"Wie ein Lkw, der einen Berg hinunterrollt". Neue Bilder von Christian Drosten

Noch ist das Skript des neu­en Drosten-Podcasts nicht erschie­nen, Freunde der geho­be­nen Realsatire kön­nen sich aber schon freu­en. In der Zusammenfassung des NDR fin­den sich bereits Perlen der Unterhaltungs­kunst. Drosten hat­te schon immer ein Händchen für miß­glück­te Bilder (bit­te mit Stichwort "Podcast" hier suchen). Dieses Talent setzt er auch dies­mal ein:

»Der Virologe macht in dem Podcast die Wirkung eines "Mini-Lockdowns" mit­hil­fe eines Bildes aus dem Alltag anschau­lich: "Angenommen: Wir fah­ren mit einem schwe­ren Lastwagen einen Berghang hin­un­ter, der kein Ende neh­men will, und wir wis­sen, wir flie­gen dem­nächst aus der Kurve. Die Bremsen sind kaputt und wir dür­fen nur fünf Sekunden lang auf die Bremse tre­ten. Wo machen wir das jetzt? Da wird man zu dem Schluss kom­men: Es wird nicht rei­chen, wenn wir nur ein­mal brem­sen, wir müs­sen das alle paar Hundert Meter machen." Wichtig sei dabei auch, früh­zei­tig zu brem­sen, also wenn der Lastwagen noch lang­sam fährt.«

Wo zum Teufel sol­len wir auf die kaput­te Bremse treten?

Na, alle paar Hundert Meter. Da wird man sich die fünf Sekunden gut auf­tei­len müs­sen, schließ­lich ist der Berghang end­los. Vielleicht könn­te die Motorbremse hel­fen? Doch wo ist die bei Corona? Vielleicht wäre es sinn­voll, ein­fach recht­zei­tig aus­zu­stei­gen bei kaput­ten Bremsen?

»Frühzeitiges Bremsen könn­te expo­nen­ti­el­les Wachstum verhindern
Überträgt man die­ses Bild auf die aktu­el­le Situation in Deutschland, heißt das Drosten zufol­ge: Der Lastwagen ist noch kaum ange­rollt. "Zum Glück sind wir noch in einer güns­ti­gen Situation, auch im Vergleich zu ande­ren euro­päi­schen Ländern", sagt der Virologe. "Wenn wir jetzt ein­mal auf die Bremse tre­ten, hät­ten wir einen ganz nach­hal­ti­gen Effekt. Das wür­de uns ganz viel Zeit ein­spie­len." Wenn man sich früh auf einen "Mini-Lockdown" ver­stän­di­ge, müs­se man das Alltagsleben auch nicht sehr stark aus­brem­sen.«

Der nach­hal­ti­ge Effekt beim Treten auf kaput­te Bremsen erschließt sich nicht unbe­dingt. Interessant wäre auch die Frage, wer das Bremssystem sabo­tiert hat oder ob der Laster über­haupt noch TÜV hat. Man könn­te auf die Idee kom­men, "über­trägt man die­ses Bild auf die aktu­el­le Situation in Deutschland", da könn­ten die pene­tran­ten Forderungen der Bertelsmann-Stiftung, Krankenhäuser zu schlie­ßen, eine Rolle spie­len. Auch Drosten hat dabei sei­ne Rolle gespielt (s. Wie war das noch… mit den Coronafolgen-Leugnern an der Charité?).

Kein Podcast ohne neue Ideen

»"Social bub­ble" könn­te Kontaktbeschränkungen mildern
Wie kann man einen even­tu­el­len "Lockdown" mit dem heu­ti­gen Wissen anders gestal­ten? Wie lässt sich ver­mei­den, dass bei län­ge­ren umfas­sen­den Kontaktbeschränkungen vie­le Leute ver­zwei­feln oder dass Kinder bei einer Schulschließung nicht betreut wer­den kön­nen? Drosten zeigt in die­sem Zusammenhang die Idee der "social bub­ble" auf, einer sozia­len Blase. "Man könn­te sagen, es dür­fen sich immer zwei oder sogar drei Haushalte zusam­men­tun und eine sozia­le Blase bil­den. Diese zwei oder drei Familien dürf­ten sich auch wäh­rend eines 'Lockdowns" die gan­ze Zeit tref­fen, auch um sich bei der Kinderbetreuung oder beim Einkaufen zu hel­fen." Das wäre für vie­le im Alltag eine extre­me Erleichterung, so Drosten.

