Haben wir nicht alle Entzugserscheinungen?

In eini­gen Kom­men­ta­ren wird beklagt, wie vie­le Men­schen noch frei­wil­lig Mas­ken tra­gen, wobei sich die Lage wohl regio­nal unter­schied­lich ent­wi­ckelt. Einer­seits ver­ste­he ich die Ent­täu­schung dar­über. Ande­rer­seits plä­die­re ich für Geduld. Wir soll­ten davon aus­ge­hen, daß die blei­er­nen zwei Jah­re an uns allen Spu­ren hin­ter­las­sen hat.

An mir selbst, aber auch an ande­ren Kri­ti­ke­rIn­nen, beob­ach­te ich, daß es auch uns schwer­fällt, in ein "nor­ma­les" Leben zurück­zu­fin­den. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur an schlech­ten Fil­men liegt oder dar­an, daß im Thea­ter noch Mas­ken ver­langt wer­den, daß ich bis­her die­se Ange­bo­te nicht wahr­ge­nom­men habe. Ich war noch nicht ein­mal im Restau­rant, obwohl mir das nun groß­zü­gig erlaubt wur­de. Shop­pen war noch nie ein The­ma für mich, trotz­dem bin ich immer noch viel sel­te­ner in Kauf­häu­sern als vor 2020. Man­ches dar­an mag posi­tiv sein, weil mei­ne Bedürf­nis­se deut­li­cher wur­den. Ich fürch­te aber, auch ich brau­che noch ein wenig Zeit, um mich "nor­mal" zu ver­hal­ten. Und dabei habe ich nicht die enor­me Auf­ga­be, unbe­grün­de­te Ängs­te zu verarbeiten.

94 Antworten auf „Haben wir nicht alle Entzugserscheinungen?“

  1. Jeder muss sich fra­gen, ob die „Nor­ma­li­tät“ vor dem Wahn­sinn rich­tig war. Eini­ges sicher nicht, ande­res – z.B. Maul­korb nur beim Schlei­fen von Gips­kar­ton­plat­ten und nur Max. 75 min am Stück – eher schon. Ein zurück wie frü­her wäre falsch, aber die Drangsalierungen/Konditionierungen (Social distancing) nicht vehe­ment abzu­leh­nen, auch.

  2. @aa: mir geht es ähn­lich wie Ihnen.
    Und ich trös­te mich damit: Ver­hal­tens­wei­sen, die die Men­schen über zwei Jah­re gelernt und trai­niert haben, wer­den sie nicht in Sekun­den­schnel­le aufgeben.
    Ich hof­fe nur, dass sich die Mehr­heit vor dem nächs­ten Herbst von der Mas­ke verabschiedet.

  3. @aa
    Ich fin­de es gut, dass Sie das anspre­chen, denn dann kann man sich dar­über aus­tau­schen und von den ande­ren ler­nen, wie die damit umgehen!

    Wäh­rend der gan­zen Ver­bo­te hat­te ich mir ja sogar geschwo­ren, nie wie­der das Thea­ter und Schwimm­bad zu betre­ten, weil die­se sich so unmensch­lich ver­hal­ten hat­ten und sogar vor­aus­ei­lend Din­ge gefor­dert hat­ten, die gar nicht nötig gewe­sen wären. Ein biss­chen steckt in mir immer noch der Gedan­ke, den ich neu­lich in einem Car­toon sah. Da sitzt ein Ehe­paar gelang­weilt wäh­rend der Coro­na-Kri­se abends vor dem Fern­se­her, um s ich die Zeit tot­zu­schla­gen und der Mann sagt zur Frau: "wenn die Coro­na-Kri­se vor­bei ist, zei­gen wir's der Mer­kel so rich­tig und blei­ben ein­fach zu Hau­se!". Die­se Art von Trotz spü­re ich zu einem gerin­gen Teil auch in mir. Es fällt mir teil­wei­se schwer, die Ange­bo­te anzu­neh­men, wo ich weiß, die woll­ten mich zwei Jah­re lang nicht in ihrem Laden haben (z. B. Restau­rants, die mehr for­der­ten, als nötig). Teil­wei­se habe ich auch den Über­blick ver­lo­ren, aber mei­ne ehe­ma­li­gen Sport­an­ge­bo­te kann ich immer noch nicht aus­üben, da dort immer noch (!!) 3G gilt! Teil­wei­se habe ich auch Angst, dass mir die Ver­an­stal­tun­gen, die ich frü­her besucht habe (z. B. Muse­en) nun nicht mehr gefal­len könn­ten und ich abge­stumpft sein könn­te oder mich nicht mehr freu­en könn­te. Auch habe ich Angst, wenn ich micih jetzt wie­der auf die kul­tu­rel­len Ange­bo­te stür­ze, dass mir in ein paar Mona­ten wie­der alles weg­ge­nom­men wer­den könn­te. Der psy­cho­lo­gi­sche Mecha­nis­mus ist ja bekannt, dass man sich 'lie­ber' selbst alles ver­sagt, als es von jeman­dem genom­men zu bekommen.
    Ich wer­de auch brau­chen, um damit umzu­ge­hen. Immer­hin habe ich heu­te beim Thea­ter gemerkt, dass es mir noch so viel Freu­de macht, dort zu sein, dass ich auch zukünf­tig wie­der ins Thea­ter gehen werde.
    Kino aller­dings ist für mich z. B. gestor­ben, nach­dem mein Lieb­lings­ki­no mit rich­tig guter Film­aus­wahl sich als die übels­ten Het­zer und Grund­rechts­fein­de her­aus­ge­stellt haben. Dort wer­de ich ver­mut­lich tat­säch­lich kei­nen Fuß mehr rein­set­zen, weil mit dem Ort für mich nur noch schlech­te Gefüh­le ver­bun­den sind (ich hat­te einen sehr erschüt­tern­den Mail-Aus­tausch mit den Kino-Betrei­bern). Auch ande­re Kinos mag ich irgend­wie nicht mehr besu­chen, die hohen Kino­prei­se tun ihr Übriges. 

    Und die ande­re Sei­te: Mir fällt es sehr schwer, gedul­dig mit den Mas­ken­trä­gern zu sein, weil mir die Tat­sa­che, dass sich so vie­le selbst wei­ter­hin (!) frei­wil­lig ver­skla­ven wol­len, so sehr aufs Gemüt schlägt. Es zeigt mir, dass die Gesamt­si­tua­ti­on eigent­lich noch schreck­li­cher ist, als ich befürch­tet hat­te. Die Hörig­keit ist so groß, die­se Mas­se hät­te ich mich getö­tet bzw. wür­de es ver­mut­lich tun, wenn ein bestimm­ter Punkt über­schrit­ten ist. Die ver­skla­ven aus Hörig­keit ja sogar sich selbst. Es wird kei­ne Schan­ken geben, wenn es so weit ist. Geduld fällt mir da momen­tan sehr schwer. Ich emp­fin­de Ent­set­zen und Angst, weil man nicht weiß, was auf die­sem ver­gif­te­ten Boden noch so alles Gefähr­li­che wach­sen wird. Für mich per­sön­lich ist die ent­mensch­lich­te Ats­mo­phä­re, die durch das frei­wil­li­ge (!) Mas­ken­tra­gen noch mehr ent­steht, als durch das zwangs­wei­se, das aller­schlimms­te. Das trig­gert mich zuge­ge­be­ner­ma­ßen und ich reagie­re emo­tio­nal dar­auf mit Wut und Abscheu. Mit mei­nem Kopf kann ich das kaum noch steu­ern. Ich ver­mu­te, dass bei mir momen­tan der Punkt erreicht ist, der bei den Hörig­ken schon vor Mona­ten erreicht war: Es kos­tet mich inmit­ten der Mas­ken­trä­ger unglaub­lich viel Kraft, mich ohne Mas­ke zu bewe­gen. Ich hal­te es aber für not­wen­dig, dies aus Grün­den der Mensch­lich­keit zu tun. 

    Zu einem Teil kon­fron­tie­ren mich die Mas­ken­trä­ger nun also offen­bar mit mei­nem eige­nen Her­den­trieb bzw. Wunsch nach Zuge­hö­rig­keit, denn wenn ich spü­re, wie viel Kraft es kos­tet, als Ein­zi­ge unmas­kiert zu sein, erken­ne ich dar­an mein Bedürf­nis, dass ich auch ger­ne dazu­ge­hö­ren würde. 

    Ich wer­de auch damit kon­fron­tiert, dass ich mich von den Mas­ken­trä­gern offen­bar bedroht füh­le, weil sie in solch einer Men­ge auf­tre­ten, dass ich glau­be (und auch teil­wei­se erle­be bzw. ja in der Ver­gan­gen­heit erlebt habe), dass man mich so als Anders­den­ken­de und Anders­aus­se­hen­de nicht will. Ich wer­de mit mei­ner eige­nen Schwä­che konfrontiert. 

    Und dann steht ja immer noch das Unbe­re­chen­ba­re im Raum, dass die­se Mas­se wie­der auf mich los­ge­hen könn­te, so wie ver­bal auf mich los­ge­gan­gen wur­de und ich mit ande­ren Demons­tran­ten mit den übels­ten Beschimp­fun­gen ange­brüllt wur­de. All das kommt jetzt hoch, wenn ich mich einer gro­ßen uni­for­men Mas­se gegen­über­ge­stellt sehe. Die Angst, wie­der aus­ge­sto­ßen zu wer­den und die Angst vor dem Hass kom­men hoch. Dabei war ich ja nie ein Grup­pen­mensch und habe ver­sucht, mich von den Bös­ar­tig­kei­ten zu distan­zie­ren. Offen­bar haben mich die Demos und poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen aber so ver­wun­det, dass ich mas­kier­te Men­schen nun als Fein­de sehe. Das ist sehr trau­rig, aber ich füh­le mich durch sie ange­grif­fen, weil psy­chisch so vie­les abläuft. Das wird ver­mut­lich auf der ande­ren Sei­te genau­so ablau­fen. Durch die Spal­tung und Het­ze haben wir uns das gesell­schaft­li­che Kli­ma ver­dor­ben und nun spürt man am eige­nen Leib, was das im All­tag bedeutet. 🙁

    Momen­tan bin ich an einem Punkt, wo ich glau­be, dass ich jeman­dem zum reden gebrau­chen könn­te, um mit dem allen fer­tig zu wer­den. Ich glau­be, die Welt hat noch lan­ge nicht begrif­fen, was das alles für Fol­gen haben wird auf der mensch­li­chen Ebene.

    1. In vie­len Punk­ten geht es mir genau­so oder ähn­lich wie Ihnen. Wer mich zwei Jah­re an der Tür hat abblit­zen las­sen, zu dem will ich jetzt auch nicht mehr. Vor allem die in mei­nem Ort nach wie vor 80 bis 90 Pro­zent Mas­kier­ten machen mir auch "Angst". Ande­rer­seits ist es gut, nun die­se Klar­heit zu haben dar­über, dass die Mas­se eine folg­sa­me Her­de ist, die solan­ge gehorcht, bis sie einen ande­ren Befehl bekommt. Die­ses Land war vor­her schon tot für mich und nun ist es ein zwei­tes Mal gestor­ben. Es gehört tat­säch­lich fast Mut dazu, sich voll­kom­men allein, wie es mir die­se Woche öfter ergan­gen ist, unter die Mas­ken­zom­bies zu stel­len. Nein, nicht wirk­lich Mut, aber ich sehe jetzt ganz deut­lich, dass ich eine Außen­sei­te­rin bin und bin also sol­che auch deut­lich sicht­bar. Ein biss­chen bin ich aber stolz dar­über, dass ich nicht dazu­ge­hö­re, dass ich Zivil­cou­ra­ge habe und zu mir ste­hen kann. Ach, wie schön war es doch vor drei Wochen in der Schweiz. Nur ganz sel­ten mal ein Fil­ter­tü­ten­trä­ger und das waren offen­bar meist deut­sche Touristen.

  4. Zumin­dest, was die Maul­ta­schen betrifft, sehe ich das ähn­lich, da
    ist ein wenig Geduld gefragt. Zumal mir ein Trä­ger die­ses Acces­soires das auch bestä­tigt hat, daß es sinn­ge­mäß men­tal etwas schwie­rig ist, das nach 2 Jah­ren ein­fach so zu ändern.
    Was das 'nor­ma­le' Leben betrifft, dahin zurück­zu­fin­den ist nicht nur
    sehr schwer, in die­ses in der Form 'nor­ma­le' Leben will ich – um ehr­lich zu sein – auch nicht mehr zurück.
    Die letz­ten 2 Jah­re haben soviel auf­ge­deckt, soviel Ver­let­zun­gen gebracht (Poli­tik und Medi­en und deren Hand­lan­ger spa­re ich jetzt mal aus – denn das ist etwas, was in fer­ner Zeit ein­mal die
    Jus­tiz beschäf­ti­gen MUSS), soviel Ver­trau­en zer­stört und soviel
    erschre­cken­de Gedan­ken- und Ver­hal­tens­wei­sen her­vor­ge­bracht, da kann man sich nicht ein­fach den Mund abput­zen und so tun, als ob nichts gewe­sen wäre.
    Aber genau das wer­den vie­le 'Mit­läu­fer' tun. Sie wer­den auch wei­ter­hin abblo­cken, nichts infra­ge­stel­len, sich nicht ernsthaft
    aus­ein­an­der­set­zen und sich best­mög­lich ablenken.
    Apro­pos : war heu­te seit Ewig­kei­ten mal wie­der mit einem Kum­pel in der Knei­pe Fuß­ball gucken. Das war schon fast normal.
    In der gan­zen Knei­pe 2 oder 3 Per­so­nen mit Schleimbeutel.
    Der Rest war FKK.

    1. @ Bri­an

      Der­art schwie­rig scheint das aller­dings nur im "Herz der Fins­ter­nis" zu sein.

      Das mag an der aus­ge­präg­ten deut­schen Lakai­en­men­ta­li­tät lie­gen, aber dass die sich so vor­bild­lich äußert, liegt eben auch dar­an, dass die Obrig­keit, anders als in Däne­mark, den Nie­der­lan­den und der Schweiz, wei­ter­hin droht und emp­fiehlt weiterzumachen.

      Inso­fern bleibt es dabei: Schei­ße kommt immer von "oben" und fällt immer nach "unten".

    2. @Brian: "Was das 'nor­ma­le' Leben betrifft, dahin zurück­zu­fin­den ist nicht nur sehr schwer, in die­ses in der Form 'nor­ma­le' Leben will ich – um ehr­lich zu sein – auch nicht mehr zurück."

      Das geht mir genau­so – in die­ses "nor­ma­le" Leben möch­te ich auch nicht zurück – aber ich habe auch noch kei­ne Idee, was das eigent­lich bedeu­tet. Die­se zwei Jah­re haben auch Freund­schaf­ten mit nahe­ste­hen­den Men­schen unter­bro­chen oder been­det, weil die Hal­tun­gen zu extrem aus­ein­an­der gin­gen. Mit vie­len Men­schen gäbe es auch gar kei­ne gemein­sa­men The­men mehr – das hat sich durch die aktu­el­le poli­ti­sche Situa­ti­on ja gar nicht verändert. 

      Was soll ich mit Men­schen noch anfan­gen, die Ver­fech­ter einer all­ge­mei­nen Impf­pflicht sind, Ukrai­ne-Fah­nen schwin­gen und mir Ein­la­dun­gen zu Soli­da­ri­täts­kund­ge­bun­gen schicken?

      Am wenigs­ten stört mich, ob ande­re Mas­ken tra­gen oder nicht, weil ich es ein­fach noch sehr genie­ße, mich wie­der ohne "Atem­be­hin­de­rung" frei bewe­gen zu kön­nen – ich schaue oft gar nicht mehr, wie ande­re das machen.

      Was sich aktu­ell ent­wi­ckeln wird, kann und wer­de ich sehen – aktu­ell ist die Gesamt­si­tua­ti­on ja noch sehr fra­gil und ich habe noch nicht den Ein­druck, dass man sich auf län­ger­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät ein­rich­ten kann – und ich muß mir erst ein­mal klar wer­den, was ich eigent­lich selbst will.

      1. @Anybody
        Ich hat­te auch vor den 2 Jah­ren nicht so irr­sin­nig vie­le Kontakte,
        aber das hat sich in den ver­gan­ge­nen 2 Jah­ren dann noch­mal redu­ziert. Genau­so hat mich die all­ge­mei­ne Ober­fläch­lich­keit auch
        vor­her schon sehr genervt, mitt­ler­wei­le ist sie mir unerträglich.
        Sich jeden Scheiß ein­re­den las­sen, brav das (buch­stäb­li­che) Fähn­chen in den Wind hän­gen, ohne jeg­li­ches medi­zi­ni­sche Hin­ter­grund­wis­sen Schlumpf­emp­feh­lun­gen abge­ben, sich selbst für intel­li­gent hal­ten und sich gleich­zei­tig häu­fig wie ein kleines,
        bocki­ges Kind ver­hal­ten : das sind alles Din­ge, für die mir mitt­ler­wei­le jeg­li­ches Ver­ständ­nis abgeht.
        Und ähn­lich wie Sie habe ich nicht die gerings­te Ahnung, wie es
        wei­ter­geht oder ‑gehen soll. Ideen hät­te ich schon ein paar.
        Allein, es fehlt das Geld. Und im Moment auch die Kraft. Aber ich wer­de mir wei­ter Gedan­ken machen.

