen kon­di­tio­nier­ten Bürger und Wähler.

    Sefton Delmer kann sei­ne Prophezeiung bzgl. der Gräuelpropaganda von 1945 als weit über­trof­fen verbuchen!

  3. Ich bin ja dafür, dass wir bei der UNESCO bean­tra­gen , die Demokratie in die Liste des imma­tri­el­len Weltkulturerbes auzunehmen.

    1. Nein 🙂 ! Sie ist die aller­bes­te Regierungsform, gera­de in so einer Situation, die Umsicht und Abstimmung erfor­dert, aber nicht das ist, was CDU-Berlin damit macht. Im Fahrwasser hier die Grünen, die man dafür kräf­tig bei den Ohren packen sollte!!

  4. Duden: Synergie

    Energie, die für den Zusammenhalt und die gemein­sa­me Erfüllung von Aufgaben zur Verfügung steht

    Gebrauch: Psychologie

    Beispiel: so kann man Synergien bei der Zusammenarbeit nutzen

    Im Stakeholderkapitalismus umar­men sich nicht nur Roboter, son­dern öffent­li­che und pri­va­te Interessen ver­schmel­zen in eksta­ti­schen Orgasmen.

    Auch für Ulla ein kom­men­den Freudenfest. Fraglich allein, ob sich ihre Lust noch stei­gern lässt oder bereits ein Sättigungspunkt erreicht ist. 

    Wie auch immer. Wenn es schief geht: Sie war der Zeit voraus!

  5. Diese Lehrerin für Sonderpädagogik hat aber einen inter­es­san­ten Lebenslauf – und sieht so müt­ter­lich aus.…so ver­trau­ens­wür­dig. Ich begin­ne zu ver­ste­hen war­um mein Vater bereits vor über 40 Jahren geschockt aus der SPD aus­ge­tre­ten ist. Wie muss es dort heu­te erst zugehen.

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