Statt Schulen zu schlie­ßen: Klassen aufteilen
Generell sei es wäh­rend der Corona-Pandemie ein sinn­vol­les Prinzip, grö­ße­re Gruppen auf­zu­tei­len, um Superspreader-Events zu ver­hin­dern. Dies gel­te auch für Schulklassen. "Die Infektionsgefahr in Schulen ist natür­lich genau so wie die Infektionsgefahr in jeder ande­ren ver­gleich­ba­ren Situation", sagt Drosten. Überall gehe es dar­um, nach Kompromissen zu suchen. Um Schulschließungen zu ver­mei­den, könn­te man auch über das Modell nach­den­ken, Klassen auf­zu­tei­len, um die eine Gruppe vor­mit­tags zu unter­rich­ten und die ande­re nach­mit­tags.«

Was Drosten hier über die Infektionsgefahr in Schulen "bab­belt", ist zwar tau­send­fach wider­legt, aber vie­le Päpste haben auch lan­ge dar­an fest­ge­hal­ten, daß die Erde kei­nes­falls das ist, als was sie Leugner dar­stel­len woll­ten. Hoffen wir mal, daß sein Modell kei­ne Blasenerkrankungen hervorruft.

Sport ist Mord

»Es gibt auch in den jün­ge­ren Altersstufen die­se plötz­li­chen, sehr schwe­ren Verläufe. Es gibt den 25-jäh­ri­gen Fußballspieler, der inner­halb von drei Tagen auf der Intensivstation liegt und zwei Tage spä­ter tot ist", mahnt Drosten.«

Da sind die Blasen bei den Profi-Kickern ein­fach zu groß. Und die Tests nicht gaanz so zuver­läs­sig (s. Haufenweise Falsch-Positive im Fußball, aber nur dort…).

»"Man weiß vor­her nicht, ob man zu den sel­te­nen Fällen gehört"
"Und man weiß eben vor­her nicht, ob man nicht zu die­sen sel­te­nen Fällen gehört", führt der Virologe wei­ter aus. Darum soll­te sei­ner Ansicht nach jeder ver­su­chen, sich im eige­nen Alltag – so gut es geht – vor einer Infektion zu schüt­zen. "Das soll­te wirk­lich auf der Tagesordnung ste­hen. Man soll­te Gelegenheiten ver­mei­den, wo man sich infi­zie­ren kann." Der Virologe schlägt zum Beispiel vor, nicht jeden Tag in den Supermarkt zu gehen, son­dern nur ein­mal in der Woche. Oder den Bus und die U‑Bahn zu mei­den, indem man mit dem Rad fährt.«

Oder fliegt? Da gibt es ja dem­nächst die super-zuver­läs­si­gen Schnelltests. Das Einkaufsproblem lie­ße sich am bes­ten lösen, indem man sein Hausmädchen schickt. Dann könn­te man sich das läs­ti­ge Maskentragen sparen.

Ich freue mich auf das Podcast-Skript!

6 Antworten auf „"Wie ein Lkw, der einen Berg hinunterrollt". Neue Bilder von Christian Drosten“

  1. Diese Freude tei­le ich … Jedes mal, trotz Puller-Alarm …
    Aber war­ten Sie bit­te bis ich mich mit genug Schachteln Granufink ein­ge­deckt habe – Komiker Lauterbach hat mir heu­te schon genug Blasenprobleme bereitet … 

    (die Bremsentheorie von Kamikaze- Chris ist gar nicht so abwe­gig – habe vor kur­zem Automechaniker mit Maske gesehen …)

  2. Der bild­li­che Vergleich mit dem LKW ist ja gar nicht mal schlecht!
    Es gibt nur ganz ein­fach kei­nen Berg, den die­ser hin­un­ter rollt!Und auch die Bremse ist nicht defekt.
    Der LKW fährt voll­kom­men nor­mal wie all die Jahre zuvor die Straße entlang.
    Der Unterschied besteht dar­in, dass die Regierung mit einem Mal vehe­ment ver­sucht, den LKW anzu­hal­ten und dazu unent­wegt die Handbremse betä­tigt. Wir kön­nen nur ver­su­chen zu ver­ste­hen, wozu.
    Aber die Geschichte von dem Berg ist nur eine Illusion!

    1. @Andreas Orlean
      … der unter ande­rem jetzt auch "pro­mo­vier­te" Schwerlastwagenmechaniker aus Berlin besitzt nun mal als einer der Wenigen auch das geo­lo­gi­sche Fachwissen über den Berg des Propheten …
      Auch Interessant am Ende die­ser Podcastfolge : Herr Wieler, eigent­lich pro­fes­sio­nel­ler "Schafdrücker," hat ihm wohl ein Zettel mit Fachnotizen über Kamelschnupfen zuge­steckt – auch, wie­der mal in beein­dru­cken­der Fachübergriffigkeit, phi­lo­so­phiert der LKW-Schrauber über ste­ri­les Nasenspray für Höckerträger …

  3. "Und man weiß eben vor­her nicht, ob man nicht zu die­sen sel­te­nen Fällen gehört", führt der Virologe wei­ter aus

    Damit ist er doch schon über­führt: Es ist also sel­ten. Und für die­se Seltenheit soll man sich tag­täg­lich in einem sol­chen Umfang schüt­zen, soll das sogar die gan­ze Gesellschaft tun?