        1. Um es nicht zu vergessen :
          Es hat in der gan­zen Zeit höchs­tens 1–2 Men­schen gegeben,
          auf die ich mich ver­las­sen konn­te. Und die zu mir gehal­ten haben (wenn wir auch in eini­gen wich­ti­gen Din­gen nicht unbe­dingt einer Mei­nung waren). Und das waren Menschen,
          die sich an die 'Maß­nah­men' gehal­ten haben. Das wer­de ich
          auch nicht ver­ges­sen. Genau­so habe ich in der Zeit ein paar
          'Rebel­len' ken­nen­ge­lernt, die letz­ten Endes auch ein­fach nur
          unver­bind­lich waren und auf die man sich nicht 'ver­las­sen'
          konnte.
          Inso­fern ist es für mich per­sön­lich wich­tig, den Men­schen zu
          betrach­ten. Egal, was er für eine Mei­nung hat.

  5. Den Zusam­men­hang mit "Ent­zugs­er­schei­nun­gen" ver­ste­he ich nicht ganz. Ich bin Anti-Alko­ho­li­ker, aber die letz­ten Tage kommt mir ver­mehrt das Ver­lan­gen, mir das Hirn mit Alko­hol zumin­dest für ein paar Stun­den abzu­schie­ßen. Dass das nun auf­tritt, wo ja vie­les 'vor­bei' ist, sagt auch eini­ges aus dar­über, dass ich offen­bar gera­de nicht mit der Situa­ti­on klar­kom­me. Die letz­ten zwei Jah­re habe ich in einem Kämp­fer­mo­dus gelebt und mir gedacht, dass ich für mich stark sein muss. Wo alles ver­bo­ten war und alle Geschäf­te zu, hab ich mir über Klein­an­zei­gen ein Paar Lauf­schu­he orga­ni­siert und gehe seit­dem ein­mal die Woche jog­gen. Auch war ich oft im Wald. Die Bös­ar­tig­keit, mit der auf Anders­den­ke ein­ge­hau­en wur­de, hat mich damals stark gemacht, weil es so offen­sicht­lich war, wie bös­ar­tig das alles ist.
    Nun füh­le ich mich noch hilf­lo­ser, weil ich jetzt ein­fach aus­hal­ten muss, dass es Men­schen gibt, die nicht nur ande­re unter­drü­cken wol­len, son­dern dass es auch Men­schen gibt, die sich beson­ders ger­ne unter­drü­cken las­sen. Eigent­lich war mir das vor­her klar, aber ich kann es trotz­dem nicht inte­grie­ren, weil ich kei­nen Umgang damit fin­de. Der Umgang müss­te hei­ßen "lass dich nicht von ihnen irri­tie­ren", aber es trifft mich trotz­dem hart aus den oben genann­ten Grün­den (Angst, was die noch alles trei­ben könn­ten und Wunsch, dazu­zu­ge­hö­ren). Momen­tan füh­le ich mich sehr ein­sam und trau­rig und ent­täuscht von den Men­schen. Kämp­fen und sinn­wid­ri­ge Lock­downs durch­zu­hal­ten und sich zu den­ken "jetzt mach ich erst recht wei­ter!" ist das eine. Die­se Ernüch­tung über den jet­zi­gen Zustand der Welt anzu­er­ken­nen oder hin­zu­neh­men fällt zumin­dest mir ungleich schwe­rer. Es hat etwas Pas­si­ves, so als wür­de man resi­gnie­ren und nichts mehr tun kön­nen. Als hät­te die Mensch­lich­keit irgend­wie ver­lo­ren. Als wären die zwei Jah­re voll­kom­men umsonst gewe­sen, wo wir auch auf der Stra­ße für die Mensch­lich­keit gekämpft haben, weil die Men­schen sich jetzt ein­fach selbst den­noch ent­mensch­li­chen wollen.
    Manch­mal kommt mir der Gedan­ke, ob unser 'Kampf' für die Mensch­lich­keit die Gegen­sei­te sogar dar­in bewo­gen hat, so durch­zu­dre­hen und ver­mut­lich stimmt der Gedan­ke sogar.
    Viel­leicht müs­sen bei­de Sei­ten ler­nen, dass es nicht ums Kämp­fen und nicht ums Gewin­nen geht son­dern ums Anneh­men und Hin­neh­men? Viel­leicht stellt sich dann von selbst Mensch­lichh­keit ein?

    1. Mir macht es Mut, dass ich in unse­rem Bun­des­land (mit der gerings­ten Impf­quo­te) beim Ein­kau­fen inzwi­schen in unse­rer Gegend auf gefühl­te 75% Mas­ken­lo­se tref­fe. Dabei fiel mir auf, dass über­wie­gend noch Älte­re und Jün­ge­re Mas­ke tra­gen. Das „Mit­tel­al­ter“ eher sel­te­ner. Es wer­den tgl mehr „ohne“. Vie­le schau­en sich aber noch ori­en­tie­rend um, wie vie­le noch Mas­ke tra­gen bzw. wir­ken leicht unsi­cher. Wenn sie mer­ken, dass der Groß­teil eben­so denkt, dann merk­lich erleich­tert schau­en, ent­spann­ter wer­den und sich freund­lich anlä­cheln, habe ich noch die Hoff­nung, dass die nächs­te Zeit uns alle etwas run­ter­fah­ren und erho­len könn­te. Es wer­den immer weni­ger Läden, die das Mas­ken­zei­chen noch dran haben. Kon­se­quen­tes mei­den derer und Äuße­run­gen wie: oh, dann gehe ich wo anders hin – schei­nen zu helfen…
      Hal­tet durch – ich hof­fe, dass bei Euch auch bald wie­der ent­spann­ter wird – oder besucht uns mal…

      1. @Antje
        Mei­nen Sie das Bun­des­land Sach­sen? Darf ich fra­gen, ob Sie in einer Klein­stadt, Groß­stadt oder auf dem Land unter­wegs sind, wenn Sie 75% Mas­ken­lo­se tref­fen? Ich bin ges­tern und den Tag davor auf ca. 80–95% Mas­kier­te (!) getrof­fen im Super­markt bzw. nor­ma­len Geschäf­ten. Das schei­nen tat­säch­lich Wel­ten zu sein! 'Mein' Bun­des­land liegt lei­der am ande­ren Ende der Impf­quo­ten­ska­la. Das Kli­ma war hier aber schon vor Coro­na ver­gif­tet und es trief­te nur so vor Hörigkeit.

    2. @Getriebesand: Ich will Sie nicht noch depri­mier­ter machen als Sie es schon sind. Mir geht es – in Chi­na – nicht viel anders. Auch wenn hier die Sit­ten weni­ger rauh sind, was den Umgang unter­ein­an­der angeht. Und von Spritz­pflicht war erst sowie­so nichts zu hören. An mei­ner Schu­le dürf­te ich der ein­zi­ge Unge­spritz­te sein. Sehr beru­hi­gend ist in Chi­na für mich, dass die Stra­ßen so sau­ber sind. Was aber nicht bedeu­tet, dass alles sau­ber ist.

      Viel­leicht macht es Sinn, anzu­er­ken­nen, dass gegen die Men­schen ein Krieg geführt wird. In einem Krieg wird es irgend­wann einen Gewinner/Verlierer geben. Zur­zeit ist es ein psy­cho­lo­gisch geführ­ter Krieg. Zusätz­lich mit dem Ele­ment der Vergewaltigung/Penetration aber. Das macht die­sen Krieg so ungeheuerlich.

      Kol­la­te­ral­schä­den wer­den jeden­falls hin­ge­nom­men. Es sol­len alle abge­spritzt wer­den. Die "Pan­de­mie" hat mit dem NS das gemein, dass unter der Maß­ga­be 'Gemein­nutz' der tota­le Staat ein­ge­rich­tet wird, das heißt, der Sou­ve­rän soll besei­tigt wer­den. Dar­auf soll­te man sich einstellen. 

      Ein nicht uner­heb­li­cher Teil – mut­maß­lich (wenigs­tens hof­fent­lich) aber die Min­der­heit – geht mit. Wie seinerzeit.

      Der Mensch ist dann Objekt des qua­si neo­feu­dal und glo­bal agie­ren­den Kapi­tals und sei­ner Ver­tre­ter. Zer­ti­fi­kats­trä­ger, mög­lichst noch gechipt.

      In Chi­na ist seit ca. 10 Tagen der größ­te Con­tai­ner­ha­fen der Welt – Shang­hai – geschlos­sen. Das ist eine klei­ne öko­no­mi­sche Kom­po­nen­te. Wenn man den größ­ten Con­tai­ner­ha­fen der Welt schließt, hat das Konsequenzen. 

      Die Ver­ve, mit der in Deutsch­land an der von A bis Z herb­ei­er­lo­ge­nen "Pan­de­mie" fest­ge­hal­ten wird, ent­spricht der Ver­ve in Chi­na. Man könn­te mut­ma­ßen, auch weil Deutsch­land ja im Janu­ar 2020 sehr fix war mit der Bereit­stel­lung des Dros­ten-Tests, dass es sich hier um eine chi­ne­sisch-deut­sche Koope­ra­ti­on han­delt. Wie­der­um (was Deutsch­land anbe­langt) in der Absicht, Welt­macht zu werden …

      Blei­ben wir stark und aufmerksam. 

      Zum Bei­spiel auch so:
      https://​mul​ti​po​lar​-maga​zin​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​s​t​a​t​i​s​t​i​k​e​r​-​r​u​d​e​r​n​-​z​u​r​u​eck

      1. Was den Krieg für sich anbe­langt noch die­se Bemerkung:

        Von Sei­te der Angrei­fer ist die­ser für einen län­ge­ren Zeit­raum ange­legt. Näm­lich bis zum Jahr 2030. Dann soll der Krieg gewon­nen sein, respek­ti­ve sol­len die Vorstellungen/Kriegsziele grei­fen, die die sog. UN ("SDG"-Agenda ("Sus­tainable Deve­lo­p­ment Goals"), "Agen­da 2030", "Trans­forming our World", etc.) zusam­men mit dem sog. WEF (gleich­na­mig "Agen­da 2030" oder "Vision2030", "Pri­va­te Pro­per­ty And Pri­va­cy Will Vanish By 2030", "Mul­ti-Stake­hol­der Com­mu­ni­ty" etc.) vor­ge­legt haben.

        Die – so möch­te ich sie jetzt ein­mal nen­nen – kapi­ta­len Witz­fi­gu­ren schei­nen einen lan­gen Atem zu haben. Sie über­se­hen, dass sich die Leu­te in den Staa­ten, in denen die Demo­kra­tie ein nicht so lum­pi­ges Dasein wie in Deutsch­land fris­tet, einen sicher län­ge­ren Atem haben wer­den. Und so wer­den sie schei­tern, genau­so wie sie mit dem Mars­flug schei­tern oder mit dem selbst­fah­ren­den Auto oder dem Zin­no­ber aus dem Bereich "Trans­hu­ma­nis­mus".

        1. Ich den­ke aber, dass die "Stake­hol­der-Com­mu­ni­ty", das sind die glo­bal agie­ren­den Geld­sack­schran­zen, die die­sen Krieg ent­facht haben, ver­lie­ren wer­den. Ganz so, wie es kei­nen Mars­flug geben wird, kein selbst­fah­ren­des Auto und auch kei­nen "Trans­hu­ma­nis­mus", wer­den sich die Demo­kra­tien nicht weg­sprit­zen las­sen. Für Deutsch­land steht eine Befes­ti­gung der Demo­kra­tie an. Ich den­ke, es gibt hier­für genug intel­li­gen­te Leu­te. Auch sol­che, die erkannt haben, wie unse­lig die Sowjet­ideo­lo­gie sich hin­sicht­lich der Demo­kra­tie his­to­risch aus­ge­wirkt hat. Hoch lebe der deut­sche Sou­ve­rän, der über den fein­säu­ber­lich getrenn­ten – und von ihm ein­zeln gewähl­ten! – drei Gewal­ten thront! (Und die Pres­se unter sich hat!)

      2. "In Chi­na ist seit ca. 10 Tagen der größ­te Con­tai­ner­ha­fen der Welt – Shang­hai – geschlossen."

        @sv
        Wer hat das ver­an­lasst? Kann man seriö­se Berich­te dar­über fin­den? Ich schaue kei­ne Nach­rich­ten mehr und hat­te bis­lang noch nichts gehört zu die­sem Con­tai­ner­ha­fen. Wenn das stimmt und län­ger als ein paar Tage andau­ert, kön­nen wir uns ja drauf ein­stel­len, dass wir in ein paar Wochen hier Man­gel an Beklei­dung, Haus­rat, Autos, Elek­tro­ge­rä­ten und prak­tisch allem haben.

        1. Die KPCh hat das mit ihrem No-Covid-Unsinn ange­ord­net. Sie ord­net dann an, dass nie­mand mehr die Woh­nung ver­las­sen darf und sich stän­dig tes­ten lässt. Von den Par­tei­ge­nos­sen wohl­ge­merkt, die zur "Dis­zi­plin" auf­ge­ru­fen sind. Es wird auch gleich gedroht, dass sich nie­mand widersetze.

          Mehr unter Chi­na Shang­hai Lock­down. Auch bei ach­gut ist schon ein län­ge­rer Arti­kel erschienen.

          https://​www​.ach​gut​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​s​c​h​a​n​g​h​a​i​_​i​m​_​l​i​c​k​d​o​w​n​_​w​a​s​_​i​s​t​_​d​a​_​los

    3. von sel­ber geht gar nix. Geh lau­fen, das macht den Kopf frei. 3 x die Woche min. 30min, wenn du das nicht durch­hältst, arbei­te dich lang­sam ran.
      Und denk nicht so viel über die ande­ren nach, du hast kei­nen Maul­korb und gut ist. Ich bin auch meist der ein­zi­ge, sel­ten mehr als 5%, ist halt so.
      Es wird nie wie­der so sein wie vorher.

      1. "von sel­ber geht gar nix. Geh lau­fen, das macht den Kopf frei. 3 x die Woche min. 30min, wenn du das nicht durch­hältst, arbei­te dich lang­sam ran.
        Und denk nicht so viel über die ande­ren nach, du hast kei­nen Maul­korb und gut ist. Ich bin auch meist der ein­zi­ge, sel­ten mehr als 5%, ist halt so.
        Es wird nie wie­der so sein wie vorher."

        @renzo
        Ich gehe momen­tan ein­mal die Woche lau­fen für 45 min, wer­de nun auf­sto­cken auf 2x 30min! Dan­ke für Ihren Rat­schlag! Lei­der hat­te ich mir vor zwei Jah­re wegen Über­las­tung (ich hat­te 2020 mit dem Lau­fen gestar­tet) den Vor­der­fuß­kno­chen ange­bro­chen, da ich damals meist 1- 1,5 Stun­den am Stück lau­fen war und auch mehr­mals die Woche. 

        Nicht nach­den­ken fällt lei­der schwer, weil mich die Situa­ti­on trig­gert. Ich bin ein emp­find­sa­mer Mensch, der sehr viel wahr­nimmt, des­halb lei­der jetzt auch wie­der alles Nega­ti­ve. Aber lie­ber ist es mir so, als wenn ich total abge­stumpft wäre. Nur muss ich die Gefüh­le eben zulas­sen und durch­le­ben. Sor­ry, falls ich dafür hier den Blog zum Aus­heu­len nut­ze. :/ Das gibt mir aber auch Kraft, wei­ter durchzuhalten.

        1. "Sor­ry, falls ich dafür hier den Blog zum Aus­heu­len nut­ze. :/ Das gibt mir aber auch Kraft, wei­ter durchzuhalten."
          Ich den­ke, genau dafür sind vie­le Blogs u.a. auch da. Und es hilft ja auch ande­ren, wenn sie sehen, mit wel­chen Pro­ble­men viele
          Men­schen zu kämp­fen haben. Dabei geht es nicht dar­um, irgend­wel­che Lösun­gen zu fin­den, das muss letz­ten Endes sowie­so jeder für sich ent­schei­den. Aber mit­zu­be­kom­men, daß
          vie­le Men­schen ähn­lich den­ken und emp­fin­den, ist ja auch schon mal hilfreich.
          Übri­gens : die Anschaf­fung eines Sand­sacks (oder ähn­li­chem) ist auch nicht so ver­kehrt. Wenn der Druck zu groß wird, kann das Drauf­bal­lern manch­mal recht hilf­reich sein… 😉

  6. Glaubst Du wirk­lich das es ein "nor­ma­les" Leben jemals wie­der geben wird ?!
    ( ich woll­te die­sen Satz erst lan­ge begrün­den aber unbe­grün­det steht er bes­ser da !)

    OT Übri­gens :
    bei einer SHZ (shz­dot­de) Abstim­mung ob man die geschei­ter­te Impf­pflicht gut oder schlecht fin­det haben seit 08.04 NUR 697 an der Abstim­mung teil­ge­nom­men – einer­seits natür­lich ein sehr gutes Zei­chen wie wenig Men­schen die­sem .…… Blatt noch Auf­merk­sam­keit schen­ken .….. ande­rer­seits sind nur 55 % die gegen eine Impf­pflicht sind recht wenig .….…..

    unter https://​bit​.ly/​3​D​X​y​3l2 (führ­te­bei­mein­rich­ten­di­rekt­auf­dieSHZ­Sei­te)
    kann man noch abstim­men (Stand 10.04 00:59 )
    Wer ver­kürz­te Url´s nicht mag kann auf shz­dot­de nach "Umfra­ge des Tages" suchen

  7. Viel­leicht hät­ten wir doch ein Bei­spiel an Eng­land oder Schwe­den neh­men sol­len, wo der "Free­doms-Day" regel­recht zele­briert wur­de: Über­all, auch in Schul­hö­fen wur­den fei­er­lich Mas­ken ver­brannt, als Signal, dass man sie nun nicht mehr braucht‼️
    Bei uns wird die Unei­nig­keit wei­ter betont und der Gra­ben ver­tieft, Kalau­er lässt grü­ßen‼️ Als Moral­apos­tel und Heul­bo­je der Nati­on kann er nicht ein­fach mit sei­nem Angst-Nar­ra­tiv aufhören.
    "Die Wahr­heit bedeu­tet in vie­len Fäl­len den poli­ti­schen Tod"—das sind sei­ne eige­nen Worte!
    Von daher sind alle ehr­li­chen Wis­sen­schaft­ler und Jour­na­lis­ten sei­ne poten­ti­el­len Mör­der.… poli­tisch gesehen.

    1. Aus­ge­zeich­ne­ter Gedan­ke, dem ich mich nur anschlie­ßen kann! 

      Für eine wirk­li­che Zei­ten­wen­de bräuch­te es ein Ritu­al, ein Sym­bol, eine Feier,
      ein Fest. Einen ech­ten Kar­ne­val oder Fasching, mit dem das Ver­ge­hen des dunk­len und kal­ten Win­ters gefei­ert wird. 

      Manch­mal wird übri­gens Ursa­che und Wir­kung ver­wech­selt und die Nar­ren glau­ben doch tat­säch­lich, sie wären es, die mit ihren Umzü­gen den Win­ter ver­trei­ben. Obwohl: viel­leicht stimmt dies ja. Viel­leicht waren es ja tat­säch­lich wir, die wir mit unse­ren Spa­zier­gän­gen den Win­ter aus­ge­trie­ben und neben­bei den Herr­schen­den den Spie­gel vor­ge­hal­ten haben. Viel­leicht waren ja wir die wah­ren Nar­ren und Kar­ne­va­lis­ten. Dies wür­de auch die mit­un­ter aus­ge­las­se­ne Stim­mung auf den Spa­zier­gän­gen erklären. 

      Was bräuch­te es also: Einen Ascher­mitt­woch oder ein Osterfest?
      Bin mir da sel­ber im Unkla­ren. Eine Bücher­ver­bren­nung aller­dings will ich nicht. Da muss uns was Bes­se­res einfallen!

      1. "Gute Idee! Demons­tra­ti­on mit ritu­el­ler Ver­bren­nung der sog. Masken!"

        @sv
        Das wäre die Steil­vor­la­ge, um uns sofort wie­der in die Nazi-Ecke zu zie­hen. 🙁 Ich wäre dafür, dass wir die Mas­ken unter uns ver­bren­nen und nicht damit an die Öffent­lich­keit gehen.
        Ich bin aber dafür, dass man Mas­ken, die man noch hat oder auf der Stra­ße fin­det, ein­mal in der Mit­te durch­schnei­det und mit dop­pel­sei­ti­gem Kle­be­band an die Türen pappt, die noch Mas­ken­pflicht verlangen.

        1. Man muss sie nicht ver­bren­nen – gute Idee! – son­dern schmeißt sie ein­fach auf einen Hau­fen. Viel­leicht streut man noch Gras drüber.

        2. Nee, nee, nee, Ver­bren­nen von Mas­ken ist kei­ne mit dem Ver­bren­nen von Büchern ver­gleich­ba­re Hand­lung, also das kann kei­ner uns vor­wer­fen‼️
          Das tra­di­tio­nel­le Win­ter­aus­trei­ben und die Oster­feu­er mit dem Ver­bren­nen rie­si­ger Stroh­pup­pen sind ja auch nicht nazi­ver­däch­tig‼️ Das sind ja kei­ne Fackel­läu­fe vor Poli­ti­ker­woh­nun­gen, also abso­lut fried­lich! Dazu kann man Frie­dens­tau­ben- und Regen­bo­gen- Flag­gen mit foto­gra­fie­ren, dann fällt die Ein­ord­nung nach rechts schwerer.

  8. https://​www​.coro​dok​.de/​m​a​s​k​e​n​-​k​o​n​f​l​i​k​t​e​-​s​u​p​e​r​m​a​r​kt/

    Hier ist der Thread, irgend­wie war er vor­hin ver­schwun­den. Mir fällt es gar nicht schwer, ohne Mas­ke drau­ßen oder in öffent­li­chen Räu­men zu sein. Es ist ein­fach nur schön.

    Noch ein Satz? All die mas­kier­ten, die sich immer noch ver­ste­cken, lächeln nicht mehr. Wie auch? Ihre Gesich­ter sind bis auf die Augen tot. Es sind tote, aus­drucks­lo­se "Gesich­ter", es sind kei­ne ech­ten Gesich­ter. Die sich so ver­hül­len, haben offen­sicht­lich auch kei­nen Grund zum Lachen. Ich schon. Weil ich vor nichts Angst habe, weder vor Viren noch vor her­bei zitier­ten, künst­lich her­bei getes­te­ten, angeb­li­chen Krankheitsgefahren. 

    Das ist ein­fach herr­lich! Die zwei Jah­re "Corona"-Hysterie zu durch­schau­en, war dank coro​dok​.de und auch durch vie­le Hin­ter­grund­in­fos auf

    https://​neue​-medi​en​-por​tal​.de/

    sehr leicht.

    ~ ~ ~

  9. Gewohn­heit ist ein Arschloch.

    Und abge­wöh­nen ist oft schwe­rer als angewöhnen. 

    Noch ein paar Wochen, dann sind die Maul­korb Trä­ger nur noch eine klei­ne Min­der­heit. Die meis­ten haben den Lap­pen näm­lich nie aus Angst oder Über­zeu­gung getra­gen. Und erst Recht nicht aus „Soli­da­ri­tät“.

  10. Ich bin drei Mal gegen Covid 19 geimpft, mei­ne Eltern sind auch geimpft, war­um soll ich im Zug oder im Rat­haus Mas­ken tra­gen? Ich bin geimpft gegen Coro­na und ich weiß nicht war­um ich Mas­ken tra­gen muß. War­um müs­sen geimpf­te Mas­ken tra­gen und unge­impf­te müs­sen auch Mas­ken tra­gen? Wo ist der Unter­schied zwi­schen unge­impf­ten Mas­ken und geimpf­ten Masken?

    1. Sie müs­sen Mas­ke tra­gen, weil die Imp­fung nicht vor einer Infek­ti­on schützt, weil die Imp­fung kei­nen Über­tra­gungs­schutz gewährleistet.
      Die Über­tra­gung ist ein mecha­ni­scher Vor­gang, kein juris­ti­scher, geistiger.
      Wäre die "Impf­ef­fek­ti­vi­tät" 100 %, bräuch­ten Sie kei­ne Mas­ken tragen.
      Was die Mas­ken kön­nen, ist eine ande­re Frage.

      Weil die "Impf­ef­fek­ti­vi­tät" < 100 müss­ten auch dann mas­ken getra­gen wer­den, wenn 100 % geimpft wären.

      und "vul­nerable grup­pen" sehen nie wie­der ein offe­nes gesicht, wenn die Inzi­denz wei­ter­hin die Pan­de­mie erzeugt.

  11. Ber­lin Kreuz­berg, Ber­man­kiez, tra­gen fast alle noch Mas­ken im Super­markt. Und nicht weni­ge echt im Frei­en auf der Stra­ße. Ich bin aber noch nie ange­macht wor­den, weil ich kei­ne tra­ge. Selbst unter den Kas­sie­ren­den gibt es im Schnitt 1ne von 3en, die kei­ne mehr trägt. Gibt auch so eine unaus­ge­spro­che­ne Sym­pa­thie zwi­schen denen mit Gesicht. Lässt sich aushalten.
    Ich kann mir sogar vor­stel­len, dass ich aus Rück­sicht auf ängst­li­che Men­schen eine Mas­ke auf­ge­setzt hät­te, wenn es nie einen staat­li­chen Zwang gege­ben hätte.
    Das Absur­des­te über­haupt: hät­ten die Maß­nah­men Ein­fluss auf die all­seits so belieb­te Inzi­denz; dann hät­te es doch, nach­dem all die Impf­geg­ner und Coro­na­leug­ner wie­der frei her­um­lau­fen dür­fen, zumin­dest einen klei­nen signi­fi­kan­ten Anstieg der Fall­zah­len geben müssen…

  12. Für mich (alter Schwe­de) ist es eine Deut­sche Beson­der­heit die­ser Gehor­sam. Ich hab bis auf einen Zahn­arzt­be­such – 3 min tra­ge­zeit und 2 x 20 sec beim Restau­rant durch­que­ren – nie den Unter­ta­nen­maul­korb auf gesetzt. Es gab ja immer die Mög­lich­keit dort nicht zu kau­fen wo sie gehor­sam waren. Ich war jetzt eine Woche in Fran­ken und konn­te seit Mo beob­ach­ten das wenn wir in die Geschäf­te gin­gen oder Kaf­fee trin­ken, das dort vie­le mit dem Maul­korb rein kamen und wenn die uns dann ent­deckt hat­ten (die Ali­ens) ohne Mas­ke das eini­ge die Mas­ke dann haben fal­len las­sen. Es braucht ein wenig, aber man kann auch die "mit" Men­schen angu­cken, lächeln .….. dann mer­ken die das es nicht so schlau ist .…. fas­sen sich ein Herz und die Mas­ken fal­len .… es ist ja nur Angst und das ist bekannt­lich der dümms­te Ratgeber.

  13. @Getriebesand

    Dei­ne Schil­de­run­gen decken sich sehr mit mei­ner eige­nen Wahr­neh­mung. Ich schät­ze hier gibt es noch ganz vie­le stil­le Mit­le­ser denen es genau­so geht.

    Was ich damit sagen will ist… ich weiß nicht ob es dir Trost spen­det, zu wis­sen dass es noch mehr von uns gibt, aber ich hof­fe es. 

    Ich habe längst die Fan­ta­sie auf­ge­ge­ben, die ich noch in mei­nen 20ern hat­te, irgend wann in einem Land zu leben, dass vol­ler Men­schen ist die Empa­thie und Ver­stand haben. Jetzt begnü­ge ich mich damit, nach ein­zel­nen Men­schen wir dir im All­tag Aus­schau zu hal­ten und dies ent­spre­chend zu wür­di­gen – denn es ist sel­ten, aber es genügt mir zu wis­sen daß nicht alle *so* sind wie der Mainstream.

    Bes­te Grü­ße, und lass dir den Spaß am Leben nicht ver­der­ben. Es ist ein ein­zi­ger Kampf mit Aus­sicht auf ein Ende, von Anfang an.

    1. "Jetzt begnü­ge ich mich damit, nach ein­zel­nen Men­schen wir dir im All­tag Aus­schau zu hal­ten und dies ent­spre­chend zu wür­di­gen – denn es ist sel­ten, aber es genügt mir zu wis­sen daß nicht alle *so* sind wie der Mainstream."

      @Tyler
      Dan­ke. Lei­der fin­de ich die Men­schen im All­tag so schwer. Auf den Demos kam ich zwar ins Gespräch, aber lei­der war es das dann auch immer für ca. 1 Stun­de, danach war die Per­son wie­der weg.
      Ich wer­de die nächs­ten Tage ver­su­chen, mei­nen Fokus mehr auf die Mas­ken­lo­sen zu legen und die schö­nen Din­ge, denn ändern kann man die ande­ren ja eh nicht. Nur muss ich den 'Schock' erst­mal ver­kraf­ten, dass hier momen­tan noch 80–95% mit Mas­ke laufen.

  14. Übri­gens: komisch, es fehlt der gan­ze 8. April nun auf coro­dok, wie das?

    Masken/Umstellung: in der Schweiz sind Mas­ken­trä­ger die Aus­nah­me, wie viel Aus­nah­men ist regio­nal ver­schie­den. Im Tici­no nahe Ita­li­en sieht man mehr als in der Zen­tral­schweiz. Aber selbst dort eben nur aus­nahms­wei­se, obwohl dort auf­grund Nähe wohl zu Ita­li­en deut­lich mehr Para­noia wäh­rend der Covid Zeit herrsch­te. Aber der gegen­sei­ti­ge Umgang dies­be­züg­lich ist gelassen.

    Von mei­ner Mut­ter in Nord­bay­ern höre ich, ca. 3/4 der Leu­te beim Ein­kau­fen wür­den frei­wil­lig noch Mas­ke tra­gen 'sicher ist sicher, man habe sich nun ja dar­an gewöhnt'.

    Da sieht man das Aus­mass des Vor­ge­hens von Poli­tik, Medi­en und auch der Volks­mas­se. Habe erst die Tage 'Lis­ten, Litt­le Man!' (Dt. 'Rede an den klei­nen Mann') von Wil­helm Reich gele­sen, hat sich seit 1946 lei­der nicht so viel ver­än­dert wie man gedacht hätte.

    Ansons­ten, jeder den­ke ich wur­de von den letz­ten bei­den Jah­ren betrof­fen und man kann es gar nicht igno­rie­ren und igno­rie­ren wäre auch nicht 'nor­mal im Sin­ne von angemessen'…allerdings wie der Ein­zel­ne damit umgeht, wird eben wie­der wider­spie­geln, wie bewusst und indi­vi­du­ell jemand mit sich und sei­ner Umwelt umgeht.

    Ich habe wie­der alles 'gemacht, was ich vor­her auch gemacht habe', aller­dings haben sich Ten­den­zen auch ver­stärkt, die sich zwi­schen­drin und auch auf­grund ande­rer Fak­to­ren erge­ben haben: gehe hier in der Gegend nicht mehr ins Restau­rant, bestel­le mir nur bei einem ein­zi­gen Restau­rant am Ort ab und zu was zum take away, aber auch sonst und auf Aus­flü­gen 'bringt es das Essen gehen nicht mehr so für mich'…das hängt aber auch mit der Qua­li­tät und dem Preis/Leistungsverhältnis in der Schweiz und wei­te­ren Fak­to­ren zusammen. 

    Ich bin dabei, mir grund­sätz­lich Gedan­ken zu machen, wie und wo ich leben möch­te, wo ich Men­schen mit ähn­li­chen Inter­res­sen tref­fen kann etc.

    Hat­te bei mir so eine Art 'long men­tal covid' fest­ge­stellt, das sich wie ein 'inner­li­ches War­ten oder Abwar­ten auf weiss nicht was' aus­drück­te ver­bun­den damit, man­che Sachen 'poma­dig' anzu­ge­hen. Aber das wird weni­ger mit wie­der mehr unter­neh­men und hängt auch mit ande­ren Umstän­den wie lan­ge kei­nen Urlaub gemacht und wei­te­ren Umstän­den zusammen.

    Also die Sche­re zwi­schen bewusst und infor­miert L7ebenden und der Mas­se sehe ich auch im Umgang mit dem Ende der Mass­nah­men und Leh­ren aus Coro­na zie­hen aus­ein­an­der gehen erst­mal. Die Mas­sen­hyp­no­se scheint wei­ter zu gehen und der sta­tus quo der Mas­se wird bei wei­te­ren Umstän­den mitspielen.…

    …aber was heisst auch 'nor­mal' oder 'new nor­mal'? Ein unbe­wuss­ter Mas­sen­zu­stand ohne­hin? Was bei Reich's Lek­tü­re wie­der deut­lich wur­de: was Faschis­mus, Natio­nal­so­zia­lis­mus, Sta­li­nis­mus etc woll­ten und dem Ver­hal­ten der Mas­se ent­spricht: kei­ne Indi­vi­dua­li­tät zulas­sen. Von Natur aus sind Men­schen aber gleich in ihrer Ein­zig­ar­tig­keit. In die­ser Gesell­schaft wird Ech­tes und Natür­li­ches durch Kitsch und Künst­li­ches ersetzt, Kopien statt Orgi­na­le auch beim Men­schen ver­langt, der Mensch nicht als sol­cher und Teil der Natur ver­stan­den, son­dern in einer Rol­le als Teil einer Mas­se sei­ne Ener­gie einem 'Ismus' gebend und Kunst, Schön­heit, Mensch­lich­keit und Grund­rech­te als unnö­ti­ger Luxus betrachtet.