    Na gut, dann gehen wir alle nie wie­der vor die Tür, denn wir könn­ten die sel­te­nen (sic!) Fälle sein, die vom Auto über­fah­ren wer­den. Oder die den locke­ren Dachziegel auf den Kopf bekom­men. Oder die von einem wild­ge­wor­de­nen Hund gebis­sen werden…

    Definiere sel­ten, stel­le es in Relation zum Rest des Lebens und laß Drosten sei­ne Maske essen, damit er end­lich auf­hört, uns mit sei­nen "Weisheiten" zu beläs­ti­gen und zu terrorisieren.

  4. Was für ein tref­fen­der Vergleich. Problem wirk­lich gelöst, Dr. Claus Drosten? Selbst wenn man den LKW ganz am Anfang noch stop­pen kann, dann rollt der doch gleich wie­der los an dem stei­len Abhang.
    Da hör ich schon wie­der die Söder-Ente: Maßnahmen, Maßnahmen, Maßnahmen …

  5. 13.1.21: "Die Bundesregierung hat eine neue Einreiseverordnung erlas­sen, die kei­ne Ausnahmen für das Transportgewerbe vor­sieht. Die Entscheidung sorgt für hef­ti­ge Kritik. Florian Eck, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums, des sek­tor­über­grei­fen­den Interessensverbands der Verkehrsunternehmen, sprach von einer „fak­ti­schen Grenzschließung“, die sich aus der Verordnung ergebe. …
    Laut Verordnung, die das Bundeskabinett an die­sem Mittwoch beschlos­sen hat, müs­sen sich Einreisende aus Staaten, in denen die zunächst in Großbritannien und Südafrika ent­deck­te, nun aber auch in Europa ver­brei­te­te Corona-Virusvariante ver­brei­tet ist, vor der Einreise digi­tal anmel­den. Auch müs­sen sie dar­über einen Nachweis füh­ren sowie einen Coronatest vor­le­gen oder an der Grenze vor­neh­men lassen.
    Dies gilt auch für Staaten, in denen sich täg­lich min­des­tens 200 Menschen je 100.000 Personen im Siebentagesvergleich infi­zie­ren. Die Verordnung tritt an die­sem Donnerstag in Kraft und soll bis Ende März gelten. …
    Entgegen den Erwartungen des Transportgewerbes gibt es für Spediteure und Logistiker nur Ausnahmen, wenn Fahrer aus einem Land ein­rei­sen, das zwar Risikogebiet ist, in dem aber die Infektionszahlen nied­ri­ger als in Deutschland und unter 200 je 100.000 sind. Auch darf dort nicht die Virusmutation ver­brei­tet sein. Nur in die­ser Konstellation sind Fahrer davon befreit, sich digi­tal anzu­mel­den und sich tes­ten zu lassen.
    In der Branche bestand indes die Hoffnung, dass es eine grund­le­gen­de Ausnahme wie noch im April geben wür­de. Damals konn­ten die Transporteure eine „Green Lane“ an der Grenze nut­zen und ohne Kontrollen über die Grenze fah­ren, womit Staus abge­wen­det wer­den konn­ten. Nun heißt es: „Mit der Einreiseverordnung führt die Bundesregierung eine bun­des­wei­te Einreise-Testpflicht ein, die die Quarantäneregelungen der Länder ergänzt.“
    Für die Regelungen der Länder hat­te die Bundesregierung bereits am Freitag eine Musterquarantäneverordnung erstellt. Sie sieht nur eine klei­ne Ausnahme für Transporteure vor.
    So wären Fahrer von Test- und Quarantäneregeln „bei Aufenthalten von weni­ger als 72 Stunden“ befreit gewe­sen. Der Verband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) hat­te die Bundesregierung gewarnt, sie lau­fe „wis­sent­lich in den Versorgungskollaps“, wie Präsident Dirk Engelhardt dem Handelsblatt sagte.
    Über 100.000 Fahrer sind betroffen
    Der BGL ver­weist auf Daten der Bundesanstalt für Arbeit. Danach stammt jeder fünf­te in Deutschland sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tig­te Fahrer aus dem Ausland – vor­nehm­lich aus Osteuropa. Diese Fahrer wür­den im Durchschnitt drei bis vier Wochen tou­ren, bevor sie dann für ein bis zwei Wochen in ihr Heimatland zurück­fah­ren. Entsprechend müss­ten sie alle in Quarantäne.
    Nach Angaben der Bundesanstalt fal­len 118.735 Fahrer dar­un­ter. „Die Versorgungsketten wür­den zusam­men­bre­chen, weil uns schlicht die Fahrer feh­len“, warn­te Engelhardt. Bestand noch die Hoffnung, dass die Länder wei­ter­ge­hen­de Ausnahmen fest­le­gen wür­den, so ist dies mit der bun­des­weit gel­ten­den Einreiseverordnung obso­let. Vielmehr fehl­ten an den Grenzen die Testzentren, sodass „die euro­päi­schen Nachbarstaaten nun den Schwarzen Peter zuge­scho­ben bekom­men“, wie es beim BGL am Mittwochabend hieß."
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verkehr-faktische-grenzschliessung-spediteure-frustriert-ueber-neue-corona-einreiseregeln/26796074.html?ticket=ST-6119116-FimY54sNSxINY7cQc2PX-ap5

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