    1. "Habe erst die Tage 'Lis­ten, Litt­le Man!' (Dt. 'Rede an den klei­nen Mann') von Wil­helm Reich gele­sen, hat sich seit 1946 lei­der nicht so viel ver­än­dert wie man gedacht hätte."
      @a‑w-n
      Dan­ke für die inter­es­san­te Info! Ich wer­de ver­su­chen, mir das Doku­ment zu beschaf­fen. Falls Sie Inter­es­se an Lite­ra­tur haben, die ver­mut­lich in eine ähn­li­che Rich­tung geht (The­ma: Kon­for­mis­mus, Selbst­ent­frem­dung, Unter­drü­ckung der Indi­vi­dua­li­tät im 3. Reich und spä­ter) kann ich Arno Gruens 'ver­ra­te­ne Lie­be – fal­sche Göt­ter' sehr (!!!) emp­feh­len. Ich lese es momentan.
      VG

    2. Ich war kürz­lich im Tici­no – kei­ne Mas­ken der Gäs­te und Bedie­nun­gen in Restau­rants, nur sehr sehr ver­ein­zelt ein Kun­de oder eine Kas­sie­re­rin (Mas­ke unter der Nase) im Super­markt. Sehr ent­span­nend alles. Wenn das der schlimms­te Kan­ton in der Schweiz ist, dann… ist es gegen­über Deutsch­land doch das Para­dies! Wir sind zwei­mal kurz nach Ita­li­en zum Ein­kau­fen gefah­ren und dort war es in den Super­märk­ten so wie hier, nur dass man nicht so vie­le FFP2-Mas­ken sieht.

  15. Auch bei mir sind Unbe­ha­gen und Miss­trau­en wäh­rend des Umgangs mit Men­schen und Öffent­lich­keit noch immer oder gera­de jetzt immens: Ich ver­ach­te die Baga­tel­li­sie­rung des Begriffs der Trau­ma­ti­sie­rung, aber ich bin trotz­dem ver­sucht, ihn auf mei­nen gegen­wär­ti­gen Zustand anzu­wen­den, wobei ich das dann immer in Rich­tung einer „mas­si­ven Ver­stö­rung“ korrigiere.
    Ins­be­son­de­re die immer stär­ker wer­den­de psy­chi­sche Luft­not der letz­ten Jah­re (es fühl­te sich durch­gän­gig wie eine immer enger wer­den­de Schlin­ge um den Hals an), die­se vie­len Aben­de, an denen man sich vor dem Ein­schla­fen ein­ge­ste­hen muss­te, dass man in so einer Welt nicht mehr leben will und sich eigent­lich freu­en müss­te, wenn es vor­bei wäre … und all das mit dem läh­men­den Hin­ter­grund­wis­sen, dass es sich hier nicht um eine intrin­si­sche Depres­si­on han­delt, gegen die ein paar rosa­ro­te Pil­len viel­leicht sogar hel­fen wür­den, son­dern um eine äuße­re Ein­wir­kung von Demen­to­ren, wie sie bei Har­ry Pot­ter beschrie­ben sind! 

    Im Som­mer 1 (2020) habe ich es deut­lich gemerkt: Mit mir ist eigent­lich alles OK. Im Som­mer 2 (2021), in dem es kei­ne ech­ten Locke­run­gen (Fort­gel­ten von 3G, kaum Mas­ken­lo­cke­run­gen) gab, habe ich gemerkt: Mit mir wäre jeden­falls alles OK, wenn die­se eiser­ne Hand ihren Griff lockern würde.
    Im Win­ter 2021 dann nur noch das Gefühl: Mit mir hät­te in die­ser Welt alles OK sein kön­nen, wenn man sich nicht über­legt hät­te, dass für so jeman­den wie mich hier auf der Welt kein Platz mehr sein soll (das Schlimms­te dar­an die Ver­mu­tung: Sie wol­len Dich in Wirk­lich­keit nicht wegen des Unge­spritzt­seins, son­dern des­halb nicht mehr, weil Du kri­tisch denkst, nicht gehor­sam bist, alles hin­ter­fragst, nicht dem Her­den­trieb gehorchst) … und das vier von fünf blei­er­nen Mona­ten sogar noch mit edlem Gene­se­nen­zer­ti­fi­kat zur Ver­tu­schung mei­nes Untermenschenstatus …

    Ich habe in Restau­rants, wo sich Geimpf­te unter sich wähn­ten, Sät­ze hören müs­sen, die ich nie ver­ges­sen wer­de (in kei­nem Fall aller­dings von den Wirts­leu­ten!). Ich gehe aller­dings wei­ter in die­se Restau­rants, seit ich wie­der darf. Ich gehe ein­fach gern essen (mein Luxus­gut, nicht Auto, nicht Klei­dung, kein teu­rer Sport usw.), ich möch­te ein­fach gut essen, solan­ge es noch Restau­rants gibt (es wer­den ja weni­ger, oft nur noch Fran­chi­sing-Fraß­bu­den) und das neh­me ich mir nicht auch noch selbst weg! 

    Es ist mir genug irrever­si­bel weg­ge­nom­men wor­den: Ver­trau­en in die Mecha­nis­men der Demo­kra­tie und der Gewal­ten­tei­lung, Ver­trau­en, dass das Gere­de über Anti-Dis­kri­mi­nie­rung ernst gemeint ist, dass die Gesell­schaft inklu­siv sein möch­te, Ver­trau­en in regu­lie­ren­de Instan­zen. Ich bin außer­dem seit Janu­ar kein Mit­glied der Kir­che in mei­nem Land mehr und bereue jeden Cent, den sie erhal­ten hat. Ich war in der Kir­che ein­mal eini­ger­ma­ßen zuhause … 

    Thea­ter wer­de ich wahr­schein­lich nie mehr von innen sehen. 

    Kinos viel­leicht schon …

    In Buch­hand­lun­gen wer­de ich mich immer an mei­nen letz­ten Ein­kauf in einer Buch­hand­lung vor dem Ende mei­nes Gene­se­nen­zer­ti­fi­kats erin­nern (es war kalt, grau, stür­misch, über dem Flak­turm am Ran­de der Innen­stadt türm­ten sich Wol­ken, in den Stra­ßen waren etli­che Kampf­hun­de unter­wegs, die Men­schen mach­ten einen Bogen um mich und wand­ten sich ab, im Laden sprang direkt beim Ein­tritt die Buch­händ­le­rin mich an „Ihr 2‑G-Zer­ti­fi­kat bitte!“). 

    Ich wer­de wie­der in Buch­hand­lun­gen gehen. Auch in die­se. Gute Bücher und gutes Fres­sen (eigent­lich in umge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge) sind wich­tig für mei­ne Über­le­bens­mo­ral. Ich wer­de guten Wein trin­ken, ich möch­te Wein­trin­ker sein wie Franz Josef Degen­hardt singt. Viel­leicht geht es ja noch ein paar Mona­te gut. Viel­leicht ein paar Jah­re – sagt der Opti­mist in mir. Der Pes­si­mist in mir träumt näch­tens von Erschie­ßun­gen und hofft mit sar­kas­ti­schem Grin­sen, dass mein Sohn eben zu jenen Glück­li­chen gehört, die sei­ne künf­tig irgend­wann erzwun­ge­ne ers­te, zwei­te, drit­te, n‑te BioNtech-Sprit­ze ohne Herz­mus­kel­ent­zün­dung über­ste­hen – mögen doch ande­rer Eltern Kin­der davon Scha­den neh­men, nicht meines!

    1. "Im Som­mer 1 (2020) habe ich es deut­lich gemerkt: Mit mir ist eigent­lich alles OK. Im Som­mer 2 (2021), in dem es kei­ne ech­ten Locke­run­gen (Fort­gel­ten von 3G, kaum Mas­ken­lo­cke­run­gen) gab, habe ich gemerkt: Mit mir wäre jeden­falls alles OK, wenn die­se eiser­ne Hand ihren Griff lockern würde.
      Im Win­ter 2021 dann nur noch das Gefühl: Mit mir hät­te in die­ser Welt alles OK sein kön­nen, wenn man sich nicht über­legt hät­te, dass für so jeman­den wie mich hier auf der Welt kein Platz mehr sein soll (das Schlimms­te dar­an die Ver­mu­tung: Sie wol­len Dich in Wirk­lich­keit nicht wegen des Unge­spritzt­seins, son­dern des­halb nicht mehr, weil Du kri­tisch denkst, nicht gehor­sam bist, alles hin­ter­fragst, nicht dem Her­den­trieb gehorchst) … und das vier von fünf blei­er­nen Mona­ten sogar noch mit edlem Gene­se­nen­zer­ti­fi­kat zur Ver­tu­schung mei­nes Untermenschenstatus …"

      @Himmelgrau
      Das kann ich kom­plett nachvollziehen.
      Bei mir hat sich aber auch noch die Erkennt­nis ein­ge­stellt, dass man mich auch die Jahr­zehn­te davor genau aus die­sen Grün­den (!! Kon­for­mis­mus, Aus­gren­zung von kri­tisch Den­ken­den) NOCH NIE HABEN WOLLTE. Somit hat mir die Coro­na-Kri­se gehol­fen, zu erken­nen, dass nicht ICH die Jah­re zuvor das Pro­blem war, son­dern die Gesell­schaft, in der ich leb­te. Meh­re Jah­re näm­lich hat­te man mir ver­kauft, dass ich das Pro­blem sei und ich hat­te meh­re­re Jah­re schwe­re Depres­sio­nen des­we­gen. Die Coro­na-Kri­se hat mir auch vie­les auf­ge­löst und mir ermög­licht, die Wirk­lich­keit noch kla­rer zu sehen. Man hat mich übelst mani­pu­liert und die gro­ße Mehr­heit wird immer noch manipuliert.

      1. @Getriebesand
        Auch da geht es mir ähnlich.
        Hat aller­dings auch im Lau­fe der Jah­re dazu geführt, daß mein 'Trotz' und mein inne­rer Wider­stand immer grö­ßer wurden.
        Ver­sucht also jemand, (immer mehr) Druck auf mich aufzubauen,
        erreicht er damit das abso­lu­te Gegen­teil. Ich kann nur Menschen
        respek­tie­ren und ach­ten, die mir eben­so mit Respekt und auf
        Augen­hö­he begeg­nen. Der Rest kann mir mal den Buckel runterrutschen.

        1. @Brian
          Da könn­ten wir uns direkt zusam­men­tun *lach* Ich spie­le in eini­gen Berei­chen das Spiel­chen auch schon vie­le Jah­re nicht mehr mit und reagie­re eigent­lich schon immer ableh­nend, auf Men­schen, die uneh­ren­haft agie­ren oder nicht auf­recht sind. Da ich das offen­bar sogar ohne Wor­te nach außen aus­strah­le, hat es schon öfters gekracht und bei den­je­ni­gen, die was zu sagen haben, bin ich eigent­lich immer sofort unten durch, es sei denn, das sind aus­nahms­wei­se mal inte­gre Men­schen. Die­se schät­zen mei­nen wachen Geist und mei­ne Ehr­lich­keit sehr. Kam aber in mei­nem Berufs­le­ben genau ein­mal vor.

  16. Selbst bei uns im Ruhr­pott sind die Mas­ken­trä­ger in der Mehr­heit, die Mas­ke wird nun auch lie­bend gern drau­ßen getra­gen. Was mich aber auch erschreckt ist, wie vie­le jun­ge Leu­te die Mas­ke frei­wil­lig tra­gen. Es kommt mir wie ein poli­ti­sches State­ment vor: Seht her, ich bin der Gute, soli­da­risch und auf­ge­klärt. Und ihr, die ihr die Mas­ke fal­len lasst, seid die Aso­zia­len, Nazis und Unsolidarischen.
    Ich mag mei­nen "Frei­gang" immer noch nicht in vol­len Zügen genie­ßen: Kino, Sau­na, Sport, Restau­rant. In die­ser Hin­sicht gebe ich Getrie­be­sand recht: Bes­ser frei­wil­lig ver­zich­ten, als wenn es einem ver­bo­ten wird.
    Ansons­ten ist es mir mitt­ler­wei­le herz­lich egal, dass ich manch­mal die ein­zi­ge mas­ken­lo­se in einem Geschäft bin und teil­wei­se auch unfreund­lich bedient wer­de. Mit die­ser Gesell­schaft bin ich fer­tig. Mir reicht es, dass in unse­rer Kli­nik die gan­zen Coro­na Regeln wei­ter auf­recht­erhal­ten wer­den, ich noch auf Post vom Gesund­heits­amt war­te und mitt­ler­wei­le hof­fe, dass mein Attest nicht aner­kannt wird und ich in die Arbeits­lo­sig­keit geschickt wer­de. Jeder Gang in die Kli­nik ist für mich ein Alb­traum, und jeder mas­ken­lo­se Gang in ein Geschäft löst ein kin­di­sches Gefühl in mir aus nach dem Mot­to: leckt mich alle am .… Dass ich mei­nem Chef jedes Mal einen alten nega­ti­ven Selbst­test vor­le­ge ist mei­ne klei­ne Rache! Noch hat man soviel Ver­trau­en zu mir, dass ich mor­gens ohne Auf­sicht tes­ten darf.
    @getriebesand: wo lebst du?

  17. Österreich, insbesondere Wien ist anders... Bei uns herrscht Maskenpflicht, und zwar FFP2 (!) in allen (!) Innenräumen!

    z.B.:
    Handel und körpernahe Dienstleistungen
    Im Handel gilt für Kund*innen weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht. Für Personal im gesamten Handel gilt die FFP2-Maskenpflicht überall dort, wo es zu einem direkten Kund*innen-Kontakt kommt.

    Bei körpernahen Dienstleistungen gilt für Kund*innen und Personal eine FFP2-Maskenpflicht.

    Freizeit- und Kultureinrichtungen
    In Theatern, Kinos, Kabaretts, Konzertsälen, Museen, Ausstellungen, Bibliotheken und Büchereien gilt im Innenbereich eine FFP2- Maskenpflicht.

    Wien - ein paar Beispiele gefällig:

    Gastronomie
    Hier gilt in Wien weiterhin die 2G-Regel. Die FFP2-Maskenpflicht gilt wieder abseits der Tische und für das Personal..

    Sport
    Für die Indoor-Sportausübung gilt in Wien weiterhin die 2G-Regel. Eine FFP2-Maskenpflicht gilt abseits der Sportausübung.

    Spitäler und Pflegeheime
    In Spitälern ist pro Patient*in 1 Besucher*in pro Tag möglich, es gilt die 2G+ Regel.
    Für Besucher*innen in Pflegeheimen gilt ebenfalls die 2G+Regel.
    Pro Patient*in sind pro Tag 2 Besucher*innen möglich.

    Über die gesamte Dauer des Besuches ist eine FFP2-Maske zu tragen.

    Anm.: 2G+ bedeutet: vollständig geimpft oder genesen und zusätzlich PCR-getestet. Wenn nachweislich kein PCR-Test verfügbar ist, reicht auch ein Antigen-Test.

    Kinder und Jugendliche
    Für Bereiche, in denen für Erwachsenen eine G-Regel gilt, gelten für Kinder folgende Regeln:

    Bis zum Alter von 5 Jahren gibt es keine Zutrittsregeln.
    Für Kinder von 6 bis 12 Jahren (plus maximal 3 Monate) gilt die 3G-Regel. PCR-Tests gelten 48 Stunden und Antigen-Tests gelten 24 Stunden. Ein vollständig ausgefüllter „Ninja-Pass“ gilt auch am Wochenende.
    Für Kinder von 12-15 Jahren gilt die 2,5G-Regel (geimpft oder genesen oder PCR-getestet). Für diese Altersgruppe gelten PCR-Tests 48 Stunden. Der „Ninja-Pass“ gilt nicht als Eintrittstest, jeder PCR-(Schul-) Test gilt einzeln für sich.
    Nach Ende der Schulpflicht gelten für Jugendliche dieselben Regelungen wie für Erwachsene.

    Quelle: https://coronavirus.wien.gv.at/neue-corona-regeln/

    So viel zur (neuen?) Normalität 🙁

    Viele Grüße
    Der Ösi

    1. Mei­ne Fresse!

      Ich bin auch ohne das kurz vor dem Amoklaufen.

      Aller­dings habe ich mir nie­mals irgend­wel­che Illu­sio­nen über mei­ne Mit­men­schen der Aka­de­mi­ker­klas­se gemacht: mich hat man damals sei­ner­zeit als Sput­nik­schock Arbei­ter­kind auf dem Gym­na­si­um bei­nah in den Selbst­mord gemobbt.

      Inso­fern bestä­ti­gen die letz­ten zwei Jah­re mein dun­kel­düs­te­res Welt­bild und die befürch­te­te Retrau­ma­ti­sie­rung bleibt aus. Wegen Wut. 

      @Getriebesand: die nächs­te halb­wegs anstän­di­ge Knei­pe auf­su­chen, an die The­ke set­zen und zuhören. 

      Ich habe auch schon mit dem Gedan­ken gespielt, eine Selbst­hil­fe­grup­pe für Impf­mob­bing­op­fer zu gründen.

    2. @Der Ösi: Ich bin mehr­mals im Jahr in Wien und hat­te immer den posi­ti­ven Ein­druck, dass sich, trotz stren­ger Maß­nah­men, die Men­schen in Wien nach eini­ger Zeit nicht mehr so recht an die Regeln hal­ten – aber viel­leicht täuscht das, wenn man nur ab und zu da ist.
      So bin ich im "Lock­down für Unge­impf­te" – ein­fach, weil ich nicht dar­an gedacht habe – in ein Ein­zel­han­dels-Geschäft gegan­gen, habe mich umge­schaut und etwas gekauft – und nie­mand hat mich nach einem Nach­weis für eine Imp­fung gefragt. Mir ist das zum Glück auch erst hin­ter­her auf­ge­fal­len – ich hät­te ja noch nicht ein­mal durch die Stadt schlen­dern dürfen.
      Bei uns wäre man in kein Geschäft gekom­men, weil alle bereits am Ein­gang kon­trol­liert haben und gro­ße Hin­weis­ta­feln dort standen.

  18. In Dank­bar­keit die­ses Blogs, der mich durch die­se her­aus­for­dern­de Zei­ten mit getra­gen und gestärkt hat, kommt es mir bei­na­he komisch vor, fol­gen­de Fra­ge zu schrei­ben: Wel­che "Nor­ma­li­tät"? Unse­re Kin­der wer­den in Ber­lin nach wie vor 3x in der Woche in der Schu­le zwangs­ge­tes­tet, nach den Oster­fe­ri­en wie­der täg­lich (!); das Mas­ken tra­gen wird in den Schu­len wei­ter­hin nahe­ge­legt – wie­viel Druck da aus­ge­übt wird, kommt sicher­lich ganz auf das päd­ago­gi­sche Per­so­nal an; Gre­mi­en­ar­beit und Eltern­ge­spräch in der Schu­le unter­ste­hen der 3G-Regeln; in den Bür­ger­äm­tern in Ber­lin besteht wei­ter­hin Mas­ken­pflicht – auch wenn 3G weg­ge­fal­len ist; in Arzt­pra­xen auch; in den Ber­li­ner ÖPNV besteht eben­so wei­ter­hin Mase­ken­pflicht; freie Bewe­gung inner­halb der EU ist wei­ter­hin nur begrenzt mög­lich bzw. unter Vor­la­ge eines 3G-Nach­wei­ses; vie­le Tref­fen fin­den nach wie vor Online statt, weil vie­le Geimpf­te aktu­ell tat­säch­lich krank sind, einen posi­ti­ven Test haben oder ein­fach wei­ter­hin gro­ße Angst vor "Coro­na" haben; vie­le Men­schen ste­hen wei­ter­hin unter Druck, sich "imp­fen" zu las­sen, dar­un­ter nicht nur jene, die wegen der ein­rich­tungs­be­zo­ge­ne Impf­pflicht, dazu ver­pflich­tet wur­den – Mob­bing "Unge­impf­ter" an der Tages­ord­nung; Ber­li­ner Par­tei­tag von Die PARTEI mit Mas­ken­pflicht, obwohl der Ver­an­stal­tungs­ort nur das Tra­gen einer Mas­ke emp­fiehlt; der COVID-Pass ist noch nicht abge­schafft… Die Lis­te könn­te gefühlt end­los wei­ter­ge­hen – lei­der! Die uns nun ver­gönn­ten "klei­nen" Frei­hei­ten, wenn nicht geimpft oder mit abge­lau­fe­ne Sta­tus zwei­fach Geimpf­te füh­len sich wie ein Kre­dit auf Zeit an. Es ist nicht vor­bei. Klei­ner Schwenk:
    In Athen müss­te heu­te der 20.Tag des Hun­ger­streiks des sus­pen­dier­ten Gesund­heits­per­so­nals sein. Seit Mit­te Sep­tem­ber 2021 ist eine Impf­pflicht für im Gesund­heits­be­reich Täti­ge in Kraft: wenn die­se Men­schen nicht sel­ber gekün­digt haben, sind sie sus­pen­diert, ver­die­nen 0 Euro und dür­fen kei­ne ande­re Tätig­keit auf­neh­men. Aktu­ell wur­de beschlos­sen, dass die Sus­pen­die­rung bis Ende 2022 auf­recht­erhal­ten wird – des­we­gen der Hun­ger­streik, weil die­se Men­schen und Fami­li­en "eh hun­gern"! In Grie­chen­land gilt die 3G-Regel auch für das Betre­ten einer Bank und vie­le, gera­de älte­re Men­schen, sind auf den Bank­schal­ter ange­wie­sen. Da es kei­ne kos­ten­lo­sen Tests gibt, bedeu­tet das im Zwei­fel 8–10 Euro für einen Gang zur Bank, für die vie­len Leu­te auf dem Land noch die Kos­ten für die Fahrt in die Klein­stadt von mög­li­cher­wei­se 300 Euro im Monat zum Leben. Die Strom­prei­se haben sich bereits 2021 ver­dop­pelt. Immer­hin wur­de die Straf­zah­lung von 100 Euro/Monat für Unge­impf­te ber 60jährige aus­ge­setzt. Nun hat Grie­chen­land auch noch mit der FFP2-Mas­ken­pflicht nach­ge­zo­gen! Ent­eig­nung, Ver­ar­mung, Unter­drü­ckung schrei­ten wei­ter vor­an. Ein Bei­spiel aus mei­ner Fami­lie: Vor der Pan­de­mie für täg­li­ches Arbei­ten (Put­zen für ein Sub­un­ter­neh­men eines grö­ße­ren Unter­neh­mens) ohne frei­en Tag: 400 Euro, jetzt: 90 Euro. Es ist nicht vorbei.
    Wenn ich täg­lich mit den schwe­ren Impf­ne­ben­wir­kun­gen und Aus­wir­kun­gen (die es ja nicht gibt!) in mei­ner Fami­lie seit März 2021 und allen wei­te­ren im wei­te­ren Ver­lauf von 2021 kon­fron­tiert bin, sehe ich auch kei­ne Nor­ma­li­tät. Es ist nicht vorbei.
    Par­al­lel zu all dem berich­ten mir mei­ne Freun­de in Anda­lu­si­en schon seit Mona­ten von einem rela­tiv nor­ma­len Leben ohne G‑Nachweise, von gro­ßen Zusam­men­künf­ten, Work­shops ohne Abstand und Masken.
    Ich brau­che wei­ter­hin Leu­te um mich, die das, was war und ist und sein wird, falsch fin­den und nach Alter­na­ti­ven suchen, Wege in eine für alle lebens- und lie­bens­wer­te­re Zukunft ent­wi­ckeln, aber auch jetzt schon punk­tu­ell ermöglichen.
    Dan­ke, für die­sen Blog!
    Von all dem abge­se­hen, ver­ste­he und erle­be ich das auch, dass ich plötz­lich mehr "darf" und es kaum glau­ben kann, weil ich auch weiß, dass eine nächs­te Ver­ord­nung mir das auch alles wie­der neh­men kann.

  19. Es geht um das sozi­al Erwünsch­te. Vie­le Men­schen haben ein inne­res und äuße­res Social Cre­dit Sys­tem und wür­den com­pu­ter­ge­stütz­te Doku­men­ta­ti­on des­sel­ben sogar begrüßen. 

    Frü­her mal hat man in Schu­len mit Fleiß­zet­teln gear­bei­tet, die konn­te man dann ab einer bestimm­ten Men­ge in ein Bild umtauschen.

    In städ­ti­schen Berei­chen wird das offen­siv signa­li­siert; Wir "emp­feh­len .… frei­wil­lig .…" bis zur Lüge, es gäbe noch Maskenpflicht.

    Mar­cel Luthe geht dan­kens­wer­ter­wei­se dage­gen vor.

    https://​www​.ber​li​ner​-zei​tung​.de/​n​e​w​s​/​s​t​r​e​i​t​-​u​m​-​m​a​s​k​e​n​-​u​n​d​-​3​g​-​k​u​n​s​t​h​o​c​h​s​c​h​u​l​e​-​w​e​i​s​s​e​n​s​e​e​-​l​e​n​k​t​-​e​i​n​-​l​i​.​2​2​1​550

    Hier in Frank­furt sind die Kin­der, was ich sehen kann, zu 90 Pro­zent mas­ken­be­freit. Der Rest hat Eltern, die ich nicht hät­te haben wol­len und hat ein Pro­blem, die Mas­ken abzulegen.

    Die Ver­käu­fer waren zuerst mas­ken­be­freit, wur­den dann wohl von Kun­den des­we­gen ange­macht, und tra­gen zu einem gro­ßen Teil wie­der Mas­ke – nicht alle.

    In Geschäf­ten kommt es sehr dar­auf an, wer gera­de ein­kauft. Die Con­sul­tants abends um 22 Uhr tra­gen Maske.

    Ich arbei­te mit Grup­pen, die ich vor­her nicht ken­ne. Da ist immer eine non­ver­ba­le und teil­wei­se ver­ba­le Anfangs­pha­se wie die Ein­zel­nen zur Mas­ke ste­hen. Ich set­ze immer, wenn ich jeman­dem aus irgend einem Grund nahe kom­me, die Mas­ke auf, sage aber gleich­zei­tig dazu, dass ich kei­ne Angst habe, Nach ein paa­re Tagen ist das dann kein The­ma mehr und alle haben sich sicht­lich entspannt. 

    Ich sage auch , dass ich nicht geimpft bin (obwohl das nie­man­den etwas angeht), wenn das Gespräch dar­auf kommt, erklä­re mei­ne per­sön­li­che Ent­schei­dung und akzep­tie­re ande­re Entscheidungen.

  20. @D.D.
    Man hät­te das Ende der Maß­nah­men auch in Deutsch­land bewusst 'fei­ern' müs­sen! Ritua­le, wie der soge­nann­te 'free­dom day' (von der Wort­wahl her abso­lut unglück­lich gewählt, ich fin­de, man hät­te es ein­fach 'Ende der Maß­nah­men' nen­nen sol­len) tra­gen dazu bei, dass Men­schen Din­ge ver­ar­bei­ten. Auch wenn man mit einem Ritu­al natür­lich nie­mals alles ver­ar­bei­ten kann, aber so setzt es wenigs­tens ein Zei­chen. In Deutsch­land blieb die­ses Ritu­al aus, weil das 'Fei­ern' ange­sichts ster­ben­der Men­schen (die Men­schen ster­ben seit Tau­sen­den von Jah­ren…) mal wie­der unso­li­da­risch, mora­lisch ver­pönt und jeg­li­che emo­tio­na­le Reak­tio­nen ja sowie­so ver­pöhnt sind in die­sem Land…

    Ich hat­te auch vor, mei­ne Mas­ken zu ver­bren­nen, bis ich wie­der ins Über­le­gen kam, weil mich die Stadt­ver­wal­tung ein­schließ­lich aller Kul­tur­ein­rich­tun­gen wei­ter­hin nicht ohne Mas­ke rein lässt, dazu muss ich zu Ostern Bahn fah­ren und die­se ver­lan­gen auch eine MAs­ke. Wie ich ges­tern sah, aber bei­de 'nur' eine All­tags­mas­ke. Somit wer­de ich even­tu­ell heu­te zumin­dest die gelö­cher­te FFP2-Mas­ke ver­bren­nen. Viel­leicht mache ich vor­her noch ein Foto zur Doku­men­ta­ti­on, damit man die Innen­sei­te sieht, auf der ich die 2. + 3. Lage Stoff raus­ge­schnit­ten hat­te, damit ich über­haupt atmen konn­te. Das Coro­na-The­ma hängt momen­tan wie eine schwar­ze Wol­ke an Trau­rig­keit über mir. Ich füh­le mich unglaub­lich ver­letzt durch die letz­ten zwei Jah­re, aber in der Öffent­lich­keit wird nichts ange­spro­chen, statt­des­sen wird sogar noch bedau­ert, wie schlimm es sei, dass kei­ne Impf­pflicht kom­me und sich tat­säch­lich Men­schen erdreis­ten, ohne Mas­ke umher­zu­lau­fen. Wenn ich es in der Fami­lie anspre­che, heißt es nur, ich sol­le doch froh sein, dass ich wie­der über­all rein­dürf­te, aber die emo­tio­na­le Käl­te sei­tens der Fami­lie ken­ne ich bereits und die­se ist mei­ner Mei­nung nach maß­geb­lich dafür, dass so vie­le Men­schen in Deutsch­land abge­stumpft sind – es herrscht eine emo­tio­na­le Käl­te, die man allen­falls durch Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen und Min­der­hei­ten­rech­te auf dem Papier auf­zu­wie­geln ver­sucht. Wie­so leben die Deut­schen nicht ein­fach mal Mensch­lich­keit und Herz­lichh­keit? Geht nicht, da bekom­men sie direkt ein schlech­tes Gewis­sen oder sowas in der Art. 🙁

    Die Rea­li­tät, die es vor­her gab, ist für mich gestor­ben, denn ich habe erkannt, dass sie nur eine Illussi­on war. Ich habe erkannt, dass mich mein Staat Jahr­zehn­te lang über die Grund­rech­te und die Sicher­heit und den Wohl­wol­len in die­sem Staat betro­gen und belo­gen hat. Ich habe erkannt, wie naiv ich war, zu glau­ben, dass zumin­dest das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf der Sei­te der Wahr­heit und Gerech­tig­keit wäre. Dass die Jus­tiz nicht mehr unab­hän­gig ist, ist eins der schlimms­ten Erleb­nis­se für mich, da ich immer den Glau­ben an eine Art Gerech­tig­keit durch die Jus­tiz hat­te. Und natür­lich habe ich das Grund­ge­setz 'ernst' genom­men. Ich ken­ne diver­se Urtei­le dar­über, habe mich aus­bil­dungs­be­dingt auf juris­ti­scher Ebe­ne recht inten­siv damit aus­ein­an­der­ge­setzt – um dann in der Rea­li­tät zu erfah­ren, dass dies alles nur Gewäsch war. Der Schock saß damals tief und an der Stel­le wer­de ich nie wie­der zu Ver­trau­en gegen­über dem Staat zurück­fin­den. Nie wie­der. Und ich hiel­te es sogar für unklug, das jemals wie­der zu tun.

    Mei­ne gute Mei­nung über bzw. die Wich­tig­keit der Wis­sen­schaft und der nai­ve Gedan­ke, dass Wis­sen­schaft­ler objek­tiv und sach­lich sei­en, ist eben­falls gestor­ben. Da hat sich mei­ne Mei­nung fast um 180 Grad gedreht. Ich emp­fin­de Abscheu, wenn ich an die meis­ten Wis­sen­schaft­ler den­ker und 'die Wis­sen­schaf­ten' an sich. Wie die sich haben miss­brau­chen las­sen für die poli­ti­sche Sache und den eige­nen beruf­li­chen Auf­stieg und das Anse­hen – abscheu­lich. Auch die Wis­sen­schaft wird für mich zukünf­tig größ­ten­teils nicht mehr dazu die­nen, mein Welt­bild im Lot zu hal­ten. Allen­falls das Wis­sen, was ich mir wei­ter­hin selbst erar­bei­te und in mei­nem Welt­bild auswerte. 

    Mei­ne 'Nor­ma­li­tät' hat sich dahin­ge­hend geän­dert, dass ich vom 'außen' ins 'innen' gerückt bin und mir die Sta­bi­li­tät nun mehr ver­su­che, im inne­ren her­zu­stel­len, da der Rechts­staat und die Wis­sen­schaf­ten nicht mehr als Sta­bi­li­täts­ge­ber tau­gen. Men­schen haben mir noch nie zur Sta­bi­li­tät getaugt und durch die Coro­na-Kri­se sind mir auch noch fast alle mei­ner weni­gen Kon­tak­te weg­ge­fal­len. Auch da hat sich gezeigt, dass auf die meis­ten Men­schen kein Ver­lass ist, weil sie lie­ber der Her­de hin­ter­her­ren­nen, als auf­recht zu sich selbst und ihren Freun­den zu sein. Scheußlich. 

    So habe ich doch durch die­se Kri­se gelernt, dass ich auf mich selbst ver­trau­en kann. Dass ich mein Cre­do, das ich schon immer hat­te, näm­lich auf­recht zu leben, größ­ten­teils ein­lö­sen konn­te. An kei­nem Tag hat­te ich den Ein­druck, mir nicht mehr im Spie­gel in die Augen sehen zu kön­nen bzw. mich nicht mehr im Spie­gel zu erken­nen. An vie­len Tagen war ich vor Scham und Ver­zweif­lung und Trau­rig­keit ganz unten, aber nie­mals habe ich mich selbst auf­ge­ge­ben und ent­mensch­licht und von mir selbst abgespalten.
    Wenn ich die­ses Ver­hal­ten auch in ein grö­ße­res Lebens­kon­zept rüber­ret­ten könn­te, wäre viel gewon­nen. Ich wäre auch im All­tag ger­ne unab­hän­gig von Groß­kon­zer­nen, Arbeit­ge­bern usw. Dass das mit Ent­beh­run­gen ein­her­geht, ist klar. Wäh­rend der letz­ten zwei Jah­re habe ich die Ent­beh­run­gen auch über­legt, somit macht es doch Hoff­nung – viel­leicht schaf­fen wir es doch, uns ein ganz ande­res Leben auf­zu­bau­en, in dem es wie­der dar­um geht, stim­mig mit sich selbst zu leben. Zumin­dest für die­je­ni­gen, die das wünschen.
    Ich möch­te nicht mehr in die Welt zurück, in der Men­schen und alles gezählt, bewer­tet und in Zah­len umge­setzt wird. In der es immer nur um schnel­ler, bes­ser, mehr geht. Aber die­se Welt haben wir ja schon längst wie­der und noch fällt es mir schwer, sich davon zu distan­zie­ren. Ich wünsch mir so sehr, dass es uns gelin­gen wird, etwas par­al­lel dazu auf­zu­bau­en. Ein Leben, bei dem die Mensch­lich­keit und Wohl­wol­len im Mit­tel­punkt ste­hen und nicht Tech­no­kra­tie, Leis­tung, Geld, Macht usw.

  21. @aa
    Ja, es kann echt anstren­gend sein, Gewohn­hei­ten nach 2 Jah­ren inten­si­ver Übung ein­fach auf­zu­ge­ben. Für mich als Kon­su­men­ten Ihrer Pres­se­schau zum Zwe­cke der Infor­ma­ti­on außer­halb der Staats­me­di­en hat sich mit RT ein wür­di­ger Ersatz für die nächs­te durchs Dorf getrie­be­ne Sau gebo­ten. Ansons­ten hat­te ich mir Mit­te 2020 zur Coro­na Gewohn­heit gemacht, nicht mehr zu rau­chen. Das ist dann wohl eine Gewohn­heit, die ich nicht unbe­dingt wie­der auf­ge­ben muss.

  22. Ja, die Lis­te der Din­ge an denen ist in die­ser hoff­nugs­los rück­stän­di­gen Gesell­schaft man­gelt ist lang. Sehr lang.

  23. Ich sehen es auch im täg­li­che Leben, dass die meis­ten Men­schen die Mas­ke wei­ter­hin aufsetzen.
    Ein klei­ner Teil wird sicher­lich den Rest des Lebens damit umherirren!
    Eine etwas grö­ße­rer Teil ist ein­fach noch zu kon­di­tio­niert auf die Mas­ke, um sie abzulegen.
    Ein eben­falls nicht zu ver­ges­se­ner Teil trägt die Mas­ke aus Angst vor Dis­kus­sio­nen mit der ers­ten Gruppe .
    Ich akzep­tie­re jeden bzgl. sei­ner Ent­schei­dung, Grup­pe 2 und 3 hof­fe ich zu hel­fen und Mut zu machen es mir gleich zu tun, indem ich mit gutem Bei­spiel mas­ken­frei vor­an gehe.
    Ich bin auf even­tu­el­le Dis­kus­sio­nen ein­ge­stellt und habe davor kei­ne Angst.
    Inter­es­san­ter­wei­se ist es in der ers­ten Woche noch zu kei­ner ein­zi­gen Pöbe­lei gekom­men, das hat­te ich anders erwartet.
    Ich erfreue mich an den lei­der noch weni­gen Men­schen, die ohne Mas­ke mei­ne Wege kreu­zen. Ab und zu lächelt und nickt man sich wis­send zu, das tut unglaub­lich gut.

  24. Ich habe ja die 2 Jah­re weit­ge­hend unter dem Radar ver­brin­gen kön­nen (in einer klein­städ­tisch bzw. eher länd­lich gepräg­ten Umge­bung fällt das rela­tiv leicht: zumal mit "Heim­bü­ro").

    Ges­tern war ich erst­mals seit Okto­ber 2020 wie­der (aus Neu­gier) des Abends in einem Pub und konn­te fest­stel­len, dass noch etwa 10% der Gäs­te beim Ein­tritt mas­kiert waren – aller­dings 100% des Bedie­nungs­per­so­nals (außer hin­ter dem Tresen).
    Für bei­de Grup­pen emp­fand ich ein gewis­ses Gefühl des Mitleids.

    Beim Ein­kauf dürf­te ich als Unmas­kier­ter (bis­her) in der Min­der­heit gewe­sen sein – aber das hat mich (bis­her) nicht gestört. Nicht ein­mal, als ich hin­ter eini­gen Per­so­nal­mas­ken einen tadeln­den Blick erkannt zu haben glaubte.

    Einem "Crash­test" beim Besuch einer Kul­tur­ver­an­stal­tung sehe ich äußerst gelas­sen ent­ge­gen, es sei denn, dass man mir dies per Haus­recht unter­sa­gen sollte. 

    Etwas Bam­mel habe ich noch vor einer Sze­ne in einem der weni­gen Restau­rants in das ich immer ger­ne gegan­gen bin – und das ich in 2 Jah­ren sehr ver­misst habe. Urig, mit­ten im Wald: aber laut Home­page besteht man immer noch auf 3G(!) [Wirt betrach­tet sich wohl als vulnerabel].

    Ich kann sowohl den gelas­se­nen Prag­ma­tis­mus(?) + Geduld von @aa, als auch die Ver­zweif­lung von @Getriebesand nach­voll­zie­hen (wobei ich eher zu ers­te­rem ten­die­re) – die Ein­stel­lung der "Mehr­heits­ge­sell­schaft" aller­dings nur dann, wenn ich (wie, eher zufäl­lig, ges­tern) Mit­hö­rer von 5 Minu­ten Radio­nach­rich­ten (eines unbe­deu­ten­den Lokal­sen­ders mit dem ver­rä­te­ri­schen Namen: https://​www​.die​-neue​-wel​le​.de/) wur­de:
    2 Minu­ten Ukraine+Geflüchtete, eine Minu­te (Lokal-)Unfälle et al und vor dem Wet­ter war noch Zeit für 2 Minu­ten Mas­ken + "ver­ant­wor­tungs­vol­les Verhalten"-Aufrufe: die nex­te "Wel­le" kommt bestimmt.

    Last, but not least: im recht­gläu­bi­gen gaga­ga-Umfeld (man­chen Ver­wand­ten und Bekann­ten ent­kommt man ja nicht ganz) glau­be ich eine Flucht-Allee aus der kogni­ti­ven Dis­so­nanz fest­ge­stellt zu haben:
    Fast alle sind trotz "voll­stän­di­gem G" auch (sym­pto­ma­tisch) "gene­sen", füh­ren ihr (nicht-inten­si­ves) Über­le­ben (nur) dar­auf zurück und erklä­ren, dass sie nur wegen "Omic­o­ro­na" (gegen die der "Pieks" zuge­ge­be­ner­ma­ßen ja nix nützt) "infi­ziert" gewe­sen sei­en (das ist die Vari­an­te, deren Heim­tü­cke es sogar durch FFP2-Mas­ken schafft – die man aber wegen der wei­ter dräu­en­den Gefahr, "Del­takron", trotz­dem tra­gen sollte).

    Pro­gno­se: der Wahn­sinn wird, wenn über­haupt, frü­hes­tens in 10 Jah­ren eini­ger­ma­ßen auf­ge­ar­bei­tet sein.

  25. Bereits neu­lich habe ich geschrie­ben, dass ich in die­sem Land NIE wie­der ent­spannt wer­de leben kön­nen. Das ist auch nicht ein­fach nur so dahin­ge­sagt. Ich habe erlebt, zu was Men­schen fähig sind, wenn man sie lan­ge genug einer Gehirn­wä­sche unter­zieht. Es kann jeder­zeit wie­der pas­sie­ren. Im letz­ten Jahr ist viel in mir gestorben 🙁

    Was nun die unsäg­li­chen Mas­ken angeht : Ich kann bis zu einem gewis­sen Grad gera­de noch ver­ste­hen, dass es ängst­li­che Men­schen gibt, die tat­säch­lich glau­ben, sie schüt­zen sie vor Krank­heit oder Tod.
    Bei den meis­ten aller­dings dürf­te das nicht so sein. Sie betrach­ten sich m. E. als die "Guten" und mora­lisch Über­le­ge­nen. Es macht mir Angst, wenn ich sehe, dass sie sich immer noch die­sem Sinn­bild der Ernied­ri­gung und Unter­wer­fung frei­wil­lig unterordnen.

    Es macht mich auch fas­sungs­los, wie­vie­le Schul­lei­ter, Eltern und SMVen sub­ti­len Druck aus­üben, damit die Schü­ler sich wei­ter mas­kie­ren. Bei uns ste­hen die Oster­fe­ri­en vor der Tür. Danach soll auch end­lich die Test­pflicht an den Schu­len weg­fal­len. Viel­leicht kehrt dann wie­der ein Stück Nor­ma­li­tät ein? 

    Ich habe ver­gan­ge­ne Woche zu eini­gen Schü­lern gesagt : "Ich wür­de so ger­ne wie­der euer Lächeln sehen".
    Sie haben sich sicht­lich dar­über gefreut, die Mas­ke abzu­neh­men, wenn auch nur für die­sen kur­zen Moment.

    In die­sen zwei Jah­ren wur­de sehr viel, was unse­re "Mensch­lich­keit" aus­macht, auf dem "Coro­na-Altar" geop­fert. Wir haben alle Wun­den davon­ge­tra­gen. Viel­leicht kön­nen die tie­fen Grä­ben in die­ser Gesell­schaft irgend­wann über­wun­den wer­den . Aber nur, wenn man uns "Trau­er­ar­beit" erlaubt. Ich fürch­te aber, dass unse­re Regie­rung die Spal­tung die­ser Gesell­schaft wei­ter vor­an­trei­ben wird.

    1. "In die­sen zwei Jah­ren wur­de sehr viel, was unse­re "Mensch­lich­keit" aus­macht, auf dem "Coro­na-Altar" geop­fert. Wir haben alle Wun­den davon­ge­tra­gen. Viel­leicht kön­nen die tie­fen Grä­ben in die­ser Gesell­schaft irgend­wann über­wun­den wer­den . Aber nur, wenn man uns "Trau­er­ar­beit" erlaubt. "

      @mare
      Ich stim­me Ihnen zu 100% zu! Ich glau­be auch, dass die­se Art von Trau­er­ar­beit unglaub­lich wich­tig ist. Doch ganz schnell wird man ver­ächt­lich gemacht. Dann kommt die Kriegs-Keu­le und dass wir uns nciht so anstel­len soll­ten. Genau so ist es auch nach dem 2. WK gelau­fen: Man hat alles weg­ge­wischt, so gut wie NICHTS auf­ge­ar­bei­tet. Her­aus­ge­kom­men sind gefühls­kal­te, ent­frem­de­te Men­schen, die ihren Kin­dern oft emo­tio­nal nichts mit­ge­ben kön­nen und das sind dann die Tech­no­kra­ten von heu­te geworden.
      Die Deut­schen schä­men sich sehr für ihre Gefüh­le. Und 'schwach' darf man in die­sem Land schon gar nicht sein. Wer jetzt äußert, dass er ver­zwei­felt ist und Trau­er emp­fin­det, ob der Situa­ti­on läuft Gefahr, ein wei­te­res Mal atta­ckiert und aus­ge­schlos­sen zu wer­den – auch aus den eige­nen Rei­hen. Ich ris­kie­re es trotz­dem, weil ich mir ziem­lich sicher dar­in bin, dass es not­wen­dig ist, die Trau­er zu ver­ar­bei­ten. Nie­mand hat einem vor­zu­schrei­ben, wor­über man Trau­er emp­fin­den darf und wor­über nicht. Wenn die Gesell­schaft nicht bereit ist, zu trau­ern und Gefüh­le zu bear­bei­ten, dann wür­de ich zumin­dest alle ande­ren ermu­ti­gen, die eige­nen Gefüh­le ernst zu neh­men und für sich selbst zu trau­ern oder hier in die­sem geschütz­ten Rah­men. Trau­ern ist mensch­lich. Sich nach zwei Jah­ren die­ses abso­lu­ten Irr­sinns ver­wun­det zu füh­len, IST MENSCHLICH! Wür­den wir uns nicht ver­wun­det füh­len, wären wir kei­ne Men­schen, son­dern Robo­ter. Das ist mei­ne Meinung. 

      Ich fin­de es sehr gut, dass wir hier den Raum bekom­men, über das zu spre­chen, was die Maß­nah­men und vor allem die momen­ta­ne gesell­schaft­li­che Situa­ti­on mit uns machen. Ein ganz gro­ßer Dank an Herrn Aschmoneit!!!

    2. @mare: Ich fürch­te, Trau­er­ar­beit reicht nicht, es muss Schat­ten­ar­beit sein. Wir haben sehr vie­le, auch alte ererb­te Schat­ten denen wir ins blut­un­ter­lau­fe­ne Auge schau­en und die Hand rei­chen müs­sen. Sie gehö­ren zu uns, wir kön­nen sie nicht ver­ste­cken und wir müs­sen ler­nen, sie anzu­er­ken­nen und zu respektieren.

  26. Ich hat­te das Glück, dass ein für März 2020 gebuch­tes und mehr­mals ver­scho­be­nes Kon­zert just auf dem­Free­dom Day 3. April zu lan­den kam. Also ich war da, habe Mas­ke, Tes­ten, Kon­takt­er­fas­sung alles weg­ge­las­sen. Ob der Ein­lass blöd geguckt hat, konn­te ich nicht erken­nen, der war mas­kiert. Aber gemuckt hat er nicht. Die Hälf­te der Gäs­te oder mehr waren noch mas­kiert. Aber kei­ner hat gemo­sert. Ist mir recht so.
    Die Stim­mung im Kon­zert war aus­ge­las­sen und der Künst­ler in Hoch­form. Ich habe die gan­ze Zeit gedacht: Hof­fent­lich ist der nicht gepiekst und erlei­det auf der Büh­ne einen Herzinfarkt.
    Mir hat es gefal­len. Trotz­dem zöge­re ich nun, Kar­ten für künf­ti­ge Kon­zer­te zu erwer­ben. Ich weiß ja nicht, unter wel­chen Schi­ka­nen die dann statt­fin­den werden.
    Hier übri­gens ein musi­ka­li­scher Kom­men­tar von Mela­nie Haupt über Poli­ti­ker als Thea­ter­gäs­te in Zukunft:
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​o​Y​P​T​D​J​Q​i​ltw

  27. Das auch Kri­ti­ker Schwie­rig­kei­ten haben, aus der Pan­de­mie raus­zu­kom­men hat ver­mut­lich auch mit zwei ande­ren Din­gen zu tun: Bedeu­tungs­ver­lust und Rat­lo­sig­keit. —— Bedeu­tungs­ver­lust: Wer sich inten­siv mit den rele­van­ten The­men beschäf­tigt hat und im Wider­stand aktiv war, hat die­se Akti­vi­tä­ten als bedeut­sam erlebt. Das "nor­ma­le Leben" davor war ver­gleichs­wei­se leer und unbe­deu­tend. —— Rat­lo­sig­keit: Wie soll es wei­ter­ge­hen? Ein­fach so "alte Nor­ma­li­tät", als wäre nichts gewe­sen, geht weder pri­vat noch öffent­lich. Öffent­lich weil die Insti­tu­tio­nen ja fleis­sig wei­ter mit Pan­de­mie­bas­teln beschäf­tigt sind (Pan­de­mie­in­sti­tut, WHO-Ver­trag, EU usw.). Pri­vat weil sich die Erleb­nis­se, wie sich Freun­de, Bekann­te und Ver­wand­te ver­hal­ten haben ja nicht ein­fach ver­ges­sen las­sen, schon gar­nicht, wenn man ver­hin­dern will das das wie­der passiert.

  28. Ges­tern Abend war ich mit­ten in einem Fein­staub­mas­kenhot­spot im Super­markt. Da hat­te ich meh­re­re Mas­ken­er­leb­nis­se und habe auch über Ent­zug nach­ge­dacht, es ist mal wie­der typisch coro­dok und ein biss­chen magic, dass hier schon ein Arti­kel und wie immer so vie­le inter­es­san­te und mir auch aus dem Her­zen spre­chen­de Kom­men­ta­re sind.

    Gut:
    Als ich ohne Mas­ke bei der Kas­se ankam, wur­de ich von dem mas­ken­lo­sen Kas­sie­rer bereits von wei­tem ange­strahlt und er teil­te mir mit, wie froh er sei, end­lich wie­der ech­te Gesich­ter zu sehen. Vie­le mer­ken erst jetzt lang­sam, wie bedrü­ckend es war. 

    Unheim­lich:
    Eine Frau vor mir in der Schlan­ge schau­te mehr­mals ner­vös zwi­schen mir und dem Boden mit den Abstands­auf­kle­bern hin und her. Im Gegen­satz zu den armen Klein­kin­dern kann ich non­ver­ba­le Signa­le gut lesen und ver­grö­ßer­te die Distanz. Ich zog es aber vor, ein biss­chen ernst zu gucken und sah ver­wun­dert, dass sie sich dar­auf­hin wand, mehr­mals ver­stoh­len den Blick­kon­takt such­te und sich fast ent­schul­digt hät­te. Damit hat­te ich nicht gerech­net, es war mir per­sön­lich auch total egal, aber über das, was so in den Köp­fen vor­geht, sagt es ja auch eine Men­ge aus. Mir waren letz­tes Jahr bereits Nach­rich­ten über durch­ge­führ­te "Imp­fun­gen" im mur­meln­den Ton­fall, teils sogar mit gesenk­ten Köp­fen mit­ge­teilt wor­den. Dabei wuss­ten alle, dass ich ihnen nicht rein­re­de. Da dach­te ich auch schon, irgend­wie ahnen man­che so ganz tief innen drin, dass es nicht in Ord­nung ist, was hier pas­siert und wie sie sich verhalten. 

    Gut:
    Mich tra­fen auch neu­gie­ri­ge Bli­cke! Nicht kom­pro­mit­tie­rend oder ängst­lich, son­dern posi­tiv neu­gie­rig. Und auf ein­mal haben mich die­se Bli­cke dar­an erin­nert, dass z.B. Ex-Rau­cher in der Ent­zugs­pha­se oft dank­bar sind, wenn irgend­wo das Rau­chen ver­bo­ten ist, damit sie gar nicht erst in Ver­su­chung kom­men. Ich hat­te so den Ein­druck, man­che von den Mas­kier­ten wären erleich­tert, wenn sie wirk­lich die Mas­ke able­gen "müss­ten", also die Ent­schei­dung nicht sel­ber ver­ant­wor­ten. Die offi­zi­el­le Erlaub­nis ist halt nur eine Erlaub­nis und kei­ne Ver­ord­nung, das reicht wohl noch nicht. Man­che trau­en sich viel­leicht auch erst, wenn es ein paar mehr Leu­te tun.

    Unheim­lich:
    Noch ist nicht raus, ob man jetzt mit oder ohne Fein­staub­mas­ke ein guter, wert­vol­ler Mensch ist. Da sehe ich das hart­nä­ckigs­te Problem.

    Mit der Mas­ke fällt ja vor allem die gro­ße Illu­si­on, näm­lich die Geschich­te vom töd­li­chen Virus, den gol­de­nen Ver­stän­di­gen und den schmud­de­li­gen, dum­men, trot­zi­gen, unver­stän­di­gen, döde­li­gen "Unge­impf­ten". Sie ist das Wahr­zei­chen der Guten und zugleich das Zei­chen der gras­sie­ren­den, töd­li­chen Pan­de­mie. Wenn von heu­te auf mor­gen die Inzi­den­zen egal sind, dann stimmt doch alles nicht, was man zwei Jah­re lang geglaubt hat und wofür man ande­re dis­kre­di­tiert, ange­grif­fen und aus­ge­schlos­sen hat. Da kommt ein Spie­gel für das eige­ne Den­ken und Ver­hal­ten mit 220 km/h ange­heizt. Ich glau­be, das wird uns noch eine Viel­zahl an Ver­schleie­rungs­tak­ti­ken besche­ren – hof­fent­lich von der unter­halt­sa­men Sor­te und nicht wie­der ver­bun­den mit dem Wahn­sinn offe­ner Einschränkungen.

    Den alten Zustand vor 2020 ver­mis­se ich nicht, es war auch vor­her schon län­ger nichts mehr okay. "Schwamm drü­ber" hal­te ich für kon­tra­pro­duk­tiv. Wer sich über ande­re lus­tig gemacht hat, nur weil sie sich kei­nen Blu­men­dün­ger sprit­zen woll­ten, Stim­mung gemacht hat, ihnen den Job gekün­digt und sich im Restau­rant erst so rich­tig gut gefühlt hat, weil "schlech­te­re Men­schen" nicht hin­ein dür­fen, der hat hier das Dun­kels­te vom Dunk­len auf den Tisch gebracht. 

    Damit mei­ne ich durch­aus die Men­schen selbst, die in vor­ders­ter Linie mit­ge­macht haben, sehe uns aber auch als Gesamt­kör­per, der ein­fach an die­ser Stel­le … sagen wir mal … ein biss­chen gesün­der sein könn­te. Das wäre gut und dann gin­ge es end­lich auch mal wirk­lich um Gesundheit! 🙂

  29. Lie­be Getriebesand,

    ich war ges­tern das erst Mal ohne Mas­ke ein­kau­fen und hat­te fast ein schlech­tes Gewis­sen (Aber nur fast ;-). Natür­lich ist mir auch auf­ge­fal­len, dass der größ­te Teil der Men­schen immer noch mit Mas­ke rum­läuft. Ich habe es auch so erwartet.
    Mei­ne Erklä­rung dafür ist, dass tat­säch­lich die meis­ten Men­schen davon über­zeugt sind, dass alles was sie in den letz­ten 2 Jah­ren von den Main­stream-Medi­en, den Poli­ti­kern und den soge­nann­ten Exper­ten gehört haben, wahr ist. Es ist schwer zu ver­ste­hen und ich hade­re auch immer noch damit, aber wenn ich mich mit Men­schen, die halb­wegs auf­ge­schlos­sen sind, unter­hal­ten und ihnen gewis­se Fak­ten erzäh­le, dann sind sie oft ganz fas­sungs­los und sagen, dass sie das nicht gewusst haben.
    Nun könn­ten wir sagen, sie hat­ten doch die gan­ze Zeit die glei­che Mög­lich­keit sich umfas­send zu infor­mie­ren, wie wir. Ja, natür­lich. Aber sie haben ein­fach dar­auf ver­traut, dass man ihnen schon die Wahr­heit erzäh­len wird. Sie kön­nen sich gar nicht vor­stel­len, dass sie von Poli­ti­kern, Medi­en, Exper­ten belo­gen wur­den und wer­den. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Außer­dem hat man ihnen von Anfang an sug­ge­riert, dass man nur den „offi­zi­el­len Stel­len“ ver­trau­en darf. Ich den­ke z. B. an die ers­te Rede zum The­ma Pan­de­mie von Frau Mer­kel. Die meis­ten woll­ten ein­fach ver­trau­en, mit­ma­chen und hof­fen, dass dann alles wie­der gut wird. Die „da oben“ wer­den es schon rich­ten, wie immer.
    Wir, die wir offen­sicht­lich schon frü­her gelernt haben auf unser Bauch­ge­fühl zu ver­trau­en und unse­re eige­nen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, haben früh­zei­tig die Unge­reimt­hei­ten gespürt.
    Auch ich war zwi­schen­durch immer mal wie­der am Ver­zwei­feln, mitt­ler­wei­le geht es mir aber gut.
    Falls du, lie­be Getrei­de­sand, an einem pri­va­ten Aus­tausch mit mir inter­es­siert bist, könn­te Artur Asch­mon­eit dir ger­ne mei­ne E‑Mail-Adres­se zukom­men las­sen. Du hast geschrie­ben, du brauchst jeman­den mit dem du reden kannst. Ich bie­te mich an. 🙂
    Ich bin übri­gens 55 Jah­re alt und von Beruf Buch­hal­te­rin, falls das für dich irgend­wie rele­vant ist.
    Lie­be Grüße.

  30. Für mich ist das vor allem eine Fra­ge der Zeit, einer­seits. Jetzt ein Herbst|
    |Win­ter ohne Alarm und das Ver­trau­en könn­te schnel­ler Fuß fas­sen. Nicht aus­zu­den­ken, was erneu­ter Alarm an Irr­sinn nur noch tie­fer ein­prä­gen und aus­drü­cken wür­de. Ande­rer­seits Gesprä­che, offen, mis­si­ons­frei, das Zuhö­ren wie­der­ent­de­cken und die eige­ne Wut in den Griff bekom­men. Wir kön­nen da wie­der raus, wenn wir uns an das erin­nern, was uns ver­bin­det. Klingt naiv, ist aber wahr. Ich habe ges­tern als ein­zi­ger unge­impf­ter Mensch den Geburts­tag eines 80jährigen Ver­wand­ten gefei­ert. Wir haben es hin­be­kom­men, auch kon­tro­ver­se Gesprä­che zu füh­ren und sind uns nicht an die Gur­gel gegan­gen. Im Gegen­teil, am Abend sind tat­säch­lich alle ( wir waren 8) mit Trä­nen in den Augen aus­ein­an­der gegan­gen, weil wir- so unter­schied­lich und gegen­sätz­lich wir sind – nicht gegen­ein­an­der gekämpft, son­dern mit­ein­an­der gere­det haben. Das war wirk­lich schön und kost­bar und wir haben es alle als wun­der­bar emp­fun­den. Ich sehe, dass vie­le Angst haben. Lie­be und Selbst­ach­tung sind die Antwort.

  31. Könn­te man nicht auch sagen, dass das Leben wäh­rend der let­zen zwei Jah­re in voll­kom­men nor­ma­len Bah­nen ver­lau­fen ist. Die Mehr­heit rennt der Möh­re hin­ter­her, die ihr vor der Nase weg­ge­zo­gen wird.

    Es ist ein­fach nur erschre­ckend und depri­mie­rend, sich ein­ge­ste­hen zu müs­sen, wie klein die Min­der­heit tat­säch­lich ist, der man angehört.

    Und ansons­ten, ich muss­te auf wenig ver­zich­ten. Kino, Restau­rant, Kon­sum­kau­fen war vor­her schon nicht. Eini­ge Sachen wur­den kom­pli­zier­ter bzw. umständ­li­cher, aber im Gro­ßen und Gan­zen habe ich mein Leben ganz nor­mal wei­ter­ge­lebt. Schon vor Coro­na gab es ja hau­fen­wei­se Kom­pro­mis­se, die man ein­ge­hen muss, wenn man hier lebt. Sachen, wie Mas­ke tra­gen und sich sinn­los tes­ten zu müs­sen, sind dann nur noch ein mie­ses Zuge­ständ­nis oben­drauf. Klar, die Impf­pflicht, das wäre schon ein wirk­lich schwer zu ver­dau­en­der Bro­cken gewe­sen. Doch auch da hät­te ich die Lösung des Frei­kau­fen wohl ein­fach gemacht, weil wir uns das halt leis­ten könnten.

  32. aa: "Und dabei habe ich nicht die enor­me Auf­ga­be, unbe­grün­de­te Ängs­te zu verarbeiten."
    Ja, wie­wohl "begrün­de­te Ängs­te" zu ver­ar­bei­ten, ange­sichts vor­herr­schen­der Ver­hält­nis­se eine per­ma­nen­te Auf­ga­be bleibt.
    Die­se ver­schwin­den nicht mit dem Able­gen des sog. MNS. Es gilt wei­ter dran zu blei­ben am Offen­le­gen einer bar­ba­ri­schen Poli­tik, sprich, die­se zu de-mas­kie­ren um ' heil­sa­me Unru­he' zu schaffen.
    Heißt also auch: "Seid rea­lis­tisch, schafft das Unmög­li­che". (André Gorz) 

  33. Ich bin die­se Woche tat­säch­lich (als ich wegen Demo sowie­so in der Innen­stadt war) mal wie­der in diver­sen Geschäf­ten gewe­sen, nach­dem ich die letz­ten 2 Jah­re außer Din­gen des täg­li­chen Bedarfs sowie­so kaum was gekauft habe.
    Und da ging es mir gar nicht so sehr dar­um, was ich brauch­te (ok, etwas bestimm­tes brauch­te ich schon), son­dern ein­fach mal eine gro­ße Run­de durch die Kauf­häu­ser dre­hen – OHNE MASKE. Ist ja auch eine Art Demo. Wobei ich sagen muß, so schlimm wie man teil­wei­se liest (90% immer noch mit Mas­ke), war es jetzt auch nicht … viel­leicht 30–50%.

    Auf Kino, die bis eben noch mit 2Gs­uper­me­ga­plus-plus­mas­ke unter­wegs waren, hab ich irgend­wie gar kei­ne Lust. Frü­her bin ich sehr ger­ne ins Kino gegan­gen, aber die letz­ten 2 Jah­re habe ich gelernt, daß es auch ohne geht.

    Aber das wich­tigs­te: man kann in Mün­chen seit die­ser Woche end­lich wie­der ohne Mas­ke demons­trie­ren! Damit haben sie es bis letz­te Woche Sams­tag noch rich­tig ver­sucht, uns fer­tig zu machen.

  34. Ich habe jeg­li­ches Ver­trau­en ver­lo­ren, in alles, ich glau­be, wie eigent­lich im Kern schon immer, nur noch an mich und mei­ne Fähig­kei­ten, ins­be­son­de­re die, fast gesto­chen scharf ana­ly­sie­ren zu kön­nen. Es hat mich auch bei die­sem Dra­ma vor schlech­ten Ent­schei­dun­gen bewahrt.

    Wer über ein halb­wegs intak­tes Bauch­ge­fühl ver­fügt konn­te früh­zei­tig mer­ken, dass hier etwas nicht stimmt. Eigenständiges
    Den­ken und Hin­ter­fra­gen scheint der Mas­se mitt­ler­wei­le völ­lig fremd zu sein, die Medi­en ( öffent­lich recht­lich) sind ver­mut­lich Mit­tä­ter in nicht uner­heb­li­cher Größenordnung.

    Beson­ders scho­ckie­rend ist die Erfah­rung auf mensch­li­cher Ebene,
    sowohl im Zusam­men­hang mit Ärz­ten als auch im engs­ten Fami­li­en­kreis. Mei­ne an Krebs (zum wie­der­hol­ten Mal) erkrank­te Frau durf­te ich 3 Wochen lang nicht ein­mal besu­chen, da sich das Kran­ken­haus erdreis­tet hat­te, Besuch gänz­lich zu verbieten.
    Mei­ne Frau ver­starb weni­ge Wochen spä­ter, nach­dem ich sie
    pal­lia­tiv daheim ver­sorgt habe, die Schil­de­rung von Auftritten
    der soge­nann­ten Pal­lia­tiv­ärz­te spa­re ich mir.
    Unge­ach­tet mei­ner per­sön­li­chen schick­sal­haf­ten Situation
    konn­te der kläg­li­che Rest der soge­nann­ten Fami­lie noch was drauf­set­zen und mich zu Weih­nach­ten aus­la­den , da ich ja nicht geimpft war (gilt noch immer, bleibt auch so !)

    Ich habe wei­test­ge­hend mit die­ser Gesell­schaft abgeschlossen
    und kon­zen­trie­re mich nur noch auf Din­ge, die mir gut tun, dazu
    braucht man defi­ni­tiv kei­ne Mit­läu­fer und über­zeug­te Mas­ken­trä­ger. Zum Glück gibt es auch Gleich­ge­sinn­te , lei­der ist es
    manch­mal gar nicht so ein­fach, die­se Men­schen zu finden.

    Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir kei­ner, wie wahr ist die­ser Spruch.

    Schön , dass es eini­ge weni­ge Por­ta­le gibt, die schon fast ein zwei­tes Zuhau­se gewor­den sind.

    Vor­schlag zum Finale:

    Viel­leicht kön­nen Inter­es­sier­te Ihren User­na­men mit den ers­ten bei­den Zif­fern der eige­nen Post­leit­zahl aus­stat­ten, so dass die
    Her­kunft zuzu­ord­nen ist und bei Inter­es­se eine Kontaktaufnahme
    über den Blog­be­trei­ber mög­lich wird.
    Für die­se klei­ne Dienst­leis­tung könn­te man übri­gens einen
    per­ma­nen­ten Spen­den­but­ton einrichten.

    1. @Jochen42: Ich weiß nicht, ob das mit den Post­leit­zah­len für eini­ge ein Pro­blem wäre – spon­tan den­ke ich, das wäre eine gute Idee (auch dafür, dass man z.B. jeman­den mit­neh­men könn­te zum coro­dok-Tref­fen, die/der in der Nähe wohnt)!

    2. @Jochen42
      Fin­de ich grund­sätz­lich eine gute Idee, zumal die ers­ten beiden
      Zif­fern ja noch nicht all­zu­viel preisgeben.
      Habe zwar schon mehr­fach erwähnt, daß ich aus Köln komme
      und müss­te mich dann qua­si Brian50 nennen.
      Was pas­sen­der­wei­se auch fast mit mei­nem Alter übereinstimmt…
      😉

      1. Lie­ber Brian,

        Wup­per­tal ist ja nicht wirk­lich weit weg, viel­leicht sieht man sich
        ja ein­mal und trifft noch ande­re Blogleser.

        LG

      2. @Jochen 42 und Brian50
        (Hier 41) Wir sind ja hier ganz "jwd" und nach Ber­lin wer­de ich es nie­mals schaf­fen. Wenn es noch mehr im "Rand­ge­biet" gäbe, könn­te man über ein "Daheim­ge­blie­ben­en­tref­fen" nachdenken.

        1. Gute Idee. Ber­lin ist für mich zumin­dest z.Zt. auch nicht zu
          machen. Und es soll­te doch zumin­dest ein paar Leu­te aus dem
          Wes­ten geben…

  35. Viel­leicht war alles, was wir wäh­rend der letz­ten zwei Jah­re erleb­ten, Teil einer Nor­ma­li­tät, von der eini­ge Men­schen dach­ten, wir hät­ten sie in der Ver­gan­gen­heit zurück­ge­las­sen. War­um soll­ten wir anders oder bes­ser sein als jene Men­schen vor dem Sozia­lis­ten­re­gime, Nazi­re­gime, Kom­mu­nis­ten­re­gime oder den Royalistenregimen.
    Was genau unter­schei­det uns heu­te von den Men­schen des Mittelalters?

  36. Hey Leu­te, ich spen­die­re ein Gedicht…

    …wel­ches mir beim Durch­le­sen der Kom­men­ta­re – vie­len Dank dafür – am Ende in den Sinn gekom­men ist, war­um auch immer…

    …von Richard Deh­mel – 'Stil­ler Gang':

    Der Abend graut; Herbst­feu­er brennen.

    Über den Stop­peln geht der Rauch entzwei.

    Kaum ist der Weg noch zu erkennen.

    Bald kommt die Nacht; ich muss mich trennen.

    Ein Käfer surrt an mei­nem Ohr vorbei.

    Vor­bei.

    https://​www​.zge​dich​te​.de/​g​e​d​i​c​h​t​e​/​r​i​c​h​a​r​d​-​d​e​h​m​e​l​/​s​t​i​l​l​e​r​-​g​a​n​g​.​h​tml

  37. Bei mir sind es zum Teil (nur am Shop­pen in der Stadt hat­te ich auch vor Coro­na kein Inter­es­se mehr bzw. war da sowie­so nie exzes­siv) ande­re Grün­de: Mir sind all die Eta­blis­se­ments, die mir zwei Jah­re lang den Zutritt ver­wehrt haben, unsym­pa­thisch gewor­den. Ich habe kei­ne Lust mehr, sie zu betre­ten, nur weil sie jetzt die 2G‑, 3G- und Mas­ken­schil­der ent­fernt haben. Ich habe kei­ne Lust mehr, sie zu unter­stüt­zen, denn sie haben alle brav und oft über­eif­rig mit­ge­macht uns sich den Teu­fel für die Men­schen interessiert.

  38. Nein. Kei­ne Gna­de mit Mas­kent­rot­teln. Ich has­se dum­me Men­schen. Und Mas­ken­trä­ger sind ein­fach nur dumm. Über­all in Euro­pa wird das Ende der Mas­ken­pflicht gefei­ert und der dum­me Duit­se trägt das Teil auch noch frei­wil­lig wei­ter. Hab ich nur Hohn und Spott für übrig.

  39. Nach einer durch­wach­se­nen Woche in unter­schied­li­chen Super­märk­ten, in denen ich mit ande­ren Mas­ken­lo­sen stets mal mehr, mal weni­ger in der Min­der­heit war, folg­te heu­te der Här­te­test im Fit­ness-Stu­dio. Hier tru­gen von über 100 gleich­zei­tig anwe­sen­den Mit­glie­dern nur 5 Mas­ke, einer davon sin­ni­ger­wei­se nur beim Pen­deln zwi­schen den Gerä­ten bezie­hungs­wei­se Gewichten.

    Faust­re­gel: Je höher der "Asi"-Anteil und je nied­ri­ger das "Alman"-Level, umso weni­ger wird der Maul­korb getragen.

    Man darf spe­ku­lie­ren, aber auch wenn die "Mas­ke" für vie­le sicher zur Gewohn­heit gewor­den ist, scheint es, dass die "Mas­ke" mehr und zuneh­mend Zustim­mung zum Regime sym­bo­li­siert und signa­li­siert. Was ich schon im Som­mer 2020 mut­maß­te, näm­lich, dass die Befol­gung der "Maß­nah­men" nicht (mehr) pri­mär epi­de­mio­lo­gisch, son­dern poli­tisch moti­viert ist, wird hier manifest.

  40. @FZ ist ja auch so, zeit­los gül­tig der Aus­spruch von Ste­fan Aus­trl: "die Mas­ke muss wegen der Mas­ke getra­gen wer­den. Als Zei­chen für den Gehor­sam den Maß­nah­men der Regie­ren­den gegenüber."

  41. Einen Groß­teil Schuld an der Schwie­rig­keit vie­ler, sich von der Mas­ke zu lösen, trägt die Polit-Kas­te, die nach wie vor Panik ver­brei­tet. Die hät­ten auch sagen kön­nen: Hey Leu­te, wir kön­nen uns freu­en, die größ­te Gefahr ist vor­bei. Das hät­te so eini­gen gehol­fen, aus ihrer Furcht herauszukommen. 

    Da Kal­les ein­zi­ger Lebens­zweck aber sei­ne "Impf"-Agenda zu sein scheint, setzt er alles dar­an, den Panik-Level hoch zu hal­ten. Solan­ge er damit wei­ter­macht, wer­den auch noch vie­le Leu­te an der Mas­ke hän­gen blei­ben. Und er wird von allei­ne nicht aufhören.

    Per­sön­lich habe ich auch so mei­ne Pro­ble­me, mich in mas­kier­ter Umge­bung wohl zu füh­len. Letz­te Woche im Super­markt war es nicht wirk­lich ent­spannt, aber immer­hin fried­lich. Man ist ja schon mit weni­gem zufrieden.

    Im Ver­ein sind im Lau­fe der Woche immer mehr Mas­ken gefal­len, heu­te war ich posi­tiv über­rascht, es gab kaum noch jeman­den mit Maske.

    Es gibt wohl kei­nen ande­ren Weg, als es vor­zu­le­ben, aber das ist ganz schön schwer. Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen mei­de ich immer noch, ich kann mich dabei nicht wohl­füh­len, wenn ich über­all Mas­ken sehe. Ich bewun­de­re jeden, der das durchzieht.

  42. @aa: Mir geht es genau­so bzw. ging es genau­so als ich noch in Deutsch­land war. In mei­nem Fall ver­spür­te ich eine Krän­kung. Man hat uns ja über­deut­lich gesagt: Wir wol­len dich nicht. Du bist das Letz­te. Für dich gel­ten ande­re Geset­ze. Und mei­ne ehe­ma­li­gen poli­ti­schen Freun­de (Kom­mu­nis­ten) haben mit­ge­macht. Das hat sich tief ein­ge­brannt. Ich bin der­zeit im Aus­land und hof­fe, dass ich einen Weg fin­de Deutsch­land dau­er­haft zu ver­las­sen. Ich war im letz­ten Jahr schon 3 Mona­te weg und in der Zwi­schen­zeit, die ich in Deutsch­land ver­brin­gen muss­te, war ich sehr schlecht drauf. Der Coro­na-Frust hat sich übri­gens im Aus­land schnell gelegt. Es ist Bal­sam für die Psy­che irgend­wo zu sein, wo die ein­fa­chen Leu­te tat­säch­lich auf Covid pfei­fen bzw. zumin­dest respek­tie­ren wenn man sich gegen die Covid-Imp­fung ent­schie­den hat.

    1. @Robin
      Darf ich fra­gen, in wel­chem Land Sie sich auf­hal­ten? Ich suche jeman­den, mit dem ich aus Deutsch­land raus kann und der sich m it mir im Aus­land (Nie­der­lan­de oder Spa­ni­en) was auf­bau­en will.
      VG

      1. Hi Getrie­be­sand,

        Nord­hol­land könn­te ich mir grund­sätz­lich vorstellen,
        die Fra­ge ist nur, ob es auf Dau­er da bes­ser sein wird bezogen
        auf den von der Obrig­keit gewünsch­ten Wandel.
        Deutsch­land dürf­te b.a.w. im Angst­por­no ver­blei­ben, an Darstellern
        man­gelt es offen­bar nicht.

  43. So, wie die regi­me­uni­for­mier­ten Frag­lo­sen nicht nur jetzt sich schwer­tun mit dem Able­gen der Regi­me­uni­form, son­dern auch beim lei­ses­ten "Maske-uff!"-Bellen des Regimes sogleich wie­der den Befeh­len Fol­ge leis­ten werden,
    so tu' ich mich unend­lich schwer damit, zu ver­ges­sen, dass sie, die ich einst mir ähn­lich glaub­te, bin­nen kür­zes­ter Zeit zu Frag­lo­sen wur­den – also zu Wesen, die mir voll­kom­men unähn­lich sind.

    Ich tu mich auch ent­setz­lich schwer damit, die­sen Frag­lo­sen, Wort­lo­sen, Gedan­ken­lo­sen, Rück­grat­lo­sen all ihre Losig­kei­ten (zu ergän­zen wären noch vie­le: Gewissen‑, Vernunft‑, Gefühl‑, Phan­ta­sie- und Empa­thie­lo­sig­keit zum Bei­spiel) zu verzeihen. 

    - Nein: Ich weiß, dass ich ihnen all das nicht wer­de ver­zei­hen können.
    Denn sie haben Mil­lio­nen von Men­schen – ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, ihre Freun­de, ihre Nach­barn, ihre Kol­le­gen, ihre Mit­bür­ger – andert­halb Jah­re lang aus­ge­grenzt, beschimpft, ent­wür­digt, gehasst und mit dem Tode bedroht (und wenn sie auch nicht alles davon getan haben mögen, so doch einen Teil, und beim Rest haben sie zuge­se­hen als Mit­läu­fer. Und von den Men­schen, die sie wirk­lich dem Tod über­ant­wor­tet haben, in den Alten­hei­men z.B. und im Tri­kont, spre­che ich jetzt gar nicht!).

    Mein Vor­teil: Wäh­rend des Kreb­ses, des Ster­bens und nach dem Tod habe ich "im Klei­nen" bereits erlebt, wozu Men­schen, auch sol­che, die mir "nahe" waren, fähig sind – und vor allem: was so vie­len von ihnen fehlt; all ihre Losig­kei­ten habe ich bereits vor mehr als 12 Jah­ren erlebt.

    Jetzt aber, da ich mehr als zwei Jah­re lang erle­ben muss­te, dass tat­säch­lich die Majo­ri­tät der Men­schen bereit­wil­ligst ohne alles ist, was Mensch­sein (über die blan­ke Krea­tür­lich­keit hin­aus) bedeutet,
    jetzt mag ich mit die­sen Majo­ri­täts­ver­tre­tern nicht mehr "gemein­sam" einen Film in einem Kino anse­hen, "zusam­men" in einem Restau­rant spei­sen oder auch nur hin­ter oder vor ihnen an der Super­markt­kas­se stehen.
    Letz­te­res muss ich.
    Ers­te­res nicht.

    Die Wun­de der Erkennt­nis, die uns geschla­gen wur­de über das Wesen der Gat­tung "Mensch" – sie wird so wenig in unse­rer Gene­ra­ti­on noch hei­len kön­nen, wie die Ver­sa­gens­wun­de, die von uns den Kin­dern und Jugend­li­chen in den letz­ten zwei Jah­ren geschla­gen wur­de: Auch die wird in der Gene­ra­ti­on der betrof­fe­nen Kin­der und der betrof­fe­nen Jugend­li­chen nicht mehr heilen.
    All die­se Wun­den wer­den – wie immer bei sol­chen Wun­den – ein­fach nur mas­siv über­cremt und zuge­pflas­tert werden.

    Und dann haut das alles den Men­schen, die in ein, zwei oder auch drei Gene­ra­tio­nen leben wer­den, wie­der um die Ohren.
    (Sofern wir nicht jetzt ohne­hin der Gat­tung "Mensch" das Ende berei­tet haben sollten.) 

    { Kon­kret: Ich hab mir die Oper so schwer erkämpft im Wit­wesk. Etwa acht Jah­re nach dem Tod habe ich sie mir erobert als völ­lig neu­es Habi­tat auf der Eis­schol­le des wit­wes­ken Eis­bä­ren. Und was ich mir da erschlos­sen hat­te, war in der Tat eine gan­ze Welt, frei­lich eine künst­le­ri­sche und intel­lek­tu­el­le – umso berei­chern­der für mich.
    Und eine, die mein Zwerch­fell durch­hark­te. (Das war was Neues.)

    Jetzt stel­le ich mir vor:
    Ich sit­ze (immer noch mit FFP-2-Pest­schna­bel, wie von den Inten­dan­ten der Häu­ser ange­ord­net) dort und höre den RING (auf den ich mich vor drei Jah­ren so gefreut hat­te – und das gleich dop­pelt, und wie immer auf den fast-bil­ligs­ten Plätzen).
    Aber ich kann ihn nicht hören.
    Ich höre nur das Brau­ne Rau­schen all der Losig­kei­ten, die "gemein­sam" mit mir im Opern­haus sitzen. }

    Dop­pelt men­schen­ge­brannt, ein­mal im Klei­nen, im eige­nen Leben, dann im Gro­ßen, im Gat­tungs­ge­sche­hen, wer­de ich nie wie­der einem Men­schen von den 60–70 % irgend­et­was zutrau­en und habe kei­ner­lei Inter­es­se dar­an, unter denen die "Göt­ter­däm­me­rung" zu hören, so sehr es mich auch schmerzt, die­se ver­stö­ren­de Musik nie wie­der leib­haf­tig zu erle­ben. (Das ist ein Luxus­pro­blem. Mir aber geht es ans Exis­ten­ti­el­le – und steht dar­über hin­aus exem­pla­risch für die Wun­de des Mensch­heits­ver­sa­gens, die nun der Gat­tung geschla­gen wurde.)

    PS: Chö­re und Solis­tIn­nen sin­gen, Fil­me wer­den gezeigt, Spei­sen gemein­sam ver­zehrt – Wir Fra­gen­den tun all dies und noch viel mehr. Wir 30 – 40 %, die nicht ver­ges­sen haben, dass Mensch­sein aus Fra­gen besteht, dass Mensch­sein Dis­ku­tie­ren bedeu­tet und Zwei­feln und kei­ne Ant­wort zu fin­den, aber danach zu suchen und der­weil aus­zu­hal­ten, dass es kei­ne gibt.

    Hier in den Kom­men­ta­ren auf Coro­dok die­se Men­schen, ein paar von den 30 – 40 %, immer wie­der zu tref­fen (und am 30.04. dann auch vie­le wie­der leib­lich, ana­log und mit all ihrem Rück­grat), ist ein Lebens­ge­schenk für mich.

    Dan­ke!

    1. @Witwesk
      Ich kann Ihren Kom­men­tar sehr, sehr gut nach­voll­zie­hen; es geht mir in vie­lem ähn­lich. Eines ist sehr vie­len Men­schen gegenüber
      defi­nitv abhan­den gekom­men, und das aus­ge­spro­chen nachhaltig :
      das Vertrauen.
      Wie Sie schon rich­tig erwäh­nen, vie­les habe ich auch schon vor den
      letz­ten 2 Jah­ren so erlebt und emp­fun­den. Mitt­ler­wei­le ist allerdings
      fast gar kein Ver­trau­en mehr da. Ich wage trotz­dem kei­ne Pro­gno­se, wie die Din­ge sich (auch für mich) ent­wi­ckeln werden.
      Ich bin mitt­ler­wei­le auch zu müde, um noch groß­ar­tig in die Zukunft zu schau­en. Macht im Moment auch wenig Sinn.
      Auch die­ses so gar nicht hin­ter­fra­gen, das Abtun, das Rela­ti­vie­ren macht mich wahn­sin­nig. Inso­fern bleibt mir auch gar
      nicht viel ande­res übrig, als mich auf mich selbst zu besinnen.
      Was ich grund­sätz­lich eh nicht so ver­kehrt fin­de. Und die Aus­gren­zung, die Sie u.a. erwäh­nen, ken­ne ich auch zur Genüge.
      Wes­we­gen ich in man­cher­lei Hin­sicht mit vie­lem in den letzten
      2 Jah­ren wahr­schein­lich bes­ser zurecht­ge­kom­men bin, als manch
      ande­rer (in ande­ren Din­gen aller­dings auch wie­der nicht).

  44. Nach­dem ich letz­te Woche gefühlt die Ein­zi­ge ohne Mas­ke bei Aldi, Lidl und Action war, lie­fen heu­te bei Kauf­land min­des­tens die Hälf­te der Kun­den ohne Mas­ke rum,
    vom Per­so­nal nur eini­ge der Einräumkräfte.

    Vier jun­ge Müll­män­ner an der Kas­se erklär­ten mit brei­tem Grin­sen: "Oben ohne fin­den wir gut!"

    Hat­ten die Mas­ken­trä­ger letz­te Woche nur Angst, was falsch zu machen?

    #Geht doch#

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.